Beiträge von Findus

    Ich hatte von Eva Lirot einen Krimi gelesen, ich glaube es war sogar Schattenkind, und der hat mich schon enttäuscht. Musste kein zweites Mal sein, aber danke für Deine Rezi.

    Bongo habe ich auch fertig gelesen. Die Argumentation der Männer, dass sie da nie wieder raus kommen ist richtig. Seltsam, sogar ich hatte mich auf den Dampfer gesetzt und mir nichts dabei gedacht, als dass es ein guter Schachzug war, die Männer festzusetzen. Sie werden sie nun verschwinden lassen müssen genau so, wie auch ihre Abordnung in Bézam verschwunden ist.

    Nur sind sie nicht so abgebrüht wie die Männer der Ölfirma.

    Die Idee den Journalisten aufzusuchen geht auch nach hinten los. Er will nun ins Dorf kommen und Fotos machen um ihre Geschichte zu beweisen. Sicher war das auch die Absicht des Kranken, der sie dorthin geschickt hat.

    Eigentlich kann man sich vorstellen, dass das alles nicht gut ausgeht. Und der Irre hat sie auch noch gewarnt. Hätten sie nur auf ihn gehört.

    Ich finde gerade in diesem Buch die unterschiedlichen Perspektiven besonders. Die Kinder leben schon in einer noch recht magischen Welt. Erkennen aber, dass sie besonders unter der Situation leiden und es vor allem die Kinder sind, die sterben.

    Vor allem spüren sie auch die Trauer der Familien, ihrer eigenen und die der anderen, wenn ein Kind gestorben ist. Es herrscht im ganzen Dorf eine gedrückte Stimmung obwohl sie ja im Grunde eine positive Einstellung zum Leben haben.

    Inhaltlich finde ich es ja spannend, wie das Dorf aus der Situation rauskommen will. Die Leute von Pexton werden gefangen gehalten, und sie erzählen den Soldaten, die wären sofort gefahren. Wenn sie die irgendwann frei lassen, fliegt ja alles auf.


    Mit den Namen habe ich noch so meine Schwierigkeiten, sie sind für mich ungewohnt, da fällt es mir schwer, alle auseinander zu halten und Bilder vor Augen zu bekommen. Denn das Dorf und die Bewohner werden ja nach und nach liebevoll gezeichnet.


    Die Idee, die Geschichte aus unterschiedlichen Ich-Perspektiven sowie gesammelt aus der Sicht der Kinder als Gruppe zu schreiben ist so toll.

    Die Festsetzung der Gesandten empfand ich als Paukenschlag, und ich glaube den meisten Einwohnern ging es genau so.

    Die Namen gehen eigentlich mir sind oft nur Formulierungen und Sätze so unverständlich, dass ich sie mehrmals lesen muss um sie zu entschlüsseln.

    Das mit den unterschiedlichen Perspektiven beschert natürlich dem Leser mehr Informationen und Ansichten ist aber nicht neu.

    Ich sehr sie eigentlich gar nicht "negativ". Nur ganz anders als Liv. Und etwas unscharf, weil halt viel weniger von ihren Gedanken bei mir ankommt. Und ich habe das Gefühl, dass Liv sich oft schwer tut mit ihrer Schwester, die so ganz anders ist. Und da ich Liv näher kenne - und deshalb besser verstehe - tu ich mich mit Lucia auch schwerer. Aber in Abschnitt zwei kommt ein Abschnitt, der sehr schön erklärt, wie unterschiedlich die beiden ticken. Da ist mir Lucia richtig sympathisch geworden.

    Ich hab sie auch nicht negativ gesehen. Eher eben traditionell. Aber das ist zu der Zeit normal, und Liv hat es sicher mit ihren Vorstellungen schwerer als Lucia, die nicht gegen alle Wertvorstellungen rebelliert.

    Ich fand es interessant zu lesen, wie Lucias Kindheit so verlaufen ist. Sie hat es deutlich "schwerer" gehabt, als Liv. Sie musste lernen, sich durchzusetzen. Der Vater himmelt Liv an, keiner hält sie für etwas besonderes, vielleicht spürt sie auch mehr, dass sie ein Pflegekind ist. Sie macht das Beste daraus und sie krallt sich Lasse, weil sie raus will. Weil sie was eigenes will. Das fand ich verständlich und ich verstehe sie jetzt besser.

    Sie äußert sich ja auch Liv gegenüber, dass sie sich ihr Leben anders vorstellt als Liv. Ehefrau und Mutter, da sieht sie ihre Erfüllung.

    Und was ist eigentlich mit Sverre? Der ist ja einfach komplett verschwunden?

    Ich war immer davon überzeugt, dass Sverre einen gute Grund hatte, Christiania zu verlassen. Denn er und Liv waren einfach ein Traumpaar. Das wird sich noch zeigen.


    Ich muss ja sagen, als Edvard anfängt Liv nach seinen Vorstellungen zu formen, dachte ich mir nur: Hoffentlich lässt sie sich nicht einwickeln. Dass er kein Interesse an einer Ehefrau hat, die arbeitet, war mir von vornherein klar. Im Moment findet er es wohl noch exotisch, dass Liv so anders ist, aber als Ehefrau hat sie dann doch den Erwartungen der Gesellschaft zu entsprechen.


    Am Ende ist er nicht anders als Lasse, nur dass er das Geld und den Einfluss hat seine Frau entsprechend auszustaffieren und in die "richtige" Gesellschaft einzuführen.

    Edvard ist auch ein Kind der Gesellschaft. Er dachte eben auch, dass Liv nur studierte um eine passende Partie kennen zu lernen. Aber er täuscht sich in ihr und ich hoffe, das wird ihr selbst noch bewusst.

    So herzlich Lucia von Fendris und Runi auch aufgenommen wurde, so hat sie doch immer gespürt, dass ihre Brüder mehr gegolten haben. Sie beneidet Liv, die von Fria und dem Samen wirklich angenommen und geliebt wurde.

    Das ist ja auch mein Gedanke gewesen. Aber eher in die andere Richtung, sie musste sich gegen die Brüder behaupten, und ob sie da immer die elterliche Unterstützung hatte sei dahin gestellt. Aber ich denke immer noch, dass ihre Brüder sie es spüren ließen, dass ihre Mutter doch mehr an ihr lag eben weil sie ein Mädchen war.

    Geht mir auch so, aber bei mir ist es so, dass ich mich mal wieder etwas übernommen habe, weil ich nicht einsehen will, dass ich noch lange nicht wieder ganz genesen bin. Nun muss ich mal wieder vorsichtiger sein und mir Pausen gönnen.

    Ich mag Liv auch lieber, eben weil sie anders ist als andere Frauen. Lucia fügt sich in das normale Frauenbild und will genau das sein.

    Ich denke nicht, dass Lucia von Runi bevorzugt wird.

    Wir werden unser Bild von ihr sicher im Band über Lucia revidieren.