Beiträge von made

    II/11.


    Interessant fand ich die Ausführungen darüber, wie es kommt, dass in der Kunst Neuerungen Jahre oder sogar Jahrzehnte brauchen, bis sie anerkannt sind. Es braucht eben eine Zeit, bis man sich an eine neue Stilrichtung gewöhnt. Voraussetzung ist allerdings, dass man auch oft genug damit in Berührung kommt. Heutzutage mit der Bilderflut und Dauerberieselung mit Musik geht das sicher alles viel schneller als damals.

    Mich beschleicht immer mehr der Verdacht, dass Gilberte vielleicht nicht immer wahrheitsgemäß berichtet hat.

    Sie ist eben die Tochter ihrer Mutter. :grin

    Seltsam auch, dass seine Eltern diese dauernden Besuche dulden. Hat er denn sonst keine Pflichten? Keine Schule? Oder ist er mittlerweile zu alt dafür?

    Stimmt. Das ist mir noch gar nicht aufgefallen. Das Thema Berufswahl scheint aber schon aktuell zu sein.

    Vielleicht erledigt er seine Schularbeiten am Abend. Oder seine Eltern schonen ihn wegen seiner angeschlagenen Gesundheit. :gruebel

    Anscheinend gibt es verschiedene Hörbuch-Versionen. Meine hat eine Dauer von ca. 10 Stunden. (ISBN 9783844537093)

    Verlinkt habe ich die ungekürzte Version bei amazon.

    Leider kam dieses Hörbuch bei mir nicht gut an. Während mich der Vorgängerband „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ amüsiert hat, fand ich den Nachfolger über weite Strecken langweilig.

    Ich hatte den Eindruck, dass eine Abfolge von Episoden, die sich auf verschiedenen Kontinenten ereigneten und nicht viel miteinander zu tun hatten, aneinandergereiht wurde.



    Dass man Dieter Hallervorden als Sprecher ausgewählt hat, fand ich anfangs sehr passend für Alan. Doch mit der Zeit wurde mir das zuviel. Ich hatte ständig die „Didi-Grimasse“ vor Augen. Völlig missglückt fand ich die Sprechart für Sabine. Der Tonfall erzeugte in mir die Vorstellung eines als Frau verkleideten Mannes. Und bei dem Massai stellte ich mir eher einen Polen oder Tschechen vor, nur keinen Afrikaner.



    Vielleicht hätte ich das Buch besser lesen als hören sollen.


    ASIN/ISBN: B07H3TSRKC

    II/9.


    Rumpelstilzchen , ich weiß nicht, wie es dir mit den Bandwurmsätzen geht, ich habe es mittlerweile aufgegeben, den Überblick über die Satzstruktur zu behalten. Ich versuche, mir den Sinn aus den einzelnen Satzfragmenten zusammenzubauen.



    Odette führt ja einen riesigen Salon. Einmal war von über 40 Personen die Rede. Ich weiß nicht genau, wie das so abgelaufen ist. Wie lange sind die Besucher geblieben? Sicher nicht alle von Anfang bis zum Schluss. Wenn ich das richtig verstanden habe, machen manche mehrere Besuche an einem Tag. Das war ja ein sehr anstrengendes Leben damals, sowohl als Gastgeber als auch als Gast. :lache


    Interessant ist Odettes Hintergedanke, warum sie Madame Cottard in ihrem Kreis haben will.


    Mir ist auch aufgefallen, dass es damals in diesen Kreisen kaum möglich war, selbst Bekanntschaften zu schließen. Man brauchte immer jemanden, der einen vorstellte. Erst dann „kannte“ man jemanden. Wo man heute sagen würde, man kennt XY nur vom sehen, sagte man damals, man kennt XY nicht.

    In der ersten Folge hörte es sich doch eine Zeitlang so an, als habe Swann durchaus nichts gegen den Jungen.

    Ob Gilberte da so ganz zuverlässig ist und wahrheitsgemäß berichtet?

    Mich interessiert, wie sie eigentlich zu ihm steht. Spielt sie nur mit ihm? Aber dieser "Kampf" um den Brief scheint ihr nicht unangenehm zu sein.

    diese Steinwürfel machen mich auch ratlos. Männer hocken auf ihnen wie die Sphinxen? Am ehesten fallen mir noch die öffentlichen Latrinen der Römer ein. Aber so richtig passt das auch nicht.

    Mir ist der Gedanke gekommen, dass es sich in irgendeiner Form um Verführung oder Schäferstündchen handelt. Warum die Erwähnung des alten Parkwächters?

    II/7.


    Ich kann mir vorstellen, dass es für den Erzähler niederschmetternd war, zu erfahren, dass Gilbertes Eltern ihn nicht mögen. Ich hätte ja auch etwas gegen ihn als Freund meiner Tochter und eventuell zukünftigen Schwiegersohn. Aber nicht weil ich ihn für moralisch nicht einwandfrei halten würde, sondern weil ich ihn für nicht besonders lebenstüchtig halte.


    Was soll ich von dem Klo-Häuschen halten? Die muffige Atmosphäre erzeugt in ihm ein Wohlgefühl. :lache

    Da steckt wohl wieder eine Assoziation dahinter, die mit altem Gemäuer zu tun hat.


    Was ist denn mit der "unterirdische Pforte zu jenen Steinwürfeln ..." gemeint?

    Zur Thema Berma (6. Abschnitt)

    Zitat

    Das Vergnügen, das ich daran gehabt hatte, sie spielen zu sehen, bedurfte umso mehr einer Vervollständigung, als es weit entfernt war vom dem, das ich mir versprochen hatte.

    :lache

    Ich musste hier an Menschen denken, die in einer Ausstellung von moderner Kunst sind, und sich wundern, was die anderen so toll daran finden. Nachträglich sucht man dann Erklärungen dafür. Schließlich will man sich nicht als Kunstbanause outen.

    Seltsamer als sein Urteil finde ich, dass der Vater seinen Sohn nicht daran gehindert hat, sein Werk herbeizuholen. Was hat er erwartet?

    Ich glaube, die Eltern haben schon große Stücke auf die Schreibkunst ihres Sohnes gehalten. Sie wollten halt nur, dass er einen einflussreicheren Beruf ergreift.

    Er hat eine gute Beobachtungsgabe und ist meist sehr feinfühlig.

    Das habe ich mir auch gedacht. Ich finde, Norpois hat hier zu schnell geurteilt. Inwieweit das den Erzähler beeinflusst hat, werden wir erst noch erfahren.

    Im 4. und 5. Abschnitt erfährt man doch noch etwas darüber, wie es zur Heirat zwischen Swann und Odette gekommen ist. Gilberte war schon auf der Welt. Ich habe es so verstanden, dass Odette das Kind als Druckmittel eingesetzt hat und dass Swann Odette gar nicht mehr geliebt hat.


    Norpoir fällt ein vernichtendes Urteil über die Schreibkunst des Erzählers. Hätte er sich nicht etwas diplomatischer ausdrücken können? Darin ist er doch schließlich Fachmann! :lache

    Anfangs habe ich das Buch mit großem Interesse gelesen, z. B. wie Fitz und Joanie in den inneren Kreis von Leary geraten sind.

    Aber irgendwann hat es mich nicht mehr so begeistert. Manche Personen und ihre Beweggründe blieben mir fremd.

    Manchmal wurden Episoden erzählt, bei denen ich den Eindruck hatte, jetzt würde der Grundstein für spätere Ereignisse gelegt, und dann kam nichts.

    Und am Ende hatte ich das Gefühl, in der Luft zu hängen.

    Man kennt das von Kindern und Jugendlichen, dass Dinge plötzlich uninteressant werden, wenn sie nicht mehr veboten sind. Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass er sich Gedanken darüber macht, ob er tatsächlich ins Theater gehen will, nachdem seine Eltern ihm die Entscheidung darüber überlassen haben.

    Vielleicht hat das mit dazu beigetragen, dass er sich nicht so hineingesteigert hat, dass er krank geworden wäre.

    Er ist schon ein eigenartiger Knabe, wochenlang vorher den Text zu studieren und vor sich hin zu deklamieren.

    Das wäre mir selbst bei den interessantesten Stücken nicht eingefallen.

    Zu mehr als ein paar Schlagertexten hat es bei mir auch nicht gereicht. :grin

    Jetzt bin ich aber platt!

    Es hat doch geheißen, dass er sie noch einmal treffen würde. Also "1x". Auch in den Zusammenfassungen unter den Hörabschnitten werden Formulierungen verwendet, wie "Swann hat Abschied genommen von Odette", "von Swanns gescheiterter Liebe" usw.

    :gruebel


    Gegen Ende wird der Erzähler melancholisch. Man kann wieder einmal hören, dass wohl schon immer die älteren Menschen der Meinung waren, dass früher doch vieles besser war. :grin

    Und dann gibt es da noch den Unterschied zwischen Zeitverschwendung und Zeitvertreib.


    Wenn ich mich recht erinnere, hat Swann die Beziehung zu Odette einmal als verlorene Zeit angesehen. Gerade weil seine Gedanken ständig um sie kreisten, auch wenn sie nicht zusammen waren, und er nichts zustande gebracht hat. Vergessen hat er sie bestimmt nicht. Und sicher hat er etwas daraus gelernt, zumindest sich selbst besser kennengelernt. Folglich war die Zeit doch nicht verloren.

    43.


    So endgültig ist das Zerwürfnis zwischen Swann und den Eltern des Erzählers anscheinend doch nicht. Das ist alles etwas undurchsichtig. Wobei es schon etwas schwierig ist, eine Beziehung zu einem Menschen aufrecht zu erhalten und den Ehepartner auszuschließen. Ich kann mir vorstellen, dass sich der Kontakt so langsam ausgeschlichen hat.


    Ich frage mich, warum der Erzähler der Beziehung zwischen Swann und Odette so viel Platz eingeräumt hat. Es passt zwar zum Thema "Verlorene Zeit", aber sollte es in diesem Buch nicht viel mehr um die verlorene Zeit des Erzählers gehen?