Beiträge von Tom

    Hallo, SiCollier.


    Als ich so ungefähr bei Seite 330 war, dachte ich eigentlich, dass ich Tabea sterben lassen müsste. Aber davon abgesehen, dass das Buch dann noch mindestens hundert Seiten länger hätte werden müssen, konnte ich den Aufschrei vom Moritzplatz in Kreuzberg, wo die Leute saßen, die das Manuskript bis zu diesem Zeitpunkt schon kannten, bis in den Südwesten Berlins hören (es gab eine Art Petition gegen Tabeas Tod). Eine andere Alternative bestand darin, sie stark verändert aus der Sache hervorgehen zu lassen. Auch das hätte noch weiterer Ausführungen bedurft. Und eigentlich ging es bei diesem Unfall ja in der Hauptsache um das Was-wäre-wenn - und um die Tatsache, dass viele (beispielsweise Alex) sich pausenlos Sorgen machen, und dann hauen einem ganz andere Katastrophen den Boden unter den Füßen weg. Es ging also nicht so sehr um die Katastrophe selbst, sondern um ihre Möglichkeit. Deshalb musste Tabea überleben, nahezu unbeschadet, wobei sie durchaus Monate braucht, um halbwegs wieder auf die Beine zu kommen (jemand merkte an, es wäre zu schnell gegangen, aber tatsächlich gibt es bei solchen Verletzungen keinen typischen Verlauf, und alles ist möglich), denn es sollte nur vor Augen geführt werden, dass es keine Sicherheit gibt, wirklich absolut keine, und dass man das Leben deshalb unaufhörlich umarmen sollte. Das Leben und das Glück und die Menschen, die einem wichtig sind, denn nichts sonst zählt. Auch eine "Karriere" nicht.


    Und das Aneurysma, nunwohl. Thomas Nicolai, "mein" Hörbuchsprecher, war fast ein bisschen stinkig deswegen (aber auf freundliche Art). Mir war das wichtig, noch einen Twist anzudeuten, um das Happy End etwas zu relativieren, und auch wenn das, was da steht, ein Todesurteil für Tabea ist, kann es noch sehr lange für sie weitergehen. Sie kann alle anderen überleben, theoretisch, weil allen anderen auch alles mögliche passieren kann. Und sie sterben sowieso, früher oder später (auch theoretisch; sie sind ja Romanfiguren). Aber da ist nun noch etwas, das sehr wahrscheinlich passieren wird, und über das sich Sorgen zu machen noch weniger Sinn hat. Es ist aber ein guter Grund dafür, das Jetzt noch intensiver zu leben. Möglicherweise sollte jeder Mensch immer so leben, als hätte er ein inoperables Aneurysma im Kopf, das jederzeit eine Ruptur bekommen kann (mit Ausnahme der egoistischen Arschlöcher).


    Deine Ausführungen zur Lebenszeit und -wahrnehmung fand ich spannend, aber ich muss sie noch einmal sacken lassen. Doch es ist unzweifelhaft so, dass unser Gefühl, dass das Leben immer schneller abläuft, in unserer Wahrnehmung verankert ist. Unser Leben wird mit zunehmendem Alter immer stärker von unspektakulärer Routine bestimmt, die nicht in unsere Erinnerungen eindringt, weshalb die Lücken zwischen den guten Erinnerungen immer größere Zeiträume umfassen.

    Das freut mich, dass Ihr das gelungen findet.

    Für mich hat dieser Wechsel große Bedeutung - was im Präteritum und dann auch noch von einer ich-erzählenden Person erzählt wird, ist reflektierend, verbindet das vergangene Ich mit dem gegenwärtigen, das die Vergangenheit hinter sich hat und, wichtig, die Erzählung bestimmt. Im Präsens ist die erzählende Person sozusagen unbefleckt, kennt ihre eigene, unmittelbare Zukunft noch nicht und muss mit dem Geschehen unvoreingenommen umgehen, während sie es gleichzeitig erlebt und davon erzählt.


    Edit: Im Präteritum sind der Ich-Erzähler und das Ich, von dem er erzählt, nahezu zwei verschiedene Personen, im Präsens ist es ein und dieselbe.

    Ich habe es nicht gelesen als Klischees über alte Leute, sondern als seine Ängste, die er gegenüber dem Alt werden hat

    Das ist eine Wahrnehmungssache, die hier fokussiert wird. Wie und in welchen Situationen nimmt man alte Menschen wahr, wie machen sie sich (auch unfreiwillig) bemerkbar, welchen Raum nehmen sie wofür in der Gesellschaft ein? Da mischen sich ein paar Klischees (der Begriff steht übrigens nicht für Unwahrheiten, sondern für schablonenhafte, eher verallgemeinernde Betrachtung, die trotzdem durchaus zutreffend sein kann) mit Das-kommt-auf-mich-zu-Ängsten und jener Art von leicht verzerrter Wahrnehmung, die entsteht, wenn man nur punktuell Dingen oder Gruppen begegnet (weil sie sonst unscheinbar sind oder von der gesamten Gesellschaft ausgeblendet werden). Aber Alexander relativiert das ja auch gleich wieder, und später noch weiter.

    Unter Massenmördern


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    Es gibt einige Romane, die die Realität der Vernichtungslager mit einer Fiktion vermischen und aus der Täter-Perspektive nach Erklärungen dafür suchen, wie es dazu kommen konnte, dass Konzentrationslager existierten und, vor allem, auch funktionierten. Jonathan Littells „Die Wohlgesinnten“ ist – mehr oder weniger – einer davon (ein Buch, das ich allerdings abgebrochen habe, weil die Erzählung zwischen Blutorgie und Anklagen in meinen Augen nicht die richtige Balance fand), außerdem Robert Merles berühmtes „Der Tod ist mein Beruf“, das, wie das Buch, um das es hier geht, aus der Perspektive des Auschwitz-Lagerkommandanten erzählt wurde, diesen Mann aber durch eine fiktive Figur ersetzte. Martin Amis wählte allerdings nicht nur dessen Perspektive, sondern eine Handvoll weiterer.


    „Interessengebiet“ (OT: „The Zone of Interest“) ist bereits im Jahr 2014 erschienen und wurde vor allem von der Kritik überschwänglich aufgenommen, aber obwohl ich ein Verehrer der Bücher des leider 2023 verstorbenen Romanciers bin, ging dieser Roman bislang an mir vorbei – bis ich durch die Ehrungen für den Film „The Zone of Interest“ aufmerksam wurde. Allerdings haben der durch das Buch „inspirierte“ Film und der Roman neben dem Titel fast nur noch die Kulisse und die Positionen einiger Hauptfiguren gemein; während sich der Film dem Paradoxon eines sozusagen behüteten Familienlebens vor der Kulisse eines Vernichtungslagers widmet, beide Welten aber voneinander getrennt hält, thematisiert Amis‘ vielschichtiger Roman (wie auch der von Merle) hauptsächlich die Frage, was für Menschen das sind, die so etwas organisieren und befehligen können. Ob es überhaupt „besondere“ Menschen sind. Und wie es ihnen gelingt, ein „normales“ Leben zu führen, während in unmittelbarer Nähe und auf ihren Befehl hin Hunderttausende brutal gequält werden und den grausamen Tod finden. Wie sie es schaffen, gleichzeitig ganz alltägliche Gefühle zu haben. Er wirbt nicht um Verständnis, was auch mehr als absurd wäre, sondern sucht nach einer Erklärung, einer Phänomenologie, einer Typisierung. Nach einer Verbindung zur Normalität.


    Der Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß heißt hier Paul Doll, der mit Hannah verheiratet ist, die ihm vor einigen Jahren zweieiige Zwillinge geschenkt hat, ihm seither aber ihren Körper verweigert und mehr oder weniger offen gegen ihn opponiert. Der SS-Offizier Golo Thomsen (Neffe von Martin Bormann, dem – realen – Leiter der Parteikanzlei der NSDAP) hat ein Auge auf die grobe Schönheit geworfen und wird schließlich erhört, aber nur kurz, und dann spielt noch ein gewisser Szmul eine Rolle, ein so genannter „Sonder“, womit Sonderkommandos von zumeist polnischen Inhaftierten gemeint sind, die sich aktiv am Betrieb des Konzentrationslagers beteiligten, um ein paar Wochen länger als die anderen zu leben.


    „Interessengebiet“ erzählt von jenem Mikrokosmos, der sich mitten im Grauen etabliert hat und ein übliches Leben zu simulieren versucht, obwohl sogar das aus großer Tiefe geförderte Brunnenwasser nach Verwesung schmeckt und der Schnee vom omnipräsenten Rauch aus den Krematorien braun gefärbt ist, obwohl ständig Schreie zu hören sind und unaufhörlich immer mehr „Umgesiedelte“ ankommen, unter denen sich längst herumgesprochen hat, was sie erwartet, während man bei ihrer Ankunft noch immer (im Fall von Paul Doll aber immer weniger engagiert) so zu tun versucht, als wäre das stetig wachsende, leiberverschlingende Konzentrationslager kein gewaltiger Apparat zum Massakrieren von Menschen, sondern eine Art Erholungsheim. Amis verbindet den unfassbaren Hintergrund und die Interaktionen seiner Figuren auf sehr geschickte, oft erschütternd amüsante Weise, lässt ihre Kumpelhaftigkeit und ihre Fixierung auf die Aufrechterhaltung eines irgendwie gearteten Alltags glaubwürdig erscheinen, fast bis an die Grenze der Nachvollziehbarkeit. Während der Lektüre dieses unglaublichen, niederschmetternden Romans muss man hin und wieder sogar schmunzeln, aber das hält nicht lange an, zum Glück. Doch „Interessengebiet“ ist ja auch in gewisser Weise eine Satire, vor allem im Dialoganteil.


    Die Hauptfiguren entwickeln und verändern sich. Doll wird allmählich paranoid, beinahe schon verrückt, Thomsen verinnerlicht mehr und mehr die fundamentale Aussichtslosigkeit und Boshaftigkeit ihres Tuns und sucht einen Ausweg, Szmul wird zum tragischen Helden. Und drumherum arbeitet diese monströse, menschliche Maschine, die weiter wächst, auch, um den Arbeitskräfteverschleiß der Buna-Werke zu befriedigen, von deren synthetischem Kautschuk Kriegsentscheidendes erwartet wird. Aber wir befinden uns bereits am Ende des Jahres 1942, und die, die es auch sehen wollen, erkennen, dass dieser Wahnsinn bald enden wird. Die ersten fragen sich bereits, wie man den Siegern erklären wird, was beispielweise hier, in Auschwitz, geschehen ist. Welche Rechtfertigungen es für diesen Wahnsinn geben könnte.


    Ich würde diesen bemerkenswerten, mutigen, verblüffend lesbaren, klug komponierten Roman in paarweiser Lektüre zusammen mit Elie Wiesels „Die Nacht“ empfehlen, dieser sehr persönlichen Erzählung eines Auschwitz-Überlebenden. Überhaupt sei allen Menschen dringend empfohlen, möglichst viel über diese Zeit, diese Politik, diese Art des Denkens zu lesen. Eine weitere Empfehlung gilt der langen Literaturliste am Ende dieses heftigen Romans, dem man beinahe abnimmt, ein Zeitzeugnis zu sein. Der nicht so große deutsche Verlag hat rund um den Erfolg des Films glücklicherweise eine Neuauflage des Romans gewagt, der eigentlich längst vergriffen war.


    ASIN/ISBN: 303695953X

    Hallo, Maarten.


    Tatsächlich ist die Kriki-Episode kurz vor dem Aufeinandertreffen mit Ayksen Brahoon ein Abschnitt, von dem ich mir beinahe gewünscht hätte, er wäre dem Lektorat zum Opfer gefallen. Er ist geblieben, weil es darin ja auch (wie an vielen Stellen) ums vorschnelle Urteilen geht, um ein Urteilen, das ins Weltbild passt, dem eigenen Weltbild dient, wofür nicht wenige über Leichen gehen, metaphorisch gesprochen. Die Rassismuskomponente darin kommt selbst mir beim Lesen ein gutes Jahr später ziemlich willkürlich vor, dramaturgisch gesehen. Inhaltlich ist das realistisch und zutreffend, dienen solche Vorgänge vor allem der Selbstüberhöhung, genau wie Du schreibst, aber trotzdem ist das ein bisschen verunglückt und macht einen Nebenschauplatz auf, wo es eigentlich schon genügend davon gibt.


    Deine Gedanken dazu fand ich trotzdem sehr spannend.

    Ich sitze hin und wieder in Videokonferenzen, die für eine Stunde angesetzt sind, aber nach zwanzig Minuten ist das Thema eigentlich erledigt, doch irgendwie hat sich in den Köpfen festgesetzt, dass die Stunde, die man eingeplant hatte, auf Gedeih und Verderb in der Videokonferenz verbracht werden muss, also werden Fragen gestellt, einfach nur um Fragen zu stellen, damit es videokonferenzmäßig weitergeht. Ein bisschen kommt mir das hier gerade auch so vor. Das ist dann auch die Zeit für diejenigen, die zum Thema selbst nicht viel zu sagen hatten. Oder die sowieso nicht in der Konferenz sein wollten.


    Ein Roman ist Fiktion. Die zehn Jahre, die Tabea weg war, gab es nicht, und Tabea war auch nirgendwo. Es gibt keine Tabea. Es gibt nur das, was erzählt wird. Es gibt Gründe dafür, warum das, was erzählt wird, erzählt wird, und es gibt Gründe dafür, warum das, was nicht erzählt wird, eben nicht erzählt wird. Es geht beispielsweise bei der langen Trennung (obwohl angedeutet wird, warum die Familie zusammenbleiben muss und was sie tut usw. - natürlich ist mir klar, dass völlig motivationsloses Handeln Romane killt) ausschließlich um die Tatsache der langen Trennung, und nicht darum, was währenddessen geschah und welches Wetter da wohl gerade in Tel Aviv war oder wo irgendein Sack Reis vom Tisch gekippt ist. Es irritiert mich, wenn danach gefragt wird, obwohl doch so offensichtlich ist (oder sein sollte), worum es geht, oder vielleicht doch nicht und ich bin ein noch beschissenerer Erzähler, als ich geglaubt hatte. Jedenfalls, um das auf den Punkt zu bringen: Es ist kackegal, verdammter Pfeffer. Alexander und Tabea hatten und haben eine Singularität, und auch die zehn Jahre haben es nicht geschafft, daran etwas zu ändern, nur darum geht es. Und um diese beiden. Es geht nicht darum, was ihre Eltern getan haben, ob sie von Aliens entführt worden ist oder diese Zeit am Boden eines ausgetrockneten Brunnens verbracht hat, sondern einzig und alleine um die Tatsache, dass sie nicht zu ihm konnte, aber als sie es dann konnte, war es das einzige, was sie tun wollte. Und ihm ging es umgekehrt. Alles andere spielt keine Rolle. Was nicht erzählt wird, ist nicht wichtig. (Manches, was erzählt wird, ist auch nicht sooooo wichtig, aber dieser Anteil sollte kleiner sein.)


    Oder diese Fragen nach anderen Erblinien oder warum Rafael nicht adoptiert worden ist. Wenn das so wäre, hätte sich eine andere Geschichte ergeben, wären andere Dinge passiert, aber das sollte nicht sein. Es hat seinen Zweck, aber der Zweck ist nicht ein Exkurs ins Erbrecht, sondern die (inhaltlich und rechtlich korrekt wiedergegebene und recherchierte) Situation für die Hauptfiguren und ihre Reaktionen darauf. Hätte ich etwas anderes erzählen wollen, hätte ich das getan, habe ich aber nicht. Es ist, wie es ist.


    Das ist, wie erwähnt, ein wenig irritierend. Statt sich darüber zu unterhalten, was im Roman geschieht und erzählt und, vor allem, thematisiert wird, wird das zerredet und mit Fragen zu Belanglosigkeiten zugeschüttet. Wozu? "Im wechselnden Licht der Jahre" ist kein Thriller oder Whodunnitkrimi, bei dem es im Kern darum geht, irgendeinen Mörder mit irgendeinem Motiv ausfindig zu machen oder irgendwelche Rätsel zu lösen, sondern eine Geschichte über jemanden, eine Erzählung über einen Mann, dessen Art, dem Leben zu begegnen, auf eine, wie ich finde, recht harte Probe gestellt wird. Es geht um Sorgen und Erwartungen und um Glück, um Werte und, vor allem anderen, die richtige Art, miteinander umzugehen.

    Ich habe The Bates ein gutes Dutzend Mal live gesehen (beim ersten Mal waren sie Support von DÄ bei einem Geheimkonzert im Berliner „Loft“) und war damals fast so etwas wie ein Fan; die euphorischen und irre anstrengenden, musikalisch großartigen und bis zur Selbstaufgabe rockenden Konzerte waren schlicht der Hammer. Das endete, als die Coverversion von „Billie Jean“ auf einem Bravo-Hits-Sampler landete und plötzlich lauter Spießerteenies auf den Konzerten herumlungerten, und damit begann nach meinem Eindruck auch das Ende von Zimbl. Gesund wirkte der allerdings zu keiner Zeit. Energiereich und bei der Sache, das schon, aber nie gesund.


    Danke für den Tipp, Sören, das werde ich lesen!

    Oh, ich kenne diese Denke sehr wohl. Meine Eltern haben so gedacht. Das ist ja auch Thema im Buch, aus verschiedenen Perspektiven. Aber dass sich im Jahr 2024 noch jemand hinstellt und erklärt, man wäre gescheitert, wenn man keine ertragreiche Karriere gemacht hat, das ist durchaus verblüffend.

    Kann es da tatsächlich Probleme mit einer geplanten Verfilmung seiner erfolgreichen Bücher geben?

    Das wird doch ziemlich ausführlich thematisiert. Rechtlich (also bezogen auf das Urheberrecht) ist das - in der Situation, die alle Beteiligten zu diesem Zeitpunkt annehmen - wenig problematisch, aber moralisch wäre es das in hohem Maße, und das könnte nach sich ziehen, dass sich Partner zurückziehen oder Verträge gecancelt werden. Der Verlag könnte ein Problem mit seinem Ruf bekommen.


    Und es geht ja genau darum. Was nicht verboten oder gegen Gesetze stößt, ist deshalb nicht automatisch etwas, das man tun sollte.

    Es geht um Moral. Die ganze Zeit. ;)

    Eine Anspielung habe sogar ich verstanden: auf Seite 176 wird eine „ApPD“ erwähnt. Muß man heute eigentlich solche doch recht klaren Dinge in einem Roman dermaßenanders bezeichnen (auch der früher erwähnte Supermarkt ist ja, zumindest denke ich da, ein Kunstname)?

    Nein, rechtliche Gründe gibt es zumindest bei der Partei nicht (das wäre mir auch kackegal), sondern eher persönliche - ich möchte die Bezeichnung des "Originals" einfach nicht in einem meiner Romane verewigen.


    Der Name des Supermarkts ist aus den Namen der bekanntesten Supermarktketten zusammengesetzt. Ich habe keinen konkreten Namen verwendet, weil die Ketten in Kleinmachnow teilweise nur eine Filiale haben, und dort wollte ich sozusagen nicht hinführen. Außerdem bin ich im ersten Entwurf des Kapitels, in dem Alexander das Geschehen auf dem Parkplatz beobachtet, noch ein bisschen über den Supermarkt hergezogen. Und da könnte es dann mit vermeintlichen Tatsachenbehauptungen tatsächlich schwierig werden, obwohl es unwahrscheinlich ist, dass (sich) irgendwer (be)klagt, wenn man schreibt "bei REWE sind die Leute unfreundlich" oder "in allen Edeka-Filialen riecht es nach toten Tieren". ;)


    Brahoon taucht in diesem Abschnitt auf; ob der ein reales Vorbild hat oder nicht - ich gebe zu, ich habe keine Ahnung.

    Hat er. Darauf ist weiter vorne schon verwiesen worden. Wenn man den Namen langsam auf englisch ausspricht, kommt man vielleicht drauf. Ich habe das Vorbild schon häufiger in meinen Romanen erwähnt; sein größter Hit hierzulande war "Stay (Just A Little Bit Longer)" und das Album dazu hieß "Running On Empty" (1978).


    Ich mag das, Figuren an reale Vorbilder anzulehnen, vor allem Nebenfiguren, weil ich damit beides zur Verfügung habe: Das Original und die fiktive Kopie. Und meistens werden die Vorlagen sehr schnell erraten.

    Ich habe Dir nur vorgeschlagen, das Buch wegzuschmeißen, wenn es darin für Dich, wie Du weiter oben ausführst, tatsächlich mit dem "Geschwafel" übertrieben ist, mit dem Alexander Dich immer wieder nervt. Es gibt keine Verpflichtung, ein Buch oder eine Leserunde auf Gedeih und Verderb zu beenden. Mir wäre, wie angedeutet, meine Zeit dafür zu schade. Das hat mit Meinungsagendürfen oder nicht nix zu tun; ich habe Dir nur einen Vorschlag gemacht. Ich wäre Dir nicht böse, wenn Du Dich zurückziehen würdest.


    Falls es Dir wirklich um das Buch ging.

    Na, ich hoffe, ich habe Dich nicht in Deiner Autorenehre getroffen.

    Nö, das geht so leicht nicht. Ich frage mich nur, warum man an einer Leserunde (weiter) teilnehmen möchte, wenn das Buch doch sowieso nur aus Geschwafel besteht. Mir ganz persönlich wäre meine Zeit zu schade für sowas. Ich kauf Dir gerne Ersatz, mit mehr Action und so.