Beiträge von made

    Hallo zusammen! :wave

    Ich lese auch eure Beiträge. Ich bewundere euch, wie fleißig ihr hier noch weitere Informationen sammelt und postet.


    Das Thema, wie Menschen früher mit den häufigen Todesfällen fertig geworden sind, beschäftigt mich immer wieder.

    Ich kann hier auch nur spekulieren, aber ich kann mir vorstellen, dass man auf längere Sicht leichter mit den Todesfällen fertig wird, wenn man weiß, dass es "normal" ist und dass es den anderen auch schon passiert ist. Man weiß, der andere kann nachfühlen, wie es einem jetzt geht.


    Man hat es als Schicksal oder Gottes Wille betrachtet, was unausweichlich ist. Heutzutage mit den medizinischen Möglicheiten sucht man eher die Schuld bei anderen Menschen. Man empfindet es womöglich als ungerecht. Warum trifft es ausgerechnet unsere Familie?

    Jeder weiß doch, dass es im schriftlichen Austausch von Meinungen zu Missverständnissen kommen kann, weil man den Tonfall nicht hören kann.


    Keiner hat es böse gemeint. Jeder wollte nur seine Meinung sagen.


    Dass eine Gruppe, die sich zusammengehörig fühlt, mal gegen eine andere stichelt, ist doch meistens nicht ernst gemeint, soll doch nur den Zusammenhalt stärken.


    Also lasst es gut sein.


    # Muss ein Buch noch in einer Leserunde gelesen werden, für das auf allen Plattformen bereits geworben wird und zu dem hunderte von Rezensionsexemplaren rausgehen?

    # Warum erwische ich bei meiner durchschnittlich einen Leserunde pro Jahr (nicht in diesem Jahr!) jedesmal ein schwieriges Buch, bei dem bereits dem Verlag hätte klar sein müssen, dass es daran nichts zu loben und zu empfehlen gibt?

    Das ist für mich der Grund, warum ich sehr selten neue Bücher lese. Ich warte gern, bis sich der aufgewirbelte Staub gelegt hat.

    Deswegen nehme ich an solchen Leserunden nicht teil.


    # Kann man sich in der heutigen Zeit überhaupt Monate vorher für eine Leserunde anmelden, ist es nicht wahrscheinlicher, dass mehreren Teilnehmern etwas dazwischen kommt?

    Ich habe den Eindruck, dass sich manche Leser einfach zeitlich übernehmen. Manchmal scheinen sie von Buch zu Buch zu hetzen. Sicher kann immer mal was dazwischen kommen. Es ist aber jedesmal enttäuschend, wenn von den oft zahlreichen Anmeldungen nur ein kleines Häufchen übrig bleibt.

    Möglicherweise hat Melzi recht, wenn sie die Vermutung in den Raum stellt:

    oder ob das in die Abteilung "Sprache ist immer im Wandel - wir wandeln mal fröhlich mit" fällt, kann ich nicht sagen.


    In unserem Dialekt sagen wir eigentlich nie "anscheinend" , immer nur "scheinbar" . Wir dachten sogar, dass "anscheinend" das hochdeutsche Wort für "scheinbar" ist. :grin

    Und wie sagt man dann, wenn man wirklich "scheinbar" meint?

    Ja, mir fällt auf, dass die Wörter häufiger synonym verwendet werden

    Ich habe eher den Eindruck, dass das Wort "anscheinend" verschwindet. Es wird immer "scheinbar" statt "anscheinend" verwendet, nie umgekehrt. So mein Eindruck.

    Ob das nun Unwissenheit ist und unter Zeitdruck einfach mal passiert, oder ob das in die Abteilung "Sprache ist immer im Wandel - wir wandeln mal fröhlich mit" fällt, kann ich nicht sagen.

    Da es mir in dem Buch mehrfach aufgefallen ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass das mit Zeitdruck zu begründen ist.

    Leider habe ich nicht das ebook, sonst würde ich mal mit der Suchfunktion schauen, ob das System hat.

    Ich habe kein Problem, diese zwei Begriffe auseinander zu halten. Ich merke zwar, dass viele Menschen häufig „scheinbar“ verwenden, wo „anscheinend“ richtig ist. Aber momentan bin ich völlig irritiert, dass in dem Buch, das ich gerade lese, mehrfach dieser Fehler gemacht wird (nicht in einer wörtlichen Rede). Und das von einer renommierten Autorin.


    Steckt da eine Absicht dahinter? Ist euch das auch schon aufgefallen?

    Erschüttert war ich von dem Ausmaß der Judenpogrome in Osteuropa zu der hier dargestellten Zeit: 100 000 Tote bei einer sehr viel geringeren Bevölkerung als heute, das ist schon auch hier eine frühe Form des Völkermordes.

    Ja, ich muss zugeben, dass mir das bisher nicht bewusst war. Ich wusste, dass die Juden in Europa schon immer Repressalien ausgesetzt waren. Aber dass es sich um so ein Ausmaß handelte, war mir neu.

    und mich macht es im Hinblick auf die Zukunft noch nachdenklicher.

    Den Epilog finde ich sehr bitter, aber leider auch sehr realistisch.

    Ich sehe schwarz. Ich glaube nicht, dass der Mensch willens ist, zugunsten zukünftiger Generationen auf den schnellen Gewinn zu verzichten. Ich frage mich, ob er jemals dazu in der Lage war. Seit er sesshaft geworden ist und gezwungen war, Vorräte anzulegen, hat er genommen, was er kriegen konnte. Besitz bedeutet nicht nur Überleben, sondern auch Macht.

    „Die Öffentlichkeit und lasterhafte Bienen“


    In Mandevilles Gleichnis vom Bienenstock steckt sicher viel Wahrheit und mir ist klar, dass es zugespitzt formuliert ist, aber dennoch gefällt es mir nicht. Es ist mir zu sehr schwarz-weiß. Und es ist einfach falsch zu sagen, dass, wenn weiß nicht passt, automatisch schwarz richtig ist.


    Klar leben die arbeitenden Menschen zu einem großen Teil von der Genusssucht und Eitelkeit der Wohlhabenden. Und natürlich würde die ganze Wirtschaft zusammenbrechen, wenn alle Menschen über Nacht moralisch einwandfrei handeln würden. Aber so etwas wird nie passieren. So etwas wäre immer ein längerdauernder Prozess.


    Mich regt es auch heutzutage auf, wenn Menschen ihr Einweg-Konsumverhalten damit rechtfertigen, dass sonst die ganze Wirtschaft zusammenbrechen würde. Kommen die nicht auf die Idee, dass es auch darauf ankommt, wofür man sein Geld ausgibt? Statt fünf T-shirts für 2,99 € kann ich auch eines für 15 € kaufen.



    „Der schwebende Reverend“


    Blom hat es, glaube ich, schon wiederholt geschrieben, dass die Veränderungen, die die Kleine Eiszeit bewirkt hat, keineswegs immer zielgerichtet stattgefunden haben. Oft war es einfach nur Versuch und Irrtum. Ich habe mir darüber nie so richtig Gedanken gemacht. Aber irgendwie hat es mich überrascht. Ich bin eher davon ausgegangen, dass solche Entwicklungen planmäßig stattgefunden haben, weil es eben die Umstände erfordert haben.


    Auch in den verschiedenen Ländern war es ebenso. Sie ergriffen verschiedene Maßnahmen mit unterschiedlichem Erfolg.

    „Die neue Natur“


    Wenn Gott = Natur ist, Dogmen keine Gültigkeit haben und somit der Mensch lediglich seinem eigenen Gewissen verantwortlich ist, ist der Sprung von religiösen zur politischen Gewissensfreiheit nicht weit. Jetzt gibt es keine Rechtfertigung für von Gott eingesetzte Herrscher. Alle Menschen sind gleich!


    Es ist schwer nachzuvollziehen, was für einen Effekt das ausgelöst hat. Das Ganze hat ja nicht innerhalb kürzester Zeit stattgefunden. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass gerade die wohlhabende und gebildete Mittelschicht hier aufgehorcht hat. Manche Arbeiter haben womöglich diese Gleichheit sogar ablehnt, weil man ihnen Respekt vor den Höhergestellten anerzogen hat. Vielleicht waren sie auch überfordert, ihre Gleichheit einzufordern. Und Gleichheit für die Frauen war sicher für viele noch völlig unvorstellbar.


    Geburtsstunde der Menschenrechte! Leider nicht für alle. Lockes Doppelmoral als „Erfinder“ der Menschenrechte und Sklavenhalter klingt unglaublich. Ich frage mich, ob es nicht daran liegen könnte, dass man damals die Afrikaner nicht wirklich als Menschen betrachtet hat. Somit sind sie von der Gleichbehandlung ausgeschlossen.

    Spinoza ist mir schon mal untergekommen und zwar in „Sofies Welt“. Ich habe den betreffenden Abschnitt gerade nochmal nachgelesen. Da steht der Satz „Gott ist kein Puppenspieler“.


    Spinoza vertritt ein monistisches Weltbild: Gott ist alles.

    Seine Argumentation ist nachvollziehbar und doch revolutionär.

    Da Gott unendlich ist (wie ja auch die Kirche behauptet), ist Gott in allem. Natur und damit die Naturgesetze sind göttlich und vollkommen. Gott wird nichts daran ändern, da alles bereits vollkommen ist. Wunder sind also unmöglich, Gebete sinnlos usw.


    Wenn aber alles vollkommen ist und unabänderlich abläuft, wie ist es dann mit dem freien Willen?


    Ich versuche mir vorstellen, wie es ihm bei dieser Erkenntnis gegangen ist. Ob er vielleicht sogar selbst Angst vor diesen Gedanken hatte, als ihm das dämmerte, was er für die Wahrheit ansah? Oder war es ihm eigentlich schon lange klar, nur fehlte ihm die Argumentation?


    Interessant ist die Weise, wie die Juden ihre Regeln interpretieren. Wie sie den Spagat schaffen zwischen der Pflicht der buchstabengetreuen Anwendung der Gesetze und den Gegebenheiten des Alltags.

    Da ich in einer streng katholischen Umgebung aufgewachsen bin, konnte ich von frühester Kindheit an sehen, dass diejenigen, die am frömmsten taten oft die grausamsten Menschen waren.

    Das hat mich jetzt zum Nachdenken gebracht, wie es bei mir war. In meinem Elternhaus fand eine gewisse religiöse Erziehung statt, ich weiß aber nicht, ob das aus ihrer eigenen Überzeugung stattfand oder eher aus dem Druck der Dorfgemeinschaft.

    Jedenfalls kann ich mich erinnern, dass ich zeitweise Mitleid mit Nichtchristen empfand. Und ob dieses Mitleid ganz frei von Überheblichkeit war, weiß ich nicht.

    Kapitel „Über Kometen und andere Himmelslichter“


    Pierre Bayle finde ich eine interessante Persönlichkeit. Zuerst hat mir die Aussage gefallen, Abgötterei, z.B. Astrologie oder das Verständnis eines Kometen als göttlichen Boten, dient dem Teufel mehr als Atheismus.

    Also: übertriebener Glaube ist gefährlicher als keiner.


    Der nächste Punkt hat mich an Epikur erinnert.

    Vernunft bringt Menschen dazu, gut zu handeln, weil sie langfristig Schaden (Höllenstrafen) fürchten. Jetzt stellt Bayle die Frage, ob das dann aber noch moralisches Handeln ist? Es geht doch nur um den eigenen Vorteil.


    Die Schlussfolgerung ist logisch, aber auch sehr mutig: Irdische Strafen würden auch eine atheistische Gesellschaft in Schranken halten. Atheisten sind nicht per se unmoralischer als Christen.

    Ich habe den Eindruck, dass es auch heute noch Menschen gibt, die der Ansicht sind, Christen sind die besseren Menschen. Das gilt vermutlich für andere Religionen auch.


    Sein Dictionnaire ist eine beindruckende Leistung, raffiniert. Wieviel Leidenschaft muss in Bayle gesteckt haben, um so ein Werk zustande zu bringen!