Beiträge von €nigma

    Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    Seit einer Woche sitzt Henner Holtkamp im Gefängnis. Der Autor von blutigen Thrillern soll eine rumänische Prostituierte ermordet haben. Im Haus des Schriftstellers wurden Blutspuren des Opfers gefunden – an den Wänden, im Flur, an einem Küchenmesser. Der Fall scheint damit eigentlich gelöst. Eigentlich – denn von der Leiche fehlt jede Spur ...

    Aber nicht nur dieser verzwickte Fall stellt Kommissar Heinrich Tenbrink auf eine harte Geduldsprobe. Er muss auch noch den neuen Kollegen Maik Bertram vor den Fallstricken der münsterländischen Mentalität bewahren und gegen seine zunehmenden Gedächtnislücken kämpfen.


    Autor (Quelle: Verlagsseite)

    Tom Finnek wurde 1965 im Münsterland geboren und arbeitet als Filmjournalist, Drehbuchlektor und Schriftsteller. Er ist verheiratet, Vater von zwei Söhnen und lebt mit seiner Familie in Berlin. Sowohl unter dem Pseudonym Tom Finnek als auch unter seinem richtigen Namen, Mani Beckmann, hat er bereits zahlreiche Krimis veröffentlicht. Zu seinen größten Erfolgen gehören neben der historischen Moor-Trilogie die London-Romane "Unter der Asche", "Gegen alle Zeit" und "Vor dem Abgrund".


    Allgemeines

    Prequel zur Münsterland-Krimireihe um Tenbrink & Bertram

    Erschienen am 24.03.2021 bei Bastei Lübbe als TB mit 164 Seiten
    Gliederung: Drei Teile mit nummerierten Kapiteln, jeweils einem Wochentag entsprechend – Epilog

    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven

    Handlungsort und -zeit: Münsterland, in der Gegenwart


    Inhalt und Beurteilung

    „Totensang“ ist den bisher erschienenen vier Bänden der Krimireihe um den Münsterländer Kommissar Heinrich Tenbrink und seinen ostdeutschen Kollegen Maik Bertram vorangestellt. Hier wird geschildert, wie Maik Bertram, der aufgrund eines Dienstvergehens ins Münsterland strafversetzt wurde, sich an seinem neuen Arbeitsplatz eingewöhnt. Zu seinem neuen Kollegen Tenbrink entwickelt er schnell ein gutes kollegiales Verhältnis und er bringt frischen Wind in stagnierende Ermittlungen. Ein Thrillerautor ist inhaftiert worden, weil in seinem Haus das Blut einer vermissten Prostituierten, deren letzter Kunde er war, entdeckt wurde. Bisher wurde keine Leiche aufgefunden, dennoch zweifelt niemand daran, dass der Verhaftete die Frau getötet hat. Maik Bertram hat einen offenen Blick auf die Sachlage und versucht den Tatverdächtigen, der weitgehend unkooperativ ist, aus der Reserve zu locken. Im Laufe der Untersuchung stellt sich heraus, dass außer dem Tatverdächtigen auch andere Dorfbewohner Geheimnisse haben…


    Auf relativ wenigen Seiten gelingt es dem Autor, die Hauptfiguren der Krimireihe gründlich und ausgewogen zu porträtieren und den Kriminalfall überraschend komplex zu behandeln. Dabei wirkt die gesamte Schilderung, angefangen von den sprachlichen Eigenheiten der Münsterländer bis zu deren Mentalität und ihrem eher unspektakulären Alltagsleben sehr authentisch. Der Handlungsverlauf ist nicht hochspannend, aber gut und glaubwürdig konstruiert.

    Auch wer die anderen Bände der Reihe schon gelesen hat, kann sich hier auf einen weiteren anschaulich unterhaltenden (Kurz)krimi freuen.


    Fazit

    Ein trotz des begrenzten Umfangs gut ausgearbeiteter Kurzkrimi, der in die Reihe um Tenbrink und Bertram einführt und ansprechende Unterhaltung ohne Blutvergießen bietet!

    8 Punkte

    ASIN/ISBN: 3741302317

    Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    An dunklen Herbstabenden 1956 werden in Dresden wiederholt Frauen brutal vergewaltigt. Als auch noch eine tote Frau an der Elbe gefunden wird, werden in der verunsicherten Bevölkerung die Rufe nach Selbstjustiz laut. Kommissar Max Heller und sein Team ermitteln unter Hochdruck. Mithilfe eines weiblichen Lockvogels gelingt es ihnen, einen Verdächtigen festzunehmen. Der von Narben entstellte Mann gesteht zwar die Vergewaltigungen, leugnet aber den Mord. Sind vielleicht doch die von allen gefürchteten, desertierten russischen Soldaten die Täter? Die Lage eskaliert, als Hellers Familie in den Fall hineingezogen wird.


    Autor (Quelle: Verlagsseite)

    Frank Goldammer, 1975 in Dresden geboren, ist Handwerksmeister und kam, neben seinem Beruf, schon früh zum Schreiben. Bei dtv veröffentlicht er seine erfolgreiche Krimireihe, die im Dresden zur Zeit des geteilten Deutschlands spielt. Mit seinen Büchern landet er regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Der Autor lebt mit seiner Familie in seiner Heimatstadt.


    Allgemeines

    Sechster Band der Reihe um Max Heller

    Erschienen am 23. April 2021 bei dtv als broschiertes TB mit 400 Seiten
    Gliederung: Nichtnummerierte Kapitel, überschrieben mit Ort, Datum und Tageszeit

    Erzählung in der dritten Person aus der Perspektive von Oberkommissar Max Heller

    Handlungsort und -zeit: Dresden, Oktober/November 1956


    Inhalt

    Im Herbst 1956 geht in Dresden ein Serientäter um, der - offenbar ohne bestimmtes Opferschema – Frauen überfällt und vergewaltigt. Als eines Morgens eine Frau aufgefunden wird, die an schweren Blutungen verstorben ist, werden auch Oberkommissar Heller und sein Kollege Oldenbusch offiziell in den Fall involviert. Eine Sekretärin der Polizeibehörde stellt sich als Lockvogel zur Verfügung, schließlich gerät ein Mann ins Visier der Ermittler, der von einem der Opfer identifiziert wird. Doch der Fall scheint nicht so einfach zu sein wie es zunächst scheint. Der Tatverdächtige streitet nicht nur die Schuld am Tod der verstorbenen Frau ab, sondern es kommt zu einer weiteren Vergewaltigung mit Todesfolge, während er sich in der Untersuchungshaft befindet… Die Ermittlungen konzentrieren sich nun verstärkt auf zwei desertierte Sowjetsoldaten, nach denen schon seit einiger Zeit gefahndet wurde.


    Beurteilung

    Auch im sechsten Band der Reihe um Oberkommissar Max Heller wird die Vergangenheit (Zweiter Weltkrieg und seine Folgen) gelegentlich angesprochen, jedoch steht hier die politische und gesellschaftliche Situation der DDR in den Fünfzigerjahren nicht so sehr im Vordergrund wie bei den vorherigen Bänden. In erster Linie handelt es sich hier um die Präsentation eines Kriminalfalls, der sich als überraschend komplex erweist und dessen Schilderung stellenweise sehr spannend ist. Den Ermittlern stehen im Gegensatz zur heutigen Zeit relativ wenige Mittel zur Verfügung, um einen Sexualstraftäter zweifelsfrei zu identifizieren. So bleibt es auch nicht aus, dass Heller und Oldenbusch längere Zeit im Dunkeln tappen und sich Verdachtsmomente nicht immer erhärten lassen. Der Umgang mit Verdächtigen bei Befragungen ist oft für das heutige Empfinden sehr rau, dennoch ist Heller eine integre Persönlichkeit, er bemüht sich, ruhig und sachlich zu bleiben und gibt sich nicht mit schnellen Lösungen zufrieden. Erneut besticht die gründliche und ausgewogene Ausarbeitung des Charakters dieses sympathischen und seriösen, aber auch „unperfekten“ Mannes, dem einige Fehler unterlaufen. Auch die familiäre Situation der Familie Heller wird aufgegriffen, die Beziehung zum Sohn Klaus, nach wie vor ein überzeugter Sozialist und Mitglied des MfS, ist immer noch angespannt, jetzt kommen noch Konflikte mit der elfjährigen Adoptivtochter Anni, die erstmals davon hört, dass sie nicht das leibliche Kind der Hellers ist, dazu. Aufgrund des seit Beginn der Reihe fortlaufenden Handlungsstrangs um die Familie Heller ist es empfehlenswert, die Romane in der korrekten Reihenfolge zu lesen, auch wenn die Kriminalfälle jeweils in sich abgeschlossen sind.

    Der Fall um die Vergewaltigungsserie mag mit seinen vielen Verdächtigen ein wenig zu verwickelt sein, um gänzlich glaubwürdig zu wirken, er bietet dem Leser aber auch reichlich Gelegenheit, selbst mitzurätseln und Theorien zu ent- und verwerfen, der anschauliche Erzählstil tut ein Übriges, um die Lektüre zur fesselnden Unterhaltung zu machen.


    Fazit

    Ein weiterer sehr lesenswerter Band aus der Reihe um Oberkommissar Max Heller, den man idealerweise erst im Anschluss an die vorherigen Bände zur Hand nehmen sollte!

    9 Punkte

    ASIN/ISBN: 3423262834

    Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon)

    Unfall?

    Selbstmord?

    Oder Mord?

    Rasanter Thriller im Tunnel-Wirrwarr der Londoner U-Bahn

    Rushhour in London: Laurie Bateman wird Zeugin, wie ein älterer Herr direkt vor die einfahrende U-Bahn stürzt. Für die Polizei ist die Sachlage klar: ein weiterer Selbstmord. Doch Laurie erinnert sich an das freundliche Lächeln des Mannes kurz vor dem Zwischenfall – und daran, dass er ein seltsames Ding in der Hand gehalten hat. Einen Schlüssel? Könnte dieser noch auf den Gleisen liegen?

    Laurie findet heraus, dass man die U-Bahn-Tunnel nachts gefahrlos betreten kann, bevor das System wieder hochgefahren wird. Sie fühlt sich verpflichtet, nach dem Schlüssel zu suchen – und rennt kurz darauf in den dunklen Tunneln um ihr Leben...


    Autor (Quelle: Amazon)

    Toby Faber war Geschäftsführer des britischen Verlags Faber&Faber, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er hat zwei preisgekrönte Sachbücher geschrieben. "869 - Die einzige Zeugin" ist sein erster Kriminalroman. Er lebt mit seiner Familie im Norden Londons.


    Allgemeines

    Titel der Originalausgabe: “Close to the Edge“, ins Deutsche übersetzt von Marie-Luise Bezzenberger

    Erschienen am 1. September 2020 bei Knaur als TB mit 320 Seiten
    Gliederung: Kapitel ohne Nummerierung, jedoch mit Kennzeichnung von Tag und Uhrzeit

    Erzählung in der dritten Person aus der Perspektive von Laurie Bateman

    Handlungsort und -zeit: London und Surrey, 14 Tage im Juli/August in der Gegenwart


    Inhalt und Beurteilung

    Der Krimi beginnt mit der Schilderung einer aufregenden Verfolgungsjagd durch das nächtliche Tunnelsystem der Londoner U-Bahn. Laurie Bateman wird von zwei Männern verfolgt, die ihr offenbar etwas abnehmen möchten. Ab dem folgenden Kapitel, dessen Handlung sechs Tage vorher einsetzt, wird erklärt, was es mit dieser Szene auf sich hat. Laurie wurde auf der Fahrt zur Arbeit Zeugin, wie ein älterer Mann vor eine U-Bahn stürzt und ums Leben kommt. Bei der Polizei ist man der Meinung, der Mann habe Selbstmord begangen, Laurie ist jedoch überzeugt, es sei ein Unfall gewesen. Sie erinnert sich daran, dass der Verstorbene etwas – möglicherweise einen Schlüssel – in der Hand hielt und ist von der Idee besessen, diesen Gegenstand zu bergen, da sie mehr über den Tod des sympathischen Herrn herausfinden möchte. Gemeinsam mit ihrem neuen Freund Paul bricht sie nachts ins Tunnelsystem der U-Bahn ein und macht sich auf die Suche. Doch sie ist nicht die Einzige, die sich für den verlorenen Gegenstand interessiert und muss plötzlich um ihr Leben fürchten…


    Dieser Krimi strotzt vor unglaubwürdigen Ereignissen. Die Protagonistin ist besessen von der Idee, die Todesumstände eines Unbekannten zu ergründen, obwohl sie selbst von einem Unfall ausgeht. Als sie bemerkt, dass sie mit ihren „Privatermittlungen“ offenbar unangenehme Zeitgenossen aufgescheucht hat und der Tod des älteren Mannes möglicherweise doch kein Unfall war, wendet sie sich mit ihren Eindrücken nicht etwa an die Polizei, sondern zieht auch noch ihren verwitweten Vater und ihre Cousine, mit der sie in London die Wohnung teilt, in den Fall hinein, womit sie diese und sich selbst in Lebensgefahr bringt. Die Charakterisierung der Romanfiguren ist detailliert ausgearbeitet, Laurie ist jedoch von unübertroffener Dummheit, Naivität und Impulsivität, was den Blutdruck des Lesers in die Höhe treibt. Ihre Cousine Jess und ihr Vater sind wesentlich intelligenter und reflektierter, auch ihr Verhalten hält der Realität allerdings nicht stand. Der eigentliche Kriminalfall ist gut konstruiert, die Umsetzung lässt in ihrer Realitätsferne zu wünschen übrig. Immerhin ist der Erzählstil anschaulich und spannend, sodass man sich, wenn man keine hohen Ansprüche stellt, leicht unterhalten lassen kann.


    Fazit

    Spannende, aber wenig glaubwürdige Handlung mit einer strunzdummen Protagonistin – kann man lesen, muss man nicht!

    4 Punkte

    ASIN/ISBN: 3426525607



    Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    Seine Zeit beim KK 11 in Düsseldorf ist Geschichte. Jetzt fängt Fallanalytiker Max Bischoff an der Polizeihochschule in Köln neu an. Bildet die aus, die so gut werden wollen wie er. Aber die Fälle finden ihn trotzdem.

    Als ihn der Vater der seit sechs Jahren verschwundenen Leni Benz um Hilfe bittet, will Max sofort ablehnen. Aber er merkt, dass er es nicht kann. Zu viele Fragen sind ungeklärt im Fall der Grundschülerin, die auf dem Schulweg verschwand und nie mehr gesehen wurde.

    Doch wieso taucht jetzt Lenis Ranzen wieder auf, steht an seinem Platz in ihrem Elternhaus, als sei nichts geschehen? Wie kann das sein, nach all der Zeit? Und vor allem: Weshalb gibt es so viele Parallelen zu einem aktuellen Fall? Max begibt sich auf die Spur des Täters ...


    Autor (Quelle: Verlagsseite)

    Arno Strobel liebt Grenzerfahrungen und teilt sie gern mit seinen Leserinnen und Lesern. Deshalb sind seine Thriller wie spannende Entdeckungsreisen zu den dunklen Winkeln der menschlichen Seele und machen auch vor den größten Urängsten nicht Halt.

    Seine Themen spürt er dabei meist im Alltag auf und erst, wenn ihn eine Idee nicht mehr loslässt und er den Hintergründen sofort mit Hilfe seines Netzwerks aus Experten auf den Grund gehen will, weiß er, dass der Grundstein für seinen nächsten Roman gelegt ist. Alle seine bisherigen Thriller waren Bestseller.

    Arno Strobel lebt als freier Autor in der Nähe von Trier.

    http://www.arno-strobel.de/


    Allgemeines

    Erster Band einer neuen Reihe um Max Bischoff

    Erschienen am 24.03. 2021 im Fischer Verlag als broschiertes TB mit 352 Seiten
    Gliederung: Roman in 61 Kapiteln

    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven

    Handlungsort und -zeit: Düsseldorf und Köln, in der Gegenwart


    Inhalt

    Max Bischoff, manchen Lesern noch aus der Trilogie zu seiner Tätigkeit als Oberkommissar in Düsseldorf bekannt, lehrt inzwischen an der Polizeihochschule in Köln. Dort wird er von Robert Benz kontaktiert, dessen damals zehnjährige Tochter Leni vor sechs Jahren – ebenso wie zwei andere Mädchen - spurlos verschwunden ist. Plötzlich tauchen einige Gegenstände aus Lenis Besitz, die sie am Tag ihres Verschwindens bei sich trug, im Haus ihres Vaters auf. Außerdem erhält Benz Anrufe, in denen ein junges Mädchen behauptet, sie sei Leni und sie sei wieder da. Max Bischoff soll herausfinden, ob Leni möglicherweise noch am Leben ist oder ob jemand ein perfides Spiel mit Benz treibt. Gemeinsam mit Bernd Menkhoff, einem früheren Kollegen, den er bisher nicht sonderlich geschätzt hat, beginnt er im Umfeld der vermissten Leni zu ermitteln, doch deren Freundinnen und ihre Eltern sind überraschend unkooperativ. Als ein Mord geschieht und zwei weitere Mädchen entführt werden, geraten die beiden Männer unter Zeitdruck…


    Beurteilung

    Der erste Band einer neuen Reihe um Max Bischoff als Fallanalytiker widmet sich einem bedrückenden und schwerverdaulichen, aber leider immer wieder aktuellen Thema: dem Missbrauch minderjähriger Mädchen. Max Bischoff ist mit der deutschen Justiz, die er für viel zu lasch hält, nicht einverstanden. Mehrfach kritisiert er den Umstand, dass der Polizei bei ihren Ermittlungen immer mehr die Hände gebunden sind, dass Strafen für Schwerkriminelle oft viel zu leicht ausfallen, weil Richter eher Entschuldigungen für die Täter suchen als die Interessen der Opfer im Blick zu haben. Des Weiteren beklagt er den mangelnden Rückhalt für die Polizisten bei den Politikern, womit Max Bischoff, bzw. der Autor, einen tatsächlichen Missstand der gegenwärtigen Gesellschaft deutlich und zu Recht anspricht.

    „Mörderfinder“ ist ein ausgesprochen spannender Roman, den man nur schwer aus der Hand legen kann. Durch den Perspektivwechsel zwischen Menkhoff, Bischoff und einem namentlich nicht genannten Straftäter sowie einem ebenfalls namentlich nicht bekannten jungen Mädchen gestaltet sich die Lektüre trotz des belastenden Themas sehr kurzweilig.

    Die Charaktere der Romanfiguren sind gründlich ausgearbeitet, Menkhoff und Bischoff mögen einander eigentlich nicht, arbeiten aber im Interesse der vermissten Mädchen und ihrer Familien zunehmend harmonischer zusammen, obwohl sie zu Beginn der gemeinsamen Ermittlung diametral entgegengesetzte Theorien vertreten. Auch in die Persönlichkeit des – zunächst unbekannten – jungen Mädchens kann sich der Leser gut hineinversetzen.

    Der erste Fall für Max Bischoff während seiner neuen Tätigkeit ist (leider) größtenteils realistisch, aber glücklicherweise nicht allzu explizit dargestellt, lediglich gegen Ende des Romans sind manche Verhaltensweisen eines erfahrenen Polizeibeamten von einer eher unglaubwürdigen Impulsivität geprägt.


    Fazit

    Ein thematisch schwerverdaulicher, aber fesselnd unterhaltender Einstieg in eine neue Reihe, der schon Vorfreude auf den nächsten Band weckt!

    9 Punkte

    ASIN/ISBN: 3596700515



    Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    1993, Ostdeutschland. Auf einem Bett aus Blütenzweigen und den Körper übersät mit germanischen Runen - so wird in einem abgelegenen Waldstück bei Wussnitz eine Mädchenleiche gefunden. Die ehrgeizige Kommissarin Ulrike Bandow und der neue westdeutsche Kollege Ingo Larssen übernehmen ihren ersten gemeinsamen Fall. Rätselhafte Spuren führen das ungleiche Ermittlerpaar bis in die deutsch-deutsche Vergangenheit, wo sie auf eine bisher unentdeckte, bizarre Mordserie stoßen. Jetzt ist der Täter zurückgekehrt, an den Ort, an dem alles begann. Um ihn aufzuhalten, müssen die Ermittler lernen, einander zu vertrauen. Doch das ist nicht einfach, denn Ulrikes eigene Schuld führt zu einem tiefen Abgrund, in den sie niemals schauen wollte…


    Autorin (Quelle: Verlagsseite)

    Ada Fink ist das Pseudonym einer deutschen Roman- und Drehbuchautorin. Neben diversen Auszeichnungen und Nominierungen im Kino- und Fernsehbereich erreichte ihr Debütroman sogleich die Spiegel-Bestseller-Liste. Es folgten weitere erfolgreiche Veröffentlichungen unter ihrem Klarnamen. Ada Fink mag Mary Shelley und vegetarische Schnitzel, und hasst es, nachts in hell erleuchteten Räumen ohne Vorhänge zu sein. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Berlin und Brandenburg.


    Allgemeines

    Erschienen bei Wunderlich am 23. März 2021 als TB mit 448 Seiten, als Kindle Edition bereits am 1. März
    Gliederung: Prolog - 9 Kapitel entsprechend 9 Tagen, jeweils in Abschnitte gegliedert

    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven

    Handlungsort und -zeit: Wussnitz, 1993 (Prolog 1975)


    Inhalt

    Wussnitz ist ein (fiktiver) Ort in Ostdeutschland, in dem 1993 so gut wie nichts los ist. Unter den Einwohnern sind nicht Wenige Neo-Nazis, die mit Zigaretten- und Drogenschmuggel über die polnische Grenze das Geld für rechtsradikale Anschläge zu verdienen versuchen. Als im dortigen Wald die Leiche eines jungen polnischen Mädchens gefunden wird, erregt das nicht zuletzt aufgrund der besonderen Auffindesituation eine Menge Aufsehen. Das ca. zwölfjährige Mädchen wurde auf einem „Bett“ aus weißen Blüten aufgebahrt, in ihren schwer misshandelten Körper sind nordische Runen eingeritzt worden.

    Ulrike Bandow von der Polizei Wussnitz und ihr neuer Kollege Larssen aus Westdeutschland ermitteln gemeinsam in einem Fall, dessen Wurzeln offenbar in die deutsch-deutsche Vergangenheit zurückreichen. Wie sich herausstellt, ist das tote Mädchen nicht das erste Opfer eines psychopathischen Mörders und es wird auch nicht das letzte Opfer sein, falls es den Kommissaren nicht gelingt, den Täter zu stoppen, denn es wird bereits ein weiteres Kind vermisst…


    Beurteilung

    Am Anfang wird das Ermittlerteam vorgestellt. Ulrike Bandow ist in Wussnitz aufgewachsen, sie lebt mit ihrem wesentlich jüngeren Bruder Marc im Elternhaus – der Vater lebt nicht mehr, die Mutter ist nach Berlin gegangen. Das Leben in dem ostdeutschen Ort ist von Perspektivlosigkeit geprägt, auch Marc hat keine richtige Ausbildung und ist zum Missfallen seiner Schwester in rechtsradikale Kreise geraten.

    Ingo Larssen hat familiäre Probleme in Westdeutschland hinter sich gelassen und sich nach Wussnitz versetzen lassen. Die beiden Ermittler finden schnell zu einer guten Zusammenarbeit. Der Kriminalfall enthüllt allmählich ungeahnte Dimensionen und es zeichnet sich ab, dass der Mord an dem jungen Mädchen nur Teil einer Reihe von kriminellen Machenschaften, die sich über viele Jahre erstrecken, ist. Offenbar wurde während der DDR-Vergangenheit vieles vertuscht, polizeiliche Ermittlungen wurden „von oben“ ausgebremst und Ulrike kann nicht einmal mehr ihren älteren Kollegen trauen.

    Die Charaktere der beiden Protagonisten sind gründlich ausgearbeitet. Ihre Handlungen sind jedoch nicht immer nachvollziehbar, besonders Ulrike ist recht cholerisch und wirkt oft unprofessionell.

    Der Kriminalfall ist gut konstruiert und weitgehend glaubwürdig, ein Handlungsstrang um eine aus Westdeutschland zugezogene Familie, die sich offensichtlich nationalsozialistischen Idealen verpflichtet fühlt, mutet allerdings befremdlich und aus der Zeit gefallen an – die Darstellung dieser Familie im Jahr 1993 erscheint wenig realistisch.

    Der Erzählstil ist anschaulich und im Verlaufe des Romans auch von deutlich steigender Spannung geprägt.


    Fazit

    Ein von düsterer Stimmung geprägter Kriminalroman, der die Perspektivlosigkeit der jüngeren Einwohner eines ostdeutschen Ortes während der Nachwendezeit bedrückend anschaulich schildert!

    7 Punkte

    ASIN/ISBN:

    ASIN/ISBN: 3805200595

    Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    Berlin, 1957: Der Krieg liegt nun schon einige Jahre zurück, doch er hat Spuren hinterlassen im Leben von Edith, Margot und Luise. Während Margot noch immer unter dem Verlust ihrer großen Liebe leidet, kümmert Luise sich um vier Pflegekinder, die sie kurz vor Kriegsende bei einem Bombenangriff retten konnte. Und Ediths Tochter Jule hat sich als Hebammen-Schülerin beworben. In die Klinik werden immer wieder Frauen eingeliefert, die sich gezwungen sahen, zu „Engelmacherinnen“ zu gehen, um nicht als ledige Mutter zu enden. Als es dabei sogar zu Todesfällen kommt, wollen die Hebammen nicht länger tatenlos zusehen und versuchen, auf eigene Faust herauszufinden, wer hinter diesen illegalen Abtreibungen steckt.


    Autorin (Quelle: Verlagsseite)

    Hinter Linda Winterberg verbirgt sich Nicole Steyer, eine erfolgreiche Autorin historischer Romane. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern im Taunus. Im Aufbau Taschenbuch und bei Rütten & Loening liegen von ihr die Romane »Das Haus der verlorenen Kinder«, »Solange die Hoffnung uns gehört«, »Unsere Tage am Ende des Sees«, »Die verlorene Schwester«, »Für immer Weihnachten«, »Die Kinder des Nordlichts« sowie die ersten beiden Teile der großen Hebammen-Saga »Aufbruch in ein neues Leben« und »Jahre der Veränderung« vor.


    Allgemeines

    Abschließender Band der Hebammen-Tetralogie

    Erschienen am 15.03.2021 im Aufbau Taschenbuch Verlag mit 400 Seiten
    Gliederung: 35 Kapitel – Nachwort – Danksagung

    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven

    Handlungsort und -zeit: Berlin, März 1957 bis April 1959


    Inhalt

    Die drei Hebammen Luise, Margot und Edith, deren Leben der Leser bereits seit deren Ausbildung verfolgt, stehen jetzt in den letzten Jahren ihrer Berufstätigkeit. Die Frauenklinik am Mariendorfer Weg in Neukölln ist für die Zeit sehr modern und gut ausgestattet, im Jahr 1957 wird dort erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder eine Ausbildung für Hebammenschülerinnen angeboten. Drei der jungen Frauen, Ediths Tochter Jule, Helga und Marion, freunden sich dort an, so wie ihre Ausbilderinnen 40 Jahre zuvor. Neben den schönen Erlebnissen ihrer Tätigkeit müssen sie auch erschreckende Erfahrungen machen, sie erleben hautnah den Tod einiger junger Mädchen nach unsachgemäß ausgeführten Abtreibungen mit. Aufgrund öffentlicher Prüderie und mangelnden Zugriffs auf Verhütungsmittel werden relativ viele unverheiratete Frauen ungewollt schwanger. Diejenigen, die sich nicht in die Hände einer „Engelmacherin“ begeben und ihre unehelichen Kinder austragen, werden gesellschaftlich stigmatisiert, für die Jüngeren unter ihnen bleibt oft nur der Aufenthalt in einem Mutter und Kind-Heim. Sogar diejenigen, die noch „rechtzeitig“ verheiratet werden, haben nicht unbedingt das große Los gezogen. Ohne eigene Ausbildung/ Berufstätigkeit, sind sie von ihren Männern vollkommen abhängig und auf die Rolle der an das Haus gebundenen Ehefrau festgelegt.


    Beurteilung

    Grundsätzlich ist es empfehlenswert, die vier Bände der Reihe in der korrekten Reihenfolge zu lesen, da wiederholt auf Ereignisse der vorherigen drei Bände Bezug genommen wird. Im vorliegenden vierten Band geht es schwerpunktmäßig um die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Im Gegensatz zur Jugendzeit der drei älteren Hebammen ist die Gesellschaft trotz des Wirtschaftswunders und Wohlstandes rückständiger geworden. Für Frauen, die in Kriegszeiten viele beruflichen Tätigkeiten ausgeübt haben, ist als Zukunftsmodell die Ehe und Mutterschaft vorgesehen, als Ausbildung kommt bestenfalls ein Besuch einer Haushaltsschule in Betracht. Junge Frauen, die einen Beruf ergreifen wollen, bekommen Probleme mit ihren Eltern oder potenziellen Ehemännern. Die Sexualmoral ist ebenso rückständig wie verlogen, die jungen Leute haben kaum Kenntnisse über und Zugang zu Verhütungsmitteln, woraus viele ungewollte Schwangerschaften resultieren. „Engelmacherinnen“ haben Hochkonjunktur, denn offiziell sind Abtreibungen nicht erlaubt.

    Auch der Klinikalltag auf der Geburtsstation wird – wie schon in den vorherigen Bänden – anschaulich geschildert. Erkrankungen, die bekannt sind, können immer noch tödlich enden. Die Gestose kann inzwischen häufig behandelt werden, aber eine vor dem Muttermund liegende Plazenta kann vor der Einführung des Ultraschalls in die Schwangerenvorsorge auch von versierten Hebammen nicht diagnostiziert werden und endet nach wie vor oft tragisch.

    Die Charaktere der inzwischen sechs weiblichen Hauptfiguren sind differenziert ausgestaltet, allerdings wirkt ihr Verhalten gelegentlich unglaubwürdig, da es in nicht nachvollziehbarem Widerspruch zu ihren medizinischen Fachkenntnissen steht.

    Ein informatives Nachwort rundet den Abschlussband der Tetralogie ab.


    Fazit

    Ein unterhaltsamer Einblick in die deutsche Gesellschaft der Fünfzigerjahre!

    8 Punkte

    ASIN/ISBN: 3746637597

    Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    Stadt des Glanzes, Stadt des Elends

    Berlin 1920: Kurz nach den dunklen Kriegsjahren geht es in der großen Stadt drunter und drüber. Als frischgebackene Polizeiärztin lernt Magda Fuchs zunächst nur die Schattenseiten der glitzernden Metropole kennen. Schon bald stellt sie jedoch fest, dass dies die Zeit von Frauen ist, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen. So wird ihr die Fürsorgerin Ina eine Freundin, die sich ebenso wenig um Konventionen schert wie Rechtsanwältin Ruth. Einen regelrechten Kampf gegen die Tradition führt auch Celia, die sich aus einer erzwungenen Ehe zu befreien sucht. Die blutjunge Doris jedoch träumt davon, berühmt zu werden. Inmitten der kaltherzigen Millionenstadt muss sich Magda behaupten. Als sie es am wenigsten erwartet, verändert eine schicksalhafte Begegnung alles …


    Autoren (Quelle: Verlagsseite)

    Helene Sommerfeld ist das Pseudonym eines in Berlin lebenden Autoren-Ehepaars. Ihre Trilogie um die Ärztin Ricarda Thomasius hat ihre Leser mitten ins Herz getroffen und landete auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Die fesselnde Kombination aus historischer Genauigkeit und leidenschaftlichen und glaubwürdigen Figuren machen die Romane von Helene Sommerfeld zu einem mitreißenden Leseerlebnis.


    Allgemeines

    Erster Band der Trilogie „Die Polizeiärztin“

    Erscheinungstermin: 18. März 2021 bei der dtv Verlagsgesellschaft als TB mit 544 Seiten
    Gliederung: Motto - 20 mit Überschriften versehene Kapitel – Nachwort – Personenverzeichnis

    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven

    Handlungsort und -zeit: Berlin, 1920 bis 1922


    Inhalt

    Nachdem die Ärztin Magda Fuchs unter tragischen Umständen ihren Mann verloren hat, verlässt sie ihre Heimatstadt Hildesheim und nimmt in Berlin eine Anstellung als Polizeiärztin an. Dort gehört die regelmäßige Untersuchung von Prostituierten zu ihren Aufgaben, im Zuge ihrer Arbeit bekommt sie Einblick in die Lebensumstände armer Familien, in denen oft Gewalt an der Tagesordnung ist, worunter besonders die Kinder leiden.

    Celia von Liebenau ist die Tochter von Magdas Pensionswirtin, sie wurde von ihrer Mutter noch vor ihrer Volljährigkeit mit einem wohlhabenden, aber ungeliebten Mann verheiratet, obwohl sie sich immer gewünscht hatte, Medizin zu studieren wie ihr Vater.

    In der Pension wohnt auch die junge Doris Kaufmann, die als Verkäuferin arbeitet und davon träumt, berühmt zu werden. Für bestimmte Männer ist das gutgläubige Mädchen eine leichte Beute.

    Ruth Jessen ist eine Anwältin, die von Celia damit beauftragt wird, diese aus ihrer aufgezwungenen Ehe zu befreien, sie ist eine äußerst unkonventionelle Frau.


    Beurteilung

    Der erste Band der Trilogie „Die Polizeiärztin“ schildert das Leben und die Gesellschaft in Berlin zu Beginn der 1920er Jahre. Während die einfachen Menschen in prekären Verhältnissen hausen, häusliche Gewalt und Hunger an der Tagesordnung sind und Kinder nicht selten verwahrlosen, genießt die wohlhabendere Schicht nach dem Ende des Ersten Weltkrieges ihr Leben in vollen Zügen und lässt es sich in Restaurants und Tanzlokalen gut gehen. Die Frauen haben sich seit den Kriegsjahren bisher ungekannte Freiheiten erkämpft, sie sind häufig berufstätig und studieren. Sie bewegen sich zwischen traditionellen Moralanschauungen und einem zunehmend selbstbestimmten Leben. Anhand der vier weiblichen Protagonisten erhält der Leser einen guten Einblick in das Leben von Frauen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten. Am intensivsten wird dabei auf das Leben der Polizeiärztin Magda und der unwilligen Ehefrau Celia eingegangen. Magda trifft bei ihrer Arbeit immer wieder auf vernachlässigte Kinder, die – oft nach Straftaten in ihrer Familie – zu Pflegemüttern/Pflegeeltern gebracht oder der öffentlichen Fürsorge übergeben werden. Die Ärztin fühlt sich diesen Kindern gegenüber verpflichtet, gemeinsam mit der Fürsorgerin Ina versucht sie, für die Kinder eine sichere Unterbringung zu gewährleisten und für psychisch verstörte Minderjährige eine Behandlung zu organisieren.

    Die Charaktere der vier Frauen sind individuell ausgestaltet, die Verfolgung ihrer anschaulich beschriebenen Lebenswege vermittelt einen lebendigen Eindruck des Lebens in der deutschen Hauptstadt vor hundert Jahren.

    Neben den fiktiven Hauptfiguren treten auch ein paar reale historische Frauenpersönlichkeiten auf, die seinerzeit für Aufsehen und Skandale sorgten.

    In ihrem Nachwort geben die Autoren Hintergrundinformationen zur Epoche der „Goldenen Zwanziger“, außerdem ist ein Personenverzeichnis nachgestellt, das im Vorspann vielleicht besser platziert wäre.


    Fazit

    Ein lesenswerter Auftakt einer Trilogie über das Leben von Frauen verschiedener Gesellschaftsschichten im Berlin der 1920er Jahre!

    8 Punkte


    ASIN/ISBN: 3423262974


    Vorzeitige Rezension mit Genehmigung durch Vorablesen

    Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    Auf einer Insel im schwedischen Schärengarten werden auf einer Baustelle menschliche Knochen gefunden. Thomas Andreasson und sein Kollege Aram ermitteln, sie überprüfen zunächst die Vermisstenakten, und tatsächlich gelten zwei Frauen seit Jahren als vermisst: die 17-jährige Astrid und die 35-jährige Siri. Ist tatsächlich eine der Frauen einem Verbrechen zum Opfer gefallen und liegt auf der Insel begraben? Eine akribische Ermittlung beginnt… […]

    Nora Linde ist nach einem tragischen Strafverfahren krankgeschrieben. Von Albträumen geplagt, kann sie nicht aufhören, über ihr Versagen nachzudenken. Als sie von den Ermittlungen auf Telegrafholmen erfährt, stürzt sie sich in die Arbeit und ermittelt auf eigene Faust, was ihre Freundschaft zu Thomas auf eine harte Probe stellt. Irgendjemand auf der Insel kennt die Wahrheit. Doch müssen noch mehr Menschen sterben, bevor sie ans Licht kommt?


    Autorin (Quelle: Verlagsseite)

    Viveca Sten war Chefjuristin bei der dänischen und schwedischen Post, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie wohnt mit Mann und drei Kindern vor den Toren von Stockholm. Seit sie ein kleines Kind war, hat sie die Sommer auf Sandhamn verbracht, wo ihre Familie seit mehreren Generationen ein Haus besitzt. Ihre Sandhamn-Krimireihe feiert weltweit Erfolge und wurde fürs ZDF verfilmt.


    Allgemeines

    10. Band der Reihe um Thomas Andreasson und Nora Linde

    Titel der Originalausgabe:“I hemlighet begravd“, ins Deutsche übersetzt von Dagmar Lendt

    Erschienen am 4. März 2021 bei KiWi-Paperback als broschiertes TB mit 416 Seiten
    Gliederung: Karten der Schärengarten-Inseln – Prolog – 104 Kapitel – Zwischenkapitel mit Rückblenden – Danksagung

    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven

    Handlungsort und -zeit: Sandhamn, im Sommer 2016, Rückblenden zum Sommer 2006


    Inhalt

    Auf Telegrafholmen, einer bisher unbewohnten kleinen Schäreninsel gegenüber Sandhamn, werden bei Bauarbeiten im Sommer 2016 Teile eines menschlichen Skeletts gefunden. Thomas Andreasson und sein Team, die den Fall untersuchen sollen, wissen zunächst nicht einmal, ob die Knochen zum Skelett eines Mannes oder einer Frau gehören. Da es zumindest klar erscheint, dass die menschlichen Überreste schon seit Jahren auf der Insel begraben waren, wird zunächst die Vermisstenkartei gesichtet. Zwei Vermisstenfälle, weibliche Personen betreffend, stechen sofort ins Auge: Seit dem Sommer 2006 sind eine 35-jährige Ehefrau namens Siri und eine 17-jährige namens Astrid verschwunden. In beiden Familien gab es seinerzeit Konflikte, die sowohl auf Selbstmord als auch auf Mord hindeuten könnten und es mangelt nicht an Tatverdächtigen.

    Nora Linde, die seit ihrem letzten Fall traumatisiert und krankgeschrieben ist, leidet unter psychischer Instabilität und trinkt zuviel Alkohol, um ihre Ängste zu betäuben. Der Alkoholkonsum belastet ihre Partnerschaft, noch kritischer ist aber ihre unautorisierte Einmischung in den Fall der nicht identifizierten Leiche, die ihre Freundschaft zu Thomas Andreasson auf eine harte Belastungsprobe stellt…


    Beurteilung

    Der Roman nimmt gelegentlich Bezug auf die Vorgeschichte der beiden Protagonisten Thomas und Nora, besonders im Hinblick auf Noras derzeitige außergewöhnliche Verfassung wird auf den neunten Band verwiesen. Dennoch kann man der Handlung auch ohne Vorkenntnisse folgen, der aktuelle Kriminalfall ist in sich abgeschlossen.

    In die fortlaufende Handlung, die sich im Sommer 2016 abspielt, sind Rückblenden ins Jahr 2006 eingefügt, diese Kapitel sind mit „Siri“ oder mit „Astrid“ überschrieben. Diese Erzählungen schildern aus der Sicht der beiden vermissten Frauen die Ereignisse des Sommers 2006, wodurch der Leser einen Wissensvorsprung vor den Ermittlern erhält, ohne jedoch die Auflösung zu früh absehen zu können.

    Die Romanfiguren sind wie immer in ihren Charakteren gründlich ausgestaltet, wobei Noras Kontrollverlust ein wenig überspitzt anmutet.

    Durch die alternierenden Handlungsstränge, Thomas und Kollegen ermitteln im Fall der vermissten Siri und Nora kümmert sich um den Vermisstenfall Astrid, gestaltet sich die Lektüre sehr abwechslungsreich und kurzweilig. Die eingeschobenen Rückblenden tragen ebenfalls dazu bei, den Leser zu fesseln. Zudem ist dieser Krimi stellenweise von einer für einen skandinavischen Kriminalroman außergewöhnlich hohen Spannung gekennzeichnet.

    Die beigefügten Karten vom Schärengarten und von Sandhamn erleichtern die geographische Orientierung.


    Fazit

    Ein fesselnder Kriminalroman mit vielen Spannungshöhepunkten, den man ungern vor dem Ende aus der Hand legt!

    9 Punkte

    ASIN/ISBN: 3462052179

    Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    In the year 1012, England’s Norman-born Queen Emma has been ten years wed to an aging, ruthless, haunted King Æthelred. The marriage is a bitterly unhappy one, between a queen who seeks to create her own sphere of influence within the court and a suspicious king who eyes her efforts with hostility and resentment. But royal discord shifts to grudging alliance when Cnut of Denmark, with the secret collusion of his English concubine, Elgiva, invades England at the head of a massive viking army. Amid the chaos of war, Emma must outwit a fierce enemy whose goal is conquest, and outmaneuver the cunning Elgiva, who threatens all those whom Emma loves.


    Autorin (Quelle: Info im E-Book)

    Patricia Bracewell taught literature and composition before embarking upon her writing career. A lifelong fascination with British history and a chance, on-line reference to an unfamiliar English queen led to years of research, a summer history course at Downing College, Cambridge, and the penning of SHADOW ON THE CROWN and THE PRICE OF BLOOD, the first two books in her trilogy about the 11th century queen of England, Emma of Normandy. As writer-in-residence at Gladstone's Library in Wales, Patricia conducted research for the final book of her trilogy, THE STEEL BENEATH THE SILK, to be published in May, 2021. She lives with her husband in Northern California. Visit her website at http: //www.patriciabracewell.com/


    Allgemeines

    Dritter Band der Emma von der Normandie-Trilogie

    Erscheinungstermin: 2. März 2021 bei Bellastoria Press als TB mit 436 Seiten
    Gliederung: Personenverzeichnis – Glossar – Landkarte Englands – Stadtplan des mittelalterlichen London – Prolog – Roman in fünf Teilen mit insgesamt 49 Kapiteln – Autorennachwort – Autoreninfo

    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven

    Handlungsorte und -zeit: England, Normandie, Dänemark, 1012 bis 1017


    Inhalt

    Der abschließende Band der Trilogie befasst sich mit den Ereignissen der letzten Regierungsjahre von König Æthelred. Der dänische König Sven Gabelbart und sein Sohn Cnut haben ihre Pläne hinsichtlich einer Invasion Englands nicht aufgegeben, unterstützt werden sie von Cnuts englischer Geliebten Elgiva, die Æthelred hasst, seitdem er enge Familienangehörige töten ließ. Der alternde König bringt nicht die Energie auf, gegen die Dänen zu Felde zu ziehen, was zu Konflikten mit seinen erwachsenen Söhnen aus erster Ehe führt, die sich ihr Erbe nicht von den Dänen stehlen lassen wollen. Königin Emma fürchtet unterdessen nicht nur eine dänische Invasion, sondern auch um das Leben ihrer Söhne Edward und Alfred, deren Leben als potenzielle weitere Thronfolger sowohl durch die Dänen als auch durch ihre älteren Halbbrüder gefährdet ist.


    Beurteilung

    Der abschließende Band der Trilogie um Emma von der Normandie schließt inhaltlich eng an die Ereignisse der beiden vorherigen Bände an und sollte deshalb erst im Anschluss an diese gelesen werden. Dem Roman sind ein umfangreiches Personenverzeichnis und ein Glossar vorangestellt, was sich angesichts der ungewohnten angelsächsischen Namen als hilfreich erweist.

    Auch in diesem Band hat die Autorin wieder die Angelsächsische Chronik als Quelle genutzt, wiederholt sind einigen Kapiteln Zitate aus dieser Chronik vorangestellt, die den Leser auf die folgenden Ereignisse einstimmen. Die Charaktere der Romanfiguren sind über die Fakten hinaus fiktiv ausgestaltet, wobei die meisten Personen differenziert dargestellt sind – besonders im Falle von Cnut gelingt dies sehr gut. Æthelred und Elgiva werden sehr negativ gezeichnet und Eadric, einer der Schwiegersöhne des Königs, besetzt die Rolle des Erzschurken. Er ist ein verlogener Verräter, der keinerlei Loyalität kennt und seine Dienste immer dem Meistbietenden verkauft. Durch diese ganzen Intrigen und Machtkämpfe ist der Roman größtenteils recht spannend.

    Der Erzählstil ist anschaulich und bietet dem Leser einen guten Einblick in die ferne angelsächsische Zeit.


    Fazit

    Ein lesenswerter Abschluss einer Trilogie, die interessante Einblicke in die angelsächsische Epoche gibt!

    8 Punkte

    ASIN/ISBN: B08P5892K9

    Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    […] Die außergewöhnlich dramatischen Jahrzehnte zwischen 1840 und 1918 markieren eine Wendezeit, die bis heute unser Dasein und Leben prägen. Innerhalb dieser Jahre entwickelte sich die moderne Medizin und veränderte das Verhältnis des Menschen zu seinem Körper und dessen Leiden nachhaltig. Heilungserfolge wurden möglich, an die bisher nicht zu denken gewesen war, und schufen die Grundlage unseres heutigen Lebens. Es waren Forscher, Mediziner und Ärzte wie Koch, Semmelweis und Morton, die unsere Moderne begründeten. Diese Pioniere der Gegenwart zu begleiten heißt auch, sich auf eine Zeitreise in eine atemberaubende Epoche zu begeben – in der die Eisenbahn und das Dampfschiff den Menschen zu fernen Horizonten brachten, in der die Welt wahrhaft globalisiert wurde und in der neue Gedanken und Überzeugungen zu Umbruch und Revolution führten. Doch der Mensch bleibt der Mensch und die Natur lässt sich nicht endgültig bezwingen: Am Ende der hoffnungsvollen Epoche stehen eine von Staatsmännern geschaffene Katastrophe und, fast wie ein tragisches Nachwort zur Saga der Triumphe, eine von Viren verursachte Pandemie: die Spanische Grippe.


    Autor (Quelle: Verlagsseite)

    Ronald D. Gerste, geboren 1957, ist Arzt, Historiker und Amerikakenner. Er lebt als Buchautor und Wissenschaftskorrespondent in Washington, D.C. Er schreibt u. a. für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Neue Zürcher Zeitung und DIE ZEIT. Bei Klett-Cotta erschienen u. a. »Wie Krankheiten Geschichte machen« und »Trinker, Cowboys, Sonderlinge - Die 12 seltsamsten Präsidenten der USA«.


    Allgemeines

    Erschienen bei Klett-Cotta am 20. Februar 2021 als HC mit 400 Seiten
    Gliederung: Prolog – 23 Kapitel, Zusatzkapitel „Schicksale“ – Epilog – Zeitstrahl – Anmerkungen – Bildnachweis – Namen- und Sachregister


    Beurteilung

    Wie schon bei dem Sachbuch „Wie Krankheiten Geschichte machen“ ist es auch beim vorliegenden Werk von Ronald Gerste ersichtlich, dass der Autor sowohl Mediziner als auch Historiker ist. Er beleuchtet nicht nur die wichtigsten medizinischen Entwicklungen und Erfindungen des fortschrittsträchtigen 19. Jahrhunderts, sondern setzt diese auch mit den technischen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen der Epoche in sinnvolle Zusammenhänge. So wird gleich zu Beginn die Erfindung der Fotografie thematisiert, eine Entwicklung, die auch auf die Medizin Einfluss nimmt, als es erstmals möglich wird, Mikroskopiertes zu fotografieren, statt es nur zu zeichnen und Krankheitsbilder am Patienten fotografisch zu dokumentieren. Infolge dieser Neuerung kann auch Studienmaterial für angehende Ärzte viel anschaulicher gestaltet werden.

    Die bahnbrechendsten Neuerungen im Bereich der Medizin des 19. Jahrhunderts waren die Einführung der Anästhesie ab den 1840er Jahren und der Antisepsis und Asepsis ab den 1860er Jahren. Hier werden nicht nur die Entwicklungen neuer Operationsmethoden geschildert, sondern auch die großen Ärztepersönlichkeiten, denen die Menschheit diese verdankt, angemessen gewürdigt. Des Weiteren widmet sich der Autor den Fortschritten in der Bakteriologie, hier werden die Entdeckung der Cholera- und Tuberkulose-Erreger geschildert. Interessant sind auch die Ausführungen über Verbesserungen im zunehmend strukturierten Pflegewesen (Krimkrieg, Florence Nightingale), die Gründung des Roten Kreuzes sowie technische Erfindungen, die der fachärztlichen Spezialisierung (z.B. Augenspiegel in der Augenheilkunde) zuträglich sind. Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert eröffnen sich mit der Entdeckung der Röntgenstrahlung neue, bisher undenkbare Möglichkeiten von Diagnose und Therapie. Alle diese Entwicklungen/Entdeckungen werden vor dem Hintergrund der zunehmenden Industrialisierung präsentiert. Die „moderne Zeit“ mit schnellerem Arbeitstakt (Fabriken), Mobilität (Eisenbahn) und politischem Wandel führt bei vielen Patienten zu psychosomatischen Erkrankungen, bzw. Burnout, in der Medizin werden daraufhin neue Wege in der Behandlung psychischer Erkrankungen beschritten.

    Zwischen einigen Kapiteln befinden sich Abschnitte mit der Überschrift „Schicksale“, hier geht es um Persönlichkeiten, deren Schicksal mit bestimmten medizinischen Fortschritten zeitlich verknüpft ist. So wird zum Beispiel im Kapitel über die erste Herznaht am lebenden Menschen durch Ludwig Rehn auf das tragische Ende der österreichischen Kaiserin Elisabeth eingegangen, die möglicherweise hätte gerettet werden können, wenn man ihre Verletzung sofort erkannt und behandelt hätte.

    Im Epilog geht der Autor abschließend auf die Ähnlichkeiten und Unterschiede zweier Pandemien, der Spanischen Grippe von 1918 bis 1920 und der aktuellen Corona-Pandemie, ein.

    „Die Heilung der Welt“ ist sehr anschaulich, oft mit humorvollem Unterton und ohne jede Trockenheit geschrieben und entfaltet vor den Augen des Lesers ein farbenprächtiges Panorama der Jahre zwischen 1840 und dem Ersten Weltkrieg, das neben faszinierenden medizinischen Fortschritten auch technische Innovationen sowie politische und gesellschaftliche Entwicklungen aufgreift.

    Eine überaus lohnende Lektüre für historisch interessierte Leser!

    10 Punkte

    ASIN/ISBN: B08L1GHYFH

    Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    Die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele Zwei Tote, der eine ertrunken in einem See, der andere erstickt in einem Kühlschrank. Die Parallelen zwischen den Fällen sind frappierend: Hier wie dort stirbt ein schwer traumatisierter Mann unter Umständen, die an jenes Erlebnis erinnern, das die Traumatisierung ausgelöst hat. Handelt es sich wirklich um Suizide, wie es die Obduktion nahelegt und der Psychoanalytiker Dr. Hanning bestätigt? Genau das bezweifelt die Münchner Mordermittlerin Katja Sand. Doch je tiefer Katja gräbt, desto mehr wird sie von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt.

    Autor (Quelle: Verlagsseite)

    Christoph Wortberg studierte Philosophie, Germanistik und Geschichte und ist ausgebildeter Schauspieler. Verschiedene Rollen am Theater und im Fernsehen, daneben Hörbuchsprecher. Seit vielen Jahren Drehbuchautor, u.a. für den Kölner »Tatort«, sowie Autor von Jugendromanen. Christoph Wortberg lebt in Köln.


    Allgemeines

    Erster Band einer Trilogie um Ermittlerin Katja Sand

    Erschienen am 19. Februar 2021 bei der dtv-Verlagsgesellschaft als TB mit 368 Seiten
    Gliederung: Roman in drei Teilen mit insgesamt 46 Kapiteln – Danksagung – Leseprobe zum Folgeroman „Trauma-Kein Vergessen“

    Erzählung in der dritten Person, größtenteils aus der Perspektive von Katja Sand

    Handlungsort und -zeit: München, in der Gegenwart


    Inhalt

    Ein Mann ist in einem See ertrunken, sein Schlauchboot weist einen absichtlich gesetzten, glatten Schnitt auf. Bei der Obduktion des Toten wird keine äußerliche Gewalteinwirkung festgestellt, alles deutet auf einen Selbstmord hin. Katja Sand und ihr Kollege Rudi Dorfmüller sind angesichts der merkwürdigen Umstände jedoch nicht von einem Selbstmord überzeugt, zumal sie herausfinden, dass August Hirschberger, der zuvor bei der Marine war, nach einem Vorfall, bei dem er vor der libyschen Küste beinahe ertrunken war, schwer traumatisiert war und im Falle eines Suizids wohl eher eine andere Todesart gewählt hätte. Nachdem Katjas Chef wegen der Ermittlungen im Umfeld der Bundesmarine Ärger bekommt, wird der Fall als Selbstmord ad acta gelegt. Doch kurz darauf wird ein weiterer Toter aufgefunden, dieser Mann ist – eingesperrt in einem großen Kühlschrank – erstickt. Auch er hatte zuvor ein Trauma davongetragen, als er bei einer Lawine verschüttet wurde. Katja ist nun endgültig davon überzeugt, es mit zwei Mordfällen zu tun zu haben. Gegen die Widerstände ihrer Vorgesetzten ermittelt sie weiter.


    Beurteilung

    Die Handlung ist passend zu drei verschiedenen Todesarten in drei Hauptteile gegliedert. Zu Beginn eines jeden Teils findet sich ein Abschnitt, der nicht zur fortlaufenden Handlung gehört, sondern in einer Rückblende Szenen aus dem Leben eines dreijährigen Kindes, das mit einer liebevollen Mutter und einem alkoholsüchtigen, gewalttätigen Vater aufwächst, zeigt. Der Zusammenhang dieser Vorgeschichte mit den aktuellen Ereignissen erschließt sich erst nach und nach.

    Die Charakterisierung der Protagonistin Katja Sand ist sehr ausgefeilt, die Ermittlerin ist alleinerziehende Mutter einer fünfzehnjährigen Tochter, von deren Vater sie sich während der Schwangerschaft getrennt hat. Auch in ihrem Leben hat es seinerzeit ein traumatisches Ereignis gegeben, das nie direkt angesprochen wird, auf das sich der Leser jedoch nach und nach einen Reim machen kann. Infolge ihrer persönlichen Situation ist Katja eine sehr behütende, dabei aber auch zu kontrollierende Mutter, die darunter leidet, nicht genug Zeit für ihre Tochter zu finden. Auch die weiteren wichtigsten Romanfiguren sind in Bezug auf ihre Charaktere detailliert angelegt.

    Der Erzählstil ist sehr anschaulich und stellenweise, besonders gegen Ende des Romans, recht spannend. Die Vorgehensweise von Katja wirkt hier allerdings sehr leichtsinnig und damit nicht vollkommen glaubwürdig.

    Besonders berührend sind die Abschnitte aus dem Leben des Kleinkindes sowie einige Fakten um die Ermittlungen im Falle des Ertrunkenen, die beim Leser Erschütterung und Wut hervorrufen dürften.

    Die Leseprobe zum zweiten Teil im Anhang deutet darauf hin, dass der erste Band nicht vollständig in sich abgeschlossen ist und dass man unbedingt mit dem ersten Band beginnen sollte.


    Fazit

    Ein lesenswerter, spannend unterhaltender Einstieg in eine Reihe, die sich dem Thema „Traumata“ verschrieben hat!

    8 Punkte

    Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon)

    Es ist nie zu spät, einem toten Kind Gerechtigkeit widerfahren zu lassen ... Eine junge Frau ist spurlos verschwunden. Verzweifelt wenden sich ihre Großeltern an den pensionierten Kommissar Konráð, den sie von früher kennen. Sie wissen, dass ihre Enkelin Drogen geschmuggelt hat, und nun ist sie unauffindbar. Eigentlich hat Konráð mit seiner beruflichen Vergangenheit abgeschlossen und widmet sich vor allem seiner eigenen Familiengeschichte. Doch als er bei seinen Recherchen auf ein kleines Mädchen stößt, das vor Jahrzehnten im Reykjavíker Stadtsee Tjörnin ertrunken ist, will er die Wahrheit unbedingt ans Licht zu bringen. War der Tod des Mädchens wirklich nur ein tragischer Unfall? Und gibt es eine Verbindung zum Verschwinden der jungen Frau?


    Autor (Quelle: Amazon)

    Island ist hierzulande eher für Vulkane, stämmige Pferde und Feen bekannt als für seine Literatur. Als eine der wenigen Ausnahmen hat es der Autor Arnaldur Indriðason geschafft, auch im Ausland erfolgreich Fuß zu fassen. In seinen Romanen um Kommissar Erlendur ist das schroffe Island ein Ort des Schreckens. Autor Indriðason (*1961) hat mit diesen Krimis einige renommierte Preise eingeheimst, u. a. den „Gold Dagger Award“. Dabei war das erste Buch für den Journalisten und Filmkritiker Indriðason eigentlich nur „ein Versuch“. Da dieser so positiv ausfiel, verdient der Isländer seine Brötchen inzwischen als Autor. Er lebt mit seiner Familie in Reykjavik.


    Allgemeines

    Zweiter Band um den pensionierten Polzisten Konráð

    Titel der Originalausgabe: „Stúlkan hjá brúnni“, ins Deutsche übersetzt von Anika Wolff

    Erschienen am 28. August 2020 bei Lübbe als HC mit 384 Seiten
    Gliederung: Roman in 63 Kapiteln

    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven

    Handlungsort und -zeit: Reykjavík, um 2016


    Inhalt

    Im zweiten Band, in dem der pensionierte Polizist Konráð im Mittelpunkt der Handlung steht, ermittelt dieser in drei Fällen. Freunde seiner verstorbenen Frau Erna bitten ihn um Hilfe, als ihre zwanzigjährige Enkelin, die bei ihnen aufgewachsen ist, nicht mehr zu erreichen ist. Konráð, der noch Kontakt zur aktiv im Dienst befindlichen Kollegin Marta hat, unterstützt diese, doch leider können sie den bangenden Großeltern keine erfreulichen Ergebnisse liefern.

    Außerdem versucht Konráð weiterhin – wie schon im vorherigen Band – den ungeklärten Todesumständen seines Vaters, der im Jahr 1961 erstochen wurde, nachzugehen. Zu diesem Zweck trifft er sich regelmäßig mit Eygló, der Tochter eines Mannes namens Engilbert, mit dem Konráðs Vater in zwielichtige Geschäfte verwickelt war. Bei diesen Recherchen stößt er nicht nur auf unangenehme Erkenntnisse über seinen Vater, sondern auch auf den ebenfalls ungeklärten Todesfall eines zwölfjährigen Mädchens namens Nanna, dessen Leiche 1961 im Reykjavíker Stadtsee gefunden wurde. Die Puppe des Mädchens sei, so zumindest die offizielle Theorie in den Akten, von der Brücke über den Tjörnin ins Wasser gefallen und das Mädchen habe wohl versucht, sie aus dem Wasser zu holen und sei dabei ertrunken. Aus diversen Gründen hegt Konráð Zweifel an der Unfalltheorie, doch er sieht sich Problemen gegenüber: Bei der Polizei interessiert man sich nicht für diese uralte Geschichte, die Beteiligten sind inzwischen verstorben oder hochbetagt und der Obduktionsbericht des Mädchens ist merkwürdigerweise aus dem Archiv verschwunden…


    Beurteilung

    Der Roman schließt mindestens in einem Handlungsstrang an den Vorgängerband „Verborgen im Gletscher“ an, deswegen ist es ratsam, diesen zuerst zu lesen. Die Handlung ist mit verschiedenen Handlungssträngen und Zeitebenen sehr komplex, es bedarf einer gewissen Konzentration, um den Überblick über alle Details zu behalten. Bedauerlicherweise sind die jeweiligen Kapitel nicht mit Zeitangaben betitelt, sodass man sich nicht immer sofort darüber im Klaren ist, ob die geschilderten Szenen sich in der Gegenwart oder einige Jahrzehnte zuvor abspielen.

    Der Perspektivwechsel, verbunden mit einem für den Autor ungewöhnlich hohen Spannungspotenzial, sorgt jedoch auch dafür, dass die Lektüre extrem fesselnd ist und keine Längen empfunden werden. Die Handlung ist nicht nur sehr geschickt konstruiert, sondern wird auch rasanter als sonst präsentiert, manche Szenen erinnern an einen Thriller.

    Konráð ist ein sehr sympathischer Mensch, der sich auch seiner Fehler bewusst ist, seine differenzierte Charakterdarstellung überzeugt in jeder Hinsicht. Mit seiner Bekannten Eygló, die das zweite Gesicht hat, kommt ein Hauch des Übernatürlichen ins Spiel, der dem Roman eine angenehme Würze verleiht.

    Wie immer ist auch hier eine gewisse Gesellschaftskritik zu finden, indem ein leider zeitloses gesellschaftliches Problem thematisiert und angeprangert wird.

    Eine Island-Karte im vorderen und ein Stadtplan von Reykjavík im hinteren Einband erleichtern dem Leser die geographische Orientierung.


    Fazit

    Ein inhaltlich komplexer und erzähltechnisch erstaunlich spannender Kriminalroman, dessen Lektüre Konzentration erfordert und fesselnde Unterhaltung bietet!

    9 Punkte

    ASIN/ISBN: 9783785727119

    Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon)

    Orphaned young, H is sent to live with her doting aunt in London. H’s life is a happy one until her lecherous cousin robs her of her innocence, and the plague takes away the city and the people she loves. H is cast out – friendless, pregnant and destitute – into the rapidly emptying streets of London under quarantine.

    Forced to fend for herself, she is determined to gain back the life she lost. H will face a villain out for revenge, find love in the most unexpected places, and overcome a betrayal that she never could have foreseen. Weathering it all, can H charm, or scheme, her way to the life of freedom and independence that she longs for?


    Autorin (Quelle: Amazon)

    Sarah Burton was the course director of Cambridge University&;s MSt in Creative Writing. She has written for BBC History Magazine and done reviews for the Times, Spectator, Guardian and Independent.


    Allgemeines

    Erschienen am 1. Mai 2020 bei Legend Press als Kindle Version, entsprechend einem Druckumfang von 363 Seiten
    Gliederung: Prolog – Roman in drei Teilen mit insgesamt 79 Kapiteln – Danksagung

    Ich-Erzählung der Protagonistin H.

    Handlungszeit und -ort: London, in den Jahren ab 1665


    Inhalt

    H. wächst mit mehreren Schwestern in einer konservativen Familie auf. Ihre ältesten Schwestern Clarissa und Diana sind bereits mit zwei selbstgerechten Biedermännern verheiratet, die Schwestern Grace und Frances verlassen mehr oder weniger freiwillig das Elternhaus, nachdem Grace ein uneheliches Kind erwartet. Nur Evelyn und H. bleiben im Elternhaus, bis auch der strenge Vater stirbt und die Mädchen Vollwaisen sind. Ihre Tante Madge nimmt die beiden auf, dort leben sie zufrieden, bis die Zwillingssöhne ihrer Tante aus dem Studium heimkehren. Einer von ihnen, Roger, ist ein Lebemann und Nichtsnutz, er vergewaltigt und schwängert H. Während sie noch überlegt, wie sie vorgehen soll, bricht in London die Pest aus. Als Evelyn stirbt und Roger und seine hartherzige Frau H. aus dem Haus werfen, ist sie ganz auf sich allein gestellt…


    Beurteilung

    Der Roman erinnert trotz unterschiedlicher Handlungsverläufe in mancher Hinsicht an „Moll Flanders“, den 1722 erschienenen Klassiker von Daniel Defoe. Auch hier sieht sich eine junge Frau den Widrigkeiten eines Lebens im London des 17. Jahrhunderts ausgesetzt.

    H. ist eine zunächst naive, aber intelligente und anpassungsfähige junge Frau, die das Herz auf dem rechten Fleck hat und viel Empathie mit Menschen hat, denen es noch schlechter geht als ihr selbst. Ungeachtet ihrer strengen Erziehung ist sie pragmatisch und zögert nicht, den Beruf einer Prostituierten zu ergreifen, um ihr Überleben zu sichern. Zunächst findet sie Unterschlupf im Bordell von Mother Cresswell, aber es ist ihr Ziel, sich unabhängig zu machen und nur noch wenige, gut betuchte „Klienten“ zu haben.

    Aus der Sicht von H. erlebt der Leser den Ausbruch der Pest 1665 und den Großen Brand von London (1666) mit. Das Leben der Londoner Bevölkerung Mitte des 17. Jahrhunderts wird anschaulich geschildert, ein besonderes Augenmerk liegt dabei auch auf dem Theater, in diesem Bereich der Kultur ergeben sich neue Entwicklungen. Wurden Frauenrollen in Theaterstücken zuvor nur mit Männern besetzt, treten jetzt auch Frauen als Schauspieler auf. Der Ruf dieser Schauspielerinnen ist nicht der beste, man sagt ihnen einen liederlichen Lebenswandel nach. Allerdings wird auch deutlich, dass das Leben von Schauspielerinnen und sogar von (selbstbestimmten) Prostituierten in vieler Hinsicht angenehmer ist als das „ehrbarer“ Ehefrauen. Diese verlieren mit der Heirat jegliches Recht über ihre Körper und ihr Vermögen und müssen sich allzu oft demütigen, betrügen und misshandeln lassen.

    Sehr schön stellt die Autorin die Bigotterie und Heuchelei sogenannter „anständiger Leute“ heraus, ein zeitloses Phänomen, das man auch heute noch bei Geistlichen und Politikern beobachten kann.


    Fazit

    Ein lesenswerter Roman, der anhand des Schicksals einer liebenswerten, aber auch energischen Protagonistin Einblick in die Londoner Gesellschaft Mitte des 17. Jahrhunderts gibt!

    8 Punkte

    ASIN/ISBN: B07YWT8T3H

    Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    Cork, 1923. Der Fluss Lee spült der Nonne Mutter Aquinas eine junge Frau vor die Füße, im feinen, seidenen Ballkleid - und ganz offensichtlich tot. Die resolute Mutter Oberin verständigt umgehend Sergeant Patrick Cashman, einen ehemaligen Klosterschüler von ihr, der neben einem scharfen Verstand auch einen besonderen Blick fürs Detail besitzt. Nicht umsonst: Am Hals der Toten finden sich Strangulationsmale. Es dauert nicht lange, und der obduzierende Arzt – der unorthodoxe jüdische Dr. Scher – bestätigt die Vermutung, dass die junge Frau ermordet wurde. Auch ist die Identität der Toten schnell geklärt: die als vermisst gemeldete Angelina Fitzsimon, die zwanzigjährige Tochter eines respektablen Teehändlers aus Cork, die kurz davor stand, ein Vermögen zu erben. Als Dr. Scher im Saum von Angelinas Ballkleid eine Fahrkarte für die Mitternachtsfähre nach Liverpool entdeckt, ahnt die Mutter Oberin, dass hinter dem Mord an der jungen Frau mehr steckt, als es den Anschein hat. Gemeinsam mit Sergeant Cashman und Dr. Scher geht die Nonne der Sache auf den Grund – und kommt dem Mörder bald näher, als ihr lieb ist …


    Autorin (Quelle: Verlagsseite)

    Cora Harrison hat als Lehrerin gearbeitet, bevor sie auf eine Farm im Westen Irlands zog und anfing, historische Romane zu schreiben. «Ein niederträchtiger Mord» ist der erste Band ihrer Reihe um die ermittelnde Nonne Mutter Aquinas.


    Allgemeines

    Erster Band der Reihe um Mutter Aquinas

    Titel der Originalausgabe: „A Shameful Murder“, ins Deutsche übersetzt von Sabine Schilasky

    Erscheinungstermine: Kindle Ausgabe 1. Januar 2021, Printausgabe 26. Januar 2021 im Rowohlt Verlag als TB mit 368 Seiten
    Gliederung: Roman in 26 nummerierten Kapiteln, jeweils mit einem vorangestellten lateinischen Zitat von Thomas von Aquin (mit deutscher Übersetzung)

    Erzählung in der dritten Person aus der Perspektive von Mutter Aquinas

    Handlungsort und -zeit: Cork, Irland, 1923


    Inhalt

    Mutter Aquinas, eine Nonne Ende Sechzig, stammt ursprünglich aus der besseren Gesellschaft Corks und pflegt über ihre Cousine Lucy noch zahlreiche Kontakte zu Menschen außerhalb des Klosters, darunter auch ehemalige Klosterschüler*innen. Einer davon ist Sergeant Patrick Cashman, Sohn einer armen Familie, der die Polizeilaufbahn eingeschlagen hat. Als im Bereich des Klosters die Leiche einer jungen Frau in einem vornehmen Abendkleid angespült wird, verständigt sie ihn sofort, denn sie hat den Eindruck, dass man es sich hier nicht mit einem tragischen Unfall zu tun hat. Bei der Toten handelt es sich offenbar um Angelina Fitzsimon, die Tochter eines wohlhabenden Teehändlers, von deren Ableben mehrere Menschen profitierten könnten. Ihr Bruder würde in diesem Fall das eigentlich Angelina zugedachte Erbe der Großmutter bekommen. Ihr Vater wollte Angelina mit einem von ihr unerwünschten Mann verheiraten, diesen Plänen wollte sie sich augenscheinlich durch eine Reise nach Liverpool entziehen, was für die beiden Männer ein Mordmotiv darstellen könnte. Und schließlich wird bei der Obduktion festgestellt, dass die Tote schwanger war, mit dem unbekannten Vater des Kindes kommt ein weiterer Verdächtiger ins Spiel…


    Beurteilung

    Bei „Ein niederträchtiger Mord“ handelt es sich eher um eine Erzählung als um einen Krimi. Die Handlung spielt sich vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen ab und bietet damit einen guten Einblick in das Leben der Bürger von Cork vor knapp hundert Jahren, ein Leben, das für viele Einwohner von extremer Armut geprägt ist und in dem politische Unruhen und lebensgefährliche Situationen auf der Straße nichts Außergewöhnliches sind.

    Der Kriminalfall ist gründlich konstruiert, aber es geht leider mit den Ermittlungen nur schleppend voran. Mutter Aquinas, eine facettenreich ausgestaltete Protagonistin, die das Herz am rechten Fleck hat, ist weitaus mehr außerhalb ihres Klosters unterwegs als es für eine Ordensfrau glaubwürdig erscheint. Durch die ständig in den Text eingeschobenen Reminiszenzen der Nonne in Bezug auf ihre gemeinsam mit ihrer Cousine Lucy verlebte Jugend wird der Handlungsstrang um den Mord sehr ausgebremst, erst gegen Ende des Romans kommt ein wenig Spannung auf. Die Darstellung des gesellschaftlichen Wandels der letzten 50 Jahre, besonders hinsichtlich des Lebens der irischen Frauen, ist interessant, wenn auch einige Details aus der Jugend von Lucy und Mutter Aquinas ein wenig zu konstruiert wirken.


    Fazit

    Als Erzählung über die gesellschaftliche und politische Lage im Irland der 1920er Jahre lesenswert, als Krimi etwas zäh und spannungsarm!

    7 Punkte

    ASIN/ISBN: B0882M865M

    Die deutsche Ausgabe erscheint am 21. Januar 2021, die Kindle-Ausgabe ist schon verfügbar.


    Kurzbeschreibung zur deutschen Ausgabe

    Einige Türen sind aus einem bestimmten Grund verschlossen ...

    England, 1866: Als Elsie den reichen Erben Rupert Bainbridge heiratet, glaubt sie, nun ein Leben im Luxus vor sich zu haben. Doch nur wenige Wochen nach ihrer Hochzeit ist sie bereits verwitwet. Und dazu schwanger.

    Elsie bezieht das alte Landgut ihres verstorbenen Mannes. Da ihre neuen Diener ihr gegenüber äußert reserviert sind, hat Elsie nur die ungeschickte Cousine ihres Mannes zur Gesellschaft.

    Zumindest glaubt sie das. Doch in ihrem neuen Zuhause existiert ein verschlossener Raum. Als sich dessen Tür für sie öffnet, findet sie ein 200 Jahre altes Tagebuch und eine beunruhigende, lebensgroße Holzfigur – eine stille Gefährtin ...

    ASIN/ISBN: 3865528783