Beiträge von DraperDoyle

    Zitat

    Original von killerbinchen
    Nun möchte meine Große das jedes Jahr machen. Ich hoffe, sie behält das als positive Kindheitserinnerung im Kopf.


    Wir mussten als Kinder immer mit meinen Eltern in den Wald, Himbeeren pflücken. Es war total Kacke: bei brütender Hitze in dem stacheligen Gestrüpp stehen, jeder mit einer Milchkanne, die partout nicht voll werden wollte und hinterher haben wir uns gegenseitig die Zecken abgesammelt :yikes


    Aber die Marmelade, die meine Mutter daraus gekocht hat, gehört sicher zu dem Allergeilsten, was ich jemals in meinem Leben gegessen habe :anbet

    Es liegt mir fern, dir irgendwas nachzuweisen, allerdings halte ich es für nicht angemessen (jaja, jetzt wirst du gleich einwerfen, dass es dir völlig Brille ist, was ich für angemessen halte ;-)), eine Autorin als Depri-Tante und Schlaftablette zu bezeichnen, weil man ihre Bücher langweilig findet. Oder was gibt es da sonst zu verstehen?

    Schill, hattet ihr den nicht mir 10% gewählt? Richter Gnadenlos? Und der macht, wie ich jetzt weiß, bei Big Brother mit?
    Ich seh den noch triumphieren, nach seinem Wahlerfolg, und habe ihm nichts Gutes gewünscht. Aber bei Big Brother zu landen ist wahrlich noch schlimmer als meine schlimmsten Verwünschungen :lache

    Ganz am Rande möchte ich nun doch auf eine gewisse Diskrepanz in den Aussagen der werten Miteule Voltaire hinweisen.


    Zitat

    Original von Voltaire
    Und wenn ich einen Verriss schreibe, dann geht es um das Buch - dann geht es nicht um die Autorin oder den Autor.


    (getätigt im Rezensionsthread)


    Zitat

    Original von Voltaire
    Schreib bloß nicht so wie diese Depri-Tussi. [...]


    Diese Frau Hermann braucht einen Therapeuten (der würde wahrscheinlich mit ihr eine Menge Geld verdienen) und sollte ihre Befindlichkeiten am besten für sich behalten und nicht in Buchform unter die Menschen bringen.


    Soviel zum Thema sachliche Auseinandersetzung. Aber jetzt wende ich Trümmerlotte mich wieder den Drogen zu, die ich ganz unverkennbar konsumiert haben muss. Ich muss irgendwas geraucht haben, keine Ahnung was, aber irgendwas war in meinem Schwarzen Krauser :gruebel

    Wir haben zwei Kaninchen. Und ich finde, das sind sehr angenehme Haustiere.
    Allerdings würde ich die nur bedingt empfehlen.
    Auf jeden Fall sollte man mindestens zwei halten. Wenn ich Melanie und Detlef so angucke. ist es eine wahre Freude, die scheinen ständig zu kommunizieren, jagen sich gegenseitig durchs Gehege, um kurz darauf wieder zu kuscheln. Es gibt sicher auch zufriedene Einzelhasen, aber die, die ich kenne, werden eher wie ein Hund gehalten, haben Freigang und sind ständig mit dabei. Wir hatten mal einen, der kam sogar zum Fernsehen aufs Sofa, ich bin mir sicher, Dietlind war der Überzeugung ein Mensch zu sein :grin. In den meisten Fällen aber werden einzelne Kaninchen, so man sich nicht sehr intensiv um sie kümmert, lethargisch oder aggressiv, und das kann bei Kindern sehr schnell passieren.
    Unsere beiden wohnten zu beginn in der Wohnung, aber das war doch sehr lästig. Ich bin nun wahrlich kein Sauberkeitsfanatiker, aber irgendwann ging mir Heu, Stroh und Sägespäne, die wirklich überall in der Wohnung zu finden waren, auf die Nerven. Außerdem war der Kaninchenauslauf anstrengend, weil die beiden ziemlich scharf auf Kabel sind. Diese Leidenschaft haben sie nur überlebt, weil das eine Kabel, das sie angefressen haben, die Telefonleitung war, das andere der ausgesteckte Staubsauger.
    Im Frühling habe ich ihnen einen doppelstöckigen Stall im Gart.en gebaut, mit angebautem Auslauf, da sind nun alle Beteiligten bedeutend glücklicher.
    Wenn er die Kaninchen aussucht, würde ich mich keinesfalls von der Optik leiten lassen. Wir haben nicht die hübschesten genommen, sondern die beiden, die ganz neugierig an die Stalltür kamen. Kaya hat sich anfangs (sie war, glaube ich, zehn) sehr um die Tiere gekümmert, dadurch sind sie sehr zahm geworden. Wie gesagt, vernachlässigte Kaninchen können richtig ätzend werden.
    Natürlich hat das Interesse nachgelassen, aber immer noch sind Meli und Deti sehr entspannte Viecher, die sich tatsächlich gerne streicheln und jederzeit einfangen lassen, aber ansonsten ihr Kaninchenleben auch ohne uns genießen.

    also ich habe keine Ahnung, seit wann es Rezensionen gibt, aber ganz sicher länger als das Internet. :grin
    Das Internet hat lediglich einer breiteren Masse die Möglichkeit gegeben, ihren Senf zu Büchern abzugeben, mit dem Potential, dass auch viele Leute das lesen.

    Mein Vater ja, der flog exklusiv per ADAC (manchmal ist es ja doch nicht schlecht, langjähriges Premiummitglied in diesem Sch*verein zu sein) Akureyri-Leipzig :grin


    Meiner Mutter wurde allerdings mitgeteilt, dass sie da nicht mehr mit reinpasse und dass sie schon selber gucken muss, wie sie nach Hause kommt. Das war dann mein Job, Muddern irgendwie nachhause zu bugsieren. Die saß noch in Island fest, da ich ihr erst ein paar Tage später einen Flug Kef-Sxf besorgen konnte. Ich hatte ihr empfohlen, den Bus von Akureyri nach Reykjavik zu nehmen, und obwohl der Flug nur wenig mehr gekostet hätte, hat sie das auch gemacht. Und die Fahrt sehr genossen.


    Ich war wenige Clicks vor der Buchung eines Flugs nach Island, aber ich musste mich ja hier um meinen Vater, der hier in der Uniklinik gestrandet ist (ich habe den ganzen Tag telefoniert, um ihn zu finden) und der keine Ahnung hatte, was mit ihm geschah, kümmern. Meine Mutter wurde dann von mir mit mehrmals täglicher telefonischer Unterstützung zum Flughafen in Keflavik gelotst und sie hat die Situation vorbildlich gemeistert.

    Nun, wo alles überstanden ist:
    die Kreuzfahrt meiner Eltern war im Krankenhaus von Akureyri zuende. Aber nach drei dramatischen Wochen sind beide nun wieder heil zuhause. Trotz allem sind sie jetzt große Islandfans, mein Vater wurde trotz aller Sprachbarrieren bestens betreut (und es war wiklich ernst) und meine Mutter kann nicht aufhören zu erzählen, was für großartige und hilfsbereite Menschen die Isländer seien. Und das Beste: so kam ich doch noch zu einem Kilo isländischer Butter :lache

    Es ist schon erstaunlich, wie sich, zumindest bei mir, die intuitiven Vorstellungen von Mexiko im Laufe der Zeit verändert haben. Früher, das bedeutet bei mir in den 80er Jahren, war Mexiko das Land des Tequila und (das freilich nur hypothetisch) des Peyote-Kaktus (beides Drogen, wie mir gerade auffällt). Wenn nicht gerade mal wieder ein verheerendes Erdbeben stattgefunden hatte, existierte Mexiko ansonsten außerhalb meiner Wahrnehmung
    Später dann wurde es, und ich könnte aus meiner Erinnerung heraus gar nicht sagen, wann dieser Prozess begonnen hat, zum Land der Finsternis, Schauplatz blutiger Schlachten der Drogenmafia und massenhaftem Mord an Frauen.
    Diese Bildungs- oder vielleicht eher Wahrnehmungslücke schließt dieses Buch. Denn in ihrer Reportage beschreibt Heufelder eine Reise entlang des namengebenden Drogenkorridors, geographisch eine eng definierter Streifen im mexikanischen Hinterland, der von Culiacan im Süden nach Ciudad Juarez an der us-amerikanischen Grenze führt und der Haupttransportweg von kolumbianischen Kokain, aber auch mexikanischem Marihuana und Heroin ist. Dadurch, dass sie diesem abstrakten Korridor ein Gesicht, also Landschaften und Dörfer, aber auch eine Stimme, nämlich die der einheimischen Bevölkerung, gibt, wird erst das Ausmaß dieser Tragödie, die nicht erst mit der Ausrufung des „Krieges gegen die Drogen“ begann, deutlich.


    Der Krieg gegen die Drogenkartelle allerdings hat diese eigentlich erst stark gemacht, die Kartelle selbst aufgerüstet und dafür gesorgt, dass zumindest im Bereich des Drogenkorridors bürgerkriegsähnlich Zustände herrschen. Die Banden haben den Korridor unter sich aufgeteilt, dennoch gibt es immer wieder Verteilungskämpfe, bei denen auch Unbeteiligte ihr Leben verlieren.
    Wobei es in dieser Gegend gar nicht so einfach ist, unbeteiligt zu bleiben, ist doch das gesamte gesellschaftliche Leben von mafiösen Strukturen durchdrungen. Denn die Armee tritt zwar martialisch auf, hat aber längst die Kontrolle über diesen Landstrich verloren, was zusätzlich dazu führt, dass die einheimische Bevölkerung in einem rechtsfreien Raum lebt und ohne jegliche staatliche Unterstützung zurechtkommen muss. Von den Schikanen, denen die oft indigene Bevölkerung von staatlicher Seite, offiziell unter dem Deckmäntelchen des Kampfes gegen die Drogen, ausgesetzt ist, ganz zu schweigen.


    Bei ihrer Reise durch dieses Krisengebiet trifft Heufelder viele Menschen, die vom Krieg gegen die Drogen mittelbar oder unmittelbar betroffen sind. Mütter emordeter Söhne, Opfer von Entführungen, vertriebene Ureinwohner. Dennoch ist dieses Buch keine Aneinanderreihung schrecklicher Einzelschicksale, sondern eher ein Gesellschaftsportrait eines Landes, in dem jahrzehntelange Verletzungen der Menschenwürde dafür gesorgt haben, dass das gesamte gesellschaftliche Klima vergiftet ist, dass grundsätzliche Regeln des menschlichen Zusammenlebens außer Kraft gesetzt sind und dass die brutale Gewalt, die ursprüngliche eine innerkartellische Angelegenheit war, sich nun auch in Lebensbereichen etabliert hat, die eigentlich nichts mit Drogen zu tun haben.


    Eindrücklich beschreibt Heufelder das am Phänomen der Frauenmorde, für den sich schon ein eigener Begriff, Feminiszid, etabliert hat. Denn auch wenn die Ermittlungsbehörden diese oft im Drogenmilieu verorten (was impliziert, dass die Frauen ja mehr oder weniger selbst schuld an ihrem Tod sind) und somit auch keine größere Anstrengungen unternehmen, sie aufzuklären (eine Einstellung, die sich in teilweise hanebüchenen Gerichtsurteilen fortsetzt), sind diese Morde eher eine Manifestation einer allgemeinen Verrohung der Gesellschaft zu sein, in der sich jeder das nimmt, was er will, und das entsorgt, das er nicht mehr braucht. Umso dramatischer ist dabei, dass ein großer Teil der Bevölkerung diese Zustände als gegeben hinnimmt, dass sich nur vereinzelt Widerstand regt.


    Heufelder lässt sich aber auch nicht, um im Bilde zu bleiben, von den Nebelbomben hinters Licht führen, der Kriegsrhetorik, die die Drogenkartelle als Ursache allen Übels ausmacht und denen es den Krieg zu erklären gilt. Sie sucht auch in der mexikanischen Geschichte nach Gründen für die Eskalation der Gewalt und macht so deutlich, dass die Zustände in Mexiko vielmehr sind als aus dem Ruder geratene Bandenrivalitäten. Denn die ist seit langem geprägt davon, dass sich die Reichen und Mächtigen das nehmen, was sie haben wollen, seien es nun Land, Rohstoffe oder auch Menschen.


    Dieses Buch ist wahrlich keine leichte Lektüre, aber eine beeindruckende Analyse, wie Macht- und Geldgier eine ganze Gesellschaft zerschlagen können.

    Zitat

    Original von LeSeebär
    Natürlich wird der Mangel und der Einfallsreichtum beschrieben, aber eine politische Einstellung, wie man sie heute vermutlich notieren würde, wurde in praktisch allen Kapiteln weggelassen.


    Das glaube ich nicht, gerade mit Fremden wird doch auch heutzutage nicht über Politik geredet. Und gerade in der DDR werden die Menschen einer flüchtigen Bekannten nicht unbedingt ihre politische, womöglich oppositionelle Meinung auf die Nase binden.


    Die "Sprachlosigkeit" der Autorin ist meiner Meinung nach beabsichtigt. Fragen sind auch immer manipulativ. Das ist auch bei Dokumentarfilmen eine oft verwendete Technik: die Leute einfach reden lassen :wave

    Danke, ihr Lieben.
    Ich glaube, gestern, als ich dann die Todesanzeige gelesen habe, schwarz auf weiß, hat es mich endgültig von den Beinen geholt, heute kann ich zumindest wieder denken.
    Wir haben uns jetzt gegen was mit Schleife entschieden, weil ich nicht glaube, dass sie jetzt irgendwo auf der Wolke sitzt und Grabschmuck liest. Falls sie noch irgendwo da draußen unterwegs ist, wird sie schon merken, wie traurig wir sind.
    Nachher werden wir uns eine Pulle Clausthaler aufmachen, das hat sie so gerne getrunken, und wenn wir so richtig betrunken sind, wird uns schon ein geeigneter Kartentext einfallen. ;-)

    Meine Freundin ist gestorben, nicht unerwartet, aber dann doch sehr plötzlich. Nicht friedlich eingeschlafen, sondern so, wie man es keinem Menschen wünscht.


    Was schreib ich auf die Trauerschleife? Was schreiben wir? ich, die ich zu Schulzeiten eng mit ihr befreundet war und seit der Zeit Kontakt hatte, mein Mann, der sie auch seit 30 Jahren kennt, meine Kinder, für die sie zwar selten, aber Zeit ihres Lebens irgendwie da war?


    Ich bin nun bei:


    Das fenster deines zimmers soll wimpern haben


    Die schwelle ins haus eine züngelnde schlange (keines menschen
    tod noch wunde, nur


    erinnerung an eines jeden
    einziges leben)

    Ich hatte ja gehofft, sie haben eine Minibar auf der Kabine. Is aber nicht. Und gerade habe ich eine Sms von meiner Mutter bekommen. Es ist tatsächlich nicht erlaubt, Lebensmittel mit an Bord zu nehmen :cry
    Ich verstehe nicht so recht warum, muss man das verstehen? Nach Islandreisen sind unsere Koffer jedenfalls (egal ob Fähre oder Flugzeug) immer knackenvoll mit Butter, Skyr und eben jener Wurst, die übrigens Rullupylsa heißt. Nur dass mir das jetzt auch nix mehr bringt.
    Also bestell ich jetzt halt eine Flasche isländischen Wodka....


    PS: wieso bist du gerade frisch von Island zurück und ich habe das gar nicht mitgekriegt :gruebel Mit welchem Schiff warst du denn unterwegs?

    ich glaube, mein Vater hat sich das mal vor einiger Zeit andrehen lassen. Und den vergleichsweise hohen Preis hat er damit gerechtfertigt, dass es ihm damit einfach bedeutend besser ginge.
    Dennoch hat er das Ganze ziemlich schnell wieder gelassen, so überzeugend kann das also doch nicht gewesen sein :rolleyes