Beiträge von made

    III/4.-5.


    So ganz verstanden habe ich das nicht, warum ihm jetzt die Berma gefällt. Auf jeden Fall hat es etwas damit zu tun, dass er beim ersten Mal falsche Vorstellungen gehabt hatte. Jetzt versteht er ihre Schauspielkunst. Gerade weil man die Kunst nicht wahrnimmt, wirkt es so echt, nicht aufgesetzt.


    Marcel beobachtet die Zuschauer ganz genau. Eigentlich ist das für ihn genauso eine Theatervorstellung wie das, was sich auf der Bühne abspielt. :lache


    Wirklich grandios ist sein Vergleich der Zuschauerlogen mit einer märchenhaften Unterwasserwelt.

    III/1.-3.


    Jetzt tauchen wir mit dem Erzähler in die Welt der Guermantes ein. Er hat Probleme, sein phantasievolles, verklärtes Bild von den Guermantes mit den realen Personen in Einklang zu bringen.


    Ich habe versucht, mich zu erinnern, ob ich so eine Situation selbst erlebt habe. Sicher schwärt man mal in der Jugend (oder auch später) von Idolen und malt sich aus, wie die so sind. Aber sie dann wirklich kennenzulernen ist doch eher unwahrscheinlich.


    Im zweiten Abschnitt hat mir sehr gut gefallen, wie Francoise mit ihren Ecken und Kanten beschrieben wird. Die Szene war ja zu köstlich, wie das Klingeln der Herrschaft mit der Theaterklingel verglichen wird: Erst beim dritten Mal geht es los. :lache


    Sehr aktuell ist der Satz bei min 15:33:

    „Francoise hatte noch nicht begriffen, dass unsere gefährlichsten Gegner nicht diejenigen sind, die uns widersprechen und uns zu überreden versuchen, sondern die, welche Nachrichten übetreiben oder erfinden ..."

    Ich finde es nur extrem unlogisch, dass auf der einen Seite der Stoff zugelassen wird und diese 1000 Teenager für die Zulassung ausreichen (ich kenne Zahlen bei anderen Impfstoffen und Medikamenten nicht) und auf der anderen die Stiko sagt, das reicht nicht.

    Ich vermute, dass es einen Unterschied macht, ob ein Impfstoff zugelassen wird und somit zumindest vorerkrankte Kinder geimpft werden dürfen, oder ob er für alle empfohlen wird. Das ist eine andere Risikoabwägung.

    Ich zitiere aus:


    https://www.tagesschau.de/inla…ft/impfen-kinder-101.html


    "Für den Antrag auf Zulassung für 12- bis 15-Jährige reichte für den Hersteller BioNTech/Pfizer ein Test an nur rund 1000 Teenagern. Der STIKO ist das für ihre Empfehlung aber nicht genug. "Das ist deutlich zu gering, um seltene Komplikationen nach der Impfung vorhersagen zu können", sagte STIKO-Mitglied Martin Terhardt, Kinder- und Jugendarzt in Berlin, kürzlich im rbb."

    II/49. - 51.


    Marcel hat es nicht leicht mit den Mädchen :lache. Andree hat wohl ein Auge auf ihn geworfen. Sie zerpfückt Giseles Aufsatz. Will sie ihm dadurch imponieren? Sie mag es auch nicht, wenn er von Albertine schwärmt.

    Doch er hat sich mittlerweile für Albertine entschieden. Mit ihr will er seinen Roman haben. Was für eine schöne Formulierung!


    Und dann das Ringleinspiel! Das hört sich nach Kinderkram an. Aber ich glaube, früher haben die Jugendlichen solche Spiele gerne mit Erotik unterlegt. Auch das Blinde-Kuh-Spiel bot sich für so etwas an.


    Im 52. Abschnitt gefällt mir, wie er Andree beschreibt. Und auch das Gespräch mit dem Weißdorn fand ich schön.


    Wieder legt er sich eine Taktik zurecht. Das ist doch schon mal schief gegangen. Er spielt Albertine Gleichgültigkeit vor.


    II/53.


    Und als sie ihn für den Abend in ihr Zimmer einlädt, glaubt er sich am Ziel seiner Wünsche. Was hat sie sich bloß dabei gedacht? Was empfindet sie eigentlich für ihn?


    II/54. - 55.


    Am Ende stellt Marcel fest, dass die Menschen anders sind, als sie scheinen.

    II/45. - 48.


    Ich wundere, mich wie schnell Marcel und Elstir ein Verhältnis aufbauen, das über Oberflächlichkeit hinausgeht. Elstir veranstaltet sogar eine Matinee, damit Marcel die Mädchen kennenlernt.


    Es ist witzig, wie Marcel Pläne macht, wie er Kontakt mit den Mädchen aufnehmen kann, die aber alle schief gehen. :lache

    Und als er endlich Albertine kennenlernt, ist von ihr enttäuscht.Sie ist eben anders, als er sie sich vorgestellt hat.


    Aber da sind ja noch ihre Freundinnen. Ich habe den Eindruck, dass Albertine bewusst eine Kontaktaufnahme mit ihren Freundinnen unterbindet. Ist sie einfersüchtig?

    Aber Marcel ist der Hahn im Korb. Als Andree ihn auf Distanz hält, interessiert ihn Gisele, vergisst sie aber ganz schnell, als sie abgereist ist, und wendet sich den anderen zu.


    Und was ist mit seiner Freundschaft mit Saint-Loup? Unwichtig!


    Sehr überrascht bin ich, dass Marcel sich jetzt als junger Mensch vorstellt, wie diese Mädchen in 30 Jahren aussehen werden. Das ist doch in diesem Alter nicht normal. Zum Glück beeinflusst ihn das jetzt nicht weiter und er genießt erst mal die Zeit.

    Beeindruckt hat mich auch die Schilderung des nächsten Tages, an dem Marcel sicherlich einen Kater hat und gar nicht richtig aufwachen will.

    Ja, das hat mir auch gut gefallen. Aber ebenso wie bei der Beschreibung seines Besäufnisses am Abend vorher, kommt er mir sehr distanziert vor. Da kommen keine solchen Sätze vor wie: "Oh, Mann, was hab ich da gestern Abend bloß gemacht! Hoffentlich hab ich mich nicht blamiert."

    Interessant, dass die Großmutter gar nicht auftaucht. So besorgt wie sie sonst ist.

    Das ist mir auch aufgefallen. Was die wohl so alles treibt. :lache

    43 und 44

    Mir gefallen die Beschreibungen der Bilder Elstirs und seine Ausführungen zu den Kunstwerken in der Kirche.

    Einfach grandios!


    Die Aussage, dass man in der Malerei Dinge nicht nach seinem Wissen darstellen soll, sondern nach den optischen Täuschungen, hat mich an eine Erkenntnis in meiner Kindheit erinnert: Wenn ich die Blätter eines Baumes ansehe, dann haben sie für mich optisch unterschiedliche Grüntöne, obwohl sie alle farblich identisch sind. Da kann es sein, dass manche Blätter sogar schwarz aussehen.

    38

    Diese ellenlangen Ausführungen über die völlig unbekannten jungen Mädchen erscheinen mir etwas befremdlich. Da erscheinen sie ja, die Mädchenblüten.

    Das ist eine der Stellen, wo ich meine, es ist ein ferner Planet, von dem da die Rede ist.

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie gründlich er seine Umgebung beobachtet und einordnet. Wenn man noch bedenkt, dass er als junger Mann eigentlich nur Bekanntschaft mit diesen Mädchen machen möchte. Das Ganze Drumherum sollte ihm doch nebensächlich sein.


    Mich erstaunt diese Mädchengruppe. Ich hatte bisher die Vorstellung, dass damals die jungen Leute, vor allem die Mädchen, viel gesitteter waren. Aber das hier beschriebene Verhalten würde ich als ungezogen und respektlos bezeichnen. Anscheinend war die Jugend früher auch nicht besser. :lache


    II/39.


    Ich frage mich, wie lange Marcel sich schon in Balbec aufhält. Das müssen doch schon Monate sein.

    Immerhin hat er die Erkenntnis gewonnen, dass Schreiben nicht immer Spaß machen muss, sondern einfach Arbeit ist.

    40

    Oh je, jetzt ist er auch noch betrunken und seine Schilderungen werden noch eigenartiger. Eine plötzliche Verwandlung in einen "Lebemann".

    Die Beschreibung der Kellner hat mir besonders gut gefallen. Er wundert sich, wie sie es schaffen, die Speisen an den Tisch zu bringen, ohne dass sie herunterfallen. Er wäre sicher nicht in der Lage gewesen.

    II/36.-37.


    Familie Bloch ist schon eigenartig. Dieser homerische Sprechstil!


    Hab ich das richtig verstanden? Bloch sen. behauptet, er hätte bei einem echten Rubens die Signatur weggeschnitten, damit es in den Rahmen passt? Sehr schlecht gelogen.


    Was mir schon früher mal aufgefallen ist: Marcel ist mit Saint-Loup immer noch per "Sie". Mit Bloch hingegen duzt er sich, was wohl daran liegt, dass er ihn schon seit der Schulzeit kennt.


    Ich verstehe nicht, warum Saint-Loup noch an seiner Geliebten festhält. Er hatte doch schon vor ihr jede Menge flüchtige Beziehungen. Offensichtlich hat sie es geschafft, ihn an sich zu binden. In gewisser Weise hat sie ihn sogar erzogen.

    Booklooker , ich habe überlegt, ob es möglich ist, bei diesem Buch einfach mittendrin einzusteigen. Es sind ja keine komplizierten Handlungsstränge. Allerdings ist das Buch nicht in Kapiteln eingeteilt. Schwierig hier einen Einstieg zu finden. :gruebel


    Ich weiß nicht, wieviel das Hörbuch kostet. Ich gehe allerdings davon aus, dass die wenigsten bis zum Schluss durchhalten. Ich bin mir da bei mir auch nicht sicher. Ich vermute mal, eher nicht. Was aber nicht schlimm wäre, denn ein Versuch lohnt sich auf jeden Fall.


    Und noch was. Ich weiß nicht, wie es Rumpelstilzchen geht. Ich zumindest kann dieses Hörbuch nicht nebenher hören.

    II/31.-34.


    Endlich findet Marcel Anschluss. Das Kennenlernen von Marcel und Saint-Loup verläuft zwar anfangs sehr holprig. Doch dann entwickelt sich sogar eine Freundschaft. Aber irgendwie kommt mir bei ihm alles zu viel vor, zu überschwänglich, zu rücksichtsvoll, einfach perfekt. Er ist sogar ein Trendsetter.

    Aber das ist eben Marcels Sicht. Umso weniger kann ich verstehen, dass er Saint-Loups Anwesenheit nicht so richtig genießen kann.


    Marcel trifft in Balbec auch seinen Schulkameraden Bloch wieder. Der ist mir sehr unsympathisch. Dass er der Anlass zu umfangreichen Auslassungen über die Fehler ist, die jeder Mensch hat, hätte ihm sicher nicht gefallen.


    Und schließlich lernt er den Baron de Charlus kennen. Sehr rätselhaft!


    Immer wieder klingt das Thema Antisemitismus an. Ich bin schon etwas befremdet darüber, wie er die Juden in Balbec beschreibt: eine homogene Gruppe, die sich bewusst gegen die anderen abgrenzt.

    II/29.+30.


    In diesen zwei Abschnitten waren wieder so schöne Beschreibungen dabei, z. B. das Zimmer seiner Großmutter, sein Ausblick auf das Meer, das nie zweimal das gleiche ist, die Apfelblüten oder die Kirche.


    Überlegenswert ist seine Feststellung, dass besonders reizvoll für ihn das ist, was er nicht haben kann. Vor allem, wenn er keine Gelegenheit hat, das Objekt genauer wahrzunehmen. Die Begebenheit mit Madame Verdurin war ja zum Lachen komisch!

    Beim Fischermädchen genügt ihm, dass er "Besitz von ihren Geist ergriffen" hat. :gruebel


    Die Beobachtung mit den drei Bäumen fand ich großartig. Irgendwie kennt man das doch, dass man etwas wahrnimmt und sich dann denkt: Irgendwie erinnert mich das an was, aber ich komm und komm nicht drauf.

    II/27.+28.


    Ich glaube, es wird nicht mehr lange dauern, bis Marcel Anschluss findet. Schließlich haben sie jetzt Kontakte in die höheren Kreise geknüpft, eigentlich aus Zufall. Seine Großmutter und Madame Villeparisis konnten sich nicht mehr aus dem Weg gehen. :lache

    Und dann noch die Prinzessin von Luxemburg! Was für eine Type!


    Sein Ansehen wird durch diese Bekanntschaften steigen, sicher auch bei Mademoiselle de Stermaria, die ihn sehr beeindruckt. Er rechnet sich Chancen aus. Ich bin beeindruckt, wie er sich nur vom Ansehen ein Bild von ihr macht, ohne mit ihr gesprochen zu haben.


    Und diese Tratschtanten und Lästermäuler! :rofl


    Mir gefällt, wieviel Zeit der Erzähler sich nimmt, uns Francoise und Aimee (?) nahezubringen.

    Es wundert mich auch, dass er dieses sorgfältige Vermeiden von Kontakten mit Menschen andere Gesellschaftsschichten so ausdrücklich beschreibt. Es ist das offenbar überall vorherrschende Prinzip, sich bloß nur in den eigenen Kreisen zu bewegen und die weiter unten zu verachten, ebenso die weiter oben aus der Ferne zu bewundern.

    Und dass einem dadurch sehr viel entgehen kann, beschreibt er so schön.

    Wenn man bedenkt, wie sehr auf Standesunterschiede geachtet wird, macht das die Sache nicht leichter. Er kann die Leute nicht einfach ansprechen. Aber vielleicht wird das ja noch. Die Besucher in Balbec scheinen ja nicht nur ein oder zwei Wochen dort zu sein.


    Es hat mich früher schon gewundert, dass Freunde nie das Thema waren. Dennoch wurde ein paar Mal so nebenher von Kameraden und Freunden gesprochen. Anscheinend hatte er doch Kontakte. Warum die allerdings so gut wie nie erwähnt werden, verstehe ich nicht. Er hatte in Paris sicher auch noch anderes zu tun, außer zu den Swanns zu gehen. Man erfährt aber gar nichts davon. Vielleicht weil das alles nicht zum Thema "Verlorene Zeit" gehört?