Beiträge von Nachtgedanken

    Endlich finde ich auch Zeit und die Kraft, mich mit voller Muße diesem wunderbaren Roman zu widmen.


    Dass sich Deine Erzählstimme etwas anders liest als in den anderen Romanen, ist mir auch aufgefallen, liebe Nicole, in sehr positivem Sinne. Ich liebe Deine Romane ja schon immer, aber ich habe das Gefühl, das mich hier noch etwas besonderes erwartet.


    Nilam, was für ein schöner Name...und dazu ihr für die damaligen Verhältnisse in Singapur doch auch exotisches Aussehen. Ich denke, selbst wenn es damals dort mehr westliche Familien gegeben hätte, wäre sie eine Außenseiterin geblieben. Dass sie sich in Tagträume flüchtet, ist nur zu verständlich und auch völlig normal in dem Alter.


    In ihrem Verhalten Raharjo gegenüber wirkt sie aber schon sehr erwachsen. Das ist aber für mich kein Widerspruch.


    Schön fand ich im Prolog, dass der Leser auch Raharjos Vorgeschichte ein bisschen erzählt bekommt, so wird er nicht ganz unvermittelt an den Strand gespült und man lernt ihn schon ein bisschen kennen.


    Cempaka löst bei mir widerstreitende Gefühle aus. Ich habe das Gefühl, sie kann nicht anders, aber gleichzeitig finde ich sie ziemlich unverschämt.


    Paul bleibt ja hoffentlich ein Freund, den kann Nilam sehr gut brauchen nach ihrer Rückkehr in die Heimat.


    Ja, und das Verhältnis zum Vater...ich konnte Georgina/Nilams Gefühle sehr gut verstehen und bin schon sehr gespannt, wie es sich weiterentwickelt.


    Und ich lese das Nachwort erst nach dem Roman ;-)

    Schön, dass der Kater hier nochmal randurfte.Nachdem er ja schon Lina gerettet hat, bewahrt er jetzt auch noch die ganze kleine Familie vor dem sicheren Flammentod.
    Mir war es am Ende auch ein bisschen viel...Lina glücklich, Federico und Anna glücklich, Luca darf wieder nach Venedig, Mimmo tot, Carlo erholt, Handelshaus gerettet...und was ist mit dem Kater?


    Insgesamt hat mir der Roman schon gut gefallen, es war nur zwischendurch manchmal zu viel der Informationen, die aber sehr nichts destotrotz fundiert und lehrreich waren. Danke, dass ich mitlesen durfte.

    Sorry, dass ich hier so hinterherhinke, aber mit einem rauschenden Wasserfall im Kopf liest es sich nicht so gut.


    Federico bewundere ich, der Ein-Mann-Kumpel....das sind wirklich unglaubliche körperliche Leistungen, die er da vollbringt. Ich hoffe, ihm ist nichts passiert bei seinem Absturz.


    Ich glaube nach wie vor an eine Vergewaltigung, eventuell mit einer postnatalen Depression. Annas Verhalten Lukas gegenüber kann ich mir nicht anders erklären.

    Bitte Erklärungen Spoilern! Hätte mir jetzt fast den ganzen Lesespass schon nach dem ersten Abschnitt verdorben :-(
    Ich bin eigentlich gut reingekommen in die Geschichte und finde die kurzen wechselnden Abschnitte spannend. Auch über das Verhältnis der verschiedenen Figuren zueinander kann man gut spekulieren.
    Bisher finde ich den Ansatz sehr spannend, von Südländern, die bei uns Erze geklaut haben, hatte ich bis dato noch nie etwas gehört.

    Konstanze von Sizilien war eine faszinierende Frau, die leider bisher von Autoren historischer Romane übersehen wurde. Sabine Weigand hat sich nun ihrer angenommen und ein einzigartiges Romanporträt dieser vergessenen Herrscherin geschaffen.
    Es beginnt mit einem Prolog, der eigentlich das Ende vorwegnimmt: Friedrich II. wird als Kind zum König von Sizilien gekrönt und Konstanze hat damit ihr Lebensziel erreicht. Bereits hier wird das Besondere des Romans deutlich. Konstanze bekommt Stimme und Gestalt, weil der Roman teilweise aus ihrer Sicht in Ich-Form geschrieben ist. Damit kommt diese historische Persönlichkeit ganz nah an den Leser, man erlebt sozusagen ihr Leben aus erster Hand.
    Sabine Weigand lässt die Jugendjahre der späteren Kaiserin lebendig werden, entwirft ein Bild von Sizilien, dass man sofort dort hinfahren möchte und all die Pracht und die gelungene kulturelle Mischung mit eigenen Augensehen möchte. Gleichzeitig wird die andere Hauptfigur eingeführt, der Schreiber Gottfried, eine fiktive Figur, die nicht weniger lebendig wirkt als die historischen Menschen in diesem Roman.
    Der Leser begleitet beide Figuren auf ihrem Lebensweg, Konstanze, wie sie schließlich herausgerissen wird aus ihrem selbstbestimmten Leben auf Sizilien und dem deutschen König und späteren Kaiser Heinrich als Ehefrau ins kalte Deutschland folgen muss. Ihre verzweifelten Versuche, schwanger zu werden, immerhin ist sie schon dreißig, als sie Heinrich heiratet, berühren den Leser und ich habe mich für sie gefreut, als Friedrich geboren wurde, wie man sich für eine Freundin freut. Man erlebt ihr Entsetzen über die Grausamkeit ihres Mannes, ihre Einsamkeit, ihre unerfüllte Liebe hautnah und nimmt Teil am Leben dieser faszinierenden Frau.
    Gottfried verliert durch einen Angriff die Eltern und die väterliche Burg und muss Hals über Kopf mit seiner kleinen Schwester Hemma fliehen. Er wird zum Schreiber und Buchmaler ausgebildet und trifft am Hof Heinrichs auf Konstanze. Zusammen mit ihr entsteht das titelgebende Das Buch der Königin, eine wirklich existierende wunderbare Schrift aus dem Mittelalter, das den Experten Rätsel aufgibt, die Sabine Weigand in ihrem Roman in ihrer unnachahmlichen Art löst. Mit leichter Hand spinnt sie eine Geschichte, die sich genau so zugetragen haben könnte, verwebt historische Fakten und Fantasie, bis ein buntes Bild entsteht, das dem Leser nicht mehr aus dem Kopf geht.
    Der Leser erfährt nicht nur sehr ausführlich und profund, wie im Mittelalter ein Buch entstanden ist, die Geschichte ist auch gleichzeitig so spannend, dass man den Roman kaum noch aus der Hand legen möchte.
    Wie schon in ihren früheren Romanen gelingt es Sabine Weigand, Wissen zu vermitteln, ohne belehrend zu wirken. Ihre Figuren, egal ob fiktiv oder historisch, sind so lebendig, dass man an ihrem Leben teilnimmt und mit ihnen fiebert. Sie hat eine eigene, einzigartige Stimme, die jede ihrer Geschichten farbig und authentisch werden lässt.
    Ein sehr gelungenes Porträt einer vergessenen Herrscherin und ihrer Zeit.