Beiträge von Ellemir

    Wulf Dorn; Dunkler Wahn; 2,0
    Doron, Lizzie; Das Schweigen meiner Mutter; 3,0
    Tessa Korber; Gemordet wird immer; 2,5
    Burkhard Spinnen; Nevena; 2,8
    Tuvia Tenenboom; Allein unter Deutschen; 5,0
    Jutta Profijt; Kühlfach 4; 2,5
    Penelope Lively; Familienalbum; 3,5
    Andreas Gruber; Rachesommer; 2,3
    Sandra Hoffmann; Was ihm fehlen wird, wenn er tot ist, 2,0
    Manuela Kuck; Wolfstage; 2,0
    Peter v. Brett; Das Flüstern der Nacht; 1,5
    Hakan Nesser; Das grobmaschige Netz; 2,6
    Sarah Neef; Im Rhythmus Der Stille: Wie Ich Mir Die Welt Der Hörenden Eroberte; 2,3
    Felicia Engelmann; Draußen: Reportagen vom Rand der Gesellschaft; 2,8
    Nicci French; Die Komplizin; 2,5
    Christian Mähr; Semmlers Deal; 2,2
    Camilla Läckberg; Die Eisprinzessin; 2,8
    Joe Abercrombie; Königsklingen; 2,3
    Betty Smith; A tree grows in Brooklyn; 1,5; Monatshighlight

    Dieses Buch spaltet ja echt extrem. Ist in meinen Bekanntenkreis auch so, einige lieben es, andere haben es gelangweilt abgebrochen. Ich gehöre zu ersteren.


    Die einzelnen Schafe sind wirklich toll beschrieben, ihr Blick auf die Menschen und deren für sie unverständliche Welt hat mich eigentlich dauerhaft zum Schmunzeln gebracht. Das es kein superspannender Krimi war, hat mich eigentlich nicht gestört.


    Wo ich allerdings vielen hier rechtgeben möchte - man hätte das ganze etwas straffen können, ein paar Längen waren unnötig.


    Aber 8 von 10 Punkten hat es in meinen Augen eindeutig verdient.

    Kurzbeschreibung


    Henner hat seinen Sohn an ein Internet-Computerspiel verloren. Jedenfalls denkt er das manchmal. Patrick, siebzehn Jahre alt, sieht das völlig anders. Seit Monaten verbringt er als die Zornelfe Pocahonta jede freie Minute mit Mr. Smith, dem Barbar. Zusammen sind sie ein unschlagbares Team. Und vielleicht sogar mehr.
    Denn Mr. Smith ist Nevena, ein siebzehnjähriges Mädchen, das angeblich in Belgrad lebt. Sie ist ebenso quirlig wie nachdenklich, dazu der Kummerkasten und der gute Geist ihrer leicht verrückten Großfamilie. In immer neuen Mails schildert sie ihre Welt aus Betriebsamkeit und Miteinander, eine Welt, die für Patrick mit dem Tod seiner Mutter untergegangen ist.


    Als Nevena von einem Tag auf den anderen aus dem Spiel und aus dem Netz verschwindet, ist Patrick verzweifelt. Über die wirkliche Nevena weiß er nur wenig, er kennt nicht einmal ihre Adresse. Da bietet ihm Henner an, Nevena gemeinsam zu suchen. Im Wohnmobil der verstorbenen Mutter beginnen sie eine Reise, die sie durch die schreckliche Geschichte des ehemaligen Jugoslawiens führt und unversehens eine spannende Reise zur eigenen Identität wird.


    Meine Meinung


    Dieses Buch habe ich zufällig in der Onleihe gefunden und spontan ausgeliehen. Fasziniert haben mich die verschiedenen Aspekte des Buchs: das Zerbrechen einer Familie nach dem Tod der Mutter, die Welt der Online-Spiele, in die der Sohn abtaucht und dort quasi eine parallele Realität erlebt, die Geschichte des Balkans im zwanzigsten Jahrhundert, die sich für Vater und Sohn auf ihrer abenteuerlichen Reise als eine völlig fremde Welt erschließt.


    Die Charaktere und ihre Gefühle der Trauer, der Verwirrung und ihre Hilflosigkeit sind gut beschrieben, der vorsichtige Versuch von Vater und Sohn, ihre Beziehung neu aufzubauen, hat mich sehr berührt. Nevena selbst blieb mir allerdings fremd.
    Einige Ereignisse auf der Reise erschienen mir nicht ganz stimmig, die Charaktere, die sie auf ihrer Suche treffen, bleiben flach und die jüngere Geschichte des Balkans, ein wichtiges Element und Beweggrund für Nevenas Handeln, wird mir zu oberflächlich abgehandelt.


    Positiv fiel mir auf, dass zwar die Probleme einer virtuellen Realität, das Lügen über die eigene Identität im Netz thematisiert werden, aber das Medium an sich nicht verteufelt wird. Stereotype Warnungen vor den Gefahren des Internets und seiner Communities unterbleiben, auch wenn dem Sohn auf der Reise schmerzlich bewusst wird, wie wenig er doch eigentlich über das Mädchen weiß, die sich im Verlauf des letzten Jahres zur wichtigsten Person in seinem Leben entwickelt hat, wie viele Lügen ihm erzählt wurden.


    Das Ende erschien mir ein wenig abrupt, für mich blieben einige Fragen offen.


    Wertung: 7 von 10 Sternen

    Ich bevorzuge auch ungekürzte Hörbücher, bei gekürzten habe ich immer das Gefühl, mir fehlen wichtige Teile. Häufig verändern die Kürzungen auch das Buch an sich stark. Allerdings habe ich auch schon Hörbücher gehabt, bei denen die Kürzungen gelungen und behutsam vorgenommen wurden, sodass mir bei einem späteren Lesen des Buches zwar auffiel, dass etwas gefehlt hat, der Charakter des Buches aber nicht wirklich verändert worden ist. Da ich aber nicht vorher weiß, wie sich die Kürzungen bei einem speziellen Hörbuch auswirken, greife ich eigentlich nur zu ungekürzten, es sei denn, jemand hat mir ein gekürztes speziell empfohlen.

    Ich habe den Film gestern abend auf Pro Sieben gesehen. Ich finde, das Buch ist gelungen umgesetzt, der Film hat mich sehr berührt. Natürlich fehlte die Überraschung, das langsame Erkennen, was hinter diesem seltsamen Internat steckt. Diesen Aspekt finde ich im Buch unglaublich gut gelöst, besonders, wenn man wirklich ohne Vorwissen daran geht.


    Subtiler Horror finde ich auch eine sehr passende Beschreibung.

    Kurzbeschreibung


    Nach zehn Jahren kehrt Viktor Anders in das Haus seiner Eltern zurück, um sein Erbe anzutreten: die Teilhaberschaft am Familienbetrieb – einem Beerdigungsinstitut. Auch wenn Onkel Wolfgang wenig begeistert ist, dass er seinen Neffen, ehemaliger Surflehrer und Weltenbummler, in das ernste Bestattungswesen einarbeiten muss. Als Viktor seine erste Leiche für das Begräbnis vorbereitet, macht er eine ungewöhnliche Entdeckung: Eine Patronenkugel steckt im Rücken des Toten. Viktor beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln – ohne zu ahnen, dass er mit diesem Fall auch ein bislang verborgenes Familiengeheimnis enthüllt …



    Meine Meinung


    Solide, unterhaltsame Krimikost aus Deutschland mit humorvollen Untertönen.
    Die Charaktere sind detailliert und liebevoll mit ihren Stärken und Schwächen beschrieben, ihr Verhältnis zueinander ist das eigentliche Thema des Buches. Viktors Probleme mit der Vergangenheit seiner Familie (Selbstmord seiner Schwester), seine eher ungeschickte Art im Umgang mit Miriam, einer jungen Frau, die er in seinem Heimatort kennenlernt, sein autistischer Cousin Tobias und die Reaktionen der Umwelt auf ihn stellen den eigentlichen, eher unspektakulären Mordfall deutlich in den Schatten.


    Eine Fortsetzung wäre schön, ich würde gern mehr von diesen Charakteren lesen.

    Kurzbeschreibung


    Eine britische Großfamilie, bestehend aus einem desinteressierten und abwesend wirkenden Vater, einer Mutter, für die im Leben nichts wichtiger ist als ihre Familie und einem Au-pair, dass die Familie auch nach Jahrzehnten nicht wieder verlassen hat. Dazu kommen sechs Kinder, grundverschiedene Charaktere, die inzwischen erwachsen sind, aber von Zeit zu Zeit in das Familienhaus Allersmeade zurückkehren. In dieser Familie gibt es ein dunkles Geheimnis, das hinter der Fassade sorgfältig verborgen bleiben soll und über das nicht gesprochen wird - auch wenn es eigentlich jeder weiß oder doch zumindest ahnt.


    Die Autorin


    Penelope Lively kam 1933 in Ägypten zur Welt. Mit 12 Jahren wurde sie auf ein englisches Internat geschickt. Sie studierte Geschichte in Oxford. Seit 1970 veröffentlicht sie Bücher, zunächst Kinderbücher, später vermehrt Romane, Erzählungen und Autobiografisches. Sie wurde für zahlreiche Buchpreise nominiert.


    Meine Meinung


    Ich habe mich mir von dem Buch mehr versprochen. Die Charaktere bleiben eindimensional, klischeehaft und zum großen Teil einfach unsympathisch. Das komplizierte Beziehungsgeflecht der Familie wurde nur zum Teil erklärt, viele Fragen bleiben unbeantwortet. Man ahnt recht früh, welches Geheimnis die Familie verbirgt.
    Der Schreibstil der Autorin gefällt mir allerdings ganz gut, sodass ich sicher weitere Bücher von ihr testen werde. Der Name des Buches ist gut gewählt, da die Art der Präsentation der Ereignisse während der Kindheit wirklich das Gefühl vermittelt, sich ein Familienalbum anzuschauen, einzelne Momentaufnahmen zu betrachten.


    5 von 10 Punkten

    Kurzbeschreibung


    Ein Kind noch, 16 Jahre alt, wird Janek Bilinski von deutschen Soldaten aufgegriffen und als Zwangsarbeiter verschleppt. Er ist stark, er hat Glück, und nach Kriegsende kann er sein Leben noch einmal neu beginnen. Wie schwer es war, ins Leben zurückzufinden, daran erinnert sich Bilinski jetzt, als alter Mann, da er dem Tod entgegengeht. Um die Angst und den Schmerz zu bannen, beginnt er seine Geschichte zu erzählen. Von seiner Liebe zu Paula, die ihn am Leben hielt und die nicht sein durfte, von Agota und schließlich von Hannah, die seine Augen hat und die nichts von ihm weiß. In einer klaren, fast nüchternen Sprache erzählt Sandra Hoffmann eine zutiefst berührende Geschichte.


    Meine Meinung


    Dieses Buch hat mich zutiefst berührt. Es war nicht ganz einfach zu lesen, an einigen Stellen musste ich zurückblättern und Teile erneut lesen, um den Erzählungen, Gedanken und Träumen von Janek Bilinski folgen zu können. Häufig wurde die Bedeutung eines Traums oder Gedankens auch erst klar, wenn er später der Schwester von einem weiteren Teil seines Lebens erzählt.


    Besonders nah gegangen ist mir das Buch deshalb, weil der Protagonist zur Generation meiner Großeltern gehört, die inzwischen leider alle nicht mehr leben. Ich habe ihnen gern zugehört und so für mich einen Teil meiner Wurzeln entdeckt, ihr Leben in einer Zeit, die der heutigen nicht im geringsten gleicht, zu verstehen versucht.


    Nach der letzten Seite hat mich dieses Buch mit vielen Fragen und Gedanken zurückgelassen. Welche Geschichte haben Menschen in meinem Umfeld zu erzählen und wer wird ihnen zuhören, wenn sie sie erzählen wollen wollen? Wer wird mir einmal zuhören? Wie wird mein Leben im Rückblick aussehen?


    Definitiv keine leichte Lesekost, aber ein sehr lesenswertes Buch - 8 von 10 Punkten.

    Inhalt oder Klappentext ist wohl nicht mehr nötig. ;-)


    Meine Meinung


    Dieses Buch habe ich im Juni zufällig in der Onleihe gefunden. Zunächst war ich ein wenig skeptisch, ob das wirklich was für mich ist, hab mich aber dann doch dafür entschieden. Nach relativ vielen Krimis, Romanen, in denen Menschen in extremen Lebenssituationen geschildert wurden und mehr oder weniger epischer Fantasy wollte ich mal wieder ein Buch über Menschen in ihrem Alltag, über Themen wie Freundschaft, Liebe, Höhepunkte und Tiefschläge des Lebens.


    Ich habe es keinen Moment bereut. Ich liebe es, wenn ein Buch mich sowohl zum Lachen, als auch zum Weinen bringen kann. Gerade der Aspekt, dass Odette und ihre Mutter in der Lage sind, mit Verstorbenen zu kommunizieren (eigentlich der Teil, der mich am Anfang hat zweifeln lassen), führte dazu, dass dieses Buch mir besonders gefallen hat.


    Die Charaktere sind sehr vielschichtig, man kann die Handlungen jedes einzelnen nachvollziehen. Das Beziehungsgeflecht ist am Anfang verwirrend, man versteht es aber in den Rückblenden Stück für Stück mehr. In dieses Buch konnte ich richtig eintauchen, ich hatte das Gefühl, mit den Charakteren im Diner zu sitzen, auf der Veranda bei ihnen zu stehen, mit ihnen auf Beerdigungen zu trauern - einfach Teil ihres Lebens zu sein, mit ihnen befreundet zu sein.


    Solche Bücher findet man nur selten - deshalb 9 von 10 Punkten.

    James Patterson; Tagebuch für Nicholas; 3,0
    Lisa Unger; Gnade deiner Seele; 2,5; Ebook
    Edward Kelsey Moore; Mrs Roosevelt und das Wunder von Earl's Diner; 1,5; Ebook
    Marlen Haushofer; Die Wand; 1,2; Monatshighlight
    Brent Weeks; Jenseits der Schatten; 2,7
    James Patterson; Der erste Mord; 3,2
    Mikkel Birkegaard; Die Bibliothek der Schatten; 2,8; Ebook
    Dean Koontz; Das Mondkind; 2,3; Ebook
    Harlan Coben; Sie sehen dich; 2,0; Ebook
    Kendare Blake; Anna im blutroten Kleid; 4,0
    Joe Abercrombie; Feuerklingen; 2,2
    Nicci French; Blauer Montag; 2,1; Ebook
    Helen Hodgman; Gleichbleibend schön; 4,0; Ebook

    Früher ist mir das auch häufiger mal passiert. Seit einigen Jahren führe ich eine Leseliste, zuerst in bookcook, inzwischen nutze ich meinen Account bei goodreads. Den kann ich auch unterwegs auf meinem Tablet aufrufen, was allerdings manchmal zu merkwürdigen Blicken von anderen Kunden in Buchhandlungen führt.

    Ich lese ja eigentlich auch fast alles.


    Die hier mehrfach erwähnten Machwerke wie Feuchtgebiete gehen auch bei mir gar nicht.


    Genres, die ich eher meide, sind Spionagethriller (alle anderen Thriller-Subgenres lese ich gern) und Mangas. Mit denen kann ich einfach nichts anfangen.

    Ein wirkliches Lieblingsbuch aus der Reihe hab ich nicht. Ich lese die meisten immer wieder gern. Ein paar Lieblingscharaktere, klar...


    Danke euch allen für das freundliche Willkommen.

    Ich habe auch lange gedacht, ein Reader kann ein Buch nicht ersetzen. Dann habe ich mir im Januar einen zugelegt - und lese inzwischen knapp die Hälfte meiner Bücher als ebook. Unterwegs eigentlich nur noch, zu Hause häufig dann, wenn ich merke, dass das Lesen von Büchern meine Augen grade zu sehr anstrengt - da kann man halt nicht einfach die Schrift vergrößern.


    Ich habe mich bewusst gegen den Kindle entschieden, weil mir die Onleihe, die ich vorher schon auf dem Tablet gelegentlich genutzt habe, wichtig ist.


    Allerdings würde ich niemals auf die Bücherregale in quasi jedem Raum meiner Wohnung verzichten wollen.

    Ich wusste, es würde jemand merken. ;-)


    Ja, ich bin ein Fan von Marion Zimmer Bradley und besonders der Darkoverzyklus hats mir angetan. Das sind für mich echte Wohlfühlbücher, die ich mir immer mal wieder rauskrame und lese, einfach, um in diese Welt einzutauchen.


    Danke euch allen für das freundliche Willkommen.