Beiträge von milla

    Tjaaa, ich gehöre bei diesem Buch dann doch zur Abbrecher-Fraktion... Etwa nach 100 Seiten war Schluss.


    Das Schloss im Wald - Norman Mailer


    1938 erhält ein hochrangiger SS-Offizier einen schicksalhaften Geheimauftrag: Er soll einen alten Brief widerlegen, der scheinbar Hitlers jüdische Abstammung beweist. Ausgehend von der Kindheit des "Führers" entdeckt der Agent ein teuflisches Geflecht aus Inzest, Obsessionen, Gewalt und Angst.

    Mein aktueller Lesestoff:


    Das Schloss im Wald - Norman Mailer [Belletristik]


    Meine nächsten Bücher (in dieser oder einer anderen Reihenfolge):


    1. Es gibt keine Vögel auf La Isla - Mary Morris [Belletristik]
    2. Bella Ciao - Doris Gercke [Krimi/Thriller] Alt-SUB-Abbau
    3. Verzauberter April - Bettina von Arnim [Klassiker]
    4. Hartland - Wolfang Büscher [Reisebericht]
    5. Ein Krokodil für Mma Ramotswe - Alexander McCall Smith [Krimi/Thriller] Alt-SUB-Abbau

    Mein erster (und sein letzter) Roman von Norman Mailer. Angesichts der heftig diskutierten kontroversen Meinungen bin ich gespannt.


    Das Schloss im Wald - Norman Mailer


    1938 erhält ein hochrangiger SS-Offizier einen schicksalhaften Geheimauftrag: Er soll einen alten Brief widerlegen, der scheinbar Hitlers jüdische Abstammung beweist. Ausgehend von der Kindheit des "Führers" entdeckt der Agent ein teuflisches Geflecht aus Inzest, Obsessionen, Gewalt und Angst.

    Meine Meinung:


    Wenn sich eine illustre Gesellschaft an einem verschneiten Wochenende des Jahres 1935 in einem Herrenhaus in Dartmoor trifft, ist das sozusagen der prototypische Handlungsrahmen des Goldenen Krimizeitalters der 1920er bis 1940er Jahre. Viele Jahrzehnte später nutzt Gilbert Adair genau dies als Vorlage, um sich vor den ganz Großen des Genres zu verneigen. Genau wie sie lädt er die Leser zum Miträtseln ein, weshalb hier an dieser Stelle nicht zu viel vom Inhalt verraten werden soll. Bei seiner Interpretation des klassischen Cozy-Krimis spart er nicht an amüsanten Anspielungen (angefangen mit dem Originaltitel "The Act of Roger Murgatroyd"), die den versierten Krimileser zum Schmunzeln bringen.
    Am Ende ist es eine wunderbar gelungene Hommage an die Klassiker des englischen Kriminalromans, die mit viel Liebe zum Original und einem Augenzwinkern erzählt wird - ein Muss für alle, die Agatha Christie, John Dickson Carr, Gilbert K. Chesterton und Kollegen lieben!


    Von mir volle Punktzahl für dieses großartige Lesevergnügen! :-]

    ... und für nächste Woche liegt dieses hier bereit:


    Der Augentäuscher - Mathias Gatza


    Eine dunkel angelaufene Metallplatte, in die die Zahl 1673 geritzt ist - die Reste eines Photos aus dem 17. Jahrhundert? Humbug, völlig unmöglich. Niemand glaubt dem verkrachten Wissenschaftler. Im Jahr 2002 jedoch, bei den Aufräumarbeiten nach dem Elbhochwasser in Dresden, stößt er auf einen Druckbogen im Bleisatz. Schilderungen über einen gewissen Silvius Schwarz, hochbegabter Stillleben-Maler, Libertin und Atheist, der aus einer Camera obscura ein künstliches Auge baut - und der bald mit seiner Geliebten, der schönen, wilden Mathematikerin Sophie von Schlosser fliehen muss. Als Magier und Blasphemiker gejagt, wird er auch noch verdächtigt, mit den geheimnisvollen Ritualmorden zu tun zu haben, die die höfische Welt erschüttern...

    Kurzbeschreibung:
    An einem heiligen Berg in Tibet wird die Leiche eines Mannes gefunden, mit abgetrenntem Kopf. Der chinesische ehemalige Polizist Shan, zum Straßenbau nach Tibet verbannt, soll den Schuldigen finden - bevor eine amerikanische Delegation ins Land kommt und sich die Unruhe unter den Tibetern in einem Aufstand entlädt. Immer tiefer dringt Shan bei seiner Suche in die Geheimnisse Tibets ein und muss sich am Ende seiner Ermittlungen selbst entscheiden, auf welcher Seite er steht.


    Über den Autor:
    Eliot Pattison war politischer Journalist, bevor er sich entschloss, Schriftsteller zuwerden. Sein erster Roman "Der fremde Tibeter" wurde mit dem begehrten "Edgar Allan Poe Award" ausgezeichnet. Neben weiteren Bänden um den Ermittler Shan schrieb Pattison noch andere Romane. Er lebt mit seiner Familie auf einer Farm in Oley, Pennsylvania.


    Über den Sprecher:
    Charakterdarsteller Wolfgang Rüter kennt man aus zahlreichen Serien und Filmen, u. a. "SOKO Köln", "Alarm für Cobra 11" und "Was nicht paßt, wird passend gemacht". Der erfolgreiche (Synchron-) Sprecher ist in zahlreichen Rundfunkproduktionen zu hören.


    Meine Meinung:
    In seiner berühmten Shan-Reihe entführt Eliot Pattison seine Leser/Hörer nach Tibet. Dabei ist Tibet nicht einfach nur ein außergewöhnlicher (aber grundsätzlich austauschbarer) Handlungsort, nein, Pattison bietet dem Hörer unzählige Informationen und eine dichte Atmosphäre, die den Handlungsort unverwechselbar machen.
    Die tibetischen bzw. chinesischen Begriffe und Namen klingen für westeuropäische Ohren allerdings recht ähnlich, was dem Hörer jede Menge Aufmerksamkeit abverlangt. Zwar gibt es im Booklet des Hörbuchs ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen sowie ein Personenverzeichnis, doch unterwegs schaut man selten hinein. Deshalb ist "Der fremde Tibeter" kein Hörbuch für nebenbei, sondern eine anspruchsvolle Geschichte, die durch ihre detaillierte und faszinierende Beschreibung der landschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten überzeugt.
    Auch die Figurenzeichnung ist absolut gelungen: Shan ist ein Ermittler mit viel Herz und dem notwendigen Blick für Details, seine - hier nur angedeutete - Vergangenheit und die aktuellen Ereignisse bieten viel Potenzial für die folgenden Bände. Dazu kommt ein ebenso spannender wie heikler Kriminalfall, der angesichts der angespannten politischen Lage sowohl Fingerspitzengefühl als auch Diplomatie erfordert, um der Gerechtigkeit Genüge zu leisten. Der raffiniert konstruierte Fall endet mit einer überraschenden und zugleich in sich logisch stimmigen Auflösung. Die Auszeichnung mit dem renommierten "Edgar Allan Poe Award" ist deshalb absolut nachvollziehbar.


    Wolfgang Rüter liefert eine rundum gelungene Sprecherleistung ab, die zweifelsohne einen großen Beitrag zu dem Hörvergnügen leistet.


    Von mir 8 Punkte.

    Als nächstes kommt dieses hier in den Player:


    Der fremde Tibeter - Eliot Pattison


    In den Bergen von Tibet wird die Leiche eines Mannes entdeckt. Shan, ein Polizist, der aus Peking verbannt wurde, soll einen Schuldigen finden, bevor eine amerikanische Delegation das Land besucht. Er findet versteckte Klöster und Höhlen, in denen die Tibeter ihren Widerstand organisieren – und muss sich bald entscheiden, auf welcher Seite er steht.


    Ich finde es bis jetzt auch toll - und empfinde es genauso wie du beschrieben hast! :-] Bin jetzt schon gespannt auf das vermutlich unvermeidliche große Finale :chen

    Kurzbeschreibung:
    Sommer 1914: In Europa gärt es, doch auf dem Familiengut der Degnellys in Ostpreußen scheint noch Zeit zu sein für Idylle und Plänkeleien und für den Traum von der großen Liebe. Ein Traum, der die achtzehnjährige Felicia durch eine harte Zeit begleiten wird, in der alte Traditionen und Beziehungen untergehen und einer gar nicht mehr vornehmen Realität weichen.
    Die fünfzehn Jahre bis zum Desaster des Schwarzen Freitags bringen Felicia Schrecken und Chaos, aber auch Reichtum und Karriere. Sie liebt das Leben, das Risiko und das Geld, doch vor allem zwei konträre Männer: Maksim, den idealistischen Revolutionär, und den zynischen Realisten Alex, der ihr Mann wird. Aus dem verwöhnten Luxusgeschöpf entwickelt sich eine unabhängige Geschäftsfrau, die hoch spielt und tief fällt. Doch eines bleibt: die tiefe Zuneigung zu ihrem Land und ihrer Familie und ein zäher Wille zum Kämpfen.


    Über die Autorin:
    Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart. Ihre psychologischen Spannungsromane sind internationale Bestseller. Allein in Deutschland wurden bislang über 24 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft; ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die Verfilmungen werden im Fernsehen mit enorm hohen Einschaltquoten ausgestrahlt. Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt/Main.


    Über die Sprecherin:
    Gudrun Landgrebe wurde durch zahlreiche große Filme bekannt, wie z.B. Robert van Ackerens „Die flambierte Frau” und Helmut Dietls „Rossini”. Ihre charakteristische Stimme hat sie bereits Charlotte Links „Die letzte Spur”, „Das andere Kind” und zuletzt „Der Beobachter” geliehen.


    Meine Meinung:
    Im ersten Teil ihrer berühmten und inzwischen längst erfolgreich verfilmten Trilogie erlebt der Hörer zusammen mit der Hauptfigur Felicia (wie bereits im Titel angedeutet) stürmische Zeiten. Die Schrecken des Ersten Weltkrieges mit all seinem Leid und Tod stehen unmittelbar bevor und auch Felicia und ihre Lieben müssen Opfer bringen. Die große Stärke des Romans liegt zum einen darin, die fiktiven Figuren glaubhaft in die historischen Ereignisse einzubetten. Zum anderen überzeugt die Ambivalenz von Felicia, die längst nicht nur sympathische Eigenschaften hat. Leider wirken manch andere Figuren dagegen etwas schablonenhaft, vielleicht ist dieser Eindruck aber auch den Kürzungen des Hörbuchs geschuldet. Zweifelsohne wecken nicht nur Hauptfigur und Titel, sondern auch der ein oder andere Handlungsstrang gewisse Assoziationen, doch angesichts der durchweg spannend erzählten und von Gudrun Landgrebe wunderbar gelesenen Geschichte mag man Charlotte Link die unübersehbaren Parallelen zu dem Südstaaten-Klassiker "Vom Winde verweht" verzeihen. Für alle, die gerne einfach mal abschalten möchten und Familiengeschichten lieben, ist "Sturmzeit" das ideale (Hör-)Buch für eine lange Autofahrt oder gemütliche Abende auf dem Sofa.


    Von mir 7 Punkte.

    Mein aktueller Lesestoff:


    Mord auf ffolkes Manor - Gilbert Adair [hist. Krimi]


    Meine nächsten Bücher (in dieser oder einer anderen Reihenfolge):


    1. Es gibt keine Vögel auf La Isla - Mary Morris [Belletristik]
    2. Bella Ciao - Doris Gercke [Krimi/Thriller] Alt-SUB-Abbau
    3. Verzauberter April - Bettina von Arnim [Klassiker]
    4. Das Schloss im Wald - Norman Mailer [Belletristik]
    5. Hartland - Wolfang Büscher [Reisebericht]

    OT: Los siete hijos de Simenon
    7. Band der Heredia-Reihe (2. ins Deutsche übersetzte Band)


    Kurzbeschreibung:
    Nach einem Aufenthalt am Meer zurück in Santiago de Chile, suchen Privatdetektiv Heredia und sein Kater Simenon in einem Hotel Unterschlupf und übernachten prompt unter demselben Dach mit einem Toten: Heredia ermittelt - nur schon um selbst vom Tatverdacht freizukommen. Ein Beamter des obersten Rechnungshofes ist nur das erste Opfer riesiger Schiebereien um den Großauftrag einer Gas-Pipeline von Argentinien nach Chile. Heredia dringt bis ins Herz der Macht vor.


    Über den Autor:
    Ramón Díaz Eterovic wurde 1956 in Punta Arenas (Chile) geboren. Mit seiner Krimi-Reihe um Detektiv Heredia wurde er über die Grenzen Chiles hinaus bekannt und erhielt zahlreiche literarische Auszeichnungen. Von 1991-1993 war er Präsident des chilenischen Schriftstellerverbandes. Eterovic lebt heute in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile.


    Meine Meinung:
    Auch der zweite (und leider bislang letzte) ins Deutsche übersetzte Heredia-Band überzeugt weniger durch seinen (in Grundzügen relativ vorhersehbaren) Kriminalfall als vielmehr durch seinen Protagonisten und die dichte Atmosphäre, die Eterovic heraufbeschwört. Protagonist Heredia, dem Alkohol und jungen Frauen ganz und gar nicht abgeneigt, ist in diesem Fall voller Sehnsucht nach einer bestimmten Dame und erfüllt von Liebe zu seinem Viertel. Letzteres hat sich während seiner sechsmonatigen Abwesenheit zwar geändert, verströmt jedoch immer noch - oder mehr denn je - den Duft der Melancholie, Hoffnung und Resignation, den selbst der Leser zu riechen meint. Der Mord an einem Beamten des Rechnungshofes, in den Heredia zunächst unfreiwillig verwickelt wird, trägt dazu bei, die Stimmung in Santiago in der Post-Pinochet-Ära zu veranschaulichen.
    Bei aller Schwermut lässt es sich Eterovic nicht nehmen, einige fast schon skurrile Nebenepisoden einzubauen wie die mit seiner Nachbarin, der Wahrsagerin, oder den drei alten Damen, die ihn ebenfalls um Hilfe bitten. Und natürlich gibt es auch in diesem Band wieder einige Zwiegespräche mit Kater Simenon, dem treuen Mitbewohner Heredias, der so manche (mehr oder weniger) guten Ratschläge gibt.
    Wer Action und Thrill sucht, wird weitersuchen müssen; wer jedoch eine dichte Atmosphäre und einen tollen Erzählstil zu schätzen weiß und dafür einige Abstriche im Kriminalfall in Kauf nimmt, ist hier goldrichtig.


    Von mir 8 Punkte.

    Damit beginne ich als nächstes:


    Mord auf ffolkes Manor - Gilbert Adair


    Ein verschneites Herrenhaus am Rande von Dartmoor im Jahre 1935: Colonel Roger ffolkes gibt ein Abendessen für Freunde des Hauses. Was keiner zu wissen scheint: Oben im Dachgeschoss liegt eine Leiche mit einem Einschussloch im Herzen. Es ist Mord. Der Raum ist von innen verschlossen. Und jeder der Anwesenden hat ein Motiv.

    Als nächstes dieses hier:


    Sturmzeit - Charlotte Link


    Sommer 1914: In Europa gärt es, doch auf dem Familiengut der Degnellys in Ostpreußen scheint noch Zeit zu sein für Idylle und Plänkeleien und für den Traum von der großen Liebe. Ein Traum, der die achtzehnjährige Felicia durch eine harte Zeit begleiten wird, in der alte Traditionen und Beziehungen untergehen und einer gar nicht mehr vornehmen Realität weichen.
    Die fünfzehn Jahre bis zum Desaster des Schwarzen Freitags bringen Felicia Schrecken und Chaos, aber auch Reichtum und Karriere. Sie liebt das Leben, das Risiko und das Geld, doch vor allem zwei konträre Männer: Maksim, den idealistischen Revolutionär, und den zynischen Realisten Alex, der ihr Mann wird. Aus dem verwöhnten Luxusgeschöpf entwickelt sich eine unabhängige Geschäftsfrau, die hoch spielt und tief fällt. Doch eines bleibt: die tiefe Zuneigung zu ihrem Land und ihrer Familie und ein zäher Wille zum Kämpfen.

    Kurzbeschreibung:
    Er weiß nicht, wie er heißt. Er hat keine Ahnung, wo er herkommt. Er kann sich nicht erinnern, wie er nach Berlin kam, und seit wann er hier auf der Straße lebt. Die Obdachlosen, mit denen er umherzieht, nennen ihn Noah, weil dieser Name tätowiert auf der Innenseite seiner Handfläche steht. Noahs Suche nach seiner Herkunft wird zu einer Tour de force. Für ihn und die gesamte Menschheit. Denn er ist das wesentliche Element in einer Verschwörung, die das Leben aller Menschen auf dem Planeten gefährdet und schon zehntausende Opfer gefunden hat.


    Über den Autor:
    Sebastian Fitzeks Psychothriller sind definitiv nichts für schwache Nerven. „Therapie“, erschienen 2006, war sein erstes Werk – und wurde gleich ein Bestseller. Seither präsentiert der Friedrich-Glauser-Preisträger einen Erfolgstitel nach dem anderen. Zum Glück entstammen die bedrohlichen Plots seiner Fantasie – und ebenfalls erfreulich: Fitzeks Sprache hat wenig mit seinem Uni-Abschluss zu tun. Denn sein erstes Buch schrieb der 1971 geborene Berliner in Form einer Jura-Promotion zum Thema Urheberrecht. Es folgten redaktionelle Tätigkeiten in Funk und Fernsehen. Als Autor und bekennender „Mailoholic“ ist Fitzek ebenso fleißig wie kommunikativ, tourt gern auf Lesereisen und ist (fast) immer online. Sein Wohnort ist weiterhin Berlin.


    Über den Sprecher:
    Simon Jäger, weiß Wikipedia so einiges zu berichten.


    Meine Meinung:
    Ein Mann ohne Gedächtnis, eine Verschwörung und eine Pandemie - drei Zutaten in einer Kombination, die bereits Spannung pur verspricht. Rührt Sebastian Fitzek dann noch die Rezeptur an und wird sie von Simon Jäger serviert, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Und tatsächlich: "Noah" ist ein von Beginn an spannender Thriller, der den Hörer kaum Zeit zum Luftholen lässt, sondern rasant durch die Kapitel fliegt. Das sorgt einerseits für aufregenden Thrill, führt andererseits aber auch dazu, dass sich der Hörer teilweise durch die Ereignisse gehetzt fühlt. Vielleicht liegt es an den Kürzungen des Hörbuchs, denen (nach dem Vergleich mit der Buchversion bzw. den dazugehörigen Rezensionen) ganze Handlungsstränge zum Opfer gefallen zu scheinen. Sie hätten der Geschichte (vielleicht) noch mehr Substanz / Tiefe / Nachdruck verliehen, die sie zweifelsohne verdient hat. Die angesprochene Problematik geht alle Menschen etwas an und es kann nicht schaden, ernsthaft über den aktuellen Zustand der Erde, mögliche Lösungsansätze und vor allem über persönliche Möglichkeiten nachzudenken, diesen Zustand zu verbessern. Darüber hinaus sorgt Fitzek mit "Noah" für einigen Nervenkitzel, jede Menge Spannung und unvorhersehbare Wendungen in der Geschichte, die auf jeden Fall zu dem Hörvergnügen beitragen.


    Simon Jäger ist die ideale Besetzung und seine Sprecherleistung - wie immer - ohne Fehl und Tadel. :-]


    Von mir 9 Punkte.

    Mein aktueller Lesestoff:


    Kater und Katzenjammer - Ramon Diaz Eterovic [Krimi/Thriller]


    Meine nächsten Bücher (in dieser oder einer anderen Reihenfolge):


    1. Mord auf ffolkes Manor - Gilbert Adair [hist. Krimi]
    2. Es gibt keine Vögel auf La Isla - Mary Morris [Belletristik]
    3. Bella Ciao - Doris Gercke [Krimi/Thriller] Alt-SUB-Abbau
    4. Verzauberter April - Bettina von Arnim [Klassiker]
    5. Das Schloss im Wald - Norman Mailer [Belletristik]

    Als nächstes den 2. Heredia-Band:


    Kater und Katzenjammer - Ramon Diaz Eterovic


    Nach einem Aufenthalt am Meer zurück in Santiago de Chile, suchen Privatdetektiv Heredia und sein Kater Simenon in einem Hotel Unterschlupf und übernachten prompt unter demselben Dach mit einem Toten: Heredia ermittelt - nur schon um selbst vom Tatverdacht freizukommen. Ein Beamter des obersten Rechnungshofes ist nur das erste Opfer riesiger Schiebereien um den Großauftrag einer Gas-Pipeline von Argentinien nach Chile. Heredia dringt bis ins Herz der Macht vor.

    "Auf freiem Feld" hat mir sehr gut gefallen - hat völlig zu Unrecht so lange auf dem SUB gelegen! :lesend


    01. Abschied von den Hummerklippen - James Krüss [Kinder/Jugend] [gelesen 02/17]
    02. Tod im Sommer - William Trevor [Belletristik] [gelesen 06/17]
    03. Geschichte machen - Stephen Fry [Belletristik]
    04. Gösta Berling - Selma Lagerlöf [Klassiker] [gelesen 05/17]
    05. Auf freiem Feld - Geraldine Brooks [historisch] [gelesen 08/17]
    06. Walching - Robert Hültner [hist. Krimi] [gelesen 06/17]
    07. Der Prinz der Finsternis - Paul Harding [hist. Krimi] [gelesen 01/17]
    08. Das Gesicht des Fremden - Anne Perry [hist. Krimi]
    09. Bella Ciao - Doris Gercke [Krimi/Thriller]
    10. Herz Dame sticht - Rita Mae Brown [Krimi/Thriller] [gelesen 07/17]
    11. Eine Tote gibt Auskunft - Janwillem van de Wetering [Krimi/Thriller] [gelesen 03/17]
    12. Ein Krokodil für Mma Ramotswe - Alexander McCall Smith [Krimi/Thriller]

    ... 10 Jahre später... :grin


    Ein Hinweis vorab: Der Klappentext bezieht sich eigentlich auf das letzte Drittel des Buches und ist zudem noch irreführend. Ärgerlich.



    Meine Meinung:


    Mr. March unterstützt als Geistlicher die Truppen im Amerikanischen Bürgerkrieg, um seiner Überzeugung zu folgen und seinen Beitrag zur Aufhebung der Sklaverei zu leisten. Doch das, was er dabei erlebt, ist zu schrecklich, um es seiner daheimgebliebenen Familie (Frau und vier Töchter) zu schreiben. Und so stehen seine zahlreichen Briefe, die voller Optimismus, Durchhalteparolen und abgemilderten Beschreibungen einzelner Ereignisse im krassen Gegensatz zu der Realität, die für March (und den Leser) kaum zu ertragen ist. Diese Briefe sind nicht nur der einzige Kontakt zu seiner Familie, sondern zugleich Ausgangspunkt für Erinnerungen an wichtige Ereignisse in seinem Leben, die er so eindrücklich Revue passieren lässt, dass der Leser das Gefühl bekommt, direkt daran teilzuhaben. Das ist vor allem auf Brooks' Erzählkraft zurückzuführen, die den Leser von Beginn an mitreißt, seine Aufmerksamkeit fesselt und bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt.


    Auch ohne "Betty und ihre Schwestern" (OT: Little Women" von Louisa May Alcott) zu kennen, von dem sich Geraldine Brooks zu diesem Roman hat inspirieren lassen, ist "Auf freiem Feld" ein beeindruckender Roman, der zum Mitfühlen, Mitleiden und Nachdenken anregt - über Schuld, Vergebung, Liebe, Freundschaft, Menschlichkeit und nicht zuletzt die Sinnlosigkeit des Krieges und zwar nicht nur dieses, sondern jedes Krieges. Es ist allerdings gut vorstellbar, dass dieser Roman für Leser, die "Betty und ihre Schwestern" kennen, noch einige Facetten mehr bereithält.


    In einem recht ausführlichen Nachwort erklärt die Autorin schließlich, in welchem Zusammenhang die Geschichte entstanden und wie sie einzuordnen ist, was auf historischen Quellen beruht und was ihrer schriftstellerischen Freiheit zu verdanken ist.


    Von mir 10 Punkte. :-]