Beiträge von little sparrow

    Ich fühle mich nicht leer, nicht einsam,

    sondern angefüllt und bereichert mit Leben, mit Erfahrung.

    Und dennoch bin ich traurig, unendlich traurig.

    Ich bin traurig, weil die Geschichte zu Ende ist,

    diese Episode des Lebens von Zenia, von Nael.

    Und dennoch bin ich voller Hoffnung, voll Hoffnung auf ein Wiedersehen.




    Herzmalerei ist eine unendlich berührende Geschichte.

    Anfangs hatte ich meine Zweifel. Ich lerne Zenia kennen und Nael. In kurzen Kapiteln, die abwechselnd über Zenia und Nael erzählen, bin ich den Beiden sehr nah. Zenia ist Psychologin. In der Firma, in der sie arbeitet, werden System-Menschen - genauer gesagt: Babys - produziert. Nael sitzt im Gefängnis.

    Beide wirken auf mich etwas instabil und eingefahren. Ich bin auf der Hut, doch beide schleichen sich unbemerkt nach und nach in mein Herz. Die Härte, die beide nach außen kehren, ist reine Vernunft und das hat noch niemandem geschadet. Doch beide, Nael wie auch Zenia, sind absolute Herzensmenschen. Und sie sind Gott-Menschen - also unabhängig vom System und auf natürlichem Wege zur Welt gekommen.

    In einer Welt, in der Hover-Schuhe ein normales Fortbewegungsmittel sind, in einer Welt, in der ab der Mittelschicht jeder einen BRO hat. Einen BRO, den ich mir selbst programmieren kann: Stimme, Aussehen, Geschlecht. Er kennt meine Termine, versendet Sprachnachrichten für mich und spielt mir meine empfangenen Nachrichten vor. Er kennt nicht nur alle Telefonnummern, er ist mit dem UniversalNet und überhaupt aller Technik verbunden und weiß sie zu nutzen. Dank künstlicher Intelligenz entwickelt er sich im Laufe der Zeit immer weiter. Ich muss sagen, ich steh auf all die tollen Neuerungen in der Zukunft und hoffe auf ein entsprechend langes Leben. - Was mir allerdings Kopfzerbrechen bereitet, sind die System-Menschen.


    Zitat
    "Der Zutritt in dieses strengstens abgeschirmte Gebiet ist nur Leuten erlaubt, die keine ansteckenden Krankheiten haben und die über einen ID-Chip verfügen. Genetisch perfekte System-Menschen dürfen ungeprüft hinein. Gott-Menschen dagegen, die wie ich auf natürlichem Wege gezeugt und geboren wurden, müssen gescannt werden." - Seite 24


    Und die Einschränkungen, die es für Gott-Menschen gibt. Diese Gesundheitszonen sind für mich gar nicht so abwegig.

    Doch die Technik kann noch viel mehr: sie kann uns in den Alpha-Zustand versetzen. Denn, wenn man dem Unternehmen Glauben schenkt, kann ich mithilfe der Technik meine Seele und damit mein früheres Leben kennenlernen. Wie ein Film spielt sich mein früheres Leben - oder besser Episoden eines meiner früher gelebten Leben - vor meinem inneren Auge und auch auf dem Screen ab. Gedanken werden zu realen Bildern und ich wäre nicht abgeneigt, diese Technik kennenzulernen und selbst zu erproben.

    Ganz anders jedoch leben die Menschen, die wenig Geld verdienen oder gar vom Staat gefördert werden: kleiner Wohnraum in grauen Betonklötzen. Die Wohnungen sind WG´s gleich. Hier haben die wenigsten einen BRO geschweige denn Hover-Schuhe. Es scheint beinahe, als sei bei ihnen die Zeit stehen geblieben.

    Herzmalerei nimmt mich mit auf diese spannende Reise in die Zukunft und gleichermaßen lässt sie mich an alte Werte und das Ur-Erlebte glauben.

    Genauso wie die Protagonisten sich in mein Herz geschlichen haben, hat es auch die Geschichte gemacht. Ganz heimlich, still und leise. Durch diesen betörenden Schreibstil, der mal zögerlich und behutsam, mal direkt und ungeschönt die Dinge beim Namen nennt. Schlussendlich fühle ich mich einer wilden Party beraubt, zu der ich mich während des Lesens der Geschichte begab.


    Zitat
    "Mein Herz tanzt vor Glück. "Romeo, ich brauche jetzt ganz laute Musik." Überschwänglich flippe ich gemeinsam mit der Verrückten im Spiegel aus." - Seite 290


    Und genauso fühlte ich mich auch.

    In Herzmalerei kommen Gefühle nicht zu knapp und auch schwierige Themen wie Wiedereingliederung, Gewalthandlungen von Vertrauten und Spionage werden bedient. Trotz der Ernsthaftigkeit der Themen kann ich - dank des Schreibstils und der Dialoge - auch immer mal wieder lachen.


    Fazit

    Wer spannend geschriebene Liebesgeschichten mit Sci-Fi-Elementen mag und sich mit der Technik von Morgen gern auch heute schon anfreundet, ist mit diesem Buch sehr gut beraten. Ich lasse dieses Buch nur ungern wieder los.


    ASIN/ISBN: 3990185063

    Ich schulde euch noch einen Erfahrungsbericht: Inzwischen habe ich die Pfirschtarte gebacken. Sie war sehr lecker und alles hat prima funktioniert.


    Jetzt am Wochenende hatte meine Mutter Geburtstag. Sie liebt Pflaumenkuchen, deswegen habe ich ihr die Zwetschgen-Walnuss-Tarte (Tarte aux quetsches et noix) von Sophies Website gebacken. Wir waren begeistert! Die mürben Streusel, die knackigen Walnüsse und die weichen Pflaumen mit dem Crème fraîche-Guss ergeben eine tolle Kombi.


    Bei der Gelegenheit habe ich noch entdeckt, dass Sophie im Juni eine Online-Lesung gegeben hat. Man kann die Aufzeichnung bei Youtube anschauen (heißt "Ein provenzalischer Abend mit Sophie Bonnet und Miriam Semrau"). Die Fotos, die Sophie da zeigt, haben in mir gleich Sehnsucht nach Südfrankreich erweckt. Und gelesen hat sie auch sehr schön.

    Vielen Dank für diesen tollen Bericht und Deine Entdeckung der Lesung. :roeslein

    Weil alles jetzt beginnt ist die Geschichte von Evvie. Eveleth Drake ist 32 Jahre alt, als ihr Mann sie verließ. Eigentlich wollte sie ihn gerade verlassen. Doch noch nicht einmal das sollte ihr gelingen. Ihr Mann starb an diesem Abend, gerade als sie ihre wenigen Habseligkeiten im Auto verstaute, an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

    Tief erschüttert bleibt Evvie zurück und sie lässt ihr Umfeld in dem Glauben, dass es die Trauer um ihren verstorbenen Mann sei, die sie so leiden lässt. Wie sollte sie auch gerade jetzt ihrer Familie, ihren Freunden erklären, dass Tim eben nicht der perfekte, liebende Ehemann war. Wo doch Timothy Christopher Drake als Arzt in dem kleinen Nest, in dem sie lebten, doch quasi zum Superstar der Menschen im Ort avanciert war.


    So hat Evvie zu seinen Lebzeiten nie etwas von ihrer Beziehung nach außen dringen lassen - und nach Tims Tod hatte Evvie auch mit niemanden darüber gesprochen. Auch nicht mit ihrem besten Freund Andy. Andreas Buck, der mit seinen zwei kleinen Mädchen allein zurück blieb, nachdem seine Frau Lori ihn verlassen hatte. Andy war froh, dass Evvie ihm mit seinen Töchtern Lilly und Rose zur Hand ging, ihnen Zöpfe flocht und sich um sie kümmerte, wenn er nicht da sein konnte. Alles andere kann warten.

    Doch wenn man alles andere warten lässt, wird man nicht heil - auch Evvie nicht. Als ein Freund von Andy dringend einen Rückzugsort braucht, schlägt er Evvie vor, doch Räumlichkeiten an ihn zu vermieten. Dann wäre sie in dem großen Haus nicht allein und Dean wäre auch damit geholfen.

    Dean Tenney war als ehemaliger Profisportler, als Pitcher, der Presse ausgesetzt und nach dem Verlust seines Wurfarms sah er sich auf Tritt und Schritt von den Medien verfolgt. Ruhe und Abstand würden im gut tun und von seiner unfreiwilligen Erkrankung ablenken.

    Die einzige Regel, die Dean und Evvie aufstellen: über die Dinge, die sie am verletzlichsten machen, ihr verstorbener Mann und sein Wurfarm, wird nicht gesprochen.

    Wie gut ihnen das gelingt, wenn man sich sympathisch ist und jeden Tag und jede Nacht unter demselben Dach verbringt, ist abzusehen. Doch die Entwicklung und der Reifeprozess sind spannend zu verfolgen.


    Weil alles jetzt beginnt ist ein leises Buch, ein weises Buch. Es ist wie eine Wahrheit, die unvermittelt aufgeschlagen vor mir liegt. Linda Holmes erzählt in einem ruhigen, besonnenen Schreibstil über das Leben und über die Gefangenschaft, die sich ein Mensch selbst auferlegt. Dies hat Linda Holmes wunderbar in die fiktive Geschichte von Evvie und Dean eingebunden.

    Beispielsweise Evvies Gedanken zu ihrem Status.


    "Seltsam", spann Evvie ihren Gedanken weiter, "dass ich durch meine Heirat dieses Wort an mir hängen habe und es nur wieder loswerde, wenn ich noch einmal heiraten würde. Ist dir klar, dass ich nie wieder Single sein kann? Ab jetzt gibt es bloß noch Witwe oder verheiratet." - Seite 121


    Es ist schwer genug, einen geliebten Menschen zu verlieren. Aber in jungen Jahren seinen Partner zu verlieren - wie widrig die Umstände auch sind - dieser Status Witwe bleibt. - Zumindest solange bis man das Glück hat einen neuen Partner zu finden und ihn zu heiraten. Denn auch wenn man einen neuen Partner hat, ist man Witwe in einer Beziehung. Es ist erschütternd, es ist bis in den hintersten Winkel des Herzens traurig.

    Dieses Leid ist spürbar beim Lesen der Zeilen und ich leide mit Evvie. Linda Holmes gelingt durch ihren Schreibstil die Bandbreite von Evvies Gefühlen klar zum Ausdruck zu bringen. Selbst in Momenten, in denen ich mir als Leser wünsche, dass Evvie nun Glück spürt und ich daran teilhaben möchte, schafft die Autorin durch Evvies Gedankenspiel diese Gefühle auszubremsen. Genau so, wie sie auch für Evvie ausgebremst werden, weil sie sich selbst ausbremst und noch nicht in der Lage ist, das Gute, das Schöne für sich zuzulassen.


    Ein weiteres, berührendes Thema, das Linda Holmes anspricht, ist Hilfe, die von außen kommt.


    "Kann ich nur empfehlen", sagte Monica. Einer meiner Ärzte meinte mal: "Der Kopf ist das Haus, in dem wir leben, und da sollten wir uns für ein paar Reparaturarbeiten nicht zu schade sein." - Seite 321


    Auch heutzutage ist das Thema Psychothearpie immer noch eher ein Tabuthema. Niemand möchte, dass andere denken, dass mit ihm "etwas nicht stimmt". Die Autorin geht sehr behutsam mit dem Thema um und macht verständlich, dass auch der Kopf durchaus auch mal Hilfe benötigt.


    "Und so verhält es sich auch mit der Psychotherapie. Es geht nicht darum, ob Sie etwas auch irgendwie allein hinbekommen. - Seite 328


    So gesehen muss ich Linda Holmes da recht geben. Vor allen Dingen, wenn ich mir dagegen meine handwerklichen Begabungen ansehe: da sehe ich genau, was ich "irgendwie allein hinbekomme".


    Weil alles jetzt beginnt ist ein sehr kluger Roman, der mich - mit den lebendig gezeichneten Charakteren - Höhen und vor allem auch Tiefen der Protagonisten begleiten lässt. Es ist für mich zu einem Herzensbuch geworden.

    Asklepios heißt der Thriller von Charlotte Charonne und trägt damit den Namen des Gottes der Heilkunst. Ich war sehr gespannt, was der Gott der Heilkunst in einem Thriller zu schaffen hatte. Im Prolog erfahre ich erste Hinweise zu dem Geschehen, das mich im Buch erwarten wird.





    Der Thriller ist neben Prolog und Epilog in drei Abschnitte eingeteilt.

    Im ersten Abschnitt lerne ich Emma und ihre Familie kennen.

    Emma ist 5 Jahre alt und ein fröhliches, aufgewecktes Mädchen. Ihre Eltern und ihre Oma kümmern sich liebevoll um sie. Eine echte Bilderbuchfamilie. Dank ihrer freundlichen und unkomplizierten Art habe ich sie alle gleich ins Herz geschlossen. Als Emma entführt und später tot aufgefunden wird, stimmte auch mich das Geschehen betroffen und traurig.

    Nachdenklich und der anfänglichen Euphorie beraubt, war ich froh um den harten Schnitt der mich zum zweiten Teil des Buches führte. Ich konnte durchatmen und mich für das kommende Geschehen, 15 Jahre später, wappnen.

    15 Jahre später ist Emma immer noch tot; der Täter hingegen auf freiem Fuß. Während der Mörder zurück in sein Elternhaus zieht und seinen Auflagen Folge leistet, tritt Asklepios auf den Plan.

    Nie war der Grat schmaler zwischen Heilung und Wahnsinn. Mir stellen sich Fragen nach dem Therapieverlauf und nach dem Erfolg. Und manchmal auch, ob es gesund ist, Gott zu spielen. - Und wer sich wann dafür hält. All diese Fragen werden im dritten, abschließenden Teil beantwortet werden wollen.


    Mit Asklepios erlebe ich einen ganz außergewöhnlichen Thriller. Die Geschichte wird mit einem amüsierten Lächeln erzählt. Der lockere, manchmal kindlich anmutende, Erzählstil passt sehr gut zu der 5jährigen Emma und die Erlebnisse um die jungen Mädchen der Nebencharaktere.


    "Mozart hatte es sich auf seinem Hundekissen ebenfalls bequem gemacht. Mit dem Kopf auf den Pfoten begaffte er die Besucher, als wären sie Suppenknochen, die es zu bewachen galt." - Seite 119


    Wachsam verfolge ich das Geschehen. Im Plauderton bekomme ich in kurzen Kapiteln erzählt, was das Ermittlerteam um Spike und Ruby auf die Beine stellt, um den Mörder wieder aufzufinden. Auch das Privatleben der Ermittler ist wunderbar eingebunden, so dass die Charaktere lebendig wirken und eine authentische Handlung nachvollziehbar wird.

    In weiteren Kapiteln werde ich über den Verbleib des Mörders und Asklepios auf dem Laufenden gehalten. Die Geschichte spitzt sich immer mehr zu.

    Selbst in den hochspannenden Momenten spart Charlotte Charonne nicht an ihrem spitzbübischen Erzählstil. Zum Ende der Geschichte wäre ich manches Mal lieber der Hochspannung erlegen, statt durch wunderbar bildhafte Beschreibungen wieder ins Schmunzeln zu geraten. Die Spannung zieht darauf jedoch gleich wieder an, so dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag und unbedingt erfahren muss, wie es für alle Parteien ausgeht.

    Ein toller Thriller mit einer klugen Handlung und einem außergewöhnlich fröhlichen Erzählstil.

    Maike, Martha und die Männer ist ein herrlich, sommerfrischer Roman.

    Während Maike noch frisch verliebt auf Wolke 7 schwebt, hat ihr neuer Freund Arne schon längst andere Pläne. Brüsk überfällt er sie mit einer Reise in den Schwarzwald. In sein Elternhaus. Zu seiner Großmutter. Damit hat Maike nicht gerechnet. Sie hatte sich einen tollen Urlaub mit Sonne, Strand und Meer ausgemalt statt saftiges Grün auf Wiesen und Berge zu sehen. Doch was tut man nicht alles für die Liebe?




    Maike hätte sich allerdings nie träumen lassen, dass Arne sie kurz darauf bei seiner Oma sitzenlässt und seine eigenen Urlaubspläne verfolgt.

    Die Chance auf Urlaub lassen sich Maike und Großmutter Martha dann allerdings nicht entgehen und starten ihren eigenen Roadtrip quer über Frankreichs Autobahnen.


    Birgit Schlieper erzählt diese Geschichte über die Liebe und die eigenen Wünsche und manch Irrglauben in einem lockeren Plauderton und mit jeder Menge Witz und Esprit. Schnell bin ich solidarisch an Maikes Seite und erlebe mit ihr eine Achterbahnfahrt an Gefühlen während es zunächst in den beschaulichen Schwarzwald geht und es Höhen und Tiefen zu meistern gilt. Dabei weiß Maike geschickt auch so manch unliebsame Situation ins Gute zu kehren. Ich habe die Zeit an ihrer Seite ehrlich genossen und mochte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Auch nicht kurz.

    Ein Grund dafür waren nicht nur die Handlung und der Schreibstil, sondern auch, dass es in dem Roman keine Kapitelunterteilung gibt. So war ich mir gar nicht sicher, wann ich im günstigsten Fall das Buch kurz an die Seite legen kann. Dabei kann von wollen nicht die Rede sein.

    Die Geschichte ist sehr kurzweilig geschrieben, so dass ich - getreu dem Motto, wenn es am lustigsten ist, darf man Pause machen - dann das Buch zur Seite legte, wenn ich mal wieder herzlich gelacht habe. So konnte ich das Geschehen nachwirken lassen und mich auf den Fortgang dieser abenteuerlichen Reise freuen.


    Fazit

    Maike, Martha und die Männer kann ich allen ans Herz legen, die sich auf ein fröhliches Lesevergnügen freuen und im Plauderton gut und überaus kurzweilig unterhalten werden wollen.


    ASIN/ISBN: 3948736006

    Hallo little sparrow - liest Du das Buch auch jetzt parallel mit uns?

    Hallo Gucci,

    vielen Dank, dass Du noch einmal nachfragst. Ich bin gerade beruflich so eingebunden, dass ich es nicht mal geschafft habe, mir das Buch zu besorgen.

    Auch hatte ich angenommen, dass die Bücher vom Verlag gestellt werden und bei mir ist nichts angekommen, sonst hätte ich auch schon früher hier wieder reingelesen.

    Das ist wirklich schade. Ich werde das Buch dann zu einem späteren Zeitpunkt lesen, schaue hier aber gern wieder rein.

    Euch viel Vergnügen bei der Lektüre!

    Lieber den Spatz in der Hand als gar keinen Vogel

    Roman


    Autorin: Ella Marcs
    ISBN 978-3982193403
    Taschenbuch
    356 Seiten
    erschienen am 27. Mai 2020




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    Lieber den Spatz in der Hand als gar keinen Vogel., so heißt der sommerlich frische Roman von Ella Marcs.


    In dieser romantischen Liebeskomödie lerne ich Kira Spatz kennen.
    Kira ist mit Ingo verlobt und befände sich eigentlich mit ihm und ihrer besten Freundin Sabin auf einer traumhaften Urlaubsreise durch Neuseeland. Eigentlich. - Denn ihr Helfersyndrom und die Fähigkeit, nicht Nein sagen zu können, haben dafür gesorgt, dass Ingo und Sabin in den Urlaub fuhren und Kira bei ihrer hochschwangeren Schwester Jasmin bleibt um deren Traumhochzeit zu planen.






    Dafür hat Kira gerade einmal 21 Tage Zeit und Hilfe erfährt sie weder von dem zukünftigen Mann ihrer Schwester noch von den übrigen Familienmitgliedern.


    Dafür platzt Robert mitten in den Hochzeitsvorbereitungen mit der Nachricht raus, dass seine Firma vor der Pleite steht und ihn nur ein einziger Auftrag retten könnte. Ein sehr lukrativer Auftrag. Der einzige Haken: er kann den Termin nicht wahrnehmen und Kira muss einspringen. Eigentlich dürfte Kira diesen Dienst auch nicht für ihren zukünftigen Schwager übernehmen, wenn sie ihren eigenen Job nicht riskieren will. Doch eigentlich bleibt ihr auch nichts anderes übrig, wenn sie dem Glück ihrer Schwester nicht im Wege stehen will.
    Doch niemand hatte etwas zuvor davon gesagt, dass ausgerechnet Marc Albrecht, Kiras Ex-Freund und Erzfeind der Familie, der Auftraggeber sein wird.
    Und auch nicht, dass Kira an der Umsetzung des Auftrages beteiligt werden sollte, dessen Fertigstellung noch vor dem geplanten Hochzeitstermin liegt.



    Die Geschichte ist im erfrischenden Plauderton erzählt und schon nach ein paar wenigen Zeilen mag ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
    Die Kapitel sind kurzweilig und die Charaktere bringen mich zum Schmunzeln und Lachen. Allen voran Kira Spatz, die sich mit ihrer eigenwilligen und liebenswerten Art ganz klammheimlich in mein Herz geschlichen hat. Mit ihrer Cleverness ist sie Kumpel und bezaubernde junge Dame in einem und schafft es immer wieder auch für Verwirrung zu sorgen, in dem sie mit großem Engagement die Ziele vorantreibt, die eigentlich nicht ihre eigenen sind. So geht sie völlig darin auf, die Menschen in ihrer Welt zu retten ohne Rücksicht darauf, was in ihrem eigenen Leben geschehen könnte. Dabei ist sie so entzückend selbstlos, dass ihr Umfeld scheinbar gar nicht merkt, dass sie das alles nicht für sich, sondern für ihre Lieben tut.


    Kira Spatz erzählt in der Ich-Perspektive, so bin ich die ganze Zeit nah an der Protagonistin und kenne ihre Gedanken. Aber sie ist auch nicht geizig an Worten. Zwischen viel wörtlicher Rede bleibe ich auch mit SMS-Nachrichten zwischen Kira und Sabin auf dem Laufenden. Die Kapitel werden mit vorangestellten Notizen zum Countdown der verbleibenden Tage bis zur Hochzeit und dem Auftrag sowie der notwendigen ToDo-Liste eingeleitet. Die Aufregung um das Gelingen dieser beiden Vorhaben lässt mich das Buch kaum aus der Hand legen.


    "Ach, lass dich von diesem Großmaul nicht ins Bockshorn jagen. Der musste schon früher immer die erste Geige spielen." - Seite 86


    Fazit


    Wer gern romantische Liebesromane mit viel Witz, Charme und Humor liest, ist mit Lieber den Spatz in der Hand als gar keinen Vogel ausgezeichnet beraten. Ich hoffe, es gibt ganz bald einen neuen Roman von Ella Marcs, der mich so phantastisch unterhält und mich zum Lachen bringt.





    ASIN/ISBN: 978-3982193403

    Die Liebe kommt auf Zehenspitzen

    Roman

    Bastei Lübbe AG

    Autorin: Kristina Günak

    ISBN 978-3-7325-8628-8

    318 SeitenErscheinungsdatum: 29. Juni 2020

    Ein herrlicher Roman.

    Ich bin ganz verliebt in die Atmosphäre, die Kristina Günak darin erschaffen hat.



    Die Liebe kommt auf Zehenspitzen ist die Geschichte von Lucy und Ben.




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    Lucy Bradford lebt allein in Hamburg. Statt den Trubel der Großstadt zu genießen, ist sie jedoch oft allein. Ihr Job ist ihr da auch nicht dienlich, ganz im Gegenteil. Sie arbeitet zu Hause als Übersetzerin von Liebesromanen.
    Dafür hatte sie Glück und ein Verlag hat gleich ihren neuen, ihren ersten Roman gekauft. Zugegeben, dieser ist noch in Arbeit und es will auch noch nicht recht vorangehen. Doch sie hat Zeit bis nächsten Herbst und jetzt ist gerade mal Winter. Um genau zu sein, steht Weihnachten unmittelbar bevor.



    Um zu ihrer Familie zu gelangen, hat sie sich eine Mitfahrgelegenheit gesucht: Benedict Greifenberg, ein junger Arzt im klapprigen, alten Auto.


    Auf dem gemeinsamen Weg zu ihren Verabredungen - Lucy möchte ihre Eltern und ihren Bruder besuchen und Ben will zu seinen Freunden nach Husum - schlägt ihnen das Wetter jedoch ein Schnippchen. Dank des immer dichter werdenden Schneefalls und der bald darauf unpassierbaren Fahrbahn müssen sie auf einem Parkplatz halten und werden noch vor Beginn der Nacht von einem Friesen im Fendt gerettet.


    Lucy und Ben kommen aufgrund des anhaltenden Schneefalls am Heiligen Abend nicht mehr zu ihren Verabredungen sondern landen auf dem Hof von Dorle Dormann. Dort erwarten Lucy und Ben ein marodes Haus, ein verschrobener Hund namens Helmut und eine warmherzige alte Dame: Dorle.


    Nach einem spontanen und dennoch gemütlichen gemeinsamen Weihnachtsabend verlieren sich Lucy und Ben fast aus den Augen - bis sie im Frühjahr Post bekommen: sie haben den Dormannschen Hof geerbt. Gemeinsam. Und nur unter der Bedingung, dass sie zusammen auf dem Hof leben.


    Mit dem Hof erben sie zusätzlich Geldmittel, die für das erste gemeinschaftliche Jahr reichen sollten. Klingt geradezu traumhaft, denn Ben ist der Job im Krankenhaus zu viel und Lucy wurde die Wohnung gekündigt.
    So ziehen sie - unter der eigenen strikten Auflage als Freunde auf dem Hof zu leben- in das Haus von Dorle Dormann ein.


    Statt eines beschaulichen, ruhigen Dorflebens, schlägt das Leben dort seine Kapriolen. Lucy und Ben müssen lernen den Hof zu führen und sind in dem ruhigen Dorf nun alles andere als allein.


    Die Geschichte rund um das Dorfleben und das Kennenlernen der Dorfbewohner ist Kristina Günak mit viel Witz und Charme vollends gelungen. Die feine Wortwahl gemischt mit umgangssprachlichen Ausbrüchen der Protagonistin Lucy macht das Leben in dem Dorf zudem sehr lebendig.


    Dadurch, dass Lucy die Geschichte erzählt, bin ich ihr sehr nahe. Obwohl sie sich gern unnahbar gibt, um nicht verletzt zu werden. Während Lucy nach außen sehr robust wirkt, ist Ben der sensible Part der Beiden. Er gibt Lucy Zeit und Raum für ihr Wirken und Werken. Während Lucy Ben häufiger mal einen Schubs in die richtige Richtung gibt. Es macht Spaß die beiden zu begleiten und zu sehen, wie sich eine echte, tiefe Freundschaft entwickelt.


    Beide Charaktere haben Verletzungen davongetragen. Sie haben ihre Ängste, die sie im Alltag häufig verdrängen, statt sie genauer zu betrachten. Kristina Günak schafft scheinbar mühelos den Balanceakt eine fröhliche Geschichte zu erzählen und ihr dennoch Tiefe zu verleihen. Die Charaktere, die sie für den Roman entwickelt hat, sind lebendig. Sie bestechen mit ihrem eigenen Charme und können genau so gut unbequem sein. - Und das jeder auf seine Art. Ob grantig, freundlich oder beständig - jeder Dorfbewohner bringt seine Eigenart mit und wächst mir im Verlauf der Geschichte ans Herz. Das Buch birgt den Wunsch in genau dieses Dorf zu ziehen. Ich möchte Nachbarn wie Fredo und Millie. Fredo, der das Herz am rechten Fleck hat, es aber bloß nicht offen zeigt. Millie, die eine begnadete Kuchenbäckerin ist und Fredo von Herzen liebt - und ihn deshalb mehr als einmal in seine Schranken weist. Und die Dorfgemeinschaft hält noch weitere liebenswerte Charaktere vor.


    "Fredo trug seinen verkniffenen Gesichtsausdruck und noch einen Klappstuhl, und Helmut trug nichts, legte Henriette aber sogleich die Nase auf das Bein, was für seine Verhältnisse einer stürmischen Begrüßung gleichkam." - Seite 143


    Die Geschichte ist warmherzig erzählt und das macht - meiner Meinung nach - das wohlige Empfinden beim Lesen aus. Gespickt mit Esprit wird das Lesen zu einem wunderbaren Leseerlebnis.


    "Wenn du versuchst zu kochen, muss man hinterher die Küche renovieren, aber das ist völlig okay." - Seite 183


    Fazit


    Ich habe beim Lesen der Geschichte jede Seite genossen.
    Das Buch ist für alle, die lockerleicht unterhalten werden wollen und sich dem Ernst des Lebens und der Liebe nicht verschließen wollen.


    ASIN/ISBN: 9783404180097

    Provenzalischer Stolz ist der siebte Fall für Pierre Durand und spielt im Rhônetal, in der Camargue.



    Diesen siebten Band kann man problemlos unabhängig von den Vorgängerromanen lesen. Die Entwicklung der Charaktere und der Rückblick auf die Dorfbewohner von Sainte-Valérie erlebt man hautnah, wenn man von Anfang an dabei ist. Und dabei entdecke ich als Leser auch, wie vielfältig die Provence ist.





    Mit diesem siebten Fall für Pierre Durand entführt mich die Autorin Sophie Bonnet in die Camargue und ich erfahre einiges über die Hintergründe im Rhônetal. Über die Geschichte des Landes, über die Geschichte des Glaubens, über die Tierwelt - insbesondere der Wasservögel im Étang de Vaccarès - einem Teil des Naturschutzgebietes.



    Es sind in sich schon sehr spannende Themen, die Sophie Bonnet mit in diese Geschichte eingewoben hat. Dazu kommt der spannende Kriminalfall, mit dem Pierre Durand konfrontiert wird. Und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in dem Pierre mit sich und seiner beruflichen Zukunft hadert und erst einmal Abstand gewinnen möchte. Ein ungebetener Gast auf dem Hausboot, das er für seine Mußestunden auserkoren hat, macht die Sache nicht einfacher. Es stellt sich heraus, dass dieser ungebetene Gast Zeuge eines Mordes gewesen war - nur leider mit einigen Gedächtnislücken.


    Auch privat scheint Pierre sich gerade von seiner Lebensgefährtin Charlotte eher zu entfernen, als mit ihr weitere Zukunftspläne zu schmieden. Noch dazu ist ein Kettenbrief im Umlauf. Die Dorfbewohner sind sehr abergläubisch, daher verbreitet sich dieser Brief in Windeseile. Die wenigsten reagieren mit Gelassenheit darauf.



    "Dabei war dieser Nostradamus ein Hochstapler und Schaumschläger sondergleichen. Ich wette, er lacht sich krumm und schief, weil er sich mit seinen Prophezeiungen den größten Witz des Jahrtausends ausgedacht hat." - Seite 128


    Wie ernst muss man die in den Kettenbriefen enthaltenen Prophezeiungen nehmen? Nach dem ersten Mord stellt sich die Frage nach dem "wie ernst" nicht mehr, sondern nur: wer ist der nächste arme Sünder und wie kann man den Mord verhindern?



    Da ist es kein Wunder, dass Pierre - auch wenn er als ehemaliger Dorfpolizist gerade vom Dienst suspendiert ist - sich die Frage stellt, ob er nicht zu nahe am Geschehen ist.



    "Nähe macht blind, so lautete eine der ersten Lektionen auf der Polizeihochschule. Je näher man dem Bösen kam, desto weniger nahm man es wahr." - Seite 150


    In den Ermittlungspausen der Kriminalgeschichte entführt Sophie Bonnet mich mit kulinarischen Köstlichkeiten und Landschaftsbeschreibungen. Beinahe kann ich die Hitze spüren an diesen heißen Tagen in der Camargue und angesichts der Köstlichkeiten läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Als besonderes Highlight sind in den kulinarischen Krimis auch immer die Rezepte am Ende des Romans abgedruckt. Eine kurze Beschreibung über die Herkunft des Gerichts und anschließend folgen Zutatenliste und Zubereitungshinweise.



    Wer möchte, kann sich also durchaus über die Kriminalgeschichte hinaus mit dem Buch befassen. Sei es, um die tollen Rezepte auszuprobieren oder um die im Buch beschriebene Gegend besser kennenzulernen.



    "Ich sage Ihnen, was gottgewollt ist: dass die Natur sich dieser schrecklichen, kopulierenden gierigen Kreatur entledigt, die sich Mensch nennt und glaubt, Gottes größtes Wunderwerk zu beherrschen." - Seite 203


    Ich hatte viel Vergnügen und Spannung pur beim Lesen von Provenzalischer Stolz. Die Informationen zur Religion und den unterschiedlichen Glaubensansichten, der wundervollen und dem natürlichen Lauf unterlegenen Region im Rhônetal, die vielschichtigen, spannenden Charaktere und der ausgeklügelte Kriminalfall sorgten für ein ausgewogenes Leseerlebnis. Nur ungern lasse ich Pierre Durand vorläufig ziehen und freue mich bereits heute auf den Folgeband. Der flüssige Schreibstil und die bildhaften Beschreibungen tun ihr übriges, dass ich mich rundherum wohl fühle beim Verfolgen der umfassend recherchierten Geschehnisse in der Geschichte.



    Fazit


    Wer die Provence und seine Köstlichkeiten mag und gern spannend und informativ unterhalten wird, ist mit Provenzalischer Stolz sehr gut beraten.


    ASIN/ISBN: 978-3764507213

    Riviera - Der Traum vom Meer

    Teil 1 der Riviera-Dilogie

    Historischer Roman

    Blanvalet - Verlagsgruppe Random House GmbH

    Autorin: Julia Kröhn

    ISBN 978-3-7341-0808-2

    462 Seiten




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    Riviera - Der Traum vom Meer spielt in den Jahren von 1922 bis 1936. Arthur Sommer lebt als Inhaber des Reisebureaus Sommer mit seiner Tochter Salome in Frankfurt. Als seine ihn bis dahin unterstützende Mutter Tilda stirbt, gibt Paola dem alleinstehenden Vater Halt und animiert ihn dazu, Reisen nach Italien auch im Sommer anzubieten. Da Arthur Sommer auf sich allein gestellt nicht weiter weiß, zieht er das Angebot einer Kennenlernreise in Betracht und Arthur, Paola und Salome reisen nach San Remo an die italienische Riviera.



    Doch die politischen Umstände machen auch vor so malerischen Orten keinen Halt und die Zukunft des Reisebureaus und die im Ausland geschlossenen Freundschaften stehen schon kurz darauf auf Messers Schneide.



    Salome ist acht Jahre alt als ich sie auf den ersten Seiten kennenlerne. Sie wächst bei ihrem Vater und ihrer Großmutter auf. In dem kleinen zur Wohnung gehörenden Mansardenzimmer lebt Paola, da die Familie das Zimmer untervermieten muss. Paola tröstet Salome mit einem Traum vom Meer und einer Reise nach Italien steht aufgrund der Geschäftsidee, nun auch Reisen im Sommer nach Italien anzubieten, bald nichts mehr im Wege. Paola war schließlich der lebende Beweis dafür, dass ein Mensch auch einen Sommer im heißen Italien überstehen kann - trotz Badens im Meer. Das Gerücht über die gesundheitsschädigende Wirkung von Sommern in südlichen Ländern war und blieb lange Zeit weit verbreitet.



    Ich begleite Salome durch Kindertage und ihre Jugend und lerne mit ihr die Riviera kennen. Malerisch beschriebene Orte und spezifische Pflanzen sorgen dafür, dass ich stets beim Lesen auch ein Bild vor Augen habe. Der flüssige Schreibstil und die eingewobenen politischen Hintergründe der jeweiligen Zeit runden die Geschichte ab. Dabei sind die Charaktere Bestandteil der Geschichte, die mit dem Ort und dem Verlauf der historischen Umstände unweigerlich verbunden sind. Die Charaktere agieren ihrem Lebensumfeld und damit ihren Möglichkeiten entsprechend und authentisch. Selbstauferlegte Zwänge sind dabei ebenso wie Ausbrüche aus dem selbst angelegten Korsett der Charaktere glaubhaft und nachvollziehbar dargestellt. Es sind vielschichtige Charaktere, die nicht immer sympathisch aber durchaus echt wirken.



    Neben Salome, die aus Deutschland stammt und einen jüdisch anmutenden Namen trägt rücken zwei weitere Charaktere unaufgefordert in den Fokus. Das ist einmal ihre aus Italien stammende Freundin Ornella Barbera und der aus Frankreich stammende, sehr belesene Félix Aubry.



    Ich kann es kaum erwarten, auf den Erkundungstouren der drei jungen Menschen mehr zu erfahren über das Land, die Menschen und die Literatur. Denn neben dem Reisen, das im Mittelpunkt der Geschichte steht, kommt auch die Literatur nicht zur kurz. So führt diese Reise unter anderem auch in das beschauliche Sanary-sur-mer, ein kleines Fischerdorf, das mir - unter anderen Umständen - ein wahrer Wohlfühlort zu sein scheint.



    Die Kulisse an der Riviera - italienisch an der Riviera del Fiori und französisch an der Cote d´Azur - ist wunderschön, doch die Geschichte in den Zeiten von 1922 bis 1936 macht den Menschen das Leben nicht leicht. Julia Kröhn gelingt mit diesem historischen Roman ein charmant ausgewogenes Leseerlebnis. Es ist erschreckend, gerade jetzt noch einmal nachzulesen, unter welchen Auflagen eine Reise in den 20er Jahren mitunter erst möglich war. Von allen anderen Auflagen ganz zu schweigen.



    Kaum habe ich das Buch zugeschlagen, vermisse ich schon die ruhige, bald lethargische Art von Arthur auf Begebenheiten zu reagieren, frage mich, wie es Ornella geht und wie die Familie Aubry ihr zukünftiges Leben ausrichten wird. Und bei diesen Gedanken bin ich stets auch bei Salome.



    Riviera - Der Weg in die Freiheit, Band 2 der Dilogie, erscheint am 15. Juni 2020. Der erste Band dieses bewegenden Zweiteilers scheint mir die Grundlage zu einem überragenden zweiten Teil zu sein. - Stellt es die Hauptakteure einmal mehr vor große neue Herausforderungen. Ich bin sehr gespannt, was den Charakteren im Verlauf der Geschichte der drei Länder noch alles bevorsteht.



    Fazit


    Als lese- und reisefreudiger Mensch, der auch an der Geschichte interessiert ist, kann ich dieses Buch allen empfehlen, die ebenso reise- und lesebegeistert sind. Ein historischer Roman, der - gerade jetzt, in Zeiten neuer Auflagen und Reisebeschränkungen - bis in die Gegenwart führt.


    ASIN/ISBN: 373410808X

    Was für ein Showdown. War ich froh, dass ich für den letzten Leseabschnitt ausreichend Zeit eingeplant hatte. Hier hätte ich nicht innehalten und das Lesen unterbrechen wollen.

    Toll geschrieben, Sophie. Vielen Dank!

    Es war, wie nach Hause kommen. Die leckeren Gerichte konnte ich fast riechen. Auch wenn ich nicht der Fischfan bin, die Gerichte hätte ich alle gern probiert. Ich war fast ein bisschen neidisch auf Pierre. Obwohl ich ihm die gute Kost von Herzen gegönnt habe. Rundherum hatte er ja nun wirklich genug zu bewältigen.

    Wie einfach mein Leben doch gemessen an seinem verlaufen ist die letzten Wochen. ;)


    Da ich Bücher und Geschichten über alles liebe, hast Du mir ja was ganz tolles bereitet: die Legenda aurea.

    Zack, war ich wie angeknipst. Was ist das für eine Sammlung? Woher kommen die Geschichten? - Ah! Du machst mich mit soetwas echt neugierig. Erzbischof von Genua. Sophie, das werde ich mir die Tage mal genauer ansehen. :)

    Ich mag das, wenn ein Buch mich zu weiteren Recherchen inspiriert. - Auch wenn es mega-zeitraubend ist.


    Louis ist mir echt ans Herz gewachsen. Wird er eine Zeit bei Pierre und Charlotte verbringen? Rundherum könnte er sicher weiter das Vogelleben erforschen und festhalten.


    Wie sich die Geschichte aufgelöst hat, fand ich total gut. Schlüssig und mutig. Ganz schön skrupellos den Täter auf das Baby anzusetzen. Kein Wunder, dass Mateo am Ende geweint hat. Mir tat vor allem auch gut, dass Minette unter ihrer Entscheidung und dem Tod von Alejandro gelitten hat. Sie kam mir mitunter ganz schön hartherzig vor und das hatte sie dann doch nicht verdient. Auch, wenn sie eine Fehlentscheidung getroffen hat. Sie hat diese Entscheidung aus Liebe getroffen. Um ihren Sohn zu retten und um ihm Leiden zu ersparen, die eine Operation mit sich bringt. Sicher erleidet sie als Mutter denselben Schmerz, wenn nicht einen um ein vielfach höheren.


    In der Ferne höre ich Hochzeitsglocken.... Du auch, Sophie? Ich kann mir nur noch nicht vorstellen, dass es im nächsten Band schon zur Hochzeit kommt. Vielleicht zum Ende nach drei Anläufen zum Heiratsantrag?! Das würde mir gut zu Pierre passen. Aber vielleicht gibt er ja auch diesmal ein bisschen mehr Gas. Schließlich ist eine eigene Familie - inklusive Kinder - für ihn ja bereits im Bereich des Möglichen.


    Wenn da nicht noch dieser miese, fiese Bürgermeister wäre. Mr. Nonchalant. Es bereitet mir echte Würgereize, wenn ich ihn so vor mir sehe und er alles, was ihm nicht in den Kram passt, lässig abschüttelt und darüber hinweggeht.

    Ich bin sehr gespannt, wie lange er sich im Amt hält. Und ich bin gespannt, ob der "alte" Bürgermeister Arnaud Rozier nicht wieder ins Amt zurückkehrt. Würde mich sehr freuen. Und ich bin gespannt, wer denn als Pierres Ersatz auserkoren war.


    Oh man. Hoffentlich hat das für Gisèle nicht noch ein Nachspiel.


    Und was passiert eigentlich mit Inspektor Théo Imbert? Hochkantig rausgeflogen? Beihilfe zum Mord? Unterschlagung?


    Und die arme Valérie. Ihr Herz muss ja eins zu tausend geschlagen haben. Dass dieser Imbert beruhigt geschlafen hat, ist einfach unfassbar! Hoffentlich die vorerst letzte ruhige Nacht. ;)


    Vielen Dank für diese tolle Geschichte, liebe Sophie. Ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Fall für Pierre Durand.

    Was für ein spannender Abschnitt. Im nächsten laufen alle Fäden zusammen und ich bin total gespannt, wie sich das Ganze auflösen wird.


    Schön, dass Pierre gelegentlich einen Gedanken an Charlotte und an ihre gemeinsame Zukunft hegt. Herzerwärmend! - Genauso wie Pierres Gedanken an Louis. - Vor allem, nachdem er ihm nun "reinen Wein" eingeschenkt hat.


    Ich bin gespannt, wenn Gisèle hinzuzieht. Luc? Arnaud Rozier? Oder gar Monsieur Fardoux? Das ist so spannend! Gut, dass die Stadt eine so gute Seele hat.


    So langsam komme ich auch hinter die Pfingstbewegung und deren Ansinnen. Mir ist jede Art der Unterdrückung ein Gräuel. Wenn ich bedenke, man würde mich bei einer Hochzeit so behandeln wollen, ist mir ganz schlecht. Da kann man sich nur beglückwünschen, zur rechten Zeit am rechten Ort geboren worden zu sein. Obwohl man dazu am allerwenigsten beitragen kann. Ganz, ganz schlimm.


    "Dort erfahren Frauen Wertschätzung, manche zum ersten Mal im Leben." - Seite 251


    Um Louis mache ich mir auch Sorgen. Er muss sich unendlich allein auf der Welt fühlen.


    Was mir auch nicht aus dem Kopf geht, ist der Anrempler, den Pierre erfahren hat, als er auf dem Weg zur Kirche war. Wer war die Person? Wurde von dieser zuvor das Bild in der Kirche von Alejandro und Mateo niedergelegt?


    Und was hat es mit der Nachbarschaft von Mateo Espinas und Josiane Simon auf sich.


    Für mich wäre eher nachvollziehbar, wenn, wie zuvor genannt, Josiane und Romain Fernandez tot wären.

    Nun muss ich mich noch ein wenig gedulden.

    Oh, Sophie! Ist das spannend!

    Ich genieße eine andere Art von Stille. Wir liegen zwar noch recht weit entfernt, aber in der Einflugschneise des Flughafens Düsseldorf. Abends sollte eigentlich Ruhe sein, weil dann ja nicht mehr geflogen werden darf. Doch wenn ich dann zu Bett gehe, kommt normalerweise eine Maschine nach der nächsten rein. Das Flugverbot wird einfach umgangen. Zur Zeit herrscht da eine wunderbare Stille.

    Ich kann mir richtig gut vorstellen, wie sehr Du die Ruhe genießt. Da kann ich mich richtig für Dich mitfreuen.

    Das freut mich sehr. Es ist immer ein Balanceakt. Aber es tröstet, dass sich die Natur am Ende immer wieder regenerieren wird. Auf ihre Weise.


    Ja, das kann ich verstehen. Ich hätte noch viel mehr darüber schreiben wollen, aber mir war bewusst, dass dieses Thema überfordern kann, daher habe ich mich auf das Wichtigste beschränkt. (Auf S. 158 Mitte ist eine knappe Definition der Glaubensrichtungen, die als Grundlage vollkommen ausreicht.)

    Ich fand, die ersten Tage von Corona, als viele ihr Auto haben stehen lassen, war es schon spürbar. Die Luft war anders. Und es war stiller. Es war noch nie so ruhig. Mein Schlafzimmerfenster liegt zur Straße raus, da bekomme ich das unfreiwillig mit. Leider hielt der Zustand der Stille nicht lange an. - In der Hinsicht jedenfalls. Als die ersten Lockerungen wieder eintraten, nahm der Straßenverkehr gleich wieder Fahrt auf.

    Und trotzdem hat die Natur in dieser kurzen Zeit aufgeatmet. Mein Spazierweg war lange nicht so grün wie heute.


    Deine Ausführungen waren auf Seite 158 fand ich auch richtig klasse, kann ich in der Fülle allerdings noch nicht greifen. Deshalb werde ich mich in einem stillen Moment dem Thema widmen.


    Vielleicht hilft Dir als Bild, dass dieser Glaube momentan in Brasilien enorm wächst, ebenso wie in den USA. Und dass deren Regierenden dieselben konservativen Prinzipien übernehmen.

    Brasiliens Präsident Bolsonaro ist selbst zu diesem Glauben übergetreten und Trump lässt sich von evangelikalen Predigern als neuen Messias feiern. Denk nur an das absurde Bild mit der Bibel in der Hand, für das er sich den Weg durch die Protestierenden mit Hilfe von Tränengas hat freiräumen lassen ... Gruselig!


    Das ist echt gruselig. Hoffentlich wird Trump nicht wiedergewählt. Er hat schon genug Schaden angerichtet.

    Pierre hat eine ungeahnte Nähe und Bindung zu Louis aufgebaut. Es war schön zu lesen, dass er sich nun um die Familienplanung mit Charlotte mehr Gedanken macht. Manchmal braucht es Impulse von außen.

    Allerdings bin ich gespannt, wie Louis reagiert, wenn er erfährt, dass Pierre bei der Polizei ist.

    Böse sein, dürfte er ihm eigentlich nicht. Pierre war ja gar nicht "aktiv", als sie sich kennenlernten und außerdem hat Louis sich aufgedrängt. Und angeflunkert hat er Pierre obendrein auch noch. - Vielleicht mache ich mir ja zu viele Gedanken. - Ich würde erstmal ausflippen. :)


    Ich mag die Stelle auf Seite 203 total gern, Sophie.


    "Sie glauben das sei gottgewollt? Ich sage Ihnen, was gottgewollt ist: dass die Natur sich dieser schrecklichen, kopulierenden gierigen Kreatur entledigt, die sich Mensch nennt und glaubt, Gottes größtes Wunderwerk zu beherrschen. Sie wird sich drehen und wenden und die Menschheit schließlich abschütteln, um eines Tages eine neue Welt hervorzubringen, in der nur diejenigen überleben, die das Wunderwerk auch zu schätzen wissen."


    Auch wenn es den Menschen schwer fällt, manches sollten wir wirklich der Natur überlassen. Es wäre sicher schade um die Camargue, doch sollten wir unsere Erde nicht so sehr verärgern.


    Was mir ein bisschen viel in der Geschichte war, waren die roms, manouches, gitans, die Pfingsbewegung und die evangelikanen Gemeinden. Ich kann sie nicht zuordnen und habe kein Bild vor Augen und kenne mich bei den Gruppierungen nicht aus. Und hier sind es mir einfach zu viele. Ich schätze, dafür müsste ich erst einmal recherchieren, um in den vollen Genuss der Ausführungen zu kommen.


    Die Geschichte über Joseph d´Arbaud und "Das Tier vom Vaccarès klingt total spannend. Ich mag Geschichten in Geschichten.

    Ich bin sehr gespannt, wer den Faunus verkörpert. Und ich bin gespannt, ob der Täter aus den eigenen Reihen stammt.

    Die entwendeten Speicherkarten beschäftigen mich auch. Woher wusste der "Einbrecher" wo er suchen musste? Und hat Louis vielleicht vorher schon Aufnahmen getätigt, auf denen er zu sehen war? Das würde zumindest einiges erklären. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Louis am Tatort gesehen wurde.


    Ich bin gespannt.