Beiträge von Murmelito

    ASIN/ISBN: 3937834761

    Produktinformation

    • Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
    • Verlag: Berenberg Verlag GmbH; Auflage: 1 (4. März 2015)
    • Sprache: Deutsch


    Klappentext:

    Vom Fuchs besessen, und das auch noch in Japan! Klarer Fall für Neurologen mit geschärftem Sinn für Menschen - vorzugsweise Frauen - neben der Spur. Dr. Shimamura (den es wirklich gab) reist in der Abendröte des 19. Jahrhunderts durch die Provinz, wo das burleske Krankheitsbild zur Folklore gehört. Ein liebestoller Student begleitet ihn, geht aber bald verloren, dafür fängt der Doktor sich selbst einen Fuchs ein (den es vielleicht auch gab). Da hilft nur noch Europa, und so flieht Shimamura auf Bildungsurlaub gen Westen, besteht neurologisch aufschlussreiche Abenteuer in Paris, Berlin und Wien. Allein, der Fuchs lässt ihn nicht los - auch nicht Jahrzehnte später zurück in Japan, wo sich dieses seltsame Leben, beäugt von allerhand weiblichem Familienanhang, seinem Ende zuneigt. Und so bleibt der Fuchs der unsichtbare Protagonist dieses zauberhaft fernöstlich getönten Gegenwartsromans.


    Über Christine Wunnicke - aus wikipedia:

    Christine Wunnicke (* 1966 in München) ist eine deutsche Schriftstellerin und Übersetzerin.

    Leben

    Wunnicke studierte in Berlin und Glasgow Linguistik, Altgermanistik und Psychologie. Seit 1991 arbeitet sie als freie Autorin für Hörfunksender und veröffentlichte Radiofeatures und Hörspiele. Neben einer Biografie über den Kastraten Filippo Balatri erschienen eine Reihe von Romanen und eine Novelle. Wunnicke lebt in München.


    Inhaltliche Schwerpunkte

    Unter Christine Wunnickes Figuren finden sich ein schottischer Rockmusiker, die zwei Filmpioniere Selig und Boggs und der japanische Nervenarzt Shimamura. Ihre Figuren sind oftmals „nicht nur exzentrisch und mit einer jeweils sehr besonderen Obsession gesegnet, sondern auch historisch verbürgt“, entwickeln jedoch in den Büchern ein Eigenleben.[1] Es sind, wie die Autorin selbst feststellt, „zerfallende Personen, fragmentierte Figuren“.[2] Immer wieder beschreibt sie „Zwischenzustände, Grenzüberschreitungen, zweifelhafte Identitäten, Doppelgänger.“[2]


    Meine Meinung:

    Ein interessantes Buch, manchmal zäh zu lesen, manchmal anstrengend. Es geht um einen japanischen Neurologen, der in Japan über Fuchsgeister forscht, um Neurosen und Hysterie. Er lebt in erstickender Nähe von 4 Frauen auf einem schmalen Grad zwischen Normalität und Wahnsinn. In seiner Jugend verbrachte er eine Zeit in Europa zu Forschungszwecken.

    Bei seiner Forschung über Fuchsgeister wird er von einem Assistenten begleitet, der sich in amouröse Abenteuer verstrickt und stirbt. Sein Tod – Unfall oder Mord – wird später auf eine überraschende Wendung aufgeklärt am Ende des Buches.


    Das Buch ist skurril, poetisch und fein formuliert, teilweise mühsam durch langwierige medizinische Passagen. Es gibt einen schönen Eindruck in japanische Sitten und Kultur.


    Zitate:

    S. 11" Auch hielt sie die vier Frauen nicht von Dr. Shimamura fern. Sie rumorten, während er neben seinem Schreibtisch im Rattansessel saß und auf das Fenster blickte, an vier verschiedenen Stellen im Haus, und bald würden drei von ihnen durch die Tür hereinkommen, um nach ihm zu sehen. Hanako und Yukiko waren beide schon weit über achtzig. Hanako war, wie ihr Sohn, asthenisch und lang. Yukiko, eine weiche Kugel, kam gelassener durch den Tag. In seinen Träumen verschmolzen sie oft zu einer einzigen Muttergestalt, die sich abwechselnd dehnte und ballte..."


    S. 46 "Ein Leben, fand Hanako, zumal das eines gebildeten Mannes und insbesondere das ihres Sohnes, sollte unter einem einfachen Motto stehen. Dieses Motto, so hatte sie nach langen Überlegungen und nach der Lektüre sehr vieler Romane herausbekommen, musste in gewisser Weise edel, in gewisser Weise auch verzweiflungsvoll sein. .."


    S. 56" Die ägyptischen Zigaretten waren aufgeraucht. Die zwei japanischen Romane, die ihm die unfreundliche Fremde, mit der er verheiratet war, ohne ein Lächeln mit auf den Weg gegeben hatte, waren ausgelesen, vergessen und verloren..."



    Ein schönes, bezauberndes und leichtfüßiges Buch in einer etwas altertümlichen Sprache. Es geht um einen Monat, April, in Italien, der einige Menschen, die dort Urlaub machen, verwandelt, der seinen südländischen, duftenden Zauber über alle ergießt und sie mit Liebe und Lebensfreude durchdringt. Es geht um Beziehungen, um Verflechtungen, um Konventionen, die wie starre Mauern allmählich sonnentrunken bröckeln und die Menschen zu sich selbst kommen lassen, fernab von allem Steifen und Wesensfremden, hin zu ihrer Sehnsucht.


    Mit feinem Humor gewürzt, manchmal zog es sich etwas, man musste sehr konzentriert lesen, aber ich kann es sehr empfehlen.


    Hier ein paar nette Zitate zum Schmunzeln:

    Seite 13: "Danach schaute sie Mrs. Arbuthnot mit einem Kettenhundblick an. "Dieses arme Geschöpf, dachte Mrs. Arbuthnot, deren Leben aus Helfen und Trösten bestand, "braucht Rat".


    Seite 21: "Und Frederick, einst ihr heißgeliebter Bräutigam, ihr angebeteter junger Ehemann, war an die zweite Stelle direkt hinter Gott auf die Liste ihrer Pflichten und Verzichte gerückt. Da schwebte er, an zweitwichtigster Stelle, etwas Lebloses, bis zum Weißbluten ausgepreßt durch ihre Gebete".


    Seite 195: "Ja, Mellersh liebkoste sie sogar. ...doch der Einfluß von San Salvatores auf ihn war, wie Lotty vermutete, so groß, daß er sie in der zweiten Woche manchmal an beiden Ohren zog, eins nach dem anderen, statt bloß an einem und Lotty, die sich über solche rasch zunehmende Zärtlichkeit wunderte, fragte sich, was er, sollte es bei dieser Geschwindigkeit bleiben, in der dritten Woche machen würde, da ihr Vorrat an Ohren erschöpft war".

    Danke Leserina für Deine netten Worte. Ich probiere gerne und viel aus, da lerne ich immer am meisten. Klar, wenn man absolut überhaupt keine Zeit hat, bringt so eine Challenge natürlich nichts. Dann ist es unnötiger Stress. Aber ich hatte Zeit.


    Und ich denke auch, dass man öfter mal andere Dinge außerhalb der Komfortzone probieren sollte, jeder so, wie er mag. Das geht mir so beim Wandern (völllig off-topic :)), erst war ich völlig unsportlich und jetzt bin ich weiterhin unsportlich, aber kann schon 14 km durchhalten :freude

    Danke für Deine Anregung, dann gucke ich mal über Suchen oben, ob ich die entsprechenden Bücherthreads finde, vermutlich am Wochenende, da habe ich mehr Zeit.


    Lg, Nina

    Danke für Dein Feedback Sidonie. Ich denke, es ist vielleicht ein bisschen so, wie Schriftsteller schreiben: manche schreiben dann, wenn sie inspiriert sind, manche schreiben täglich vielleicht 4 Stunden - da gibt es auch beim Lesen viele Varianten. Das Lesen von 200 Seiten stresst mich nicht so, wenn es reine Unterhaltungsliteratur ist, der Stress ist mehr der Anspruch, eine Zeitlang das täglich zu machen.


    Ich denke, es gibt Situationen, wo man einfach in bestimmter Zeit eine Anzahl Bücher gelesen haben muss, z.B. in Verlagen, im Studium etc. Das ist dann nicht das reine Genusslesen, sondern auch etwas Pflicht und Disziplin, etwas Abarbeiten. Das ist natürlich nicht das Lesen, was man in seiner Freizeit macht. Ich fand es trotzdem interessant, weil ich manchmal lieber gerne Dinge selbst spüre, um mir eine Meinung zu bilden, weil ich dann mehr daraus lerne, als wenn ich mir mit dem Verstand vordenke, wie eine bestimmte Situation oder Herausforderung sein wird. Wie gesagt: wäre die Wahl meiner Bücher anders gewesen, wäre es weniger anspruchsvoll gewesen.


    Lg, Nina

    Im Juli 2020 gelesen:

    1. Kobo Abe: die Frau in den Dünen

    2. Patricia Highsmith: Der Schneckenforscher

    3. Celeste Ng: Was ich Euch nicht...

    4. Donna Douglas: Die Nightingale-Schwestern Bd. 5

    5. Donna Douglas: Die Nightingale-Schwestern Bd. 6

    6. Hideo Okuda: die japanische Couch

    7. Hideo Okuda: die seltsamen Methoden..

    8. Kawakami: Herr Nakano und die Frauen

    9. Claus Mikosch: der kleine Buddha und die Sache mit der Liebe

    10. Poschmann: die Kieferninseln

    11. Nancy Atherton: Tante Dimity und das geheimnisvolle Erbe

    12. Elizabeth Arnim: Verzauberter April

    13. Christine Wunnnicke: Dr. Shimamura

    14. Goethe: Die Leiden des jungen Werther

    15. Amélie Nothomb: der Professor

    16. Mercè Rodoreda: Der Garten über dem Meer - nach Hälfte abgebrochen

    17. Bruggen: Das Märchen vom Tod


    Derzeit lese ich:

    Donna Douglas: Die Nightingale-Schwestern Bd. 7

    Alexander Pechmann: Das Haus des Bücherdiebs


    Die nächsten 5 Buch in loser Reihenfolge:

    1, Wayne Dyer: Ändere deine Gedanken

    2. Manuel Schoch: Das Tao des Glücks

    3. Louise Hay: Dankbarkeit erfüllt mein Leben

    4. Anthony Doerr: Der Muschelsammler

    5. Donna Douglas: Nightingale-Schwestern Bd. 8


    Danke schön chroi und streifi


    dann übe ich mal. - AH es hat geklappt :frech:wave


    ASIN/ISBN: 3833310545


    Mercè Rodoreda: Der Garten über dem Meer

    Ein Landgut in Spanien - ein Gärtner und Personal, die es in Stand halten und dann für ein paar Monate im Jahr fallen dann die Besitzer mit diversen Freunden über das Landgut her, verwüsten es in wilden Parties, ergehen sich in verschiedenartigen amourösen Konstellationen und Betrügereien, malen, langweilen sich, schwimmen. Und dann sind sie wieder weg und Ruhe kehrt ein. Das Ganze wird von dem Gärtner beschrieben, Schilderungen über die Bewohner, Gäste, über Fremdgehen, Todesfälle etc.


    Ich habe es nach der Hälfte abgebrochen, es war mir einfach zu langweilig.

    Folgende Bücher möchte ich lesen vom 26.07. - 01.08.20

    1. Elizabeth von Arnim: Verzauberter April: 266 Seiten - gelesen

    2. Marie-Claire van der Bruggen: Das Märchen vom Tod: 72 Seiten - gelesen

    3. Johann Wolfgang Goethe: Die Leiden des jungen Werther: 118 Seiten - gelesen

    4. Christine Wunnicke: Der Fuchs und Dr. Shimamura: 137 Seiten - gelesen

    5. Hideo Okuda: Die seltsamen Methoden des Dr. Irabu: 231 Seiten - gelesen

    6. Amélie Nothomb: Der Professor:188 Seiten- gelesen

    7. Mercè Rodoreda: Der Garten über dem Meer: 230 Seiten - halb gelesen, abgebrochen


    7. Mercè Rodoreda: Der Garten über dem Meer

    Ein Landgut in Spanien - ein Gärtner und Personal, die es in Stand halten und dann für ein paar Monate im Jahr fallen dann die Besitzer mit diversen Freunden über das Landgut her, verwüsten es in wilden Parties, ergehen sich in verschiedenartigen amourösen Konstellationen und Betrügereien, malen, langweilen sich, schwimmen. Und dann sind sie wieder weg und Ruhe kehrt ein. Das Ganze wird von dem Gärtner beschrieben, Schilderungen über die Bewohner, Gäste, über Fremdgehen, Todesfälle etc.

    Ich habe es nach der Hälfte abgebrochen, es war mir einfach zu langweilig.


    So, ich habe die 7 Tage hinter mir, ein paar schöne Bücher waren dabei. Wäre es leichte Kost gewesen, dann wäre es leichter gewesen, ein Buch täglich zu lesen. Da es überwiegend anspruchsvollere Texte waren, fand ich es nicht so leicht. Daher würde ich es nicht nochmals machen, aber es war eine interessante Erfahrung, besonders auch, täglich dann etwas über das Buch zu schreiben.

    Hallo Booklooker,


    wie ja schon geschrieben: es ist ein Experiment, ich wollte mal sehen, wie es ist, aber als Fazit kann ich schon mal sagen, dass es zwar mal eine Erfahrung war, aber nicht empfehlenswert ist.


    Natürlich ist es machbar - manchmal aber etwas schwierig - aber nicht wünschenswert, das regelmäßig zu machen, zu sehr fühlt man den Zwang, fertig zu werden und es zu schaffen.

    6. Goethe: die Leiden des jungen Werther

    Ein Klassiker, der in seinem Gefühlsüberschwang, seiner tränenreichen Exaltiertheit sehr fremd ist und nicht leicht zu lesen war. Doch ist natürlich das Grundthema: die unerfüllte Liebe, der Schmerz durch Leiden und Sehnsucht zeitlos. Es war sehr bedrückend zu lesen, wie Werther von seiner anfänglich beschwingten Schwärmerei für Lotte in eine Raserei der Leidenschaft verfiel, dem Wahnsinne nahe - oder schon dem Wahnsinn verfallen? Und wie er dann mit ruhiger Abgeklärtheit seine letzten Dinge regelt, sich verabschiedet. Und wie Lotte, die in überwiegend schwesterlicher Liebe seinen Liebeswahn nährt, dann doch feststellt, dass er ihr wohl teurer ist und seelenverwandter als ihr als verheirateter Frau lieb ist.


    Schmerzlich zu sehen, dass es keine Erfüllung geben konnte und dass manchmal der Schmerz zu groß ist, um damit weiterleben zu können.

    5. Amélie Nothomb: der Professor


    Ich liebe Bücher von Amélie Nothomb, sie kann einfach schreiben und man kann sich genüßlich in ihre Geschichten fallen und einweben lassen. Sie schreibt witzig, klug, pointiert und fein formuliert und ihre Bücher wirken nach, kratzen an die Oberfläche des Selbstverständlichen und bringen einem zum Nachdenken über die teilweise verborgenen moralischen Werte, die in uns schlummern.


    Ein altes Ehepaar, seit Schulzeiten zusammen, nun endlich in Rente, möchte seinen Lebensabend in stiller Abgeschiedenheit genießen, fernab vom Trubel der Welt, eingesponnen in trauliche Zweisamkeit. Sie finden ein passendes Haus, ziehen ein und zelebrieren wonnige Glückseligkeit, alles scheint perfekt bis….


    auf einmal sich der Nachbar vorstellt (Monsieur Bernadin, ein Kardiologe): ein schweigsamer, muffeliger und höchst merkwürdiger älterer Mann, der sich angewöhnt täglich von 16:00 – 18:00 Uhr aufzutauchen, um sich mit unverschämter Flegelhaftigkeit im Sessel zu lümmeln und zu schweigen. Das Ehepaar ist verblüfft, konsterniert, hilflos, quält sich mit zäher Konversation, ringt dem Griesman mühsam Wort um Wort aus seiner kommunikativen Verweigerung ab. Sie versuchen zaghaft und unbeholfen, sich abzugrenzen, ihm nicht aufzumachen, aber es nützt nichts, da der Nachbar auf Einlass besteht und sie beide (mehr noch der Mann) in Höflichkeit und Konventionen versklavt sind und sich nicht wehren können. Sie lernen die behinderte Frau kennen, mit der sie Mitleid empfinden, weil sie zusammen mit dem unfreundlichen Muffel zusammen vegetiert und allmählich bahnt sich eine Lösung an….


    Ich fand es interessant zu lesen, wie die moralischen Grundprinzipien, die man als wohlerzogener Mensch mitbekommen hat ausgehebelt werden durch jemanden, der sich einfach nicht um Konventionen schert und sich jeglicher Höflichkeit widersetzt. Was darf mal aus Egoismus für sich in Anspruch nehmen, wann kann ich aus Konventionen ausbrechen, inwieweit darf ich mich einmischen.


    Eine klare Empfehlung von mir.


    Zitate:


    S. 9: "Ich war Latein- und Griechischprofessor an einem Gymnasium. ..Trotzdem sehnte ich den Ruhestand herbei wie der Mystiker den Tod. Ich bemühe diesen Vergleich nicht umsonst. Juliette und ich haben immer nach der Befreiung von all dem gestrebt, was die Menschen aus dem Leben gemacht haben. Studien, Arbeit und selbst die bescheidensten Formen der Geselligkeit, das war uns alles schon zuviel“.


    S. 16“ Ich entrang ihm noch einige weitere elementare Auskünfte – ich musste sie ihm entringen, denn er antwortete so wenig wie möglich. Wenn ich nichts sagte, sagte er auch nichts. …Er verzog keine Miene. Ich fand, er sah aus wie ein trübsinniger Buddha. Geschwätzigkeit konnte man ihm jedenfalls nicht vorwerfen.


    S. 23“ Verblüfflung. Dieser Mann, so verblödet er mir vorkam, war Kardiologe. Das setzte ein schwieriges, beharrliches Studium voraus. In diesem Kopf steckte also Intelligenz“.


    S. 24“ Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich beim Zusammensein mit jemandem stumm blieb. Genauer gesagt, mit Juliette hatte ich das schon getan; zwischen uns war dies sogar die häufigste Form der Verständigung, denn wir hatten, seit wir sechs waren, genug Zeit gehabt, die Sprache hinter uns zu lassen. Aber dergleichen konnte ich im Umgang mit Monsieur Bernadin nicht erhoffen“.


    S. 37“ Dies musste einer der Gründe sein, warum seine Anwesenheit so lästig war. Hätte er ein zufriedenes Gesicht gehabt, so glaube ich nicht, dass sein Schweigen mich ebenso bedrückt hätte. Von der Stagnation in dieser fetten Verzweiflung ging etwas Zermürbendes aus“.

    Folgende Bücher möchte ich lesen vom 26.07. - 01.08.20

    1. Elizabeth von Arnim: Verzauberter April: 266 Seiten - gelesen

    2. Marie-Claire van der Bruggen: Das Märchen vom Tod: 72 Seiten - gelesen

    3. Johann Wolfgang Goethe: Die Leiden des jungen Werther: 118 Seiten - gelesen

    4. Christine Wunnicke: Der Fuchs und Dr. Shimamura: 137 Seiten - gelesen

    5. Hideo Okuda: Die seltsamen Methoden des Dr. Irabu: 231 Seiten - gelesen

    6. Amélie Nothomb: Der Professor:188 Seiten- gelesen

    7. Mercè Rodoreda: Der Garten über dem Meer: 230 Seiten


    3. Christine Wunnicke: Der Fuchs und Dr. Shimamura

    Ein interessantes Buch, manchmal zäh zu lesen, manchmal anstrengend. Es geht um einen japanischen Neurologen, der in Japan über Fuchsgeister forscht, um Neurosen und Hysterie. Er lebt in erstickender Nähe von 4 Frauen auf einem schmalen Grad zwischen Normalität und Wahnsinn. In seiner Jugend verbrachte er eine Zeit in Europa zu Forschungszwecken.


    Das Buch ist skurril, poetisch formuliert, teilweise mühsam durch langwierige medizinische Passagen.


    Zitate:

    S. 11" Auch hielt sie die vier Frauen nicht von Dr. Shimamura fern. Sie rumorten, während er neben seinem Schreibtisch im Rattansessel saß und auf das Fenster blickte, an vier verschiedenen Stellen im Haus, und bald würden drei von ihnen durch die Tür hereinkommen, um nach ihm zu sehen. Hanako und Yukiko waren beide schon weit über achtzig. Hanako war, wie ihr Sohn, asthenisch und lang. Yukiko, eine weiche Kugel, kam gelassener durch den Tag. In seinen Träumen verschmolzen sie oft zu einer einzigen Muttergestalt, die sich abwechselnd dehnte und ballte..."


    S. 46 "Ein Leben, fand Hanako, zumal das eines gebildeten Mannes und insbesondere das ihres Sohnes, sollte unter einem einfachen Motto stehen. Dieses Motto, so hatte sie nach langen Überlegungen und nach der Lektüre sehr vieler Romane herausbekommen, musste in gewisser Weise edel, in gewisser Weise auch verzweiflungsvoll sein. .."


    S. 56" Die ägyptischen Zigaretten waren aufgeraucht. Die zwei japanischen Romane, die ihm die unfreundliche Fremde, mit der er verheiratet war, ohne ein Lächeln mit auf den Weg gegeben hatte, waren ausgelesen, vergessen und verloren..."


    4. Hideo Okuda: Die seltsamen Methoden des Dr. Irabu - Erzählungen

    Okuda hat einige Erzählbände über seinen Dr. Irabu geschrieben. Sie sind alle ähnlich aufgebaut: es geht um interessante, originelle, seltsame Neurosen, die Menschen unfreiwillig in die Arme von Dr. Irabu, einem übergewichtigen und recht ungewöhnlichem Psychiater treibt. Dr. Irabu gelingt es durch bizarre Methoden, seine Patienten auf eine gewisse Weise zu kurieren, teilweise durch merkwürdige Vorschläge, teilweise indem er selbst aktiv eingreift. Dr. Irabu selbst ist recht albern, was vermutlich zu seiner Methode gehört. Mich nervte es gelegentlich, denn die Erzählungen sind nach demselben Schema F konstruiert: Fälle wie z.B. ein Trapezkünstler, der nicht mehr arbeiten kann und die Schuld anderen gibt - ein Yakuzua-Chef (japanische Mafia), der Angst vor spitzen Gegenständen hat - ein Arzt, der aus seiner steifen Biederkeit ausbrechen will und davon träumt, seinem Schwiegervater das Toupet vom Kopfe zu reißen...Die Fälle sind das Interessante, ungewöhnliche Ticks und Neurosen - aber der Psychiater selbst ist eher die Rahmenhandlung und manchmal störender Hintergrund.


    Das ist eines der Bücher, die nicht nachwirken, die man nicht gelesen haben muss. Man kann mal ein paar dieser skurrilen Erzählungen lesen, aber dann wird es etwas fade - meine Meinung. Ich habe sie auch eher deshalb gelesen, weil mich japanische Literatur interessiert, aber mehr muss ich davon nicht lesen.


    Aber ich merke, dass es anstrengend ist, täglich ein Buch - auch wenn es dünn ist - zu lesen und dass ich zwar das Experiment beenden möchte, weil ich manchmal gerne Dinge zuende bringe. Aber ich empfehle es nicht und werde es sicherlich nicht wiederholen.




    Hallo,


    ich zwinge mich zu nichts - weder bei dicken noch dünnen Büchern - wie ich ja gestern auch schrieb. Wenn sie mir nicht gefallen, breche ich sie ab. Ich lese immer mit Freude, wenn Bücher mir keine Freude machen, lese ich sie nicht weiter.


    Es ist ein Experiment - ich gucke mal, wie es für mich ist - langfristig werde ich natürlich nicht täglich ein Buch lesen, aber dadurch, dass ich darüber schreibe (rezensiere), kann ich es für mich schon verarbeiten.


    Das ist sicherlich nicht bei jedem Buch möglich, aber auch wenn ich ein weiteres lese, kann ich ja trotzdem über ein anderes Buch nachdenken. Manche Bücher liest man, sie gefallen einem oder nicht, aber nicht jedes Buch wirkt nach.


    Lg, Nina

    Ja, ich denke, Du hast recht, lese-rina - mit Kindern im Hintergrund zu lesen, einzutauchen in eine Geschichte ist sicherlich schwer.


    Dann hoffe ich mal, belladonna, dass Du Dir trotzdem schöne Lesestunden gönnen kannst.


    Ich mochte früher auch keine dünnen Bücher, ich dachte so wie Du, lese-rina: was kann in knapp 200 Seiten schon reinpassen, aber mittlerweile schätze ich sie, man kann sie gut mal so zwischendurch lesen und es kommt letztlich auch auf die Qualität an und manchmal die Dichte der Handlung und die Schönheit der Worte.


    Jedem, der auch so eine Challenge machen möchte, rate ich, sich vorab Gedanken zu machen, was er tun wird, wenn ihm das Buch nicht gefällt..:(... so, wie es mir heute sogar 2 x ging.


    Ich habe mich voller Elan an das Buch "Send bo-o-te begeben. Es ist teilweise sehr schön geschrieben, poetisch, ungewöhlich, Science Fiction, skurril, schöne Formulierungen, aber ich wurde nicht warm mit ihm und fing an, mich zu quälen. Nach 60 Seiten legte ich es weg und sagte mir, dass es ja nicht darum geht, mich durch Bücher zu quälen, sondern eine bestimmte Anzahl zu lesen in einer bestimmten Zeit. Also nahm ich das nächste: Alice im Wunderland, weil ich dachte, ich müsse das mal gelesen habe. Aber auch das Buch konnte mich nicht fesseln, es ist ein Kinderbuch, klar, aber es ist mir zu sehr Kinderbuch, es lag mir nicht.


    Gut, also werde ich die Liste ändern. Ich habe noch ein Buch gefunden, dass ich dann las, ein esoterisches Märchen, ganz nett, nichts allzu Neues für mich als Thema, aber okay und angenehme 72 Seiten.


    Hier also meine geänderte Liste:

    Folgende Bücher möchte ich lesen vom 26.07. - 01.08.20


    1. Elizabeth von Arnim: Verzauberter April: 266 Seiten - gelesen

    2. Marie-Claire van der Bruggen: Das Märchen vom Tod: 72 Seiten - gelesen

    3. Johann Wolfgang Goethe: Die Leiden des jungen Werther: 118 Seiten

    4. Christine Wunnicke: Der Fuchs und Dr. Shimamura: 137 Seiten

    5. Hideo Okuda: Die seltsamen Methoden des Dr. Irabu: 231 Seiten

    6. Amélie Nothomb: Der Professor:188 Seiten

    7. Mercè Rodoreda: Der Garten über dem Meer: 230 Seiten



    Ich habe gemerkt, dass etwas mehr als 200 Seiten doch nicht so wenig sind, wie ich dachte.


    Hier mein Kommentar zu den Büchern:


    1. Elizabeth von Arnim: Verzauberter April


    Ein schönes, bezauberndes und leichtfüßiges Buch in einer etwas altertümlichen Sprache. Es geht um einen Monat, April, in Italien, der einige Menschen, die dort Urlaub machen, verwandelt, der seinen südländischen, duftenden Zauber über alle ergießt und sie mit Liebe und Lebensfreude durchdringt. Es geht um Beziehungen, um Verflechtungen, um Konventionen, die wie starre Mauern allmählich sonnentrunken bröckeln und die Menschen zu sich selbst kommen lassen, fernab von allem Steifen und Wesensfremden, hin zu ihrer Sehnsucht.


    Mit feinem Humor gewürzt, manchmal zog es sich etwas, man musste sehr konzentriert lesen, aber ich kann es sehr empfehlen.


    Hier ein paar nette Zitate zum Schmunzeln:

    Seite 13: "Danach schaute sie Mrs. Arbuthnot mit einem Kettenhundblick an. "Dieses arme Geschöpf, dachte Mrs. Arbuthnot, deren Leben aus Helfen und Trösten bestand, "braucht Rat".


    Seite 21: "Und Frederick, einst ihr heißgeliebter Bräutigam, ihr angebeteter junger Ehemann, war an die zweite Stelle direkt hinter Gott auf die Liste ihrer Pflichten und Verzichte gerückt. Da schwebte er, an zweitwichtigster Stelle, etwas Lebloses, bis zum Weißbluten ausgepreßt durch ihre Gebete".


    Seite 195: "Ja, Mellersh liebkoste sie sogar. ...doch der Einfluß von San Salvatores auf ihn war, wie Lotty vermutete, so groß, daß er sie in der zweiten Woche manchmal an beiden Ohren zog, eins nach dem anderen, statt bloß an einem und Lotty, die sich über solche rasch zunehmende Zärtlichkeit wunderte, fragte sich, was er, sollte es bei dieser Geschwindigkeit bleiben, in der dritten Woche machen würde, da ihr Vorrat an Ohren erschöpft war".



    2. Bruggen: Das Märchen vom Tod


    Es geht um eine kleine Seele, die in seeliger, warmer Geborgenheit im Himmel vor sich hinschwebt und die nun auf die Erde möchte, um Lebenslektionen zu lernen. Sie sucht sich im Himmel ihre Familie, Freunde, ihren Feind aus und inkarniert dann auf der Erde, vergißt ihren Aufenthalt im Himmel und erst ganz allmählich blitzen Erinnerungen wieder auf an den wunderbaren Zustand der Glückseligkeit. Es geht um das Höhere Selbst, zu dem sie Kontakt aufnehmen kann, um ihren Schutzengel, der ihr beisteht. Sie fühlt stets ein unbestimmtes Sehnen nach etwas Höherem, fühlt sich fremd auf der Erde. Sie findet ihren Seelenpartner, der sie dann aber verletzt, aber dadurch lernt sie wieder Dinge, die sie weiterbringen.


    Ganz nett, wenn man noch nichts zu dem Thema gelesen hat, es hat mich nicht wirklich gefesselt, da mir vieles schon bekannt war.

    Nur zu Streifi :lesend:-]


    Im September oder Oktober werde ich dann vermutlich eine 21-Tage Challenge starten, die aber dann mit eigenen dünnen Büchern.


    Ich mag Challenges, sie spornen einen an, am Ball zu bleiben und diszipliniert zu lesen, wobei ich mich ja nie zum Lesen zwingen muss. Und dünne Bücher hat man schnell gelesen. :freude

    Danke schön Bella :)


    Ich muss gestehen, dass das Büchereibücher sind, in meinem eigenen SUB sind auch nicht so vielle dünne Bücher. Aber wenn ich meine Büchereibücher ausgelesen habe, werde ich mich vermehrt meinen eigenen Büchern widmen.


    lg, Nina