Beiträge von Ulrike Renk

    Danke für's Anlegen der Leserunde, liebe Wolke .


    Liebe Ulrike Renk , ich möchte schon mal im voraus um Entschuldigung bitten, dass ich in dieser Leserunde wohl etwas hinterher hinken werde. Bei mir überschlagen sich gerade private Ereignisse und ich habe den Kopf nicht so ganz frei. Aber ich freue mich auf das Buch, und vielleicht lenkt es mich ja ein bisschen ab.

    Lass dir alle Zeit der Welt

    Hab ich schon mal gesagt, das die Eulen eine besondere Plattform sind? Das ist so!!!


    Ich danke euch.

    Dieses Buch ist anders und auch Kritik ist immer und immr und immer angebracht und willkommen (auch wenn es manchmal weh tut und blöd ist)

    Ich kann bloß nicht anders schreiben, ich muss dieen Familien und ihren Geschichten folgen.

    Ich bin gespannt, wie ihr den nächsten Band finden werdet. :*:*

    Hach, Danke - ich bin heute nicht so besonders gut drauf, weil ich krank bin ... und ich schäme mich gerade, dass ich so gejammert habe. Gerade bei den Eulen muss ich das ja nun wirklich nicht.
    Und ich klann verstehen, dass manchen das Buch nicht gefällt - es IST anders als die anderen. Die Sprache ist anders. Das ist einfach so. Und das muss nicht jedem gefallen.

    Ein bisschen erstaunt war ich, dass das junge Paar sich nicht nur eine Wohnung, sondern auch ein Hausmädchen und eine Zugehfrau leisten konnten. Klar, ein Haushalt war damals weit aufwendiger zu führen als heute und Personal viel üblicher, aber bei einem jungen Paar, das noch keine großen Rücklagen hat? Aber ich denke, Auguste hat die beiden immer noch unterstützt.

    Personal war damals üblich - also dieses "Grundpersonal" - wenn jemand eine einigermaßen "gehobene" Anstellung hatte und nicht Arbeiter in der Fabrik war, gab es zumindest eine Zugehfreu.
    Die kostete damalsfast nichts - es gab keinen Mindestlohn, im Gegenteil, es gab tausende und abertausende mittellose Frauen in den Großstätten - die taten ganz viel, um ein wenig Geld zu verdienen und sich nicht prostituieren zu müssen.
    Die Gesellschaft war damals wirklich anders.
    Das ist so, als würdest du heute sagen: Wie, du hast keine Spülmaschine und spülst per Hand?

    Ich bin gerade ein wenig aufgewühlt, auch traurig und ich hadere.

    Vor Jahren habe ich angefangen Familiensagas zu schreiben - Familiengeschichten, die es wirklich gab und gibt. nach Tagebüchern, Briefen, Berichten. Wahrheit mit einer guten Prise Fiktion. Aber immer nahe an der Wirklichkeit.

    Ich weiß, ich habe damit viele andere AutorInnen "inspiriert" und schon bald schossen Familiensagas aus dem Boden, wie die Pilze im Herbstwald. Manche sind rein fiktiv, andere sind angelehnt an große Familien - aber das jemand so Zugang und Material von und aus den wahren Familien verarbeitet, wie ich das tue, ist, glaub ich, eher selten.

    Fiktive oder fast fiktive Familierngeschichten können viel mehr Drama haben, einen anderen Spannungsbogen, können die heutige Zeit 150 Jahre zurück versetzen - das Leben heute in einem damaligen Setting. Das macht Netflix ja auch gekonnt.
    Serien werden immer beliebter - Buchserien, Fernsehserien, Netflix und Co. Immer ein Cliffhänger am Ende, so dass man hinfiebert zur nächsten Folge.
    Das wahre Leben spielt andere Melodien, es mäandriert, es schlängelt sich. Schicksal ja - hochdramatisch - oft nicht. Cliffhänger - eher selten.
    Ich möchte das aber nicht - wennich Spannungsliteratur schreiben wollte, würde ich Krimis schreiben. Das kann ich auch, das habe ich schon bewiesen.
    Aber Familiensagas sind ein Bild der Familie - DER Familie, über die ich schreibe. Mal poetisch, mal tatsächlich auch langweilig, mal schwurbelig - weil SIE ES WAREN. Es ist die Zeit. Nein, ich werde nicht den Tagesschaumodus in Buch aus der Literatenszene von 1890 schreiben. Das geht nicht. Nicht für mich. Andere könne n das. Das sollen sie auch machen und ihre LeserInnen begeistern.
    Ich hoffe, ein paar LeserInnen folgen auch Paula und ihrer Familie - die durch das Leben mäandrierte.

    Es ist schade, dass du keinen Zugang mehr zu Paula gefunden hast.

    Es ist ja nun mal eine wahre Geschichte und Paula gab es wirklich. Ich hätte aus ihr keine toughe Frau machen können, wie es nun mal oft in rein fiktiven Romane passiert.

    Aber ich danke dir, dass du durchgehalten hast und bin gespannt, wie du den Folgeband findest.

    Gut, dass du dir einen anderen Agenten gesucht hast. Wir als Leser hätten das wahrscheinlich nicht gemerkt, aber ich finde trotzdem, dass man sowas nicht macht nur um ein Happy End zu haben oder was auch immer.

    Doch, doch - es kamen Rezis, Leserbriefe ... "WARUM hast du Minnie sterben lassen? WARUM ist diese Geschichte so ....?" - weil sie eben so war. Weil sie auf Realität, auf Fakten beruht.
    Wäre es ein rein fiktiver Roman, dann wäre Minnie nicht gestorben.
    Wäre es ein fiktiver Roman, hätten mir aber auch die Hälfte der LeserInnen die Geschichte überhaupt nicht abgenommen. Eine Frau auf See? In der Zeit? Das war schon sehr außergewöhnlich.
    (Die andere Hälfte der LeserInnen hätte es ohne Kommentar geschluckt - die lesen alles - aber solche LeserInnen sind nicht bei den Eulen 8o)

    Naja. Was will man denn auch groß erzählen, wenn da einfach nicht viel passiert ist?
    Manchmal ist der Weg das Ziel (eigentlich meistens), in dem Fall einfach das als zu langweilig erachtete Leben von Paula. Ich gehe mal schwer davon aus, dass Paula es nicht so langweilig fand. Ich konnte mich jedenfalls gut in ihre Sorgen, Nöte etc. rein denken und fand gar nicht, dass es so vor sich hin plätscherte.

    Es gibt ja nun zu Genüge KollegInnen, die dann Spannung reinbringen, die etwas passieren lassen ... die die Geschichte umschreiben. Manchmal mache ich das auch, bei kleinen Dingen. Ich finde den Weg auch meistens spannender als das Ziel ... :knuddel

    Dass du nicht was dazu erfindest und nicht künstlich Spannung einbaust, ist doch das, was deine Bücher ausmacht. Das ist auch da was mir gefällt. Das Leben an sich ist doch spannend genug. Ich hatte durchaus das Gefühl, dass Paulas Zweifel und Wünsche gut rübergekommen sind. Bei mir war das auf jeden Fall so.

    Danke schön.
    Ich weiß noch, wie das war, als ich "Die Australierin" schreiben wollte. Ich hatte meinem damaligen Agenten Leseprobe und ein ausführliches Expose geschickt. Er sagte: Nette Geschichte, aber Minnie darf nicht sterben. das müssen Sie umschreiben, Frau Renk. Und überhaupt - hier und hier und hier fehlt der Spannungsbogen.
    Und ich so ... X(
    Ich kann das nicht umschreiben, habe ich ihm gesagt. Sie hat gelebt und ist nun mal gestorben. das kann ich doch nicht ändern. To make a long story short - ich habe mich von dem Agenten getrennt, einen neuen gefunden, der mich immer unterstützt und mich nie dazu bringen würde, eine Geschichte zu ändern.
    Und ich habe ja mit Aufbau auch den Verlag gefunden, der das mitmacht und auch ein "langweiliges" Buch ohne großen Spannungsbogen ins Programm nimmt - einfach, weil sie die Geschichte so toll finden.
    So, jetzt habe ich aber mein Herz ziemlich ausgeschüttet. Sorry. :/:winkt