Beiträge von little sparrow

    Cold Case - Das gebrannte Kind ist der dritte Band in der Cold-Case-Reihe um die Polizeikommissarin Tess Hjalmarsson. Diesen Band habe ich ohne Kenntnis der ersten beiden Bände der Reihe gelesen und ich bin ganz wunderbar mit den Charakteren und der Protagonistin zurecht gekommen.





    Der Einstieg ist bereits hochspannend. Gern hätte ich an der Stelle gleich weiter gelesen, doch dann kommt ein Szenenwechsel und ich lerne Tess Hjalmarsson kennen. Tess ist gerade auf Sendung bei einem Fernsehsender und erzählt aus ihrem Arbeitsalltag und den Umständen und Schwierigkeiten, die sie bei der Recherchearbeit in den Cold Cases zu bewältigen hat.

    Die Umstände können durchaus bedeuten, dass Tess zu einem aktuellen Fall hinzugezogen wird und der alte Fall noch ein bisschen länger auf eine Bearbeitung warten muss. So ist es auch in diesem Fall. - Nur, das hier alles darauf hindeutet, dass der Täter auf einen lange zurückliegenden Fall mit einer Mordserie aktiv wird.

    Tina Frennstedt arbeitet - wenn sie nicht gerade Kriminalromane schreibt - als Kriminalreporterin. Ihr Schreibstil ist fesselnd, realitätsnah und detailreich ohne unnötig Längen aufzubauen.

    Hanna Granz hat die Übersetzung aus dem Schwedischen so gekonnt vorgenommen, dass ich beim Lesen gar nicht bemerkt habe, dass es sich um eine Übersetzung handelt. So liebe ich das! Ein Lesevergnügen ohne lästiges Innehalten, was denn dort verkorkst steht. Die Geschichte liest sich flüssig, Spannung kommt auf und die Abläufe sind allesamt nachvollziehbar. Eine gute Übersetzung weiß ich sehr zu schätzen.

    Bei diesem Krimi stimmt alles. Eine temporeiche Erzählung, ein angenehmer Sprach- und Ausdrucksstil, die bildhafte Darstellung und die Nähe zu den Empfindungen von Tess. Ihre Werte und Wünsche sind das, was sie ausmachen. Sie hat Ziele, kann aber auch mal bockig sein. Sie hat eine gesunde Auffassungsgabe, ist manchmal aber auch blind für Offensichtliches, dass ihr nicht in den Kram passt. Das alles macht mir Tess unendlich sympathisch. Ich begleite sie gern, ermittle und überlege und biege mir meinen eigenen Wunschverlauf der Geschichte zurecht.

    Kein Kunststück, dass ich am Ende überrascht und vielleicht ein bisschen ernüchtert bin.

    Cold Case - Das gebrannte Kind macht mir auf jeden Fall Lust auf weitere Fälle. Ich bin schon sehr gespannt auf den Folgeband und freue mich, dass ich Band 1 und 2 noch lesen kann.


    Fazit

    Cold Case - Das gebrannte Kind ist für alle, die realistisch anmutende Thriller mögen und an der Aufklärung von Cold Cases interessiert sind.


    ASIN/ISBN: 3785727534

    Edit: ISBN ergänzt, damit das Cover angezegt wird. Gruß Herr Palomar

    In ewiger Freundschaft ist der zehnte Band der Bodenstein/Kirchhoff bzw. Bodenstein/Sander Reihe von Nele Neuhaus.

    In gewohnter Manier treffen wir auf einen Kreis verschiedenster Menschen, deren Leben aus der Kindheit heraus miteinander verknüpft sind. Die Bande und warum sie miteinander in Verbindung stehen, sind dabei von außen betrachtet nicht immer klar. Gewiss ist aber, dass Dinge geschehen sein müssen, die nie ausgesprochen wurden. Und so trägt manch einer ein Geheimnis mit sich herum, dass es zu lüften gilt.



    Den Geheimnissen bin ich mit Oliver von Bodenstein und Pia Sander gemeinsam auf der Spur, denn in Bad Soden ist eine Frau mittleren Alters verschwunden. Die Suche führt uns ins Verlagswesen zu dem angesehenen familienbetriebenen Winterscheid-Verlag. Bevor die Lektorin verschwunden war, überschlugen sich allerdings bereits einige Ereignisse. Es gab Ärger im Verlag, Plagiatsvorwürfe und schlussendlich wurde der Lektorin gekündigt. Als sie auch Tage später nicht auftauchte und eine Freundin sich große Sorge machte, musste von einem Verbrechen ausgegangen werden.

    Nele Neuhaus lockt ihre Leser mit diesem Roman in die fein verwobenen Bande der ewigen Freundschaft. Der Schreibstil ist flüssig und trotz der zahlreichen Charaktere finde ich mich schnell im Geschehen zurecht. Besonders hervorheben möchte ich die persönlichen Beziehungen der Protagonisten Oliver von Bodenstein und Pia Sander. Die Entwicklung der beiden Charaktere geht langsam aber stetig voran. Das Privatleben der beiden ist nicht im Vordergrund, läuft aber im Hintergrund durch geschickte Einblicke immer nebenher.

    Sympathien mit den übrigen Charakteren kommen hier sehr kurz. Sie wirken auf mich undurchsichtig, geheimniskrämerisch und ich kann mir nie ganz sicher sein, ob sie gerade ihr wahres Gesicht zeigen. Erst zum Ende kristallisiert sich eine Idee heraus wer der Täter sein könnte und ich bin bass erstaunt, als sich diese Idee der Auflösung zutut.

    In ewiger Freundschaft ist ein spannendes Leseerlebnis und ich hoffe auf einen elften Band, um Oliver von Bodenstein und Pia Sander weiter begleiten zu dürfen.

    Der Ausflug ins Verlagswesen hat mich sehr begeistert. Einzig die Auswahl der vorgestellten Buchtitel des Autoren Henning Kirchhoff haben mich gestört, da ich Buchtitel immer ganz eng mit den Autoren verbinde. Wem diese Befindlichkeit fremd ist, wird sicher hohen Lesegenuss haben.


    Zum Hörbuch

    Julia Nachtmann hat dieses Hörbuch ganz wunderbar eingelesen. Die Betonung ist angenehm und kommt ganz ohne Effekthascherei aus. Einzig die Charakteristik ist in der Stimme hörbar. So hat beispielsweise Olivers Stieftochter Greta eine ganz unverkennbare Klangfarbe, die bestens zu ihrem dargestellten Charakter passt.


    Fazit

    Ob Hörbuch oder Buch - mit In ewiger Freundschaft hatte ich wieder jede Menge Lesespaß und besten Hörgenuss. In ewiger Freundschaft ist ein tolles Leseerlebnis und für alle, die die Bodenstein/Kirchhoff-Reihe lieben, ein grandioses Wiedersehen.

    In ewiger Freundschaft ist der zehnte Band der Bodenstein/Kirchhoff bzw. Bodenstein/Sander Reihe von Nele Neuhaus.

    In gewohnter Manier treffen wir auf einen Kreis verschiedenster Menschen, deren Leben aus der Kindheit heraus miteinander verknüpft sind. Die Bande und warum sie miteinander in Verbindung stehen, sind dabei von außen betrachtet nicht immer klar. Gewiss ist aber, dass Dinge geschehen sein müssen, die nie ausgesprochen wurden. Und so trägt manch einer ein Geheimnis mit sich herum, dass es zu lüften gilt.



    Den Geheimnissen bin ich mit Oliver von Bodenstein und Pia Sander gemeinsam auf der Spur, denn in Bad Soden ist eine Frau mittleren Alters verschwunden. Die Suche führt uns ins Verlagswesen zu dem angesehenen familienbetriebenen Winterscheid-Verlag. Bevor die Lektorin verschwunden war, überschlugen sich allerdings bereits einige Ereignisse. Es gab Ärger im Verlag, Plagiatsvorwürfe und schlussendlich wurde der Lektorin gekündigt. Als sie auch Tage später nicht auftauchte und eine Freundin sich große Sorge machte, musste von einem Verbrechen ausgegangen werden.

    Nele Neuhaus lockt ihre Leser mit diesem Roman in die fein verwobenen Bande der ewigen Freundschaft. Der Schreibstil ist flüssig und trotz der zahlreichen Charaktere finde ich mich schnell im Geschehen zurecht. Besonders hervorheben möchte ich die persönlichen Beziehungen der Protagonisten Oliver von Bodenstein und Pia Sander. Die Entwicklung der beiden Charaktere geht langsam aber stetig voran. Das Privatleben der beiden ist nicht im Vordergrund, läuft aber im Hintergrund durch geschickte Einblicke immer nebenher.

    Sympathien mit den übrigen Charakteren kommen hier sehr kurz. Sie wirken auf mich undurchsichtig, geheimniskrämerisch und ich kann mir nie ganz sicher sein, ob sie gerade ihr wahres Gesicht zeigen. Erst zum Ende kristallisiert sich eine Idee heraus wer der Täter sein könnte und ich bin bass erstaunt, als sich diese Idee der Auflösung zutut.

    In ewiger Freundschaft ist ein spannendes Leseerlebnis und ich hoffe auf einen elften Band, um Oliver von Bodenstein und Pia Sander weiter begleiten zu dürfen.

    Der Ausflug ins Verlagswesen hat mich sehr begeistert. Einzig die Auswahl der vorgestellten Buchtitel des Autoren Henning Kirchhoff haben mich gestört, da ich Buchtitel immer ganz eng mit den Autoren verbinde. Wem diese Befindlichkeit fremd ist, wird sicher hohen Lesegenuss haben.


    Zum Hörbuch

    Julia Nachtmann hat dieses Hörbuch ganz wunderbar eingelesen. Die Betonung ist angenehm und kommt ganz ohne Effekthascherei aus. Einzig die Charakteristik ist in der Stimme hörbar. So hat beispielsweise Olivers Stieftochter Greta eine ganz unverkennbare Klangfarbe, die bestens zu ihrem dargestellten Charakter passt.


    Fazit

    Ob Hörbuch oder Buch - mit In ewiger Freundschaft hatte ich wieder jede Menge Lesespaß und besten Hörgenuss. In ewiger Freundschaft ist ein tolles Leseerlebnis und für alle, die die Bodenstein/Kirchhoff-Reihe lieben, ein grandioses Wiedersehen.

    Stadt des Zorns ist der zweite Band der Escape-Room-Thriller-Reihe um die Protagonistin Hannah Preuss. Wer den vollen Lesegenuss erleben möchte, sollte jetzt nicht weiterlesen und unverzüglich zu Band 1 greifen.


    Hannah war im ersten Band Raum der Angst entführt worden, als ein Mann ein psychologisches Experiment mit Probanden startete, die in einem realen Escape Room auf Schloss Marienburg letztlich ums nackte Überleben rätseln mussten.



    Marc Meller gibt in diesem zweiten Band alle notwendigen Details bekannt, um die Geschichte nachvollziehen zu können. Bei dieser Reihe würde ich empfehlen, mit dem ersten Band zu starten. Die Entwicklung der Charaktere und das Wissen, das sie mitbringen, bauen auf dem Geschehen aus Raum der Angst auf.

    In Stadt des Zorns versucht Hannah die Erlebnisse aus dem ersten Fall aus der Entfernung zu betrachten und weiter zu verarbeiten. Dazu reist sie nach Köln um ihre Schwester Valerie zu besuchen. Kaum in Köln angekommen, bricht in der Stadt ein wahres Verkehrschaos aus. Weder Straßenbahnen, Busse noch Autos kommen voran. In der Stadt herrscht Ausnahmezustand. Zur gleichen Zeit in Hannover erhält der Ermittler Bernd Kappler einen Anruf, er möge einen Straftäter aufsuchen. Dieser hat einen Brief von Janus erhalten.

    Janus, so nennt sich der Täter, hat dieses Mal nicht nur ein Schloss sondern eine ganze Stadt in einen Escape Room verwandelt. Die Raffinesse, mit der er vorgeht, lässt mich staunen und mir sprichwörtlich das Blut in den Adern gefrieren. Auch dieses Mal geht Janus wieder eiskalt vor. Auf Menschen, auf Gefühle, auf Unbeteiligte - es wird keinerlei Rücksicht genommen.

    Die kurzen Kapitel und Schauplatzwechsel heizen das Lesetempo ordentlich an. Ich könnte jederzeit aufhören zu lesen, will aber unbedingt wissen, wie es weiter geht. Der flüssige Schreibstil und die bildhafte Erzählweise lassen mich das Geschehen hautnah miterleben. Ich kann die Augen nicht verschließen, so gern ich manche Dinge lieber nicht gesehen hätte.

    Ein ums andere Mal grüble ich, wie Hannah und die weiteren Beteiligten aus dieser Situation entkommen könnten. Und kaum haben sie es geschafft, müssen sie auch schon das nächste Rätsel lösen - oder mit dem Leben bezahlen.

    Stadt des Zorns ist ein hochspannendes Leseerlebnis, das mit neuen Ideen mit dem ersten Band wunderbar mithalten kann. Das Ende hat mich jedoch überrascht und lässt mich nachdenklich zurück.


    Fazit

    Hochspannender zweiter Band der Escape-Room-Reihe in neuem, außergewöhnlichen Setting. Die kurzen Kapitel und der bildhafte Erzählstil sorgen für ein rasantes Leseerlebnis.

    Der böse Mann ist der sechste Band in der Reihe um die Spezialermittlerin Laura Kern. Mit ihrem Kollegen und guten Freund Max Hartung ermittelt Laura in dem Fall einer jungen Frau. Ihr blondes Haar ist zerzaust und um den Hals trägt sie einen Stacheldraht, der mit einem Zahlenschloss gesichert ist. Ein kleiner Zettel, der sich bei der Leiche der jungen Frau befindet besagt "ich bin die Zweite". Der Hinweis ist klar: der Mord an der jungen Frau ist demnach nicht der erste und wird nicht der einzige oder zweite bleiben, wenn das Ermittlerteam nicht zügig handelt.



    Um die Geschichte Der böse Mann lesen und genießen zu können, ist es nicht notwendig, die Vorgängerbände zu kennen. Die persönliche Entwicklung der Charaktere verfolgt man natürlich am besten von Anfang an. Es ist aber auch schön, jetzt den aktuellen Band zu lesen und die Entwicklung später nachzuvollziehen.

    Catherine Shepherd hat einen fesselnden Erzählstil. Es geht gleich mit Spannung los und diese Spannung wird über das Geschehen hinweg locker gehalten. Es ist, als spiele sie mit meinen Empfindungen und führt mich und das Ermittlerteam immer an die ermittlungstechnischen Grenzen und zeigt Spuren und Hinweise auf. Der Täter scheint immer einen Schritt voraus zu sein und Laura kann gar nicht anders, als den von ihm ausgelegten Ködern zu folgen.

    Die kurzen Kapitel und der Wechsel vom Ermittlerteam zum Opfer macht es mir einfach, das Buch auch mal eben aus der Hand legen zu können. Es zieht mich aber immer wieder schnell zurück zum Geschehen in der Geschichte und lässt mich die voranschreitenden Ermittlungen mit Spannung verfolgen. Erst als auch Laura klar wird, mit wem sie es zu tun haben, werde ich als Leser auf die richtige Spur gelenkt und die grausame Tat aufgelöst.

    Die Charaktere haben die notwendige Tiefe, die das jeweilige Geschehen von ihnen abverlangt und ich bin ein ums andere Mal froh, mich nicht allzu nah mit ihnen einlassen zu müssen. In dem Geschehen gibt es allerdings ein Mädchen, das mein Herz berührt. Es sind die Werte, die einen Charakter ausmachen und dafür sorgen, ob ich ihm gern folge oder lieber nicht.


    Fazit

    Der böse Mann ist ein spannungsgeladenes Lesevergnügen, das am Ende überrascht und durchaus noch Platz für eigene Spekulationen lässt.


    ASIN/ISBN: 3944676319

    Das Haus der Düfte ist ein historischer Roman. Die Kunst der Parfumherstellung sowie die Ausbildung zum Parfumeur ist Kern der Geschichte.

    Am Anfang der Geschichte begegne ich Anouk. Sie begleitet ihre Mutter nach Paris um ihr dort in einer eigenen Apotheke zur Hand zu gehen. Anouks Mutter ist sehr ängstlich und auf die Hilfe ihrer Tochter angewiesen. Noch auf dem Weg nach Paris entdeckt Anouk einen Duft, den sie in Gedanken zu entschlüsseln versucht. So einen Duft hatte sie nie zuvor wahrgenommen.



    Anouk hat eine sehr feine Nase und viele der Inhaltsstoffe sind ihr vertraut. Doch welche Zutaten fehlen, um solch einen grandiosen Duft zu kreieren? Die Suche danach lässt sie nicht los und der Wunsch, Parfumeurin zu werden, festigt sich.

    Als eines Tages Stéphane Girard die Apotheke betritt und Anouk mit ihm ins Gespräch kommt, steht schnell fest, dass Anouk die Chance ergreifen will. Sie will Parfumeurin werden und nach Grasse gehen. - Sie muss zumindest versuchen, an der Schule angenommen zu werden um die Ausbildung zu beginnen.


    Pauline Lambert hat einen klaren Schreibstil. Die feine Wortwahl spiegelt die Zeit genauso wie das Lokalkolorit der Parfumeurstadt Grasse wider. Die Charaktere handeln stets authentisch. Sie haben ihre eigene Art und keiner kann so recht aus seiner Haut. Das macht das Zusammenspiel der Charaktere spannend und glaubwürdig.

    In der Geschichte gibt es immer wieder Rückblenden, so dass ich die familiären Bande und jahrelangen Freund- und Feindschaften gut im Blick habe und leicht nachvollziehen kann. Dabei bereitet es mir große Freude an Anouks Seite in die Welt der Düfte einzutauchen. Denn das, was ich im Roman kennenlerne, ist die für die Parfumeurskunst bekannte Stadt Grasse und die Verbindungen in die Welt aus dem Hause Girards - dem Haus der Düfte.

    Den Schreibstil von Pauline Lambert würde ich als romantisch beschreiben. Das Buch ist eine Liebeserklärung an die Parfumeurskunst und an die Kraft, seinen Träumen zu folgen und diese zu verwirklichen. Und es ist eine Liebeserklärung an die Liebe selbst. Liebe, die immense Lasten zu tragen vermag, Opfer bringt und bis an die Grenze der eigenen Kraft geht.

    Das Haus der Düfte hätte ich am liebsten an einem Stück gehört. Mit einer Spielzeit von knapp 16 Stunden war mir das leider nicht vergönnt. So konnte ich die Geschichte über mehrere Tage hinweg genießen.

    Die Geschichte ist so lebendig und bildhaft erzählt, dass ich nach einer Pause immer wieder schnell in das Geschehen zurückgefunden habe. Vor allem Anouk ist mir mit ihrer unkomplizierten, fröhlichen und liebenswerten Art gleich ans Herz gewachsen. Sie glaubt an sich und ihre Werte und lässt sich ihr Leben nicht diktieren. Das macht sie für mich zu einer starken Protagonistin. Das Haus der Düfte hätte gern länger erzählt werden dürfen.

    Die Stimme von Dagmar Bittner hat für mich die perfekte Klangfarbe um die Geschichte von Anouk zu erzählen. Dagmar Bittner transportiert mit ihrer Stimme die Dynamik der Handlungen und mir steht der Ernst der Lage bildhaft vor Augen während sie dem Geschehen und den Charakteren Leben einhaucht. Ein echtes Hörvergnügen.


    Fazit

    Das Haus der Düfte ist unverzichtbar für alle, die historische Romane und feine, bildhafte Erzählkunst lieben.

    Ein neuer Horizont. Der Romantitel weckt Hoffnung in mir. Hoffnung auf eine neue, friedvolle Zukunft. Eine Zukunft, in der die Protagonistin Nellie nicht zurückgewiesen wird. Eleanor Ericsson muss in ihrem Beruf, der gleichzeitig ihre Berufung zu sein scheint, immer wieder gegen ihre Zurückweisung ankämpfen und sich behaupten. Eine Zurückweisung, die allein darin begründet liegt, dass sie eine Frau ist. Sie ist als Kriegsreporterin an der Front in Korea. Nur wenige ihrer männlichen Kollegen oder der Offiziere akzeptieren Nellie.




    Nellie muss sich nicht nur gegen die Männerwelt behaupten und zusehen, wo sie beruflich bleibt. Auch privat hat sie ganz schön zu kämpfen. In rückblickenden Erzählungen erfahre ich mehr über ihre Kindheit. Wie unbeschwert sie aufgewachsen ist. Mit ihrer Zwillingsschwester Laura und ihren Eltern, die beide Manam und Takat nennen. Manam und Takat ist seeisch. Laura und Nellie haben nicht nur eine besondere Verbindung zueinander, sondern auch ihre eigene geheime Sprache entwickelt.

    Diese Unbeschwertheit und Zuneigung steht in krassem Gegensatz zu den Erlebnissen, denen Nellie in Korea ausgeliefert ist.

    Ein weiterer Erzählstrang führt mich während Nellies Recherche an der Front in Korea zu ihrer Mutter Hanna nach Berlin. Und dort wird herrlich berlinert. Die Lebensfreude, die Direktheit, die ihre Bekannte Lilo dort versprüht, wirkt direkt auf meine Mundwinkel und lässt diese nach oben ziehen. Der Ton ist zwar manches mal ein wenig harsch, die Beweggründe der agierenden Charaktere sind aber immer nachvollziehbar - auch wenn sie nicht immer edel und lobenswert sind.

    Beim Lesen der Geschichte fühle ich mich stets mitgenommen und mittendrin im Geschehen. Maiken Nielsen hat so spannende und lebensnahe Ereignisse gepaart - und das im wahrsten Sinne des Wortes.

    Da gibt es zum Einen die Zwillinge Nellie und Laura, das Leben der Menschen in Ost- und West-Berlin und nicht zuletzt den Krieg zwischen Süd- und Nord-Korea. Die Beziehungen der Menschen zu- und miteinander machen die Geschichte lebendig.

    Maiken Nielsen hat einen sehr bildhaften Erzählstil und die Emotionen sind für mich beim Lesen spürbar. Ich habe so viele Lieblingsstellen in dem Buch. Die einen bringen mich zum Schmunzeln, die anderen zum Nachdenken, wieder andere stimmen mich traurig und manche wecken mein Kämpferherz. Die schönsten Momente allerdings sind die, in denen ich mit Nellie feiern und jubeln kann. Und das tue ich voller Inbrunst.

    Gefeiert habe ich auch die Momente, in denen Maiken Nielsen die Literatur- und Filmszene ins Geschehen einbindet. Das macht es für mich als Leser so greifbar und ich fühle mich, als wäre ich in der Zeit um 1950 tatsächlich dabei. Und das, obwohl ich da noch nicht einmal geboren war.

    Ein neuer Horizont ist zu einem meiner Herzensbücher geworden. Mich wundert es nicht, dass Maiken selbst einen Teil ihrer Kindheit und Jugend auf Frachtschiffen verbracht hat. So eindrücklich, wie sie über die Kindheit von Nellie und Laura schreibt.


    Fazit

    Ein neuer Horizont ist für alle, die neben fremden Welten gern lebensnahe Geschichten entdecken. Ein neuer Horizont ist so unbeherrscht und mitreissend wie das Leben selbst. - Oder wie die See, voller Abgründe und Zauber.

    Maiken!

    Wie konntest du Nellie sterben lassen???

    Es hat so gut in die Geschichte, ihr Leben gepasst und dennoch fand ich ihren Tod zu diesem Zeitpunkt so unnötig - und so passend.

    Irgendwie hoffe ich immer noch auf ein Wunder. Und sei es nicht für Nellie, dann wenigstens für Jake.

    Muss Jake denn alle verlieren, die er liebt?

    Eine liebe Umarmung für Jake.


    Gejubelt habe ich, als Nellie und Jake sich das Ja-Wort gegeben haben, Hanna doch noch einigermaßen rechtzeitig erschien und Laura wieder auftauchte.

    Es muss Laura immens viel Kraft gekostet haben ihre Schwester und ihre Manam zu sehen und nicht umarmen zu können.


    Und Jimin!! Wer eröffnet jetzt eigentlich die Stiftung?? Jimin ist nicht mehr da und Nellie nun auch nicht mehr. Laura und Hanna sind im Osten und Hänschen ist der Hans im Glück, da er nicht bei seiner Mutter aufwachsen muss. So ein selbstsüchtiges Weib. Da zieht Georg die richtigen Schlüsse und beantragt die Scheidung. Ach herrje! Diese beiden haben sich nicht gesucht aber gefunden.


    Und dann war da noch ....


    "Survivors guilt" - Seite 395

    Ich kann das so gut nachfühlen. Es muss furchtbar sein, übrig zu bleiben und dann deswegen noch Schuldgefühle zu haben.


    Und dann diese Angst, die Nellie empfindet. Allein in dem Boot, nach Jimins Tod.

    "Die Angst schlich sich an wie ein Tiger." ... -Seite 407

    So eindrücklich und so stimmig.


    Herzlich gelacht habe ich ein paar wenige Seiten später als ich beruhigt sein konnte, weil Nellie langsam wieder zu sich kam.

    "Es klang wie Terps." ... "Ist es jemand, auf den ich eifersüchtig sein muss?" - Seite 415

    Die Unterhaltung der beiden ist so herzerfrischend. Alle beiden zum Liebhaben.


    Und noch viel lauter habe ich gelacht, als der Standesbeamte sagte: "Die Liebe erträgt alles" ... - Seite 418 ... "und so fatalistisch, wie er die Worte betonte, klang es, als schlösse er sich und seine heutige Aufgabe mit ein."

    Herrlich!! Ich habe ihm jedes Wort geglaubt. :)


    Und ganz wunderbar fand ich Lilo und Hanna und ihre Diskussion über die Diakonissin.

    "Wir könnten ihn der Diakonissin ein paar Stunden lang unters Fenster stellen." Hanna lachte. Könnte sie diesen Moment doch einfrieren und ihn sich ins Regal stellen! - Seite 437

    Ganz genau das würde ich auch am liebsten tun: diesen Moment ins Regal stellen. Eine wunderbare Verbundenheit ist zwischen Lilo und Hanna in dem Augenblick spürbar.


    Lilos berlinern und ihre lockere Art werde ich auch auf eine Art vermissen.

    "Musst nicht auf eines Tages warten." ... "Hier, bitte. Jehört janz dir." - Seite 438

    Ach, wie ich Jake so einen eigenen Ableger wünsche.


    Schlussendlich mag ich auch die Leichtigkeit, die Nellie gewonnen hatte.

    "Ich nehme denjenigen mit, der es geschossen hat." - Als Nellie sich "ihren" Fotografen aussucht und nicht darum bittet sondern ihren Wunsch klar formuliert.


    Maiken , vielen Dank für diese tolle Geschichte. Die Charaktere und ihre Entwicklungen haben mich berührt und ich werde sie hoffentlich ganz lange, wenn nicht sogar für immer, in Erinnerung behalten.


    Vielen Dank für diese tolle Leserunde und danke, dass du immer mal wieder hier vorbeischaust.

    Vielen Dank, das freut mich!

    Du kannst ja gerne in der Runde mitmachen. Du musst dir nur ein Buch besorgen. :)


    Vielen Dank für dein liebes Angebot, Ulf. Leider bin ich die nächsten Tagen unterwegs und komme erst ab dem 20. Dezember 2021 wieder dazu etwas Neues zu starten. Ich schaue später auf jeden Fall vorbei und bin total gespannt auf die neuen Eindrücke.

    Dieser Absatz beginnt so eindrücklich und stimmt mich unendlich nachdenklich.


    Die schwangere Japanerin, neben der Nellie im Flugzeug Platz nimmt, die ohne ihren amerikanischen Mann nach Korea reist. Und dann Nellies Mutter, die den Totentanz in der Kirche betrachtet und um Aufschub bittet.


    "Ich bitte um Aufschub", flüsterte Hanna .... - Seite 305

    "Bitte gib uns noch Aufschub", dachte Hanna wieder ... - Seite 306


    Dieses um Aufschub bitten hat mich sehr berührt. Wie oft wünschen wir uns mehr Zeit, wenn keine mehr herauszuholen ist.


    Den Schlagabtausch, den Nellie mit den Piloten führt, finde ich herzerfrischend.

    So wie Luke kann man nur reagieren, wenn man selbst die Erfahrung gemacht hat.


    "Nellie hat einen Flugzeugabsturz überlebt, den ich verursacht habe", grinste Luke. "Sie ist Schwierigkeiten gewöhnt." - Seite 326


    Und ich weiß noch genau wie Nellie gesprungen ist. :)


    Dagegen spanne ich total an, wenn es um das Napalm geht. Schlimm, dass es so etwas überhaupt gibt. Noch schlimmer, dass die Menschen es gegeneinander bzw. überhaupt einsetzen.


    Dabei ist mir ein Schmunzelfehler aufgefallen:


    "Wenn die Amerikaner Napalm einsetzen, so würden sie es vermutlich in Norkorea tun. - Nordkorea


    Die Situation mit Tucker fand ich ehrlich beklemmend. Er ist immer zur Stelle um Nellie zu schaden.

    Umso cooler war der Offizier, der Petzen nicht leiden kann. Das war schon fast zu einfach!! - Aber Nellie hatte die ganzen letzten Monaten immer schwer zu kämpfen.

    Und dann tauscht sie dieses kurze Hochgefühl gegen eine Reise mit Jimin nach Nordkorea ein.

    Verrückt! Ich kann gar nicht sagen, wie viel Angst ich um Jimin und Nellie hatte und habe.


    Auch die Gerichtsverhandlung hat mich Nerven gekostet. Ich kann Jake voll und ganz verstehen. Ich wäre vermutlich völlig durch den Wind gewesen, wenn meine Anwältin da so zittrig und klein vor der Verhandlung auftaucht.


    Aber Mine schießt mit ihrer Darstellung den Vogel ab. Sie hätte selbst das Zeug zur Schauspielerin statt ein Kino zu führen.


    Nun bin ich mega gespannt, wie die Geschichte ausgeht.

    Die Geschichte ist so spannend erzählt, dass ich sie am liebsten gleich in eins durchlesen würde.

    Nun konnte ich während der Seminarwoche zwar den Abschnitt lesen, komme aber erst heute dazu, darüber zu berichten.


    Ich fand diesen Überraschungsmoment so cool, als Nellie gesagt wird, dass jeder ihren Namen kennt. Redhead Nellie! - Das sei ihr sowas von gegönnt!! Ich liebe die Momente, in denen ich mit ihr feiern kann. So oft gibt es Anfeindungen - vor allem frauenfeindlicher Natur, da muss ich innerlich die Arme hochreissen und jubeln, wenn es die Gelegenheit dazu gibt.


    Was ich ebenfalls feiere, ist der Bezug zu den tollen Büchern und Filmen aus der Zeit. Pippi Langstrumpf und nun auch noch Das doppelte Lottchen - zwei meiner Lieblingsgeschichten. Maiken, ich danke Dir!! Es ist mir ein Fest!


    Wichtigster Punkt für mich in Bezug auf Laura:


    "Laura war eine Glückshaubengeburt", .... - Seite 251


    Als ich die letzten Zeilen des Abschnitts gelesen hatte, war es fast wie eine Bestätigung, dass Laura lebt.


    Ich bin mega gespannt und hätte Nellie gewünscht, dass sie ihren Jake heiratet und nie nie wieder in den Krieg nach Korea muss - aber genau dort will Nellie auf jeden Fall wieder hin.


    Tucker finde ich auch mehr als merkwürdig. Was hat er nur? Und selbst wenn Laura ihn ignoriert hat, muss er doch jetzt nicht so doof sein. Da muss noch irgendetwas anderes vorgefallen sein.


    McArthur und Grady sind für mich auch nicht normal. Die müssen mehr Angst als Vaterlandsliebe haben, dass eine Frau "ihren Mann steht". Ich hoffe, dass Nellie auf einem der Schiffe unterkommen wird.

    Es menschelt ganz schön in diesem zweiten Abschnitt.


    Ein Rückblick auf die Mädels, die auf keinen Fall zur Schule wollen.

    Szenen, in denen ich regelrecht gejuchzt habe, beim Lesen.

    Die Szene im Buchladen zwischen Helga und ihrer Mutti. "Nicht doch, Helga, wir wollen ein anständiges deutsches Buch kaufen!" .... "Aber das Buch ist lustig, Mutti!", protestierte die Kleine. ... Die Dame erbleichte. "Gott bewahre", sagte sie und riss das Kind vom Stuhl herunter.

    Oh, man. Ein bisschen Pippi Langstrumpf tut so gut!!


    Und diese Ausdrücke!!

    "Sie waren ein Flapper", stellte Jake fest.

    Ehrlich! Ich hab den Ausdruck nie gehört! Es muss ein Skandal gewesen sein. Noch schlimmer als Pippi Langstrumpf lesen!!


    Bedrückend fand ich dagegen die Geschichte der roten Kleider - Hakenkreuzfahnen. Gut, dass wir den Stoff nicht auch heute noch auftragen müssen.


    Dafür lockert das berlinerisch die Erzählung immens auf. Selbst die olle Helene Pallaske wirkt nicht ganz so böse, wie sie ist.


    Ich drück Hanna alle Daumen, dass sie ihre Nellie wieder in die Arme schließen kann.

    Und ich bin mega neugierig, was vor einigen Jahren geschah. Was ist mir Laura? Sie kann doch nicht schon tot sein! Schließlich wurde sie ja in dieser Blase geboren. Ich weiß noch ganz genau, wie sehr Laura Angst um Nellie bei dieser Mutprobe hatte. -Selbst ich habe ganz fest die Daumen gedrückt.


    Und ich bin stinkesauer, dass es Nellie so arg schwer gemacht wird. Da hat sie schon eine Genehmigung und dann darf sie sich trotzdem nicht bewegen. Zu dumm, dass das Schiff nun weg ist - und ihre Genehmigung und ihre Schreibmaschine auch. Ich könnt aus der Haut fahren. Ich muss unbedingt ganz schnell weiterlesen.

    Die Geschichte ist so spannend erzählt, Maiken.

    Nellie habe ich schon ins Herz geschlossen. Ich kann so gut verstehen, dass sie nicht ohne ihre Schreibmaschine springen wollte. Erst einmal die Erinnerungen an die Familie und dann ist es ja auch ihr Handwerkszeug. Sie muss eine Sch....angst gehabt haben mit der schweren Maschine unter dem Arm und dem Fallschirm, mit dessen Bedienung sie sich nicht auskennt, auf dem Rücken.

    Und dann verletzt sich auch noch Jake.

    Die beiden sind so süß zusammen. Ich würde mir wünschen, dass sie gemeinsam nach Berlin gehen.


    Der Koreakrieg ist wirklich schlimm. Ich weiß leider wenig bis gar nichts darüber. Und es ist spannend, darüber zu lesen. Spannend und furchtbar.

    Nellie hat eine tolle Art darüber zu berichten. Ich liebe ihre Wortwahl. Sie ist so auf den Punkt und beschreibt die Situation bildlich und nüchtern.

    Ich wünschte, unsere Zeitungsartikel hätten mehr von Nellies Schreibstil.


    Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht.