Beiträge von LeseBär

    Auch ich habe nun den ersten Abschnitt beendet. Es hat ein bisschen länger gedauert, was aber definitiv nicht am Buch lag. Anfangs hatte ich Bedenken, dass das Buch zu romantisch werden könnte, das hätte ich im Moment nicht lesen wollen. Aber so wie es ist, gefällt es mir bisher gut.


    Was mir insbesondere gefällt, ist die Theateratmosphäre, die in der Geschichte mitschwingt. Die Idee des Intermezzos finde ich dabei absolut gelungen. Klar, wie Lese-rina schon schrieb, ist es nicht zwingend notwendig, aber um den Theater-Eindruck zu untermauern finde ich es klasse.

    Wie seht ihr denn Emilia?

    So einfach die Frage ist, so schwierig ist sie zu beantworten, scheint mir. Emilia ist außergewöhnlich, ohne Zweifel. Sie ist im realen Leben maximal schüchtern, blüht in ihrer (sicheren) Theater-Umgebung aber auf. Und sie tut mir ausgesprochen leid. Ich kann nicht verstehen, wie Eltern (hier liegt die Verantwortung ja nicht nur bei der Mutter allein) ihren Kindern nicht zumindest ein kleines bisschen Lebensfähigkeit vermitteln können. Man hätte Emilias Eigenständigkeit in Bezug auf eine eigene Wohnung oder auch nur die Selbstverwaltung ihrer finanziellen Mittel schon viel eher fördern/fordern/forcieren müssen. Und ich finde es äußerst ungewöhnlich, dass die Mutter Emilia nun so "mir nichts, dir nichts" aus ihrem Leben wirft. Da spielt die eigene, seltsame Anwandlung (Hugo) sicher eine große Rolle.


    Die Mutter macht auf mich tatsächlich nicht den Eindruck einer Glucke, die Emilia von vorne bis hinten bemuttert. So ganz will die Mutter-Tochter-Beziehung hier nicht passen, was die Abhängigkeit von einander anbelangt.


    Mit Emilias Tagebucheinträgen habe ich mich anfangs, ehrlich gesagt, ein wenig schwer getan. Das liegt weniger daran, was sie schreibt, sondern wie sie schreibt. Ihre Ausdrucksweise ist für mich doch recht gewöhnungsbedürftig, untermauert aber das Bild, das ich von ihr gewonnen habe. Ihre Verhaltensweise ist eher kindlich, sie flüchtet sich auch in eine imaginäre Traumwelt (Antoine als Ansprechpartner in ihrem Tagebuch, der Plüschteddy, der sich ihre Probleme anhören darf). Ich bin sehr, sehr gespannt, wie sie im Verlauf der Geschichte nach und nach aus ihrem Schneckenhaus ausbricht und selbständiger/selbstbewusster wird (das stelle ich mir zum aktuellen Zeitpunkt jedenfalls so vor). Und wie Antoine (der reale) ihr dabei helfen mag.


    Antoine ist auch so eine Sache für sich. Ein waschechter Casanova mit Bindungsangst, würd ich sagen. Schubert mag mit seiner Einschätzung schon richtig liegen, wahrscheinlich wurde er von einer Frau schon einmal sehr enttäuscht. Emilia ist so viel anders als die Frauen, die ihn begehren (gerade das tut Emilia ja offensichtlich nicht ), so wundert es mich nicht, dass er sich auf eigentümliche Art zu ihr hingezogen fühlt. Vor allem, da sie ihm für seine Arbeit eine so wichtige Stütze ist - als Star-Schaupieler hätte er an einem anderen Theater ohne Emilia wahrscheinlich keine Chance, groß rauszukommen. Was eine mögliche Liebesbeziehung zwischen den beiden anbelangt, bin ich ganz bei Lese-rina:

    Für mich sollten beiden Partner ungefähr auf einer Ebene sein, um sich ebenbürtig zu sein. Auch wenn Emilia durchaus ihre Stärken hat (gerade im Beruf), sehe ich diese gleiche Augenhöhe hier überhaupt nicht.

    Dennoch halte ich es für möglich, dass sich beide gegenseitig stützen können und der eine etwas von dem anderen lernt. Ob diese Beziehung dann lebenslang Bestand hat, wird der Leser sowieso nicht erfahren. :chen Aber - und das ist doch ein vordergründiger Anspruch an die Geschichte - träumen darf erlaubt sein.


    Emilia muss man nehmen (und ins Herz schließen), wie sie ist. Ich bin gespannt, wie sie die ihr gestellten Herausforderungen mit Umzug und Start in einen neuen Lebensabschnitt auf den folgenden Seiten meistert...

    Schon eine ganze Weile beobachtete die Bäckereifachverkäuferin die Kundin, die in der Abteilung nebenan die Artikel untersuchte. Zuerst hatte sie sie nur im Augenwinkel wahrgenommen, was dann allerdings dazu führte, dass sie den Kopf drehte, um das bunte Wesen zu mustern, das von den Büchern zu den Schreibwaren gewackelt war. Der Anblick ließ sie nicht mehr los; verträumt lächelte sie.


    Er ist wieder unterwegs und schleicht durch die Wälder, hat seinen Unterschlupf verlassen und schnürt durchs Gehölz, niemand wird ihn hören, niemand wird ihn sehen. Eine gelbfabene Trägheit liegt in der Luft, selbst im Schatten der Bäume spürt er die Wärme des Tages, der Sommer ist mit Macht ins Land gekommen. Die Lindenblüten verbreiten ihren Duft und die Wintergerste auf den Feldern drübern bei Markowsken.


    Und ab heute lese ich ja auch bei der Leserunde zu "Emilia und das Flüstern von Liebe" mit. :-]


    Kurzbeschreibung lt. amazon.de:51JE2GEsO%2BL.jpg

    Eine verträumte Protagonistin wie in "Die fabelhafte Welt der Amelie", eine umwälzende Veränderung der Lebensumstände, ein Traummann, der in Wahrheit gar keiner ist. "Emilia und das Flüstern von Liebe" ist ein Roman der leisen Töne und der tief ausgeloteten Emotionen.

    Theatersouffleuse Emilia Canotti lebt am liebsten unbemerkt. Deshalb liebt sie ihre Arbeit, die es ihr erlaubt, sich vor der Welt im Souffleurkasten zu verstecken. So kommt es, dass nicht einmal die Schauspieler sie kennen, deren professionelle Stütze sie doch ist. Doch dann dreht sich Emilias Leben plötzlich auf den Kopf. Sie muss aus ihrer gewohnten Umgebung heraus, als das für ein Eigenheim gehaltene Haus vom Vermieter gekündigt wird und ihre Mutter in eine Seniorenresidenz zieht. Von heute auf morgen soll Emilia ihr Leben allein in den Griff bekommen. In dieser unsicheren Lebenssituation ist sie ausgerechnet auf die Hilfe des Schauspielers Antoine angewiesen, von dem doch alle im Theater wissen, dass er ein skrupelloser Frauenheld ist, und den Emilia verachtet. Dabei verkörpert er auf der Bühne das Idealbild eines Mannes. Bald fragt sie sich, wo er mehr schauspielert - im Theater oder im realen Leben?

    Erste Leserstimmen:

    „Ein Roman der leisen Töne und der tief ausgeloteten Emotionen“

    „Ein Buch aus einem Guss“


    Irgendwie ist das bei mir im Moment etwas chaotisch mit dem Lesen... die letzten beiden angefangenen Bücher habe ich noch nicht abgeschlossen, irgendwie hatte ich mehr Lust auf Krimi und habe daher den vieren Band der Gereon Rath-Reihe angefangen (der war gerade in der Onleihe verfügbar, da musste ich zuschlagen... ;))


    Kurzbeschreibung lt. amazon.de:51Wj-p5WCFL._SX327_BO1,204,203,200_.jpg

    »Ein fabelhafter Krimi, dessen Spannung sich neben der politischen Düsternis aufbaut« Die Literarische Welt

    Juli 1932, die Berliner Polizei steht vor einem Rätsel: Ein Mann liegt tot im Lastenaufzug von »Haus Vaterland«, dem legendären Vergnügungstempel am Potsdamer Platz, und alles deutet darauf hin, dass er dort ertrunken ist. Kommissar Gereon Rath hat schon genug Ärger. Seine Ermittlungen gegen einen mysteriösen Auftragsmörder treten seit Wochen auf der Stelle, seine große Liebe Charlotte Ritter fängt als Kommissaranwärterin am Alex an – ausgerechnet in der Mordkommission. Und der Tote vom Potsdamer Platz scheint Teil einer Mordserie zu sein, deren Spur weit nach Osten führt.

    »Großartig recherchiert und packend bis zum Ende!« NDR»Historisches Kopfkino vom Feinsten« Heilbronner Stimme