Beiträge von Paradise Lost

    Für Jorines Haus gibt es keine konkrete Vorlage, es ist wohl eher die Beschreibung meines ganz persönlichen Traumhauses. Man stelle sich vor, ein Seegrundstück! Mit Enten und Vögeln und Fischen. Und einem Steg. DAS würde mir wohl gefallen.

    Stimmt ja, hier wurde schon mal die Zukunft von Janis, Jim und den Küken angeteasert. Ich denke sie könnten es schlechter treffen.

    Haaaaah. Ich hatte die ganze Zeit so ein blödes Gefühl bei der Eröffnung des Ladens. Es war klar, dass da irgendwas passieren würde. Ich hatte ja so den Verdacht, dass vielleicht die Schaufensterscheibe eingeschlagen wird in der Nacht davor oder sowas. Und als Franzi dann schon gleich in aller Früh die Leute vor der Tür stehen sieht war ich mir sicher, die sind da nicht zum Einkaufen. Das dann allerdings die Regenbogenpresse so schnell vor Ort ist hat mich überrascht. Vielleicht durch einen anonymen Hinweis?


    Onno ist genau so wie ich ihn mir vorgestellt hab. Nordisch herb aber mit einem guten Kern und einem gewissen trockenen Humor ("Hunde sind eng mit Staubsaugern verwandt. Dieselbe DNS."), gefällt mir auf jeden Fall gut. Da war der Aufenthalt im Krankenhaus doch zumindest für die Annäherung gut. Genial fand ich die Ärztin und Krankenschwestern die einfach dreist ignoriert haben, dass der alte Onno gar keine Verwandten hat. :rofl Ich frage mich, ob Tante Gerlinde ihn auf den Geschmack mit dem scharfen Essen gebracht hat oder am Ende vielleicht gar umgekehrt, immerhin war er ja der Seemann und hat das sozusagen aus Asien "mitgebracht". Ich denke auf jeden Fall, dass er öfter mal bei Gerlinde da und sich daher auch Sabine, Bob & Co. schon kenne. Ich bin ja mal gespannt, was Sören bei ihm versucht hat, ich denke dass es da sehr wohl eine Geschichte gibt. Entweder direkt mit Onnos Hof oder vielleicht weil er es eben bei Gerlinde schon versucht hatte (wer weiß mit welchen Tricks). In dem Fall würde ich unbedingt auf den Instinkt von Sabine vertrauen.


    Ich verdächtige Peter Hinrichsen eher der Weinbrandbohnen-Typ zu sein. Vielleicht als so eine Art Wiedergutmachung für das eklige Verhalten seiner Mutter. Bei dem Vandalismus geht der Verdacht immer noch eher Richtung Sören. Ich frage mich aber auch, was mit den Mayers von nebenan ist, das Verhalten ist ja auch mal alles andere als normal. Mit Schüchternheit ist das nicht mehr zu erklären.


    Joost ist im Moment in Franzis Wahrnehmung noch nicht so richtig als "Mann" angekommen habe ich das Gefühl. Er war der freundliche wenn auch stille Kerl aus dem Supermarkt und ist inzwischen ein guter Kumpel, aber so richtig Anziehung kann ich zwischen den beiden bisher nicht spüren (auch wenn ich ihn viel netter finde und hoffe, dass es sich auch in die Richtung entwickeln wird, wenn der Sören erstmal aus dem Weg ist... :chen ).


    Als Marek unter dem Regal liegt und irgendwas schraubt während Bob auf seinem Bauch sitzt musste ich sehr lachen, das läuft bei meinen Katzen in der Tat ähnlich, wenn mal was aufzubauen ist, da kennen die nix. :lache


    Jorine (erinnert mich an Jorinde) finde ich auch sympathisch und es war sehr interessant das mit dem Wollefärben zu erfahren (auch wenn ich keine Strickerin bin), sowas finde ich generll immer faszinierend.





    SteffiB Ja, die stehen auch auf der Versuchsliste. Aber als erstes versuche ich mal diese Bommeltiere, so Bommeln wollte ich eh länger schon mal machen (u.a. auch für die Katzen zum Spielen, die werden dann natürlich nicht weiter verziert).


    Das letzte Mal. als ich so richtig kreativ-basteltechnisch unterwegs war (vor vielen, vielen Jahren :alter) habe ich für eine Freundin aus Walnüssen ein "Rudel Wilder Nüsse" gebastelt (das war ein Insiderjoke von uns). Die sahen dann so aus:




    (wie man lesen kann eindeutig auch fränkisch *gg*)

    Hui, in diesem Abschnitt ist schon ganz schön viel passiert. Franzi lebt sich Stück für Stück ein und macht eine Menge neuer Bekanntschaften. Joost und seine Schwester werden bestimmt eine ganz wichtige Stütze für Franzi sein, auch in Zukunft. Ich glaube, damit fährt sie eindeutig besser als mit Sören. Den habe ich im Übrigen eher im Verdacht wegen der Zerstörungen an und um Franzis Haus, ich vertraue da auf Riekes Gespür, dass es wirklich nicht die alte Frau Hinrichsen oder ihr Sohn sind. Vielleicht hat er auch jemanden beauftragt und war es nicht selber, aber möglich wäre es. Vielleicht ist auch er unschuldig, immerhin hat er sehr schnell eingelenkt, dass die Sache mit dem Dach eine Finte war. Das mit den Blumen und der besprühten Bank fand ich sehr schade. :(

    Umso spannender tatsächlich die Frage: Wer hat die neuen Blumen beauftragt? Hat es etwas mit den Rosen und dem Ring auf dem Grab zu tun?

    Die Szene im Laden von der Hinrichsen fand ich auf jeden Fall sehr zum Grinsen, wie Franzi da die Hutschnur hochgegangen ist, auch wenn die alte Dame wohl unschuldig ist, aber so eine kleine Zurechtweisung tut ihr vielleicht gar nicht so schlecht.


    Onno mit Eseln und Hund ist nun auch das erste Mal aufgetaucht, ich erinnere mich noch gut an Deine Lesung beim Eulentreffen Steffi, ich vermute die dort gelesene Szene wird dann im nächsten Abschnitt kommen.

    Mir fällt gerade so ein, Onno hat ja sehr traurig geschaut beim Blick auf den Laden... könnten Rosen und Ring von ihm sein? :gruebel

    Die Beschreibung der Landschaft und auch ein bisschen vom geschichtlichen Drumherum in Ostfriesland gefällt mir übrigens gut, genau solche Dinge interessieren mich auch.


    Janis hat Küken! Wenn Franzi schnell geschalten hätte und die Szene von Bob wie er die Küken putzt gefilmt und ins Internet gestellt hätte, könnte sie jetzt schon reich sein. :katze :chen

    Aber auch so sieht es ja im Moment wirklich gut aus, der Laden wird auf Vordermann gebracht mit den beiden polnischen Handwerkern / Tierarzt / wasauchimmerderanderewohlnochist hat sie zusätzliche tolle Unterstützug zu Rieke und Joost, das Kleebatt hilft und gibt Tipps und das Dach ist auch okay. Die Sache mit den selbst hergestellten Deko- und Kunstgegenständen läuft mit Rieke zusammen auch schon mal an. Muss nur noch die Person gefunden werden, die wirklich so fies zu Franzi ist (ach ja, und den einen Beamten hat sie ja auch noch verärgert...). Ich bleibe erst mal bei meiner Sören-Theorie.


    Ach ja, bevor ich es noch vergesse, der Name "Müller-Murschelknautz" ist glaube ich der geilste den ich bisher gelesen habe. Ich sass da gerade in der U-Bahn und konnte gerade noch verhindern, dass ich laut rauspruste. :lacht


    Ich glaube, das erste was ich mal nachzubasteln versuchen werde sind die Oster-Deko-Bommel(-tiere). Ich denke, darüber würden auch meine Katzen sich seeehr freuen. :lache


    Der ständige Hinweis, dass Franzi aus Franken ist wenn man sie als Bayerin bezeichnet bringt mich immer wieder zum Schmunzeln. Jaaa, so geht es unsereins außerhalb. Und von den Uhrzeiten wollen wir gar nicht anfangen. :grin

    So, da bin ich, kein DIY-Jünger aber immerhin eine Fränkin. ;-):lache

    Ich denke, ein paar der einfacheren Basteltipps werde ich aber mal austesten.


    Franzi hat also ihr altes Leben in Nürnberg hinter sich gelassen und will sich am Meer ansiedeln. Die Faszination der Nordsee kann ich sehr nachvollziehen, ich spüre da auch schon seit Jahren so eine Anziehung, der ich auch mal nachgeben möchte. :-)

    Das Umfeld ist schon mal sehr zum Wohlfühlen, von den tierischen Mitbewohnern bis zum Senioren-Kleeblatt (ich glaube, mit denen werden wir noch viel Spaß haben). Bei Sören weiß ich noch nicht so recht. Er wirkt zwar so auf Anhieb erst mal sehr sympathisch, aber vielleicht erhofft er sich von dem Date ja doch nochmal auf Franzis Entscheidung einwirken zu können? (Immer vorsichtig bei attraktiven Anzugträgern! :grin)


    Den Laden kann ich mir so richtig schön vorstellen und ich bin schon sehr gespannt, wie Franzi ihn umgestalten wird. Ich muss dabei auch an diese schönen alten Tante Emma-Läden denken, in denen es so ziemlich ALLES gab, schön in kleine Regalfächer und Kästchen aufgeteilt. Da wird man irgendwie auch ganz nostalgisch.


    In dem Friseur von Nebenan hat sie ja schonmal einen Verbündeten in der Straße gefunden, aber die alte Frau Hinrichsen ist offenbar die erste "Antagonistin". Ich glaube diese Art von sauertöpfischer Gestalt hat jeder schon mal getroffen.


    Der "Prolog" ist abgeschlossen, jetzt geht es langsam ans Eingemachte. Ich muss sagen, so ein nettes kleines Wohlfühlbuch ist glaube ich genau das, was ich im Moment brauche. Passt vom Timing her perfekt. :-]

    Ich habe diesen zweiten Band der St. Petersburg-Reihe ohne Kenntnis der Handlungen des ersten Bandes gelesen was auch ohne Probleme möglich ist, da 60 Jahre dazwischen liegen und es nur ein paar kleine Überschneidungen, hauptsächlich bezüglich Nachfahren, am Rande gibt (wie man mir berichtet hat).


    Es war für mich eine spannende Reise auf der ich auch, bedingt durch ein fast nicht existentes Wissen über St. Petersburg oder auch Katharina die Große, sehr viel lernen konnte. Das aber ging so ganz locker nebenbei, während ich einer interessanten Geschichte und faszinierenden Figuren mit sehr unterschiedlichen Charakteren folgen durfte.

    Das "Personal" ist auch ganz klar eine der großen Stärken des Buches. Man lernt die Stadt und auch die Zarin aus sehr verschiedenen Blickwinkeln kennen, von guten so wie von schlechten Seiten und auch die Figuren selbst entwickeln sich über die Jahre weiter, machen teilweise dramatische Veränderungen durch. Ich möchte an dieser Stelle auf jeden Fall nochmal sagen, dass die Malerin Johanna meine Lieblingsfigur war. Ihr Schicksal hat mich am meisten gefangen genommen und beeindruckt.


    Als zweitliebste Figur kann ich hier gleich die Zarin selbst benennen. Katharina ist eine absolutistische Herrscherin, die sich selbst als Aufgeklärt sieht und so auch gerne, speziell im europäischen Ausland, wahrgenommen werden möchte. Sie möchte Änderungen durchführen, sieht sich aber auch mit großen Hindernissen konfrontiert von denen Sie weiß, dass sie sie allein schon aus machtpolitischen Gründen nicht einfach eliminieren kann. Es ist ein Balanceakt. Zudem neigt sie dazu, sich von lästig gewordenen oder nicht mehr benötigten Personen mit einer großzügigen Abfindung freizukaufen. Das funktioniert oft, aber eben nicht immer und hindert sie leider daran, sich länger mit Dingen zu beschäftigen die es nötig hätten. Sie ist großzügig und freigiebig zu Freunden und Günstlingen, aber sie kann auch hart durchgreifen und duldet keine Rebellion außerhalb der Diskussionsräume ihres eigenen Palastes. Eine vielschichtige Frau, die näher kennenzulernen ich mir nach der Lektüre dieses Buches nun wünsche, es gab dafür passenderweise im Nachwort noch den einen oder anderen Tipp zu weiterführenden Büchern über Katharina und z.B. ihren Briefwechsel mit Voltaire.


    Zu dem Titelgebenden Philosophen Stephan habe ich über das ganze Buch keine so direkte Beziehung aufbauen können. Auch er ist eine interessante Figur, aber bei ihm habe ich über weite Strecken das Gefühl gehabt, dass er einfach ein Spielball der Mächte ist (und das müssen nicht immer königliche sein) und eher reagiert als agiert. Er lässt sich das eine oder andere Mal zwar mitreissen und ist dann aber oft gleich darauf wieder von Zweifeln geplagt (was zu einem Philosophen natürlich durchaus passt), verunsichert und wird darüber ein Stück weit auch eigenbrötlerisch indem er sich von alten Freunden und Beziehungen distanziert. Keine einfache Person, nichts desto trotz hat es auch bei ihm Spaß gemacht dieses neue Land in das er geschickt wurde sowie dessen Herrscherin durch seine Augen zu betrachten, auch wenn er sich offenbar oft für ein besseres "Pokerface" hielt, als er tatsächlich war. :lache


    Zur Ausstattung des Buches möchte ich noch sagen, dass es schön ist, dass man sich durch die beiden Karten auf den Vorsatzblättern ein ungefähres Bild der Örtlichkeiten machten konnte. Zudem gibt es eine Aufstellung der handelnden Personen mit Anmerkungen wer historisch ist und eine Zeittafel die über den Zeitraum von 1725 - 1775 grob wichtige Meilensteine der Geschichte zusammenfasst. Da das Buch zu einem Zeitpunkt beginnt, an dem Katharinas Mann Zar Peter bereits tot ist, ist es hilfreich, hier entsprechende zusätzliche Informationen zu der Zeit davor zu finden, z.B. auch bezüglich der Kinder und einiger Geliebter, auch wenn in der Geschichte selbst später immer mal wieder etwas davon erwähnt wird.


    Mir hat es großen Spaß gemacht dieses Buch zu lesen und ich freue mich, dass ich den ersten Band schon im Regal stehen habe und mich hier bestimmt eine ähnliche Erfahrung erwartet.

    Hach ja, so schön hatte ich es mir vorgestellt, am verlängerten Wochenende, dank Brückentag, das Buch zu Ende lesen und was war? Ich hab es in der Arbeit liegen lassen! Gerade beim letzten Abschnitt!!! :bonk:lache


    Aber als ich es heute wieder in die Finger bekam, hab ich den Rest gleich verschlungen.

    Zusammenfassend kann ich auf jeden Fall sagen, dass mich das Buch sehr gut unterhalten hat und ich die Charakterzeichnung und Art der Geschichtenerzählung sehr genossen habe. Wie gut, dass Band 1 noch im Regal steht. :grin (und noch ein weiterer Band kommen wird ...)


    Marija hat ihren Trumpf also "endlich" ausspielen können, genutzt hat es ihr letzten Endes wenig. Ob es wirklich ein neidischer Räuber war? Oder vielleicht doch jemand von der Zarin gedungen? Oder zumindest in dem Glauben dieser damit einen Gefallen zu tun? Das werden wir wohl nicht mehr erfahren. Wenn man ihr nicht zuerst die Kehle aufgeschnitten hätte, hätte man fast sagen können poetische Gerechtigkeit, dass sie so endete wie all die kleinen Kinder, die sie ertränkt hat. Aber immerhin fast.

    Pugatschow (ich hoffe, ich hab das jetzt richtig geschrieben :lache ) war also der Vater! Den hatte ich definitiv nicht auf dem Radar. Ich hatte eher Richtung Adliger, Zar Peter oder sowas gedacht (oder am Ende vielleicht gar Grigori!). Hat aber gepasst und war wie gesagt eine Überraschung für mich und auch nicht zu weit hergeholt.


    Mein erster Gedanke war auch, dass Sonja sich bestimmt im Wald versteckt, eventuell in einem der Erdlöchter, vielleicht auch bei Emilio, so er denn noch lebte. Er hat es ja gut gemeint, leider hat er sich und seinen Bären damit dem Tode geweiht. Eine sehr traurige Stelle. ;(


    Die Darstellung von Katharinas Innenleben und Gedankengängen hat mir in diesem Teil besonders gut gefallen. Dieser Wechsel zwischen Enttäuschung, Wut, Mitgefühl, dem Versuch sich zu distanzieren und dann doch wieder ein Stück weit Gefühl zuzulassen. Ich meine, ich mache mir keine Illusion, sicher war sich Katharina sehr wohl bewusst, dass sie genau so gut Gefahr gelaufen wäre, sich eine Märtyrerin an den Hals zu schaffen, wenn sie die Autorin dieses Buches öffentlich hinrichten lässt, geschweige denn wenn es die Runde gemacht hätte, wer Sonjas Vater war. Mit dieser Geste der Gnade hat sie sowohl ihr eigenes Gewissen beruhigen, als auch ihren Kritikern die besten Karten aus der Hand nehmen können. Man wird also doch nicht gleich hingerichtet für Kritik an der Zarin, im Gegenteil, sie ist jetzt sogar bereit mit anderen über das Buch zu diskutieren. Ein Zeichen der Großmut, aber vielleicht auch ein Stück weit Eingeständnis?

    Das Abschlußgespräch mit Stephan zeigt nochmal, dass sie gesprächsbereit ist, aber eben der Meinung, dass man manche Dinge nicht überstürzen darf. Russland ist auch heute noch ein so großes Land, dass es schwer unter einen Hut zu bringen ist, in Zeiten von Pferdeboten eine fast unvorstellbare Aufgabe. Ich denke, ich kann sagen, dass ich die Katharina, die ich in diesem Buch kennengelernt habe durchaus schätzen gelernt habe, ja sogar mag. In ihrer Zeit gesehen, in ihrem Stand und verglichen mit der Welt um sie herum, hatte sie immerhin idealistische Vorstellungen, die sie aber mit Politik und Machtspielen vereinbaren musste. Natürlich ist kritisieren immer leichter als es letztendlich selbst machen zu müssen. Ich schätze, wenn sie ein paar hundert Jahre Zeit gehabt hätte, wäre am Ende wohl doch was ganz brauchbares rausgekommen. :lache


    Schön, dass man am Schluss nochmal einen kleinen Überblick über das weitere Geschehen um die Protagonisten bekommt. Johannas Galerie wird zwar überflutet, aber sie weiss jetzt schon, dass auch alles wieder gutwerden wird. Sie und Stephan haben sich friedlich getrennt und auch wenn es sie noch schmerzt und sie etwas Zeit brauchen wird, so kann sie ihm vergeben und trotzdem die gemeinsame Zeit schätzen. Für mich ist und bleibt sie in diesem Buch die beeindruckendste Figur (dicht gefolgt von Katharina). Sie hat viel durchgemacht, aber sie hat sich aufgerafft und wieder nach oben gekämpft. Sicher war Boris ihr eine Stütze, aber ich glaube sie hatte ab einem gewissen Zeitpunkt eine innere Stärke bei sich entdeckt, mit der sie wohl fast alles schaffen kann. Ich wünsche ihr auf jeden Fall das allerbeste. Vielleicht treffen wir ja im nächsten Band auf ihre und Boris' Nachkommen? ;)

    Dass das Buch mit dieser Überschwemmung endet hat mir übrigens sehr gut gefallen. Die einfachen Fischer müssen fliehen und hernach alles neu aufbauen, die Bürger sitzen sicher in ihren Steinhäusern (wenn auch mit überfluteten Untergeschossen) und der Zarenhof geht eh wieder Richtung Peterhof. Sehr treffend illustriert.


    Das Nachwort war auch sehr interessant, einige der Bücher habe ich mir schon notiert (z.B. den Briefwechsel mit Voltaire). Solche Infos, auch zu den wirklichen historischen Begebenheiten und Anleihen, schätze ich immer sehr und sind für mich in einem historischen Roman auch wichtig zur Einordnung.


    Vielen Dank an Tina für das unterhaltsame sowie lehrreiche Buch (ich weiß jetzt einiges mehr über Katharina die Große) und die Begleitung der Leserunde. ^_^

    Das hast du gut zusammengefasst, Lumos. Und du triffst genau mein Gefühl. Katharina hat von sich eine ganz andere Außenansicht, als wir sie haben. Sie hält sich für fortschrittlich, großmütig, weltoffen. Aber eigentlich ist sie vor allem egoistisch und omnipotent und wer ihr an den Karren fahren will, sollte sich in Acht nehmen.

    Das stimmt, letztendlich aber muss auch das natürlich wieder im zeitlichen Rahmen gesehen und mit anderen Herrschern verglichen werden. War Katharina denn wirklich so viel anders als z.B. das französische Königshaus, immerhin ein europäisches? Die Revolution steht dort schon in den Startlöchern wie wir wissen, nur noch wenige Jahre. Es gab zwar keine Leibeigenschaft mehr, aber ich glaube für die Hungernden war das nur ein marginaler Unterschied.

    Es geht Katharina hauptsächlich um die Außenansicht, der Meinung bin ich auch, nichts desto trotz sieht sie sich auch selbst in dieser Rolle von "Mütterchen Zarin" das seine Kinder anleiten muss, zu ihrem eigenen Besten. Immerhin geht es ihr nicht nur um eigene Reichtümer und Amüsement, sie ist sich ihrer Verantwortung bewusst und möchte auch aktiv etwas ändern. Ich behaupte mal, es gab und gibt wohl auch viel schlechtere Staatsoberhäupter auf der Welt als Katharina.

    Hach wie schön, Wochenende, tolles Wetter und Zeit zum Lesen. :-]


    Diderot verlässt desillusioniert Russland. Ich hoffe, dass er heil zu Hause ankommt (bzw. angekommen ist, werde ich im Anschluss glaub ich mal googeln). Im ersten Moment hatte ich direkt den Eindruck, dass Kathrina ihn rausgeschmissen hat oder so. Aber er hat wohl sein Werk beendet und sein Unterhaltungswert ist abgenutzt.

    Johanna geht den (beinahe) letzten Schritt in ihrer Beziehung mit Boris. Ich wünsche ihr viel Glück mit ihm, sie hat es verdient. Aber noch ist der Roman nicht zu Ende und falls Boris etwas passieren sollte ... Noch bange ich.


    Der Abschnitt mit Andrej und Darja war großartig. Die Zerrissenheit zwischen Loyalität und Liebe, seine Unfähigkeit mit der Freiheit etwas anzufangen verbunden mit den Schuldgefühlen (und vermutlich einer Art posttraumatischem Stresssyndrom durch die schrecklichen Dinge die in den Schlachten passiert sind) war so eindrücklich geschildert. Was hat er für ein Glück Darja zu haben, die ihn nicht im Stich lässt und mit ihrer anpackenden Art erst mal alleine alles stemmt, bis er schließlich selbst wieder soweit ist. Und wenn er es gar nicht schafft selbstständig sein Leben zu bestimmen, so wird das wohl Darja auch für ihn übernehmen. Könnte schlimmer sein. Ich hoffe, von den beiden nichts mehr in diesem Buch zu lesen (weil ich dann annehme, dass sie viele kleine Kinder bekommen und so glücklich wie möglich bis ans Ende ihrer Tage auf dem Bauernhof leben konnten :grin )


    Sonja veröffentlicht also endlich ihr brisantes Manuskript. Immerhin wird in diesem Abschnitt ein bisschen mehr über die Hintergründe der Entstehung erzählt, man hat ja von den Reisen der Zarin bisher nur kurz zusammengefasst in wenigen Sätzen erfahren und wie Sonja sich gefühlt hat über all die Jahre, wie die Abneigung gegen die ganze Gesellschaft sich langsam aufgebaut hat. Es wäre vielleicht schön gewesen, davon auch während der jeweiligen Abschnitte etwas mehr zu lesen, so kommt die Tiefe der Gefühle von Sonja (wie im letzten Abschnitt geschildert) doch etwas überraschend. Es sei denn natürlich, es sollte bewusst eine Überraschung für den Leser sein.


    An einigen Stellen merkt man dann eben trotz aller vermeintlicher Abgeklärtheit des Wunderkindes Sonja, wie jung sie ist. Als Dmitri ihr ganz klar in's Gesicht sagt "Du willst sie auf dem Schafott sehen" zögert sie und wird blaß. Hat sie allen Ernstes (auch in Anbetracht des sehr blutigen Aufstandes der gerade erst niedergeschlagen wurde) nicht mit dieser möglichen Folge gerechnet? Verdrängt sie es? Oder nimmt sie es am Ende vielleicht sogar in Kauf, für das große Ganze? Was mir vor allem auffällt ist, dass Sonja nicht weniger manipulativ mit den Männern in ihrem Umfeld umgeht als Katharina. Nun, sie hat wohl von der Besten gelernt. Und Marija hat alles(?) mit angehört...

    Und dann verplappert sich Dmitri auch noch in der Herrenrunde und jetzt wissen sie, dass das revolutionäre Werk von Sonja ist. Stephan ist geschockt und will Sonja in Sicherheit bringen. Ob ihm da wirklich gelingen wird? Werden sie Boris tatsächlich dazu bringen mit ihnen für das Werk gerade zu stehen? Man hat ja schon das Gefühl, dass Lorenz verletzte Eitelkeit und Vergeltungssucht sich nach Boris' Abwendung von ihm endlich Weg bahnt.


    Das was man dazwischen noch von Grigori hört ist richtig gruslig. Was für eine schreckliche Krankheit...


    Wie ich schon geschrieben habe, kenne ich die Geschichte von Katharina nicht, daher weiß ich auch nicht, ob es jetzt tatsächlich zu einer Revolution in St. Petersburg kommt oder ob sie das ganze im Keim ersticken wird. Ich bin sehr gespannt wie alles endet.


    Könnte sie Sonja wirklich töten lassen? Pffff.... schwierige Frage. Katharina hat schon viele Menschen töten lassen, aber Sonja liebt sie wie ein eigenes Kind (oder wie in ihrem Fall sogar mehr als die eigenen Kinder). Da schmerzt der Verrat natürlich doppelt. Hat sie sich soweit im Griff, dass sie einfach nur leere Enttäuschung empfindet und Sonja irgendwohin in ein Kloster verbannt oder wird sie als Aufrührerin und Hochverräterin geköpft?

    Erstaunt hat mich auch ihre Meinung von der Zarin, natürlich hat sie mit allem Recht, was sie über sie denkt, aber dass sie sie regelrecht hasst ...

    Das hat mich auch gewundert. Woher der Hass? Ist das auch wieder so ein überschäumendes Teenager "Oh Mum ich hasse dich!"-Ding oder woher soll das kommen? Sie wurde immer sehr gut und liebevoll behandelt, Emilio hält seit jeher große Stück auf die Zarin und ich habe jetzt nicht mitbekommen, dass Sonja direkten Kontakt zu Leuten hätte, denen es so wirklich wirklich schlecht geht.


    Für mich kommt sie, samt ihrem Willen zu Reformen, doch ziemlich selbstherrlich und eigennützig vor. So, als würde sie die Reformen weniger der Menschen wegen umsetzen wollen, sondern eher um gut dazustehen, insbesondere vor den anderen europäischen Ländern.

    Den Eindruck habe ich auch. Sie ist so auf ihren Ruf in Europa fixiert, was man dort von ihr denkt, wie man sie sieht, dass das auf mich auch so wirkt als wäre das der wichtigste Grund für alle Reformen und Modernisierungen. Klar, solange die Leute davon profitieren ist das denen natürlich egal, aber es wirkt sich auch auf andere Entscheidungen aus.

    Was man auch nicht vergessen darf, Katharina IST ja Europäerin und keine Russin.

    Bin leider ein bisschen in's Hintertreffen geraten, war ne schwere Woche, aber jetzt komme ich wieder zum Schreiben.


    Denis Diderot ist endlich nach Russland gekommen und Johanna blüht sichtlich auf (noch mehr als eh schon). Ich gebe es ehrlich zu, bisher ist Johanna meine liebste Figur, sie hat viel durchgemacht, aber sie hat sich aus der Dunkelheit hochgezogen, sie macht Pläne, hat jetzt sogar ein eigenes Atelier.

    Stephan hingegen... ich werde nicht so richtig warm mit ihm. Er ist ständig hin- und hergerissen, einerseits lässt er sich von Lorenz schnell begeistern, dann zweifelt er wieder (was vermutlich sehr gut zu einem Philosophen passt), und dann wirkt er wieder verklemmt und von Schuldgefühlen geplagt. Er ist zu einem gewissen Teil Spielball größerer Mächte und kommt nicht immer damit zurecht. Diese Warnung von Katharina sollte er sehr ernst nehmen. Ich glaube in der Tat, dass Johanna vermutlich gar nicht mehr mit zurückginge nach Preußen.


    Sonjas Verhalten gerade zum Schluss hin macht mir Sorgen. Nun merkt man ihr doch noch an, dass sie ein Teenager ist (der viele Freiheiten und Nachsicht genossen hat). Hormonumnebelt mit dem Gefühl von Unbesiegbarkeit. Ich glaube zwar auch, dass im ersten Schritt erst mal Stephan große Probleme bekäme, wenn ihr Verhältnis aufflöge, aber sie fühlt sich zu sicher oder unangreifbar. Das ist gar nicht gut. Dass ihr sozialer Status ihr egal ist, kann ich ja glauben, aber ich glaube sie ist sich nicht wirklich bewusst, was ihr im Zeifelsfall tatsächlich alles drohen könnte. Ich hoffe sie begreift es schnell, bevor es zu spät ist.

    Das erste Zusammentreffen mit ihrer leiblichen Mutter war noch kurz. Ich denke, Sonja ist wohl klar, dass diese Frau irgendeine Verbindung zu ihr hat. Sie "glaubt in einen Spiegel zu sehen". Sie überlegt ob sie eine Bekannte von Emilio sein könnte, aber ich vermute, dass sie hier auch ein Stück weit verdrängt, mehr als einmal im Verlauf des Gespräches fallen ihr Ähnlichkeiten zu sich selbst auf. Aber wer würde schon gerne erfahren, dass die eigene Mutter eine verrückte Bettlerin ist (von Mörderin ganz zu schweigen, aber das weiss Sonja ja noch nicht).

    Wird Marija das Verhältnis der beiden offenlegen? Sie hinterlässt immer noch dieses vage Gefühl der Bedrohung aus dem Hintergrund...


    Die Liebesgeschichte zwischen Sonja und Stephen an sich ist jetzt eher nicht so mein Fall (dabei hab ich sogar eine Schwäche für solche Beziehungen mit Altersunterschied wie bei den beiden). Liegt vielleicht wirklich daran, dass Stephan für mich jetzt nicht so wirklich interessant ist und es daher ein bisschen schwierig für mich nachzuvollziehen ist, was Sonja an ihm so toll findet, an der Akademie hat sie ja noch mehr gebildete Männer um sich.


    Grigoris Aussetzer lassen sich also auf die Syphilis zurückführen. Kein leichtes Schicksal. Wurde zu dieser Zeit eigentlich schon mit Quecksilber behandelt? Was ja die Nervenschäden an sich auch nicht viel besser macht. Potemkin hat inzwischen heimlich die Zarin geehelicht. Entweder liebt er sie mehr als Grigroi oder er ist weniger ehrgeizig... oder schlauer. Vielleicht ist ihm klar, dass er sie niemals dazu überreden kann die Macht mit ihm zu teilen, wenn sie es nicht von sich aus anbietet oder er wirkt lieber im Hintergrund anstatt sich direkt im Rampenlicht als Zielscheibe zu präsentieren (immerhin, ein Auge ist ja schon weg).


    Diderot genießt bei Katharina noch ein bisschen die Narrenfreiheit des exotischen Unterhaltungswertes, aber auch er wird so langsam aufpassen müssen was er sagt. Je angespannter sie ist, desto weniger Toleranz für Kritik wird sie aufbringen, und er ist ja nun nicht gerade subtil damit.

    Ich denke, hier war schon auch das Gefühl, dass man ja eigentlich gar kein Rebell ist (der ja gegen die göttliche Ordnung, wie man sie sein Leben lang eingebläut bekommen hat, verstoßen würde) sondern nur für den wahren Herrscher und die Gerechtigkeit kämpft, ein Faktor. Das macht natürlich den "Übertritt" leichter.

    Endlich komm ich zum Schreiben, bin schon seit Donnerstag mit dem Abschnitt durch. Also mal sehen... Es gab ja einige größere Zeitsprünge in dem Abschnitt.

    Ich war beeindruckt, dass der Vorfall im Hotel so eine heilende Wirkung auf Johanna hatte. Sie muss sich ja wirklich bis ins Mark geschämt haben, wenn sie immer noch nicht unter die Leute will. Einerseits freue ich mich für sie, dass sie es geschafft hat ohne Alkohol, andererseits ist ihre selbstgewählte Zurückgezogenheit wohl nichts um das man sie beneiden sollte. Immerhin, sie hat immernoch ihren treuen Freund Boris, der nicht locker lässt und der es nach dem Bruch mit der Familie tatsächlich geschafft hat auf eigenen Beinen zu stehen (wenn man Lorenz mal außen vor lässt). Die Reaktion als Boris Lorenz beinahe Inflagranti erwischte sprach jetzt wieder eine andere Sprache als das, was ich im letzten Abschnitt interpretiert hatte. Habe ich mich wohl getäuscht.


    Dmitri wandelt sich vom glühenden Verfechter zum großen Kritiker der Kaiserin. Tjaaa... es ist natürlich einfacher wenn das Unrecht immer nur den anderen geschieht, aber wenn man dann mal selbst betroffen ist... Offenbar hat Sonja eine gewisse Zuneigung zu ihm gefasst. Es würde ja passen, dass sie als lernbessesene junge Frau sich eher von etwas älteren Männern angezogen fühlt. Auf der anderen Seite, diese kurze Szene ganz am Schluss mit Stephan... Ich warte ja schon die ganze Zeit auf das Auftreten der Frau die "einen gefährlichen Plan gegen die Zarin verfolgt". Sollte das am Ende Sonja sein??? Gut Klappentext und Inhalte müssten nicht unbedingt übereinstimmen wie man ja schon öfter erfahren hat. Ich bin gespannt wie sich das weiterentwickelt. Von Sonjas Mutter hat man jetzt nichts weiter gehört, aber sie "lauert" nach wie vor im Hintergrund, das darf man nicht vergessen.


    Katharina sieht sich gerne als große Wohltäterin. Dadurch fühlt sie sich aber offenbar auch nicht so wirklich an Versprechungen gebunden. Man muss die Leute (seien es jetzt Untergebene oder abgelegte Liebhaber) nur großzügig genug beschenken, dann passt das schon. Und bisher scheint sie ja damit auch ganz gut gefahren zu sein, aber wer würde sich auch trauen der Kaiserin ins Gesicht zu sagen, dass sie sich ihr Zeug in den XXX schieben kann? Es ist schade, weil man als Leser ja ihre Beweggründe kennt. Ich denke Dmitri wäre nicht halb so erzürnt gewesen, hätten sie gesagt: Es tut mir leid, wir haben einen Krieg am Hals und die Kommission tritt seit zwei Jahren auf der Stelle. Ich möchte aber nicht, dass eure Mühen umsonst waren und werde diejenigen von euch die dann noch mitwirken wollen gerne an der neuen Kommission teilhaben lassen, wenn ich sie wieder zusammenrufe. Jaaaa, ich weiß, ein gekröntes Haupt ist seinen Untertanen keine Rechenschaft schuldig, aber wie gesagt, ich glaube in diesem Fall hätte es ihr einen Feind mehr erspart.


    Dieser falsche Zar Peter hat mich ja total überrascht. Mit sowas hab ich nicht gerechnet. In Zeiten ohne Fotografie und Fernsehen braucht man natürlich nur eine etwaige Ähnlichkeit mit irgendeinem Portrait aufweisen, die Kleidung tragen und entsprechende Reden schwingen. Ziemlich blutrünstig das Ganze, aber ich kann die Leibeigenen verstehen. Ein ganzes Leben voller Hass und Gewalt entlädt sich in dieser Wut gegen die Herrschenden und Freien.

    Edit: Doch nochwas vergessen. Der kleine Zarewitsch ist ja nun inzwischen auch schon 18 Jahre alt. Seine Mutter glaubt er hätte noch nicht den Ehrgeiz zum Regieren, könnte aber von anderen Ehrgeizlingen benutzt werden um sie zu stürzen, was natürlich nur zu wahr ist. Und da sie in seiner Erziehung offenbar keine große Rolle gespielt hat, kann sie auch nicht auf starke emotionale Bande hoffen. Die möglichen Krisenherde um sie herum mehren sich.