Beiträge von magali

    Bogart,
    wenn du 'mag' zu mir sagst, sag ich 'bog' zu Dir! Promise!
    Beziehst du dich eigentlich auf Humphrey oder diese Geister/Trolle?
    Also, soll es mir warm ums Herze werden oder soll ich mich fürchten? <zitter, beb>
    Und ich hab's jetzt auch geblickt. Ihr wolltet gar nicht diskutieren, ihr wolltet ja streiten. Auch 'ne Nachmittagsbeschäftigung.
    Eulen können sich übrigens ganz schöne Schlachten liefern, wußtet ihr das? Scharfe Schnäbel und gemeine Krallen. Sagen nicht bloß die Mäuse...
    ;-)
    magali

    Liebe hinterwäldlerin,
    ich drück die Daumen.
    Ich muß mich entschuldigen, daß ich einfach abgetaucht bin, war leider nicht zu ändern.
    Die 'Zwischenlösung' für den wahnsinnskomplizierten Satz finde ich akzeptabel.
    Bin schon gespannt auf Deinen nächsten Text. Irgednwann, irgendwo.
    Viele Grüße
    magali

    Manno, die Federn plustern sich hier ja gewaltig. Das Nest schwer in Unruhe.
    Ich kann Bea gut verstehen, ich habe mich auch schon über die Umfragen gewundert. Ja, sie sind lustig. Aber auch interessant. Wäre ich Soziologin, würde ich mir das Forum schon mal ausgucken zu Untersuchungszwecken. Stellt euch mal vor, dicke wissenschaftliche Wälzer über euch. Und irgendwann der Nobelpreis, der dafür natürlich extra gestiftet werden müßte. Wär das nix?
    Ein bißchen Vorsicht halte ich heutzuatge aber in dem Punkt schon für berechtigt. Tatsächlich sind die Sample bei euch eher klein, aber die Marktforscher sind gewiefte Bürschchen.
    Insgesamt finde ich es arg interessant und spanned, wie so eine Internet-Gemeinschaft funktioniert. Wie man sich auf dem doch schmalen Grat zwischen Privat und Öffentlich bewegt. Man versteckt sich hinter 'Nicks', unterschreibt manchmal aber mit echtem Namen, kennt die wahren Geburtsdaten (nicht so toll, Leute, unter Sicherheitsgesichtspunkten)verbirgt sich hinter Bildern, um wild loszuballern und gibt gleichzeitig bereitwillig Auskunft über Vorlieben und Abneigungen.
    Eigentlich gehen die Kommunkationsforscher doch mehr davon aus, daß die Anonymität höher geschätzt und fiktive Persönlichkeiten aufgebaut werden. Tatsächlich, so habe ich in diesem Nest den Eindruck, liegt euch an echten Aussagen mehr.
    Nun hör ich auf, sonst fange ich wirklich noch an, euch unter die Lupe zu nehmen. Nein, ich bin keine Kommuniaktionsforscherin.
    BabyJane, ich vermiß die gefährliche Katze. DAS war umwerfend.
    Schmeißt mir His nicht raus, ehe ich nicht auch mal mit ihm zusammengeknallt bin! Gebt Anfängerinnen eine Chance!! ;-)
    magali

    hallo, oemchenli,
    hab dich nicht vergessen.
    Das Buch kenne ich nicht, habe es sofort notiert. Ich habe zwei Stadtbüchereien in Wohnungsnähe, werde danach Ausschau halten.
    Der Name ist nicht mein Rufname, ich habe mich aber schon so getauft, bevor jemand auch bloß ans Internet gedacht hat.
    Ja, so 'ne schreckliche Zeit gab's mal, Eulen, denkt bloß!!
    Der Name ist wirklich in Südfrankreich, bes. Provence (wo ist die Cedille/C mit Schwänzchen???) verbreitet.
    Gruß
    magali

    Liebe geli73,
    ich kann jugendliche LeserInnen leider überhaupt nicht einschätzen.
    Das Buch ist ungemein spannend, aber es gibt keine leichte, gängige Lösung, also etwa, daß in den Türmen Bösewichte hausen, die man besiegen muß. Man kann es nicht als Abenteuergeschichte lesen.
    Es kommt auch auf die Leseerfahrung an. Schließlich gibt Tom sein Leben in unserer Welt, also 'unser' Leben, für Téja auf. Wir erfahren nicht, was aus ihm wird. Falls er nicht mal in einem Schaltjahr zurückkommt ;-)
    Es muß ein Alter sein, in dem man Liebe schon ernst nimmt (auch wenn man nach außen hin drüber kichert.) Und den Umstand, daß sie gewaltige Konsequenzen hat. Das wird hart diskutiert.
    Die Rechnung nach den Schaltjahren fordert einem schon was ab, es kommt das eine oder andere lateinische Wort drin vor, das aber sofort erklärt wird. Auch der Umstand, daß es eine 'Edition' ist, mit Anmerkungen, Lücken im Text, die das Rätsel noch vergrößern, sind nicht leicht zu schlucken.
    Bestimmt nicht unter 13J.
    Ich habe grad mein Exemplar aus dem Schrank geangelt, der Verlag drückt sich vor Altersangaben. Wenn das nicht wieder typisch ist!!
    Als ich es fertig gelesen hatte, so vor etwa drei Wochen, habe ich mal im Netz deswegen rumgegoogelt. Es gibt ein paar Stimmen dazu und die klangen mir jugendlich - und SEHR verwirrt. Brutale Ablehnung gab's natürlich auch. Und die, die unentwegt nach dem WORT suchen.
    Das Ganze ist mit den anderen Büchern von Dragt nicht vregleichbar. Das Büchlein ist schon was Besonderes.
    magali

    Hiya,
    fein daß ihr den entdeckt habt. Der hat mir auch gut gefallen. Sonst habe ich es nicht so mit den heutigen skandinavischen Detektiven, ihren Seelenproblemen und Familienproblemen und dem ach so grauen Wetter. Von der Verbrechensstatistik gar nicht zu reden.
    Manchmal hatte ich schon fast das Gefühl, es gäbe in den Verlagen ein 'Rezeptbuch skandinavischer Krimi': Man nehme graue Wolken, kalten Wind, eine geschiedene Ehefrau, 1-2 mittelgroße vernachlässigte Kinder und rühre vorsichtig um. Dann füge man eine traurige Leiche mit Blut nach Geschmack, heruntergekommene Straßenzüge, öde Landschaft und ein miefiges Polizeirevier dazu. Kleingeschnittene Weltprobleme, Alkoholismus und etwas Sex als Würze. Zum Schluß einen weinerlichen Mörder dazusieben. Wenn der Teig zu flüssig ist, darf er auch ein bißchen Größenwahn aufweisen. Alles in die Form und backe daraus einen übergewichtigen, leicht ungepflegten Kommissar, mit melancholischer Grundstimmung, der Jazz hört und Rotwein säuft.
    Einspruch des Autors:Darf er nicht Beatles hören und Weißwein haben? Mal in der Sonne am Strand mit den Kindern spielen? Eis essen an der Straßenecke?
    Verlag: UNSKANDINAVISCH!


    Aber Nordermoor klang entwicklungsfähig. Der zweite steht deshalb auf der Anschaffungsliste. Und nach eurem Zuspruch bleibt er da auch.
    Bin schon gespannt
    magali

    Hallo, Rattentod (mutiger Name).
    das D mit dem Strich?
    Vollgültiger Buchstabe des isländischen Alphabets, ist eigentlich eine echte alte Rune, die's in die Druckschrift geschafft hat. Wenn ich's recht weiß, ist es die 'Thorn' Rune, der Dorn. Nix mysteriöses dahinter, bloß wegen der Form so genannt.
    Aussprache wie das englische 'th'. Gibt es in stimmlos und stimmhaft. Dann kitzelt's schrecklich an den Lippen. ;-)
    Gruß
    magali

    Fein, daß es genützt hat. Deine Grundlage war aber auch so ordentlich, daß es schade drum gewesen wäre.
    Guten Morgen, liebe hinterwäldlerin, BTW, <gääähn>. Nein, bin schon lange auf, aber nicht wach.
    Habe den Text noch mal in Ruhe gelesen. Bißchen feilen mußt Du noch. MaryRead hat das meiste schon gesagt. Ebenso Bücherwurm. Auch die Titelvorschläge sind attraktiv.
    Noch mal zum Text:
    Die Sache mit dem Hörensagen: warum schreibst Du das? Der Patient ist gestorben. Punkt. Erschrecken bei Leserin und Leser. Gut so. Nicht abschwächen.
    Der Anschluß mit dem Frühstück holpert immer noch heftig. Klar, das ist eine schwierige Gefühlslage. Da der Tod, hier das Leben. An so was sind schon Größen der Weltliteratur gescheitert. Du scheinst mir eine Hand für Probleme zu haben. Das nächste Mal was Einfaches, bitte.
    "Ich dränge den Gedanken weg und bin beim Füttern bald wieder guter Laune"? Nee, wahrscheinlich zu steif. Und belastet die Erzählerin negativ. Mist! Aber 'Verdrängung' ist soo ein großes Wort. Dick, schwer, dunkeltief.
    Wie an dieser Stelle nicht trivial, platt, ungeschickt werden? Wo sind die Schreibprofis? Raus aus den Federn! Ihr werdet gebraucht!!!
    Ich denke auch noch ein bißchen nach. :brain
    Am Ende, wenn Du noch ein bißchen beim Umbetten hilfst. Der Anschluß mit 'wo' . Ich würde es umdrehen: aber auch da, wo - oder :dann, wenn... Und das 'gequatscht'. Anschluß??? Die Infusion wird gequatscht? Was ist das denn für 'ne Station? ;-)
    Jetzt muß ich weiterarbeiten.
    Bis denne
    magali

    Liebe hinterwäldlerin,
    grad wollte ich mich zurückziehen, da warst Du noch mal in meinem Fach. Muß Kästner noch'n bißchen warten.
    Ich sagte doch, daß das was wird.
    Es lebt, Igor, es lebt (Dr. Frankenstein :grin)
    Überschrift wird nicht leicht, die Praktikantin lockt, aber das Wort hast Du im Text. Darf nicht zuviel werden. Verdrängung nein, andere Thematik. Kau noch mal auf dem Tempo und dem Gang rum.
    Gute Nacht
    magali

    na, ich sag ja schon, daß ihr lieb seid.
    Aber wenn ich mich erst mal im Netz verwickle, geht in Deckung. Ihr habt keine Ahnung, worauf ihr euch da einlaßt .
    Und nun gute Nacht. Buch wartet.
    magali


    PS: 'Drei Männer im Schnee'. Ist euer Forum dran schuld, habt ihr mich nach langen Jahren wieder drauf gebracht. ;-)

    Umschlagtext:
    Fußspuren, die aus dem Meer kommen. Die beiden Türme in den Dünen sind fremd und unheimlich und doch seltsam vertraut. Wie bin ich hierher gekommen?, schreibt der Junge in sein Tagebuch. Was tue ich hier? Ich weiß nicht mehr, wer ich bin... Er findet Menschen, die ihm helfen, Téja zum Beipsiel. Auf der Suche nach sich selbst stößt er auf das Rätsel der Türme, auf das Geheimnis des 30. Februar. Aber wie heißt das Wort, das ihn hierher versetzt hat? Und will er überhaupt zurück?


    Wichtig bei diesem Buch ist der Untertitel:
    Ein (zur Zeit noch) anonymes Tagebuch, mit Anmerkungen und Fußnoten von Tonke Dragt.
    Erzählt wird in Tagebuch-, Notizbuchform die Geschichte eines Jungen, der sich auf einmal in einer anderen Welt wiederfindet, ohne daß er weiß, wie er dorthin gekommen. Er weiß nicht einmal, wer er ist, er hat keinen Namen. Er ist aber sicher, daß er das Rätsel lösen wird, wenn er sich nur erinnern kann. Die Menschen, denen er begegnet, reagieren zwiespältig. Da gibt es den geheimnisvollen alten Mann, der ihn in seinem Bedürfnis, sich zu erinnern, bestätigt. Durch ihn findet er seinen Namen: Tim. Mit ihm besucht er auch die merkwürdigen, bedrohlichen Türme in der eigenartigen Dünenlandschaft. Doch da sind auch Téja und ihr Vater, nicht minder geheimnisvoll, die unbedingt verhindern wollen, daß er sich erinnert. Die nicht wollen, daß er zu den Türmen geht und vor allem nicht, daß er seine Erinnerungen niederschreibt. Er soll sie nicht bewahren. Der Junge verliebt sich in Téja. Doch ihm wird immer klarer, daß die Welt, in die er geraten ist, nicht die seine ist. Sein neuer Name ist ein falscher Name. Ist die Welt, in der er sich so wohlfühlt, also eine falsche Welt?
    Mit Hilfe des alten Mannes, eines Erfinders und des Verursachers des Wechsels zwischen den Welten, kehrt der Junge in 'seine', unsere Welt zurück. Wieder ist er ohne Erinnerung, doch nun hat er seine Tagebuchaufzeichnungen. Kann er sie glauben? Er ist schließlich Tom.
    Aber da ist eben Téja. Kann er dem Erfinder glauben, daß es möglich ist, an einem 29. Februar in einem Schaltjahr zwischen den Welten zu wechseln, wenn man zu einer bestimmten Zeit ein bestimmtes Wort ausspricht? Wenn er es nun wagte, in die fremde Welt zurückzukehren? Mit dem Wissen, daß er das Gedächtnis verlieren wird, mit der Angst, daß Téja ihn vergessen haben wird? Vier Jahre später, in nächsten Schaltjahr, verschwindet Tom, zunächst mit dem schriftlichen Versprechen an seinen Bruder, im folgenden Schaltjahr wiederzukommen. Er kommt nicht zurück.
    Sein jüngerer Bruder schickt die Abschrift des Tagebuchs, die Tom hinterlasen hat, sowie alle Notizen, von Téja, vom Erfinder, die Berechnungen und Zeichnungen, Zeitungsausschnitte vom Verschwinden Toms etc. an Tonke Dragt, mit der Bitte, daraus ein Buch zu machen. Das tut sie. Sie überträgt es sorgfältig. Manchmal kann sie Toms Handschrift nicht lesen, dann gibt es Lücken und ordentliche Fußnoten. Und schließlich verzeichnet sie Schaltjahr für Schaltjahr, ob Tom zurückgekommen ist. Aber nein, auch im Jahr 2000 ist er nicht mehr aufgetaucht.
    Das ganze Buch ist eine Fiktion, hält aber den Anschein eines Tatsachenberichts so konsequent aufrecht, das es LeserInnen bis heute gründlich verwirrt. Es stammt von 1973. Trotzdem wird immer wieder gefragt, ob es die Wahrheit ist und vor allem, wie das geheimnisvolle WORT lautet. Angeblich steht es im Text.
    Ob es ein Jugendbuch ist, weiß ich nicht. Die Situation des völligen Gedächtnisverlusts ist beängistigend. Die karge Dünenlandschaft, das Meer und die Türme tragen nicht zur Beruhigung bei. Zugleich ist es ein Buch um Vertrauenschenken und -annehmen und um Liebe. Tatsächlich geht es um das Erwachsenwerden, um das sich Zurechtfindenmüssen in einer Welt, die am Ende der Kindheit mit einem Schlag fremd und angsteinflößend wirkt. Etwas, das weh tut.
    Es geht auch um die Bedeutung von Worten, um das Schreiben und um Erinnerung. Die Schule und das Schulkonzept in der fremden Welt z.B. sind faszinierend.
    Sprachlich ist es hervorragend, auch sehr gut übersetzt, das eine oder andere Wortspiel aus dem Niederländischen ist wohl nicht übertragbar. Die Verwirrung, die man beim Lesen fühlt, rührt aber nicht daher. Die verdanken wir dem Talent der Autorin. Es ist ein phantastisches Buch, seltsam, verrückt, furchteinflößend, großartig.
    Und daß ich möglichst wenig verraten habe, liegt daran, daß ich es keinem nehmen will, kopfüber in dieses Buch hineinzufallen.
    Ach, das WORT? Ja, das Wort...


    Diese Beschreibung bezieht sich exakt auf dei Ausgabe, die mein Vorredner da angegeben hat.
    Verlag: Beltz und Gelberg

    Und noch mal an alle:
    vielen Dank für die nette Aufmahme.
    Buchvorstellungen? Kaum ist man wo, soll man arbeiten. Habr ihr meine Vorstellung nicht gelesen? Ich bin faul. Überzeugungstäterin.
    Jahrgang? Vertan? Mein Paß behauptet es so. Ich würde doch auf dem Amt nicht lügen?? :grin
    Und heißt das nun, daß ich zu jung oder zu alt für Gummibärchen bin?
    Ach, das Dasein ist voller Rätsel
    magali

    Liebe Wolke,
    danke.
    Die arme Morgana habe ich heute schon schwer in Atem gehalten. Da habe ich mich wohl verewigt ;-) Ich hoffe, ihr habt in Zukunft Ruhe vor mir und meinen Panikattacken.
    magali

    Liebe Eulen,
    guten Tag. Ich lese schon seit einiger Zeit als Gast bei euch rum und habe mich nun endgültig im Nest verfangen. Das ist ein netter Platz in den Weiten des Netzes.
    Bin Jahrgang 1958 (der beste von allen ;-))
    Mein Verhältnis zu Büchern liegt irgendwo zwischen innig und Sucht, die Wände in der Wohnung sind zugebaut. Ich mag das. Wenn ich nicht zuhause bin, bin ich in Bibliotheken oder stöbere in Antiquariaten.
    Ich lese gern Lyrik und Romane. Ich liebe Geschichten. Ich mag Klassiker, Jugendbücher, Science fiction (mehr die utopische Richtung, nicht zu technisch), ein bißchen Fantasy (wenn ich noch einmal was von einem magischen Schwert lese, fang ich an zu kreischen!) . Liebesgeschichten zähle ich nicht extra auf, alle Romane handeln davon :-)
    Die Rezensionen gefallen mir bei euch besonders gut.
    Ansonsten mag ich Milchkaffe, Kino, Katzen und Gummibärchen.
    Arbeit? Kommt vor.
    Computer und ich haben ein schwieriges Verhältnis.
    Noch was? Ich bin faul und hänge am liebsten mit einem Buch im Sessel. Reden tu ich auch nicht gern. Wann auch? Ich muß doch lesen!
    magali

    Liebe hinterwäldlerin,
    da hast Du Dir ein Problem gestellt! Und nu haste Panik, wa? Pass mal uff:
    Leg mal den Stift weg oder nimm die Hände von der Tatstatur. Lehn Dich zurück, hol tief Luft und dann sage laut: Ich habe es in die zweite Runde geschafft. Ey, ich bin gut.
    Dann mach die Augen zu. Du stehst im Gang dieser Abteilung im Krankenhaus. Die Türen hinter Dir gehen zu (Gelungener Auftakt). Siehst Du den Gang? Riechst du ihn? Riechst Du nur Desinfektionsmittel? Was liegt da noch in der Luft? Wie fühlt sich der Boden unter deinen Füßen an? Ist es kalt? Warm? Wie ist das Licht? Hörst Du die Geräusche? Die Essenswagen, das Klappern des Geschirrs, die Stimmen der Schwestern, das Husten, Räuspern. Türen gehen, Füße kommen den Gang entlang, Wasser rauscht. Höst Du es? Wie fühlen sich die Brötchen an in Deinen Fingern? Was schmierst Du? Butter ist härter, Margarine ganz weich. Gibt es Marmelde? Iih, die klebt an den Fingern. Die fröhliche Stimme der Schwesterschülerin, das gefällt Dir. (Und den LeserInnen). Klingelt da nicht ein Telefon? Und dort hinten geht die Klingel und das rote Licht blinkt über der Tür. Spürst Du, wie Dir die Augen der Patienten folgen?
    Hast Du's?
    Verstehe mich nicht falsch, das sollst Du nicht in den Text schreiben, der soll kurz bleiben. Du hast bloß das Gefühl für Deinen Text verloren. Den mußt Du wieder finden.
    Darum geht es in Deinem Text, um eine Gefühlslage, nicht um eine Handlung, einen Knalleffekt, sondern um eine stimmungsvolle Beschreibung. Du hast Dir wirklich etwas echt Schwieriges ausgesucht, Du bist aber schon auf dem Weg. Meine Anregungen habe ich auch nicht erfunden, die sind alle von DIR. Ich sehe den Gang. Bloß noch ganz im Schatten. Ein bißchen was höre ich auch, aber noch gedämpft. Hol es raus und hau es der Leserschaft um die Ohren. das ist die Power, die hier noch fehlt.
    Praktische Vorschläge:
    Der Übergang mit dem verstorbenen Patienten und die anschließende gute Laune ist zu grob. Das wirkt nicht wie ein Wechselbad der Gefühle (wie Du beabsichtigst), sondern ist wirklich zum Lachen.
    Tablette: heißt es nicht Tabletts? Ich weiß das nicht, aber Tablette klingt nach Medikament, besonders im Krankenhaus. Was sagt der Duden?
    Schmeiß die Saloppheiten raus, wie Tja, z.B. Der Satz '... nur Schülerin' hat Wucht genug.
    Schreib nicht 'Smalltalk'. das Wort hat eine negative Konnotation. Die Gespräche des Personals untereinander mögen wie sinnloses Geplauder klingen. Es ist keins. Es ist Kontaktpflege, freundliche Laute der Lebenden in einer Situation von Krankheit, Schmerzen und möglicherweise Tod. 'Smalltalk' entwertet das und untergräbt eine wichtige Aussage von Dir.
    Und das letzte schlimme Wort, das 'usw.' Nie, nie, nie verwende das in einem geschriebenen Text. Nie überlasse das der Phantasie der Leserschaft. Du bist die Schriftstellerin, Du hast die Aufgabe, die Worte zu finden. Das ist Dein Job. Wer soll sie finden, wenn nicht Du?
    Verwirrt hat Dich und die LeserInnen auf jeden Fall die Überschrift. Du meinst nicht 'Tempo'. Da erwartet heutzutage jeder action. Du sprichst aber doch eher vom Takt, vom Rhythmus, der für eine kurze Weile das Leben, daß Deine 'Ich-Person' da erlebt, bestimmt.
    Das mit Deiner Geschichte ist machbar. Sogar bis Freitag.
    Bonne chance
    magali