Beiträge von Idgie

    Den Roman habe ich verschlungen. Ich habe schon Zwei Handvoll Leben von Katharina Fuchs gelesen, was mir sehr gut gefallen hat. Die Geschichte der beiden Mädchen aus Ost und West hat sie auch so gut geschrieben, dass man das Gefühl hatte, mittendrin dabei zu sein. Eingeflochten in reale Begebenheiten ist der Autorin ein tolles Stimmungsbild der Zeit von Mitte der 50er Jahre bis zum Mauerbau in der geteilten Stadt Berlin gelungen.


    Die Bernauer Straße kenne ich von Besuchen der Gedenkstätte. Wie beklemmend das im August 61 gewesen sein muss. Ich hatte die Filmaufnahmen von Leuten, die sich an Bettlaken im letzten Moment auf die Westberliner Seite abgesetzt haben, oder aus den Fenstern gesprungen sind, beim Lesen vor Augen.


    Mit der jungen Fotografen habe ich so gelitten, als sie ihre Agfa Stilette verloren hat. Und dann wieder bei ihren Erfahrungen in der Männerdomäne Zeitungsredaktion, in der Frauen fast ausnahmslos nur für's Tippen und zum Kaffeekochen geduldet wurden. Ein toll geschriebenes Buch. Wer in die Zeit der Nachkriegsjahre eintauchen möchte, ist bei diesem Buch richtig.

    ASIN/ISBN: 345336046X


    Paris 2016: Ein lukratives Erbe winkt der Stuttgarter Historikerin Marie und dem französischen Journalisten Nicolas, wenn sie eine schwierige Aufgabe lösen: Gemeinsam sollen sie ein lang verschollenes Gemälde finden und es den möglichen Überlebenden einer jüdischen Pariser Familie zurückgeben. Ihre Suche führt sie nicht nur in die Wirren des Zweiten Weltkriegs und an die Abgründe der Besatzungszeit, sondern wird rasch zu einem atemlosen Ringen mit der Vergangenheit ihrer Familien. Im Dickicht des Kunstraubs der Nazis muss sich Marie einem schrecklichen Geheimnis stellen – und bald auch ihren Gefühlen für Nicolas.

    Dramatisch, atmosphärisch und hoch spannend – mit großer Erzählkunst verwebt Bettina Storks reale Begebenheiten und Fiktion.


    Es ist mein erstes Buch dieser Autorin und hat mir sehr gut gefallen. Bettina Stork verwebt Handlungsstränge aus den 40er Jahren mit denen der Gegenwart und historische Gegebenheiten mit fiktiven Protagonisten. Sie hätten aber auch genauso gut tatsächlich gelebt und so gelitten haben, wie beschrieben. Wie so häufig, lese ich nicht nur, sondern lasse auch erwähnte Lieder nebenher laufen, oder schau mir die Schauplätze an. In diesem Fall waren es die Häuser in der Rue Oberkampf und den Ort des eigentlichen historischen Geschehens, das Haus 209 in der Rue Saint Maur. Dort haben sich 1942 tatsächlich die im Buch beschriebenen Razzia und Deportationen ereignet. Wenn man sich die helle Hausfassade anschaut (oberhalb der nicht ganz so schönen Erdgeschossläden) kann man sich kaum die Szenen des 16./17. Juli 1942 vorstellen.

    Es gibt übrigens eine ARTE Dokumentation über die Kinder der Rue Saint Maure. Das Buch ist auf jeden Fall sehr lesenswert.

    Wie gefällt es dir? Ich schleiche schon lange drum rum…

    Es ist wirklich spannend geschrieben und ich habe es ziemlich schnell gelesen. Claires Weg wird aus der gegenwärtigen Perspektive erzählt, Evas in Rückblenden. Man erfährt, was am Ende aus Eva und Claire geworden ist, trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin auch die Geschichten der übrigen Protagonisten zu Ende erzählt. Das Grundthema Gewalt gegen und Unterdrückung von Frauen hätte deutlich mehr verdient, als nur oberflächlich angekratzt zu werden. Ein unterhaltsames und weitgehend spannendes Buch, für mich aber mit deutlichen Abstrichen und deswegen leider nur Durchschnitt.

    ASIN/ISBN: 3453424972


    Der Tausch von Julie Clark


    New York, Flughafen JFK: Claire soll nach Puerto Rico reisen, um ihren Mann, einen ehrgeizigen Politiker, beim Wahlkampf zu unterstützen. Doch in Wahrheit will sie nichts als fliehen – vor seinen gewalttätigen Übergriffen und der lückenlosen Kontrolle, die er über sie ausübt. Sie kommt mit Eva ins Gespräch, die bei ihrem schwerkranken Mann Sterbehilfe geleistet hat. Zu Hause in Kalifornien erwartet sie die Polizei. Innerhalb weniger Sekunden beschließen sie, die Bordkarten zu tauschen und sich gegenseitig ein neues Leben zu schenken.

    Erleichtert landet Claire in Kalifornien. In Evas Haus gibt es allerdings keine Hinweise auf einen Ehemann. Dann erfährt sie, dass das Flugzeug nach Puerto Rico abgestürzt ist. Und kurz darauf entdeckt sie die vermeintlich abgestürzte Eva in einer Fernsehreportage über das Unglück. Lebendig. Hat sie die Flucht in das Leben einer Anderen am Ende doch nur in eine Falle gelockt?

    Bücherdrache
    dankeschön. :) Das mit den Paspeltaschen ist reine Übung. Ich hab auch etliche gebraucht, bis ich die vorzeigbar hinbekommen habe. Die Knöpfe sind tatsächlich mit dem Mantelstoff bezogen. Es gibt Rohlinge und ein Werkzeug von Prym mit dem man das hinbekommt.

    Booklooker
    so was verleidet einem so ein schönes Hobby total. Ein Tipp von einigen Näherinnen, die kein Nähzimmer, oder eine feste Nähecke haben ist ein Rollcontainer oder eine Art Sekretär, den man halt schnell auf- und zuklappen kann. Seit ich das Ex-Kinderzimmer habe, ist hier unglaublich viel entstanden. Allerdings leben hier auch keine Haustiere, was die Sache zusätzlich vereinfacht. Ich fürchte, Katzen hätten an diversen Nähuntensilien einen Heidenspaß.

    Ich hab seit ewigen Zeiten ein ghd. Das funktioniert immer noch einwandfrei und meinen Haaren geht's gut. Trotz Naturwellen bleiben meine Haare mehrere Tage bis zur nächsten Haarwäsche glatt.

    Das letzte Stück aus dem Nähzimmer ist ein Mantel aus einem Wollstoff geworden. Ich hab ihn gefüttert. Die Knopflöcher haben mich allerdings fast in den Wahnsinn getrieben. Die Probeknopflöcher sind super geworden, die im Mantel leider nicht. Immerhin kann ich jetzt Knopflöcher auftrennen und kleine Löcher unauffällig stopfen. :vergrab

    Bücherdrache
    Am Esstisch habe ich lange genäht. Und das war auch einer der Hauptgründe, warum ich dann als ich wieder angefangen habe, zu arbeiten erst mal jahrelang überhaupt nicht genäht habe. Diese Zeiten für Hin- und Wegräumen und das Zuschneiden auf dem Fußboden waren so nervig, dass ich es ganz gelassen habe. Dann ist aus dem ehemaligen Kinderzimmer meines Jüngsten vor drei Jahren mein Traumnähzimmer geworden. Damals habe ich meine 30 Jahre alte Pfaff (die hat meine älteste Tochter geerbt) durch eine Janome ersetzt und dann sind nach und nach noch eine Overlock, eine Coverloch und eine weitere Spezialmaschine eingezogen. So langsam wird's schon wieder eng im Nähzimmer, aber ich liebe mein Reich sehr. :love:

    Ein Wochenende, das ist ganz schön flott! Aber wenn man Übung hat, die Handgriffe kennt und auch drüber bleiben kann, ist es dann wahrscheinlich gar nicht mehr so schlimm. Aber man muss sich an solche kniffligen Modelle schon auch rantrauen - Respekt! Sie sind auf jeden Fall ganz toll geworden :anbet

    Oh, lieben Dank. Ich hab allerdings auch den Luxus, dass ich seit drei Jahren ein Nähzimmer habe. Da muss ich schon mal zwischendrin nichts wegräumen, so wie früher, als ich am Esstisch genäht und auf dem Fußboden zugeschnitten habe. Ich kann also am Ende des Tages einfach die Tür zumachen und am nächsten Tag weitermachen. :)

    Bücherdrache
    Dankeschön. :-) Ich halte das nicht immer so genau nach. Es ging eigentlich relativ flott. Allerdings habe ich solche Sachen mit Reißverschluss, Kapuze und Futter schon öfter genäht und daher geht das etwas routinierter. Ich meine, ich habe die Jacke größtenteils an einem Wochenende fertig gekriegt.

    Ich habe das Buch gerade fertig gelesen und kann es gedanklich noch nicht ganz loslassen. Die Geschichte von Eva und Rémy hat mich berührt und auch wenn am Ende ein Hauch zu viel Zufall drin steckte, ist es ein Buch, welches ich sehr gern gelesen habe. Unmöglich, zu sagen, wie viele Leben durch die mutigen Taten der Resistancemitglieder gerettet werden konnten.

    ich habe von Kristin Harmel bisher zwei Bücher gelesen: Solange am Himmel Sterne stehen und Ein Ort für unsere Träume. Beide Bücher spielen ebenfalls in der Zeit des 2. Weltkrieges in Frankreich. Ich fand sie beide gut zu lesen, wobei mich das erste auf jeden Fall deutlich mehr berührt hat.

    Köln gestern? "Der Reiz des Bösen"?


    Ich fand den sehr stark, musste allerdings am Ende von meiner Frau mit der Nase darauf gestoßen werden, dass Lenny und Leonard ein und dieselbe Person zu verschiedenen Zeiten, also mit knapp zwanzig Jahren dazwischen waren. Das Spiel mit den Zeitebenen war also für grobschlächtige Leute wie mich etwas zu subtil.

    Für mich war das gestern definitiv auch zu subtil. ich vertrage, je älter ich werde, irgendwie Filme mit Kindesmisshandlungen immer schlechter und war extrem unzufrieden, dass dem armen Lenny niemand hilft. Ich war zu sehr damit beschäftigt, seine Mutter, diese dusselige Verblendete im Geiste durchzuschütteln, als das ich das kapiert hätte. Ok, die Info, dass ihr Basso inzwischen tot ist und auch die Tatsache, dass der erwachsene Leonhard ihn eigentlich im Kölner Knast hätte über den Weg laufen müssen, hat mich stutzig gemacht, aber für das Klick hat's gestern nicht sofort gereicht.