Beiträge von Gucci

    Hallo Ulrike Renk !


    Letzte Woche hast Du mich überrascht, dass ich die Hälfte der Saga noch vor mir habe. Das hat mich sehr gefreut, weil ich gern die Familie noch weiter begleiten möchte. Ich freu mich auf die weiteren Kapitel!


    War Dir vor dem Schreiben schon klar, dass es keine Trilogie wird oder hat sich dies nach und nach entwickelt? Wann soll der vierte Band erscheinen?

    „Zeit aus Glas“ schließt direkt an den Auftaktband „Jahre aus Seide“ an. Ulrike Renk holt einen gut in den zweiten Band hinein und man hat durch die lebendigen Dialoge schnell den Eindruck ganz nah beim Geschehen dabei zu sein. Ich habe mitgelitten und meine Augen wurden gut befeuchtet.

    Wer zu diesen Büchern greift und sich bewusst macht, von welcher Zeit und Problematik sie handeln, erwartet kein Warme-Decke-Buch. Er bekommt gut erzählte Familiengeschichte, nachvollziehbare Emotionen und einen Blick auf düstere deutsche Geschichte.


    Das Buch setzt ein mit dem Tag nach der Kristallnacht, dem Tag, als die Synagogen brannten, jüdische Geschäfte zerstört wurden, jüdische Männer verhaftet wurden, die jüdischen Zuhause zerstört wurden und wer nicht auch noch körperlich gequält und womöglich gefoltert wurde, dessen Seele bekam durch all das einen tiefen Schnitt und große Angst. Die Juden sind ungewünschte Rasse und was nutzt Besitz, wenn man nicht leben darf?


    Der Staat erwartet von den Juden das finanzielle Aufkommen für die Schäden, die man ihnen angetan hat – paradox! Ruths Vater lässt schon seit einiger Zeit Werte ins Ausland schmuggeln. Ausreisen dürften sie, Amerika will sie aufnehmen, allerdings erst 1941. Bis dahin können sie nicht in Deutschland bleiben. Um sich herum sehen sie wie andere Juden verhaftet werden, verschleppt und nicht zurückkehren. Die jüngere Tochter Ilse darf zumindest noch die Schule besuchen, die ältere Schwester Ruth und auch der Vater sitzen beschäftigungslos zuhause. Es gibt für sie kein kulturelles Teilhaben mehr im Staat. Martha, die Mutter der Schwestern, ist depressiv und ohne Hoffnung und Antrieb. Ruth hört von einer Möglichkeit wie sie zumindest in einem Land aufgenommen werden könnte? Sie ist eine bemerkenswert starke Frau in all der Zeit, doch soll sie sich bemühen? Darf sie ihre Familie allein lassen?


    Was ist etwas Gutes an dieser Familiengeschichte? Als Glück bezeichne ich, dass Ulrike Renk die Tagebücher einer jungen Jüdin für ihr Buch als Faden nehmen kann, die überlebt hat und als noch größeres Glück ein hohes Alter erreicht hat. Keiner konnte ihr die düsteren Kapitel ihres Lebens nehmen, die Angst vor dem nächsten Tag. Hoffnung haben, wenn etwas hoffnungslos scheint, doch folgten in der neuen Heimat noch sehr viele gute und glückliche Jahre. Wenn man das Buch mit diesem Gefühl liest, tröstet es mich ein wenig.

    Diesen Roman hab ich in einer Sogwirkung gelesen und nur sehr ungern aus den Händen gelegt. Ich freue mich auf die Fortsetzung, die leider erst 2020 erscheint, weil mir die Personen aus dem Roman ans Herz gewachsen sind und ich ihnen alles, alles Gute wünsche. Den Wag dahin beschreibt Ulrike Renk eindrucksvoll und auch mit Respekt. Auf ein Wiedersehen mit Familie Meyer!


    Ich danke der Büchereule, hier zum ersten Mal auf die Autorin und ihre Bücher aufmerksam gemacht worden zu sein, die Möglichkeit der Leserunde und dem Verlag für das Buch. Ganz großen Dank gebührt der Autorin, die aus Tagebuchaufzeichnungen behutsam und verantwortungsvoll eine Saga schreibt und mit jedem Roman ermöglicht, dass die Geschichte dieser Personen viele Menschen lesen können.


    Ich empfehle gern diese Reihe weiter, gehören diese Bände, wie schon die aus der Ostpreußentrilogie zu meinen Favoriten. Keine Frage - verdient die volle Punktzahl!

    :) Jetzt habe ich auch endlich das Buch in Händen und kann anfangen zu lesen.

    Leider werde ich dem Austausch darüber hinterherhinken müssen :(

    Mensch, wo hat sich denn Dein Buch so lange rumgetrieben? ;)


    Natürlich bin ich auch gespannt auf Deine Lesekommentare, wie von jedem der das Buch liest. Das Buch lässt mich doch ohnehin nicht sd schnell los und die LR-Beiträge verfolge ich generell weiter. Immerhin liegt nun ein WE vor Dir, da hat man häufig etwas mehr Lesezeit als unter der Woche.:lesend

    Wünsche dir viel Spaß damit - ich habe es im Urlaub gelesen und mich gut unterhalten....jedes Jahr zur Urlaubszeit die Fortsetzung dieser Reihe lesen ist schon ein "Rital" von mir..........

    Na, das gibt Mut doch noch mal in Ruhe weiterzulesen. Vorhin haben die drei Kids nebenan im Garten Radau für 17 Kindergartenkinder gemacht und ich musste immer wieder neu auf der Buchseite einsetzen, so dass der Lesespaß litt. Viermal musste ich irgendwelche Gegenstände wieder über den Zaun reichen, weil der noch nicht Dreijährige Sachen der beiden fünfjährigen Mädels rüberwarf und dann das Geschrei noch ein paar Oktaven höher ging. Hab vor einigen Jahren auch schon mal Mamma Carlotta-Bände gelesen. Ich les noch mal die Tage weiter...

    Ich glaube nicht, dass Martha Ilse hätte gehen lassen können. Dann wäre sie ja ganz alleine gewesen. Vor allem schätze ich Martha nicht so ein, dass sie die Formailtäten hätte erledigen können.


    Wie schwierig die Situation auch für Ilse gewesen sein muss. mehr oder weniger alleine mit der labilen Mutter und der kranken Großmutter. Die Maus war damals ja noch keine 14, meine Kinder sind zur Zeit ja im gleichen Alter. Ich bin sehr froh, dass sie so unbeschwert aufwachsen können

    Natürlich wäre das hart für Martha, doch in ihrem Umfeld/ der jüdischen Gemeinde wird sie doch auch mitbekommen, dass andere Eltern ihre Kinder "verschickt" haben. Gleichaltrige Juden, Freunde für Ilse, werden mglw. auch verschwunden sein.


    Hedwig, Hans und die Arolds sind auch noch da, um Martha bei den Formalitäten zu helfen. Ich mag Ilse, doch als 14jährige wird doch ihre Hilfe bei Formularen entbehrlicher sein. Wenn zwei Kinder in England sind, ist vielleicht Marthas Wunsch zu überleben, alles in Bewegung zu setzen um Dtl. zu verlassen, noch größer. Immerhin ist Ilse schon 14, kann sprechen, auf Situationen/ Verhalten reagieren, sich anpassen. UND hätte Ruth im selben Land. Zumindest mit ihrer Schwester könnte sie ehrliche Briefe austauschen.

    Wir können jetzt natürlich klug daherreden, weil wir die Geschichte/ Verfolgung/Judenvernichtung kennen.


    Andere vermeintlich "schwache" Frauen sind später, während der Gatte/ Vater an der Front kämpfte, auch überraschend über sich hinaus gewachsen! Martha war früher aber auch stärker!


    Während des Krieges wurden mit einem weiteren Kind schwangere Mütter/Eltern auch nicht nach ihrer Meinung gefragt, sondern der Staat bestimmte. Schwangere aus Städten wurden in weniger bombardierte Gebiete vor der Geburt evakuiert, blieben dort noch eine ganze Weile. Das ältere Kleinkind wurde vor der Geburt auch auf Reisen geschickt - in Kinderheime. Mein Onkel war gerade mal zwei und war traumatisiert davon.


    Mich interessiert auch, wie es dem Seidenhändler Merländer weiter ergeht, Ob wir das noch durch diese Büchersaga erfahren oder eher über wiki/ Dokumentationszentrum Krefeld?


    Ich hoffe, der jüdische Arzt, der noch in Dtl. bleiben will, solange er Juden helfen kann, schafft es auch noch aus Dtl. raus. Ich habe da aber kein gutes Gefühl.



    Übrigens, der Gatte der künftigen europ. Kommissions-Präsidentin entstammt der adligen Krefelder Seidenweberfamilie von der Leyen.

    Danke für Deine Antworten!

    Da hast Du gutes "Arbeitsmaterial" gespendet! Ich lasse seit 1,5 Jahren wachsen, über 20 cm Spende wären es nun auch schon. Da noch nie gefärbt und ich auch dicke Haare habe, eine ganz gute Basis. Ich halte noch durch.


    Krass, wie leicht sich jetzt Dein Kopf bei Bewegungen anfühlt, nicht wahr? Bin gespannt, was Du nach dem Aufwachen morgen sagst. Hattest Du sie früher schon einmal in der Länge?


    Für mich wäre das Haareverlieren als Kind und auch als Erwachsene sehr schlimm. so dass ich auch gut finde, dass durch Haarspenden einigen geholfen wird gesänder auszusehen.

    Gisa Pauly; Sturmflut (Mamma Carlotta, Band 13)

    Mamma Carlotta auf der Jagd nach einem Entführer! Entführung auf Sylt! Lale, die Tochter des Fabrikanten Claussen, wird gekidnappt, und Mamma Carlotta gerät zufällig in die Ermittlungen. Aber der Entführer warnt: Keine Polizei! Nicht leicht für die Schwiegermutter von Hauptkommissar Erik Wolf, kein Wort über den Fall verlauten zu lassen! Nicht einmal mit Tove und Fietje darf sie darüber reden, obwohl die beiden mehr mit der Entführung zu tun haben, als ihnen klar ist. Während Erik damit beschäftigt ist, sich über das merkwürdige Verhalten der Staatsanwältin zu wundern, kommt Mamma Carlotta auf die Spur des Täters. Aber scheinbar zu spät, denn eine Tote wird gefunden. Lale Claussen? Als eine Sturmflut auf zieht und Erik verschwindet, wird es für Carlotta so richtig brenzlig ...

    Gelesen im Juli:

    Dani Atkins; Sieben Tage voller Wunder

    Dora Heldt; Drei Frauen am See

    Ulrike Renk - Zeit aus Glas; Leserunde


    Aktuell:

    Gisa Pauly; Sturmflut (Mamma Carlotta, Band 13)


    Danach, in loser Reihenfolge:

    Joyo Moyes - Mein Herz in zwei Welten

    Sophia von Dahlwitz; Das Licht zwischen den Zeit

    Daniel Speck; Bella Germania

    Corina Bomann; Die Frauen vom Löwenhof

    Cristina Caboni; Die Rosenfrauen

    Åsa Hellberg; Sommerfreundinnen

    Clare Swatman; Before you go - Jeder letzte Tag mit dir

    Nein, meine Haare bereiten nun (hoffentlich) jemand anderem ganz viel Freude.

    Ich lasse in dieser Hinsicht auch schon länger wachsen - doch, wie lange ich noch durchhalte? Manchmal nervt mich die Länge ganz schön. Wie lange ist Dein Spenden-Haarstrang? Für eine Kurzhaarfriseur kann ich mich nicht durchringen. Ich will wenigstens noch nen Stückchen länger als nen Longbob.


    Glückwunsch zum Hochzeitstag und :anbet für die Haarspende! :kiss

    Ich bin zufrieden. :)Nachwort und Danksagung lese ich noch.


    Danke Ulrike Renk für diesen zweiten Band. Ich glaube, Du hast alles richtig gemacht und die richtigen Worte gefunden Ruths Geschichte zu erzählen.


    Positiv möchte ich hervorheben, dass Ruth immer wieder Hilfsbereitschaft begegnet und damit auch etwas Seelentrost bekommt. Mr Sanderson interessiert sich zwar nur wenig für Politik, doch immerhin ausreichend, um ein jüdisches Mädchen zu sich als Haushaltshilfe zu holen und damit auch zu wissen, dass man ihr Freiheit zurückgibt. Auch wenn sie dort sehr hart und viel arbeiten muss und Mrs. Sanderson eine sehr schwierige Frau ist, gleicht Mr. Sanderson etwas durch sein Wesen aus. Ich wünsche Mr. Sanderson eine nettere Frau als Olivia. Es ist schön, wie er auf die vielen Koffer reagiert und eine Lösung findet, wie er seine Frau in die Schranken weist, dass die Koffer nur Ruth etwas angehen. Auch sehr gut, dass Ruth am Ankunftstag ihre Mutter anrufen darf.


    Die kleine Jill tut natürlich auch Ruth gut. Ein kleines Mädchen was nur feststellt, sie ist lieb und nett zu mir, aber nicht Sprache, Ausdruck beurteilt. Dies ist in Gastfamilien immer eine Hilfe.


    Mich überrascht, dass keine Briefe von Ilse oder den Aretz bei Ruth eintreffen.


    Die Begegnung mit Edith Nebel ist bestimmt manchem zu viel Zufall, mir nicht, denn es gibt immer mal wieder diese glücklichen Umstände und unglaublichen Zufälle. Ruths Beharrlichkeit auf den letzten Buchseiten um die Stempel zu bekommen, ist vielleicht auch ihrer Jugend zu verdanken. Nicht aufgeben zu können, was richtig ist und das Äußerste anzudrohen. Wenn sie ihren Vater nach Dachau verlegen, verliert sie ihn wahrscheinlich und Martha wird daran zerbrechen. All die Energie, die sie überraschend mobilisiert hat vor Ruths Abreise, würde sie in Depression und Hoffnungslosigkeit führen, sich mit dem Schicksal fügen. Ruth muss mit allen Mitteln kämpfen und es ist schlimm, dass Anträge wochenlang unbeachtet in Ablagen schlummerten.


    Ich freue mich auf Band drei und hoffe auf ein gutes und baldiges Ankommen von Ilse, Martha und Karl. Wie wird es weitergehen?


    S. 464/Mitte der Seite – einige von ihnen engstirnige Geizhals – nicht Plural Geizhälse?

    Ruth hat die Zusage für England bekommen. Martha, die gute Martha, überrascht. Sie wirft ihrer Tochter keine Knüppel zwischen die Beine, appelliert nicht, dass sie doch nicht allein gehen kann und zuhause gebraucht wird, sondern entwickelt Energie und Tatendrang. Sie wäscht, bleicht und bügelt die „gute“ Wäsche, um diese als Aussteuer Ruth mit nach England zu geben. Für andere fast 18-jährige stand die Verlobung damals schließlich schon ins Haus.


    Eine schöne Geste, dass Martha ihrer Tochter die beiden lieben Ringe mitgibt. Ich habe die gleiche Ringgröße wie meine Mutter und so haben Jungmädchenringe von ihr auch schon einmal unter meinem Kopfkissen vor 25 Jahren als Trost gelegen. Meine Mutter fühlte sich für den Ring, den sie als 16-jährige bekam, zu alt und freut sich, wenn sie sah, dass ich ihn trage. Ist dann auch besser so.


    Die Kofferanzahl elf wirkt natürlich erschreckend und es ist auch wirklich eine Herausforderung diese und ein Fahrrad einer 17-jährigen als Gepäck mitzugeben. In England wird sie vlt. kein eigenes Zimmer haben und dann diese Menge Gepäck. Zumindest ist England ein guter Ort für die Zwischenlagerung. Werden wir noch erfahren wie Ruths erste Fahrversuche bei Linksverkehr sind?


    Da mein Vater sich bisher weigert den Fluchtkoffer seiner Großmutter wegzugeben und ich die Köfferchengröße kenne, habe ich den zum einen von der Größe her vor Augen, andererseits hatte ich mir bei Schuhmusterkoffern große Exemplare vorgestellt, in die viele Halbschuhpaare passen. Da Ruth aber drei mit dem Fahrrad zum Auto transportieren kann, müssen es kleinere sein.


    Hans Aretz ist ein so großer Schatz. Da bittet er die niederländische Freundin doch per Kabel in Ruths Abteil zu steigen und sie bis zum Zugfahrtziel zu begleiten. Ich hatte vorher schon fast gedacht, ob er wohl Helmuth sie begleiten lässt. Diese Lösung war sogar noch besser, Ruth hat eine fremde Person getroffen, die daran gedacht hat die beiden Fotos mitzunehmen, die Ruth Vertrauen geben und die ihr dann auf der weiteren Zugfahrt versucht hat unbeschwerteren Schlaf zu ermöglichen. Hätte jemand ihr bekanntes Ruth bei der Ausreise begleitet, hätten diese vor Aufregung geschwiegen, gezittert oder es wäre womöglich ein unbedachtes Wort gefallen. So musste Ruth, so hart es war, allein die Kontrolle an der Grenze überstehen. Ich habe mitgelitten.


    Wir wissen mit unserem heutigen Wissen, was die Abschiede bedeutet haben und Ruth ahnt es zumindest bei den Großelternteilen. Ich hoffe, Ulrike Renk wird uns nach dem dritten Roman zumindest sagen können, wie es mit dem Kontakt der Familie Aretz und Meyer sich entwickelt hat.


    Ich wünsche Ruth eine nette und freundliche englische Familie, ein behütetes neues Zuhause und sich rasch öffnende Türen und Ohren für ihr Anliegen, die Familie nachzuholen, den Vater aus der U-Haft zu befreien. Er reagiert glücklicherweise auch richtig, wenn ihm die Vorstellung, dass sein kleines Mädchen nun für die Familienausreise kämpfen muss, auch schmerzt. Hedwig an Marthas Seite und die Aretz sind schon etwas Gutes. Auch wenn Ruth gelingen sollte ihre Eltern und Ilse nachzuholen, gelingt es ihr auch für Vaters Schwester Hedwig und Hans?


    Leider kommt jetzt nur noch ein Leseabschnitt und dann heißt es geduldiges Warten auf den Abschlussband.

    Mist! Karl wurde verhaftet, etwas was damals andauernd passierte. Häufig auch grundlos, in der Zeit war die "Rasse" Jude als Grund ausreichend. In diesem Fall allerdings, wurde der empfohlene Schmuggler erwischt, dem Karl zum ersten Mal Silberbesteck und Bargeld mitgegeben hat. Dieser hatte Wertsachen diversen Juden und sie daher mit in Klarschrift geschriebenen Zetteln dem Besitzer zugeordnet. Warum trug Karl bei seiner Verhaftung Anzug mit Weste, Krawatte und das nachts in seinem Zuhause? Wollte er noch einmal weg? Drehte er noch andere heimliche Geschäfte? Kann mir nicht vorstellen, dass die abholenden Beamten ihm Zeit gaben um sich so gewissenhaft anzuziehen.


    Meine Großeltern, gewerkschaftlich aktive Christen wurden ja sogar damals mehrfach in Schutzhaft mehrtägig genommen…


    Martha ist sehr labil, schon mehrfach befürchtete ich, dass sie sich etwas antut oder einen Fehler begeht, damit sie verhaftet, gequält wird und ihrem Leiden ein Ende gesetzt wird. Sie hat wenig Hoffnung, ist niedergeschlagen und ohne Antrieb. Ihr fehlt Stärke und Kraft und Überlebenswille. Sie ist psychisch abgegriffen.


    Warum meldet sich Hans Vater aus Palästina nicht?

    Zitat

    WAS IST BESITZ, WENN MAN NICHT MEHR LEBEN DARF?


    Das gute Ehepaar Aretz, Hans, wie er Sofie und Walter unbedingt zum Bahnhof bringen will. Josefine, die zu ihren Verwandten im Saum eingenäht und zwischen Schmutzwäsche Verstecktes schmuggelt. Dinge, die man hofft mal zu Geld machen zu können/ müssen – die Möglichkeit zu haben, wobei ich bezweifele, dass Meyers die Zeit/ Sicherheit haben, diese Dinge zu sich zu holen. Auch in den NL werden Juden bald verfolgt.


    Was wird wohl Ruth aus den Stoffresten an Chanukkageschenken herstellen?


    Das Ehepaar Gombetz hat eine große Wohnung gemietet, so dass nun auch noch Tante und Cousin die Mansarden vom früheren Personal beziehen können. Vom Vermieter gibt es zumindest keine Repressalien, dass Whg. trotz Mietvorauszahlung bis Kdg-Frist unbewohnt zu sein,, sondern von befreundeten Juden genutzt wird.

    Manchmal fände ich hilfreich, wenn beim Personenregister die Geburtsjahre genannt wären. Dann wüsste ich wie alt Aretz Kinder sind.


    Wie viele kommen zum geheimen Treffen beim Tennisplatz? Die Geheimschrift ist für diese Sache sehr gut. Hoffentlich kommt kein Brief in falsche Hände!


    Helmuth ist toll! England könnte für Ruth die Rettung sein.


    Glaube nicht, dass Familie Meyer von den in die NL geschmuggelten Sachen etwas ins neue Leben mitnehmen können, schon gar nicht bei überstürzter Flucht. Hauptsache, gesichert vor den Braunen.


    Ein Glück, dass Meyers nicht zuhause waren, als ihr Haus wurde. Perfide, aufräumen um die Taten der NSDAP unsichtbar zu machen. 20% Entschädigungssumme von ihrem Vermögen haben sie zu entrichten.


    Es fällt schwer, beim Lesen eine Pause einzulegen.

    Gelesen im Juli:

    Dani Atkins; Sieben Tage voller Wunder

    Dora Heldt; Drei Frauen am See


    Aktuell:

    Ulrike Renk - Zeit aus Glas; Leserunde


    Danach, in loser Reihenfolge:

    Joyo Moyes - Mein Herz in zwei Welten

    Sophia von Dahlwitz; Das Licht zwischen den Zeit

    Daniel Speck; Bella Germania

    Corina Bomann; Die Frauen vom Löwenhof

    Cristina Caboni; Die Rosenfrauen

    Åsa Hellberg; Sommerfreundinnen

    Clare Swatman; Before you go - Jeder letzte Tag mit dir

    Was ist etwas Gutes an dieser Familiengeschichte? Als Glück bezeichne ich, dass Ulrike Renk die Tagebücher einer jungen Jüdin für ihr Buch als Faden nehmen kann, die überlebt hat und ein noch größeres Glück ein hohes Alter erreicht hat. Keiner konnte ihr die düsteren Kapitel ihres Lebens nehmen, die Angst vor dem nächsten Tag. Hoffnung haben, wenn etwas hoffnungslos scheint, doch folgten in der neuen Heimat noch sehr viele gute und glückliche Jahre. Wenn man das Buch mit diesem Gefühl liest, tröstet es mich ein wenig.


    Bevor ich „Zeit aus Glas“ anfing zu lesen, habe ich in „Jahre aus Seide“ noch einmal die beiden letzten Kapitel gelesen. Das wäre nicht erforderlich gewesen, denn die Autorin holt einen gut in den zweiten Band hinein. Sie hat mich emotional gleich wieder mit Ruths Familiengeschichte gepackt. Die Augen wurden im ersten Abschnitt gut befeuchtet.


    Grausame Bilder zeigen sich im Zuhause, eine Zerstörungswut die nicht viel übersehen hat, glücklicherweise aber das Versteck vor dem Dachboden, Ilses Kleiderschrank und vielleicht auch noch anderes, was wir im Laufe der nächsten Kapitel gemeinsam mit der Familie wiederentdecken werden. Überraschend für mich, wie die Schuhmusterkoffer nicht entdeckt und zerstört worden sind. Schuhe stehen für Schritte – Schritte in eine Zukunft zu setzen auf neuen Schuhsohlen – von daher ein schönes Sinnbild.


    Entsetzlich wie man die Gemälde der Ahnen zerstört hat, ihnen in Augen, Mund und Herz gestochen hat. „Wir wollen Euch nicht sehen, wir wollen Euch nicht hören, Eure Gefühle interessieren uns nicht. Wir nehmen Euch alle Würde, zerstören jeden einzelnen, nehmen ihm die Sicht, verbieten ihm das Wort und stechen Euch ins Herz, töten Euch.“


    Und dann das eilig beschlossene Gesetz! Juden haben finanziell den Schaden allein zu tragen, innerhalb von zwei Wochen haben Hauseigentümer für den Urzustand der Fassade/ Außenansicht zu sorgen. Wo sollen die Glasscheiben und Fenster so schnell herkommen? Nicht jeder Handwerker wird auch an Juden liefern wollen! Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen!


    Meyers Glück ist Familie Aretz und das Ehepaar Gompetz. Ich hoffe, die Gompetz dürfen tatsächlich in drei Wochen immigrieren. Wenn da man nichts noch schief geht. Sie wohnen zur Miete und ich finde erschreckend, dass ihr Vermieter noch für weitere acht Monate Miete verlangt. Wenn Gompetz weg sind, wollte er bestimmt deren Wohnung auch gleich wieder weitervermieten, doppelte Miete kassieren. Ob der Vermieter einverstanden ist, dass Meyers dort einziehen, eine jüdische Familie mit zwei Töchtern?


    Hans und Josefine Aretz – gleichberechtigte Ehepartner und Seelen. Ich male mir aus, dass diese hoffentlich ihr Leben lang noch Kontakt zu Meyers hatten und so erfahren haben, wie sie in der neuen Heimat wieder richtig lachen und die Freiheit erleben konnten. Jetzt im Moment sind sie das Beste, was Meyers widerfahren kann. Wenn ein Zugriff erfolgt, sind die Töchter und Eltern nachts getrennt. Aretz sind starke Persönlichkeiten, sie geben Ilse und Ruth Halt und Stärke und in ihrem Zuhause, was die Schwestern von Besuchen gut kennen, ein Quartier zum Wohnen, was diese aus den Zeiten vor der Kristallnacht aus Friedenszeiten lange schon kennen.


    Ich freu mich aufs Weiterlesen dieser mich bewegenen Fortsetzung.



    S.47, sollte er nicht besser heißen im vorletzten Absatz statt „er hat immer seine in den Pension vergessen“, in der Pension/ in den Pensionen.