Beiträge von xania

    Der Dialog zwischen Tom und der zänkischen Frau sind sehr amüsant zu lesen.


    Selbstmord als Todesursache kann ich mir schlecht vorstellen. Das würde eine so grosse Überwindung kosten, dann die "Gefahr" nicht zu sterben und sich schwer zu verletzen... Ich denke, sie hat eine Botschaft bekommen, wollte den Besuch alleine empfangen und ist dann entweder gestolpert oder vom Besucher geschubst worden.
    Allerdings wäre einerseits ein Unglück wie stolpern kein so spannendes Ende für ein Buch, andererseits hätten die verbleibenden Damen den Besuch/Mörder sehen müssen. Vielleicht gibt es ja doch noch Zeugen.

    Kinder fragen hemmungslos alles. Dass sie nicht fragen würden wo sie herkommen, was Papa arbeitet, wo Papa hingeht, warum er so viel Geld hat ... finde ich ziemlich unglaubwürdig. Auch die Entschuldigung, dass sie ihren Vater nicht verletzen wollen gilt nicht. Das würde vielleicht passen, wenn er sie mit 15 adoptiert hätte. Im Moment scheinen mir die ahnungslose Kinder nur ein Vorwand zu sein, um ein paar weitere Geheimnisse in der Geschichte zu haben.

    Ich kann nicht glauben, dass Pa Salt noch lebt. Es muss es eine offzielle Sterbeurkunde geben und alles ganz richtig geregelt sein. Sonst hätte der Kapitän ihn auch schon früher ins Wasser schubsen können, mit der Ausrede, Pa Salt hätte das so angeordnet.

    Eigentlich hätte dieser ganze Abschnitt auf ein paar Seiten zusammengefasst werden können, denn passiert ist nicht wirklich viel.


    Ich habe jetzt erst gelesen, dass dieses Buch der Auftakt einer Reihe von 7 Büchern ist. Das bedeutet wohl leider, dass die meisten der Fragen, die hier aufkommen, in diesem Buch nicht beantwortet werden.

    Vielen Dank für die vielen interessanten Informationen. Ich habe mich gewundert, dass Amy und Thomas Frau getrennt von ihren Ehemännern leben und dazu noch so weit entfernt. Thomas Frau hat das selbst gewählt, und ich finde es auch verständlich. Fernbeziehung eben.

    Mir ist die Geschichte im Moment zu lieblich und nett. Als erwachsene Frau will Maia sich niemals gefragt haben, wo all das Geld herkommt und bemerkt auch reichlich spät, dass sie ihren Stiefvater eigentlich gar nicht kennt. Und dabei ist sie so extrem klug und sprachbegabt.


    Ich war anfangs ein bisschen verwundert über den Schreibstil, weil ich dachte, schon andere Bücher der Autorin gerne gelesen zu haben, allerdings war das nur eine blöde Verwechslung.

    Zitat

    Original von Eskalina
    Vielen Dank für eure Rezis. :wave Der Autor und sein Buch sind ja aktuell überall in den Medien und ich hätte mir sehr gern eine Leseprobe angesehen. Schade, dass Amazon das ausgerechnet bei diesem Buch nicht bietet.


    Wenn du auf die kindle-Ausgabe gehst, bekommst du eine Blick ins Buch- Leseprobe bei Amazon.

    Von mir auch vielen Dank für diese Aktion.


    Ich frage mich, warum so wenig mitgepostet wurde. Die "Ich lese", "Ich werde lesen" und "Ich habe gelesen" Threads füllen sich schneller als man schauen kann. Vielleicht ist es zu persönlich sich zu einem Buch zu bekennen? :gruebel

    François ist Literaturprofessor an der Sorbonne. Seine größte intellektuelle Herausforderung war die Redaktion seiner Doktorarbeit über den Schriftsteller Huysmans, an der er sieben Jahre gearbeitet hat. Seine Karriere an der Universität treibt er bis auf unregelmässige Veröffentlichungen nicht weiter. Sein Alltag besteht aus Mikrowellengerichten, Alkohol und einer jährlich wechselnden Studentin als Freundin.


    Politik ist nicht sein Interessengebiet.
    "... je me sentais aussi politisé qu'une serviette de bain, et c'était bien dommage."
    ("... ich fühlte für Politik so viel wie ein Badetuch, und das war schon schade.")


    Politik langweilt François. Lange hält er keine politische Sendung aus ohne auf den nächsten Kanal zu zappen. Hiebe und Spott an der aktuellen französischen Politik gibt es dennoch genug in "Soumission".
    "Je me rendais compte pourtant, et depuis des années, que l'écart croissant, devenu abyssal, entre la population et ceux qui parlaient en son nom, politiciens et journalistes, devait nécessairement conduire à quelque chose de chaotique, de violent et d'imprévisible."
    ("Ich hatte bemerkt, und das schon seit Jahren, dass der wachsende Unterschied zwischen der Bevölkerung und denjenigen, die für sie sprachen, Politiker und Journalisten, unweigerlich in etwas Chaotisches, Brutales und Unvorhersehbares führen musste")


    François nimmt die Präsidentschaftswahlen zwar wahr, aber nur nebenbei und auf die Idee selbst zu wählen kommt er schon gar nicht. Mohammed Ben Abbes, ein moderater, charismatischer Moslem und Marine Le Pen vom Front National stehen sich beim zweiten Wahlgang gegenüber. Die Sozialisten tun alles Mögliche um einen Sieg von rechts zu verhindern und unterstützen tatkräftig die moslemische Partei. Dabei kann der Autor sich einen Hieb auf die UMP, die Partei von Nicolas Sarcozy, nicht verkneifen.
    "... les dirigants de l'UMP ne verraient aucun inconvénient à prendre quelques mesures sécuritaires ou xénophobes, qui sont de toute façon massivement souhaitées par leur électorat, enfin ce qu'il en reste;... "
    ("... die Parteiführer der UMP würden keinen Nachteil darin sehen, Sicherheitshandlungen oder Fremdenfeindlichkeitshandlungen zu bestimmen, die sowieso von ihrer Wählerschaft gewünscht sind, also, von denen die noch übrig bleiben;...")


    Am Wahltag bekommt François Panik und flieht mit seinem Touareg immer nach Süd-Westen.
    "Je ne connaissais à vrai dire à peu près rien du Sud-Ouest, sinon que c'est une région où l'on mange du confit de canard ; et le confit de canard me paraissait peu compatible avec la guerre civil."
    ("Ich kannte fast nichts aus dem Südwesten, ausser dass es eine Region ist, in der man Entenfleisch ist, und Entenfleisch scheint mir wenig vereinbar mit Bürgerkrieg.")


    Erst nach mehr als einem Monat, als die neue Regierung schon im Amt ist und die Situation sich normalisiert hat, kehrt er nach Paris zurück und wundert sich über die "fast unscheinbaren" Veränderungen, der er ziemlich positiv wahrnimmt. Die Arbeitslosigkeit geht gegen null (weil Frauen nicht mehr arbeiten dürfen), Polygamie wurde wieder eingeführt und wer an der Sorbonne unterrichten will, muss zum Islam konvertieren.


    Vieles kann in dieses Buch hineininterpretiert werden. Ich sehe es in erster Linie als Kritik an der aktuellen Regierung in Frankreich, an den gemäßigten Parteien und als Kritik an den Intellektuellen, den Gelehrten und vielleicht auch der Bourgoisie, weil sie alle zusammen das große Übel, also alles was nach extrem rechts driftet, möglich machen und eigentlich durch ihr Handeln hervorbringen. Religionen werden analysiert, aber nicht angegriffen und schon gar nicht verspottet. Sie sind sozusagen die Basis vom Buch, über die François immer wieder diskutiert und sich Gedanken macht. Manche Abschnitte, wie zum Beispiel die immer wiederkehrenden, ausführlichen Sexszenen, können allerdings nur in die Kategorie "Pure Provokation" eingeordnet werden.


    Das Buch liest sich angenehm und flüssig. Ich würde auf jeden Fall empfehlen, das Buch zu lesen. Es ist sehr vielschichtig und regt zum Nachdenken an. Von mir bekommt es 9/10 Punkte.

    Zitat

    Original von Herr Palomar
    Ach, ich habe zu guten Büchern schon oft von geplanten Verfilmungen gehört und dann wurde doch nichts draus.
    Ich vermute, bei diesem Stoff wird es ebenso sein!


    Da hast du sicher Recht. Ich habe intensiv gesucht, aber nirgends etwas konkretes gefunden. Nur sehr viele Andeutungen und Gerüchte. Wann, von wem... nichts!

    Durch einen Unfall hat Diane ihren Mann und ihre kleine Tochter verloren. Ein Jahr später ist sie immer noch gefangen in ihrer Trauer. Sie verlässt ihre Wohnung kaum, lässt sich von einem guten Freund Felix hinterherräumen und muss selbst zum Duschen angetrieben werden. Felix drängt sie, mit ihm Urlaub zu machen. Diane kommt daraufhin der Gedanke, nach Irland zu ziehen, wohin ihr Mann einmal einen Urlaub geplant hatte.


    Die Autorin Agnès Martin-Lugand schreibt berührend, driftet manchmal aber doch zu sehr in Richtung Kitsch ab. Die Charaktere waren zu extrem. Diane zieht von Paris in ein winziges Dorf in Irland, wo alle Menschen extrem freundlich und fürsorglich sind, ausser einem einzigen, der extrem böse schaut, es vielleicht sogar ist, dessen Schwester dafür super lieb ist. Aber nicht nur die Personen, auch ihre Handlungen fand ich unnachvollziehbar schnell, von tiefem Hass auf Liebe, von komplettem Einigeln zu Auswandern.


    Der Schreibstil hat mir gefallen. Das Buch ist angenehm flüssig geschrieben und leicht zu lesen. Es gibt keine Längen und auch keine Langeweile. (Normal bei einem Buch von knapp 200 Seiten)
    Gestört haben mich allerdings der viele Alkohol und die vielen Zigaretten. In diesem Buch raucht wirklich jeder, ausser dem Hund. (Naja, der ist Passivraucher)


    "Glückliche Menschen küssen auch im Regen" ist eine Liebesgeschichte ohne viel Tiefgang, mit einer Geschichte die ich schon in den verschiedensten Varianten gelesen habe. Ich habe die Geschichte trotz der Kritik gerne gelesen, sie ist gut geschrieben und vor allem unterhaltsam, wird aber nicht lange im Gedächtnis bleiben.

    Ich hatte mir bei diesem Buch etwas anderes erwartet, weniger seicht, etwas ernsthafteres. Aber das Buch hat mich gut unterhalten und ich habe es trotz allem gerne gelesen.


    Die Punktevergabe ist schwierig. Das Buch war nicht gut, es hat mich unterhalten, es war zu vorhersehbar, ja aber es war gut geschrieben, flüssig zu lesen, aber so extrem... Wir streiten noch :lache