Beiträge von Grisel

    Ja, es ist vor allem die emotionale Reife, die dem 12jährigen Jeremy eben noch abgeht, wo ihm Fletcher zumindest ein bisschen voraus ist. Aber für jemanden mit seiner zerrütteten Kindheit, gibt Fletcher schon einen ziemlich guten großen Bruder/Cousin ab. Er ist verständnisvoll, aber er verhätschelt ihn auch nicht und die Botschaft, als sie den Stock noch für verloren halten, vergessen wir es, aber vergessen wir es auch nicht, lernen wir daraus!


    Ich dachte/hoffte halt, dass James Robert noch mehr Zeit bleibt, weil er ja gesagt hat, er wird nun rein als Botschafter arbeiten. Aber wir werden ja noch viel von ihm sehen, denn in "Alliance Rising" treffen wir ihn als blutjungen Captain (ich war zuerst zeitlich verwirrt und dachte, das wäre JR) und hoffentlich auch noch in den Fortsetzungen.


    Na sehr gut, dann machen wir das so. "Cyteen" und "Regenesis" werden uns dann eine Weile beschäftigen, aber "Cyteen" ist zwar mörderisch anstrengend, aber auch grandios und "Regenesis" hat mich zwar ein bisschen gequält, aber das lag ... Na, darüber reden wir, wenn es soweit ist. ;) "40.000 in Gehenna" hat bei mir wenig Eindruck hinterlassen, aber zu zweit wird das sicher auch mehr Spaß machen.


    Da wir bei der "Foreigner"-Serie nunmehr schon bei, warte, Band 19 waren zuletzt, da gibt es also viel für Dich zu lesen. :P

    Das ist aber auch eine Serie, wo man alles hat, die Beziehungen, wenn auch vor allem Mensch - Atevi und eine Menge Politik und Intrigen. Und nach wie vor kein Ende in Sicht!

    Und irgendwann muss ich Dir auch unbedingt "Chanur" vorstellen. Diese Reihe liebe ich auch heiß und innig.

    Umso besser, wenn Du das als Cherryh-Meerschweinchen im Selbsttest nun so erlebt hast. ^^

    Aber Du hast schon Recht, es gibt einem eine sehr gute Basis und zeigt einem auch schon, was man bei ihr zu erwarten hat, man muss arbeiten, aber die Belohnung ist fantastisch.

    Ohja, solche Lesestunden genieße ich auch, paradiesisch!

    Das meinte ich damit zuletzt, dass man zwar nie daraufgekommen wäre, dass es Jeremy war, aber dass es rückblickend eigentlich Sinn gibt, weil es wirklich undenkbar war, dass jemand vom Schiff sowas unehrenhaftes tut, deshalb sind ja alle so geschockt. Und der arme Jeremy hatte es doch nur gut gemeint und hatte dann zu viel Angst vor der Schande, um es zu beichten und wie Fletcher richtig bemerkt, je länger man dann wartet mit der Beichte, umso schlimmer wird es. Armer Jeremy. Ich vermute mal, deshalb wird er auch nicht bestraft, weil das schlechte Gewissen und die Scham Strafe genug sind. Finde ich dann auch nett, wie die beiden Jungs sich versöhnen und dass sich Fletcher ein bisschen ärgert, dass Jeremy derjenige ist, der schmollt. Aber er ist halt erst 12. Und dass Fletcher erkennt, dass Jeremy trotzdem nicht schuld daran ist, dass er Chad beschuldigt hat und generell auch nicht unbedingt ideal reagiert hat und er sich bemüht, Frieden mit den Senior Juniors zu schließen, die ihm dann ja auch entgegenkommen.


    In dem Buch zB, auch wenn es Sinn ergibt, hätte ich die "Actioneinlage" am Ende eigentlich nicht mehr gebraucht. Wobei es auch ein schöner Moment ist, als Fletcher, als sie aus dem Tunnel auftauchen, ganz automatisch mit dem Namen SEINES Schiffs um Hilfe ruft.

    Ja, das verstehe ich auch so, das ist quasi das letzte Puzzlestück, damit er Downbelow hinter sich lassen und sein Leben auf der Finity nun akzeptieren kann und sich nun auch um eine Ausbildung dort kümmern will.

    Die Szene gegen Ende, als er nochmal bei seinen Juniors nachschaut und sich bei Jeremy denkt, dass ein 12jähriger nun mal nicht unbedingt "ich liebe dich" sagt, aber es in seinen Taten eindeutig ist, die ist auch allerliebst.


    Das war halt schon ein gewisser Schock, als James Robert sagt, dass rejuv bei ihm nicht mehr anschlägt, er nun also wohl langsam - sehr langsam hoffentlich - an Altersschwäche sterben wird. Und JR wächst ja offenbar schnell rein in den neuen Job. Finde ich auch schön, mit welcher grenzenlosen Arroganz er und die anderen Spacer am Ende der Polizei begegnen.


    Ich werde jetzt eine Weile Cherryh-Pause machen, um auch mal wieder was anderes zu lesen. Aber wenn Du wieder Lust auf eine hast, schrei! Es macht wirklich riesigen Spaß, sie mit Dir zu beplaudern. Wie man merkt, an diesem Textschwall. :D

    Stimmt, da verrät er, dass er eben doch erst 17 (Stations-)Jahre alt ist. Im Sinne von das Verschlepptwerden auf die Finity verhindern, war es natürlich clever, das Davonrennen, denn er konnte tatsächlich erwarten, dass sie eben nicht auf ihn warten. Aber man sieht ja, wie streng die Regeln für das Leben auf dem Planeten unter den Hisa ist - ob die nun gut oder schlecht sind - und da hat er gegen eine Menge verstoßen, ganz zu schweigen von der Gefährdung der anderen Menschen, vor allem der, die ihn gesucht haben. Aber es war natürlich eine Verzweiflungstat. Von daher ist es umso schöner natürlich, dass er so nach und nach doch sein Zuhause auf der Finity findet, denn zurück kann er eigentlich nicht. Die clevere Satin hat das erkannt.


    Interessant in Bezug auf Elene Quen fand ich noch eine Unterhaltung, ich glaube, Madelaine und James Robert? Dass Madelaine ziemlich wütend auf Elene ist, weil sie Francesca, ihre Enkelin, wie sie meint, im Stich gelassen hat, statt ihr als andere gestrandete Spacerin die Hand zu reichen. Da wäre es natürlich interessant, die andere Seite zu hören. Oder Elene war einfach zu beschäftigt mit der Station, um sich darum zu kümmern? Oder wusste einfach nicht, wie Francesca leidet?

    Entschuldige, dann bin ich vorsichtiger! In gewisser Weise hat Fletcher ja auch ein paar Brücken abgebrochen, denn obwohl ihm Elene versprochen hat, sich dafür einzusetzten, dass er in das Programm zurück kann, wenn es mit der Finity nicht klappt, ist es ja absolut nicht sicher, dass er noch mal eine Chance bekäme, denn sein Davolaufen war schon eine ziemlich blöde Aktion, auch wenn man es verstehen kann, aus seiner Sicht. Von daher ist es schon gut, dass er so langsam begreift, dass sein Platz doch auf dem Schiff ist.

    Und ja, das ist schon ein gewisser Schock, dass er Patch und Melody in gewisser Weise geschadet hat, auch wenn das so ziemlich das letzte war, was er wollte.

    Falls Du schon so weit bist, die Auflösung des verschwundenen Stabes macht dann insofern Sinn, als sowas in der Tat eine schockierende Tat für eine so an sich enge Gemeinschaft ist, selbst wenn Fletcher noch nicht ganz dazu gehört.

    Es ist ein bisschen frustrierend, wie jedes Mal, wenn Fletcher dem näher gekommen ist, sich mit seinem Schicksal abzufinden und es sogar zu begrüßen, irgendwas passiert, was ihn zurückwirft, zuerst die unglücklich verlaufende "Willkommenszeremonie" und dann eben das mit dem Stock. Aber dann ... Na, ich warte sicherheitshalber.

    James Robert sagt ja später, dass er sich den Luxus gönnt, seinen Nachfolger noch in Aktion zu sehen. JR scheint ja nicht nur sein Großneffe zu sein und sein Protegé, sondern auch das, was einem Sohn am nächsten kommt.

    (Das wirft mich ein bisschen zurück zu "Tripoint", wo Tom beklagt, dass Mischa, der Bruder seiner Mutter, nie

    versucht hat, ihm ein Onkel/Vater zu sein.)


    Ich fand das clever gemacht, wie man während der Sprünge so nach und nach herausfindet, was passiert ist, als er davongerannt war, wie er Satin getroffen hat und ihre Botschaft an ihn, inkl. der schmerzhaften Wahrheit über ihn und seine hisa-Pflegeeltern.

    Es ist ja im Prinzip auch fast sowas wie die Fortsetzung von "Downbelow Station", den Frieden, den sie dort eingeläutet haben, nun auch langfristig funktionieren zu lassen, ohne dass sich nun Union über den Handel bei ihnen einschleicht und die kleinen Schiffe verdrängt und gleichzeitig Mazian & Co durch die Unterbindung des Schwarzmarktes unschädlich zu machen. Wobei hier auch James Roberts Gedanke interessant ist, dass Mazian da, wo er jetzt ist, irgendwo, eigentlich nützlich ist, als Drohung gegen Union. Der muss allerdings auch schon steinalt sein.

    Und natürlich haben wir mit Satin, Elene Quen und Wes/James Robert hier noch mal 3 der sehr wichtigen Personen aus DS. Ich mag auch beides, die politischen Parts finde ich faszinierend, wie es ihr gelingt, diese sehr komplexen Situationen zu konstruieren und uns und ihre Figuren da durchzumanövrieren. Meistens hat man bei ihr auch beides, mal mehr vom einen, mal mehr von anderen.


    Bei der von Dir angesprochenen Szene fand ich vor allem Jeremys Reaktion sehr nett, der sich freut. Ich habe diese Idee, dass der Körper durch viel FTL-Reisen langsamer altert, auch schon anderswo gelesen, keine Ahnung, wer das zuerst aufgebracht hat. Ganz überhirnen tue ich es nicht, aber ich glaube denen das einfach so. Und es schafft eben auch interessante Situationen. Aber auch Probleme, denn Bianca altert nun schneller als er. Oder Melody und Patch.


    Das mit dem Arzt war auch witzig, als er Fletchers sekundäre Geschlechtsmerkmale diskutiert, vor allen anderen. :D

    Ja, wie Du sagst, es ist eine ganz eigene Welt, das ganze ja auch sehr militärisch angehaucht, weil natürlich erwartet wird, dass sich alle an die Regeln halten und der Old Man, der Captain, ist quasi Gott. Für Fletcher, der da nicht reingeboren wurde und gegen seinen Willen dort ist, ist das natürlich besonders schwer.

    Ich finde es interessant, dass wir ja genauso oft in JRs Kopf sind, wie in dem von Fletcher, da ist es schon interessant, wie unterschiedlich sie das sehen, wie das unglückliche erste Zusammentreffen, wo sich JR später ärgert, weil er das besser hätte machen können, aber der Zeitpunkt ist halt auch sehr unglücklich, weil sie alle eigentlich ganz andere Sorgen haben. Dass sie Jeremy haben ist da wirklich ein Glücksfall, weil dem nicht mal der grummelige Fletcher widerstehen kann, weil er einfach ein lieber Junge ist.

    Ich habe sie im Lauf des Buches alle 3 sehr ins Herz geschlossen, Fletcher, Jeremy und JR. Und James Robert ist natürlich eine sehr interessante Figur. Wer weiß, vielleicht hatte er ja mal eine Phase, wo er Wes genannt werden wollte. ^^ Stören tut mich sowas auch nicht.


    Das Buch ist nun wieder anders von der Struktur, so ein bisschen eine Mischung. Fletchers Parts gehen mehr oder weniger leicht zu lesen, bei den politischen muss man sich schon mehr konzentrieren. Finde ich aber auch sehr interessant, das Konzept, Friede durch Handelsabkommen.

    Und noch was, was nicht ganz passt, als James Robert mit JR spricht und ihm das Versprechen abnimmt, wenn er mal Captain ist, niemals Fremde anzuheuern, das Schiff nur mit Familie zu betreiben, Neiharts oder wenn, dann Ehepartnern von Neiharts. Was war dann mit dem Angebot an NG?


    Das ist genau das Problem, warum sie es sich, selbst wenn sie wollten, gar nicht leisten können, auch nur auf einen jugendlichen Neihart zu verzichten. Ziemlich genau die umgekehrte Situation der "Dublin Again", wo Allison zu viele Rileys zwischen sich und einem wichtigen Posten hat.


    Natürlich verstehen sie nicht, dass Fletcher nicht vor Begeisterung hüpft, ganz im Gegenteil, nun gegen seinen Willen aus dem Leben gerissen zu werden, dass er sich auf Downbelow geschaffen hat. Und ja, er kann einem sehr leidtun hier am Anfang, auch eine absolut bescheidene Kindheit, dann hat er es endlich geschafft und wird nun zum Verhandlungsobjekt zwischen Elene und Neihart. Und zu all dem dann auch noch, dass man ihn als eines der Kinder betrachtet, weil er nun mal nach Stations-Jahren jünger ist als alle anderen, wenn auch nicht körperlich. Das fand ich eben sehr interessant, quasi anschaulich dargestellt, dass Jeremy und er eigentlich gleich alt sind, aber eben nicht.


    Es ist ein bisschen traurig, dass Elene, die mutige, leidenschaftliche junge Frau aus "Downbelow Station" nun eine verbissene, eiskalte Politikerin geworden ist und besonders ihre Gedanken über ihre Kinder, die hart daran zu tragen haben. Aber, das war zumindest eine nette Szene, als sie denkt, dass nach wie vor eine starke Verbindung zwischen ihr und Damon besteht. Und ich finde es andererseits auch wieder gut, weil es eben nun mal nie schwarz oder weiß ist und Elene hat als Stationsmeisterin von Pell einen auch nicht sonderlich dankbaren Job, besonders, da die Situation mit Union offenbar wieder gefährlicher wird. Zumindest bietet sie Fletcher einen Kompromiss an, dass er nur ein Jahr aushalten muss. Ist nun eben die Frage, ob das Jahr reichen wird, um Fletcher doch noch zu einem Neihart zu machen.

    Ich denke, wenn die beiden auf einmal auf Brüder machen, könnte das Papa Austin Kopfschmerzen verursachen, allein das wäre es wert! ^^ Wobei schon klar ist, dass Christian vielleicht nicht immer gehorsam, aber loyal ist. Interessant wäre wohl auch, ob und wie sich seine Mutter Beatrice mit Toms Anwesenheit arrangiert.

    Ich wollte aber auch, ob nun deren Geschichte fortgesetzt wird oder nicht, einfach wissen, was es mit dieser geheimen Flottenkolonie auf sich hat, ob die nun Ruhe geben und ein neues Leben beginnnen, oder irgendwann zurückkommen wollen.


    Bei "Finity's End" - die bitte zB soll niemals über die "Corinthian" stolpern und "Norway" oder "Loki" schon gar nicht! - ist mir nun klar, dass sich Cherryh entweder ein bisschen vertan hat in "Downbelow Station" oder es sich später namenstechnisch einfach anders überlegt hat. Dort hieß der Senior Captain der Finity Wes, aber hier, in FE, heißt es ganz klar, dass James Robert DER Captain war, der an den entscheidenden Ereignissen beteiligt war bzw. sie mit ausgelöst hat. Gut, ist nur eine Kleinigkeit.

    Ich hatte es so verstanden, dass der Code einfach für den arbeitet, der ihn als erstes eingibt. Ja, nicht ganz ausgegoren, aber sowas stört mich nicht wenn der Rest gut ist. Und auch eine schöne Symbolik, dass Tom und Christian das gemeinsam machen.


    Das war mein drittes Mal und mir ist es erst jetzt aufgefallen! Kann man dann auch so sehen dass sie die Vergangenenheit damit ruhen lassen können. Und ja, das hatte ich vorhin vergessen, ist schon interessant dass sich Austin und Marie gegenseitig respektieren. Wobei ich denke sein Angebot war nicht ganz ernsthaft gemeint.

    Oh, Du liest auch schon "Finity's End", schön!

    Ich habe schon so ein bisschen den Eindruck, dass die sich das schönreden, vor allem Saby. Austin erklärt ja in dem Gespräch, dass er die Flotte unterstützt, weil er Union hasst und sich ihnen sogar selber anschließen wollte, ehe alles den Bach runtergegangen ist. Bei ihm zumindest hat man den Eindruck, dass es auch ein bisschen "idealistisch" ist. Wobei die Logik schon was für sich hat, wenn sie ihnen Vorräte liefern, müssen sie sie nicht stehlen. Andererseits könnten sie auch überlaufen und ihre Flottenkontakte verraten. Aber, jedenfalls, da das mein erstes Buch war, hat mich das wohl insofern geprägt, dass ich die Flotte trotz der Scheußlichkeiten die wir lesen, nie als unumschränkt böse gesehen habe.


    Ich habe das mal mit einem Faktor umgerechnet, wenn die Schiffe ähnlich viel unterwegs waren, 40/23 verhält sich wie 20/34. Aber so einfach ist es dann wohl doch nicht, denn so reif fühlt sich Christian definitiv nicht an, zumindest in emotionalen Dingen, als Offizier scheint er ja recht kompetent zu sein.

    Aber das Thema wird in FE sehr schön dargestellt, quasi mit Fallbeispielen.


    Ich fand das auch ein bisschen verwirrend, denn sie sagt, dass dieser Patrick von der "Europe" stammt, aber dann sagt sie auch, entweder zu Christian oder zu Austin, dass sie für Mazian arbeiten. Also haben sich da vielleicht ein paar Leute abgespalten.

    Ich hatte das so verstanden, dass sie diese Punkte, auch die geheime Basis, früher gefunden hat, als bei der Flotte war, zu der sie ja immer noch gehört. Sie ist vermutlich auch weit älter, als sie aussieht. Von einer geheimen Basis der Flotte, die noch keiner gefunden hat, ist ja öfter die Rede und ich verstehe das so, dass das genau der Ort ist, an den sie "Corinthian" nun führt, weil für die das Leben im Alliance/Union-Raum langsam zu eng wird.

    Auch hier passt "Finity's End" wunderschön dazu, thematisch, die andere Seite!


    Übrigens, mir ist diesmal erst eine sehr hübsche, wenn auch leicht makabre Parallele aufgefallen, die die Geschichte abrundet. Austin erzählt Tom, dass ihm sein Vater mehrere Knochen gebrochen hat, nach der Geschichte mit Marie (das fand ich lustig, dass Austin meinte, er wäre ein geduldiger Mann, im Vergleich zu seinem eigenen Vater, hui, das muss ja eine Type gewesen sein!), ergo Toms Zeugung. Und am Ende, als sie die Dosen herumschleppen und Tom durchdreht, verursacht er den Zwischenfall, bei dem Austin verletzt wird und sich mehrere Knochen bricht. Ich weiß nicht, ob das Zufall ist, aber ich fand es interessant. Aber in gewisser Weise hat Tom ihn dadurch quasi stellvertretend für Marie, wenn auch versehentlich, bestraft.

    Siehste, einer der vielen Gründe, Cherryh zu lieben, es ist - im SF-Umfeld - für jeden was besonderes dabei! Ich finde an "Tripoint" auch interessant, dass wir da nach "Rimrunners" auch einen etwas anderen Blick auf die Flotte bekommen, nicht nur, weil "Corinthian" für sie arbeitet, womit sie für die meisten unser bisherigen Freunde kaum besser als selber Piraten sind, sondern auch dass die Ex-Flotte in sich längst gespalten ist in verschiedene, offenbar verfeindete Gruppen. Wenn ich das richtig verstanden habe, arbeiten sie für Mazian, wie Capella mal sagt, aber dem anderen, diesem Patrick will sie nicht in die Hände fallen, um den geheimen Stützpunkt - Planeten - zu dem sie am Ende unterwegs sind, nicht zu verraten. Das Ende macht mich jedes Mal wahnsinnig, wie kann sie denn da aufhören, was für ein Cliffhanger!


    Christian ist, glaube ich, doch noch relativ jung, denn Austin denkt sich ja mal, dass er ein "boy" ist, Tom aber definitiv nicht. Bei Tom erfahren wir es genau, 40 Stationsjahre, 23 Schiffsjahre, bei Christian waren es, glaube ich, 20 Schiffsjahre. Und, ja, im verzweifelten Versuch, Tom loszuwerden, trifft er schon einige fragwürdige Entscheidungen, wobei die Eifersucht wegen Capella vermutlich auch nicht hilft. Capella hat mich immer sehr an Meg und Sal erinnert, bzw. umgekehrt, weil ich Capella ja zuerst getroffen habe.


    Hier, finde ich, ist es auch weniger schockierend, dass sich Tom am Ende für die "Corinthian" und gegen die "Sprite" entscheidet. Dort wurde er offenbar nie wirklich akzeptiert und hier hat er nun eine Frau gefunden, Saby, mindestens einen Freund in Tink und, wer weiß, eines Tages einen Freund/Bruder in Christian. Ich fand das jedenfalls sehr hübsch, als sich Tom gegen Ende denkt, dass er und Christian eine Menge gemeinsam haben und ihn sogar verteidigt.

    Was ich an "Tripoint" so besonders gern mag ist, dass wir hier, sogar für Cherryh-Verhältnisse, extrem tief in die Persönlichkeit der Leute eintauchen, speziell natürlich Tom, aber auch Marie und Christian und, wenn auch nicht ganz so tief, Austin. Halt die vier, wenn ich nichts übersehen haben, in deren Kopf wir zwischendurch sind. Wobei es durchaus passt, dass man bei Austin nicht so tief vordringt, den halte ich auch als Leserin auf Armeslänge Abstand, weil ich nicht darüber hinwegkomme, was er Marie angetan hat.

    Und auch wenn es vor allem gegen Ende, wie üblich rund geht, ist es für mich in erster Linie ein erstklassiges Buch über Söhne, Mütter und Väter - von der höchst dysfunktionalen Art!

    Ich weiß gar nicht, ob das mal explizit erwähnt wurde, als Bet Fitch zum ersten Mal anspricht, ist eine Frau bei ihm, aber das kann eigentlich nicht Orsini sein, da die beiden ja Tages- und Nachtschicht verkörpern und wohl nicht gleichzeitig das Schiff verlassen. Oder schon, in der Station? Jedenfalls, bei "Tripoint" haben wir diesen Frauenmangel nicht. Dafür ist Bet eine, wie ich finde, eher untypische Heldin so einer Geschichte.

    Ich hätte das so verstanden, dass die Mannschaft der Loki einfach grundsätzlich nicht viele Fragen stellt und tut, was man ihnen sagt. Und Bernstein, als Offizier, wusste vielleicht ohnehin Bescheid.

    Das ist eine gute Beobachtung, mit den anderen Frauen, das ist mir nicht so aufgefallen. Ich finde es allerdings nicht so schlimm, dass Bet die einzige wichtige Frau hier ist, denn der "Hauptcast" ist fast immer sehr eingeschränkt, da ist DS eher eine Ausnahme.


    Ich hatte es so verstanden, dass das ein bisschen ein Selbstmordkommando war, für dass sich Fitch und Goddard freiwillig gemeldet haben und er hat Bet und NG ausgewählt, weil sie kein Verlust gewesen wären. Und die Mannschaft war solche Aktionen vielleicht gewohnt und hat daher unhintergefragt gehorcht und ist dem Schiff ferngeblieben. Und war nicht mal auch die Rede davon, dass die anderen die Station unter ihre Kontrolle gebracht hatten, währenddessen?

    Ja, das macht es ein bisschen ungewöhnlich, dass man "von oben" relativ wenig mitbekommt. Und ich finde es hübsch, dass sich das mit Fitch nicht so auflöst, wie man das vielleicht erwartet, dass er etwas besonders böses tut, sich als Verräter entpuppt oder gar einen grausamen Tod findet. Ich mag das auch an Cherryh.

    Was ich ein bisschen schade finde, gerade bei der Frage von Bet und ihren Methoden, die für hochgezogene Augenbrauen sorgen, dass wir überhaupt nicht sehen, wie die anderen Frauen aus der Mannschaft leben, ob und inwiefern sie wirklich so anders ist. Aber es sind ja offenbar generell wenige an Bord, zumindest unter Deck.

    Ach ja, und schön ist es, dass sie am Ende noch mal Nan und Ely trifft und sich vergewissern kann, dass es denen gut geht.