Barbie und G.I. Joe
So, das war's jetzt mit Virgin River bei mir. Aus nach dem dritten Band.
Auf der Suche nach kuscheliger Wohlfühlliteratur bin ich über diese Reihe gestolpert.
Frau Carr macht vieles richtig: Alle in dem kleinen Örtchen sind bezaubernd und hilfsbereit. Alle Männer sind über die Maßen verständnisvoll und imstande, ihre überbordenden Triebe auch mal im Zaum zu halten, wenn die Frau schwer traumatisiert ist. Und das sind hier alle Frauen. Noch einen Extrapunkt dafür, dass Frau Carr sich offenbar damit auseinander gesetzt hat, was das tatsächlich bedeutet und dass nach einer Vergewaltigung nicht einfach nur Mr. Right um die Ecke zu kommen braucht und schon ist alles auf Neustart.
Was mich aber zunehmend genervt hat, ist die Tatsache, dass die Autorin die immer gleichen Backformen für ihre Figuren verwendet.
Die Männer sind alle sehr groß, muskelbepackt, gehören allesamt einer eingeschworenen Gruppe von Ex-Marines an und haben gern auch mal das Purple Heart in der Schublade liegen. Auch für die jüngeren Protagonisten gibt es nichts Tolleres, als die Militärakademie zu besuchen.
Die Frauen sind alle unterdurchschnittlich klein und ebenso wie die Männer über die Maßen attraktiv. (Wie soll ich mich mit Frauen identifizieren können, bei denen alles in erster Linie als klein beschrieben wird? :grin)
Die weibliche Perspektive, im ersten Band noch vorherrschend, weicht zunehmend der aus männlicher Sicht.
Konflikte werden (zumindest in den ersten beiden Bänden) damit gelöst, dass die Männer die Knarren aus dem Schrank holen, in ihre Trucks steigen und den Bösen jagen.
Sorry, nicht meine Welt. Und auch keine, in die ich abtauchen kann oder möchte.
Liebe Grüße
Katerina