Beiträge von Gummibärchen

    Ach, natürlich sind nicht alle aus der Berufsgruppe doof, viele sind auch ganz schön toll.
    ich ärgere mich aber immer wieder darüber, mit welcher Selbstverständlichkeit manche Pflegekräfte bei uns sich Dinge raus nehmen, die man sich als Arbeitnehmer in einem Bereich ohne Fachkräftemangel nicht leisten kann.


    Die hatte ich jetzt in der Tat nicht auf dem Schirm und hätte da auch nicht drauf getippt.

    Ich tippe auf Ärzte

    Das war auch meine Überlegung...

    Würde das jetzt über Ärzte nicht generell sagen und vor allem im KH möchte ich kein Arzt sein (stelle es mir in einer Praxis immer noch etwas weniger stressig vor, keine Ahnung, ob das stimmt), aber es wäre die Berufsgruppe, die mir dann einfallen würde.


    Mit Bänkern und Politikern würde ich Johanna zwar recht geben, aber ich wüsste gerade nicht, warum Booklooker von denen aktuell genervt sein sollte, zumindest nicht persönlich.


    Wir warten gespannt...

    Ich freue mich, weil ich endlich wieder mit einer langjährigen Freundin, die ich sehr selten sehe, telefoniert habe. Eigentlich wollten wir skypen, aber leider ging technisch nur das Telefonat. Ich hoffe, dass wir zu Beginn nächsten Jahres etwas ausführlicher sprechen können und wir uns in dem Jahr vielleicht auch endlich wieder sehen.

    Da war etwas mit Voltaire und nur Du darfst das. Ich muss aber dazu sagen ich war beim ersten Eulentreffen sehr überfordert und hatte zwischenzeitlich Fluchtgedanken. Laut, voll und irgendwie anstrengend. Das zweite war dann kleiner und ich fühlte mich wohler. Und jetzt dass 3. wird hoffentlich für mich noch besser :-]


    Ich denke auch, dass es beim dritten Mal nochmal was anderes ist, Du kennst ja schon das Prozedere und mehr Leute. Und das jedem-auf-den-Schoß-hüpfende Bündel ist auch nicht da. Ich geh in der Zeit zum Gedächtnis-Workshop... :grin

    So ganz kennen wir uns glaube ich nicht, aber es gibt eine Person die immer allen auf den Schoß gesprungen ist, Runing Gag glaube ich, bist Du das? Ich war im Jahr vor Corona 2 mal da.

    Oh, dann hab ich Dich vielleicht doch schon kennengelernt? Ohje, mein Kopf...bitte entschuldige! :kiss

    Aber das liegt bestimmt nur daran, dass ich da immer von churchill irgendwie abgefüllt werde...



    Auf den Schoß springe ich keinem. :wow

    Hm...vielleicht Tom. Und vielleicht churchill. Und setze mich gerne ganz nah an Voltaire. (Edit: Und an Bodos Schoß mal früher, aber Bodo hat dann einen Ersatz gefunden. :grin )

    Hm, also vielleicht war ich das doch. :chen :chen

    Hahaha...jetzt weiß ich wieder, warum ich LR auf der einen Seite mag und auf der anderen eben nicht und leider ist der Grund irgendwie ein- und derselbe.
    Ich mag den Austausch. Ich mag es, unterschiedliche Meinungen und Blickwinkel zu lesen und ja, ich mag es auch, wenn der Autor dabei ist und seinen "Senf" dazu gibt. Aber ich bin einfach jemand, der dann zu jedem kleinsten Fitzelchen was schreiben möchte, der innere Monk schreit und schreit und das überfordert mich, zeitlich und inhaltlich und manchmal emotional. Es ist eine Krux...

    Ja, ich wollte das mal wieder loswerden. :lache


    Ich werde sicher später noch posten, "Helikoptereltern" finde ich trotz (oder gerade wegen?) Kinderlosigkeit spannend und ja, auch etwas, was Tom als nicht ganz erstgemeinten Spruch brachte, würde ich in der Tat nicht so ganz von der Hand weisen. Aber zu all dem später.


    Jetzt nur 2-3 Sachen...

    :gruebel Was ist lustig daran, wenn einer mit verstellter Stimme spricht?

    Das meinst Du ernst? Ja, vermutlich, sonst würdest Du es hier nicht ernsthaft fragen. Ich frage mich wiederum: Wie kann man das nicht lustig finden? :wow:gruebel


    Ich fände/finde sowas witzig, weil ich das tatsächlich als Talent (evtl. auch mit Übung verbunden) sehe. Weil ich es nicht kann - und wenn es jemand vor mir macht oder ich das mitbekomme, finde ich das erstaunlich. Gut, ich finde, manche Sachen sind witzig und man muss (sollte?) sich nicht mal fragen, warum es so ist. Einfach lachen und gut ist. Man muss ja nicht alles verstehen.

    Aber weil Du ernsthaft fragst, versuche ich das ernsthaft zu verstehen und auch für mich mal zu hinterfragen. Wie gesagt - ich finde das ungewöhnlich. Ich finde das vielleicht amüsant, dass eine Stimme, die zu dem Menschen A gehört auf einmal vom Menschen B kommt. Es passt nicht, es überrascht, ja, es amüsiert mich dann. Oft wird dann eben auch ein Satz im Rahmen der Imitation ausgesprochen, der irgendwie prägnant ist.

    Ich stelle mir gerade vor, wie ich meinem Partner unterstellen würde, mit irgendeiner Monika Sex gehabt zu haben. Ich bin zwar grundsätzlich kein Freund davon, ernsthafte Probleme direkt mit Witz versuchen zu lösen, weil ich mich dann nicht ernstgenommen fühle (erst ernstnehmen, dann auflockern bitte, so ticke ich), aber wenn dann dieser Partner mit einer Bill-Clinton-Stimme sagen würde "I did not have sexual relationship with that woman", würde ich vielleicht auch erstmal lachend zusammenbrechen. (schlechtes Beispiel, ich weiß...)


    Natürlich kann man eine Fähigkeit, Stimmen zu imitieren, missbrauchen und das fände ich nicht gut. Aber grundsätzlich finde ich es erstaunlich, bewundernswert und auch witzig, wenn Menschen sowas können. Ebenso mit Dialekten und so.


    Tom

    Ich glaube nicht, dass Du an Deinen Fähigkeiten zweifeln musst, wenn jemand etwas anders interpretiert, als Du es gemeint hast oder als es einfach im Buch beabsichtigt war. Aber ich denke, das weißt Du auch.

    Klar ist es schade/blöd/ärgerlich, vielleicht auch schockierend, wenn etwas ganz anders ankommt. Und ja, ab und zu kann es auch daran liegen, dass der Autor es unglücklich/schriftstellerisch mies oder wie auch immer dargestellt hat.

    Aber grundsätzlich finde ich es nicht verwunderlich, dass unterschiedliche Menschen bestimmte Stellen, Sätze, Beschreibungen anders interpretieren. Manchmal bezieht sich das "anders" nur auf Nuancen, manchmal auf größere Abweichungen. Ich denke, das hat auch viel mit der Person, die es liest, zu tun. Das typische Kommunikationsdilemma - der Empfänger hört/liest vielleicht etwas Anderes, als der Sender eigentlich senden wollte.

    Ich schrieb im ersten Abschnitt, dass ich evtl. viel mehr Emotionen sehe, wo keine oder nur weniger Emotionen sind. Mag sein, dass Du sie dort genauso platzieren wolltest. Kann aber auch sein, dass ich lese, was ich lesen möchte oder fühlen möchte.

    Ich finde es trotzdem gut, dass Du hier die LR begleitest und gewisse Sachen aus dem Buch erklärst. Kann zwar einem selbst (also Dir) vorkommen, als würdest Du Deinen eigenen Witz erklären müssen und dann ist er vielleicht nicht mehr lustig, aber so empfinde ich das bei einer LR nicht.



    Ach ja, was die Kindergartenszene angeht - hier freue ich mich z.B., dass Du darauf eingegangen bist, was sie bewirken sollte. Ich hab das schon so auch wahrgenommen, z.B. bei der Szene mit Adolf und wie Marie noch Clemens' Oberschenkel gedrückt hat. Das sind für mich die kleinen Andeutungen, wie sehr sie harmonieren. Aber in dieser Szene war mir das vielleicht insgesamt zu viel und auch wenn ich die Sezen nicht einzeln, sondern im Buch lese, wirken Marie und Clemens auf mich leider überheblich. Und Francoise und Meryem, die dann erzählen, wie sie von Eltern des ersten Kindergartens immer noch "gestalkt" werden, auch. Ich hätte die Szene nicht rausgenommen, aber evtl. hätte ich sie mir anders gewünscht, um die beiden nicht auf einmal leicht unsympathisch zu finden. Aber das ist eben meine eigene Wahrnehmung und Meinung.

    Ach, noch eine Sache, weil das hier zwei von euch (glaub, Tante Li und Rosenstolz oder Schubi, bin gerade zu faul zum Suchen...) angesprochen habe.

    Die "fehlende" Trauer nach Bollos Tod bzw. die fehlende Auseinandersetzung im Buch damit. Hm, da hab ich mir zum Beispiel überhaupt keine Gedanken gemacht. Dass die beiden das trifft, steht ja außer Frage. Und dass Tom so etwas beschreiben könnte, wenn er denn wollte, das bezweilfe ich auch nicht. Für mich ist das einfach völlig normal bei diesem Aufbau des Buches, dass man nicht auf alles detailliert eingeht. Ich ging auch davon aus, dass man evtl. im späteren Verlauf des Buches noch erfährt, wie die beiden damit umgegangen sind. Dass es direkt im Anschluss nicht behandelt wird, hab ich kein bisschen hinterfragt.


    Sehr interessant einfach, wie unterschiedlich Menschen beim Lesen ticken und reagieren. Das wird ja doch in solchen LR immer wieder klar und ist spannend.

    Mir kam Marie auch älter vor, so wie vielen hier, obwohl ich ja durch die hier erwähnte Stelle beim Spazieren das ungefähre Alter kannte. Genau wie Rosenstolz kann ich aber nicht genau sagen, woran es lag. Vielleicht fand ich sie und ihre Gedanken für etwas über 20 doch zu reif. Aber ich könnte jetzt auch nicht so genau sagen, wie ich mit knapp über 20 gedacht habe. :gruebel


    Was ich sehr mag, das wurde hier ja auch erwähnt, sind die Wortwitze, Wortspiele und "Feinheiten", die immer wieder aufauchen - bestimmt sogar viel öfter, als sie mir auffallen, weil ich auch vieles nicht kenne, auf das vielleicht angespielt wird. "Lost in Fuseta" war mir unbekannt, daher hätte ich das ohne euch gar nicht gemerkt. Einige Beispiele von später aber dann doch.

    Als Autor fände ich das fast schade, wenn ich so etwas einbaue und man es nicht merkt. Gut, irgendjemand merkt es immer. Und vielleicht ist es auch egal, wenn es keiner merkt, man weiß es selbst und lacht sich ins Fäustchen. So stelle ich mir das zumindest vor.


    Sehr interessant auch Formulierung von beowulf , dass der Autor uns mit Empathie für das Paar "pumpt". Ja, in der Tag ging es mir so, dass mir Marie und Clemens sehr schnell durchaus irgendwie ans Herz gewachsen sind.

    So, endlich den Thread hier in Ruhe nachgelesen und die Zeit zum Mit-Kommentieren bzw. "Nachkommentieren"


    Schon möglich! ;) Was mir dort an sexueller Offenheit zu viel war, ist mir hier zu wenig. Das höchste an Erregung sind bei Tom anscheinend feuerrote Ohrläppchen.

    :chen

    Danke dafür, da musste ich doch wirklich sehr lachen, als ich das las. Irgendwie amüsiert mich der Satz.


    Grundsätzlich haben Tante Li und ich offenbar komplett anderen Zugang zu dem Buch, also auf der "emotionalen" Ebene und auch was die Entwicklung der Beziehung der beiden angeht. Kann auch sein, dass ich einfach nur durch meine eigene emotionale Art etwas reininterpretiere, was Tom weder geschrieben noch gemeint hat und ich mehr zwischen den Zeilen sehe, als da ist, aber ich fand das genau "richtig", wie es geschrieben war. Ich war viel früher emotional drin und wunderte mich, als ich las, dass Tante Li erst auf Seite 78 emotional rein kam. Auch den Antrag fand ich alles andere als steif, ich bin beim Lesen von Maries "Ansprache" richtig dahingeschmolzen und glaube nicht, dass Clemens traurig war, dass sie ihm zuvorkam, sondern eher, dass er richtig gerührt war, dass sie überhaupt wusste, wievielter Freitag bei Paolo es war und von ihren Worten. Ich fand das alles richtig "herzerwärmend".

    Aber wie ich schrieb - evtl. liegt es einfach an mir und war auch vom Autor gar nicht so beabsichtigt. :grin


    Die Beschreibung der ersten Nacht mit etwas mehr Sexuellem oder einfach konkreter, das hätte ich mir nicht gewünscht und hätte es wohl auch nicht gebraucht. Ich wäre zwar sehr auf die Story über Sex unterm Weihnachtsbaum oder so gespannt, aber ich habe bisher wenig Bücher erwischt, in denen solche Szenen gut geschrieben sind. Ich zweifle auch daran, dass es überhaupt möglich ist, es so zu schreiben, dass es mir gefällt. Manches darf man gerne meiner Phantasie überlassen.

    Dass Marie z.B. über die Handstellung von Clemens auf der Decke nachdenkt, das finde ich eher so eine interessante Kleinigkeit. Oder die Freude, die sie spürt, wenn sie draußen an ihn denkt.

    So, auch der dritte Abschnitt steigert nur noch meine Begeisterung über das Buch. Weiterhin mag ich die Beschreibung der Figuren, den Aufbau, die Geschichte und bin sehr sehr gespannt, wohin sie sich entwickelt.

    Allerdings...keine Ahnung, vielleicht hab ich in meinem Leben nur die falschen Menschen getroffen, aber ich kann mir ernsthaft nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die solche Rituale so "gewissenhaft" pflegen wie die beiden mit den Freitag-Abenden. Oder die sagen "wenn wir zwei Monate keinen Sex hatten, ohne dass wir ernsthaft krank waren, trennen wir uns". Ich finde beides zwar sehr interessant, das erste erstrebenswert, das zweite zumindest sehr spannend, aber ich kenne solche Menschen nicht, glaube ich. :gruebel


    Wie auch immer...die "perfekte" Beziehung bekommt ein bisschen ihre Risse, Clemens vergisst bei der Zusage zur Lesereise komplett die Freitage. Und dann die Sache mit "zwei Monate kein Sex" und beide wissen noch von dieser "Vereinbarung". Gleichzeitig macht Paolo zu. Es ist ein bisschen, als würde alles auf einmal zusammenbrechen. Und dann sind da die Gefühle, wie so ein "kompletter" Neuanfang wäre, also z.B. wenn Marie über Sex zu Beginn einer Partnerschaft bzw. sexueller Annäherung nachdenkt.


    Ich bin am Ende des dritten Abschnitts und ich kann noch nicht so glauben, dass sie dieses "dann trennen wir uns jetzt" durchziehen, aber wenn ich die Kurzbeschreibung richtig verstanden habe, tun sie das. Ich werde dann heute bestimmt noch weiterlesen, aber vermutlich noch in den Abschnitten 1-3 auch noch kommentieren.

    So, der zweite Abschnitt...


    Die Freitag-Mädchen kommen in den Kindergarten, die Risse zumindest in Beziehungen anderer Menschen werden sichtbar (hier meine ich die Affäre von Meryem), Marie "beichtet" endlich, dass sie keine Pancakes mag (kann man wirklich 10 Jahre lang fast jede Woche etwas essen, was man nicht mag, ohne es einfach zu sagen? :wow), Clemens ist anscheinend immer noch treu trotz Natalies/Svenjas Avancen und ein Auftritt geht in die Hose, weil Clemens mit der deutschen Synchronstimme von Eddie Murphy spricht. Letzteres lässt mich wieder etwas schmunzeln, denn ich glaube, hier wollte auch unser Tom seine Verärgerung über die Entwicklung bzgl. der "political correctness" rauslassen. :chen


    Weiterhin gefällt mir das Buch sehr gut - ich mag die Figuren, ich mag die Art und Weise, wie sie beschrieben werden, wie die Geschichte aufgebaut ist und wie sie erzählt wird. Ich mag diese kleinen Andeutungen, die sich in die perfekte Welt langsam, aber doch sicher drängen - der Wimpernschlag einer Sekunde, an dem Clemens etwas, was er früher gerne gemacht hat, auf einmal als Verpflichtung erlebt. Marie, die auf der Fahrt von dem "gestörten" Auftritt genervt ist. Hier wird klar, dass längst nicht (mehr) alles so perfekt ist bzw. langsam, ganz langsam und fast unbemerkt sozusagen zu bröckeln beginnt.


    Eine Sache hat mir nicht so gefallen bzw. mir Clemens und Marie etwas unsympathisch und fast arrogant erscheinen lassen, nämlich das Kapitel mit dem Kindergarten. Ich hatte beim Lesen den Eindruck, als wären bis auf Clemens & Marie und Francoise & Meryem all die anderen Eltern (bzw. hier ja nur Mütter, weil Vater nicht anwesend) total anstrengende Gestalten, wohingegen die vier ach so normal und entspannt sind.

    Ich habe keine Kinder, bekomme auf unterschiedliche Weise aber mit, wie anstrengend manche Eltern sein können (sowohl bei Kita- als auch bei Schulkindern) und glaube durchaus, dass es Eltern gibt, die z.B. auf toxische Wirkung eines Raumes glauben, wenn der Name "Hitler" dort genannt wurde (meine Meinung dazu -> :rolleyes ), aber in diesem Kapitel kommen die beiden bzw. die vier für mich etwas zu überheblich rüber, was ich eigentlich schade finde (oder soll das "Hochmut kommt vor dem Fall" sein?)

    So, ich bin durch Urlaub und verspätete Lieferung leider erst vor Kurzem eingestiegen, bin aber auch schon am Ende des dritten Abschnitts.

    Konnte mich von dem Buch nicht so wirklich losreißen, um hier viel zu posten (zumal wohl eh schon die meisten oder gar alle fertig sind :grin ), aber jetzt poste ich zumindest ein bisschen was, lese eure Kommentare nach und werde sicher auch auf das eine oder andere eingehen. Wobei ich gar nicht so viel Lust habe, all das zu schreiben, was mir beim Lesen durch den Kopf geht und eigentlich gerne gleich weiterlesen würde (ich werde mir das Buch aber noch gut portionieren...).


    Mir hat der erste Abschnitt sehr gut gefallen und ich habe mich sehr schnell mit dem Buch angefreundet. Zwar finde ich diese "Verbindung von Anfang an" (so nenne ich das jetzt mal) fast schon ein bisschen disneyhaft und genauso ging es mir bei dem Heiratsantrag.* Aber zum einen ist das Ganze überhaupt nicht kitschig geschrieben, was für mich schon eine absolute Kunst des Schreibens ist. Zum anderen stammt es aus Toms Feder und auch wenn ich Tom nur von ein paar Eulentreffen kenne, würde ich ihn bei einer Skala Kitsch vs. Realismus im besten Falle mittig, eigentlich eher etwas Richtung Realismus einordnen (was aber durchaus eine Fehleinschätzung sein kann) und selbst eine in meinen Augen etwas kitschige Idee wird für mich realer, wenn sie von Tom geschrieben wurde.

    Ich weiß nicht, ob man nachvollziehen kann, was ich meine. Ich hoffe es.

    Außerdem kommt dazu, dass in dem ganzen Geschehen auch andere Sachen passieren, die nicht immer kitschig und fröhlich sind - zum Beispiel eben der Verlust von Bollo oder die durchaus realistisch dargestellte Familie Krause.


    Insgesamt finde ich das Buch sehr gut "gestaltet" - damit meine ich diesen Zeitstrahl mit den Freitagen, der auch den Lesern etwas zeitliche Orientierung bietet, wobei sich im Text auch genügend "Hinweise" oder Angaben finden. Aber es gefällt mir zu sehen, wieviele Freitage vergangen sind. Mein innerer Monk würde gerne kontrollieren und zählen, aber ich weiß eh nicht, wieviele ausgefallen sind und so, ich lasse es. Es gefällt mir auch, dass es eben oft auch längere zeitliche Abstände zwischen den Kapiteln sind und man so die Entwicklung im Zeitraffer verfolgen kann.


    Bitte entschuldige den Vergleich, lieber Tom, ich weiß nicht, woher diese Idee kam und sie ist in Büchern sicher nicht ganz neu, aber mich erinnert das ein wenig an eines meiner absoluten Lieblingsbücher "Zwei an einem Tag". Es gibt da natürlich sehr viele Unterschiede zwischen den Büchern und den Geschichten in den Büchern, aber das was einfach meine Assoziation.


    Marie und Clemens finde ich sehr sympathisch und dieses Ritual mit den Freitagen - hach, das finde ich so schön. Gibt es wirklich Paare, die solche Rituale pflegen? Oder findet man das nur in Büchern und Filmen? Ich kenne selbst kein einziges solches Paar und auch in meinem Leben wäre das aktuell nur ein Traum.


    Wie auch immer...ein vielversprechender erster Abschnitt.


    *Bei dem Kapitel mit dem Antrag habe ich übrigens warum auch immer den Titel nicht gelesen und auch wenn ich ahnte, worauf es hinauslief, war ich nicht ganz so sicher, es hätte auch nur eine "einfache Liebeserklärung" sein können. Ich war im Nachhinein ganz froh, dass ich den Titel übersehen habe. :grin

    Ich konnte heute endlich anfangen zu lesen, nachdem das Buch gestern Abend während meiner Abwesenheit hier eingetrudelt ist.

    Ich werde aber erst später hier nachlesen und mehr schreiben, da ich bald weiterlesen möchte.

    Ich bin bisher mehr als begeistert. Ich mag Marie und Clemens jetzt schon sehr, mir gefällt die Art und Weise, in der das Buch geschrieben ist (sowohl stilistisch als auch vom Aufbau, ich meine damit diese "Zeitschiene") und ich schmelze dahin, weil es zum einen so extrem romantisch ist (eine so starke Verbindung zueinander direkt beim ersten Treffen, ein sozusagen "gegenseitiger" Heiratsantrag), auf der anderen Seite aber so geschrieben ist, dass es keineswegs kitschig und realistisch erscheint.

    Und ich glaube, ich hätte diese "Zuneigung auf den ersten Blick" und diesen gleichzeitigen Heiratsantrag eindeutig unter "kitschig" verbucht, wenn das nicht ein Buch von Tom wäre.


    Ich freue mich sehr aufs Weiterlesen.


    (Klugscheißen am Rande, weil der Autor evtl. ähnlich pedantisch sein könnte wie Clemens - beim Umzug in die gemeinsame Wohnung steht jemand in der "Halteverbotszone". In der Straßenverkehrsordnung heißt das "Haltverbot" und nicht "Halteverbot". :chen )