Beiträge von Gummibärchen

    Perfidität? Oder absurd, bodenlos niederträchtig?

    Nicht belehrend gemeint, ich versuche gerade für manches, das man kaum beschreiben kann, passende Worte zu finden.

    Das Vorgehen mit den Bäumen, wie auch das Paradox mit dem Uhrverbot / bestimmte Zeiten zwingend einhalten müssen, bewegen sich für mich am Rand oder bereits im nicht mehr Beschreibbaren.

    Finde das Lesen bereits schwer zu ertragen.

    "Perfide" trifft es vielleicht ganz gut, Danke. Niederträchtig evtl auch.


    Findus

    Hochinteressant? Ich weiß nicht, wie Du das genau meinst, aber freut mich dennoch zu lesen. :)

    "Unverhältnismäßig" ist mir, ähnlich wie absurd, immer noch zu wenig. Das impliziert ja ein bisschen, dass es da auch eine Verhältnismäßigkeit geben müsste. Und da kann ich mir in diesem Falle (die Verfolgung der Juden in der NS-Zeit) nicht so gut vorstellen. :gruebel


    Vielleicht ist es einfach so unvorstellbar, dass es eben schwer ist, ein passendes Wort dafür zu finden.

    Danke für Deine Rezi. Ich habe ja zwei der drei (?) Will-und-Layken-Bücher gelesen und diese sehr gemocht. Danach erstmal nichts von der Autorin, weil ich der beiden Figuren nicht überdrüssig werden wollte. Dieses Buch klingt auf den ersten Blick ansprechend, aber was Du schreibst, ist dann doch nicht so meins. Weder das Paranormale noch wirklich "an den Haaren herbeigezogene" Darstellung von psychisch Kranken. Schade. Aber da hat mir Deine Rezi dann schon mal weiter geholfen. :-]

    Interessant, ich fand schon Teil 2 nicht mehr so toll und habe mir Teil 3 geschenkt (natürlich im Sinne von "nicht mehr gelesen", nicht im Sinne von "zu Weihnachten selbst geschenkt" :lache ).


    Heute habe ich in der Buchhandlung das Übungsbuch zu den Büchern gesehen. Ich hab nur ganz kurz reingeguckt, kann eigentlich nichts dazu sagen, aber vielleicht interessiert es ja jemanden hier.


    ASIN/ISBN: 3453425634

    Danke für den Tipp, das Buch habe ich mir mal notiert.:)

    Gerne. Kann mich nicht mehr so ganz genau erinnern, wie ich es fand, aber es ist von Zimbardo, kann ich nicht so schlecht gefunden haben. :grin


    Tante Li

    Ja, das mit dem Gerücht habe ich auch so wahrgenommen, also, dass es viele Gerüchte gibt, also diverse Versionen. Das steht ja dann weiter auf der Seite 245 oder später auch nochmal da, was Kowalski da vermutlich überlegt und so. Trotzdem denke ich irgendwie, dass es zwar sein kann, dass er "richtig denkt" und es nur Gerüchte sind und dann erfährt er, wie Du sagst, dass kein Gerücht wahr ist. Hab mich da mit den "besseren Infos" etwas unglücklich ausgedrückt, so stimmt das nicht. Was ich aber denke - Kowalski hat auch andere Sachen gehört, die ja ein Gerücht (weil aufgehübschte Version der eigentlichen Lüge) sein können. Aber es hätte ja auch sein können, dass es eben keine aufgehübschte Version der Lüge ist, sondern dass das, was der Abraham erzählt im Gegensatz zu Jakobs Version wirklich die Wahrheit sein könnte. Die Wahrscheinlichkeit, dass dem so sein könnte, ist für Kowalski gering, es ist verständlich, dass er verzweifelt.

    Aber ich hätte mir fast gewünscht, er hätte dann hoffen können, dass Jakob zwar gelogen hat, aber Abraham vielleicht doch eine andere Quelle hat und er hier nochmal nachhakt (es könnte ja auch ein weiteres Radio oder andere Quellen geben). Auch wenn diese Wahrscheinlichkeit gering ist - umbringen kann er sich dann, wenn er erfährt, die andere Quelle ist auch eine Lüge bzw Jakobs ausgedachtes Radio, ja sozusagen immer noch.


    Vereinfacht dargestellt - Kowalski könnte ja denken: "Okay, Jakob hat gelogen, es gibt kein Radio. Keine Ahnung, wo die Russen sind. Aber vielleicht ist das von Abraham ja doch nicht von Jakobs Geschichte weitergesponnen, ich frag nochmal nach." (oder statt nachfragen, "ich hoffe einfach, die Abraham-Geschichte ist wahr und stammt nicht auch eigentlich von Jakobs Geschichte.")


    Mir ist schon klar, dass es sehr blauäugig ist, es so zu sehen. Viele Wahrscheinlichkeiten, viele Eventualitäten und dass die Erklärung, die sich Kowalski gibt und die auch Du gibst, wohl eher zutreffen wird, das ahnt Kowalski ja auch. Trotzdem - es ist genau das, was mich so traurig macht und die ganze Aussichtslosigkeit nochmal veranschaulicht. Dass Kowalski jede Hoffnung abhanden kommt. Dass er nicht mal in der Lage ist zu hoffen, Abraham könnte wahren Stand wiedergeben. Dass er nicht mehr bereit ist, einfach nur aufgrund einer Hoffnung, die sich vermutlich nicht erfüllen wird zu leben. Manchmal ist Hoffnung das Letzte, was einem bleibt. Und er hat sie nicht mehr bzw. merkt, wie schrecklich es ist, wenn man Hoffnungen hat, die immer wieder zerstört werden.


    Ich hoffe, ich konnte etwas genauer erklären, wie ich das meine. :gruebel:)

    Woher sollte denn Kowalski andere Informationen haben? Wie kommst Du zu der Idee?


    Kowalski kam ja zu Jakob und wollte wegen des Radios sprechen (als ihm Jakob dann quasi sagte, er hat gar kein Radio), weil jemand andere Informationen als Jakob verbreitet hat. Auf S. 244/245 heißt es erst, die Rote Armee sei kurz vor Pry und ich denke, das waren die Infos von Jakob. Auf Seite 24 oben heißt es dann, ein Abraham sagt, die Russen seien durch Pry schon hindurch, was ja Kowalski nicht glaubt, weil Jakob was anderes erzählt hat. Logisch für mich erstmal, dass er Jakob mehr glaubt als den Dingen, die dieser Abraham erzählt. Mag sein, dass ich irgendwo was übersehen habe, aber Kowalski hat Jakob auf das hier nicht angesprochen. Und wenn er verstanden hat, dass Jakob kein Radio hat (wovon ich ausgehe, sonst hätte er sich doch nicht umgebracht vor lauter Verzweiflung, dass seine News nur ausgedacht sind), wäre es sinnvoll gewesen, den Infos von diesem Abraham nachzugehen. Vielleicht stimmen sie ja.


    Gut, vielleicht hat er dann, als klar war, Jakob hat kein Radio, gedacht, bei dem Abraham und seinem "Informanten" wird das ähnlich sein, ausgedachte Gerüchte zwecks anhaltender Hoffnung, alles nicht wahr, alles hoffnungslos, alles zum Wegwerfen und hat sich dann umgebracht. Vermutlich wollte er nicht mehr nur für die Hoffnung leben.



    Übrigens, ich danke euch für die zahlreichen Rückmeldungen zu meiner "gewagten These" und dem Thema allgemein. Darauf würde ich gerne die Tage nochmal eingehen, ich finde das einfach aus sehr vielen (auch aktuellen) Gründen spannend.

    Irgendwie möchte ich mir doch den Glauben an das Gute im Menschen bewahren, aber wenn ich mir zu intensiv klar mache, zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sind, kommen mir doch ziemliche Zweifel daran. :(

    Und ich frage mich auch, zu was ich wohl selber fähig wäre. Das sind so düstere Gedanken, denen ich mich nicht so oft stellen möchte.

    Ja, dass Du nicht mehr über solche oder ähnliche Dinge lesen willst, um Dir den Glauben an das Gute im Menschen zu bewahren, das kann ich verstehen. Ich bin da etwas zwiegespalten - ich denke, wir unterschätzen oft, wozu Menschen in Ausnahmesituationen möglich sind (sowohl positiv als auch negativ) und ich denke, sehr viele von uns sind/wären unter bestimmten Umständen auch zu Grausamkeiten fähig, aber ich bin optimistisch, dass es nur selten zu solchen Umständen kommt. Natürlich gehört dazu, dass man viel nachdenkt und reflektiert, um gewisses Unglück schon früher zu verhindern, denn irgendwann geht es vielleicht nicht mehr.


    Der Nationalsozialismus ist ein sehr düsteres Kapitel der Geschichte und ich würde nie ausschließen, dass es sich woanders nicht nochmal ähnlich (unter etwas anderen Umständen) wiederholen kann, aber auf der anderen Seite denke ich, dass auch sehr sehr viele Faktoren zusammengekommen sind, die so schnell nicht einfach so zusammenkommen.


    Zum Thema, wozu wir so fähig sind, habe ich vor Jahren das Buch "Der Luzifer-Effekt" von Philip Zimbardo gelesen (unter Psychologen ist er sehr bekannt, der eine oder andere Laie hat den Namen sicher auch schon gehört - er war einer der Versuchsleitern dieses abgebrochenen Wärter-Insasse-Experiments, welches auch verfilmt wurde), fand ich sehr spannend.


    ASIN/ISBN: 3662533251

    hatten wir das schon mal ?:rofl

    Wäre ein Ansporn, dann kann ich vom physischen in den digitalen SUB wechseln, auf dem Reader sind etwa 200 ungelesene Bücher


    Das weiß ich nicht, bin hier nur sporadisch, mein SUB ist zweistellig und der soll dann auch Richtung einstellig gehen. :chen


    Ja, dann mal los, weiter so! :grin

    Ich habe mich jetzt stundenlang in meinen Bücherregalen vergraben, weil mich das Baummotiv nicht losgelassen und in mir eine Erinnerung geweckt hat.

    Bäume begleiten mich mein ganzes Leben. Mir lieb gewonnene Bäume besuche ich immer wieder. Auch liebe ich das Symbol "Baum" in der Literatur sehr, angefangen von Psalm 1 bis hin zu den verschiedensten Gedichten. An der Uni habe ich mal ein Proseminar zu Gedichten über Bäume belegt.

    In meinen Unterlagen habe ich dann das Gesuchte gefunden. In dem Gedicht "An die Nachgeborenen" von Bertold Brecht greift die Stimmung auf, die ich beim Lesen empfunden habe und so schwer beschreiben kann. Ich weiß nicht, ob man das hier verlinken darf, ihr findet es aber ganz leicht im Netz.


    Ich finde diese ersten beiden Seiten des Romans sehr bemerkenswert. In seinem Nachdenken über "den Baum" spricht der Erzähler den Leser direkt an. Er durchlöchert ihn quasi mit Fragen. Zugleich erfährt man einen kurzen Abriss über wichtige Stationen seines Leben, angefangen von einem Sturz von einem Apfelbaum, der ihn eine Karriere als Geiger Kostete. Dann über seine erste Liebe, mit der der Erzähler unter einer Buche gelegen hat. Schließlich erfährt der Leser, das seine Frau Chana unter einem Baum erschossen wurde. Diese Steigerung ist grandios gemacht und quasi wie nebenbei erzählt.


    Da schließe ich mich Clare an, dass Du das nochmal neu beleuchtest. Ich könnte mir auch gut vorstellen, Jurek Becker vielleicht auch dieses Gedicht im Kopf hatte, als er die Zeilen schrieb (ich habe jetzt mal lieber nachgeguckt, aber Beckers Buch erschien ja 1969, das Gedicht von Brecht wurde 1939 veröffentlicht, also ist das zeitlich ja möglich). Ich denke, es ist schon einfach auch etwas, was nochmal deutlicht macht, wieviel den Juden verboten wurde und wie knallhart und auch unglaublich übertrieben hier agiert wurde seitens der Deutschen ("übertrieben" ist kein angemessenes Wort, aber ich denke, ihr wisst, was ich meine und mir fällt aktuell nichts Besseres dazu ein).


    Ich meine, wie hirnrissig ist das, Bäume zu verbieten? Bäume! Und wie Clare ja richtig anmerkt, müssten evlt. ja einige vorher extra gefällt werden. Dieser Aufwand, der da betrieben wurde, zeigt doch nochmal einen anderen Aspekt, was die Absurdität des Ganzen angeht. Wobei natürlich "absurd" auch sehr beschönigend klingt.


    Oh, ich hab ja gar nicht drauf geachtet, dass es da zwei Verfilmungen gibt (oder evtl. mehr). Ich habe bei der Bücherei die ältere DVD vorbestellt (allerdings teste ich etwas und weiß nicht, ob ich sie heute bekomme oder doch erst nächste Woche, mal sehen), habe aber den Film mit Robin Williams bei Prime auf die Watchlist mal gesetzt.


    Ach, aber ich wollte noch was lesen über Jurek Becker selbst, dann dieses eine Interview über ihn und noch was. Mal gucken, mach ich die Tage.


    In dem Tempo bist Du doch diesen Monat durch. :lache

    Regenfisch

    Ich beneide Dich in dieser Zeit nicht und ich glaube, alle verstehen hier, wenn jemand Stress im Job oder sonstwie hat. In der aktuellen Situation in Deinem Job ist das ja mehr als verständlich. Ich drücke Dir die Daumen, dass Du bei dem ganzen Stress noch etwas Zeit für Dich findest und evtl. auch bald wieder mehr als eine Seite in Ruhe lesen kannst.


    Ich kam in den letzten Tagen kaum zu posten, werde aber jeden Beitrag noch durchlesen und sicherlich das eine oder andere schreiben, hoffentlich spätestens bis Donnerstag.


    Übrigens habe ich mir in der Stadtbücherei die DVD vormerken lassen, die kann ich vermutlich am Mittwoch im Bücherbus (das teste ich jetzt) abholen. :-]

    Ich habe mich bei E3 (Ein Buch, in dem im letzten Moment ein Unglück abgewendet wird) für das Buch von Jurek Becker "Jakob, der Lügner" entschlossen, welches ich hier im Rahmen der LR gelesen habe.



    Das Buch ist eines mit einem ernsten Thema, aber doch auch mit einigen schönen, herzerwärmenden Momenten/Passagen und ich freue mich, dass ich es im Rahmen der LR lesen konnte.


    ASIN/ISBN: 3518372742


    "Erst gut, dann doof und dann okay und dann wieder gut" klingt witzig. Ich fand das Buch ganz angenehm und doch, auch als Vielleserin war ich etwas überrascht, aber ich denke, im Buch war das durch einige Dinge weniger offensichtlich als in der Serie (wobei da sicherlich auch einige was geahnt haben).



    Bei kein Highlight, aber auch keine Zeitverschwendung würde ich das so ähnlich sehen. Aber ich glaube, hätte nur die Serie geguckt, hätte ich vielleicht nicht zu Ende geguckt, mir gingen die Darsteller schon teilweise auf den Geist. Das Buch hab ich dagegen ganz gerne gelesen.


    Danke für Deine Rückmeldung, war ja doch neugierig. :)


    Mit Deinem Spoiler gebe ich Dir vollkommen recht.


    Den Wal hab ich mir zu Weihnachten schenken lassen, da bin ich schon sehr gespannt. Deine Rezi werde ich mich nachher (also nachdem ich das Buch gelesen habe) ansehen. :)


    Deine Nr. 12 habe ich gestern aus meinem Regal gefischt und überlege, ob ich es demnächst nochmal lese. :-]

    Ich habe dieses Buch recht spontan vor einiger Zeit aus der Bibliothek mitgenommen und gestern abend mal begonnen. Werde gleich weiterlesen, bin aber nicht sicher, ob mir der Stil gefällt. Natürlich erinnert die Story ein wenig an die Serie "Squid Game", aber das macht erstmal nichts. Mal sehen, ob es mich zumindest ein wenig packt, hohe Ansprüche habe ich aktuell nicht, nur etwas Ablenkung.


    Ulf Torreck - Escape Zone


    Buchrücken:

    Ein altes idyllisches Gut auf dem Lande. Ein Game, das live ins Internet übertragen wird. Willkommen in der Escape-Zone! Acht Kandidaten stellen sich dem Labyrinth und seinen brutalen Fallen. Wer sie zuerst bewältigt, gewinnt 300 000 Euro. Hunderttausende Zuschauer verfolgen das Spiel. Die junge Martha und ihre Mitspieler kann die Escape-Zone nicht schrecken. Aber dann wird aus dem Spiel gnadenloser Ernst. Die Kandidaten werden ermordet … einer nach dem anderen … denn die wahre Gefahr der Escape-Zone lauert dort, wo du sie nie erwartet hättest!

    ASIN/ISBN: 3492317510

    Ach ja...ich weiß ja, dass die meisten hier "andersrum" lesen (also das Buch nicht nach der Kategorie aussuchen), aber falls jemand ein schönes Buch sucht, in dem ein See oder ein Fluss eine Rolle spielt, kann ich das Buch "All die verdammt perfekten Tage" empfehlen. Es gab hier dazu vor einer gefühlten Ewigkeit wohl auch eine Leserunde. Vielleicht lese ich das Buch als Re-Read, keine Ahnung.


    ASIN/ISBN: 3734104653

    Am Anfang ist das ja immer leicht, schwer wird’s erst, wenn nur noch wenige Kategorien offen sind.


    Naja, ich lese ja nicht so viel und schnell, ich werde bald mal mein zweites Buch eintragen. Und Du kommst hier mit 4 oder 5 in einem Beitrag, darum meinte ich "zugeschlagen". Weiter so! :grin