Beiträge von Darcy

    Nette Idee ! Ich lese allerdings haupsächlich auf Englisch und bin deswegen bei NetGalley.uk viel aktiver. Die sind auch nicht so piensig mit dem Zeitpunkt der Rezension. Da kann man rezensieren wann man will und bekommt auch oft Bücher weit vor Erscheinungstermin. Die deutsche NetGalley Seite hat sehr wenige Bücher, die in mein Beuteschema passen, deswegen werde ich mich hier leider eher weniger beteiligen können.

    ich habe die Cover beim Kindle dabei.

    :huh: ernsthaft?


    Ich habe da sogar schon mal nachgefragt. Die Antwort war, dass das ja Dokumente seien und dann halt kein Cover dabei wäre.

    Es gibt schon Bücher, da ist das Cover enthalten, aber ich sehe es halt nicht in meiner Kindle Bibliothek.

    Ich hab grad was seltsames entdeckt. Ich habe ein Buch in der Anfrage, das bereits archviert wurde......


    Wieso hab ich dann noch eine offene Anfrage, wenn ich es dann eh nicht mehr runterladen könnte????

    Das habe ich auch schon gehabt. Ich habe auch schon offene Anfragen gehabt und wenn ich nachgeschaut habe, waren es auf einmal Wunschbücher. Ich hinterfrage das schon gar nicht mehr.

    Geht es euch eigentlich bei ebooks auch so, dass ihr, wenn ihr sagen sollt, welches Buch ihr gerade lest, überlegen müsst, wie der Titel lautet?

    Ich merke immer wieder, dass ich mich kaum an den Titel erinnern kann.

    Titel geht noch. Ich finde es eher schade, das man so gar nichts vom Cover hat und somit auch kein Bild vor Augen, wenn man an das Buch denkt. Vor allem bei NetGalley stört mich das, da man ja gar kein Cover hat und nur die Dokumentenseite sieht. Bei gekauften ebooks sehe ich ja wenigstens das (schwarzweisse) Cover im Kindle, aber bei den NetGalley Büchern nur diese öden einheitlichen Seiten.

    Den Inhalt dieses Buches in wenigen Sätzen wiederzugeben ist hoffnungslos. Der Klappentext sagt genug. Man sollte einfach in dieses Buch eintauchen, ohne viel über den Inhalt zu wissen.


    Wer gruselige und verzwickte Thriller mag, dem wird dieses Buch gefallen. Wir treffen Georgina als sie vor Gericht gestellt wird wegen Beihilfe zum Mord. Sie muss für 5 Jahre ins Gefängnis. Zuerst dachte ich, ich wäre in Orange Is The New Black gelandet und fragte mich, ob ich das richtige Buch lese. Aber das Buch ist so viel mehr als der Klappentext verspricht. Die Story ist voller Twists und Überraschungen. Schicht um Schicht wird freigelegt von der tragischen Geschichte, die damals passierte zwischen Geo, Angela und Calvin. Das wahre Kunststück in diesem Buch ist für mich vor allem die Figur der Georgina (Geo). Man ist immer nahe bei ihr, sie ist die Hauptfigur. Sie steht vor Gericht, muss ins Gefängnis. Man weiß, dass sie Mitschuld trägt. Trotzdem fühlt man mit ihr. Aber nach und nach entfaltet sich das ganze Ausmaß und ich muss sagen, dass ich zum Schluss wirklich schockiert war. Das Buch enthält einige drastische Szenen. Aber mich hat mehr beeindruckt, wie leichtfüßig die moralische Integrität der Figuren demontiert wird. Mehr noch als die körperlichen Misshandlungen haben mich die menschlichen Abgründe der Figuren schockiert.


    Wer gut geschriebene, spannende, komplexe und abgründige Storys mag, sollte unbedingt dieses Buch auf seine Einkaufsliste setzten. Viel besser geht es nicht.



    Ich habe die englische Originalversion "Jar Of Hearts" gelesen.

    Klappentext
    Daisy Jones, jung, schön, von ihren Eltern vernachlässigt, hat eine klare Stimme und einen starken Willen: Sie möchte mit ihren eigenen Songs auf der Bühne stehen. Als sie zum ersten Mal gemeinsam mit THE SIX auftritt, ist das Publikum elektrisiert von ihr und Billy, dem Leadsänger der Band. Die beiden zusammen sind nicht nur auf der Bühne explosiv und führen die Band zu ihrem größten Erfolg, auch Backstage sprühen die Funken …

    Ein fesselnder Roman über den rasanten Erfolg einer 1970er Rockband, das Geheimnis ihrer Trennung und zugleich eine bittersüße Liebesgeschichte.



    Die Autorin

    Taylor Jenkins Reid wurde in Massachusetts geboren, studierte am Emerson College in Boston und lebt heute mit ihrem Mann in Los Angeles. Bevor sie ihr erstes Buch "Neun Tage und ein Jahr" schrieb, war sie für verschiedene Zeitungen tätig. Für „Daisy Jones & The Six“ hat sie sich intensiv mit der Geschichte der Band Fleetwod Mac beschäftigt.





    Taylor Jenkins Reid erzählt die Geschichte einer fiktiven Rockband aus den 70er Jahren. Sie wählte dafür einen ungewöhnlichen Erzählstil. Denn dieses Buch liest sich, als ob man eine Netflix-Dokumentation schauen würde. Und es macht enorm Spaß. Dabei entsteht ein so plastisches Bild von einer Zeit und den Menschen, die in dieser Band waren, dass ich kaum glauben kann, dass sie nicht real sind. Ich will diese Lieder hören, ich will ihre Fotos googeln!


    Daisy Jones wurde 1951 in Los Angeles geboren. Sie ist ein reiches und verwöhntes aber auch von den Eltern vernachlässigtes Kind. Und sie ist wunderschön und gesegnet mit einer besonderen Stimme. Als junges Mädchen treibt sie sich in den Bars am Sunset Strip und trifft berühmte Leute. Langsam entwickelt sie sich vom Groupie zur Sängerin. Schließlich stößt sie zu der aufstrebenden Band The Six und nimmt mit ihnen ein Album auf. Und das ist der Durchbruch für alle.


    Ich habe schon mehrere Bücher gelesen, die in Interviewform geschrieben wurden. Gerade die Thematik der Podcasts ist ja sehr beliebt. Hier in diesem Buch ist es aber von einer traumwandlerischen Leichtigkeit. Ich war nach den ersten Seiten schon voll drin in der Geschichte. Die Dinge, die die Personen sagen, sind meist immer relativ kurz und Gegenbemerkungen oder Ergänzungen von anderen werden „dazwischengeschnitten“. Ich habe mich wirklich wie in einer Dokumentation gefühlt, wo von einem zum anderen Protagonisten geschnitten wird. Die Autorin zeigt dadurch auf, wie verschieden die Personen die Dinge erlebt haben und das ihre Erinnerungen an Geschehnisse nicht immer gleich sind. Das ist gleichzeitig interessant und manchmal auch witzig. So erleben wir die beiden Hauptpersonen Daisy und Billy sowohl aus ihrer eigenen Sicht und aus denen der anderen. Auf diese Weise entsteht ein rundes Bild und lässt jede Figur mehrdimensional erscheinen. Ich hatte am Anfang etwas Probleme, einige der Bandmitglieder auseinander zu halten oder auch wer Produzent oder sonstwas war. Aber nach und nach bekommt jeder ein Profil und am Ende meint man, alle gut zu kennen.


    Wir begleiten Daisy und ihre sechs durch ihren Aufstieg als megaerfolgreiche Band in einer interessanten Ära. Es geht um Sex und Drogen, Sucht, Liebe, Freundschaft, Familie und Verantwortung. Die Autorin verwebt diese Themen zu einem sehr unterhaltsamen Roman. Ich bin alt genug, mich an Fleetwood Mac und Stevie Nicks zu erinnern. Sie könnten die wagen Vorbilder für dieses Buch gewesen sein.


    Mit hat das Buch gerade durch seine Thematik und das ungewöhnliche Format, das meiner Meinung hier meisterhaft umgesetzt wurde, sehr großen Spaß gemacht. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung.


    ASIN/ISBN: 3550200773





    Nachdem das Buch nun ziemlich lang auf meinem SUB gelegen hat, habe ich es nun endlich gelesen. Und muss feststellen, das ich offensichtlich eine Schwäche for Joel Dicker habe. Ich mag seinen Schreibstil.


    Ich gehöre zu den Lesern, denen Dickers Debutroman "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" sehr gut gefallen hat. Ich war damals absolut begeistert. Aus irgendwelchen Gründen habe ich aber seinen Nachfolger nicht sofort nach Erscheinen gelesen. Mir ist sogar Dickers drittes Buch "Das Verschwinden der Stephanie Mailer" vorher im Schoß gelandet. Leider hat mich das nicht so begeistern können und ich denke, das die "Baltimores" deswegen bei mir etwas in Vergessehnheit geraten sind. Aber völlig zu unrecht.


    Die Baltimores sind die reichen Verwandten, zu denen Marcus immer aufgesehen hat. Er wollte so sein wie sie und dazu gehören. Er hat den kindlich-verklärten Blick auf diese gottgleichen liebenswürdigen Menschen. Sie sind alle fast zu gut um wahr zu sein. Das sie es nicht sind, zeigt sich zum Ende hin. Ich habe tatsächlich etwas an John Irvings Bücher denken müssen. Es ist schon viele Jahre her, um nicht zu sagen Jahrzehnte, das ich ein Buch von Irving las. Deswegen war dies ein kleiner Ausflug in meine Lesejugend. Dicker erreicht allerdings nicht Irvings Können, vor allem nicht bei seinen Charakteren.


    Das Ende ist etwas sehr dramatisch, aber irgendwie auch passend, denn das es übel enden würde, wurde ja den ganzen Roman hindurch prophezeit.

    Insgesamt hat mir das Buch aber sehr gut gefallen. Ich werde auch weiterhin an Joel Dicker dran bleiben. Ich bin gespannt, ob er zu alter Größe zurückfindet oder im verschlechtertem Stil von "Das Verschwinden der Stepahnie Mailer" weitermacht.

    Ich habe das Buch vor 2 Jahren im englischen Original gelesen und fand es unfassbar langweilig. Tuva war mir sehr unsympathisch. Ich fand ihre Handlungen oft einfach nur dumm. Der Schreibstil war recht langsam und zumindest im englischen Original voller seltsamer Metaphern. Das Setting ist schon ein wenig unheimlich, aber insgesamt hat mich dieses Buch nicht begeistern können und ich habe es nur mit großer Anstrengung zu Ende gelesen.

    Klappentext

    Dunkelheit. Kälte. Schmerz. Mühsam kommt Harden Campbell zu sich. Er ist gefangen in einer dreckigen Zelle, neben sich die Leiche seines Freundes, eine alte Schreibmaschine und ein Stapel Papier. Nur ein Satz steht darauf: »Erzähl mir eine Geschichte«.

    Steckt Coyote dahinter? Der Ex-Mitbewohner aus Hardens Studenten-WG hat in den letzten Monaten auf verstörende Weise gezeigt, dass er Spaß daran hat, andere zu manipulieren und sie an ihre Grenzen zu bringen. Aber würde dieser Soziopath wirklich so weit gehen? Harden ahnt, dass er die Geschehnisse aufschreiben muss, die ihn in diese Situation gebracht haben. Nur so hat er eine Chance zu überleben.

    Harden steht vor der schwierigsten Aufgabe seines Lebens. Jedes Wort muss sorgfältig gewählt werden. Sein Schicksal hängt davon ab.



    Der Autor

    Carter Wilson, USA Today-Bestsellerautor, erforscht in seinen düsteren Thrillern die Tiefen und Untiefen von Psyche und Paranoia. Seine Werke haben höchsten Anklang bei Kritikern gefunden, unter anderem durch mehrere lobpreisende Rezensionen in der Publishers Weekly und dem Library Journal. Carter ist für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet worden, so etwa mit dem Colorado Book Award, dem International Book Award und dem National Indie Excellence Award. Aktuell wohnt Carter in einem viktorianischen Spukhaus außerhalb von Boulder, Colorado.




    "Das letzte Bekenntnis" ist ein gefällig geschriebener Psychokrimi. Harden erwacht in einem kellerartigen Verlies. Er wird gefangen gehalten von einer Art Sekte, die sein bester Freund Coyote ins Leben gerufen hat. Im Austausch gegen Nahrung soll Harden schreiben. Er soll aufschreiben, was passiert ist, seit dem Tag, an dem er Coyote begegnete. Ihre Freundschaft begann durch einen kleinen Unfall und wurde schon bald sehr eng. Coyote ist charismatisch und einnehmend, aber auch unberechenbar und mit psychotischen Anwandlungen. Als er ein Essay von Harden liest, in dem er über Religion schreibt, hat er die Idee, einen eigenen Kult zu gründen. Einfach so, weil er es kann und sehen will, wohin es führt.


    Das Buch wird abwechselnd auf zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen ist da in der Gegenwart Harden in seinem Verlies. Die zweite Ebene ist das, was Harden schreibt: wie es dazu kam, das er in dem Verließ endete.


    Die Story ist durchaus interessant. Zum einen verspricht sie einen Blick in die psychopathische Seele eines verwöhnten reichen Jungen, der mit Menschen zum Spaß spielt. Und dann ist da natürlich noch die Sache mit dem Kult, den er entwickeln wird. Leider werden diese Versprechen nicht erfüllt. Coyote bliebt für mich ein Mysterium. Seine Religion ist mir auch viel zu wage geblieben und ich weiss nicht, warum ihm so viele Menschen folgen sollte. Harden, der Hauptcharakter, ist ein Mitläufer und Feigling und das weiss er auch. Er handelt bis zum Schluß oft schlichtweg dumm. Einige Ungereimtheiten lösen sich zwar nach dem Endtwist auf, trotzdem bleibt er eine Figur, die so schlicht und uninteressant ist, das ich mich wunderte, warum der schillernde Coyote sich so auf ihn fixiert hat.

    Trotz aller Makel lässt sich das Buch gut weglesen. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm. Leider hinkt die Story etwas und bleibt bei seinen wichtigsten Zutaten leider viel zu wage. Mir war da einfach zu wenig Substanz.

    „Zu Staub“ ist eine eher langsam erzählte Mystery-Story über den seltsamen Tod eines australischen Farmers im Outback.


    Cameron Bright liegt tot im Schatten eines alten Grabsteines mitten im Nirgendwo in Australien. Sein Auto steht nur 9 km entfernt und ist vollgepackt mit Wasser und Proviant. Seine beiden Brüder sind ratlos. Warum war Cam dort an diesem verlassenen Ort und warum starb er an Dehydrierung wenn er doch genügend Wasser in seinem Auto hatte. Diese mysteriöse Geschichte ist nicht leicht zu durchschauen und Jane Harper ist nicht in Eile, uns aufzuklären. Zum Glück, denn ich habe jedes Wort dieser Geschichte genossen. Langsam entfaltet sich die Story um eine Familie, die im australischen Outback auf einer Farm lebt. Wir lernen die verschiedenen Personen kennen und erleben, wie hart ihr Leben dort ist. Die gnadenlose aber wunderschöne australische Landschaft ist dabei fast ein eigenständiger Charakter. Fast konnte ich beim Lesen die Hitze fühlen und den endlosen Sternenhimmel sehen. Das Leben der Menschen dort ist verwoben mit der Landschaft. Worum es in dem Buch geht ist schnell erzählt: Es geht um Familie und Geheimnisse. Nicht besonders originell im Grunde, aber doch entfaltete sich schon bald eine Faszination bei mir. Das Rätsel um Cams Tod, die Wildnis und der angenehme Schreibstil haben mich völlig in seinen Bann gezogen.


    Ich habe Harpers vorherige beide Bücher ebenfalls gelesen. „Hitze“ hatte mich noch nicht übermäßig begeistert. Trotzdem las ich den Folgeband „Ins Dunkel“. Das wiederum hatte mir ausgesprochen gut gefallen. Mit ihrem dritten Band hat sich die Autorin nun ganz hoch auf meine Must-Read-Autorenliste geschossen. Ich konnte das Buch, nachdem ich es einmal angefangen hatte, kaum noch aus der Hand legen. Die Seiten flogen nur so dahin. Hier gibt es weniger Action sondern mehr Stimmungen und es wird viel Augenmerkt auf die Personen gelegt. Mir hat sogar besonders gefallen, dass sie sich so viel Zeit nahm mit ihrer Geschichte und ich länger verweilen konnte in diesem Buch.


    „Zu Staub“ ist ein sehr schön geschriebener atmosphärischer Mystery-Krimi in einer ganz eigenen Welt. Von mir ebenfalls volle Punktzahl und eine klare Leseempfehlung.


    Ich habe die englische Originalausgabe „The Lost Man“ gelesen.

    Das häusliche Leben der Psychopathen.


    Wir erleben hier ein auf den ersten Blick normal erscheinendes Paar. Zwei Kinder, ein Haus, Jobs. Der Erzähler ist der Ehemann, dessen Namwen nie genannt wird. Aber schon bald erfahren wir, das die beiden ihr Normaloleben mit Morden aufpeppen. Beim ersten Mal war es eher Zufall. Hier haben sich nicht zwei Psychopathen gefunden, um zusammen Frauen umzubringen. Durch diesen Zufallsmord haben beide erst gemerkt, das sie das anmacht.


    Es gibt ein paar Handlungslöcher und die Geschichte ist auch eher langsam erzählt. Es gibt auch viel Alltagshandlung z.B. welches organische Abendessen Millicent, die Ehefrau, denn zubereiten wird. Aber genau das hat mir gefallen. Millicent und ihr Ehemann sind total gestört, trotzdem sind sie in der Lage, ihren Kindern ein funktionierendes Familienleben zu bieten. Ihr "Hobby" behandeln sie ziemlich trocken und sachlich. Genau dieser Kontrast hat mir gut gefallen. Gleich zu Beginn merkt man, das etwas unterschwellig nicht erzählt wird. Die Autorin möchte, das wir den Erzähler mögen, aber er ist eine schwer gestörte Persönlichkeit. Das Ganze gerät langsam ausser Kontrolle und und die unfassbaren Dinge , die die beiden tuen, haben nach und nach Auswirkungen auf alle anderen Personen in ihrem Umfeld, vor allem auch auf die Kinder. Ihre Tochter entwickelt eine gewisse Paranoia und beide Elternteile versuchen ihr zu helfen, während sie nebenbei den nächsten Mord planen.


    Dieses Buch hat irgendwie für mich funktioniert. Es gibt das ein oder andere zu kritisieren, aber im Grunde hat es mir Spaß gemacht. Die Diskrepanz zwischen einem normalen Familienleben und dem Ausleben eines morbiden Dranges war ein düsteres Vergnügen für mich.

    Letztes Jahr las ich „The Last Mrs Parrish/Dein Leben gegen meins" von Liv Constantine und es hat mir gut gefallen. Deswegen habe ich mich sehr auf ihr neues Buch gefreut. Aber leider hat es mich nicht annähernd so begeistert. Ganz im Gegenteil. Ich frage mich sogar, ob beide Bücher tatsächlich von der gleichen Autorin sind.


    Kates Mutter wird brutal in ihrem Haus ermordet. Kate ist am Boden zerstört. Ihre Mutter war allseits beliebt und bewundert, wer könnte ihr Böses wollen? Am Tag der Beerdigung sieht sie ihre Jugendfreundin Blaire wieder. Seid einem Streit vor vielen Jahren haben sie sich nicht mehr gesehen. Blaire wird zu Kates Stütze in dieser schweren Zeit, denn offensichtlich ist der Mörder noch nicht fertig mit ihr. Er schickt ihr morbide Geschenke und Nachrichten. Kate wird zunehmend paranoider und auch um ihre Ehe steht es nicht zum Besten.


    Alle beteiligten Figuren sind sehr reich und die Autorin schwelgt darin, sie Geld ausgeben zu lassen und darüber auch zu sinnieren. Merkwürdige Unterhaltungen über Gelddinge sind die Folge. Blaire ist eine erfolgreiche Autorin und darüber wohl sehr wohlhabend geworden. Kates Eltern haben sowieso Millionen. Teure Häuser, Personal, kostbare Geschenke, im Hotel natürlich die Präsidentensuite, wochenlang nicht arbeiten, alles kein Problem. Kate ist eine erfolgreiche Kinderherzchirurgin, obwohl wir sie nie praktizieren sehen und ich es ihr nicht wirklich zutraue. Das alles erschien mir irgendwie wie aus einer uralten Folge aus der Serie Denver-Clan.


    Kate bekommt manchmal mehrmals am Tag SMS vom Mörder. Er weiss z.B. was sie trägt usw. Die Polizei scheint absolut unfähig und nur Stichwortgeber zu sein. Kate ist absolut paranoid, wenn sie im Haus ist, hat aber kein Problem, im Wald joggen zu gehen und zwar so schnell, dass ihr Personenschützer nicht nachkommt. Sowieso stehen alle bereit, um Drama-Kate auf Schritt und Tritt zu dienen. Die Story selbst ist vorhersehbar und ohne große Überraschungen. In der Mitte passiert eigentlich nichts anderes, als dass neue Nachrichten eintreffen und Kate irgendwen beschuldigt. Der Schreibstil ist sehr schlicht und höchstens auf Aufsatzniveau. Mir fällt kein anderer Vergleich ein als der zu einer Vorabendsoap. Dieses Buch war schlicht Zeitverschwendung.

    Rebecca Gablé springt in ihrem neuen Buch rund um die fiktive Familie Waringham ein paar Jahrhunderte zurück. Genau das war der Grund, warum ich nach längerer Abstinenz mal wieder einen historischen Roman lesen mochte. Gerade die Zeit der Plantagenets finde ich sehr interessant. Hier steht diesmal John Ohneland, vielen nur wegen Robin Hood bekannt, im Mittelpunkt.


    Die Handlung des Buches kann man in ähnlicher Form bei Wikipedia nachlesen. Anschaulicher und menschlicher liest man es natürlich bei Frau Gablé. Diesmal ist es Yvain Waringham, der in die Nähe des Königshofs kommt und aus dessen Sicht wir die Geschichte erleben. Er ist immer dicht dran am späteren König John und ist ihm treu ergeben, erlebt aber auch immer wieder seine Willkür und sein unberechenbares Temperament.


    Das Rebecca Gablé gut und flüssig schreiben kann und ihre Geschichten sich angenehm weglesen lassen, steht außer Frage. Sie ist eine sichere Bank, wenn man zu einem unterhaltsamen und auch informativen historischen Roman greifen möchte. Als ich vor bestimmt 15 Jahren oder mehr „Das Lächeln der Fortuna“ las, war ich sofort begeistert ob ihrer Fähigkeit, ihre fiktiven Figuren in die historischen Ereignisse einzubetten. Ich habe danach fast alle ihre Bücher gelesen. Mein Interesse an dem Genre ist allerdings abgeflacht, und leider hatte auch das letzte Buch, das ich von ihr las, „Der Dunkle Thron“, mich nicht mehr begeistern können. Nun habe ich grundsätzlich ein Problem mit Serienfiguren. Sie gehen mir irgendwann auf die Nerven. Viele Leser fühlen sich bei vertrauten Figuren wohl und wollen mehr von ihnen erfahren. Mich langweilen sie eher. Auch wenn in ihren Büchern die Waringham-Protagonisten immer wechseln, sind sie sich doch alle sehr ähnlich. Und beim Stichwort „ähnlich“ komme ich zu meinem Kritikpunkt: trotz wechselnder Jahrhunderte und historischer Ereignisse erzählt Rebecca Gablé immer die gleiche Geschichte. Ein junger Mann gerät in den Kreis eines Königs und muss sich seinen Launen stellen. Er wird zu einer Schlüsselfigur bei wichtigen Ereignissen und fällt oft in Ungnade. Zudem liebt er immer eine Frau, die er nicht haben kann und macht sich schon sehr früh im Buch einen Mann zum Feind, der ihm bis zum Schluss das Leben schwermacht. Sie setzt leider ihre Bücher immer nach dem gleichen Schema zusammen. Sie ist eine begnadete Geschichtenerzählerin, aber leider erzählt sie immer nach dem gleichen Handlungsmuster. Bei ihren Büchern weiß man immer schon im Voraus, was man bekommt.

    Ich habe die „Teufelskrone“ gerne und zügig gelesen, aber ein richtiger Lesesog wollte sich bei mir nicht einstellen. Ich hätte das Buch auch jederzeit zur Seite legen können. Ein wenig Straffung hätte der Geschichte gutgetan, vor allem gegen Ende. Die gefühlt ewig lange Belagerung zum Schluss hätte so in der epischen Breite für meinen Geschmack nicht sein müssen. Ich habe da eigentlich nur aufs Ende gefiebert. Es gab auch so zwischendurch mal dem einen oder anderen Hänger und über die etwas peinlichen Sexszenen habe ich schnell hinweggelesen. Zum Glück sind es nur wenige. Wie alle Waringhams ist auch Yvain kein Lüstling. Trotz meiner Kritikpunkte ist das Buch aber durchaus lesenswert und unterhaltsam. Ich würde auch wieder ein Buch von Frau Gablé lesen. Es käme halt immer darauf an, um welcher Zeit und um welche historische Figur es geht.

    Once Upon A Time In Hollywood


    Wunderschön anzusehen, aber seltsam Handlungsarm, d.h. ohne wirkliche Story, mit verwirrend geschnittenen Szenen, vielen Personen und viel Gerede. Erst zum Schluß wird es tarantinoesk mit einem überraschenden Ende.


    Ich weiss nicht, ob ich ihn genial oder mau finden soll. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Jedenfalls wurde so viel im Film geraucht, das ich eben beim Ausziehen instinktiv an meiner Kleidung gerochen habe:D

    Da bin ich offensichtlich schon wieder alleine mit meiner Meinung, denn ich fand dieses Buch größtenteils langweilig.


    Der Klappentext klingt spannend. Sechs Jugendliche gehen im Wald kampen. Eine von ihnen, Topaz, muss ihre kleine Schwester Aurora mitbringen. Aber dann verschwindet Topaz und wird nie wieder gefunden. Erst 30 Jahre später taucht ihre Leiche auf. Ausgelöst durch diesen Fund nimmt die Polizei die Ermittlungen wieder auf. Einer der Polizisten ist DC Jonah Sheens. Er kannte die beteiligten Kids, denn er ist mit ihnen zur Schule gegangen. Und er ist sicher, das einer von ihnen Topaz getötet hat.


    Das Buch beginnt stark. Die sterblichen Überreste des vermissten Teenagers Topaz werden nach 30 Jahren endlich gefunden. Irgendwas ist passiert auf diesem Campingtrip damals. Das alles könnte so spannend sein, aber die Geschichte ist unfassbar langsam erzählt. Die meiste Zeit passiert nicht viel. Es geht auch viel um Polizeiarbeit. Ich bin kein großer Fan von Krimis, die die Polizeiarbeit im Fokus haben. Aber meistens, wenn ich denn doch so ein Buch lese, funktioniert es dann doch recht gut. Hier leider nicht. Die Autorin strebt wohl eine Serie rund um Jonah Sheens an, so dass hier Fragen aufgeworfen werden bezügl. des Privatlebens der Polizisten, die wohl erst in einem späteren Buch beantwortet werden. Irgendetwas am Schreibstil der Autorin hat mich auch gestört, bzw. sie konnte mich nicht fesseln. Ich merkte immer wieder, wie ich gedanklich beim Lesen abdriftete, was nie ein gutes Zeichen ist.


    Mein Fazit: Kein wirklich schlechtes Buch, aber auch nichts, was man gelesen haben muss.


    Ich habe die englische Oringinalfassung "She lies in Wait" gelesen.

    Englischer Originaltitel: Now You See Her



    Klappentext


    Ein vermisstes Mädchen. Zwei Freundinnen. Zwei Wahrheiten …

    Während Charlotte auf Alice, die Tochter ihrer Freundin Harriet, aufpasst, verschwindet das Mädchen spurlos. Charlotte ist am Boden zerstört – sie schwört, Alice nur eine Sekunde aus den Augen gelassen zu haben. Diese Sekunde reichte aus. Harriet, völlig verzweifelt, weigert sich, ihre einzige Freundin zu sehen oder mit ihr zu sprechen.

    Doch warum werden, zwei Wochen nach dem verhängnisvollen Tag, Harriet und Charlotte getrennt voneinander von der Polizei verhört? Und warum haben beide Freundinnen so große Angst davor, was die andere den Beamten sagen könnte? Beide scheinen Geheimnisse zu haben – gefährliche Geheimnisse, die schon bald ans Licht kommen werden



    Die Autorin


    Heidi Perks arbeitete als Marketingchefin eines Finanzunternehmens, bevor sie sich entschloss, Vollzeit-Mutter und -Autorin zu werden. Sie ist ein unersättlicher Fan von Kriminalromanen und Thrillern und will immer herausfinden, wie die Menschen ticken. Heidi Perks lebt mit ihrer Familie in Bournemouth an der Südküste Englands.




    Dieses Buch hat sich völlig anders entwickelt, als ich erwartet hatte. Nachdem ich mich schon fragte, warum ich noch ein weiteres Buch über ein verschwundenes Kind lesen wollte (denn langsam verursacht es mir Alpträume), wurde ich im Verlauf des Lesens mit einer ganz anderen Geschichte überrascht.


    Harriet ist etwas verhuscht. Ihr ein und alles ist ihre 4jährige Tochter Alice. Noch nie war sie getrennt von ihr. Aber ausgerechnet am Tag eines Schulfestes vertraut sie Alice ihrer Freundin Charlotte an. Charlotte ist selber Mutter von drei Kindern, geht aber mit dieser Situation völlig anders um als Harriet. Und dann geschieht das Undenkbare: Charlotte schaut einen Moment auf ihr Handy und Alice ist verschwunden. Charlotte fühlt sich unendlich schuldig, auch wenn sie im Grunde nichts falsch gemacht hat. Aber langsam verändern sich die Menschen um sie herum, sehen sie mit anderen Augen und geben ihr tatsächlich die Schuld, halten sie für eine schlechte Mutter.


    Schon während dieser Handlungsverlauf erzählt wird, merkt man, dass bei Harriet und ihrem Mann Brian etwas nicht stimmt. Das Buch wird in zwei Teilen erzählt; Abwechselnd aus Charlottes und Harriets Sicht. Was zuerst wie eine Geschichte über eine Kindesentführung wirkt, entwickelt sich langsam zu einer völlig anderen Story. Langsam und schleichend bekommt man als Leser eine Ahnung, was eigentlich los ist. Ich hatte mit meiner Idee allerdings falsch gelegen. Die Auflösung ist weit komplexer. Dabei durchleuchtet die Autorin die Hintergründe der beiden Frauen sehr anschaulich. Mir hat vor allem gefallen, dass nach dem (etwas seltsamen Showdown) die Geschichte nicht in Friede, Freude, Eierkuchen endet, sondern auch die tiefgreifenden persönlichen Nachwirkungen, die gewisse Handlungen nach sich ziehen, beleuchtet werden.


    Ich habe irgendwie nicht so ein komplexes und tiefgründiges Buch erwartet. Deswegen bin ich angenehm überrascht. Der Schreibstil ist flüssig und obwohl es sich nicht um einen Pageturner handelt, entwickelt sich eine gewisse Spannung und ich wollte unbedingt wissen, was denn nun passiert war. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.


    ASIN/ISBN: 3734107105

    Klappentext

    Neun Fremde und zehn Tage, die alles verändern: In einem abgelegenen Wellness-Resort treffen fünf Frauen und vier Männer aufeinander, die sich noch nie zuvor begegnet sind. Sie alle sind in einer Krise und wollen ihr altes Leben hinter sich lassen. Bald schon brechen alte Wunden auf und lang gehütete Geheimnisse kommen ans Licht. Denn nichts ist so, wie es scheint in Tranquillum House …



    Die Autorin

    Liane Moriarty ist freischaffende Werbetexterin, die für ihre Kampagnen mehrfach ausgezeichnet wurde. Für ihren Debütroman DREI WÜNSCHE FREI erhielt sie den Fred Rush Convocation Prize. Das Buch platzierte sich auf Anhieb in den Top Ten der australischen Bestsellerliste und ist inzwischen in mehreren anderen Ländern erschienen. Auch ihre weiteren Romane EIN GESCHENK DES HIMMELS und VERGISS IHN NICHT waren große Erfolge. Liane Moriarty lebt mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn in Sydney.



    „Neun Fremde“ ist ein ungewöhnliches Buch. Und das meine ich im positiven Sinne. Im Grunde passiert gar nicht viel in der Geschichte. Neun Menschen, darunter eine Familie und ein Ehepaar, haben sich für einen 10tägigen Wellnessaufenthalt in dem luxuriösen Tranquillum House angemeldet. Das Programm ist zuerst nicht so ungewöhnlich. Kein Handy, gesundes Essen, Yoga, Wanderungen, Massagen und Meditation. Dass sie die ersten 5 Tage schweigen müssen, fällt ihnen nach anfänglicher Irritation auch nicht schwer. Es ist aber auch schwierig, sich dem Bann der Leiterin Masha zu entziehen. Wie eine Göttin erscheint sie ihnen; groß und ungewöhnlich attraktiv, dazu ihre sehr einnehmende Aura. Doch nach der Hälfte des Aufenthaltes werden die Methoden merkwürdiger und sie merken, das Masha ihnen mehr für ihr Geld geboten hat als sie eigentlich wollten.


    Man sollte sich bei diesem Buch nicht täuschen lassen. Es handelt sich hier nicht um einen Krimi. Es geht nichts geheimnisvollen vor in dem Wellnesshotel. Das Buch lebt von seinen Charakteren. Zwölf verschiedene Personen werden hier eingeführt, jeder mit seiner mehr oder weniger ausführlich erzählten Hintergrundgeschichte. Das ist zwar meist interessant und lässt die Personen im Laufe der Geschichte immer plastischer erscheinen, wirkt sich aber nicht unbedingt positiv auf das Tempo aus. Jede der Figuren hat seine Probleme und Sorgen, manche Geschichten sind traurig. Die Figur, die am meisten im Zentrum steht, ist Frances. Frances plagt sich mit allerlei Luxusproblemen herum. Sie ist Autorin von Liebesromanen, aber ihr letztes Buch wurde vom Verlag abgewiesen. Zu allem Übel ist sie einem Internetbetrüger aufgesessen, der ihr Gefühle vorspielte aber nur ihr Geld wollte. Ihr sind wir am nächsten und ihre trocken-witzige Art hat mir gefallen. Diese Erzählstruktur macht das Buch eher zu einer Charakterstudie bzw. –drama. Es werden viele tiefgründige Fragen aufgeworfen und Probleme gewälzt. Moriarty kann exzellent schreiben und das rettet diese doch etwas langsame und handlungsarme Story durch die über 500 Seiten. Leider werden die Ereignisse in dem Hotel gegen Ende etwas unglaubwürdig und konfus. Und obwohl die Entwicklung der Charaktere einen so großen Raum einnimmt, ist mir ausgerechnet Masha ein Rätsel geblieben.


    Ich kannte bisher nur ein Buch von der Autorin: „Tausend kleine Lügen“ (und die dazugehörige TV-Serie). „Neun Fremde“ war ganz anders, hat mir aber trotzdem gut gefallen. Ich mochte den humorvollen Schreibstil und die Leichtigkeit, mit der sie schwierige Themen in ihre Geschichte einbinden konnte.


    ASIN/ISBN: 3453292340