Beiträge von xania

    Inhalt
    Amélie Nothomb wagt die Reise nach Japan, ins Land ihrer Kindheit, und vergleicht ihr Paradies von damals mit der Wirklichkeit von heute. Sie begreift: Alles, was wir lieben, wird zur Legende. Ein intimer Reisebericht zum Ursprung aller Geschichten: zu Erinnerung und Phantasie.


    Meine Meinung
    Amélie Nothomb reist mit einem Kamerateam nach Japan, um die Wurzeln ihrer Kindheit wiederzuentdecken und ihren Ex-Freund nach mehr als zwanzig Jahren noch einmal zu treffen.


    Leider konnte das Buch mich nicht überzeugen. Stellenweise sticht die Sprachgewalt von Amélie Nothomb hervor, aber leider nicht sehr oft. Die meiste Zeit schwankt das Buch zwischen Szenen die zu banal sind und anderen die zu intim sind, und nicht unbedingt hätten erzählt werden müssen.


    Amélie Nothomb bezeichnet sich selbst als nicht interessant, als so unwichtig, dass sie für sich allein kein Taxi bestellen würde, sondern den Métro nimmt um in der Masse unterzugehen. Ich hatte beim Lesen eher den Eindruck vom Gegenteil: Madame Nothomb nimmt sich sehr wichtig und reibt jedem, der es noch nicht weiss, unter die Nase, dass sie eine berühmte Autorin ist.
    Warum schreibt sie überhaupt dieses Buch über ihre Reise nach Japan. Hätte der Film nicht genügt? Sie setzt sich auf eine Kinderschaukel, die es damals noch nicht gab, das Kamerateam filmt, es ist ihr furchtbar peinlich, vor Kindergärtnerinnen wie ein Kleinkind zu nähen, das Kamerateam filmt, sie trifft ihr Kindermädchen, das Kamerateam filmt, sie wandert durch Parks, das Kamerateam filmt... Das ist kein Roman und auch keine Reportage, sondern ein PR-Artikel, ein Buch zum Film, vielleicht gibt es irgendwann noch die passende Nothomb-Zahnbürste dazu.

    Seit meine Tochter lesen kann, habe ich keine Ahnung mehr, welche Bücher sie kennt und welche nicht. Sie leiht haufenweise aus der Stadtbücherei, liest manche, andere nicht. Da kann sie sich ruhig selbst drum kümmern.

    Inhalt
    Philipp Meyer erzählt die Geschichte der Eroberung des amerikanischen Westens als große Familiensaga über drei Generationen. Es ist der Kampf des texanischen Clans der McCulloughs während der letzten 150 Jahre um Land, Öl und Macht.


    Über Philipp Meyer
    Philipp Meyer, geboren 1974, stammt aus einer Künstlerfamilie, verließ vorzeitig die Schule und hielt sich mit diversen Jobs – unter anderem als Fahrradmechaniker – über Wasser. Mit 20 entschloss er sich zu einem Literaturstudium und schaffte die Aufnahmeprüfung an der Cornell University. Nach seinem Abschluss arbeitete er als Broker an der Wall Street, um seine Schulden zu bezahlen. In dieser Zeit begann er zu schreiben. Ein Stipendium ermöglichte ihm einen Aufenthalt an der University of Texas, wo er seinen ersten Roman „American Rust“ (dt. "Rost") begann. Das Buch gewann den Los Angeles Times Book Prize, war das Washington Post Book of the Year, schaffte es auf diverse Bestsellerlisten und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Philipp Meyer gilt seither als einer der hoffnungsvollsten amerikanischen Nachwuchsautoren. An „Der erste Sohn“ arbeitete er über fünf Jahre. Zur Zeit ist er ein Guggenheim Fellow und lebt in Austin, Texas und New York.


    Meine Meinung
    Eli wird als Jugendlicher von den Indianern gekidnapped und muss miterleben, wie seine Schwester und seine Mutter vergewaltigt werden und sein Bruder umgebracht wird. Danach lebt er bei den Indianern und lernt ihre Lebensweise kennen, lernt, wie sie ihre Kinder erziehen, mit ihren Frauen umgehen, was sie essen, wie sie jagen und wie sie Krieg führen. Sein Sohn Peter und dessen Enkelin Jeanne beschreiben das Leben der weissen Rinderzüchter, ihre Verachtung gegenüber den Mexikanern und gegenüber anderen, ärmeren Menschen, ihre Raffgier und ihre Brutalität.


    "Der erste Sohn" ist die Familiensaga einer reichen, texanischen Rancherfamilie über mehrere Generationen. Die Handlung spielt auf verschiedenen Zeitebenen. Jedesmal steht ein anderes Familienmitglied und damit eine andere Zeit im Mittelpunkt. Der Leser bekommt so nach und nach die Geschichte der Familie McCullough erzählt. Jeanne, die Enkelin erinnert sich, bei Peter sind es Tagebucheinträge und Eli erzählt in der Ich-Perspektive, was er erlebt.


    "Der erste Sohn" ist nicht bloss eine Familiengeschichte, sondern umfasst auch 200 Jahre Geschichte Amerikas, genaustens recherchiert und nicht geschönt. Erbarmungslos werden die Taten von Weissen, von Indianer, aber auch die Folgen von Krankheiten beschrieben. Es wird betrogen, gestohlen, gemordet, geblutet, vergewaltigt, skalpiert, gefoltert und geschlachtet, ganz ohne Romantik. Gemütliche, friedliche Indianer, die rauchend vor einem Feuer sitzen kommen genauso wenig vor wie heldenhafte Weissen, die als vorbildliche Vorfahren taugen könnten. Auf beiden Seiten wird brutal und ohne Skrupel gekämpft, um Land, um Tiere und ums Überleben.


    Sehr wertvoll war der Stammbaum. Am Anfang, als ich noch nicht jedes Familienmitglied kannte, warf ich vor jedem Kapitel einen Blick drauf, um mich besser in der Geschichte zurecht zu finden.


    Vom Schreibstil her liest das Buch sich leicht, es ist der Inhalt, der mich immer wieder Pausen einlegen liess. Doch trotz der vielen Brutalität habe ich das Buch gerne gelesen, es erzählt die Geschichte aus diesem Teil Amerikas auf authentische, interessante und spannende Weise.

    Backsachen, Gewürze, und ein gemütlicher Lesesessel :-)


    Wie macht ihr das, ohne Bügeln auszukommen? Ich muss T-Shirts, Sweatshirts, Blusen und Hemden immer bügeln, sonst sehen die aus als hätte man drin geschlafen.

    Zu dem Moment als die Männer nach Russlan kamen, war Dajana noch nicht tot. Als Ana schwer verletzt und Dajana tot ist, bereuen sie die teuere Reise.
    Nadescha fährt nach Deutschland, weil sie das Foto ihrer toten Freundin gefunden hat, ich glaube sie hötte auch nach ihr gesucht, ohne diese Männer.

    Das ganze Buch hat mir gut gefallen, die Gefühle und das Leiden der Opfer wurde sehr einfühlsam beschrieben. Auch die Liebe zwischen Eva und Steiger ist gelungen erzählt.
    Die Auflösung des Kriminalfalls hat mir weniger gefallen, was ich verglichen mit dem ausgezeichneten Rest des Buches enttäuschend finde.


    Die Party kann nicht so gross gewesen sein, sonst hätte der Zeuge nicht nur einen einzigen Mann weglaufen sehen. Die anderen hätten ja später laufen müssen, nach den Schüssen. Aber mit nur drei Frauen hätte es keinen Organisator gebraucht.


    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein einziges Mädchen so wichtig ist, dass sie extra nach Russland fliegen, um die Tochter zu bedrohen. Anstatt dass dafür 2 Männer fliegen, hätte einer hin und mit 3 Frauen zurückfliegen können. So menschenverachtend wie die sind haben sie bestimmt wenig Hemmungen Mädchen durch andere zu ersetzen.


    Etwas unlogisch für einen Verbrecher fand ich auch der sehr regelmässige Besuch beim Frisör. Da hätten die Rumänen ihn umbringen sollen, den anderen dann ein paar Tage später. Die Mödchen hätten sie dann übernehmen können.

    Buecherfreund, ich denke, du hast die Bulgaren, Rumänen und Russen richtig erfasst. Oleg war der erste Zuhälter der Mädchen, die Bulgaren die nächsten und mit den Rumänen gab es ein Problem und die wurden erschossen. Warum die Mädchen sterben mussten/sollten kann ich mir noch nicht vorstellen. Auch nicht, was Schwarz damit zu tun hat.
    Wenn Eva aufwachen würde, könnte sie Hinweise geben.


    Mir gefällt das Buch sehr gut.

    Die Situatiom in der Anastasia, ihre Freundin und die Familie leben ist unerträglich. Diese Kälte und Brutalität, die nur durch Alkohol und Drogen ausgehalten werden kann. Anastasia wird wahrscheinlich erpresst. Sie wissen, wo das Kind sich aufhält und beweisen so, dass sie es jederzeit verletzen oder umbringen können. Furchtbar. Dajans könnte die getötete Frau sein. Anastasia die Verschleppte, aber wie Eva dazu passt, kann ich mir noch nicht vorstellen.


    Igitt, das Gespräch beim Metger war nicht gerade verkaufsfördernd. :lache


    Steiger ist manchmal richtig witzig, ich musste lachen über die Bemerkung, dass ein Comedian zu Gast ist.

    Toto ist kein Junge und auch kein Mädchen, er hat weder Mutter noch Vater und wird im Kinderheim von jedem verachtet und gepeinigt. Liebe gibt es keine, selbst kleine Teddybären sind nicht erlaubt, die Kinder könnten dadurch verweichlicht werden. Auch später als Erwachsener wird das Leben für Toto nicht leichter und doch lässt er sich nie unterkriegen.


    Er nimmt das Leben, wie es kommt, lebt im Jetzt und plant höchstens ein paar Stunden im voraus. Schicksalsschläge, die für andere den Weltuntergang bedeuten würden, nimmt Toto als Neuerungen als Veränderung in seinem Leben an. Er ist interessiert, er beobachtet und kennt die Menschen ausgezeichnet. Jede noch so schlimme Bösartigkeit nimmt er nicht persönlich, sondern hat Mitleid mit dem Peiniger, weil das Leben ihn zu dem gemacht hat, was er jetzt ist.


    Durch Toto, der nichts Böses in sich hat, gelingt es der Autorin, der Gesellschaft und dem Leser erbarmungslos einen Spiegel vor die Augen zu führen und zum Nachdenken anzuregen. Ein schlimmeres Leben als Toto kann man sich kaum vorstellen, und doch hat er nichts anderes im Sinn, als anderen zu helfen und seinen Mitmenschen das Leben leichter zu machen.


    Sibylle Berg hat ein großartiges Buch geschrieben, das die Gesellschaft analysiert, manchmal zynisch, mal mit Humor, von den Zuständen in der DDR bis in die nahe Zukunft und das vor allem kritisiert, wie die Menschen mit Personen umgehen, die anders sind. Man hat den Eindruck, dass es in Wut geschrieben wurde, aber auch mit sehr viel Mitgefühl und Liebe zu Menschen, die ausgegrenzt werden. Der Schreibstil ist genial, kompakt, treffend, kein Wort ist zu viel.


    "Vielen Dank für das Leben" ist kein Buch, das man zuklappt und vergisst. Empfehlenswert!

    Mir gefällt auch die Polizeiarbeit am besten, Da fühlt man sich so richtig mittendrin und kann sich ganz genau vorstellen, wie die Polizeiarbeit abläuft. Dass Gesichter anders aussehen, nach einer Autopsie, kann ich gerne glauben. Ich finde, hier wird von der Autopsie so geschrieben, dass sie interessant ist, und nicht schockierend.


    Ich nehme an, dass das kleine Mädchen vor ihrem gewalttätigen Onkel nach Deutschland flieht und dort irgendwann als Prostituierte arbeitet.


    Die Fragezeichen sind mr nicht aufgefallen, nicht einmal nachdem ich hier schon davon gelesen hatte.


    Witzig, dass das Händeschütteln extra erwähnt wird. Ich finde das besser, als wenn kaum ein "Guten Morgen" gegrummelt wird. Leicht übertrieben sind Betriebe in denen es morgens Küsschen/Handschlag für die ganze Belegschaft gibt.

    Die Liebesgeschichte mit Florian ging wirklich sehr schnell.


    Dass Maia ihr Kind zur Adoption freigegeben hat, kann ich nicht verstehen. Für reiche Menschen wie sie wäre es doch leicht gewesen, eine Person einzustellen, die sich um das Kind kümmert und bei "Bedarf" ihrerseits hätte sie dann als Mutter auftauchen können. So wie der Vater es ihr vorgemacht hat. Dann hätte sie die Personen genau auswählen können, die sich um das Kind kümmern und wäre nicht ein Leben lang auf Spekulationen angewiesen.


    Ist das zum Schluss nicht eine Ansage auf einem Anrufbeantworter, den sie irgendwie abhört um seine Stimme zu hören?