Beiträge von Ellemir

    Natürlich sind Kinder das - es wäre illusorisch, zu glauben, man könne seine Probleme vor den Kindern geheimhalten. Und natürlich ist ein Problem der Eltern automatisch auch ein Problem für die Kinder, weil es ihre Welt bedroht. Im Idealfall werden sie damit aber nicht allein gelassen.


    Allerdings war das auch noch eine andere Zeit, in der solche Überlegungen noch keine Rolle gespielt haben.

    Hmm, ich sehe das Problem woanders - in den 80ern hatten die meisten Serien deutlich weniger übergreifende Spannungsbögen und Charakterentwicklung als heute. Bei damaligen Serien war es häufig egal, in welcher Reihenfolge man die Folgen gesehen hat, weil das Umfeld eher statisch war (von Soaps mal abgesehen, die nach eigenen Regeln funktionieren). Und wenn man mal ein paar Folgen zwischendrin nicht gesehen hat, war das auch nicht so wichtig.


    Heute hat man nur noch in seltenen Fällen solche Serien, selbst bei Krimiserien, in denen der Fall in einer Folge aufgeklärt wird, spielt die Entwicklung der Figuren und ihre Beziehungen zueinander eine deutlich stärkere Rolle.

    Ich selber kann von mir ausgeliehene Bücher erst 5 Tage vor dem Fälligkeitsdatum verlängern per PC, aber nur, wenn es keine Vormerker gibt. Ich frage beim Ausleihen, und wenn es nicht vorbestellt ist, terminieren die Famen mir das Buch gleich für 8 Wochen statt 4.:)

    Hier ist leider eine lange Vormerkliste vorhanden und ich fürchte, ich muss das Buch vor der eigentlichen Leserunde lesen. Offensichtlich haben sie, während ich auf der Warteliste war, noch ein paar Exemplare dazugekauft und ich habe das Buch schneller zugeteilt bekommen als ich erwartet hatte.

    Ich fand das Ende auch verhältnismäßig schwach. Ich fand die kühle, distanzierte Art, in der vom Tod der Eltern berichtet wird, nicht besonders gut. Und ich muss zugeben, die Sache mit der Schwester ärgert mich schon ein wenig. Ich habe keine Probleme mit dazuerfundenen Details - aber das will ich bei einem autobiographischen Roman wissen oder zumindest im Nachwort erfahren. Und wenn man schon eine Figur erfindet, dann sollte man sie auch komplett durchziehen, nicht einfach verschwinden lassen, wenn sie ihre Funktion erfüllt hat.


    Aber in Summe war das Buch interessant genug, dass ich mir den Autor merke und sicher noch mal etwas von ihm lese.

    Ja, ich hätte auch gerne ein Nachwort mit ein paar Erläuterungen gehabt. Gerade bei autobiographischen Romanen interessiert mich einfach, welcher Teil des Buches real ist und welcher nicht.


    Ich lese auch häufig das Nachwort zuerst. Damit bin ich eigentlich noch nie wirklich reingefallen.

    Ich finde beide Familien fürchterlich. Nähe oder Zuneigung ist die Ausnahme. Aber zumindest hat Otto eine Mutter, die ihn nicht im Stich gelassen hat, um sich selbst zu verwirklichen. Dafür ist der Rest der Bagage schwer zu ertragen.


    Jean ist sicher ein liebevoller Vater, aber gerade dieses Ungewöhnliche macht seiner Tochter in meinen Augen schwer zu schaffen. Ihr fehlt die Sicherheit, der Halt.

    Ja, es ist eine Kindheitserinnerung. Andererseits steht dann der verwachsene kleine Apfelbaum daneben, der stehenbleiben darf.


    Den sehe ich eher metaphorisch.


    Ich bin noch nicht ganz fertig mit dem Abschnitt und lese gerade interessiert das Kapitel über den Ringerverein. Die sind mir schon bei Kutscher begegnet und jetzt aus einer etwas anderen Perspektive.

    Ich muss zugeben, um die Bäume habe ich mir deutlich weniger Gedanken gemacht als ihr. :)


    Aber bei dem Kapitel über den Ringverein musste ich auch gleich an Kutscher denken.


    Ich stehe ja eigentlich nicht so sehr auf solche Millieustudien, aber ich muss sagen, ich langweile mich zu keinem Zeitpunkt! Hier fehlt einfach nichts, weder die Entwicklung der Figur noch der historische Hintergrund! In vielen Romanen geht eins von beiden verloren. Berkel schafft beides👍

    Stimmt, das gelingt ihm ziemlich gut. Das Buch gefällt mir bisher ziemlich gut.

    Ich bin inzwischen auch durch mit dem Buch - und leicht zwiespältig.


    Natürlich kann ich anerkennen, dass ihr da eine großartige Parodie gelungen ist. Der süffisante, ironische Ton ist mir allerdings an einigen Stellen zu stark, zu plakativ. Ich nehme an, das liegt daran, dass das Buch aus einer völlig anderen Zeit stammt. Auf jeden Fall ist es für ein Erstlingswerk ziemlich beeindruckend gelungen.


    Ich bin wahrscheinlich auch deshalb nicht ganz zufrieden, weil ich etwas anderes erwartet hatte.

    Vom Verstand her weiß ich das alles wohl - ich kann auch erkennen, was für eine meisterhafte Parodie das Buch ist. Aber du hast schon recht - Parodien funktionieren nur dann wirklich gut, wenn man mit dem, was sie auf die Schippe nehmen wirklich vertraut ist. Ich kenne nur Frankenstein, Jekyll and Hyde und diverse Sachen von Poe. Das sind ja spätere Vertreter des Genres.


    Aber interessant zu lesen ist es auf jeden Fall. Ich bin halt nur langsamer, weil ich in kleinen Dosen bewusst lese - und zur Entspannung moderne Romane dazwischenschiebe (bzw. ein Sachbuch von Stephen King über Horror, also die Nachfahren der Schauerromane....)

    Ihr habt recht, mit solchen Freunden braucht man keine Feinde mehr. Ich weiß nicht so recht, wen ich schlimmer finden soll.


    Ich kann SiCollier schon verstehen - kurze Abschnitte gehen, aber dann brauche ich andere, entspannendere Lektüre, mit nicht so überspitzt dargestellten Protagonisten.


    Das, was Austen hier abliefert, ist schon eine Kunstform, allerdings eine, die ich nur in sehr kleinen Dosen ertrage. Insofern brauchen sich die anderen Nachzügler keine Gedanken machen, ich bin noch eine Weile dabei. ;)

    Ich habe den ersten Abschnitt nun auch endlich durch - und ich muss euch recht geben. Ich bin die ganze Zeit am grinsen, weil der Tonfall einfach so klasse ist und die Figuren so treffend beschrieben sind. K


    Klasse fand ich die Mutter - da wird erst zeilenlang beschrieben, wie viel Sorgen sich eine Mutter doch um ihre Tochter in dieser Situation macht - und dann ermahnt sie sie nur, ihren Schal nicht zu vergessen und über ihre Ausgaben Buch zu führen. :D


    Die Gesellschaft in Bath ist hervorragend beschrieben - dieses sich gegenseitig beeindrucken, sich auf Kosten anderer in einem besseren Licht darzustellen, diese Oberflächlichkeit und Ich-Bezogenheit. Isabella ist da ein gutes Beispiel, aber auch die Gespräche zwischen Mrs Allen und Mrs Thorpe scheinen mir nicht wirklich kommunikativ zu sein - eigentlich suchen beide nur ein Publikum für ihre Selbstdarstellung.


    Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

    Nochmal lieben Dank für den Link zum Film, ich habe ihn mir gestern mit meinem Mann angesehen - hochinteressant, was man alles mit moderner Technik über die Vergangenheit erfahren kann. Und ja, mein Bild von den Dark Ages hat es ein wenig durcheinander gebracht.