Beiträge von Patricia_k34

    Die englische Fürstin: Zwischen Glanz und Rebellion von Sabine Weigand ist im August 2019 im S. Fischer Verlag erschienen.


    Die englische Adelsfamilie Cornwallis West , inzwischen verarmt, hat 3 Töchter. Daisy, die Erstgeborene wird gut verheiratet ins deutsche Kaiserreich. Dort ist sie jedoch nicht glücklich. Als starke Frau findet sie ihren Weg und widmet ihr Leben ihren Kindern und sozialen Projekten. Dann bricht der 1. Weltkrieg aus.


    Am Anfang steht die Heirat. Daisy wird bereits im Alter von 18 Jahren mit dem reichen Adeligen Hans Heinrich XV. vermählt. Sie fügt sich ihrem Schicksal und gibt lange nicht auf, dass es doch eine harmonische Ehe geben könnte. Ihr erstes Kind stirbt, doch gebärt sie nach längerer Zeit noch 3 weitere jetzt männliche Nachkommen. Eine glückliche Ehe hingegen gibt es nicht.


    Daisy ist begnadete Reiterin und so kommt es auch, dass sie sich mit dem Stallburschen Joschi ganz besonders gut versteht. Dieser nimmt sie eines Tages mit zu seinem Elternhaus.


    Daisy ist so geschockt über die häuslichen Zustände, dass sie versucht zu helfen. Immer mehr Missstände des Landes kommen ans Tageslicht und Daisy hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht zu unterstützen, wo es nur geht. Nicht unbedingt mit dem Beistand ihres Ehemannes. Aber Daisy ist taff und lässt sich nicht unterkriegen.


    Und dann bricht der erste Weltkrieg aus.


    Der Schreibstil von Sabine Weigand ist gut lesbar, die Personenanzahl überschaubar und der Leser hat das Gefühl mitten im Geschehen dabei zu sein.

    Der Stand der Frau war zu dieser Zeit kein einfacher, was Hans vorgibt ist Gesetz und dennoch findet Daisy einen Weg ihre Ziele zu verfolgen. Natürlich gibt es auch hier neben der unglücklichen Ehe, wieder glückliche Liebesbeziehungen, aber auch viel Krieg und ein nicht immer bequemes Leben.



    Sabine Weigand schafft es auch in diesem Buch gut recherchierte Fakten mit Fiktion zu vermischen. Das Ergebnis ist ein Roman, der sich flüssig lesen lässt, der begeistert, Geschichte vermittelt und wunderbare Unterhaltung bietet. Jedem, der sich für historische Personen und Fakten interessiert und diese gut eingebettet in fiktiven Geschichten präsentiert haben möchte, dem lege ich dieses Buch ans Herz.


    An einer fiktiven Sache habe ich mich jedoch ziemlich gestört, die auch den Ausschlag gab, den Roman nur mit 8/10 Eulenpunkten zu bewerten, nichtsdestotrotz absolut lesenswert!

    Der Roman "Die Kinder des Borgo Vecchio" von Giosuè Calaciura ist im Juli 2019 im Aufbau Verlag erschienen.


    Die Handlung spielt m.M.n. nach dem 2. Weltkrieg in einer nicht benannten, aber vermutlich in einer süditalienischen Stadt. Es geht hauptsächlich um 3 Kinder, die dort in einfachen Verhältnissen leben und sich durchschlagen müssen.

    Da ist Mimmo, dessen Vater Fleischer ist. Um sich zu bereichern, findet der Vater einen Weg. Dann gibt es Christofaro, der den Frust seines alkoholkranken Vaters immer wieder zu spüren bekommt. Und last but not least Celeste, sie ist die Tochter der Prostituierten Carmela im Viertel.


    Für mich stand die Lebensweise der damaligen Bevölkerung im Mittelpunkt. Was macht diese Armut aus den Menschen, zu was sind sie fähig. Wären sie andere Menschen, wenn sie sich etwas mehr leisten könnten. Vor Augen hatte ich oft das Leben in Neapel aus Ferrantes Büchern.


    Das Geschichte lässt sich einfach lesen, die Sprache ist flüssig und die Personenanzahl überschaubar. Es wird das Leben mehrerer Familien beleuchtet und welche Tricks und Gaunereien sie sich zum Überleben einfallen lassen. Das ist einerseits zwar bitter, aber andererseits ist der Erfindungsreichtum auch wieder witzig.


    Es handelt sich hier um ein sehr kurzes Buch. Die Printausgabe bringt es gerade mal auf 160 Seiten und damit hatte ich ein Problem. Es war nicht unbedingt so, dass ich gerne weitergelesen hätte, denn so sehr konnte mich das Leben dort nicht fesseln, aber durch die Kürze war ein Eintauchen in das Buch nicht gut möglich. Man lernte die Personen kennen, dann waren sie auch schon wieder weg.


    Ich kann das Buch nur bedingt empfehlen, um vielleicht mal kurz mental nach Italien in frühere Zeiten zu reisen. Ansonsten denke ich, gibt es spannendere oder interessantere Bücher aus diesem Genre.


    Auch von mir nur 6/10 Eulenpunkten.


    Produktinformation (Amazon):

    • Gebundene Ausgabe: 312 Seiten
    • Verlag: Aufbau Verlag; Auflage: 1 (15. Februar 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3351037627
    • ISBN-13: 978-3351037628

    Kurzbeschreibung lt. Amazon:


    Ein großer Roman über die Einsamkeit der menschlichen Existenz.

    Eines Tages verschwindet der Bildhauer Jang Unhyong beinahe spurlos. Er hinterlässt seine faszinierenden Gipsabdrücke von Händen und Körpern – und ein bewegendes Tagebuch, das seine lebenslange Suche nach Nähe und Wahrhaftigkeit in einer Welt voller Masken schildert.

    Über den Autor und weitere Mitwirkende lt. Amazon:

    Han Kang ist die wichtigste literarische Stimme Koreas. 1993 debütierte sie als Dichterin, seitdem erschienen zahlreiche Romane. Seit sie für "Die Vegetarierin" gemeinsam mit ihrer Übersetzerin 2016 den Man Booker International Prize erhielt, haben ihre Bücher auch international großen Erfolg. Zuletzt erschien von ihr bei Aufbau der Roman "Menschenwerk", der mit dem renommierten italienischen Malaparte-Preis ausgezeichnet wurde. Derzeit lehrt sie kreatives Schreiben am Kulturinstitut Seoul.


    Die Übersetzerin Kyong-Hae Flügel, geboren 1972 in Seoul, studierte Germanistik in Seoul und Jena. Sie lebt seit 1996 in Jena.


    Meine Meinung:

    Der Roman "Deine kalten Hände" von Han Kang ist im Februar 2019 im Aufbau Verlag erschienen.


    Der Protagonist ist Bildhauer und hat ein Faible für Hände. Eines Tages ist er verschwunden - spurlos. Die Geschichte handelt im Großen und Ganzen von seiner Arbeit mit 2 weiblichen Modellen. Er erstellt Gipsabdrücke von Händen und vom Körper. Beide Modelle haben tiefsitzende Probleme, welche im Laufe der Zeit ans Tageslicht kommen. Der Protagonist wird hier vor Herausforderungen gestellt, die er hervorragend meistert.


    In den Informationen zum Buch steht der Satz: "Ein großer Roman über die Einsamkeit der menschlichen Existenz" , dem kann ich nur zustimmen. Das Buch ist nicht immer leicht und mit Freude zu lesen. Wer das Buch "Die Vegetarerin von der Südkoreanischen Autorin Han Kang kennt, weiß, dass man sich auf Außergewöhnliches einlässt. Gleiches gilt auch für diesen Roman. Die Personen sind einerseits psychisch labil, andererseits wissen sie was sie wollen und was nicht. Diese psychischen Krankheiten nehmen immer abgedrehtere Ausmaße an und doch hat der Bildhauer alles im Griff.


    Interessant ist der Aufbau des Romans. Es gibt eine außenstehende weibliche Person, die auf die Werke des Künstlers aufmerksam wird. Dann ist dieser verschwunden. Sie baut Kontakt zur Schwester des Bildhauers auf und erhält Aufzeichnungen. So erfährt der Leser die Geschichte.


    Außergewöhnlich ist sicherlich auch, wie die Autorin die Personen bezeichnet. Der Protagonist hat den Namen Jang Unhyong, die Modelle und andere wichtige Personen tragen nur Buchstaben L., P., usw.


    Die Kapitel sind kurz gehalten, so dass er ständig zum Weiterlesen animierte.


    Fazit:

    Die asiatische Autorin Han Kang legt erneut einen Roman vor mit befremdlichen

    Szenen. Wenn man sich auf skurrile, außergewöhnliche Literatur einlassen kann,
    dann ist es ein Genuss. Für mich war es ein absolutes Highlight und ich werde
    mich nach weiteren Werken dieser Autorin umsehen.


    Ich vergebe 10/10 Eulenpunkte.

    ASIN/ISBN: 3351037627



    Produktinformation (Amazon):
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    • Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
    • Verlag: Europa Verlag; Auflage: 1 (10. Mai 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3958902626
    • ISBN-13: 978-3958902626

    Kurzbeschreibung lt. Amazon:


    Denkt man an ein märchenhaftes Schicksal, so kommt man nicht sofort auf Kurtisanen und Frauenhandel, doch es ist tatsächlich ein alter koreanischer Mythos, der diesem Meisterwerk zugrunde liegt. Darin entführt Hwang Sok-Yong den Leser in das Asien des 19. Jahrhunderts, in eine Welt des Opiumhandels und der Prostitution: Von der Stiefmutter verkauft, findet sich die 15 Jahre alte Shim Chong plötzlich als Zweitfrau eines alten Chinesen wieder. Lenhwa, Lotosblüte, heißt sie jetzt, und alles ist so furchtbar anders, als sie es gewohnt ist. Viel zu essen hatte sie nie, und Betteln war ihr täglich Brot, denn sie diente ihrem blinden Vater als Augenpaar, doch der Alltag in dem fremden Haushalt kommt ihr erst recht vor wie ein böser Traum.
    Als ihr Ehemann stirbt, wird ihr schmerzlich bewusst, dass dies für sie nur die erste Station einer Odyssee ist, die sie, als Handelsware missbraucht, von den Ufern des Gelben Flusses über Shanghai, Taiwan und Singapur bis in das Land der Geishas führen soll. Nach unzähligen sinnlichen wie schmerzvollen Erfahrungen entdeckt Shim Chong eines Tages die Macht ihres Körpers und nimmt ihr Leben in die eigenen Hände.
    Selten ist es einem asiatischen Autor gelungen, das historische Ostasien in all seinen bunten Facetten einzufangen. Hier taucht man ein in diese fremde Welt und nimmt Anteil am Schicksal Lenhwas: ein Roman mit enormer Tiefe, ungemein fesselnd und mit schwindelerregender Leichtigkeit erzählt.


    Über den Autor und weitere Mitwirkende lt. Amazon:

    Hwang Sok-Yong, geb. 1943, wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Literaturpreisen ausgezeichnet. Sein Werk ist in Teilen auch in Deutschland bekannt. Während der Militärdiktatur infolge unerlaubter Reisen in den Norden kurzzeitig interniert, gilt er heute als wichtiger Vertreter Koreas und war als Unterhändler seines Landes in Nordkorea.


    Meine Meinung:

    Der Roman entführt den Leser in eine fremde Welt, nach Asien ins 19 Jahrhundert. Der Europa Verlag hat hierfür ein sehr passendes Cover ausgesucht. Die Frau im bunten Kleid auf hoher See weckt Neugierde. Die junge Chong, deren Mutter jung verstorben ist, wird als 15 jähriges Mädchen von ihrer Stiefmutter an einen alten Chinesen verkauft. Chong nimmt ihr Schicksal in die Hand, ohne verbittert zu sein.


    Der Leser taucht ein in verschiedene Kulturen, mit Opium wird viel Geld verdient und Bordelle finden regen Zulauf. Dies sind drei Hauptmerkmale des Romans.


    Bitter als die junge Chong ihr Elternhaus verlassen muss und in der Ferne an einen alten chinesischen Mann verkauft wird. Aber Chong bläst kein Trübsal, sie lässt sich auf ihre Pflichten ein. Der alte Chen besucht sie auch nicht allzu oft und geht sanft mit ihr um. Chens Familie ist im Teehandel tätig, worüber man so einiges interessantes erfährt. Leider gibt es aber auch die Abhängigkeit vom Opium. Als Chen stirbt muss Chong Abstriche in Kauf nehmen. Als ihr der Sohn des Alten zu nahe kommt, flieht sie. Sie findet Schutz im "Tempel des Glücks und der Freude".


    Der Leser erfährt viel, wie das Leben dort funktioniert. Aber nichts ist von Dauer und Chongs Reise geht weiter. Sowohl Orte als auch Ehemänner wechseln und der Leser wird genauestens informiert. In diesen Freudentempel werden natürlich auch Kinder gezeugt. Als Chongs Freundin stirbt, kümmert sie sich liebevoll um deren Kleine. Dieser Ersatz-Mutter-Instinkt kommt immer wieder durch, so will sie z.B. ein Waisenhaus gründen. Und so erfahren wir viel über Chongs Leben, bis dieses zu Ende geht.


    Mir hat es viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Das Eintauchen in diese fremden Kulturen fesselte mich. Man liest über Essen und Traditionen, aber wie ich finde aber leider auch sehr viel über Prostitution. Ich hätte mir diesbezüglich etwas weniger Detailverliebtheit gewünscht.


    Die Übersetzerin hat gute Arbeit geleistet, die Sprache fand ich toll. Der koreanische Autor ist bekannt in seiner Heimat und bereits mit vielen Preisen ausgezeichnet.



    Fazit: Der Roman wird Leser ansprechen, die interessiert sind an asiatischen Kulturen und Gepflogenheiten in der damaligen Zeit. Das Thema Prostitution zieht sich nahezu durch das gesamte Buch und wird oft genauestens beschrieben. Allerdings schafft der Autor das auf eine ganz besondere Art, die nicht schmuddelig auf den Leser wirkt. Mir hat es größtenteils viel Freude bereitet in diese fremde Welt einzutauchen.


    Ich vergebe 8/10 Eulenpunkte.



    Cluny Brown, die junge, wilde Stieftochter eines Klempners ist mir eine durchwegs sympathische junge Dame.


    Was macht sie so besonders? Hierfür sollte man wissen, dass dieser Roman bereits in 40er Jahren erschien. Unter diesem Hintergrund muss man sagen, dass Cluny ziemlich taff ist, sich Handlungen traut, die weder ihr noch ihrem Stand angemessen sind. So geht sie z.B. alleine ins Ritz und trinkt einen Tee. Für uns heute normal, aber damals?


    Als sie dann ihren Onkel, der gleichzeitig ihr Stiefvater ist, vertritt, reicht es ihm und seiner Schwester. Sie sind der Meinung, dass Cluny außer Haus in Stellung gehen muss. Die beiden suchen für sie eine Stelle als Haushälterin in einem vornehmen Haus in England.


    Aber auch da kann sie sich nicht immer anpassen, ob gewollt oder ungewollt, das sei einmal dahingestellt.


    Zur gleichen Zeit erscheint in diesem Haus der Freund des Sohnes, ein angeblich polnischer Professor. Ob und wie die beiden sich verstehen, möchte ich hier nicht verraten.


    Ich fand das Buch amüsant, kurzweilig und richtig nett - Punktabzug gibt es dafür, dass Cluny nicht durchwegs unanpassbar war.


    8/10 Eulenpunkte

    Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Auch die zwei Zeitebenen waren gut gewählt. Ein Besuch in Weimar hat mir vor einigen Jahren das Bauhaus näher gebracht und da kommt mein Kritikpunkt, denn über Martha's Zeit am Bauhaus hätte ich gerne noch mehr erfahren.


    Viele Details über Marthas Lebensgeschichte erfährt man erst am Ende des Buches und da gebündelt.


    Nichts destotrotz eine sehr interessante Geschichte, die mich sehr berührt hat. 8/10 Eulenpunkte

    Jetzt habe ich das Buch seit ca. 2 Wochen zu Ende gelesen und bin mir auch jetzt nicht ganz sicher wie ich es bewerten soll. Ich habe mindestens 6 Wochen für dieses Buch benötigt und zwischen Wow und "ich ertrage es nicht mehr", waren alle Gefühlsrichtungen dabei.


    Ein junger Missionar aus Deutschland reist nach Asien, um dort die Menschen zu bekehren. Interessant fand ich die Länder, die bereist wurden. Außerdem begegnet er einigen Leuten auf dieser missionarischen Reise, deren Erlebnisse der Autor ebenfalls erzählen lässt.


    Und da war mein erstes Problem: Es gab mehrere Ich-Erzähler und ich brauchte immer eine Weile, bis ich erkannte, wer denn gerade an der Reihe ist. Dies förderte meinen Lesegenuss nicht unbedingt. Außerdem schockierte mich die Härte, mit der der Autor die Erlebnisse schildert, auch wenn mich eigentlich der Titel vorwarnen hätte müssen. Gott der Barbaren, es geht wirklich barbarisch zu in dem Buch. Ich will gar nicht daran zweifeln, dass hier nicht die Realität abgebildet wurde, aber für mich war es einfach des Guten zu viel.


    Es war allerdings nicht alles schlecht. Der Autor kann erzählen, hat sicherlich gut recherchiert, kennt sich auf dem Gebiet aus und schafft es gut zu beschreiben. Leider konnten mich die Beschreibungen nicht 500+ Seiten lang begeistern, da hätte mir ein Bruchteil davon gereicht.


    Das Buch wird mir trotzdem lange in Erinnerung bleiben, auf Grund der Härte und der Menge an barbarischen Handlungen in der asiatischen Welt.


    6/10 Eulenpunkte

    ... Kennt jemand die Jugendherberge??? ist die ok? Dann würden wir unseren Besuch so legen, dass er für einen der Termine passen würde. Außer die im August, da ist Geburtstag.

    Die Jugendherberge in Nürnberg wurde vor einigen Jahren groß renoviert und die Bilder, die ich gesehen habe, waren einfach toll. Ich würde mich nur rechtzeitig drum kümmern.


    Ach ja, ich habe mich auch schon eingetragen :-)