Beiträge von Bodo

    Also mein absolutes Lieblingsbuch – unabhängig von Deiner Liste, aber vielleicht doch passend – ist „Der Graf von Monte Christo! Ich habe bisher keinen Roman gefunden der so perfekt durchkomponiert war wie dieses Meisterwerk von Alexandre Dumas.


    Sehr nah dran ist allerdings, was die perfektion angeht, Garth Hallberg mit „City on fire“, ein großartiges Epos aus dem New York der 70er Jahre. Ein Buch, sich darin zu verlieren,darin zu versinken!


    Was die Krimis angeht muß ich Dir recht geben, daher hier doch noch einige Bücher, die mich mehr als überzeugt haben:


    Harry Dolan: Böse Dinge geschehen (Verzwickt, verwinkelt und ein tolles Lesevergnügen)


    David Gray: Kanakenblues und Sarajevo Disco (Zwei Hardboiled-Krimis, in Hamburg angesiedelt, geschrieben von einem würdigen Nachfahren Dashiell Hammets und Kollegen)

    Da hatte ich die DVD-Drehsäule im Supermarkt schon fast rehabilitiert......


    und dann sowas!


    Das bedeutet Krieg! Die totale Vernichtung der Drehsäule!


    Morgen gehe ich hin und stelle da einen richtig guten Film rein! Nimm das!


    „Die Mumie“ mit Tom Cruise für nen Zehner – was soll da schon schiefgehen? Ich hätte von dem Geld lieber Schokolade kaufen sollen!


    Tommy buddelt versehentlich die 3000 Jahre alte Tussi aus, die darob hinter ihm her ist um ein damals begonnenes Ritual zu beenden.


    Dabei macht sie allerhand kaputt, und Tom läuft mit einer Blondine an der Hand vor ihr weg.....



    Das ganze sieht aus wie „Mission Impossible“ mit untoter Ägypterin: „Mummy Impossible“ sozusagen. Dabei wird hier schamlos aus den „Mummy Jones“ Filmen von Stephen Sommers geklaut – diese sind zwar auch keine cineastischen Meisterwerke, machen aber zumindest Spaß. Dieser Film ist trotz all der Action und dem ganzen Krams wirklich stinklangweilig!




    Gut, Russel Crowe ist wirklich gut, aber das ist er immer, und so sehenswert seine Szenen auch sind, sie retten den Film nicht.


    Ja, ihr habt ja recht! Selbst schuld! Wer kauft schon seine Filme im Supermarkt......

    Sich negativ über ein Kunstwerk äußern und dessen Tilgung verlangen sind zwei vollkommen verschiedene Dinge! Mal abgesehen von der in diesem Beispiel vollkommen absurden Annahme der „Bewunderer“ hätte irgendwelche sexuellen Hintergedanken beim Bewundern – eine Interpretation, die ich persönlich äußerst fragwürdig finde und die in meinen Augen mehr über die Betrachter aussagt als das Gedicht über irgendeinen Typen, der rumsteht und bewundert – ist das tilgen dieses Gedichtes in meinen Augen eine gesellschaftliche Zensur. Das Gedicht verschwindet einfach, eine Auseinandersetzung kann also nicht mehr stattfinden.


    Natürlich lebt die Kunst auch von den Diskussion über sie, von unterschiedlichen Sichtweisen, von Meinungen, vom Austausch.


    Unter anderem deswegen sind wir doch hier!


    Natürlich darf ein jeder seinen Meinung kundtun, so absurd sie in meinen Augen in diesem Fall auch sein mag, niemand sollte ungehört bleiben, niemand darf ungehört bleiben, das regelt bei uns zum Glück sogar das Gesetzt.


    Was ich für allerdings äusserst gefährlich halte ist das „Säubern“ der Kunst von allem, was irgendeinem Wirrkopf gegen den Strich geht, denn dann hört Kunst auf zu existieren!


    Was ist mit Hamlets Umgang mit Ophelia? Die darob Selbstmord begeht..... Wollen wir das tilgen?

    Walfang, da sind wir uns einig, ist blöd. Was ist also mit Moby Dick? Wech damit, oder ändern wir die Namen alle in japanische Namen um?


    Es geht hier nicht um einen Austausch von Meinungen, es geht mir persönlich um eine Säuberungsaktion in der Kunst, von Pippi Langstrumpf bis hin zu dieser Hauswand in Berlin.


    Wenn etwas entfernt ist, wenn es weg ist, erübrigt sich der Meinungsaustausch.


    Dann ist es weg!

    Dann wird nicht mehr darüber gesprochen!

    ES EXISTIERT NICHT MEHR!



    Undn das darf nicht wieder passieren!

    Wenn wir den Begriff „Zensur“ ein wenig weiter fassen, dann haben wir bereits eine solche, nicht von staatlicher, sondern gesellschaftlicher Seite. Und das halte ich für beinahe gefährlicher, da sie somit in der Gesellschaft – wenn auch nur in Teilen – bereits existiert und akzeptiert wird.


    Und ich halte das, was in einigen Jugendbüchern passiert ist durchaus für das selbe Thema, denn es kommt aus der selben Ecke. Es sind die selben bizarren Gedankengänge, die hier für eine Zensur in der Kunst sorgen, die doch in unseren Gesetzten und in unserer Gesellschaft einen besonderen Schutz genießen sollte.


    Allein der Gedankengang dem Bewunderer irgendwelche sexuellen Ideen unterzujubeln ist für mich vollkommen absurd!

    Ich bewundere Meryl Streep – was doch aber keinesfalls bedeutet das ich......


    Und vielleicht bewundert der Bewunderer ja die im Gedicht erwähnten Blumen...


    wobei... wo Blumen sind, da sind auch Bienen... und schon sind wir wieder beim Sex....!


    Aber Spaß beiseite! Ich halte diese Säuberungsströmungen für brandgefährlich, weil sie von Leuten ausgeht die offensichtlich nichts von Kunst halten, ihren Sinn nicht verstehen und nicht akzeptieren können, das einiges, was Kunst ist, jenseits ihres Verstandes liegt

    Vielleicht hat es der/die ein oder andere schon mitbekommen: Das Gedicht des schweitzer Lyrikers Eugen Gomringer wird nach einigen Beschwerden, die es als sexistisch empfinden, trotz internationaler Proteste übermalt!


    Die beanstandete Zeile lautet: „ Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer“.


    Da der Bewunderer offensichtlich männlich ist wird die Frau zum Sexobjekt degradiert.....


    (Meine Autokorrektur kennt das Wort „Sexobjekt nicht...... eieieieiei....)


    Wo zum Teufel leben wir eigentlich?


    Eine Fassade kann man leicht übermalen, ein Buch, in welchem ein solches Gedicht steht kann man, will man es nachhaltig von der Erdoberfläche tilgen, nur..... eben!


    Wäre das ein trauriger Einzelfall könnte man noch lächelnd sagen: „Alle dooof – ausser Ich!“, allerdings reiht sich diese Entscheidung in eine ganze Reihe von „Kunst-Korrekturen“ ein, die ich persönlich als mehr als besorgniserregend empfinde. Da wird in der klassischen Literatur - erstmal nur der Jugendliteratur, aber warten wir mal ab... - herumgepfuscht, um ja niemanden auf den Schlips zu treten, da wird einem „political correctness-Wahn“ das Wort geredet ohne Sinn und Verstand! Jedem noch so absurden Ansinnen irgendeiner Minderheit wird stattgegeben, und der „Freiheit des Wortes/der Kunst“ auf der ganzem Linie eine Absage erteilt. Nennt mich ruhig einen Fatalisten, aber der Zeitpunkt wo wieder einmal Bücher brennen scheint mir nicht mehr fern zu sein!

    Verfickte Scheiße nocheins – was ist passiert?


    Ist es nicht ebenso diskriminierend mir zu unterstellen das ich jedes Mal, wenn ich einer Frau ein Kompliment über ihr Aussehen mache eigentlich meine „ Ich will Dich ficken?“ (was nicht den Tatsachen entspricht – oft meine ich tatsächlich nur: Hey, Du siehst toll aus!“)


    Sollte nicht die Kunst in jedem Fall einen besonderen Schutz genießen, sollte nicht, gerade in der Kunst, diese Freiheit auch genutzt werden sollen?


    Mal abgesehen von der absurden Entscheidung um dieses Gedicht - sollte Kunst nicht auch den Schmutz, das Niedere in uns, thematisieren dürfen, ja sogar müssen?


    Warum machen Kosmetikunternehmen einen solchen Umsatz, wenn es den Frauen egal ist wie sie aussehen?


    Ich habe die - in meinen Augen durchaus notwendige – Debatte zum Thema Sexismus mit großem Interesse verfolgt, aber was hier geschieht hat mit Vernunft nun so garnix mehr zu tun, das ist eine Traumweltdiktatur, der wir uns niemals beugen dürfen!


    Kunst ist ein wesentlicher Teil unserer Kultur, doch heute darf sie nur noch sauber, politisch nicht anstößig und genderkonform sein!


    Wenn nicht, gehört sie vernichtet!!!

    Hidden Figures


    Der Film erzählt die wahre Geschichte – die für eine filmische Aufbereitung notwendigen Änderungen der Ereignisse sollten als gegeben hingenommen werden – über drei afroamerikanische Frauen, die maßgeblichen Anteil am Erfolg des amerikanischen Weltraumprogramms, hier die Erdumrundung von John Glenn, hatten.

    Gerade heute ist es wichtig eine Geschichte wie diese aus dem Schatten heraus ins Licht zu ziehen und vor allem den Rassismus darin zu entlarven und bloßzustellen.


    Leider versagt der Film hier auf ganzer Linie, so gut gemeint er auch sei mag. Er reduziert das Ganze auf eine typische amerikanische Underdog-Story, wie wir schon unzählige „Du kannst es schaffen wenn Du nur an Dich glaubst“- Geschichten sehen durften. Allerdings geht es in den anderen Filmen häufig um Sport – das ist hier anders!

    Dieser Film ist ein schöner, spannender und auch lustiger Familienfilm, der niemanden wirklich belasten oder gar aufrütteln will. Es gibt die für die Handlung notwendigen rassistischen Antagonisten – sehr sehenswert „Sheldon“ Parsons – und den „Big White Daddy“, der absolut gegen alle Arten von Diskriminierung ist!


    Hach, diese Szene, in welcher Kevin Costner das „Schwarzefrauenkloschild mit einer Brechstange entfernt! Ein echter Heldenmoment, und der Held ist weiß!)


    Hach, wie entlarvend jener Moment, wo eine der Frauen einen von weissen Männern besetzten Klassenraum betritt, und der einzige für sie freie Platz in der ersten Reihe ist.... nachdem einige Szenen früher ein für die 60er Jahre typischer Bus von innen gezeigt wurde....


    Der Kampf von Persönlichkeiten wie zB Dr, King kommen eher im Hintergrund vor, wen zB ein laufender Fernseher gezeigt wird. All die Hindernisse und all die Feindschaft welche diese Frauen erdulden mussten werden hier auf die dramaturgisch notwendigen Hindernisse auf dem Weg zum Erfolg, die ein solches Underdog-Movie braucht, reduziert und in meinen Augen somit abgewertet.


    Gerade heute ist es wichtig, eine wahre Geschichte wie die dieser außergewöhnlichen und mutigen Frauen zu erzählen, die für so viele als Beispiel dienen können!


    Man glaubte wohl auf diese Art mehr Menschen zu erreichen, doch diese Story – so wie sie her erzählt wurde – erreicht nachhaltig niemanden.


    Zu oft hat man dergleichen schon gesehen: Irgendein Looser beweist sich, und am Ende entschuldigt sich der Blödmann – und alle sind happy!


    Eigentlich wollte ich nur kurz sagen, das ich den Film gestern gesehen habe....... hatte mir mehr versprochen......

    Ich bin zwar mit diesem Film noch nicht fertig, möchte aber trotzdem schon mal ein Feedback hinterlassen und die Supermarkt-DVD-Drehsäule ein wenig rehabilitieren.

    Und gleichzeitig möchte ich aufzeigen das Spontanität auch mal was gutes sein kann, denn....


    ..ich hatte überhaupt keinen Grund diesen Film zu kaufen! Ich habe Warcraft nie gespielt, nie eines der Bücher gelesen oder sonst eine Beziehung zu der Materie entwickelt.

    Und ich mag diesen Film wirklich!


    Es ist ein eher einfaches Werk, fast möchte ich ihn naiv nennen. Die Orks verlassen ihre sterbende Welt und dringen in die Welt der Menschen ein. Diese finden das eher uncool und versuchen der Invasion Einhalt zu gebieten.


    Auch wenn die CGI-Effekte nicht das Niveau des Ringherren erreichen sind sie doch wirklich gut gemacht, und im Gegensatz zu den realistischen Bildern von Peter Jackson ist hier der ganze Film digital so bearbeitet, das die Grenze zwischen Animation und Realfilm verfremdet wird, was dem Ganzen eine eher märchenhafte Unwirklichkeit verleiht.

    Schon lange wollte ich wieder zu den Werken der Beat-Autoren zurückkehren, wurde aber durch von mir aus beruflichen Gründen für dringender zu lesen empfundene Lektüre davon abgehalten. Der in jeder Hinsicht herausragende Film „Kill your Darlings“ brachte mich endgültig zurück zu diesen innovativen Schriftstellern, und vor allem zu Jack Kerouac, dessen Briefe in einer zweibändigen Ausgabe bei Penguin erschienen sind (Der Originalverlag – nicht das deutsche Ripp-Off! )


    Wie schon bei der Briefsammlung von Hunter S. Thompson (Heyne) sind auch die „Kerouac-Letters“ ein unvergleichliches Lesevergnügen auf der einen, und eine Fundgrube von Einblicken und Erkenntnissen über den Autor und seine Werke auf der anderen Seite.

    Alien Covenant – aus einer DVD-Drehsäule im Supermarkt spontan den eher bescheidenen Einkäufen (Brot, Käse und Bratapfeltee....) hinzugefügt.


    Es war die selbe Drehsäule die bis zu meinem ebenso spontanen Zugriff das glorreiche-7-Desaster enthielt, und das hätte mir eine Warnung sein müssen.


    Ich bin noch vor den Ende eingeschlafen!


    Visuell wieder ziemlich knorke – wie bei RS nicht anders zu erwarten – ist die Story leider, wie von mir bewiesen (!) zum einschlafen.


    Eine Gruppe landet, nachdem ein Notsignal sie dorthin gelockt hat, auf einem Planeten, einige sterben dort, andere erst später nach ihrer Rückkehr auf das Raumschiff.... Chrrrrrrrr :sleeping:

    Ich habe dieses Buch tatsächlich aus den von Dir beschriebenen Gründen irgendwann abgebrochen. Weder der Schreibstil noch die Figurenzeichnung vermochte mich in irgendeiner Weise zumindest soweit zu überzeugen, das ich das Buch weiter- geschweige denn durchgelesen hätte.


    Immerhin ist das Cover recht hübsch.....

    Fest der Finsternis - Ulf Torreck


    ISBN: 3453677137


    So schreibt man einen historischen Roman! In seiner süffigen Wucht, seinem lustvollen Fabulieren und keine der Tiefen des menschlichen Tuns scheuenden Prosa schafft es der Autor aus Leipzig die Düsternis des Paris im Jahre1805 vor uns auszubreiten!

    Nichts bleibt - Willi Achten

    ISBN: 3865325688


    Mit einem Text dessen Qualität jedes Genre adeln würde führt Willi Achten die Genre-Einteilung ad absurdum und schenkt uns ein nachdenklich stimmendes Buch, welches uns noch lange beschäftigt.

    Nevernight: Die Prüfung - Jay Kristoff

    ISBN: 3596297575


    Dieses Buch war - genreübergreifend - das verdammt noch mal beste was ich in den letzten 10 Jahren in der hand halten durfte - voller zitierenswerter Sätze, jeder für sich ein literarisches Kleinod!

    Fluch der Karibik 5


    Hat mir besser gefallen als der 4. Teil, es ist ein Fehler drin, aber der stört eigentlich nicht.
    Alles wie immer, Jack macht was er will, Pläne gehen schief, Schiff weg, Liebe ist auch mit dabei. Ich fand ihn gelungen und bin auch für die Schlussszene im Kino sitzen geblieben, die scheint einen 6. Teil zu versprechen...

    Der letzte FdK-Film war auf jeden Fall um Längen besser als seine Vorgänger!


    Wobei Jack Sparrow im ersten Teil zwar etwas seltsam rüberkam, sich aber als durchaus kompetentes Schlitzohr erwies – was leider in den Folgefilmen vollkommen ignoriert wurde und er immer mehr in Richtung des Nachnamens des Hauptdarstellers tendierte.


    Immerhin gab es hier gute, flotte Unterhaltung, allerdings brauche ich nicht noch einen Teil. Der Drops ist gelutscht, jetzt ist mal gut.....

    Garth Risk Hallberg

    City on fire

    Fischer Verlag / 978-3-596-03158-0


    Jetzt am Jahresende läufts einfach - ein Highlight jagt das nächste, und alle jagen "City on fire", können es allerdings niemals einholen!

    Hallberg entwirft hier ein gewaltiges Epos, er bevölkert die von ihm geschaffene Stadt New York mit seine Figuren, und diesen zu folgen ist selten weniger als atemberaubend.

    Man braucht für dieses Buch allerdings Zeit und einen langen Atem. Ich selbst lese es nur am Wochenende, wenn ich tatsächlich Stunden zu verfügung habe, wenn ich die Stadt nicht unbedingt verlassen muß um, sagen wir, zu schlafen.... oder zu arbeiten oder solcherlei Ablenkung meine Zeit in der City on fire begrenzt.