Beiträge von Tom

    Bei mir dürfte die 1000-Konzerte-Grenze langsam in Sicht kommen, aber letzte Woche habe ich es tatsächlich noch geschafft, einen zugedröhnten Pete Doherty mit seinen The Libertines live zu sehen, bevor er in Paris randaliert hat und zweimal nacheinander verhaftet wurde.

    Sie hatte sich wegbeworben, als Beauftragte für häusliche Gewalt, aber man hatte ihr eine Stelle als Diskriminierungsbeauftragte angeboten, und deshalb wurde ihr ständig hinterhertelefoniert. Das Bewerbungsgespräch hat sie am Ende dann aber sausen lassen. Allerdings steigt Meret Becker in zwei Jahren tatsächlich aus - bis dahin wird es aber noch fünf "Tatort"-Folgen mit ihr geben.


    magister wigbold : Ich fand das überhaupt nicht blödsinnig, das mit diesem rachsüchtigen Ex-DDR-Richter (oder DDR-Ex-Richter), der entdeckt, dass einer seiner "Schützlinge", den er zum Tode verurteilt hatte (es hat knapp 200 Hinrichtungen in der DDR gegeben; Todesurteile würden bis in die Achtziger vollstreckt), noch am Leben ist - und dass es dem sogar vergleichsweise besser geht als ihm selbst, der mit der Wende in den erzwungenen Ruhestand geschickt wurde. Und auch die Querverbindungen und Nebengeschichten waren clever aufgebaut und sauber konstruiert. Das war alles andere als unplausibel. Es war pfiffig. Und toll umgesetzt.

    Habe in "Modern Love" - das ist RomCom, also Romantic Comedy - reingeschaut, weil in 4K und kostenlos auf Amazon Prime - und mit beeindruckender Besetzung. Da haben sich einige die Klinke in die Hand gegeben, alter Falter. Aber ich habe Anne Hathaway die Frau mit bipolarer Störung nicht abgekauft, und die Folge, in der sich die Zwanzigjährige an einen Fünfzigjährigen ranmacht, aber nur, weil sie Tochtergefühle für ihn hat, verfügte über einen extrem hohen Fremdschamfaktor. Alles in allem durchwachsen - und nicht wirklich modern. Die Geschichten sind etwas vorhersehbar und/oder dramaturgisch flach, Besetzung und Produktionsaufwand gleichen das nicht immer aus. Eher Daumen runter, bis auf einige Ausnahmen.

    Schau mal einer guck. Da ist man schon fast dabei, den Nachruf auf ein auserzähltes und im Brachialslapstick versinkendes Ermittlerteam zu schreiben, und dann kriegen sie plötzlich die Kurve. "Lakritz" war vielleicht kein Saisonhighlight, aber ein leichter, amüsanter, nostalgischer, freundlicher, oft nicht unkluger, fein gestrickter Liefers-Prahl-Tatort. Wenn man diese Schiene weiterfährt, also den Haudraufhumor runter und das Persönliche (aber nicht den an den Haaren herbeigezogenen persönlichen Bezug) etwas rauf, dann ist wieder Licht im Münsteraner Tunnel zu sehen. Das war kurzweilig und sympathisch, hat mir gefallen.

    Der Typ sieht aus wie Tom Selleck.


    Hat jemand den Schweizer Abschlusstatort heute Abend gesehen? Ich nicht, weil ich in Schreibklausur bin, aber ich habe die "Spiegel"-Kritik gelesen - einer von zehn Punkten. Das muss ja echt gruselig gewesen sein.

    Inkslinger : Ich mag "The Orville" sehr gerne - allerdings hing die zweite Staffel etwas in den Seilen, was durch die wirklich großartigen letzten drei Folgen aber wieder ausgeglichen wurde. Der Humor aus der ersten Staffel fehlte häufig, und der Wunsch, Themen aufzuarbeiten, die etwas mit Diskriminierung zu tun haben, war überdeutlich zu spüren, aber die Besetzung ist sympathisch, die Dialoge sind klug, und es ist sehr aufwendig gemacht. Die dritte Staffel ist schon in Arbeit.

    breumel : Ich habe mir die erste Staffel "Discovery" angeschaut, und es ist davon wenig in Erinnerung geblieben. Ich fand das kalt, unsympathisch, aber auch die Story hat mich nicht gepackt. Eine der Serien im Franchise, die an mir vorbeigehen wird. Das galt ansonsten nur für DS-9. Aber den 23. Januar 2020 habe ich dick im Kalender angestrichen:


    Interessant auch, wie per Fernsteuerung das Handy vom Autositz gehoben werden konnte, obwohl mehr als deutlich war, dass niemand aus dem Gebäude die Sitzfläche oder gar das Handy im Blick haben konnte. Und wer - wie ich, wie ich zugebe - schon mit Spraydosen (u.a. mit Insektenvernichtungsmitteln, die längst aus guten Gründen vom Markt sind) und Feuerzeugen herumgespielt hat, der wird ein wenig überrascht vom Flammenwerfer gewesen sein. Und, ja, von vielem anderen auch.

    Es sollte ja eine Persiflage sein, aber es war eben keine. Echtem Trash á la "From Dusk Till Dawn" hätte man all das abgekauft, aber das hier war eine unausgegorene Umsetzung einer Idee, deren Gärung noch nicht einmal eingesetzt hatte. Da funktionierte nichts.

    Glaubwürdig sollte es auch nicht sein. Also nicht im Sinne von "glaubwürdig nach Maßstäben, die etwas mit Realismus zu tun haben". ;)


    Aber ich möchte widersprechen, was die Qualität der Reihe insgesamt anbetrifft. Ich finde, die Linie zeigt durchaus nach oben. Es gab in diesem Jahr ein paar sehr, sehr gelungene Folgen, und auch exzellente "Polizeiruf 110"-Folgen.