Beiträge von Tante Li


    die Empathie für Fräulein Herden ist schon auffällig…. Ob da mehr draus wird? ;-)

    Davon gehe ich schon stark aus. Es läuft schon deutlich darauf hin, dass sich die beiden einander annähern. Der Konflikt aus Zuneigung und politischer Überzeugung ist auch schon angelegt.


    Ein bisschen enttäuscht mich Phils oberflächliche Betrachtung, aber da ist er eben doch nur Mann, der die Frauen nach ihrer Attraktivität beurteilt.

    Zumindest beteiligt er sich nicht an der blöden Verunglimpfung der Kollegen mit "Fräulein Frankenstein". Diesem Sattler sein "Handtuch über das Gesicht legen" hat mich echt empört :hau

    Da schließe ich mich an. Rowohlt hat da wirklich ganz tolle Arbeit geleistet. Als ich kurz vor Toresschluss noch mit der Idee eines Stadtplans von Bonn ankam, habe ich fest mit der Aussage gerechnet, das sei zu aufwendig oder die Leserschaft wünscht das nicht oder etwas in der Art. Aber im Gegenteil, meine Lektorin war gleich Feuer und Flamme und hat einen tollen Grafiker besorgt, der auch noch auf klitzekleine Änderungswünsche eingeganen ist. So macht Arbeiten Spaß. :-]

    Über den Stadtplan im Cover habe ich mich auch gefreut. Gern hätte da im hinteren Cover noch ein größerer Ausschnitt (wo z.B. auch Bad Godesberg drauf ist) sein dürfen. Aber ich werde mir sowieso beim nächsten Verwandtenbesuch noch einen Stadtplan von Bonn geben lassen - ist wohl aber nicht aus dieser Zeit.

    Ob Philipp Gerber eigentlich Amerikaner oder Deutscher ist, spielt noch eine wichtige Rolle im Roman. Wie es sich heutzutage mit der juristischen Seite verhält, ist mir selbst unklar. Mein zweites Staatsexamen in Jura liegt fast 30 Jahre zurück. :gruebel




    Die doppelte Staatsbürgerschaft wurde hier ja vor einigen Jahren intensiv diskutiert und ist inzwischen in bestimmten Fällen auch in Deutschland genehmigt. Ich glaube die USA hatten schon länger diese Möglichkeit eingeräumt. Einige meiner Verwandten hatten beide Pässe legal.

    Die "Rettung" Adenauers und die Handhabung mit der einen Droge waren mir zum Beispiel nicht bekannt. Ich bin auch prompt in die Falle getappt und haben meinen Mann gefragt ob das richtig ist ….nach jeweils einem 10 Minütigen Vortrag durfte ich dann auch weiter lesen. (Selber schuld, was frag ich auch ... :pille)

    Mit welchen Drogen genau gehandhabt wurde, hätte ich jetzt auch nicht sagen können, aber dass da einige Aufputschmittel im Marschgepäck waren, wusste ich schon.


    ;) Ich wäre froh, wenn ich einen Mann an der Hand hätte, der mir spontan eine ausführliche Antwort auf solche Fragen geben könnte.

    Das stimmt. Aber sie müssen ja nicht zwingend zusammen wohnen. ;)

    Das kann natürlich auch sein. Könnte dann wohl auch mit Jim zusammenhängen.


    Vielleicht ist Junes Vater auch von Gerber insgesamt nicht so begeistert und gibt ihm genau deswegen diesen Auftrag?

    An Antisemitismus habe ich bei ihm auch schon gedacht.


    Jim habe ich mir wegen dieses Namens zuerst als Schwarzen vorgestellt, aber als ich dann gelesen habe, dass er einen Vorgesetzten als Vater hat, war das eher unwahrscheinlich. Auch in der US-Armee waren damals noch rassistische Benachteiligungen in der Hierarchie gängig.

    Der kalte Krieg schloss sich ja nahezu nahtlos an den eben beendeten Krieg an. Die Amis wollten ein möglichst starkes Westdeutschland, das sich gegen den Osten stemmen konnte. Und die stärksten Mitstreiter waren wohl die Deutschen, die sich trotz Verluste und moralischer Defekte an dem Wiederaufbau und der organisatorischen Leitung beteiligen wollten. Andere waren kurz nach dem Krieg noch in Gefangenschaft oder haben sich ihrer Verzweiflung hingegeben. Oder wollten mit Obrigkeiten nichts mehr zu tun haben.

    Aus ganz praktischen Erwägungen haben sie wohl selber an die "Entnazifizierung" geglaubt und gedacht es genüge, ein paar besonders hervorstechende Kriegsverbrecher zu verurteilen.

    Die Posten haben eben vielfach die Deutschen bekommen, die ihr Mäntelchen am geschicktesten in den neuen Wind gehängt haben.

    Erstaunlich ist schon, dass sie trotzdem eine so funktionierende Demokratie hinbekommen haben.

    Überrascht war ich ja, dass Gerbers Verlobte June die Tochter seines Vorgesetzten ist. Aber warum auch nicht? Dass sie aber absolut kein Verständnis für seine Mission zeigt, wunderte mich auch. Und warum kann sie nicht einfach bei ihm in Deutschland bleiben?

    So einfach war das damals eben nicht. Unverheiratet konnten die beiden nicht zusammenwohnen und für diesen Spezialauftrag soll Gerber wohl ledig bleiben.


    Vielleicht ist Junes Vater auch gar nicht so begeistert über diese Verlobung und hofft, dass sich die beiden entfremden - wie es wohl auch passiert ist.

    Noch ist mir nicht klar, was mit Jim passiert ist, das wird noch nicht so ganz deutlich. Ist er umgekommen? Ist er zurück nach Amerika?

    Ich fürchte, der Gute ist noch in den letzten Kriegstagen auf dramatische Weise umgekommen. Phil scheint davon noch immer Alpträume zu haben und daraus auch eine gewisse Verpflichtung seinem Vater, der ja beider Vorgesetzter war, abzuleiten.

    Ich habe gestern mit dem Roman begonnen und den ersten Abschnitt heute beendet. Mein erster Eindruck ist erfreulich gut. Der Prolog zeichnet schon ein Stimmungsbild vom Heimkehrer und den Dagebliebenen: Dr. Adenauer mit seinen Leuten in seinem Bunker verschanzt. Seine Sorge gilt natürlich seinen Söhnen, die wohl noch im letzten Kriegseinsatz sind. Leider konnte ich nicht in Erfahrung bringen, ob diese überlebt haben.


    Phil Gerber gefällt mit auf Anhieb gut. Trotz anscheinend traumatischer Erlebnisse geht er mit wachem Auge seinen Aufgaben nach. Seine Intelligenz und Empathie machen ihn mir sehr sympathisch. So bange ich natürlich jedesmal mit, wenn der Jäger auf ihn anlegt. Sehr gekonnt konstruiert (über Zufälle soll man ja nicht staunen). Ein wenig gewundert hat mich, dass er nicht einen Schuss in Richtung des Attentäters abgegeben hat, wenn er schon mit gezogener und entsicherter Pistole im Graben liegt.


    Bonn im Aufbau ist ein interessanter Schauplatz. Von Verwandtenbesuchen kenne ich Teile der Stadt seit meiner Kindheit. Jetzt weiß ich auch ein gutes Geschenk für meine Verwandten dort, wenn ich sie nach dieser Leserunde besuchen fahre :wave

    Irgendwann erkennt man seinen Ärger als Neid oder Eifersucht und kann dann nur noch traurig darüber sein, dass man eben nicht so attraktiv für bestimmte Leute ist. Dann hält man sich besser an die Leute, die einen wirklich sehen möchten - egal ob verwandt oder nicht - und mit denen man Gemeinsamkeiten teilt.