Beiträge von Regenfisch

    Ich auch. :wave

    Lempi, das heißt Liebe - Minna Rytisalo

    Der junge Bauernsohn Viljami hat sich in Lempi, die Tochter des Ladenbesitzers aus der kleinen Stadt Rovaniemi in Lappland, verliebt. Hals über Kopf heiraten sie, und Lempi, der das Landleben fremd ist, zieht zu Viljami auf den Hof. Um sie zu entlasten, stellt ihr Mann die Magd Elli ein, die insgeheim selbst gern an seiner Seite wäre. Nach einem einzigen glücklichen Sommer wird Viljami 1943 zum Kriegsdienst eingezogen. Als er zurückkehrt, ist die Stadt zerstört und Lempi verschwunden. Dass sie wie ihre Zwillingsschwester mit einem Offizier nach Deutschland gegangen sei, kann er sich nicht vorstellen. Vielschichtig, emotional und mitreißend erzählt Minna Rytisalo in ihrem Debütroman von der Liebe.


    ASIN/ISBN: 3446260048

    Da bin ich sehr gespannt, wie es dir gefällt. :wave

    Auch wenn das LW sicherlich anderer Meinung sein wird, wünschte ich mir, Weihnachten würde dieses Jahr ersatzlos gestrichen. Das geht mir alles so unglaublich auf die Nerven.

    Da bin ich ganz deiner Meinung. Die Zeit, die wir sonst mit Schmücken, Backen, Geschenke kaufen verbringen, nehmen wir uns in diesem Jahr füreinander und der Rest fällt aus. Dem LW gefällt das.

    :writeIch auch.


    Neben all dem, was ihr schon erwähnt habt, hat mich sehr beschäftigt, dass alle in dem Buch nur um sich selbst kreisen. Ein Phänomen, das ich zunehmend in meinem Umfeld beobachte und das ich kaum noch ertragen kann. Alle, die sich um ihre Mitmenschen Gedanken machen, werden als "Gutmenschen" beschimpft, als weltfremd und naiv. Rietzschel spricht es in diesem Abschnitt auch direkt an.

    Greta zu beschimpfen ist salonfähig, die Afd spräche endlich mal aus, was alle denken usw. Man könne ja im eigenen Land nicht mehr seine Meinung sagen und, und, und. Unerträgliche Aussagen, die mir immer wieder zu Ohren kommen und einer Hau-drauf-Mentalität entsprechen. Differenziertes Denken unerwünscht. Da möchte ich manchmal mit der Faust auf die Köpfe schlagen, aus unbändiger Wut und Ohnmacht. Ich finde den Titel sehr gelungen.

    Gerade das angedeute, das episodenhafte finde ich an diesem Buch gut. Es lässt so viel Freiraum für Interpretationen, und noch viel mehr Freiraum für die Frage, wie könnten ähnliche Situationen in meinem direkten Umfeld stattfinden, wie wäre der Umgang damit. Ohne das zu viel durch die Romanfiguren vorgelebt wird.

    Das finde ich auch eine große Stärke des Buches. Es ist kein Erklärbuch, sondern der Erzähler beobachtet sehr genau und gibt dies an den Leser weiter. Es ist die Aufgabe des Lesers, eigene Schlüsse zu ziehen und Wertungen vorzunehmen. Das mag ich.

    . Dass er seine Frau mit Kathrin betrügt konnte man da kommen sehen, wobei diese ja auch ihren Mann betrügt. Das passt alles so in dieses trostlosen Buch.

    Ich finde es auch so trostlos und macht mich auch sprachlos, dass beide Ehepaare gar nicht um die Ehen kämpfen. Zumindest erfahren wir nichts davon. Alles, was in diesem Buch schiefläuft, wird einfach hingenommen und ausgesessen. :help

    Die beiden Jungen treiben wie Blätter im Wind. Philipp hat in die Clique von Menzel gefunden und macht mit, obwohl er sich sichtlich nicht wohl fühlt. Wo soll er auch hin? Die Mutter arbeitet, wird offen betrogen und wehrt sich nicht. Der Vater ist auf seinem eigenen Suchweg nach Glück. Wer soll so einen jungen Burschen stärken, wenn sich keiner drum kümmert?

    Dazu kommt noch eine relative Bildungsferne. Es scheint keinerlei Angebote für die Jugend zu geben wie Sportvereine, Musikvereine, Jugendclubs, Kirche...

    Interessant finde ich, dass Menzel und Co sich quasi den Gegenstand ihres Hasses bzw. das Opfer für ihren Anschlag ja regelrecht suchen müssen. Außer den Sorben scheint es nicht viele ausländische Mitbürger zu geben.