Beiträge von Moorteufel

    Nun ist es vorbei. Die Kriminalfälle werden mehr und mehr zur Nebensache. Das Ende hat mich überrascht. So recht kann ich mir Bertram nicht als alleinerziehenden Vater vorstellen. Es geht so in Richtung Hakan Nesser, dessen Geschichten ich oft begeistert folge ohne das viel passiert. Auch diese Geschichte ist einfach gut erzählt und bezieht ihren Reiz aus der Entwicklung der Figuren.

    Diese horizontale Entwicklung der Figuren war mir von Anfang an genau so wichtig wie die einzelnen Kriminalfälle, die es zu lösen gilt. Denn für Spannung braucht man nicht unbedingt Action oder Crime, manchmal reicht ein ganz persönlicher Konflikt ...

    Puh, was für ein Abschnitt!

    Den Moment im Krankenhaus fand ich sehr berührend! Ich fand es auch gut geschrieben. Nicht zu blumig und ausschweifend

    Blumig und ausschweifend würde nicht zu Maik Bertram passen. Er ist berührt und mitgenommen, aber beinahe gegen seinen Willen. Ein fast unwirklicher Moment für ihn ...

    Richtig harte Themen, mit denen wir hier in einem Regionalkrimi konfrontiert werden. Moorteufel Warum opferst Du als Autor die Figur der Martina? Dies allein muss doch auch schon beim Schreiben eine schwierige Entscheidung sein, zudem - wie Du schreibst - dies sogar Deinen eigenen Hintergrund berührt.

    Ja, es war eine schwierige Entscheidung, aber als Autor kann ich leider nicht immer Rücksicht auf meine Figuren nehmen und ihnen manchmal auf wehtun. Und in diesem Fall war es mir wichtig, dass das Sterben nicht nur mit dem Fall zu tun hat, sondern auf Ermittlerseite stattfindet. Dass es unerwartet kommt. Unvorbereitet. Ja, ein hartes Thema, da stimme ich dir zu ...

    Nicht so gut gefallen mir allerdings diese Alleingänge von Kommissaren. Dass da eine Eisenstange oder ähnliches folgt, war eigentlich abzusehen. Zumindest eine Information per Handy an die Dienststelle würde doch eigentlich jeder vorher machen, oder?

    An diese Alleingänge von Tenbrink und Bertram solltest du dich inzwischen gewöhnt haben, oder? ;-) Und nicht immer wird man aus Schaden klug ...

    Als nächstes ist ein Prequel der Münsterland-Krimis geplant Bertrams Feuertaufe, sein erster Fall in Münster (nach seiner Versetzung aus Magdeburg). Ein Kurz-Krimi. Und dann mal sehen ...

    Das freut mich! :-) Schön finde ich auch, dass die Geschichte gleich weitergedacht wird. Als nächstes steht allerdings erst mal ein Prequel an: Maik Bertrams erster Fall in Münster nach seiner Versetzung aus Magdeburg (zeitlich also vor Galgenhügel) ...


    Moorteufel Die Ortsnamen im Münsterland sind größtenteils fiktiv, oder? Schöppingen finde ich, aber Engerloe gibt es nicht. Dabei verfolge ich doch so gerne alles bei Google Maps.;)

    Die Städte wie Münster, Coesfeld oder Enschede sind natürlich nicht fiktiv, ebenso die Wohnorte der Kommissare. Aber die Tatorte sind (halb-)fiktiv. Es gibt jeweils Vorbilder: beim Zweibrooker Venn ist es das Zwillbrocker Venn, und bei Engerloe ist es ein Dorf, das ebenfalls eine ungewöhnliche Kring-Bebauung hat. Was zum googeln ;-)

    Moorteufel Sind die Ähnlichkeiten zwischen Heinrich Tenbrink und Albin Leclerc aus den Provence-Krimis eigentlich zufällig? Zwei ehemalige Kommissare, die ihren Ex-Kollegen mit ihrem weiteren Treiben auf den Geist gehen und die dabei von einem Hund begleitet werden.

    Ja, die Ähnlichkeiten sind zufällig. Ich hab die Provence-Krimis nie gelesen ;-)

    Das Abschalten der Geräte ist eine harte Entscheidung, die meine Mutter bei meinem Vater treffen musste. Und wenn es dann noch eine Weile dauert kommen schlimme Gedanken

    Einige der Themen in Rauchland (Krankenhaus, Friedhof, Sterben) sind vermutlich autobiographisch durch den Tod meines Vaters beeinflusst. Der konnte und durfte zum Glück (und in hohem Alter) zu Hause und ohne Maschinen sterben. in gewisser Weise spiegelt der Krimi mein ganz persönliches "Was wäre, wenn ..."

    So in etwa hatte ich die Geschichte erwartet - viel Bekanntes, etwas Neues und auch die Fortschreibung der Geschichten.

    Es war mir einerseits wichtig, bestimmte Geschichten weiterzuerzählen, aber gleichzeitig soll der Krimi auch allein für sich stehen können, ohne Vorkenntnisse aus den früheren Fällen zu haben. Das ist immer ein Spagat, weil man "altgediente" LeserInnen nicht langweilen und neue nicht abschrecken will. Ähnlich ist es auch mit dem Münsterländer Platt. Die Nicht-Westfalen sollen nicht verstört werden und die Münsterländer nicht denken: "Warum übersetzt der das denn jetzt, ist doch klar!" ;-)

    Was mich dieses Mal allerdings immer wieder aus dem Lesefluss bringt, sind die plattdeutschen und niederländischen Bemerkungen..komisch, hat mich in den vorherigen Bänden nicht gestört.. :(

    Man muss nicht jedes plattdeutsche Detail verstehen, mir ging es eher um die Sprachstimmung und -melodie, vor allem bei den älteren Leuten wie Schultewolter etc. Die wichtigen Sachen erklären sich aus dem Zusammenhang. Wenn ich mein Heimatdorf im Münsterland besuche, verstehe ich auch nicht jedes Wort ;-)

    irgendwie krieg ich das Buch nicht in die kindle App. Aber ich lese dann einfach auf dem Handy, geht auch.

    Danke jedenfalls dafür!! Hab schon angefangen 😀

    Ich selbst bin leider kein Kindle-Leser (der Einfachheit halber besitze ich einen Tolino), aber ist es nicht so, dass man sich beim Kindle die Datei an seine "Send-to-Adresse" schicken muss? Oder vergleiche ich gerade Äpfel und Birnen?