Beiträge von €nigma

    Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    In einer kalten Rauhnacht, nahe der niederländischen Grenze: Ein alter Bauernkotten steht lichterloh in Flammen, und die Leiche des Bauern liegt ­mit eingeschlagenem Schädel vor dem Haus. Oberkommissar Maik Bertram und seine Kollegen können den vermeintlichen Mörder bald fassen: Schultewolter, der vor Jahren auch den inzwischen pensionierten Heinrich Tenbrink niedergeschlagen hat. Doch Zeugen haben gesehen, wie Schultewolter den Toten aus dem brennenden Haus gezerrt hat. Warum würde ein Mörder sein Opfer retten wollen?

    Im vierten Fall der Münsterland-Krimis machen alte Bekannte und dunkle Geheimnisse während der Rauhnächte den Ermittlern Tenbrink und Bertram das Leben schwer.


    Autor (Quelle: Verlagsseite)

    Tom Finnek wurde 1965 im Münsterland geboren und arbeitet als Filmjournalist, Drehbuchlektor und Schriftsteller. Er ist verheiratet, Vater von zwei Söhnen und lebt mit seiner Familie in Berlin. Sowohl unter dem Pseudonym Tom Finnek als auch unter seinem richtigen Namen, Mani Beckmann, hat er bereits zahlreiche Krimis veröffentlicht. Zu seinen größten Erfolgen gehören neben der historischen Moor-Trilogie die London-Romane "Unter der Asche", "Gegen alle Zeit" und "Vor dem Abgrund".


    Allgemeines

    Vierter Band der Reihe um Tenbrink und Bertram

    Erschienen am 26.08.2020 bei Bastei Lübbe als TB mit 350 Seiten
    Gliederung: Prolog – Fünf Teile, entsprechend je einem Wochentag und jeweils mit nummerierten Kapiteln – Epilog

    Erzählung in der dritten Person aus den Perspektiven Tenbrinks und Bertrams

    Handlungsort und -zeit: Münsterland, ein Januar in der Gegenwart


    Inhalt

    Der „Schaddebuer“ (Torfbauer) Harking kommt auf seinem abgelegenen Hof nahe der niederländischen Grenze ums Leben, allerdings stirbt er nicht bei dem Brand, der sein Anwesen zerstört, sondern an schweren Kopfverletzungen. Sein alter Freund, der polizeibekannte Schultewolter, zieht ihn gerade noch rechtzeitig aus dem brennenden Haus, dennoch wird er zunächst verdächtigt. Allerdings gibt es noch einige weitere Verdächtige, denn der Ermordete war ein eigenbrötlerischer, seltsamer Kauz, der es sich mit vielen Menschen, darunter seinen eigenen Kindern, verscherzt hatte. Für Tenbrink, der eigentlich schon im Ruhestand ist und Bertram gilt es, die komplizierten Beziehungen der miteinander verschwägerten Familien der Dorfgemeinschaft zu durchschauen. Doch auch eine Reihe von Einbrüchen in der Gegend ist von Interesse, zumal man sich erzählt, der Schaddebuer habe einen größeren Schatz (Geld und Schmuck) vergraben…


    Beurteilung

    „Rauchland“ ist der vierte Band einer Reihe, deren vorherige Bände man möglichst zuvor gelesen haben sollte, um der komplexen Handlung folgen zu können. Es wird wiederholt auf frühere Ereignisse im Leben der beiden Protagonisten Tenbrink und Bertram Bezug genommen und es kommt in diesem Roman zu weiteren bedeutsamen Entwicklungen, dieser Handlungsstrang dürfte für Neueinsteiger in die Reihe nicht leicht zu durchschauen sein.

    Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen, wobei es jedoch auch zur Figur Schultewolter eine Vorgeschichte gibt. In jedem Fall erfordert die Lektüre dieses intelligent und verwickelt konstruierten Krimis viel Konzentration, da es nicht einfach ist, die ganzen interfamiliären Beziehungen mehrerer miteinander verschwägerter Familien nachzuvollziehen. Ein Personenverzeichnis wäre hilfreich gewesen. Im Laufe der Befragungen gewinnen die Kommissare und der Leser nach und nach interessante neue Erkenntnisse, als sich herausstellt, dass es (Familien)geheimnisse gibt und nicht jeder im Verhör die Wahrheit sagt.

    Der Erzählstil ist anschaulich und atmosphärisch, aber nicht sehr spannend – Spannung kommt erst zum Schluss auf, als ein Ermittler einen unklugen Alleingang unternimmt. Auch dieser vierte Band kommt ohne Schilderung von brutalen Szenen aus.


    Fazit

    Solide Krimiunterhaltung mit viel Lokalkolorit und einem Schuss Humor – empfehlenswert!

    8 Punkte

    Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon)

    Im sommerlichen Cornwall kümmert sich Sandra Flemming, Inhaberin des Higher Barton Romantic Hotels, nicht nur um ihre Gäste, sondern steht auch dem Zimmermädchen Imogen bei. Diese hat sich in einen Adeligen verliebt, aber dessen Mutter ist strikt gegen die Verbindung. Nun arrangieren die Verliebten einen Urlaub im Hotel, bei dem Lady Claire ihre zukünftige Schwiegertochter kennen- und schätzen lernen soll.

    Doch dann geschieht ein Mord in der Gegend und das Opfer sieht Lady Claire überraschend ähnlich.


    Autorin (Quelle: Verlagsseite)

    Rebecca Michéle, geboren 1963 in Süddeutschland, lebt mit Ihrem Mann in der Nähe von Stuttgart. Seit über 20 Jahren widmet sie sich ausschließlich dem Schreiben und hat bereits mehrere historische Romane und Krimis veröffentlicht. Mehr unter: http://www.rebecca-michele.de.


    Allgemeines

    Vierter Band der Reihe um Sandra Flemming

    Erschienen am 7. September 2020 im Dryas Verlag als TB mit 330 Seiten
    Gliederung: Roman in 24 Kapiteln

    Erzählung in der dritten Person aus der Perspektive von Sandra Flemming

    Handlungsort und -zeit: Cornwall, 2001 und 2019


    Inhalt

    Kundenfreundlichkeit und Service sind für Sandra Flemming, Besitzerin des Higher Barton Romantic Hotels, oberstes Gebot, doch gelegentlich muss sie auch Gäste empfangen, bei denen es ihr schwerfällt, freundlich zu bleiben. Ein solcher Fall ist Lady Claire Withcombe, eine äußerst versnobte Adelige, die von ihrem erwachsenen Sohn Andrew in das Hotel gelockt worden ist, um unverfänglich dessen Freundin Imogen Paynter kennenzulernen. Imogen arbeitet dort als Zimmermädchen und Lady Claire, die bereits für ihren Sohn eine „standesgemäße“ zukünftige Gattin ausgewählt hat, wird ein Zimmermädchen voraussichtlich nie an der Seite ihres Sohnes dulden. Sandra, die dem jungen Paar helfen möchte, kann sich der Entwicklung der Liebesgeschichte allerdings nicht widmen, denn im benachbarten Ort Lower Barton ereignet sich ein Mord. Eine rothaarige Lehrerin wird brutal erschlagen, kurz darauf wird die ebenfalls rothaarige Lady Claire angegriffen und eine weitere Frau mit roten Haaren wird überfallen. Während die Polizei in Gestalt von Sandras Freund Inspector Christopher Bourke in die Richtung eines Serientäters mit Fixierung auf Rothaarige ermittelt, verfolgt Sandra einen ganz anderen Ermittlungsansatz. Lady Claire beschuldigt Imogen und Sandra möchte die Unschuld ihrer Angestellten beweisen.


    Beurteilung

    Der vierte Band der Reihe um Sandra Flemming, Hotelbesitzerin mit kriminalistischem Gespür, ist in sich abgeschlossen und kann auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände gelesen werden.

    Der Erzählstil ist sehr anschaulich, wobei der Kriminalroman zunächst nicht sehr spannend ist, die Spannungskurve gegen Ende jedoch deutlich ansteigt. Der Kriminalfall ist gut konstruiert und nicht zu vorhersehbar, erst in der zweiten Hälfte gewinnt Sandra relevante neue Erkenntnisse, die es dem Leser erlauben, einen konkreten Verdacht zu entwickeln – das Motiv für die Straftaten wird erst zum Schluss deutlich ersichtlich.

    Der Krimi besticht durch seine detaillierte Charakterzeichnung der Romanfiguren, die Protagonistin Sandra ist eine professionelle Geschäftsfrau mit dem Herzen auf dem rechten Fleck, die loyal zu ihren Angestellten steht, gleichzeitig aber auch sehr neugierig und manchmal übergriffig ist. Eine starke Persönlichkeit ist auch die junge Imogen, die aus einfachen Verhältnissen stammt, aber eine im Denken unabhängige Frau ist, die in gewissen Dingen keine Kompromisse einzugehen bereit ist. Erschreckend glaubwürdig ist auch die Figur ihres Freundes Andrew Withcombe, er ist ein bei einer verwitweten Mutter aufgewachsenes Muttersöhnchen, das im Konflikt zwischen seiner besitzergreifenden, klammernden Mutter und seiner charakterstarken Freundin geradezu aufgerieben wird. Lediglich die Figur der Lady Claire wirkt total aus der Zeit gefallen und damit wenig realistisch, sie passt eher ins 19. Jahrhundert. Es mutet seltsam an, dass eine Adelige des 21. Jahrhunderts in einer Zeit, in der immer wieder Bürgerliche selbst in Königshäuser einheiraten, solche antiquierten Vorstellungen von Standesgemäßheit haben soll.


    Fazit

    Ein lesenswerter Krimi, der fesselnde Unterhaltung ohne großes Blutvergießen bietet!

    8 Punkte

    ASIN/ISBN: 3948483108

    Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon)

    Ein rauschendes Kostümfest zu Ehren des berüchtigten Königs Richard III.? Kunstexpertin Jacqueline Kirby folgt der Einladung auf einen englischen Landsitz, um sich Hals über Kopf in das wilde Treiben zu stürzen. Doch einige scheinen nicht mit Spaß, sondern mit mörderischen Absichten bei der Sache zu sein! Jacqueline hat schon bald den Verdacht, dass unter den Gästen fanatische Anhänger des Killer-Königs ihr Unwesen treiben. Ihr Ziel: Seinen blutbefleckten Namen für die Geschichtsschreibung reinzuwaschen – koste es, was es wolle. Kann Jacqueline ihnen das Handwerk legen, bevor die ersten Köpfe rollen?


    Autorin (Quelle: Wikipedia)

    Elizabeth Peters ist ein Pseudonym von Barbara Louise Gross Mertz (* 29. September 1927 in Canton, Illinois; † 8. August 2013 in Frederick, Maryland[1]), einer US-amerikanischen Krimi-Schriftstellerin.[…]


    Allgemeines

    Titel der Originalausgabe: „The Murders of Richard III“, ins Deutsche übersetzt von Ursula Walther

    Zweiter Band der Jacqueline Kirby-Reihe

    Erschienen im dotbooks Verlag am 14.02.2019 als E-Book, Umfang entsprechend 234 Seiten – ursprünglich 1974 erschienen
    Gliederung: Roman in 8 Kapiteln

    Erzählung in der dritten Person, größtenteils aus der Perspektive von Thomas und Jacqueline

    Handlungsort und -zeit: London, (vermutlich) um 1970


    Inhalt und Beurteilung

    Thomas Carter nimmt seine Bekannte Jacqueline Kirby mit zum Landsitz des befreundeten Sir Richard Weldon. Die Gäste sind allesamt glühende Ricardianer, die mithilfe eines aufgefundenen historischen Briefes die Unschuld Richards III am Tod seiner Neffen im Tower beweisen wollen. Es gibt auch ein Kostümfest zu Ehren des Königs. Das Wochenende wird von groben und für die Opfer schmerzhaften „Späßen“ überschattet, bei dem der Täter die Richard III zur Last gelegten Morde nachspielt. Die Hobby-Detektivin Jacqueline befürchtet, dass diese Streiche nur das Präludium für einen geplanten echten Mord sein sollen…


    Die Idee des Romans, einen modernen Krimi um ein historisches Verbrechen zu konstruieren, ist eigentlich gut, aber leider schlecht umgesetzt. Die immer gleichen Diskussionen um Richard III werden auf die Dauer sehr ermüdend. Auch die Charakterisierung der Romanfiguren ist völlig überzogen und unrealistisch. Jacqueline ist eine rothaarige, smaragdäugige und überaus kluge Schönheit, die ständig den Sitz ihrer herabrutschenden Brille korrigiert, was jedesmal erneut beschrieben wird. Der fünfzigjährige (!) Thomas ist eine Art erfolgloser Minus-Kavalier, der Jacqueline umgarnt und wie ein trotziges Kleinkind auftritt, wenn es nicht so läuft, wie er wünscht. Außerdem macht er einen ziemlich dummen Eindruck. Auch einige der anderen Gäste werden völlig überspitzt dargestellt, sie wirken einfach nur lächerlich.

    Das Motiv des Täters ist nachvollziehbar, die umständliche Umsetzung allerdings wenig glaubwürdig.

    Der Erzählstil ist anschaulich, aber durch unnötige Wiederholungen spannungsarm.


    Fazit

    Ein Krimi, den man weder Historienfreunden noch Thrillerfans guten Gewissens empfehlen kann!

    3 Punkte

    ASIN/ISBN: B07NQP7GRV

    Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    DU HAST ES GESEHEN. DU HAST NICHTS GETAN. WER WIRD DIR NOCH TRAUEN? Ein Mord vor laufender Kamera. Doch der Mörder bleibt im Dunkeln … Abends, kurz vor elf. Aidan loggt sich ein, um mit seiner Freundin Zoe zu skypen. Doch als die Verbindung steht, sieht er nur ihr leeres Zimmer. Dann einen Schatten. Ist Zoe etwa nicht allein? Hilflos muss Aidan mitanhören, wie im Hintergrund gekämpft wird. Bis schließlich Stille herrscht... Als DCI Jonah Sheens und sein Team von der Kriminalpolizei Southampton Stunden später Zoes Wohnung betreten, finden sie die Leiche der jungen Frau. Was hat Aidan dazu gebracht, so lange zu zögern, bis er die Polizei gerufen hat? Und warum kannte er die Adresse seiner Freundin nicht? Niemand aus Zoes großem Freundeskreis weiß etwas Schlechtes zu sagen über die hilfsbereite junge Künstlerin. Tatsächlich scheinen sehr viele Menschen auf Zoes Unterstützung angewiesen gewesen zu sein. Schon bald stoßen die Ermittler auf ein Geflecht aus Abhängigkeiten, dunklen Geheimnissen und Missgunst. Verdächtige gibt es genug – doch wessen Motiv ist mörderisch genug?


    Autorin (Quelle: Verlagsseite)

    Gytha Lodge ist eine britische Schriftstellerin und mehrfach ausgezeichnete Theaterautorin. Sie studierte Englische Literatur in Cambridge und Kreatives Schreiben an der University of East Anglia. Ihr Krimidebüt Bis ihr sie findet war international ein großer Erfolg und stand in Deutschland viele Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste.


    Allgemeines

    Zweiter Band der Reihe um Jonah Sheens und Juliette Hanson

    Titel der Originalausgabe: „Watching From the Dark“, ins Deutsche übersetzt von Kristian Lutze

    Erschienen am 2. September 2020 bei bei Hoffmann und Campe als broschiertes TB mit 368 Seiten
    Gliederung: Prolog – 31 Kapitel – Danksagung

    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven und auf zwei Zeitebenen

    Handlungsort und -zeit: Southampton, Gegenwart und Rückblick auf die Ereignisse der letzten 20 Monate


    Inhalt

    Der Dozent Aidan, der eine intime Beziehung zur Kunststudentin Zoe hat, wird über Skype Ohrenzeuge eines Verbrechens, er hört, wie jemand die Wohnung seiner Freundin betritt und diese im Badezimmer angreift. Aufgrund einer suboptimalen Kameraeinstellung kann er jedoch kaum etwas sehen. Als er die Polizei verständigt, kann er merkwürdigerweise die Adresse seiner Freundin nicht nennen. Nachdem eine Freundin Zoes der Polizei Zugang zur Wohnung gewährt hat und Zoe tot aufgefunden worden ist, weckt dieser Umstand das Interesse der Ermittler. Doch nicht nur Aidan steht unter Mordverdacht, Zoe pflegte einige komplizierte Freundschaften zu Menschen mit Problemen, die sie gern als „seelischen Mülleimer“ (aus)nutzten. Kurz vor ihrem Tod soll Zoe dieser Belastung überdrüssig geworden sein.


    Beurteilung

    „Wer auf dich wartet“ ist der zweite Band einer Reihe um DCI Jonah Sheens und sein Team, man kann ihn jedoch problemlos ohne Kenntnis des ersten Bandes „Bis ihr sie findet“ lesen, da das Privatleben der Ermittler eine untergeordnete Rolle spielt und die Kriminalfälle jeweils in sich abgeschlossen sind.

    Die Handlung des Romans ist in zwei Handlungsstränge gegliedert. Eine davon schildert in ruhigem Erzählstil glaubwürdig die fortlaufenden Ermittlungen nach Zoes Tod. Der zweite Handlungsstrang setzt 20 Monate zuvor ein und beginnt mit der ersten Begegnung von Zoe und Aidan. Dieser Handlungsstrang ist fesselnder als der andere, da der Leser mit jedem neuen Kapitel erweiterte und überraschende Eindrücke gewinnt. Alle Personen in Zoes Umfeld sind nicht die, für die man sie zu Beginn gehalten hat und speziell das Bild Aidans wandelt sich immer stärker zum Negativen. Die Autorin verleiht jeder Romanfigur eine unverwechselbare Persönlichkeit, wobei es immer schwerer fällt, diesen Menschen Sympathie entgegenzubringen.

    Der Erzählstil ist anschaulich, aber auch recht gemächlich, die Spannung speist sich nicht aus reißerischen Szenen, sondern aus Manipulation und intelligentem Kalkül. Wer ruhige Kriminalromane mit Spannungsaufbau durch psychologische Elemente mag, kommt hier auf seine Kosten.


    Fazit

    Ein nicht hochspannender, aber intelligent konstruierter Kriminalroman, in dem menschliche Schwächen zur Tragödie führen – lesenswert!

    8 Punkte

    ASIN/ISBN: 3455009980

    Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon)

    TWO EXTRAORDINARY PEOPLE. A LOVE THAT DRAWS THEM TOGETHER. A LOSS THAT THREATENS TO TEAR THEM APART.

    On a summer's day in 1596, a young girl in Stratford-upon-Avon takes to her bed with a fever. Her twin brother, Hamnet, searches everywhere for help. Why is nobody at home?

    Their mother, Agnes, is over a mile away, in the garden where she grows medicinal herbs. Their father is working in London. Neither parent knows that one of the children will not survive the week.

    Hamnet is a novel inspired by the son of a famous playwright. It is a story of the bond between twins, and of a marriage pushed to the brink by grief. It is also the story of a kestrel and its mistress; flea that boards a ship in Alexandria; and a glovemaker's son who flouts convention in pursuit of the woman he loves. Above all, it is a tender and unforgettable reimagining of a boy whose life has been all but forgotten, but whose name was given to one of the most celebrated plays ever written.


    Autorin (Quelle: Amazon)

    Born in Northern Ireland in 1972, MAGGIE O'FARRELL grew up in Wales and Scotland and now lives in London. She has worked as a waitress, chambermaid, bike messenger, teacher, arts administrator, journalist (in Hong Kong and London), and as the deputy literary editor of The Independent on Sunday. She is the author of After You'd Gone, (winner of the Betty Trask Award); My Lover's Lover; The Distance Between Us, (recipient of a Somerset Maugham Award); The Vanishing Act of Esme Lennox; The Hand That First Held Mine; Instructions for a Heatwave (winner of a Costa Book Award); This Must Be the Place; and most recently, I Am, I Am, I Am. –


    Allgemeines

    Erschienen am 31. März 2020 bei Tinder Press als HC mit 384 Seiten
    Gliederung: Roman in zwei Hauptteilen mit nicht-nummerierten Kapiteln – Autorennachwort – Danksagung

    Erzählung in der dritten Person, größtenteils aus der Perspektive von Agnes

    Handlungsort und -zeit: Stratford, 1596 bis 1600, Rückblick ab ca. 1580


    Inhalt und Beurteilung

    Der Roman ist vom Schicksal der Familie von William Shakespeare inspiriert, der Name „Shakespeare“ wird allerdings niemals explizit genannt, die Handlung verläuft jedoch – literarisch von der Autorin ausgeformt – eng an den historischen Fakten. Im Mittelpunkt steht Shakespeares Frau Agnes – allgemein als Anne (Hathaway) bekannt, im Testament ihres Vaters jedoch Agnes genannt – samt ihrer Beziehung zu ihren Kindern Susanna, Hamnet und Judith, mit denen sie in Stratford lebt, während ihr Mann in London als Autor von Komödien und Tragödien tätig ist. Wegen der instabilen Gesundheit von Judith ist die Familie nicht mit nach London gezogen, Agnes zieht im heimischen Garten in Stratford Heilkräuter, mit denen sie erkrankte Bekannte behandelt und sie ist auch als Imkerin tätig. Vor allem ist sie aber eine überaus fürsorgliche und engagierte Mutter; als sie eines ihrer Kinder verliert, zerbricht sie fast an ihrer Trauer. Durch die räumliche Trennung und die unterschiedliche Art, wie die Eheleute trauern, kommt es zur Entfremdung.

    Der erste Teil des Romans spielt auf zwei Zeitebenen, auf der einen werden die fortlaufenden Ereignisse um die plötzliche Erkrankung der Zwillinge Judith und Hamnet geschildert, auf der anderen wird der Leser Zeuge des vorherigen Lebens von Agnes und ihrem späteren Mann bis zu ihrer Eheschließung.

    Der zweite Teil schildert in einem einzigen fortlaufenden Handlungsstrang die Ereignisse nach dem tragischen Todesfall im Sommer 1596.

    Der Roman lebt weniger von seiner Handlung als vielmehr von den inneren Einsichten und Gefühlen der Familienmitglieder und ihrem komplizierten Beziehungsgeflecht. Die Charaktere sind sehr gründlich ausgearbeitet und größtenteils glaubwürdig dargestellt, lediglich Agnes hat eine Art „siebten Sinn“, der ein wenig übertrieben und überflüssig wirkt.

    Der Erzählstil ist ruhig, melancholisch und extrem eindringlich, eine Erzählung der leisen Töne, gelegentlich etwas zu ausschweifend, aber äußerst fesselnd, wenn man sich auf eine Erzählung ohne rasanten Handlungsverlauf und Spektakuläres einlassen kann. Der Roman gibt über die Familiengeschichte hinaus einen guten Einblick in das Leben der Engländer fernab der Hauptstadt zur Zeit Shakespeares.


    Fazit

    Ein Roman, der nicht nur aufgrund der kunstvollen literarischen Sprache, sondern auch aufgrund der zu Herzen gehenden Einblicke in das Familienleben einer trauernden Familie lange im Gedächtnis haften bleibt!

    9 Punkte

    ASIN/ISBN: 1472223799

    Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    Robert Lindström hütet ein Geheimnis: In einem Wutanfall tötete er seinen besten Freund. Aber war es wirklich so? Als Elfjähriger des Mordes beschuldigt, wurde er angesichts seines Alters nie verurteilt. Als Erwachsener lebt er zurückgezogen. Bis ihn Lexa kontaktiert. Sie ist Journalistin und schreibt ein Buch über den Fall. Ihre Theorie: Robert ist unschuldig. Zur gleichen Zeit wird die Leiche eines jungen Mädchens gefunden. Im gleichen Stockholmer Vorort, in dem Robert aufwuchs. Und in dem er mit Lexa den Ereignissen von damals nachgeht. Zufall? Hauptkommissar Carl Edson von der Reichsmordkommission leitet die Ermittlungen, und seltsame Zwischenfälle führen ihn immer näher an die Wahrheit über Robert.


    Autor (Quelle: Verlagsseite)

    Bo Svernström, Jahrgang 1964, promovierte in schwedischer Literatur und arbeitete jahrelang als Journalist für Aftonbladet, eine der größten schwedischen Zeitungen. «Opfer» ist sein Debütroman, der in elf Ländern erscheint. Der Autor lebt mit seiner Familie in Stockholm.


    Allgemeines

    Titel der Originalausgabe: „Lekarna“, ins Deutsche übersetzt von Ulla Ackermann

    Zweiter Band der Reihe um Carl Edson

    Erschienen am 18.08.2020 im Rowohlt Taschenbuch Verlag mit 608 Seiten
    Gliederung: Prolog – Drei Teile mit insgesamt 118 Kapiteln

    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven – teils Ich-Erzählung von Robert Lindström

    Handlungsort und -zeit: Stockholm, ein Herbst in der Gegenwart, Rückblicke auf den Sommer 28 Jahre zuvor


    Inhalt

    Als Elfjähriger wurde Robert Lindström verletzt und bewusstlos neben der Leiche seines Schulkameraden Max Sander aufgefunden, der Junge war mit einem Stein erschlagen worden, an dem Spuren von Robert hafteten. Da es zwischen den Jungen häufiger zu Konflikten gekommen war, nahm man an, dass Robert seinen Freund in einem cholerischen Anfall getötet hatte.

    28 Jahre später wird ein elfjähriges Mädchen erschlagen und Robert, der nie verurteilt wurde, aber in psychiatrischer Behandlung ist, gerät erneut ins Visier der Ermittler um Carl Edson. Während Robert für die Polizei den Hauptverdächtigen darstellt, ermittelt die Journalistin Lexa, die Zweifel an seiner Täterschaft hegt, selbstständig und ergebnisoffen in dem alten Mordfall, über den sie ein Buch schreiben will. Dabei geht sie teilweise gemeinsam mit Robert vor, in der Hoffnung, dass damit seiner verschütteten Erinnerung an den verhängnisvollen Tag auf die Sprünge geholfen wird. Als Lexa immer massiver bedroht wird und ein anonymer Briefschreiber, sie nachdrücklich auffordert, ihre Recherchen einzustellen, erwägt auch die Mordkommission erstmalig den Gedanken, dass Robert nicht der Mörder von Max gewesen sein könnte.


    Beurteilung

    Die komplexe Handlung des Romans verläuft auf zwei Zeitebenen, wobei die Erzählung über die gegenwärtigen Vorgänge in der dritten Person gehalten sind, während die Erzählung über den Mord vor 28 Jahren teilweise als Ich-Erzählung in Form der zurückkehrenden Erinnerung des Robert Lindström präsentiert wird. Robert hat Gedächtnislücken, es gibt aber auch Dinge, die er bewusst verschweigt, bzw. absichtlich verfälscht wiedergibt. Das weckt beim Leser zunächst den gleichen Verdacht wie bei den Polizisten. Gespräche mit den heute erwachsenen Mitschülern aus Roberts Umfeld deuten jedoch darauf hin, dass sich damals nicht alles so zugetragen hat, wie es in der nachlässig geführten Polizeiakte steht. Es ergeben sich sowohl für den alten als auch für den aktuellen Mordfall immer mehr mögliche Motive und Tatverdächtige. Dadurch bleibt der Roman über gut 600 Seiten durchgehend fesselnd, erst im dritten Teil erlaubt es der Handlungsverlauf, konkretere Theorien zu entwerfen.

    Die Romanfiguren sind in ihren Charakteren gut ausgearbeitet, ihr Handeln ist weitgehend nachvollziehbar. Ein paar Dinge aus dem Handlungsstrang in der Vergangenheit wirken nicht vollkommen glaubwürdig, sie weisen allerdings gesellschaftskritische Aspekte auf.

    Der Erzählstil ist flüssig und anschaulich, es kommen kaum blutrünstige Szenen vor, dafür wird jedoch psychische Misshandlung thematisiert.

    Das Privatleben der Ermittler spielt so gut wie keine Rolle, deshalb kann dieser Kriminalroman problemlos ohne Kenntnis des ersten Bandes gelesen werden.


    Fazit

    Ein fesselnder Krimi, für dessen Lektüre man aufgrund des konstanten Zeiten- und Perspektivwechsels Zeit und Konzentration mitbringen sollte!

    8 Punkte

    ASIN/ISBN: 3499276305

    Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    Drei junge Frauen kämpfen für die Freiheit.

    Berlin, 1942: Der Krieg hinterlässt Spuren in der Stadt. Während Edith ihr Glück fernab der Heimat sucht, arbeitet Luise als Hebamme in der Frauenklinik Neukölln. Als sie erfährt, was mit den Neugeborenen der Zwangsarbeiterinnen geschieht, nimmt sie all ihren Mut zusammen und versucht, sie zu retten. Margot hat eine Stelle im Frauengefängnis angenommen. Als eine junge Schwangere vor ihr steht, die im Widerstand kämpfte und zum Tode verurteilt wurde, weiß Margot, dass sie alles versuchen muss, um sie zu retten. Auch wenn sie sich dabei in Lebensgefahr begibt.

    Die große Hebammen-Saga: historisch fundiert, atmosphärisch und voller liebenswerter Figuren


    Autorin (Quelle: Verlagsseite)

    Hinter Linda Winterberg verbirgt sich Nicole Steyer, eine erfolgreiche Autorin historischer Romane. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern im Taunus. Im Aufbau Taschenbuch und bei Rütten & Loening liegen von ihr die Romane »Das Haus der verlorenen Kinder«, »Solange die Hoffnung uns gehört«, »Unsere Tage am Ende des Sees«, »Die verlorene Schwester«, »Für immer Weihnachten«, »Die Kinder des Nordlichts« sowie die ersten beiden Teile der großen Hebammen-Saga »Aufbruch in ein neues Leben« und »Jahre der Veränderung« vor.


    Allgemeines

    Dritter Band der Hebammen-Saga

    Erschienen am 18. August 2020 im Aufbau Verlag als TB mit 400 Seiten
    Gliederung: Roman in 31 Kapiteln, jeweils mit Orts- und Zeitangabe – Nachwort – Danksagung

    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven

    Handlungsort und -zeit: Berlin, Sommer 1942 bis Frühjahr 1946


    Inhalt

    Der dritte Band der Hebammen-Saga schildert das Leben und berufliche Wirken der dem Leser bereits bekannten Hebammen Luise, Margot und Edith während der Jahre des Zweiten Weltkriegs. Edith, die wegen ihrer jüdischen Herkunft rechtzeitig nach Zürich geflohen ist, spielt in diesem Band fast keine Rolle und kommt nur durch Briefe zu Wort. Ihren Platz im „Dreigestirn“ der Hebammen nimmt Luises und Margots Kollegin und Freundin Christa ein.

    Luise arbeitet nicht nur in einer Frauenklinik, sondern kümmert sich inoffiziell noch um die Babys osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen, die ihren Müttern gleich nach der Geburt weggenommen und in einem kärglichen Barackenlager untergebracht wurden, wo viele von ihnen aufgrund der mangelhaften Versorgung sterben. Mit Hilfe von Bekannten versucht Luise, das Nötigste (Milchpulver, Haferflocken, Mullwindeln) zu beschaffen. Margot arbeitet in einem Frauengefängnis dessen Insassinnen sich nichts weiter zuschulden kommen ließen als Kritik am Nationalsozialismus oder Zweifel am „Endsieg“ der deutschen Wehrmacht zu äußern. Die schwangeren Frauen in diesem Gefängnis dürfen ihre Kinder nach der Geburt noch ein paar Monate stillen, dann werden sie in Plötzensee hingerichtet.

    Die Arbeit der Hebammen wird nicht nur von den menschenverachtenden Praktiken der Nazis, die sie unmittelbar miterleben müssen, sondern auch von der ständigen Bedrohung durch Bombenangriffe überschattet.


    Beurteilung

    Es ist sehr empfehlenswert, den dritten Band erst im Anschluss an die beiden vorherigen Bände zu lesen. Im Mittelpunkt steht im vorletzten Band der Tetralogie neben der Hebammentätigkeit das Alltagsleben der Berliner während des Zweiten Weltkriegs. Die Stadt wird fast täglich von den Alliierten bombardiert, viele Menschen verlieren ihr Zuhause. Eindringlich wird geschildert, wie die Berliner nächtelang in Luftschutzkellern ausharren müssen und zum Teil auch Kinder dort zur Welt kommen.

    Aufgrund des Krieges ist die Versorgungslage schlecht, doch am schlimmsten sind die Repressalien, die jeder zu befürchten hat, der nicht linientreu ist, sich kritisch zu Hitler oder zum Kriegsverlauf äußert oder freundschaftliche Beziehungen zu Menschen unterhält, die vom Regime als minderwertig angesehen werden, wie z.B. osteuropäische ZwangsarbeiterInnen oder Juden. Dementsprechend begeben sich Luise, Margot und Christa immer wieder in Lebensgefahr, wenn sie diskriminierten Menschen zu helfen versuchen, denn Spitzel gibt es überall.

    Der Roman ist anschaulich und flüssig geschrieben, ein paar der sich stetig wiederholenden Geburtsbeschreibungen hätten allerdings ausgelassen werden können. Inhaltlich ist er teilweise schwere Kost, wenn Zwangsabtreibungen, Zwangssterilisation, willkürliche Inhaftierungen und Hinrichtungen von „Widerständlern“ thematisiert werden. Ein Lichtblick besteht darin, dass es auch Menschen gibt, die sich ihre Humanität bewahrt haben und sich für jedes Leben einsetzen.


    Fazit

    Eine gelungene Fortsetzung einer insgesamt lesenswerten Tetralogie, die die Schrecken der Kriegsjahre eindrucksvoll vor Augen führt!

    8 Punkte


    ASIN/ISBN: 3746635969

    Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon)

    Die Sparkassenangestellte Anne Clauburg aus Wuppertal-Cronenberg ist spurlos verschwunden. Ihre Schwester Linda Beck fühlt sich von der Polizei im Stich gelassen und beginnt auf eigene Faust zu suchen. Schnell findet sie heraus, dass ihre Schwester letztmalig auf der letzten Fahrt der so genannten "Samba"-Bahn gesehen wurde. Je mehr Linda allerdings nachforscht, desto mysteriöser wird der Fall …


    Autorin (Quelle: Amazon)

    1972 in Cuxhaven geboren, entdeckte Elke Bardenhagen in ihrer Kindheit Leidenschaft fürs Schreiben, für das Bergische Land sowie für Rätselhaftes, Geheimnisvolles. Sie absolvierte ein Magister-Studium der Anglistik, Literaturgeschichte der Vereinigten Staaten und Neuere Deutsche Literaturgeschichte in Wuppertal. Zusätzlich beschäftigt sie sich intensiv mit Medizin und Psychologie, auch im Rahmen ihrer Ausbildung zur Heilpraktikerin. Tätig als freie Redakteurin und Lektorin, verbrachte sie viele Jahre in Solingen, Wuppertal und Ratingen. Kürzlich zog sie nach Mecklenburg-Vorpommern, wo sie mit ihrer Tochter und ihrem Ehemann lebt – sie bleibt dem Bergischen aber weiter verbunden. Mit diesem Roman legt sie ihre erste schriftstellerische Veröffentlichung vor.


    Allgemeines

    Erschienen am 16. Mai 2019 bei edition oberkassel als TB mit 249 Seiten
    Gliederung: Prolog – 24 Kapitel – Epilog – Danksagung

    Erzählung in der dritten Person aus der Perspektive von Linda Beck

    Handlungsort und -zeit: Wuppertal, 1988


    Inhalt und Beurteilung

    Nachdem Anne Clauburg auf der letzten Fahrt der Samba-Bahn vor deren Stilllegung spurlos verschwunden ist, alarmiert ihre Schwester Linda Beck die Polizei, die dem Verschwinden einer volljährigen Person zunächst nicht viel Bedeutung zumisst. Dies veranlasst Linda, selbst nach ihrer Schwester zu suchen. Bei der Sichtung von Unterlagen in Annes Wohnung findet sie ein Tagebuch und muss feststellen, dass es viele Dinge gibt, die sie trotz des engen Verhältnisses zu ihrer Schwester nicht wusste. Jede neue Spur wirft weitere Fragen auf…


    „Letzte Spur Samba-Bahn“ präsentiert einen gut konstruierten Kriminalfall, der weitgehend glaubwürdig dargestellt wird. Der Roman ist in einem eher ruhigen Erzählstil gehalten, gegen Ende kommt dann deutlich mehr Spannung auf. Sehr atmosphärisch sind die Beschreibungen der stillgelegten Bahntrasse und des angrenzenden Waldes sowie des abgelegenen kleinen Haltepunktes, von dem aus Anne verschwunden ist. Diese Schilderungen erzeugen ein Kopfkino, das mit den Bildern zur ehemaligen Bahnstrecke quasi deckungsgleich ist.

    Die Hauptfigur Linda wird gründlich charakterisiert, sie ist nicht übermäßig sympathisch, sondern extrem hartnäckig und geht der Polizei zunehmend auf die Nerven. In diesem Zusammenhang mutet das Verhalten eines Kommissars, der mehr Informationen weitergibt als er es dürfte, ziemlich unprofessionell an.


    Fazit

    Ein (besonders für Eisenbahnfreunde) lesenswerter atmosphärischer Krimi!

    8 Punkte

    ASIN/ISBN: 3958132006

    Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon)

    Jeder hat Geheimnisse, doch manche verändern das Leben für immer ... Mitten im Zweiten Weltkrieg erhält Eva die niederschmetternde Nachricht, dass ihr Mann vermisst wird und vermutlich tot ist. Sie lebt in einem dumpfen Schwebezustand der Ungewissheit vor sich hin, bis sie in der Hitze eines englischen Sommers Bill kennenlernt, einen schwarzen amerikanischen GI. Trotz ihrer unterschiedlichen Hintergründe kann keiner von ihnen die Liebe verleugnen, die sie in den folgenden verrückten Wochen erleben, in denen jeder Tag ihr letzter sein könnte. Nachdem Eva feststellt, dass sie schwanger ist, wird Bill wegen der Vorbereitungen zum D-Day an die Küste versetzt und lässt sie in einer engstirnigen Welt zurück. Wie weit wird Eva gehen, um ihre heranwachsende dunkelhäutige Tochter Louisa zu beschützen und die Vergangenheit zu vergessen? Und wie weit wird Louisa gehen, um die Wahrheit zu enthüllen?


    Autorin (Quelle: Amazon)

    Lindsay Ashford ist in Wolverhampton, Großbritannien aufgewachsen. Sie hat als erste Frau am Queens‘ College in Cambridge studiert. Nach ihrem Abschluss in Kriminalwissenschaft hat Ashford als Reporterin für die BBC gearbeitet sowie als freie Journalistin für verschiedene nationale Zeitschriften und Zeitungen. Sie hat vier Kinder und lebt gegenwärtig in einem Haus mit Meerblick an der Westküste von Wales.


    Allgemeines

    Titel der Originalausgabe: „The Color of Secrets“, ins Deutsche übersetzt von Peter Groth

    Erschienen am 13. Oktober 2015 bei Tinte & Feder als TB mit 476 Seiten
    Gliederung: Prolog – Roman in drei Teilen mit insgesamt 42 Kapiteln – Anmerkungen und Danksagungen

    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven

    Handlungsorte und -zeit: Wolverhampton und Wales, 1943 bis 1978


    Inhalt und Beurteilung

    Die junge Eva, Mutter eines kleinen Jungen, arbeitet bei einem Gleisbautrupp, ihr Mann Eddie gilt als vermisst, seitdem sein Schiff gesunken ist. Eva verliebt sich in den schwarzen Amerikaner Bill, doch eine solche Beziehung wird in den Vierzigerjahren des 20. Jahrhunderts von der großen Mehrheit der Menschen abgelehnt. Als Eva schwanger wird und Bill an eine Dienststelle in Frankreich abberufen wird, steht sie vor dem Problem, wohin sie mit einem gemischtrassigen Kind gehen kann…

    Jahre später versucht ihre inzwischen erwachsene Tochter Louisa, die inzwischen selbst Mutter ist, etwas über ihren biologischen Vater herauszufinden.


    Der Roman thematisiert Beziehungen zwischen weißen Frauen und schwarzen Soldaten zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Nicht nur die Soldaten, sondern auch deren Kinder wurden massiv diskriminiert, die weißen Mütter der gemischtrassigen Kinder waren in der Gesellschaft schlecht angesehen. Am Beispiel von Louisa verdeutlicht die Autorin, was dieser ungeschminkte Rassismus an einer Kinderseele anrichten kann. Jahrelang versucht Louisa, ihre braune Haut möglichst vollständig zu verdecken oder durch Gesichtscremes aufzuhellen. Obwohl sie einen einfühlsamen und zugewandten weißen Stiefvater hat, leidet sie unter dem fehlenden Stück ihrer Identität. Da ihre Mutter Eva es strikt ablehnt, über Louisas Vater und ihre Zeit mit ihm zu sprechen, muss Louisa sich allein, bzw. mit Hilfe ihres Ehemannes auf die Suche nach ihrem leiblichen Vater machen.

    Der Roman ist in einem sehr eindringlichen und gefühlvollen Erzählstil geschrieben, manchmal werden diese Gefühle etwas zu dick aufgetragen dargestellt, sie sind allerdings vor dem Hintergrund der Geschehnisse und traumatischen Erfahrungen im Leben der beiden weiblichen Protagonisten nachvollziehbar.

    Gelegentlich wirken einige Entwicklungen in Louisa Leben ein wenig konstruiert, insgesamt wird aber ein realistisch anmutendes Bild des Lebens und der Probleme eines gemischtrassigen Kindes zu jener Zeit entworfen.

    Die deutsche Übersetzung ist leider in manchen Fällen un-idiomatisch und deshalb nicht vollständig gelungen.


    Fazit

    Ein lesenswerter Roman, der den Leser fesselnd unterhält und mehr als einmal Bestürzung erzeugt!

    8 Punkte

    ASIN/ISBN: 1503950557

    Ich habe die englische Originalausgabe gelesen und nicht nur wegen der Hitze und meiner damit einhergehenden Konzentrationsprobleme ziemlich lange dafür gebraucht.

    Der Fall ist spannend und spricht auch aktuelle Problematiken wie z.B. immer pervertiertere Auswüchse im WWW an, daneben übt der Autor zusätzlich eine berechtigte Kritik an den Verhältnissen in den USA. Mir haben auch die Darstellungen moderner technischer Ermittlungsmethoden gefallen, aber mit den Cliffhangern hat Chris Carter es diesmal übertrieben. Einige spannende Momente wurden so sehr ausgewalzt, dass ich schon nahe daran war, das Interesse zu verlieren.

    Dazu wurde im amerikanischen Original auch erneut deutlich, dass das sprachliche Repertoire des Autors limitiert ist. Ich hätte nicht auf jeder Seite mehrfach "What the f*ck!" oder "Hunter locked eyes with the Werewolf." lesen müssen. Ob die Sprache in der deutschen Übersetzung geschmeidiger ist, kann ich nicht beurteilen.

    Die Charakterisierung der Romanfiguren ist recht gründlich ausgefallen und Hunter wird erfreulicherweise Garcia gegenüber nicht mehr so sehr als überragende Intelligenzbestie hervorgehoben.


    "Written in Blood" bietet spannende Unterhaltung, ist aber doch in gewisser Weise dem literarischen Fast Food zuzuordnen.

    7 Punkte

    ASIN/ISBN: 1471179575

    Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    Ein verschwundenes Kind und die lebenslange Suche nach der Wahrheit

    Ricarda Raspe und ihr Verlobter freuen sich auf ihr erstes Kind. Doch dann geht bei der Geburt in der Dresdner Klinik etwas schief − und es heißt, Ricardas Baby sei tot. Laut Vorschrift darf sie es nicht einmal mehr sehen. DDR-Alltag im Jahr 1973. Aber Ricarda glaubt nicht an den Tod ihres Kindes. Sie glaubt vielmehr an eine staatlich angeordnete Kindesentführung. Auch der Polizist Thomas Rust, der zufällig Zeuge des dramatischen Vorfalls wurde, hegt diesen Verdacht und stellt Recherchen an, die ihn in höchste Gefahr bringen. Erst 17 Jahre später laufen die Fäden zusammen, als die junge Claudia Behling jene Frau sucht, die sie nach ihrer Geburt weggegeben haben soll – ihre Mutter.


    Autor (Quelle: Verlagsseite)

    Frank Goldammer wurde 1975 in Dresden geboren und ist gelernter Maler- und Lackierermeister. Neben seinem Beruf begann er mit Anfang zwanzig zu schreiben, verlegte seine ersten Romane im Eigenverlag. Mit ›Der Angstmann‹, Band 1 der Krimiserie mit Max Heller, gelangte er sofort auf die Bestsellerlisten. Er ist alleinerziehender Vater von Zwillingen und lebt mit seiner Familie in seiner Heimatstadt.


    Allgemeines

    Erschienen am 24.07. 2020 bei dtv als broschiertes TB mit 400 Seiten
    Gliederung: Roman in 38 Kapiteln, jeweils mit Orts- und Zeitangaben überschrieben

    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven

    Handlungsorte und -zeit: Dresden, Berlin und Gera, 1973, 1993-1994, 2018


    Inhalt

    1973: Die junge Ricarda Raspe und ihr Verlobter Steffen Weber bekommen ein Kind, das bei der Geburt aufgrund schwerer Komplikationen stirbt – so wird es zumindest der von Medikamenten benebelten Frau gesagt. Sie darf das tote Baby nicht sehen und hegt den Verdacht, dass ihr Vater, der Entbindungsarzt Dr. Raspe, das Kind zur „inoffiziellen“ Adoption fortgegeben hat. Der Polizist Thomas Rust, der seine schwangere Ehefrau in der Klinik besucht, erfährt durch Steffen Weber von den mysteriösen Umständen bei der Entbindung und beginnt selbst zu recherchieren. Damit tritt er hochgestellten Persönlichkeiten bei der Stasi auf die Füße und begibt sich in Lebensgefahr.

    1993/1994: Ricarda hat 1975 eine Tochter bekommen, dennoch kann sie ihr totgesagtes erstes Kind nicht vergessen. Nach der Wende versucht sie Einsicht in alte Stasi-Akten zu nehmen, wobei man ihr wenig hilfreich entgegenkommt. Stattdessen fühlt sie sich verfolgt und bedroht, auch ihre Tochter Ines wird am Studienort verfolgt und von einem Unbekannten fotografiert. Erst ein schwerer Unfall setzt ihren Nachforschungen abrupt ein Ende.

    2018: Die 45-jährige Claudia Behling, die als Jugendliche erfuhr, dass sie ein Adoptivkind ist, sucht nach jahrelangen Nachforschungen Ricarda Raspe auf, weil sie es für möglich hält, dass sie deren Tochter ist.


    Beurteilung

    „Zwei fremde Leben“ ist eine Mischung aus (Polit)krimi und historischem Roman zur jüngeren Geschichte, auch hier beschäftigt sich Frank Goldammer – wie in seiner Krimireihe um Max Heller - wieder mit der Geschichte der DDR.

    Die Handlung wechselt zwischen den Jahren 1973 (Privatermittlungen des Polizisten Thomas Rust), 1993/1994 (Nachforschungen Ricardas) und 2018 (gemeinsame Recherchen Ricardas und Claudias).

    Der Handlungsstrang von 1973 gibt einen vor allem für Westdeutsche geradezu schockierenden Einblick in das Leben der DDR-Bürger und die Praktiken des Regimes. Während über das von Mangel an Lebensmitteln und Luxusgütern sowie durch Bespitzelung, willkürliche Verhaftungen und das Fehlen jeglicher Meinungsfreiheit geprägte Leben der DDR-Bürger die meisten Menschen informiert sind, entfalten sich hier weitere Ungeheuerlichkeiten, als der Autor glaubwürdig und schonungslos staatlich organisierten Kindesentzug und Zwangsadoptionen thematisiert.

    Diese Schilderungen sind überaus berührend und in ihrem sehr anschaulichen Erzählstil hochspannend. Der Leser fürchtet zunehmend um das Wohl des Polizisten Thomas Rust, der sich nicht einschüchtern lassen will – und er fühlt mit Ricarda, die über den schmerzlichen Verlust ihres Kindes nicht hinwegkommt und obendrein wegen ihrer hartnäckigen Nachforschungen überall aneckt.

    Der Roman besticht durch überraschende Wendungen und Enthüllungen, das Ende bietet noch einmal eine unerwartete Überraschung.


    Fazit

    Ein überaus beklemmender Roman, der lange im Gedächtnis haftet – sehr lesenswert!

    10 Punkte

    ASIN/ISBN: 3423262559

    Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    Faye hat alles erreicht, was sie sich erträumt hat: Ihr verhasster Exmann Jack sitzt im Gefängnis und kann ihr nichts mehr anhaben. Mit ihrem Unternehmen Revenge ist sie sehr erfolgreich, und sie selbst hat sich ein neues Leben in Italien aufgebaut, fernab von ihrer Vergangenheit.

    Doch plötzlich droht alles zusammenzubrechen: Ihrem Exmann ist die Flucht gelungen, und Faye weiß: Wenn er sie findet, ist nicht nur ihr Leben in Gefahr. Faye muss sich zur Wehr setzen. Mit der Hilfe ihrer engsten Vertrauten riskiert sie alles, um die zu beschützen, die sie liebt. Und dafür ist Faye bereit, jede Grenze zu überschreiten.


    Autorin (Quelle: Verlagsseite)

    Camilla Läckberg, Jahrgang 1974, stammt aus Fjällbacka. Von ihrer mittlerweile zehnbändigen Fjällbacka-Krimireihe und ihrem Thriller „Golden Cage“ wurden weltweit über 26 Millionen Exemplare verkauft, sie ist Schwedens erfolgreichste Autorin. Mit ihrem Unternehmen »Invest In Her« fördert sie Projekte junger Frauen. Camilla Läckberg lebt mit ihrer Patchworkfamilie in Stockholm.


    Allgemeines

    Zweiter Teil zu „Golden Cage“

    Titel der Originalausgabe: “Vingar av silver“, ins Deutsche übersetzt von Katrin Frey und Leena Flegler

    Erschienen am 3. August 2020 bei List Hardcover mit 352 Seiten
    Gliederung: Roman in vier Teilen, Kapitel sind nicht nummeriert

    Teils Erzählung in der dritten Person aus Fayes Perspektive, teils Ich-Erzählung (im Handlungsstrang der Vergangenheit)

    Handlungsort und -zeit: Italien und Stockholm, in der Gegenwart, Fjällbacka „damals“


    Inhalt

    Nach den Ereignissen von „Golden Cage“ hat sich Faye mit ihrer Mutter und ihrer Tochter Julienne in Italien ein neues Leben aufgebaut, doch eines Tages sind beunruhigende Entwicklungen zu verzeichnen: Ihr inhaftierter Ex-Mann Jack ist aus dem Gefängnis entkommen, gleichzeitig versucht jemand, Fayes Unternehmen Revenge in die Finger zu bekommen, indem er die Anteilseignerinnen durch unlautere Machenschaften dazu bringt, ihm ihre Anteile zu verkaufen. Faye reist nach Stockholm, um den Dingen auf den Grund zu gehen und ihr Unternehmen zu retten. Ihre Freundin Alice und die enttäuschte Frau von Fayes Ex-Mann, Ylva, sind ihr behilflich. Außerdem gibt es mit David einen neuen Mann in Fayes Leben, doch über ihn weiß sie noch wenig.


    Beurteilung

    Der Roman baut auf dem Inhalt des ersten Bandes „Golden Cage“ auf und es ist sehr empfehlenswert, diesen zuerst zu lesen, um der Handlung vollständig folgen zu können.

    In die fortlaufende Handlung um Fayes Recherchen in Stockholm sind Kapitel mit der Überschrift „Damals“ eingefügt, in denen Faye aus ihrer unschönen Kindheit in einer dysfunktionalen Familie in Fjällbacka erzählt. Diese Abschnitte sind äußerst fesselnd und wecken die Empathie des Lesers für das bemitleidenswerte Mädchen. Sie zeichnen im weiteren Verlauf aber auch das Bild eines Opfers, das sich zur wehrhaften und skrupellosen Frau entwickelt. Diese Skrupellosigkeit prägt auch Fayes Verhalten als Geschäftsfrau, sie ist buchstäblich bereit, über Leichen zu gehen, wenn es um ihre Interessen geht. Die Charakterdarstellung der Hauptfigur ist sehr widersprüchlich und nicht sehr glaubwürdig; Faye ist clever und gewissenlos, Männer sind ihr eingefleischtes Feindbild, andererseits gibt sie sich im Umgang mit ihrem neuen Liebhaber geradezu unrealistisch naiv. Auch der Umgang mit ihrer Tochter ist von Widersprüchlichkeit geprägt, einerseits liebt sie ihr Kind über alles, andererseits lässt sie es wochenlang in der Obhut ihrer Mutter zurück und schwelgt unterdessen in Stockholm in sexuellen Eskapaden und maßlosem Alkoholkonsum. Gerade diese Szenen hätten gern weniger ausschweifend beschrieben sein dürfen, sie zeichnen das Bild einer unsympathischen, egozentrischen Frau.

    Auch einige weitere Details des Romans in Bezug auf das Verhalten von Fayes Verbündeten und den Umgang mit einer Polizistin sind eher unglaubwürdig. Nichtsdestotrotz ist der Erzählstil sehr anschaulich und durch wohldosierten Einsatz diverser Spannungshöhepunkte durchaus fesselnd.


    Fazit

    Ein fesselnder, aber insgesamt wenig realistisch anmutender Roman, der ein beklagenswertes Männerbild transportiert!

    6 Punkte

    ASIN/ISBN: 3471351744


    Vorzeitige Rezension mit Genehmigung durch Vorablesen

    Danke für die Buchvorstellung, schon 10 Bände, ist ja allerhand.

    Es sind schon 12 Bände, nach "The Dark Angel" folgen noch "The Stone Circle" (habe ich gerade rezensiert) und "The Lantern Men" (habe ich vorbestellt und werde es dann rezensieren).:)

    Ich überlege mir schon, ob ich mich nicht doch mal ans englische Original wagen soll.

    Das würde ich auf jeden Fall tun. Wenn man die Bücher als E-Books liest, kann man ja sehr schnell unbekannte Wörter im integrierten Wörterbuch nachschlagen.

    Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon)

    DCI Nelson has been receiving threatening letters telling him to 'go to the stone circle and rescue the innocent who is buried there'. He is shaken, not only because children are very much on his mind, with Michelle's baby due to be born, but because although the letters are anonymous, they are somehow familiar. They read like the letters that first drew him into the case of The Crossing Places, and to Ruth. But the author of those letters is dead. Or are they?

    Meanwhile Ruth is working on a dig in the Saltmarsh - another henge, known by the archaeologists as the stone circle - trying not to think about the baby. Then bones are found on the site, and identified as those of Margaret Lacey, a twelve-year-old girl who disappeared thirty years ago.

    As the Margaret Lacey case progresses, more and more aspects of it begin to hark back to that first case of The Crossing Places, and to Scarlett Henderson, the girl Nelson couldn't save. The past is reaching out for Ruth and Nelson, and its grip is deadly.


    Autorin (Quelle: Amazon)

    ELLY GRIFFITHS is the author of the Ruth Galloway and Magic Men mystery series, and the standalone novel The Stranger Diaries. She is a recipient of the Mary Higgins Clark Award and the CWA Dagger in the Library Award.


    Allgemeines

    11. Band der Reihe um Dr Ruth Galloway

    Erschienen am 5. September 2019 bei Quercus als TB mit 416 Seiten
    Gliederung: Roman in 38 Kapiteln – Danksagung – Leseprobe zu Band 12 „The Lantern Men“ – „Who´s who“

    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven

    Handlungsort und -zeit: Norfolk, 2016


    Inhalt und Beurteilung

    Bei der Ausgrabung eines prähistorischen Skeletts werden auch die Knochen eines jungen Mädchens gefunden, es stellt sich schnell heraus, dass es sich dabei um das Skelett von Margaret Lacey handelt, die als Zwölfjährige im Jahr 1981 spurlos verschwand. Dieses Skelett scheint allerdings erst vor kurzem umgebettet worden zu sein. Die Aufmerksamkeit der Polizei richtet sich erneut auf einen Sonderling, der seinerzeit unter Verdacht stand, dem man aber nichts nachweisen konnte. Doch dann wird der Mann ermordet und in der Familie von Margaret Lacey gibt es einen neuen Vermisstenfall – diesmal wird ein wenige Wochen altes Baby entführt.

    Harry Nelson und seine Kollegen müssen herausfinden, ob in allen diesen Fällen derselbe Täter verantwortlich ist, oder ob es sich um verschiedene Täter handelt.


    Der Kriminalfall ist relativ komplex und die Lösung ist nicht vorzeitig absehbar. Er erinnert an einen älteren Fall („The Crossing Places“/“Totenpfad“), bei dem ebenfalls die Skelette ermordeter Mädchen in der Saltmarsh aufgefunden wurden, der damalige Täter soll allerdings tot sein.

    Der Roman besticht durch gründliche und realistisch dargestellte Ermittlungsarbeit, er ist durchaus fesselnd, kommt aber ohne Gewaltdarstellungen aus. Sehr angenehm ist es, dass im Vergleich zum letzten Roman („The Dark Angel“) die komplizierte Beziehungsproblematik zwischen Harry Nelson, seiner Ehefrau Michelle und Ruth Galloway nicht so sehr ausgewalzt wird. Dieses Thema ist allmählich ausgereizt.

    Es zeichnen sich interessante Entwicklungen in Ruths Leben ab, wodurch die Reihe ab dem kommenden Band neue Impulse und Abwechslung verspricht.

    Der Roman ist in einem flüssigen, anschaulichen Erzählstil gehalten und lässt sich dementsprechend leicht und schnell lesen. Ein Personenverzeichnis des „Stammpersonals“ der Reihe erleichtert Neueinsteigern den Überblick.


    Fazit

    Ein eher spannungsarmer, ruhiger Krimi, der gute Unterhaltung bietet!

    8 Punkte

    ASIN/ISBN: 9781786487315