Beiträge von belladonna

    So, ich bin jetzt auch endlich mit dem 1. Abschnitt durch. Von wegen Ferien... ich komme mal wieder zu gar nichts bzw. werde beim Lesen dauernd unterbrochen. *seufz*


    Nichtsdestotrotz bin ich gut in das Buch hineingekommen und empfinde es auch nicht als zäh oder langweilig, sondern als wunderbar entschleunigend - ähnlich wie die alten Schwarz-Weiß-Krimis, die jetzt wieder auf 3sat laufen. :-)


    Studer scheint unter seinem behäbigen Äußeren einen wachen Geist zu verstecken und ich kann mir vorstellen, dass er auch eher unkonventionell zu Werke gehen wird. Außerdem ist ihm ja auch gleich aufgefallen, dass mit dem Raubmord etwas nicht stimmen kann, als er die Fotos gesehen hat. Das wird bestimmt noch interessant werden. Überhaupt scheinen sich ja eh alle einig zu sein, dass Schlumpf es eigentlich nicht gewesen sein kann, doch scheint außer Studer keiner ein Interesse daran zu haben, den wahren Schuldigen zu finden. Und Witschi wirkt auch nicht mehr wie das arme unschuldige Opfer, als das er zunächst hingestellt wurde.


    Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergeht!


    Allerdings hätte ich so manches mal gern ein Glossar gehabt bei den vielen altertümlichen schweizerischen Ausdrücken. Das meiste kann man sich ja zusammenreimen, aber bei manchen Sätzen hatte ich doch das Gefühl, ich verstehe nur die Hälfte! Da geht es mir wie Findus - ich fürchte auch, dass mir dadurch vielleicht so manche Andeutung durch die Lappen gehen könnte.


    LG, Bella

    Mir hat das Buch auch sehr gut gefallen. Ich hatte die Hörbuch-Fassung (ungekürzt), gelesen von der Autorin selber, was einem noch viel mehr das Gefühl gibt, neben einer alten Dame zu sitzen, die einem die Geschichte ihrer Familie erzählt. Dass sie dabei immer mal abschweift und in der Zeit hin und her springt, lässt das Ganze nur noch authentischer wirken.


    Die Geschichte selbst war in etwa das, was ich mir vom Klappentext her erwartet hatte. Die Familie wird sehr gut beschrieben, die ärmlichen Verhältnisse, in denen sie leben müssen und auch die Dorfgemeinschaft, die allem Fremden extrem misstrauisch gegenüber steht. Aber auch die Missgunst gegenüber der schönen Maria, die sich allein mit ihren Kindern durchschlagen muss, nachdem ihr Mann schon zu Kriegsbeginn einberufen wurde, und die "natürlich" selber schuld ist, wenn die Männer die Finger nicht von ihr lassen können.

    Monika Helfer erzählt die Geschichte ihrer Großmutter sehr überzeugend, nie kitschig, sondern eher fast schon distanziert, aber immer glaubwürdig - wenn Teile davon nicht wahr sind, so sind sie auf jeden Fall sehr gut erfunden.


    Eine klare Lese- und/oder Hör-Empfehlung von mir! :-)


    LG, Bella

    Monika Helfer - Die Bagage

    ASIN/ISBN: 3844537988


    Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren Kindern ganz am Rand eines Bergdorfes, fernab der restlichen Bewohner. Sie sind die Abseitigen, die Armen, die Bagage. Es ist die Zeit des ersten Weltkriegs und Josef wird zur Armee eingezogen. Es ist die Zeit, in der Maria und die Kinder allein zurückbleiben und abhängig werden vom Schutz des Bürgermeisters. Es ist die Zeit, in der Georg aus Hannover in die Gegend kommt, der nicht nur hochdeutsch spricht und wunderschön ist, sondern eines Tages auch an die Tür von Maria klopft. Und es ist die Zeit, in der Maria schwanger wird mit Grete, dem Kind der Familie, mit dem Josef nie ein Wort sprechen wird: der Mutter der Erzählerin.

    Ungekürzte Lesung mit Monika Helfer


    Normalerweise mag ich es ja nicht so, wenn Autoren ihre Bücher selber lesen, aber hier passt es sehr gut. :-)


    LG, Bella

    Steinhöfel wäre auch mein erster Tipp gewesen, da solltet ihr auf jeden Fall fündig werden.


    Ansonsten das hier vielleicht:

    ASIN/ISBN: 3551581851

    Ist ab 14 Jahren empfohlen. Meine große Tochter hat es vor ein paar Jahren gelesen und fand es gut! Es gibt noch einen 2. Band dazu, der hat sie dann nicht mehr so überzeugt.


    LG, Bella