Beiträge von Bodo

    Ich schreibe meine Beiträge auch „extern“ vor, und kopiere sie dann in das dafür vorgesehene Feld bei den Eulen, so auch meinen ersten Beitrag fürs neue Forum.


    Bei diesem waren alle Absätze nach dem posten genau so, wie ich sie vorher gesetzt hatte – oder habe ich hier irgend etwas technisches nicht verstanden?

    Wie schon das letzte Mal treffen wir und im Beckmanns, den Weinhaus, welches uns zu einer ähnlichen Gelegenheit schon einmal Obdach gewährte – und wieder ist es voll, und somit eng.

    So mancher könnte nun einwenden das es vernünftig wäre entweder die Anzahl der geladenen Gäste zu reduzieren oder aber die Anzahl der Gäste bei der Wahl des Raumes zu berücksichtigen.


    Nun, dieser jemand hat nie das vorzügliche Essen – geschweige den den dieses die Kehle herunterbegleitenden Wein – gekostet. Und außerdem: Die einen sagen eng, die anderen sagen kuschelig.

    Und so mag es sein, am Tisch zwischen zwei reizenden Kolleginnen sitzend.... ich habe keine Ahnung, ich saß am Kopfende des Tisches.....


    ...und versuchte gleichzeitig das wirklich ausgezeichnete Essen zu würdigen und das Gespräch weiterzuführen. Es gibt neben dem ästhetischen Aspekt einen weiteren Grund warum man nicht mit vollem Mund sprechen sollte: Man wird nicht mehr so gut verstanden.

    Man muß sich also für eines entscheiden, zumindest für eine kleine Weile – ich war nie dankbarer für die kleinen Portionen!


    Der Anlass dieser Zusammenkunft war wieder einmal ein Autor, und wieder einmal ist damit nicht einfach jemand gemeint der einen Haufen Bücher schreibt. Tatsächlich braucht man, um aus dem Werk Jan-Philipp Sendkers einen Haufen zu machen jeweils mehrere Exemplare seiner Werke.


    Nun kommt es in der Literatur gerade heute mehr auf die Qualität denn die Quantität der Bücher an, und das der Autor die Gelegenheit hat sein Buch wirklich fertig zu schreiben.


    Andererseits sind wir alle froh das er doch etwas schneller arbeitet als zB Donna Tart..... ich meine ja nur so.... wir wollen die gute Frau nicht hetzen.


    Aber zurüvk zum Abend....


    Sendkers Thema ist Asien. Er entdeckte den Kontinent als Korrespondent des Stern, und dieser ließ ihn nie wieder los. Er erkundete Gegenden, die vor ihm kaum von anderen als den Einheimischen betreten worden waren und erlebte viele Stätten in Asien, bevor diese touristisch erschlossen wurden und traf somit auf Länder sozusagen in dem Zustand, in dem sie ursprünglich gemeint waren, bevor die Klischees, die heute fast jede Gegend in der Welt definieren, sich über diesen ausbreiten konnten.


    Wir hören zwei Fabeln von vielen aus dem neuen Buch, gesammelt und aufgeschrieben von ihm und seinem Sohn. Die Geschichten scheinen auf der einen Seite seltsam vertraut, als läge unter allen Geschichten dieser Art, egal wo sie entstanden sind, eine Verbindung, und doch wirkt vieles..... nicht fremd, aber ungewöhnlich und neu.

    Es zeigt sich in solchen volkstümlichen Geschichten und Überlieferungen immer wieder, das wir uns alle näher sind als wir das oft glauben oder zulassen, und es bringt mich zu dem Schluß, das all die Konflikte, die aus etwas entstehen das uns scheinbar trennt, vollkommen sinnlos sind.

    Es bleibt die Hoffnung das dieses von genug Menschen erkannt wird.... irgendwann einmal.


    Doch der wahre Höhepunkt des Abends sind für mich die Geschichten und Erlebnisse, die Sendker mit uns teilt, all die Anekdoten und skurrilen Abenteuer, die er erlebt hat.

    Sobald er anfing zu erzählen gab es darüber hinaus garnichts mehr – er nahm uns mit in seine Erzählung, mit in diesen kleinen Buchladen, wo einer in mühevoller Kleinarbeit alte Bücher restaurierte. Und ich weiß genau wie es dort aussah, wie es dort gerochen hat, ich kann sogar den Kollegen sehen, wie er da sitzt und seine Bücher flickt.


    Ich hätte stundenlang dort sitzen und einfach zuhören können, für eine Weile hörte die Zeit einfach auf zu verstreichen – das Essen versagte sich das Abkühlen und auch das Eis hörte auf zu schmelzen.


    Solche Momente entstehen nur, wenn ein wahrhaftiger Erzähler sein Garn spinnt – ob schriftlich zwischen Buchdeckeln oder life und in Farbe – in 3D und Ton, letzterer allerdings in Mono.....



    Und dann drängte die Zeit sich ihr Recht aufs verstreichen zurückerobernd, die engen Gassen und all die Menschen darin durch unser Jetzt ersetzend, und viel zu schnell, als müsse sie nachholen was sie versäumt hatte, war der Abend zuende.







    But beeing there was a blessing! ;)

    Auweia! Ganz viel cooler neuer Scheiß zu entdecken, und dabei hab ich es nicht so mit Technik.... ich bin immer noch von Tiefkühlpizza fasziniert! Was für eine großartige und wichtige Erfindung!



    Ein Thema hab ich auch schon abonniert – einfach so... ich hab garnix gemacht! Echt nicht! :ichwarsnicht



    So, und jetzt geh ich wieder spielen!




    Meistens höre ich Jazz beim lesen, irgendetwas das zu der (vermuteten) Stimmung des Buches passt. (Rückblickend verbinde ich dieses Soundtrack immer wieder mit verschiedenen Büchern – die Hardboiled-Spoofs von Carlo Manzoni mit argentinischer Harfen-Folklore..... usw)


    Wenn ich allerdings „im Buch drin“ bin, dann höre ich nix mehr, aber ich mag es ganz und garnicht in vollkommener Stille aus einem Buch wiederzukommen.

    Zitat

    Original von Tilia Salix
    Ich bin schon ganz gespannt darauf, euch alle "in echt" kennenzulernen! So ganz und gar offline :lache Hoffentlich krieg ich die Namen nicht durcheinander; ich habe ein ziemlich schlechtes Namensgedächtnis und orientiere mich sogar hier im Forum oft eher an den Avatarbildchen :schaem




    Wenn Du auf einen Typen stösst er aussieht wie eine Dampflok - das bin ich! :chen

    Nachdem Marvel an den Verfilmungen ihrer Comics nur durch die vergebenen Lizenzen verdiente entschlossen sich die guten Leute durch die Gründung eines eigenen Filmstudios in Zukunft ihre Filme selber zu machen, und starteten mit „Iron Man“ (2008) das „Marvel Cinematic Universe“, einem „Raum“, in welchem all die Verfilmungen spielen. So folgten dann nach „Hulk“ auch noch mit „Thor“ und „Captain America“ und anderen weitere Filme mit Marvel-Comic-Figuren, die allesamt ohne Ausnahme von Stan Lee erschaffen wurden, der auch in jedem Film die Hauptrolle übernahm, sich dabei allerdings von bekannten Schauspielern vertreten ließ.....


    Ich habe mittlerweile 15 Filme aus zweieinhalb Phasen (fragt lieber nicht!) gesehen – und mittlerweile echt die Schnauze voll! Da werden immer mehr Superhelden in eine Film gestopft – der ja eine bestimmte Länge nicht überschreiten darf – und treten sich da gegenseitig auf die Füße. Ein Film ist bombastischer als der Vorgänger, denn je größer die Anzahl der Superhelden ist desto größer muß ja auch die Bedrohung sein.
    Zum Glück hat man allerdings das ganze Universum zum spielen, da kann man überzählige Superhelden wegen Erdüberfüllung irgendwo in den Kosmos schicken.....


    Macht Ihr da noch mit? (Von den Serien für Netfix&Foxi usw will ich garnicht erst anfangen)


    Ich selbst habe beschlossen nach „Dr.Strange“ und „Guardians 2“ auszusteigen.....

    Im Laufe der Jahre erhielt ich gefühlt hunderte solche Werbeflyer. Mehr oder weniger aufwändig gestaltetet Folder mit Lobeshymnen versehen und DAS BUCH/DEN THRILLER/ DAS WASAUCHIMMER als DASGRÖßTEÜBERAUPT beschreiend uns Buchhändlern zum Einkauf animierend anbot.
    Anfangs – ich war noch jung und unerfahren – habe ich nicht nur die Werbung sondern auch das uns großzügig als LeseExemplar überlassenen Buch gelesen....


    Es war jedesmal (!) massenkompatible Scheiße!


    Natürlich verkaufte sich der Kram immer sehr gut – und so behandelte ich das Zeug auch: Als nicht lesenswerte Geldquelle, als sichere Einnahme um den wirklich coolen Kram zu refinanzieren.


    Doch dann... eines Tages... Ich erinnere mich genau... Es hat geregnet..oder es schien die Sonne...


    OK, ich hab keine Ahnung wie das Wetter war, vermutlich war es einfach ein Tag wie alle anderen auch....
    Der Umschlag enthielt ein sorgsam gestaltetes Faltblatt aus dünner Pappe, der Text stellte kurz das Buch vor und pries es als das Größte/Schönste/Tollste überhaupt.....


    Und ich sah auf die Unterschrift und ich wusste sofort: Dieses eine Mal stimmt alles, was hier geschrieben steht!


    Unterschrieben hatte nicht irgendeine mir unbekannte „Lektorin“, oder ein Werbe fuzzy – unterschrieben und mit seinem Wort für dieses Buch bürgend hatte Hannes Riffel!


    Ich lernte ihn kennen als er noch der Chef des Golkonda-Verlags war, jenem innovativen Fantastik-Kleinverlags dessen Programm mehr Profil und Qualität besaß als all die großen Verlage zusammen auf die Waage bringen konnten. Er war jemand der seinen eigenen guten Geschmack mit der literarischen Qualität seiner Veröffentlichungen vor den kommerziellen Aspekt stellte und mit der bei Golkonda veröffentlichten Fantastik jedes Mal ins Schwarze traf.


    Ich ließ mir das Buch als LeseExemplar schicken.... und war erstmal weg!


    Seit Jugendtagen hatte ich nicht mehr mit glühenden Ohren einfach nur dagesessen und gelesen. Ich war auch als Erwachsener von Büchern gefesselt worden, hatte mit atemloser Spannung Seite um Seite umgeblättert....
    ...doch Jay Kristoff versetze mich zurück in Jugendtage, die Zeiten als Ich Karl Mays Abenteuererzählungen atemlos verschlang. Das die Nacht nicht lang genug sein würde und die Stunden des Schlafs immer weniger wurden störte mich nicht – ich verschwendete keinen Gedanken daran!


    Ja, der nächste Tag war scheiße - aber ich hatte dieses Buch durch, was meinem hohläugig schauenden Gesicht ein leicht grenzdebiles Dauerlächeln hinzufügte..
    War dem Verkauf allerdings eher zuträglich - nach meinem Befinden befragt musste ich nur auf das Buch deuten....
    Also hab ich den ganzen Tag grenzdebil grinsend auf das Buch gedeutet, bis mich die Putzfrau bat einen Schritt zur Seite zu machen,damit sie Staubsaugen kann - als Überstunden hab ich das allerdings nicht durchgekriegt....



    Die Story selbst klingt zusammengefasst garnicht mal aufregend: Ein Mädchen muß die Hinrichtung ihres Vaters mit ansehen, ihre Mutter und der Neugeborenen Bruder gehen im härtesten Gefängnis des Reiches elend zu Grunde.
    Klar das die Kleine Rache will.
    Nun kann man auch in der Fantasy nicht einfach ans Hoftor klopfen und sagen: „Tach, ich hätte da einige Würdenträger zu meucheln.... Kann ich reinkommen?“


    Sie muß lernen wie man sowas richtig macht und davonkommt.... und so verschlägt es sie nach einigen Abenteuer in die Wüste, in eine Art Hogwarts für Meuchelmörder.



    Was Kristoffs Werk auszeichnet ist nicht nur die Hauptstory, es ist vor Allem das Drumherum das dieses Buch zu etwas ganz besonderem macht. Die vielen Ideen und originellen Einfälle, die das Salz und andere Gewürze in der Suppe seiner Geschichte sind.


    Er schafft es mühelos von Spannung zu Humor, vom Action zu Suspense und allem dazwischen zu wechseln ohne jemals seinen Stil zu verleugnen, hier wird ebenso getötet wie geliebt oder auch gemeuchelt und gefickt, er spielt nicht mit seiner Art zu schreiben sondern mit unserer Wahrnehmung dessen, was er schreibt. Unsere Wahrnehmung und unsere Emotionen sind es, die er führt, wohin er sie haben will, wenn wir gewillt sind uns auf das Abenteuer einzulassen.


    Ich habe nicht nur in diesem Genre sondern überhaupt lange nichts vergleichbares gelesen, und ich glaube, das wir hier nur den Anfang eines unvergleichlichen Epos vor uns haben, ich denke das Beste kommt noch.


    Meine Erwartungen an die Fortsetzung(en) sind sehr hoch, aber ich habe so das Gefühl das wir nicht enttäuscht werden.
    Warten wir es ab!

    Zitat

    Original von Becky Bee


    Danke Bodo :wave
    das ist mein erstes Buch von Lansdale, und ich fand es sehr sehr gut (ich hab es durch) :grin
    Es geht jetzt weiter mit Kahlschlag Kann das buch kaum aus der Hand lassen :anbet


    Danach werde ich Dunkle Gewässer lesen :-)



    „Kahlschlag“ ist eines seiner Besten, und eines meiner absoluten Lieblingsbücher!


    Nach den „Gewässern“ - zu dem Buch hat Joes Tochter Kasey einen Song geschrieben, google das einfach mal bei Youtube! - empfehle ich „Das Dickicht“, und wenn Du dann noch magst und Dich harte Thriller nicht abschrecken solltest Du mal in „Die Kälte im Juli“ reinschauen.


    …. und dann den Rest lesen.... :chen

    Ich kann Frankfurt nur an den Fachbesuchertagen ertragen, das WE ist mir einerseits zu voll, andererseits sind da auch viele Leute die ich kenne nicht mehr da.


    In Leipzig gehts eigentlich auch am Wochenende, wenn man viel Zeit einplant um sich zwischen den Hallen zu bewegen – wobei ich oft den Eindruck hatte das die „Verkehrsregelung“ der Aufsicht eher kontraproduktiv war. Das Umleiten der Menschenmassen führte öfter zu Verstopfungen als das Essen.....

    Zitat

    Original von Becky Bee
    :wave
    "Saving Grace" hat mir gut gefallen.
    Angefangen habe ich "Ein feiner dunkler Riss"


    Kurzbeschreibung


    East Texas, 1958. Bis vor kurzem glaubte der dreizehnjährige Stanley noch an den Weihnachtsmann. Im Laufe eines einzigen heißen Sommers erfährt er jedoch mehr über die Welt jenseits seiner Superheldencomics und des elterlichen Autokinos, als ihm lieb ist.


    Als jahrelanger... eher jahrzehntelanger treuer Lansdale-Gefolgsmann würde ich mich echt freuen, Dich in unseren Reihen willkommen heißen zu dürfen! :wave

    Der Roman beginnt mit jener berühmten Szene, in welcher Till Eulenspiegel – auf dem Seil tanzend – die jubelnde und ihm aufgrund seiner Kunststücke und sonstigen Darbietungen vollkommen verfallene Menge zum Hochwerfen des linken, und danach des rechten Schuhs auffordert und im darauffolgenden Handgemenge im Streit um die Schuhe unbemerkt zu verschwinden.
    Im weiteren Verlauf des Romans erfahren wir einiges aus seiner Kindheit und Jugend, und wie es ihn als Gaukler auf die durch den 30 Jährigen Krieg unsicheren Straßen verschlagen hat. Dabei wird der Roman nicht chronologisch erzählt, sondern in verschiedene, nur durch die Rahmenhandlung – dem Krieg – zusammengehaltene Episoden erzählt, in welchen die Titelfigur allerdings oft nur als Nebenfigur auftritt.


    Nu, zuerst das Positive: Wie nicht anders zu erwarten bekommen wir einen meisterhaft erzählten historischen Roman über den 30 Jährigen Krieg. Und da dieser aus der Feder Daniel Kehlmanns stammt hat wohl niemand ernsthaft geringeres erwartet. Vor unseren staunenden Augen wird hier eine fremde Welt, eine vergangene Welt wieder zum Leben erweckt, und bei der Macht der Worte, über welche der Autor gebietet, erwartet uns ein kaum jemals gekanntes Lesevergnügen! Es ist eine von Religiosität und Aberglaube beherrschte Welt, die um so bizarrer anmutet wen beides aufeinander trifft und sich an den Rändern sogar vermengt. Die geradezu absurde Logik von Geistlichen und Wissenschaftlern, deren Zeuge wir hier werden lässt und immer wieder in Grausen und Unglaube erschauern, und doch scheint es in all seinem Widersinn real zu sein, was Kehlmann uns hier anhören lässt. Doch diesem Widersinn tritt hier nicht die Titelfigur entgegen, wir Leser sind es welche diese Torheiten als solche entlarven. Der Tyll ist dazu garnicht erforderlich.
    Aber gerade da dieser Roman von Kehlmann stammt habe ich tatsächlich – und das ist vor Allem der Wahl der Titelfigur geschuldet – wesentlich mehr erwartet.


    Denn wie bei der Winnetou-Trilogie taucht auch hier – ich erwähnte es bereits – die Titelfigur kaum auf, und wenn er denn mal erscheint, bleibt er zumindest für meinen Geschmack zu blass, er nimmt zu wenig die Rolle ein,die man (ich?) erwartet hat.
    Dafür rückt der Roman vor allem Friedrich V, den sogenannten „Winterkönig und seine Frau Elisabeth Stuart in den Mittelpunkt. Diese Episoden sind zwar mit beispielloser Kunstfertigkeit erzählt, jedoch fehlt dem Ganzen die Spannung, die Überraschung, das Unerwartete.
    Wir wissen bereits um das Ergebnis des Treffens zwischen Friedrich und Gustav Adolf, so das die Schilderung im Roman zwar einerseits schön zu lesen ist, andererseits aber nur altbekanntes schön verpackt.


    Tyll, welcher der Legende nach zwischen 1300 – 3050 gewirkt haben soll gehört seinen (angenommenen!) Lebensdaten nach natürlich nicht in diese Zeit. Um so Reizvoller erscheint der Gedanke was ein Autor vom Range Kehlmanns mit dieser Figur in diesem vom Autor gewählten Umfeld anfangen kann. Wir (Ich?) werden es nie erfahren! Was mich angeht verschenkt Daniel Kehlmann hier das ungeheure Potential seiner eigenen Kreation, da er seinen Tyll niemals wirklich von der Leine lässt, das subversive Element nie wirklich ausschöpft.
    Er degradiert seinen Narren zur Stimme der Vernunft in einer Zeit des Chaos, doch diese Rolle könnte auch jede andere vernünftige Figur spielen, ich bin mir sicher diese müsste nicht einmal fiktiv sein – wenn man genau genug sucht dürfte man mit Sicherheit in dieser Zeit jemanden historisch verbürgten finden, dem man diese Rolle auf den Leib schneidern könnte.


    Die Frage wie genau ein historischer Hintergrund recherchiert und wiedergegeben werden muß wurde nicht nur hier bereits ergebnisoffen diskutiert. Ich denke in einem als Roman gekennzeichneten Werk darf – und muß zuweilen – der Autor die Geschichte zu seinem Zweck, nämlich dem Erzählen seiner Geschichte umformen dürfen.(Und dieses Buch wird vom Verlag als Roman – nicht als Historischer Roman - klassifiziert) Er muß mit Ideen und Gedanken spielen, er muß seine eigene Wirklichkeit schaffen um sich als Künstler ausdrücken zu können.


    Kehlmann tut dieses durchaus, allerdings nicht genug.


    Ich denke mal viele von uns kennen wie ich die Nacherzählung der Eulenspiegel-Geschichten durch Erich Kästner, die neben anderen Jugendbüchern dieses Autors zu meinem Kinder- und Jugendbuch-Kanon gehören. Die Geschichten um den schlitzohrigen Schelmen sind längst in unser kulturelles Bewusstsein eingesunken, kaum jemand dem bei der Nennung des Namens nicht irgendeine Geschichte einfällt.
    Ich bin durchaus der Absicht das ein Ruf durchaus verpflichtet, und dieser Verpflichtung wird hier nicht nachgekommen.


    Oder war es gar die Intention des Autors genau das zu tun? Die Erwartungen in genau diesem Punkt zu unterlaufen, und – im Gegensatz zu seiner in weiten Teilen korrekten Wiedergabe der Geschichtlichen Ereignisse – die Freiheit des Autoren einfordernd seine Figur eben nicht den Erwartungen des Lesers unterwirft und sich somit selber zu des Lesers Eulenspiegel macht?


    Liegt diese doch eher verhaltene Beurteilung des Romans doch eher an meinem Unvermögen, die Erwartungen hintenan zustellen und mich unvoreingenommen auf das von Kehlmann vorgesehen Lesevergnügen einzulassen? Aber ist das andererseits nicht eine vorhersehbare Gefahr seitens des Autors?


    Wie dem auch sei, das Feuilleton ist des Lobes voll und überschlägt sich geradezu vor Begeisterung – vielleicht sind die alle doch schlauer als ich....


    und ich bin am Ende der Narr.....

    Eine Warnung möchte ich Dir noch auf den Weg geben: Bevor Du die Messehallen durch den Haupteingang betreten darfst musst Du erst die Prüfung bestehen, das Überwinden einer Falle von - ich zitiere hier mal Indy III - "Tödlicher Arglist"!


    Vor den Toren befindet sich ein Flohmarkt, ausgerichtet von Antiquariaten nicht nur aus Frankfurt.
    Schon mancher Buchliebhaber, der versuchte die Messe zu erreichen, ist hier gescheitert - ab besten Augen zu und durch!



    :chen :chen :chen :chen

    Genau das hätte ich gut gefunden: Ein neues Star Wars, im Gegensatz zum aneinander kleistern von Versatzstücken aus den ersten Filmen.


    Was den Hilfsvader angeht kann ich Deinen Standpunkt ein Stück weit nachvollziehen, nur war mit diese Figur als Hauptantagonist zu wenig bedrohlich. Als wichtige Nebenfigur, als "Padawan" unter einem wirklich bedrohlichen Sith-Lord - dem eigentlichen Antagonisten - hätte da durchaus etwas werden können.

    Ich finde es irgendwie..... interessant das man dazu neigt das Fehlen von Innovationen und Qualität mit dem eigenen Alter und dem fortgeschrittenen Zustand desselben zu verbinden.


    Gerade im Unterhaltungsbereich bin ich tatsächlich der Meinung: Früher war vieles - nicht alles! - besser.


    Ich erinnere mich dabei immer an diese Szene mit Luke und Yoda. Yoda war zuerst der lustige Gnom, der alles durcheinanderbrachte - und plötzlich, von einer Sekunde wurde er zu... Naja Yoda: ("Unterweisen kann ich ihn nicht....") Man sah diese Veränderung vor sich auf der Leinwand! Und Yoda war nix anderes als eine Fingerpuppe!


    Diese CGI-Scheiße macht zwar vieles einfacher, vieles sicherlich auch erst möglich, aber gerade dieses Einfachmachen von Filmtricks geht was mich angeht zu sehr auf Kreativität.


    Wobei die heute relevante Zielgruppe vermutlich was Effekte angeht schon sehr verwöhnt wurde - auf der anderen Seite kehren viele Filmemacher dem PC den Rücken und machen es wie früher: In Echt.

    Für einige Fans ist die erste Trilogie - also die alten, ursprünglichen Filme - das, was "Star Wars" ausmacht. Das war die Geschichte, die erzählt werden musste, der Kampf der Rebellen gegen das Imperium, und darin eingebettet der Weg Luke Skywalkers zum Jedi und die "Erlösung" seines Vaters.


    Damit war der Drops sozusagen gelutscht.....


    Das Problem mit diesen Vorgeschichten - der "Neuen Trilogie" und "Rogue One" - ist im Grunde, (und das ist das Problem aller Sequels) das es sehr schwer ist hier Spannung aufzubauen. Das Endergebnis ist bereits bekannt, es ist in diesem Fall praktisch schon "kulturell etabliert". Auch Leute die mit Star Wars nix am Hut haben wissen um Darth Vaders Beziehung zu Luke und können sogar mit Filmzitaten aufwarten......


    Was ich dem"Erwachen der Macht" als negativ ankreide ist die Tatsache, das sich der Film nicht von dem schon dagewesenen löst, sondern sich aus der ursprünglichen Trilogie einige passend erscheinende Sachen herausgesucht hat, und uns als etwas Neues noch einmal vorsetzt. Nichts an dem Film ist neu, es gibt keine (!) neue Idee, keinen Fortschritt, kein sich lösen und Neuerfinden.


    Sowohl "Erwachen" wie auch "Rogue One" sind quasi überflüssig.


    Und das finde ich doof!

    Kaum ist das böse Imperium besiegt, steht da schon ne neue böse Macht in den Startlöchern und übernimmt das ganze. Luke ist irgendwo verschwunden, Lea macht weiter in Rebellion - bei all den bösen Mächten ist da immer was zu tut! Und Han Solo ist zu seinem alten Job - tief in der Scheiße stecken - zurückgekehrt.....


    Das alles erfahren wir so nebenbei....


    Die Bösen Suchen also nach Luke, dem letzten Mohi... Neee, scheiße, anderer Film.... Also dem letzten Jedi (Die Macht ist definitiv nicht mit meiner Autokorrektur - sie kennt das Wort "Jedi" nicht! Vielleicht schreibe ich hier tatsächlich mit der dunklen Seite der Macht.... Würde die vielen Vertipper erklären....)


    Die guten haben den Weg zu Luke - oder zumindest einen Teil davon - gespeichert und in einem Droiden versteckt, der gerade so eben einem Überfall der Bösen entkommt und der Schrottsucherin/Schrotthändlerin Rey in die Hände fällt, kurz bevor diese einem desertierten Sturmtruppler begegnet und etwas länger, aber auch recht kurz bevor das Imperium... Bzw die neuen Bösen.... die Heimstatt der Schrott-Tussi plattmacht, die mit einem seit Episode IV schrottreifen (aber megacoolen) Raumschiff entkommt. Sie treffen unvermittelt auf den Eigentümer des Schrotthaufens, der mal wieder...naja, siehe oben.


    Wenn man diesen Film sieht ist das ein wenig wie in Bad Segeberg zu sitzen - die harten Holzbänke und die eingeschlafenen Arschbacken sind sofort vergessen, wenn Martin Böttchers Musik aus des Lautsprechern quillt.


    Der Film fängt an und man fühlt: "Star Wars"! Erst hinterher, wenn man anfängt drüber nachzudenken, geht einem auf, was für eine Nullnummer man da gesehen hat. Und wenn dieser Denkprozess schon während der Vorführung beginnt ist man vollends angeschissen.


    Das Ding ist: Wir haben all das was hier geboten wird schon einmal gesehen - und zwar besser!
    Dieser Film ist .... Nicht einmal ein "Best Of Episoe IV - VI..." Es ist ein "Was für Szenen erkennen Fans wieder - Mix".
    Wieder wird eine wichtige Information in einem Droiden versteckt....
    ...der wieder einer Unbeteiligten zufällig in die Hände fällt.....


    (Ok, es stellt sich heraus das Luke alles andere als Unbeteiligt ist..... Aber zu dem Zeitpunkt.... )


    Wir kriegen sogar einen Schwarzgekleideten mit Maske - allerdings einen, der beim Test für den besten Hilfs-Darth-Vader durchgefallen ist.
    Natürlich wurden damals die Figuren auch erst über drei Filme endgültig etabliert, aber schon im ersten Film wurde uns genug über sie mitgeteilt, das wir gespannt auf weitere Enthüllungen waren. Hier ist das anders. Es ist mir immer noch scheißegal warum der Hilfsvader Light (ohne Zucker und Kalorien) zu diesem Gruftitypen wurde - seine Herkunft hin oder her.
    Wir kriegen sogar wieder einen Imperator, wieder mit anderer Bezeichnung, aber sein "Act" ist praktisch identisch.
    Ersetzt wurde auch eine emotional ergreifende Handlung - durch Action!


    Positiv hervorzuheben - und sogar zu bejubeln, und zwar lautstark... Mit aufstehen und klatschen! - ist die Hauptdarstellerin! Eine Britin.
    Die Zeiten in denen Hollywood von aus Europa vertriebenen Juden und Intellektuellen gegründet wurde sind zwar lange vorbei, doch noch immer scheint man vor Ort nicht genügend Talente gezüchtet zu haben, um gute Filme zu drehen.... Oder überhaupt Filme zu machen. Immer wieder greift man auf Talente aus Europa zurück. Der einzige Unterschied ist das die nicht geflüchtet sind.


    ... Außer - im Falle von Deutschen - vor beschissenen Arbeitsbedingungen....


    Daisy Ridley entschädigt auf jeden Fall für eine aus Unwissenheit gelöste Kinokarte oder die Investition in die DVD - sie ist einfach toll in ihrer Rolle!


    Ford als Solo.... Das ist in etwa so als hätte man einen Star für eine Auftritt auf einer Geburtstagsparty engagiert. Er macht sein Ding, aber so dolle isses dann auch nicht.


    (Ausgenommen sein erster Auftritt - wenn er sein altes Schiff erstürmt, erkennt wo er ist und sagt" Cheewie, we are home!" - verdammt sei der Fan, der da nicht ein paar Tränchen verdrückt!)


    Das perfide an diesem Film ist tatsächlich, das er uns alten, konservativen Fans ( Episode I - III sind scheiße, auch ohne Jar...Dingens, der Klonkriegekrempel ist was für Doofe... Und überhaupt, die Macht ist mit uns, geheiligt seien Episode IV - VI! Das einzig Wahre!) immer wieder solche Häppchen zu wirft, die wir genießen und somit erstmal ruhiggestellt sind.
    Doch egal was sie in diese Häppchen mischen, irgendwann - zu schnell - sind die verdaut und ausgeschissen, und was bleibt ist das Gefühl, hier kräftig verarscht worden zu sein.


    Natürlich ist es sehr schwer, ich behaupte mal - von mir ausgehend - fast unmöglich, die Fans der ersten Stunde zufriedenzustellen. Aber Mühe könnte man sich wenigstens geben. Die Geschichte wirklich weitererzählen, anstatt sie halbgar wieder aufzukochen.


    Als der erste Film in die Kinos kam war ich vier Jahre alt, also definitiv zu jung um als Fan der ersten Stunde zu gelten. Ich habe "Star Wars" erst entdeckt, als alle anderen das schon kannten. Aber ich bin ein Fan der Originale, ich habe Zeit und Geld investiert um ein Teil des Wahnwitzes zu werden, und auch wenn damit keinerlei Rechte seitens Lucas oder Disney veräußert wurden fühle ich mich doch betrogen. (Vor allem weil es die unbearbeiteten Episoden IV-VI nicht mehr auf DVD zu kaufen gibt. Jetzt hat man in den alten Filmen allen möglichen CGI-Scheiß und Han Solo zieht auch nicht mehr als erster..... Was für eine Scheiße....)


    (Mir fällt gerade auf, das ich das Wort "Scheiße" inflationär häufig verwendet habe - ich lasse das als Kernaussage einfach mal so stehen!)


    Wer also auf niedliche Britinnen steht, die schauspielern können und auch in Actionszenen eine gute Figur machen, ist hier gut bedient.
    Wer "Star Wars" sehen will sollte seine alten Videos wieder vorkramen:


    Besser wirds nicht!

    Die Handlung: ….ist eigentlich egal, aber ok, weil Ihr es seid: Eine Gruppe Forscher dringt unter Mithilfe soeben aus dem zuendegehenden Vietnamkrieg entlassenen Soldaten in den dichten Dschungel auf der bisher unerforschten Insel „Skull Island“ ein. Dort treffen sie natürlich auf den CGI-Gorilla, der ob des Eindringens in seinen Lebensraum via Hubschrappschrapp ein wenig angepisst ist und dieses auf die ihm eigene Art und Weise kundtut.
    Nachdem man also dieser Art die Statisten aus der Handlung entfernt hat fokussiert sich der Film vor allem darauf, auch den Rest des Cast von allen möglichen Viechern fressen zu lassen.
    Der Army-Obermotz startet einen Rachefeldzug gegen Kong, während ein anderer Teil der Gruppe die Insel gerne wieder verlassen möchte.
    Und dann muß man allerdings feststellen, das der Riesenaffe nicht das größte Problem ist!


    Meine Rezension: Roger Corman hat bewiesen, und das immer wieder, das man mit wenig Geld coole, schrottig aussehende Monsterfilme drehen kann. Und Hollywood zeigt ein weiteres mal, das man das selbe auch mit sehr viel Geld machen kann....
    Ich denke mal wer Spaß an dem Cormankrams hatte wird auch hier seinen helle Freude haben. Gut, die Animationen sind vom Feinsten, die Schauspieler zum Teil ein wenig besser – aber unterm Strich haben wir es hier mit einem 190 Millionen Dollar teuren Schundfilm zu tun.


    Natürlich schafft es keiner der Helikopterpiloten beim Angriff außerhalb der Reichweite von Kongs ausladenden Armen zu bleiben, weil man sonst auf die vielen schönen Bilder von explodierenden Hubschraubern verzichten müsste. Und da wäre das Publikum ja wahrlich enttäuscht. Und natürlich bleibt hinterher noch genug Sprengstoff übrig, um noch mehr von der Insel in die Luft zu jagen, inklusive Teile der Flora und Fauna. Nebenher schaffen es immer wieder einige Mitglieder der Gruppe, sich schreiend und blutend fressen zu lassen. Aber das dürfte kaum jemanden überraschen. Eben sowenig wie die einfallslose Regie, die sich voll und ganz auf die computergenerierten Schauwerte verlässt und sogar die wenigen guten Schauspieler so wenig wie möglich fordert.


    Dieser Film ist bar jeder Logik und nur darauf aus, Freunde des schrottigen Schundfilms zu unterhalten – was er auch exzellent tut.
    Aber muß das ganze den so teuer sein? Und: Muß ein Schundfilm wirklich so geleckt aussehen?


    Als damals der „Weiße Hai“ ins Kino kam dachte Roger Corman bei sich: „Jetzt sind wir im Arsch!“ (Oder so ähnlich), hatte Hollywood doch soeben den Monsterschund salonfähig gemacht. Von da an kopierte der Schundfilm den A-Film, der wiederum den Schundfilm kopierte.... und so ist es quasi bis heute. Das Publikum ist inzwischen was Spezialeffekte angeht äußerst verwöhnt, die Freude an billig aussehenden schundig wirkenden Effekten bleibt einer Handvoll Nerds vorbehalten, die sich auch beim fünften Mal anschauen über einen Film wie „Cowboys vs Dinosaurs“ wie kleine Kinder freuen. Wir glauben das ein bisschen scheiße aussehen bei solchen Filmen den Charme ausmacht, und das casten von Schauspielern, die tatsächlich Talent für den Job mitbringen ein Versehen ist.
    So sehr ich diesen Pulpstreifen auch genossen habe, die visuelle Perfektion nimmt diesem Film in meinen Augen ein wenig dessen weg, was eigentlich solcherlei Filme ausmacht. Er sieht zu gut aus und wirkt damit besser als er ob aller Dürftigkeit in allen übrigen Belangen eigentlich aussehen dürfte.


    Dieser Film wird Teil eines Monsterfilm-Universums, dem Marvel-Comicfilm-Gedöns nicht unähnlich, und beides ist der Versuch, die Leute von ihren Serien weg wieder ins Kino zu locken. Ob und wie lange das funktioniert bleibt abzuwarten, ich befürchte aber das Hollywood so lange weiter macht, bis auch der Letzte die Schnauze voll hat.


    Und dann kriegen wir endlich unseren Schundfilm zurück!