Beiträge von Darcy

    Klappentext

    Ein schreckliches Verbrechen. Drei verdächtige Frauen. Ist eine von ihnen fähig zu töten? Der neue Spannungsroman von Weltbestsellerautorin Paula Hawkins!

    Auf einem Hausboot in London wird die Leiche eines brutal ermordeten jungen Mannes gefunden. Besonders drei Frauen geraten danach ins Visier der Ermittlungen.

    Laura, die aufgewühlt wirkende junge Frau, die nach einem One-Night-Stand mit dem Opfer zuletzt am Tatort gesehen wurde. Carla, die Tante des Opfers, bereits in tiefer Trauer, weil sie nur Wochen zuvor eine Angehörige verlor. Und Miriam, die neugierige Nachbarin, die als Erste auf die blutige Leiche stieß und etwas vor der Polizei zu verbergen scheint.

    Drei Frauen, die einander kaum kennen, mit ganz unterschiedlichen Beziehungen zum Opfer. Drei Frauen, die aus verschiedenen Gründen zutiefst verbittert sind. Die auf unterschiedliche Weise Vergeltung suchen für das ihnen angetane Unrecht. Wenn es um Rache geht, sind selbst gute Menschen zu schrecklichen Taten fähig. Wie weit würde jede einzelne von ihnen gehen, um Frieden zu finden?



    Die Autorin


    Paula Hawkins arbeitete fünfzehn Jahre lang als Journalistin, bevor sie mit dem Schreiben von Romanen begann. Sie wuchs in Simbabwe auf, 1989 zog sie nach London, wo sie bis heute lebt. Ihr erster Spannungsroman »Girl on the Train« wurde zu einem internationalen Phänomen und verkaufte sich weltweit 23 Millionen mal. Der Roman wurde in über 40 Sprachen übersetzt, führte weltweit die Bestsellerlisten an, wurde mit Emily Blunt in der Hauptrolle verfilmt und war ein großer Kinoerfolg. Auch Paula Hawkins' zweiter Spannungsroman »Into the Water« eroberte weltweit die Bestsellerlisten. Mit »Wer das Feuer entfacht« erscheint im Herbst 2021 ihr lang erwarteter dritter Spannungsroman.





    Daniel Sutherland wurde erstochen auf dem Hausboot, auf dem er seit kurzem lebt, gefunden. Und zwar von seiner Nachbarin, die ebenfalls auf einem Hausboot lebt. Er hatte die Nacht mit einer jungen Frau verbracht. Die ist wiederrum befreundet mit einer älteren Dame, die die Nachbarin seiner vor kurzem verstorbenen Mutter war. Zudem gibt es noch die Schwester von besagter Mutter und deren Ex-Mann, einem bekannten Autor. Der wiederum wird von Daniels Nachbarin beschuldigt, ihre Lebensgeschichte für seinen Erfolgsroman geklaut zu haben. Da schließt sich der Kreis einer überschaubaren und dennoch verwirrenden Gruppe von Personen, die in diesem Roman eine Rolle spielen.


    Bei diesem Buch handelt es sich nicht um einen sogenannten Pageturner. Paula Hawkins gibt sich nicht mit einer langen Einführung ab. Hier ist man gleich im Geschehen und muss sich konzentrieren, um die verschiedenen Personen und ihre Verbindung auf die Reihe zu bekommen. Jede dieser Personen hat ein großes persönliches Leid erfahren. Sei es Tod oder ein traumatisches Erlebnis oder Vernachlässigung. Hier ist jeder ein Opfer. Keiner der Figuren bietet sich als Identifikationsfigur an. Jeder ist irgendwie beschädigt. Die junge Laura hat z.B. nach einer Hirnverletzung unangemessene Reaktionen auf alltägliche Dinge. Es dauert eine Weile, bis man die Zusammenhänge erkennt. Man muss diesem Buch ein wenig Zeit geben. Belohnt wird man mit einer fein durchdachten, irgendwie anders gestrickten verwobenen Story über Verlust und Tragik.


    Dies war mein drittes Buch der Autorin. „Girl on a Train“ hat mich noch relativ neutral zurückgelassen. „Into the Water“ dagegen fand ich schon richtig gut und angenehm anders. Vor allem gefällt mir, dass die Autorin offensichtlich nicht über einen Baukasten verfügt, aus dem sie ihre Bücher zusammensetzt. Kein Buch lief für mich nach dem gleichen Schema ab. Mit diesem Buch ist sie ins Krimifach zurückgekehrt. Mir haben die unsympathischen, schwierigen und doch so menschlichen Figuren gefallen und ihre verflochtene Beziehung untereinander.


    ASIN/ISBN: 3764507829

    Klappentext


    Wenn Kathryn ihren Vater im Gefängnis besucht, stellt sie ihm stets dieselbe Frage: "Wo ist sie?" Vor mehr als zwanzig Jahren verschwand ihre Freundin Elsie, und die Beweislast gegen Kathryns Vater war erdrückend. Doch Elsies Leiche wurde nie gefunden. Am 25. Jahrestag ihres Verschwindens erreicht Kathryn eine verstörende Nachricht: Auf ihrer Heimatinsel wird ein weiteres Mädchen vermisst. Um endlich Antworten auf ihre Fragen zu bekommen, kehrt Kathryn auf die Insel zurück - wo sich finstere Abgründe auftun ...



    Die Autorin


    Jenny Blackhurst ist seit frühester Jugend ein großer Fan von Spannungsliteratur. Die Idee für einen eigenen Roman entwickelte sie nach der Geburt ihres ersten Kindes. Sie lebt mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern in Shropshire, England.





    „Dein dunkelstes Geheimnis“ ist ein düsteres Drama über eine Frau, deren Vater wegen dem Mord an ihrer besten Freundin im Gefängnis sitzt. Die Tat ist inzwischen 25 Jahre her. Kathryn und ihre Freundin Elsie waren damals fünf. Ihr Vater gestand die Tat, sagte aber niemals etwas über das Motiv oder wo die Leiche ist. Seit einiger Zeit besucht Kathryn ihn im Gefängnis und stellt ihm jedes Mal die Frage „Wo ist sie?“. Doch ihr Vater schweigt. Die Familie musste damals nach dem Geständnis wegziehen von ihrer Heimat, einer walisischen Insel namens Anglesey. Doch nun, am Jahrestag von Elsies Verschwinden, wird erneut ein fünfjähriges Kind als vermisst gemeldet. Sie sieht Elsie verblüffend ähnlich und lebte in Kathryns ehemaligem Elternhaus. Kathryn glaubt nicht an einen Zufall. Ihr Leben ist stark geprägt von den Ereignissen. Sie hat Erinnerungslücken und Bindungsängste und hat es nie geschafft, zu verarbeiten, was ihr Vater getan hat. Sie beschließt, zurück nach Anglesey zu fahren und herauszufinden, ob die neue Entführung etwas mit Elsie zu tun hat.



    Das Buch lässt sich rasch weglesen. Die Kapitel sind kurz und werden abwechselnd zuerst von Kathryn und Maggie, der ermittelnden Beamtin auf der Insel, erzählt. Später kommen dann noch ein paar andere Erzähler dazu. Es wird aber nie verwirrend und man weiß immer gleich, wo man ist in der Geschichte. Das Tempo ist relativ hoch und die Handlung bleibt interessant. Es lenkt aber leider nicht davon ab, dass sie voller Löcher ist. Für mich ist nicht alles absolut schlüssig bzw. ausreichend beleuchtet worden. Ich hatte auch recht schnell eine Vermutung, die sich letztendlich auch als richtig erwiesen hat. Das alles hat mich aber nicht davon abgehalten, das Buch in zwei Sitzungen zu lesen. Der Schreibstil ist flüssig und die kurzen Kapitel haben mich dazu verleitet, immer weiter zu lesen. Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt und würde auch wieder ein Buch der Autorin lesen.


    7 Eulenpunkte

    Klappentext


    Anna hat alles, was sie will. Sie hat hart gearbeitet, um Moderatorin des BBC-Mittagsmagazins zu werden, Freunde und Familie vernachlässigt, ebenso Jack, der inzwischen ihr Exmann ist. Als sie über einen Mord in Blackdown berichten soll, zögert sie. Denn in der verschlafenen Kleinstadt ist sie aufgewachsen. Und das Opfer ist eine Freundin aus Kindertagen.

    DCI Jack Harper hätte nie gedacht, dass er einmal in Blackdown landen würde. Als die Leiche einer jungen Frau entdeckt wird, beschließt er, niemandem zu sagen, dass er das Opfer kannte, dass sie seine Geliebte war – bis er in seiner eigenen Mordermittlung zum Verdächtigen wird. Und mit seiner Exfrau Anna konfrontiert wird.




    Die Autorin

    Alice Feeney ist Journalistin und hat 16 Jahre als Nachrichtenredakteurin und Produzentin für BBC News gearbeitet. Sie hat in London und Sydney gelebt und sich mit ihrem Mann und ihrem Hund inzwischen in Surrey niedergelassen. «Manchmal lüge ich» ist ihr Debütroman.




    Anna ist beruflich endlich da, wo sie hinwollte. Sie moderiert bei der BBC ein Nachrichtenmagazin. Doch unerwartet taucht die Kollegin, deren Stelle sie bekommen hatte, aus dem Mutterschaftsurlaub wieder auf und will ihren Job zurück. Anna bleibt nichts anderes übrig, als wieder als normale Reporterin zu arbeiten. Ausgerechnet in ihren Heimatort Blackdown wird sie geschickt um dort über einen Mord zu berichten. Anna wollte nie wieder dorthin zurück, denn sie hat keine guten Erinnerungen daran. In ihrer Jugend ist irgendetwas geschehen was sie zutiefst verstört hat. Annas Exmann Jack lebt ebenfalls wieder in Blackdown. Er ist bei der Polizei und für die Mordermittlung zuständig. Dummerweise kannte er das Opfer, er hatte ein Verhältnis mit ihr und am Abend zuvor hat er sie genau an dem Ort, an dem sie gefunden wird, getroffen. Noch dümmer, das er darüber kein Wort verliert und so tut, als kenne er die Tote nicht.


    Das Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen obwohl es nur so vor Klischees tropft. Anna trinkt zu viel und ist nach außen taffer als sie wirklich ist. Jack denkt, dass die Gesetze, die er täglich vertritt, nicht für ihn gelten und er trifft eine dumme Entscheidung nach der anderen. Beide sind von einem schweren Schicksalsschlag getroffen worden, das zur Trennung führte, aber natürlich haben sie noch Gefühle füreinander. Das Buch heißt im Original „His&Hers“, denn die Kapitel werden abwechselnd aus Annas und Jacks Sicht erzählt. Beide sind aber nicht besonders ehrlich mit sich selbst und anderen gegenüber. Was sie uns erzählen ist nicht immer hundertprozentig die volle Wahrheit.


    Dies ist mein zweites Buch von Alice Feeney. Ich war schon beim ersten Mal sehr angetan von ihrem Schreistil. Mir gefällt wie sie sich ausdrückt und Dinge beschreibt. Selten habe ich bei einem anderen Buch so viele Stellen in meinem Kindle markiert. Beide Bücher sind düster und die Stories sind komplex und verwickelt. Nur mit der Spannung hapert es ein wenig. Hier war ich ein wenig mehr gefesselt. Die abwechselnden Kapitel haben oft einen kleinen Cliffhanger, so dass man weiterlesen möchte um zu wissen, wie es weitergeht.


    Das Buch lässt sich rasch weglesen, es ist nicht besonders dick und die Geschichte entwickelt sich zügig weiter. Anna und Jake, unzuverlässig wie sie sind, bekommen eine gewisse Tiefe, alle anderen Charaktere bleiben etwas außen vor. Da hätte ich mir beim ein oder anderen etwas mehr Infos gewünscht, denn auch sie waren durchaus interessant. Mir hat es besonders Feeneys Schreibstil angetan. Ihre Stories sind originell und wie man sieht kann sie auch klischeebeladene Geschichten gut neuerzählen. Ich würde auf jeden Fall ein weiteres Buch der Autorin lesen.

    Klappentext


    »Das unsichtbare Leben der Addie LaRue« ist ein großer historischer Fantasy-Roman, eine bittersüße Liebesgeschichte – und eine Hommage an die Kunst und die Inspiration.

    Addie LaRue ist die Frau, an die sich niemand erinnert. Die unbekannte Muse auf den Bildern Alter Meister. Die namenlose Schönheit in den Sonetten der Dichter. Dreihundert Jahre lang reist sie durch die europäische Kulturgeschichte – und bleibt dabei doch stets allein.

    Seit sie im Jahre 1714 einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat, ist sie dazu verdammt, ein ruheloses Leben ohne Freunde oder Familie zu führen und als anonyme Frau die Großstädte zu durchstreifen. Bis sie dreihundert Jahre später in einem alten, versteckten Antiquariat in New York einen jungen Mann trifft, der sie wiedererkennt. Und sich in sie verliebt.


    Die Autorin


    Victoria (V. E.) Schwab ist 1987 als Kind einer englischen Mutter und eines amerikanischen Vaters zur Welt gekommen und seitdem von unstillbarer Wanderlust getrieben. Wenn sie nicht gerade durch die Straßen von Paris streunt oder auf irgendeinen Hügel in England klettert, sitzt sie im hintersten Winkel eines Cafés und spinnt an ihren Geschichten. Die drei Bücher der Weltenwanderer-Trilogie um den Antari Kell und Lila Bard wurden zu internationalen Bestsellern.





    „Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen“.


    Diese alte Weisheit bewahrheitet sich für die junge Addie. Geboren Ende des 17. Jahrhunderts bleibt ihr als Frau nicht viel, als darauf zu warten, verheiratet zu werden. Doch darauf hat sie keine Lust. Sie will mehr. Doch ihre Eltern suchen ihr einen Mann. Am Tag ihrer Hochzeit jedoch rennt sie in den Wald und versucht, irgendeinen Gott anzuflehen, ihr zu helfen. "Doch bete niemals zu den Göttern, die nach Einbruch der Nacht antworten." Addie erscheint ein Gott, der eher an Lucifer erinnert, und er bietet ihr einen Pakt an. Freiheit zum Preis ihrer Seele. Doch Addie hat vergessen, nach den exakten Bedingungen ihres Handels zu fragen. Ihre Freiheit besteht darin, dass sie tun kann, was sie will, denn niemand erinnert sich an sie. Sie hinterlässt keine Spuren in der Erinnerung von Menschen. Sobald sie sie aus den Augen verlieren, haben sie Addie vergessen. Ihr Deal bringt Unsterblichkeit mit sich, denn Addie wollte auch mehr Zeit. So mäandert sie durch die Jahrhunderte und lernt die Grenzen ihres Fluchs kennen. Bis sie eines Tages nach 300 langen Jahren jemanden trifft, der sich an sie erinnert.


    Dieses Buch passt so gar nicht in mein Beuteschema. Ich habe ein relativ enges Interessengebiet, aber manchmal gucke ich auch gerne über den Tellerrand. Denn im Grunde bin ich immer an neuen Ideen und Geschichten interessiert, sie müssen nur interessant und gut erzählt sein. Genau das habe ich mir bei Addie LaRue erwartet. Bekommen habe ich in der Tat eine originelle Idee, die mich aber leider nicht ganz zufrieden zurückgelassen hat. Viel wurde ja über Schwabs Schreibstil geschwärmt. Ich kann das nicht ganz nachvollziehen. Ihr Stil ist mir persönlich etwas zu wage, zu repetitiv und zu überbordend.


    Leider habe ich das Gefühl, das ich hier keine wirkliche Geschichte bekommen habe. Addie scheint mit ihrem Fluch auch ihre Lernfähigkeit verloren zu haben, auch wenn immer wieder gesagt wird, dass sie etwas gelernt hat. Aber sie lotet immer nur die Grenzen ihrer Möglichkeiten aus. Eine wirkliche Weiterentwicklung habe ich bei ihr nicht feststellen können. Vor allem in ihren Treffen mit Luc, der Gott/Teufel, dem sie das alles zu verdanken hat, hatte ich das Gefühl, immer der gleichen Unterhaltung zu folgen. Die Story steht auf der Stelle, denn immer nur bekommt man gezeigt, wie Addie jemanden kennenlernt, der schon im nächsten Moment oder aber nach der gemeinsam verbrachten Nacht am nächsten Morgen, nicht mehr weiß, wer sie ist. Alternativ sehen wir Addie Dinge stehlen. Da sie auch keinen Besitz haben kann, muss sie sich immer alles zusammenräubern. Unterbrochen werden diese Wiederholungen von Treffen mit Luc, die sich aber ebenfalls immer gleich anfühlen. Nett ist der Einfall, dass Addie Ideen in die Köpfe der Menschen einpflanzen kann, bevorzugt in Künstlern, die morgens aufwachen und denken, sie hätten über Nacht eine Eingebung für ein Werkt gehabt. Addies Fluch bringt es mit sich, dass sie einsam ist und sie keine Spuren in der Welt hinterlässt. Niemand kennt ihren richtigen Namen, da sie ihn nicht aussprechen kann. Und niemandem bleibt sie in Erinnerung. Das einzige sind die Einflüsse, die sie durch ihre Anregungen bei einigen Menschen hinterlassen hat. Eine verschwommene Gestalt in einem Bild, ein Lied, dessen Melodie im Kopf eines Musikers hängen blieb. Das ist eine nette Idee der Autorin, allerdings ist dieser Reigen an Einflüssen einfach eine Art Nummernrevue, die abgezählt wird. Es wird nicht näher auf die Kunstwerke eingegangen, sie sind leider nur Randerscheinungen.


    Addie hat mich leider nicht verzaubert. Ich fand eher sogar, dass sie ein langweiliger Charakter ist. Wie schon erwähnt, entwickelt sie sich in meinen Augen nicht weiter. Die ganze Geschichte tritt auf der Stelle. Die Autorin schwelgt am liebsten in Wiederholungen. Addies Name wird unzählige Male wiederholt. Ebenso die Tatsache, dass sie sieben Sommersprossen in Form von Sternen im Gesicht trägt. Das wird so unfassbar oft wiederholt. Ebenso die schwarzen Locken des schönen Luc. Von Henry, dem Mann, der sich an sie erinnert, habe ich noch gar nichts geschrieben. Aber er ist ein so langweiliger Charakter, das mir auch gar nicht viel zu ihm einfällt. Was es mit ihm und der Begegnung mit Addie auf sich hat, war mir sehr schnell klar. Der ach so klugen Addie sind die Zusammenhänge nicht aufgegangen. Sie hat aus ihren vielen Treffen mit Luc so gar nichts gelernt, auch wenn sie das ganz anders sieht.


    Für mich hat dieses Buch deutliche YA-Vibes, obwohl Addie und auch Henry deutlich über zwanzig sind. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum es mir nur leidlich gefallen hat. Die Story hätte für mich deutlich besser ausgearbeitet werden können. Der Schreibstil war mir zu blumig, zu überbordend, zu vollgeladen mit seltsamen Metaphern und zu vielen Wiederholungen. Addie ist für mich nicht der starke Charakter, den viele andere Leser in ihr sehen. Ich würde das Buch auch nicht als historischen Roman beschreiben, noch nicht mal teilweise, denn alle geschichtlichen Ereignisse werden nur angeschnitten. Weder Historie noch Kunst sind in diesem Buch wichtig, sondern nur Addies Fluch und dessen Beschreibung. Und das sie sieben Sommersprossen im Gesicht hat (hatte ich das schon erwähnt ;) ). Es ist noch nicht einmal eine richtige Liebesgeschichte, denn so wirklich habe ich Addie ihre Gefühle nicht abgenommen.


    Wahrscheinlich bin ich inzwischen zu alt und auf jeden Fall zu wenig romantisch veranlagt für eine derartige Story. Ich bin trotzdem froh, dass ich es gelesen habe und meine Neugier gestillt habe. Ich bin mir auch sicher, dass das Buch viele Leser finden wird, die es lieben werden. Mitnehmen werde ich meine eigenen Überlegungen, für was ich meine Seele verkaufen würde.


    ASIN/ISBN: 3596705819

    Klappentext

    Familientherapeutin Stella hat die überstürzte Flucht von ihrer geliebten Heimatinsel Evergreen vor fünfundzwanzig Jahren nie verwunden. Als sie nun zufällig erfährt, dass im Garten ihres ehemaligen Elternhauses eine Leiche ausgegraben wurde, ist sie beunruhigt und beschließt, nach Evergreen zu reisen und Nachforschungen anzustellen. Dort angekommen sind nicht alle von ihrem Besuch begeistert, vor allem, als die Identität der Toten bekannt wird und Stellas seit Jahren verschollener autistischer Bruder überraschend gesteht, sie umgebracht zu haben. Von dem Wunsch getrieben, ihren Bruder zu entlasten und die Wahrheit herauszufinden, erkennt sie viel zu spät, in welch großer Gefahr sie schwebt …




    Die Autorin

    Heidi Perks arbeitete als Marketingchefin eines Finanzunternehmens, bevor sie sich entschloss, Vollzeit-Mutter und -Autorin zu werden. Sie ist ein unersättlicher Fan von Kriminalromanen und Thrillern und will immer herausfinden, wie die Menschen ticken. Heidi Perks lebt mit ihrer Familie in Bournemouth an der Südküste Englands.





    Als Psychothriller beworben, handelt es sich hier aber eher um ein Familiendrama, das leider hinter meinen Erwartungen zurück blieb.


    Stella lebte bis zu ihrem elften Lebensjahr mit ihren Eltern und ihren beiden Geschwistern auf der kleinen englischen Insel Evergreen. In einer Nacht- und Nebelaktion floh die Familie eines Abends und niemals in den 25 Jahren danach hat Stella das jemals ernsthaft hinterfragt. Doch nun findet man plötzlich eine Leiche auf dem Grundstück ihres alten Elternhauses. Bei Stella kommen dadurch alte Erinnerungen hoch. Sie hatte eine glückliche Kindheit und liebte die Insel mit ihren nur etwas mehr als 100 Einwohnern. Da Stellas Mutter inzwischen verstorben ist und ihr Vater an Demenz leidet, kann sie beide nicht mehr fragen, warum sie damals so überstürzt aufbrachen. Einzig zu ihrer älteren Schwester hat sie engen Kontakt, doch auch Bonnie ist sehr kurz angebunden über die Vergangenheit. Stella fährt zum ersten Mal zurück auf die kleine Insel. Nur leider ist sie dort nicht besonders willkommen.


    Die Beschreibung klingt vielversprechend. Eine kleine Inselgemeinde, die ein Geheimnis verbirgt, genau mein Ding. Die Stimmung, als Stella auf der Insel eintrifft, ist auch schön düster und feindselig. Leider aber ist die Handlung alles andere als glaubwürdig oder wenigstens interessant erzählt. Stella erscheint mir mit ihren 36 Jahren eher wie ein Teenager. Ihre ältere Schwester Bonnie war mir extrem unsympathisch. Sie ist wehleidig, verschlossen und barsch. Die Insel, die nicht weit vor der englischen Südküste liegt, erschien mir doch sehr aus der Zeit gefallen. Nur wenig Fährverkehr (wie funktioniert die Versorgung?), kein Handynetz etc. Das kommt mir etwas unglaubwürdig vor. Mir ist aber am meisten die ungeschmeidige Erzählweise unangenehm aufgefallen. Die Geschichte liest sich nicht flüssig, was zum Teil schlicht an Fehlern liegt (z.B. bei einem Telefongespräch zwischen Bonnie und Stella wird plötzlich erwähnt, dass Bonnie ihrer Schwester einen Blick zuwirft) aber vor allem die hölzernen Dialoge haben mich öfters beim Lesen ins Stolpern gebracht. Stellas Familie hat sowieso nie richtig miteinander geredet und bis zum Ende prägen Geheimnisse ihr Verhältnis. Aber auch alle Personen im Buch reden nie richtig miteinander. Stella läuft die ganze Zeit hin und her und versucht, an Informationen zu kommen, aber alle Gespräche, vor allem die mit ihrer Schwester, sind völlig ergebnislos und drehen sich im Kreis. Niemand redet wirklich richtig miteinander, es findet schlicht keine glaubhafte Unterhaltung statt. Das fand ich ziemlich ermüdend und frustrierend.


    Ich las vor einiger Zeit „Die Freundin“ von Heidi Perks. Dieses Buch hatte mich angenehm überrascht, weil es unerwartet tiefgründig war und mehr bot, als ich erwartet hatte. Leider ist es bei diesem Buch genau andersrum. Hier habe ich eine wirre und unnötig in die Länge gezogene Geschichte bekommen, die zudem schlecht erzählt ist. Ich dachte zuerst, es liegt vielleicht an der Übersetzung. Ich habe extra nachgeschaut, es wurde von der gleichen Übersetzerin ins Deutsche gebracht. Ich kann kaum glauben, dass beide Bücher von der gleichen Autorin sind. Zudem habe ich, wie schon oben erwähnt, gelegentlich Anschlussfehler bemerkt.


    Zu meinem großen Bedauern hat das Buch mich in keiner Weise überzeugen können. Weder Handlung noch die Figuren, auch nicht das vielversprechende Setting haben ein rundes Bild ergeben.


    ASIN/ISBN: 3734107113




    Ich habe "Das unsichtbare Leben der Addie LaRue von V.E, Schwab erhalten. Ich habe ein wenig gezögert, es anzufragen, da ich mir unsicher bin, ob es was für mich ist. Im englischsprachigen Raum wurde das Buch sehr gehypt und deswegen bin ich neugierig geworden.



    »Das unsichtbare Leben der Addie LaRue« ist ein großer historischer Fantasy-Roman, eine bittersüße Liebesgeschichte – und eine Hommage an die Kunst und die Inspiration.

    Addie LaRue ist die Frau, an die sich niemand erinnert. Die unbekannte Muse auf den Bildern Alter Meister. Die namenlose Schönheit in den Sonetten der Dichter. Dreihundert Jahre lang reist sie durch die europäische Kulturgeschichte – und bleibt dabei doch stets allein.

    Seit sie im Jahre 1714 einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat, ist sie dazu verdammt, ein ruheloses Leben ohne Freunde oder Familie zu führen und als anonyme Frau die Großstädte zu durchstreifen. Bis sie dreihundert Jahre später in einem alten, versteckten Antiquariat in New York einen jungen Mann trifft, der sie wiedererkennt. Und sich in sie verliebt.



    ASIN/ISBN: 978-3596705818

    Geheimnisse und Lügen führen zum Tod einer jungen Frau. Und wieder einmal zeigt sich, wie wenig man den Menschen wirklich kennt, mit dem man sein Leben teilt.

    Lizzie ist Anwältin in New York und folgerichtig arbeitet sie viel. Sie schiebt ihre langen Arbeitszeiten aber auch als Entschuldigung vor, sich davor zu drücken, nach Hause zu ihrem Mann zu gehen und sich ihren Problemen zu stellen. Da erreicht sie ein Anruf aus dem berüchtigten Rikers Prison. Ein ehemaliger Studienfreund von ihr sitzt dort in Untersuchungshaft. Man wirft ihm den Mord an seiner Frau Amanda vor. Da er sehr wohlhabend ist und der Mord in einer vornehmen Gegend passiert ist, ist der Fall sehr prestigeträchtig und die Polizei ist sicher, der Ehemann war der Mörder. Zack wendet sich verzweifelt an Lizzie und will unbedingt, dass sie ihn vertritt obwohl sie eigentlich Wirtschaftskriminalität bearbeitet. Lizzie lässt sich überreden und übernimmt. Aber schon bald merkt sie, dass sie in eine Falle getappt ist.


    Die zweite Erzählebene schildert die Tage aus der Sicht von Amanda vor ihrem Tod. Ihre Ehe mit Zack ist alles andere als glücklich und auch sonst scheinen in ihrer Vergangenheit ein paar dunkle Flecken zu sein. Zudem fühlt sie sich beobachtet und sie erhält immer wieder anonyme Anrufe.


    Vier Ehepaare, inklusive Lizzie und ihr Mann, und die Geheimnisse, die die Partner voreinander haben, die Lügen die sie einander und sich selbst erzählen, bilden die Basis dieser Geschichte. Und dann geht es natürlich noch um den Mord an Amanda. Die Story beginnt recht langsam, nimmt aber bald an Fahrt auf, wenn man so langsam sieht, in welche Richtung sie geht. Dabei gibt es einige Twists und Überraschungen. Das Buch ist flüssig geschrieben und die Charaktere glaubhaft. Nur Amanda fand ich ein wenig anstrengend und naiv. Dies war mein drittes Buch von der Autorin und ich würde auch noch weitere Bücher von ihr lesen.


    8 Punkte

    Oder das hier für 1,99€:


    ASIN/ISBN: B07Q83M7W3


    Er versteckt sich im Schatten und wartet auf den perfekten Moment. Jeder Mord wird präzise geplant und ausgeführt … Die junge Polizistin Becca Vincent kämpft um Anerkennung in ihrem Job und nun hat sie sich den größten Fall ihrer Karriere geangelt. Sie weiß, dass es um Alles oder Nichts geht. Aber wie soll sie den Täter, ein Gesicht unter Tausenden, finden?

    Mithilfe einer Videoaufnahme und Joe Russell, einem Super-Recogniser mit einem ausgezeichneten Gedächtnis für Gesichter, versucht sie, dem Mörder auf die Spur zu kommen. Doch er beobachtet sie bei jedem Schritt und kommt ihnen immer näher. Können Becca und Joe den Zusammenhang zwischen den Verbrechen aufdecken, bevor der Mörder den letzten Namen von seiner Liste streicht?

    Das kann ich empfehlen. Gibt es gerade für 0,99€


    ASIN/ISBN:

    ASIN/ISBN: B08BZGNGVZ

    Jeden zweiten Abend essen Maggie und Nina zusammen. Wenn sie fertig sind, bringt Nina Maggie zurück in ihr Zimmer im Dachgeschoss und legt sie in Ketten. Denn Maggie hat Dinge getan, die unverzeihlich sind, und jetzt bezahlt sie den Preis dafür.

    Aber in der Vergangenheit gibt es vieles, was Nina nicht weiß, und Maggie wird dafür sorgen, dass es so bleibt – auch wenn es sie tötet. Denn in diesem Haus ist die Wahrheit gefährlicher als jede Lüge.

    Für mich ist auch nicht so viel dabei - ich lese überwiegend Krimis, allerdings so gut wie keine deutschen oder skandinavischen Autor/innen mehr.

    So geht es mir auch. ich lese fast nur Autoren aus dem englischsprachigen Raum und auch eher Psychothriller. Wenn da mal einer auf NetGalley auftaucht habe ich das Buch meistens schon im Original gelesen. Eine Ausnahme war „Darling Rose Gold“. Das hatte ich damals bei den englischen NetGalley Seiten nicht bekommen.

    Ich hatte dieses Buch schon lange auf dem Radar, weil es bei den englischsprachigen Lesern so gehypt wurde. Der berühmte Lesekreis von Reese Witherspoon liebte das Buch und ihre Produktionsfirma wird es nun wohl auch verfilmt (immerhin hat sie „Kleine Feuer überall“ so fantastisch produziert). Aber immer wenn ich den Klappentext las, dachte ich mir, dass es so gar nicht in mein Beuteschema passt. Aber manchmal muss man auch über den Tellerrand gucken. Als ich das Buch dann in einem offenen Bücherschrank fand, musste ich es einfach mitnehmen.


    Kya lebt mit ihrer völlig verarmten Familie im Sumpfland von North Carolina. Ihr Vater wird gewalttätig, wenn er trinkt, und so zieht sich seine Frau eines Tages ihre einzigen hochhakigen Schuhe an und verlässt ihn und ihrer fünf Kinder. Nach und nach gehen die älteren Geschwister ebenfalls fort, zuletzt auch ihr Lieblingsbruder Jodie. Kya bleibt im zarten Alter von sechs Jahren alleine zurück. Zuerst kümmert sich noch ihr Vater um sie und zeigt ihr, wie man fischt. Aber eines Tages kommt er auch nicht nach Hause zurück und Kya muss ab jetzt alleine klarkommen. Zwar kommt jemand von den Behörden und bringt sie zur Schule. Aber dieser eine Tag, den sie da verbringt, reicht ihr. Die Leute im Ort schauen herab auf die Sumpfleute. Kya ist schon als Kind mehr eins mit der Natur und menschenscheu, da ihre Familie völlig abgeschottet im Sumpfland lebte. Sie schaut sich von der Natur ab, was sie braucht, um zu überleben. Und natürlich gibt es da den ein oder anderen freundlich gesinnten Menschen im Ort, der ihr gelegentlich hilft. Aber niemand fühlt sich wirklich berufen, ein kleines Kind aus der Wildnis zu holen. So wächst Kya völlig allein gestellt im Einklang mit der Natur auf.


    Klingt toll soweit, oder. Die Stärken der Autorin sind definitiv ihre Naturbeschreibungen. Aber die Geschichte weist so viele Löcher auf und ist auch völlig idealisiert. Kya wächst natürlich, wie sollte es anders sein, zu einer wunderschönen Frau heran, wild, anders, groß und schlank, schmale Taille, langen Beinen, mit langen dunklen Haaren und großen Augen. Zudem ist sie hochintelligent. Nicht nur lernt sie erst spät lesen mit Hilfe eines ihrer wenigen Freunde, sondern liest danach Fachbücher über Biologie etc., so dass sie eine anerkannte Expertin wird für ihren Lebensraum. Natürlich liest sie auch Bücher über Einsteins Relativitätstheorie, die sie auch versteht. Sie kann auch phantastische Aquarelle malen von allem was sie sieht, was sich später passenderweise noch für sie auszahlen wird, und (kleiner Spoiler) sie kann nebenbei auch noch Gedichte schreiben. Und natürlich liebt sie jeder der wenigen Menschen, denen sie begegnet obwohl sie immer nur schroff zu ihnen ist. Zwei Männer fühlen sich zu ihr hingezogen. Einer, Chase, stirbt unter suspekten Umständen. Das erfahren wir schon auf der ersten Seite. Für diesen Mord wird Kya später angeklagt werden. Der andere, Tate, ist fast zu wunderbar um wahr zu sein.


    Ich habe ein Problem mit Hauptfiguren, die einfach von jeder anderen Figur im Buch bewundert und geliebt werden. Wenn sich sozusagen der ganze Kleinkosmos des Buches nur um diese eine Figur dreht. Das habe ich schon oft bemerkt. Meist ist der Autor/die Autorin dann nicht in der Lage, mir als Leser den Zauber dieser Figur nahezubringen. Kya ist auch keine einfache Figur, sie ist sogar sehr sperrig. Für mein Empfinden verhält sie sich nicht immer gradlinig. Ich verstehe, dass ihre lange Einsamkeit sie eigenbrötlerisch gemacht hat. Andererseits wünscht sich so sehr Nähe, sucht sie sogar an falscher Stelle und offensichtlich ist sie ja auch sehr intelligent. Aber sie ist auch wie ein Naturkind, ihr erster Impuls ist immer weglaufen und verstecken. Sehr anstrengend. Ihre Lernfähigkeit überträgt sich nie auf ihr Verhalten in Bezug auf Menschen. Es sei denn, es sind Männer.


    Es gibt durchaus schöne Passagen und Gedanken in dem Buch. Immer wenn es um die Natur geht, oder wie sehr unser Verhalten immer noch tierischem ähnelt, ist es schon schön und interessant. Allerdings wird für meinen Geschmack Armut und Einsamkeit hier romantisch überhöht. Ich halte es auch für extrem unwahrscheinlich, dass ein sechsjähriges Mädchen, das bis dahin doch eine Mutter und Geschwister hatte und irgendwie versorgt wurde trotz Armut, alleine so lange klarkommen konnte, und das wirklich jeder ihrer Verwandten sie einfach alleine zurück lies und nie wieder nach ihr schaute. Das erscheint mir zu unwahrscheinlich, auch wenn es in den 50er Jahren im Süden der USA spielt. Es ist natürlich auch nicht unwahrscheinlich, dass sie so intelligent war und eine Autodidaktin um all das zu werden, was sie letztendlich wurde. Und das sie dabei auch noch gut aussah. Aber es irgendwie alles zu viel, zu idealisiert. Zu geschönt. Zu romantisch.


    Ich kann nachvollziehen, warum so viele Leser dieses Buch lieben. Ich erkenne die Romantik darin, die Verklärung der Naturverbundenheit und Unabhängigkeit. Nur leider bin ich keine Romantikerin und ich sehe zu viele Löcher in dieser idealisierten Geschichte. Ich bin trotzdem froh, dass ich es gelesen habe. Jetzt kenne ich dieses Buch. Ich würd auch jedem raten, es zu lesen wenn ihn der Klappentext anspricht. Es ist ja kein schlechtes Buch. Nur halt keins für mich persönlich. Den Film würde ich mir trotzdem anschauen. Alleine nur wegen den Naturaufnahmen.


    ASIN/ISBN: 3446264191

    Klappentext


    Rose Gold ist schwer krank. Sie wird für immer im Rollstuhl sitzen und auf die Hilfe ihrer Mutter Patty angewiesen sein. Das hat sie zumindest achtzehn Jahre lang gedacht. Bis sie herausfindet, dass ihre Mutter sie die ganze Zeit belogen hat …

    Nach fünf Jahren im Gefängnis muss Patty erst einmal Fuß fassen. Sie ist daher froh, dass Rose Gold ihr trotz allem angeboten hat, sie vorübergehend bei sich zu Hause aufzunehmen. Patty will nur eines: sich endlich mit ihrer Tochter versöhnen. Das behauptet sie zumindest.

    Aber Rose Gold kennt ihre Mutter: Patty wird nicht ruhen, bis sie die Zügel wieder in der Hand hält.

    Nur ist Rose Gold nicht länger Pattys kleine schwache Tochter.

    Sie will ihre Mutter loswerden.

    Für immer.



    Die Autorin


    Stephanie Wrobel ist in Chicago aufgewachsen, lebt seit einigen Jahren aber mit ihrem Mann und ihrem Hund Moose Barkwinkle in Großbritannien. Sie hat am Emerson College studiert und als Texterin für verschiedene Werbeagenturen gearbeitet, bevor sie zu schreiben begann. »Darling Rose Gold« ist ihr Debüt.






    Die Story beginnt wo die meisten enden: Nach dem Verbüßen einer Haftstrafe für ein begangenes Verbrechen. Patty hat 5 Jahre Gefängnis hinter sich. Sie wurde verurteilt wegen schwerer Kindesmisshandlung. Sie hat ihre Tochter Rose Gold von Geburt an systematisch krank gemacht und sie bis zu ihrem 18. Lebensjahr glauben gemacht, dass sie diverse Krankheiten, einen Chromosomenfehler und noch einiges mehr hat. Dadurch wurde Rose Gold stark abhängig von Pattys Pflege und hatte praktisch keinen näheren Kontakt zu anderen Menschen. Ihre Aussage vor Gericht war es auch, die Patty hinter Gitter brachte. Trotz allem hat Rose Gold mit ihrer Mutter nach einer Weile wieder Kontakt aufgenommen und es kam zu einer Art Versöhnung. Rose Gold, die inzwischen einen 3 Monate alten Sohn hat, nimmt Patty sogar nach ihrer Entlassung wieder bei sich auf und vertraut ihr sogar ihr Kind an. Aber als Leser fragt man sich schon bald, was wirklich Rose Golds Absichten sind.


    Mich hat an diesem Buch von vorne herein die Ausgangslage interessiert. Was passiert, wenn die Täterin entlassen wird und wie geht das Opfer damit um. Patty hat Rose Golds Kindheit ruiniert. Nie konnte sie mit anderen Kinders spielen, eine Schule besuchen oder einfach sozialen Umgang mit anderen Menschen erlernen. Ihr einziges Vorbild war Patty. Und schon bald merkt man, dass sie bei ihrer Mutter nicht die richtigen Dinge gelernt hat.


    Patty und Rose Gold sind ein toxisches Mutter-Tochter-Gespann. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus beider Sicht. Pattys Erzählebene spielt in der Gegenwart, also nach ihrer Entlassung und während ihres Aufenthalts bei Rose Gold. Dabei merkt man schnell, dass sie weder Reue noch Schuldgefühle empfindet. Rose Golds Kapitel spielen zumeist in der Vergangenheit und arbeiten sich langsam auf die Gegenwart zu. Beide sind auf ihre Art psychisch angeschlagen und es beginnt eine Art Katz und Maus Spiel, das interessant und auch gelegentlich amüsant ist. Die Autorin hat einen flüssigen und leicht lakonischen Schreibstil, der mir gut gefallen hat. Das Buch ist durchaus spannend, mich hat schon bald interessiert, was Rose Gold im Schilde führt.


    Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

    ASIN/ISBN: 347136028X

    Die Welt liegt dir zu Füßen, du musst nur die richtige Geschichte erzählen



    Maurice Swift ist Schriftsteller. Er hat Stil, kann brillant erzählen, doch ihm fehlen die Geschichten. In Westberlin trifft er auf sein Idol, Erich Ackermann, der gerade mit einem großen Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Ackermann verfällt dem charmanten jungen Mann, der sich für alles, was er sagt, interessiert. Er nimmt ihn mit auf Lesereise durch Europa und erzählt ihm sein Geheimnis. Es ist diese Geschichte, für die Maurice endlich als Autor gefeiert wird. Und die Ackermanns Karriere beendet. Maurice dagegen ist schon auf der Suche nach dem nächsten Stoff…

    Psychologisch raffiniert, hochspannend und mit funkelndem Humor erzählt John Boyne von der verführerischen Macht des Vertrauens und von einem, der für Ruhm alles tut.




    Der Autor

    John Boyne wurde 1971 in Dublin, Irland, geboren, wo er auch heute lebt. Er studierte Englische Literatur und Kreatives Schreiben und bekam bereits als Student erste Auszeichnungen. Nach zahlreichen Kurzgeschichten hat er inzwischen sieben Romane geschrieben, von denen bisher drei auf Deutsch veröffentlicht wurden. Sein 2006 erschienener und bereit kurz darauf erfolgreich verfilmter Roman ›Der Junge im gestreiften Pyjama‹ wurde in über 40 Sprachen übersetzt, mit zahlreichen nationalen wie internationalen Auszeichnungen und Preisen geehrt und hat weltweit über fünf Millionen Leser gefunden.





    „Die Geschichte eines Lügners“ ist die clever konstruierte Story um einen jungen Mann, dem für das, was er werden möchte, das richtige Talent fehlt aber dafür die richtigen Fähigkeiten besitzt, es trotzdem zu erreichen.


    In den 1980er Jahren lernt in Berlin der alternde Schriftsteller Erich Ackermann einen jungen Kellner kennen. Ackermann fühlt sich unwiderstehlich hingezogen zu diesem schönen Jungen. Seine sexuellen Neigungen hat er nie ausgelebt, dazu fehlte ihm der Mut. Zu seinem Erstaunen sucht der junge Mann, Maurice, seine Bekanntschaft. Denn auch er möchte Schriftsteller werden. Da Ackermann gerade einen großen Erfolg mit seinem neuen Buch hat und deswegen auf Lesereise durch Europa ist, bittet er Maurice, ihn als seinen Assistenten zu begleiten. Im Grunde möchte er Maurice nur um sich haben, ihn ansehen und anschmachten. Maurice zeigt großes Interesse an Erichs Leben während des Krieges. Und Erich fühlt sich endlich in der Lage, über das zu berichten, was er damals getan hat. Doch Maurice betrügt ihn und macht aus seiner persönlichen Geschichte ein Buch, dass ein großer Erfolg wird aber gleichzeitig auch ein Skandal, der Ackermann ruiniert.


    Maurice gelingt mit diesem Buch der Einstieg in die Literaturszene. Es wurmt ihn aber, das ihm gelegentlich vorgehalten wird, Ackermanns Geschichte einfach für sich in Anspruch genommen zu haben. Leider entspricht es der Wahrheit. Maurice kann schreiben, er kann formulieren und gestalten. Nur fehlen ihm selbst die Ideen zu packenden Geschichten. So muss er sich immer wieder bei den Ideen anderer bedienen und immer mehr seine Taten verschleiern.


    Mit Maurice Swift hat Boyne eine Figur erschaffen, die ich so schnell nicht vergessen werde. Er ist gesegnet mit blendendem Aussehen das Frauen und Männer stets in Anbetung niederknien lässt. Immer wieder gelingt es ihm, Menschen für sich einzunehmen, aber er benutzt sie nur und hat keinerlei Skrupel, sich zu nehmen was er will. Er ist wie ein Vampir, der anstatt Blut den Menschen ihre Geschichten heraussaugt. Zurück bleibt nur eine leere Hülle, buchstäblich, um die er sich nicht mehr schert. Er ist einfach abscheulich. Und natürlich gerade deswegen faszinierend. Selten habe ich einer Buchfigur so sehr gewünscht, seine gerechte Strafe zu bekommen.


    Das Buch ist geschickt erzählt, es gibt verschiedene Erzähler, aus deren Perspektive man die Entwicklungen über die Jahre sieht. Boyne ist ein fantastischer Autor. Die Seiten fließen nur so dahin und es ist spannend wie ein Krimi. Zum Schluss schließt sich dann der Kreis für einen gealterten Maurice.


    Dies ist mein drittes Buch von Boyne. Irgendwie habe ich ihn aber aus den Augen verloren in den letzten Jahren. Zum Glück habe ich ihn mit diesem Buch wiedergefunden.



    ASIN/ISBN:

    ASIN/ISBN: 3492059635