Beiträge von made

    II/36.-37.


    Familie Bloch ist schon eigenartig. Dieser homerische Sprechstil!


    Hab ich das richtig verstanden? Bloch sen. behauptet, er hätte bei einem echten Rubens die Signatur weggeschnitten, damit es in den Rahmen passt? Sehr schlecht gelogen.


    Was mir schon früher mal aufgefallen ist: Marcel ist mit Saint-Loup immer noch per "Sie". Mit Bloch hingegen duzt er sich, was wohl daran liegt, dass er ihn schon seit der Schulzeit kennt.


    Ich verstehe nicht, warum Saint-Loup noch an seiner Geliebten festhält. Er hatte doch schon vor ihr jede Menge flüchtige Beziehungen. Offensichtlich hat sie es geschafft, ihn an sich zu binden. In gewisser Weise hat sie ihn sogar erzogen.

    Booklooker , ich habe überlegt, ob es möglich ist, bei diesem Buch einfach mittendrin einzusteigen. Es sind ja keine komplizierten Handlungsstränge. Allerdings ist das Buch nicht in Kapiteln eingeteilt. Schwierig hier einen Einstieg zu finden. :gruebel


    Ich weiß nicht, wieviel das Hörbuch kostet. Ich gehe allerdings davon aus, dass die wenigsten bis zum Schluss durchhalten. Ich bin mir da bei mir auch nicht sicher. Ich vermute mal, eher nicht. Was aber nicht schlimm wäre, denn ein Versuch lohnt sich auf jeden Fall.


    Und noch was. Ich weiß nicht, wie es Rumpelstilzchen geht. Ich zumindest kann dieses Hörbuch nicht nebenher hören.

    II/31.-34.


    Endlich findet Marcel Anschluss. Das Kennenlernen von Marcel und Saint-Loup verläuft zwar anfangs sehr holprig. Doch dann entwickelt sich sogar eine Freundschaft. Aber irgendwie kommt mir bei ihm alles zu viel vor, zu überschwänglich, zu rücksichtsvoll, einfach perfekt. Er ist sogar ein Trendsetter.

    Aber das ist eben Marcels Sicht. Umso weniger kann ich verstehen, dass er Saint-Loups Anwesenheit nicht so richtig genießen kann.


    Marcel trifft in Balbec auch seinen Schulkameraden Bloch wieder. Der ist mir sehr unsympathisch. Dass er der Anlass zu umfangreichen Auslassungen über die Fehler ist, die jeder Mensch hat, hätte ihm sicher nicht gefallen.


    Und schließlich lernt er den Baron de Charlus kennen. Sehr rätselhaft!


    Immer wieder klingt das Thema Antisemitismus an. Ich bin schon etwas befremdet darüber, wie er die Juden in Balbec beschreibt: eine homogene Gruppe, die sich bewusst gegen die anderen abgrenzt.

    II/29.+30.


    In diesen zwei Abschnitten waren wieder so schöne Beschreibungen dabei, z. B. das Zimmer seiner Großmutter, sein Ausblick auf das Meer, das nie zweimal das gleiche ist, die Apfelblüten oder die Kirche.


    Überlegenswert ist seine Feststellung, dass besonders reizvoll für ihn das ist, was er nicht haben kann. Vor allem, wenn er keine Gelegenheit hat, das Objekt genauer wahrzunehmen. Die Begebenheit mit Madame Verdurin war ja zum Lachen komisch!

    Beim Fischermädchen genügt ihm, dass er "Besitz von ihren Geist ergriffen" hat. :gruebel


    Die Beobachtung mit den drei Bäumen fand ich großartig. Irgendwie kennt man das doch, dass man etwas wahrnimmt und sich dann denkt: Irgendwie erinnert mich das an was, aber ich komm und komm nicht drauf.

    II/27.+28.


    Ich glaube, es wird nicht mehr lange dauern, bis Marcel Anschluss findet. Schließlich haben sie jetzt Kontakte in die höheren Kreise geknüpft, eigentlich aus Zufall. Seine Großmutter und Madame Villeparisis konnten sich nicht mehr aus dem Weg gehen. :lache

    Und dann noch die Prinzessin von Luxemburg! Was für eine Type!


    Sein Ansehen wird durch diese Bekanntschaften steigen, sicher auch bei Mademoiselle de Stermaria, die ihn sehr beeindruckt. Er rechnet sich Chancen aus. Ich bin beeindruckt, wie er sich nur vom Ansehen ein Bild von ihr macht, ohne mit ihr gesprochen zu haben.


    Und diese Tratschtanten und Lästermäuler! :rofl


    Mir gefällt, wieviel Zeit der Erzähler sich nimmt, uns Francoise und Aimee (?) nahezubringen.

    Es wundert mich auch, dass er dieses sorgfältige Vermeiden von Kontakten mit Menschen andere Gesellschaftsschichten so ausdrücklich beschreibt. Es ist das offenbar überall vorherrschende Prinzip, sich bloß nur in den eigenen Kreisen zu bewegen und die weiter unten zu verachten, ebenso die weiter oben aus der Ferne zu bewundern.

    Und dass einem dadurch sehr viel entgehen kann, beschreibt er so schön.

    Wenn man bedenkt, wie sehr auf Standesunterschiede geachtet wird, macht das die Sache nicht leichter. Er kann die Leute nicht einfach ansprechen. Aber vielleicht wird das ja noch. Die Besucher in Balbec scheinen ja nicht nur ein oder zwei Wochen dort zu sein.


    Es hat mich früher schon gewundert, dass Freunde nie das Thema waren. Dennoch wurde ein paar Mal so nebenher von Kameraden und Freunden gesprochen. Anscheinend hatte er doch Kontakte. Warum die allerdings so gut wie nie erwähnt werden, verstehe ich nicht. Er hatte in Paris sicher auch noch anderes zu tun, außer zu den Swanns zu gehen. Man erfährt aber gar nichts davon. Vielleicht weil das alles nicht zum Thema "Verlorene Zeit" gehört?

    In einem Abschnitt nimmt er ausdrücklich Bezug auf Proust, ist aber der Meinung, es sei nicht die Zeit, die ihm (Witzel) verloren gegangen ist, sondern die Orte.

    Ist es denn nicht bei Zeit und Ort gleichermaßen, dass sie immer nur in Zusammenhang mit Menschen oder Erfahrungen eine Bedeutung haben?

    Mir selbst ist dieses Haften an einem Ort, an einem bestimmten Zimmer völlig unverständlich. Das kommt aber sicher daher, dass ich völlig anders aufgewachsen bin und in meiner Kindheit immer in einem Gewusel von Menschen gelebt habe. Ich war eher froh, woanders zu sein und da meine Ruhe zu haben.

    Er hat halt woanders keine Ruhe, wenn ihm dieses Woanders fremd ist. Vielleicht würde man Marcels Zustand heute mit Hypersensibilität bezeichnen.

    II/25.


    So langsam bekomme ich eine Ahnung, wie Marcel tickt. Wenn ich mir vesuche vorzustellen, wieviele Reize auf ihn einstürmen, die er einfach nicht ausblenden kann, und was die für eine Maschinerie von Gedankengängen und Assoziationen in Gang setzen, ist ja klar, dass er völlig überreizt ist und nur sehr schwer zur Ruhe kommt. Sogar die Zimmereinrichtung scheint ihn zu erdrücken, bis endlich die Gewöhnung einsetzt. So ein Ortswechsel muss ja fast wie ein Tsunami für ihn sein.


    II/26.


    Dieser Abschnitt war sehr angenehm zu hören. Er beschreibt die Gesellschaft in Balbec. Was für eine Beobachtungsgabe! Köstlich der Vergleich mit dem Aquarium!

    Gut gefallen hat mir auch die Beschreibung von Leuten, die ihre eigenen Kreise nicht verlassen wollen.

    Ich denke, der Autor muss sich doch auch über sich selbst lustig machen. Diese verklärten Vorstellungen vom Leben mit dem jungen Bauernmädchen müssen doch in der Rückschau eher zum Lachen sein.

    Guter Gedanke! Der Sprecher hat aber immer so einen ernsthaften Ton drauf, dass ich gar nicht auf diese Idee gekommen bin. Aber auch so manche Ironie fällt mir erst im Nachgang auf.

    Ich habe schon wieder vergessen, ob das in Wirklichkeit Caen sein soll? Sollte ein Wunder geschehen und wir Ende Mai nach Frankreich fahren, werde ich auf dem Weg die Kathedrale anschauen.

    Dann drück ich dir die Daumen.

    II/24.


    Hier durchlebt Marcel ein Wechselbad der Gefühle, mal himmelhoch jauchzend, dann zu Tode betrübt.

    Wobei ich denke, dass seine Hochstimmung, in die er durch den Anblick der jungen Bäuerin gerät, eher durch die Morgenstimmung, vor allem aber durch die romantisierende Vorstellung eines Großstädters vom Landleben ausgelöst wurde.

    Kaum ist er am Zielort angekommen, ist er maßlos enttäuscht, weil (wieder einmal) nichts so ist, wie er es sich vorgestellt hat.


    Seine Großmutter gefällt mir.

    Einmal will er am liebsten Gilberte heiraten und besucht ein Bordell und dann kann er nicht ohne die Mama an die See reisen.

    Und dabei fährt doch auch noch seine Großmutter mit!


    Witzig finde ich, dassd er Arzt ihm Bier gegen Erstickungsanfälle empfiehlt. Okay zur Entspannung kann das helfen. Und dann hat er wohl einen Schwips. Er spricht jedes Wort langsam und betont aus. Wie er die blaue Farbe des Vorhangs wahrnimmt! Man könnte fast auf die Idee kommen, er hätte anderweitige Drogen genommen. Und dann bittet er den Schaffner, bei ihnen Platz zu nehmen. :rofl

    Aber die Schilderung des Sonnenaufgangs gefällt.

    Ja, und die Nacht im Zug mit den Geräuschen.

    Es ist mir aber nach wie vor ein Rätsel, wie er sich nach Jahren noch an Einzelheiten von Odettes Garderobe bei einem Sonntagsspaziergang erinnern kann.

    Das ist wirklich unglaublich. Deshalb frage ich mich, ob das alles wirklich so stimmt. Vermutlich vermischen sich bei ihm die Erinnerungen, wie es eben allen Menschen passiert. Ich habe mir auch schon mal überlegt, ob er, weil er doch schon immer Schriftsteller werden wollte, von Zeit zu Zeit kleine Texte über erlebte Szenen verfasst hat, sozusagen als Skizzen, oder Tagebuch geführt, auf das er später zurückgegriffen hat.

    Mut zur Lücke eben.

    :thumbup:

    Das ist eine eigenartige Gegenüberstellung und ich verstehe sie nicht.

    Ich glaube, es geht um den Kontrast. Er empfindet den Unterschied zwischen dem Abfahrtsort und dem Ankunftsort stärker, wenn er den Weg mit den Zug zurücklegt als mit Auto. Dadurch wirkt der Ortswechsel stärker.

    Genauso verhält es sich mit einem Kunstwerk. Der Kontrast zur nüchternen Umgebung eines Museum ist stärker als in einer vollgestellten Wohnung und kommt dadurch besser zur Geltung.

    Um mich von den tiefschürfenden Gedanken zu erholen, höre ich zwischendurch die Forsythe Saga :lache

    Ich höre zwischendurch auch andere Hörbücher. Ich war letzte Woche fast am Aufgeben, aber im Moment ist es gerade wieder einfacher.

    II/22.


    In diesem Abschnitt wird Odettes Auftritt (oder soll ich sagen Hofhaltung?) bei einem Spaziergang beschrieben und die Abgrenzung der Gesellschaftsschichten. Der Club der Zaungäste! :lache

    Gibt es das heute auch noch? Im Showgeschäft oder im Sport auf jeden Fall.


    Ich bin sehr verwundert, dass ein Mann sich so genau die Kleidung einer Frau anschaut, wie Marcel es tut.

    2 Jahre später


    Er hat sich von Gilberte gelöst. Nur ab und zu bringen kleine Ereignisse vergessene Erinnerungen an die Oberfläche. Ich finde den Gedanken interessant, dass gerade die relativ unbedeutenden Ereignisse, die man schnell vergisst, die Auslöser für spätere Erinnerungen sind.


    Es fiel mir anfangs schwer zu verstehen, wie das funktionieren soll, dass er sich im ersten Schritt langsam durch Gewohnheit von Gilberte löst und dann durch den Wechsel der Gewohnheit, z. B. Ortswechsel endgültig den Schlussstrich zieht. Er hat es mit Genesung verglichen. Mir fiel der Vergleich mit Trauer ein. Wenn ein geliebter Mensch stirbt, denkt man zunächst ständig an ihn. Erst mit der Zeit wird das weniger. Und irgendwann ist der Zeitpunkt da, an dem man seine Kleidung weggibt.


    Zum Thema Ortswechsel: Ich denke, er wäre heute ein begeisterter Anhänger von Flugreisen. Einen abrupteren Ortswechsel gibt es ja nicht.

    Das ist eine bemerkenswerte Gegenüberstellung: Der Unterschied von Zug zu Auto ist wie der eines Bildes im Museum zu einem in einer eingerichteten Wohnung.

    Dabei sind die Gedankengänge häufig interessant.

    Das ist wahr. Und hie und da frage ich mich, ob er diese Gedanken schon als junger Mensch hatte oder erst im fortgeschrittenen Alter. Er würde sich aber wohl an vieles nicht erinnern, wäre an ihm vorbei gegangen, wenn es ihn nicht schon damals beschäftigt hätte.

    Ich bin auch erstaunt, wie sehr es ihm klar war, dass das Bild, das er von Gilberte hat, sich sehr von der wirklichen Gilberte unterscheidet. Das klingt so reflektiert, auch seine Pläne zur Trennung von Gilberte.

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    ist dann wieder recht witzig anzuhören, denn ich habe das doch wohl richtig verstanden, dass er in Odettes Gesellschaft gelandet ist, weil Gilberte ausgegangen ist?

    Es war ja Teil seiner Strategie der Entwöhnung, zu den Swanns zu gehen, wenn Gilberte nicht da ist. Zumindest redet er sich ein, dass er mit der Zeit leichter loskommt, wenn er zunächst noch in ihrer Nähe ist. Und sie soll nicht glauben, dass er ihr nachläuft.

    Ich gehe aber davon aus, dass er in seinem Unterbewusstsein einkalkuliert, dass er sie dort persönlich antrifft.