Beiträge von Lese-rina

    Was ist eigentlich mit Yi? Der wartet quasi immer noch, oder? Vielleicht kann man aber auch hoffen, dass er endlich in den Zug eigestiegen ist, weil er ja doch nicht das Schicksal so beeinflusst hat wie angekündigt und weil Ren ihn längere Zeit nicht mehr in seinen Träumen gesehen hat.

    Die Lektüre ist bei mir schon längere Zeit her und ich kann mich auch täuschen, aber fährt er nicht in dem Traum von irgendjemanden dann doch mit dem Zug davon?


    Was man immernoch nicht weiß, ist ob William oder Lydia, die in Honkong(?) geboten wurde und auch den chinesischen Namen Li trägt, die 5. Tugend ist, aber eigentlich ist es, nach Williams Tod, auch gleich. Ich habe jetzt zum Ende das Gefühl, dass Lydia es ist, denn mit ihr stimmt definitiv so einiges nicht.

    Für mich war es am Ende auch Lydia und William eine falsche Fährte.

    Ich finde es auch immer wieder interessant, wie unterschiedlich ein Buch empfunden wird.

    Das finde ich auch immer wieder faszinierend, vor allem, wenn es nicht mal auf den Inhalt, sondern auf den Schreibstil bezogen ist. Ich hab es ja schon vor zwei Jahren gelesen und habe mir damals über den Stil überhaupt keine Gedanken gemacht, sondern bin voll in der für mich ungewöhnlichen Geschichte abgetaucht. Dass der Schreibstil für viele Leser*innen eine so große Rolle spielt, ist mir erst danach beim Lesen der Rezensionen bewusst geworden. Von daher hat es mich auch überhaupt nicht gestört.

    Das Ende hat mich sehr überrascht. Zunächst schon einmal Rias Entscheidung, Henning ins Gefängnis zurückzubringen. Das fand ich zunächst so schockierend (auch wenn es hinreichend begründet wurde), dass ich das Buch zwei Tage lang liegen lassen musste, bevor ich weiterlesen konnte. Es wird aber zum Glück bis zum Ende mehrmals thematisiert, so dass ich letztlich ihre Handung nicht nur nachvollziehen, sondern auch akzeptieren konnte. Nur ob Henning und vor allem Jolanthe das irgendwann auch können?


    Dann hatte ich erwartet, dass Ria (wieder) "freiwillig" im Osten bleibt und die Gelegenheit zur Flucht nicht nutzt. Annie und auch Jolanthe bräuchten sie jetzt viel mehr als zum Ende des 1. Bandes. Trotzdem freut es mich für Ria, dass ihr Freiheitsdrang überwiegt und vor allem die Flucht glückt. Vielleicht hat Ria auch erkannt, dass das Leben in der DDR mit dem ständigen Misstrauen ihr überhaupt nicht guttun. Sie kommt mir sehr getrieben vor, zum Teil natürlich zu Recht. Ich hoffe sehr für sie, dass sie ein offener Mensch werden kann und es vor allem schafft, anderen Menschen zu vertrauen. Ihre Nicht-Kommunikation gerade mit Jens war ja wirklich haarsträubend und es ehrt ihn sehr, dass er trotz allem an ihr festhält! Überhaupt fand ich es toll, dass so ganz unterschwellig (ohne es groß zu thematisieren) erzählt wird, wie das Leben in der DDR einen Menschen prägt.


    Gut gefallen haben mir auch Hähners Gedanken. "Die Menschheit versumpft im Alltäglichen." Wie wahr! Philosophie an einer ganz unerwarteten Stelle.


    Das waren jetzt mal meine wichtigsten Eindrücke, die ich jetzt gleich noch loswerden wollte. Die nächsten Tage werde ich in Ruhe mal eure (vielen) Beiträge durchlesen, da fällt mir bestimmt noch was ein. :wave

    Vielen herzlichen Dank für eure vielfältigen Tipps! :knuddel1Gerade die Unterschiedlichkeit finde ich gut, ich will ja nicht immer das Gleiche lesen :grin.


    Ich werd wahrscheinlich mal mit der Gebrauchsanweisung für Norwegen starten und mir was fürs Herz von Kabus oder Birkland suchen. Die Sturmschwester haben wir in der Bücherei, das werde ich sicher auch lesen. Berte Bratt habe ich früher gerne gelesen, das wäre mal wieder ein richtiger Ausflug in die Jugenzeit :-]. Leider ist da der Norwegen-Anteil aber wohl ziemlich gering.


    Ich kann selber auch noch einen Tipp beisteuern, allerdings für Fjorde im Winter: Das Funkeln einer Winternacht von Karen Swan


    ASIN/ISBN: 3442489326


    Es spielt an einem Fjord im Winter (Weihnachten spielt eine Rolle, nimmt aber nicht überhand) und ist sehr unterhaltsam. Durch das social-media Thema ist es aber nicht zu seicht und man erfährt auch einiges über die Geschichte und Besonderheiten der Fjordumgebung. Den (kleinen) Thrillerteil hätte ich nicht gebraucht, aber es hat mich auch nicht weiter gestört.

    Zum Steigern der Vorfreude auf den diesjährigen Familienurlaub :fliegerund zur passenden Urlaubslektüre suche ich Bücher, die in den norwegischen Fjorden oder deren Umgebung spielen. Ich hab schon mal gesucht - geben tut es dazu ja einiges, aber ausgewählte Eulenbuchtipps sind mir am liebsten :knuddel1. Also her mit euren Empfehlungen - beim Genre bin ich offen.

    Vorneweg: die Aufmachung des Buches ist toll. Sehr stabiles Hardcover mit Lesebändchen, dickes Papier mit einer angenehmen Haptik und durchgehend farbige Bilder, davon viele ganzseitig. Dazu farbig abgesetzte Seiten. Da rechtfertigt die hochwertige Ausstattung auch den hohen Preis. Allerdings hätte ich mir manchmal eine andere Bildauswahl gewünscht (dazu später mehr).


    Wie bei anderen Ratgeberbüchern ist die Meinung über den Inhalt sehr individuell. Die eine findet genau das an Information, was sie sucht/braucht, der andere nicht. So ist auch meine Meinung sehr subjektiv. Ich kenne weder andere Sachbücher zu diesem Thema noch den Blog oder Videos der Autorin, so dass ich sehr unvoreingenommen an das Buch heranging.


    Der „Untertitel“ des Buches: Dein eigenes Gemüse anbauen, mit Hühnern kuscheln, in selbstgebackenes Brot beißen tritt die Aufteilung sehr gut. Im größten Teil (ca. 2/3 des Buches) geht es um den Anbau von Gemüse und etwas Kräuter sowie Obst. Neben vielem Basiswissen wie Gartenplanung, Beetanlage oder Mulchen nehmen die sehr ausführlichen und detaillierten Pflanzenporträts großen Raum ein. Dabei unterscheidet die Autorin sehr charmant zwischen Pflanzen für Schnuppernächsen (Anfänger), Schwärmern (Fortgeschrittene) und Gemüseflüsterern (Profis). Ich habe zwar etwas Gartenerfahrung, konnte aber bei der Lektüre viel lernen und Neues erfahren.


    Leider sind die Bereiche Kräuter und Obst mit nur wenigen Sorten meiner Meinung nach zu kurz gekommen. Dafür hätte ich persönlich gern auf die Tierhaltung – aufgegliedert in Hühner, Ziegen und Schafe – verzichtet. Das ist ja doch ein spezielles Thema und wäre wohl ausführlicher in einem eigenen Buch besser aufgehoben gewesen, auch wenn es eine gute Übersicht über die Grundlagen der Tierhaltung und Verarbeitung der tierischen Produkte gibt.


    Mehr anfangen konnte ich wieder mit dem letzten großen Kapitel, dem Haltbarmachen von Gemüse und Obst sowie dem Brotbacken. Einkochen und Fermentieren war jahreszeitlich noch nicht drin, aber an das Backen mit Sauerteigbrot habe ich mich herangewagt und es hat nach ein paar kleineren Startschwierigkeiten gut funktioniert.


    Insgesamt finde ich im Buch sehr viele verschiedene Informationen. Marie Diederich hat dabei ihre ganz eigene Methode zu gärtnern. Auch wenn ich sicher nicht alles so machen werde, konnte ich mir doch einiges abschauen. Nicht ganz glauben kann ich die Zeitangaben, selbst wenn mit viel Erfahrung sicherlich etliches schneller von der Hand geht. Aber z. B. drei Stunden wöchentlicher Aufwand für einen Selbstversorgergarten in einem 3-Personen-Haushalt finde ich zu gering angesetzt. Vielleicht im Jahresdurchschnitt, aber doch sicherlich nicht in der Hoch-Zeit im Frühjahr oder Sommer. Interessant und auflockernd fand ich die immer wieder eingeschobenen Texte, in denen sich die Autorin zu verschiedenen Themen rund um die Selbstversorgung Gedanken macht.


    Ein ganz großes Plus ist der lockere Stil, in dem Marie Diederich schreibt. Als Leser*in werde ich persönlich angesprochen und die Texte kommen mir mehr wie ein Gespräch unter Freunden vor als ein Sachtext. So lassen sie sich ausgesprochen gut lesen. Dazu kommt Marie Diederichs sehr große Begeisterung, die durchgehend spürbar wird. Das motiviert ungemein und regt an, selber loszulegen und eigene Erfahrungen zu sammeln, egal wie die Umstände sind. So habe ich mich an das schon lang geplante und immer aufgeschobene Sauerteigbrot gewagt und es war längst nicht so schwierig und viel weniger zeitaufwändig als gedacht. Allerdings hätte ich mir hin und da doch noch etwas genauere Informationen und das ein oder andere hilfreiche (und nicht nur dekorative) Foto gewünscht.


    Ob man mit dem Buch wirklich - wie der Titel vollmundig ankündigt - zur Selbstversorgerin werden kann, kann ich nicht beurteilen. Für mich ist es eher ein Buch für vielfältigen Gemüseanbau mit unkonventionellen Methoden. Ein etwas weniger reißerischer Titel hätte das besser vermitteln können.


    Fazit: Sehr viele (hilfreiche) Informationen, eine tolle Aufmachung und vor allem spürbare Begeisterung der Autorin, die ansteckt. Einige Kritikpunkte habe ich aber trotzdem und so gibt es sehr gute acht Eulenpunkte (von max. zehn).

    Anfangs hatte ich vor, Hennings religiöse Seite stärker auszubauen, aber irgendwie hat es sich beim Schreiben nicht richtig angefühlt, das so auszuwalzen, und ich habe es bei den Andeutungen belassen. Aber vielleicht hätte ich die Zügel nicht allzu arg anziehen sollen.

    Hennings religiöse Seite fand ich hinreichend gut erklärt, aber über das Leben der Adventisten in der DDR hätte ich gern noch (viel) mehr erfahren. Als Westdeutsche weiß ich leider nur, dass es bis zum Ende kirchliches Leben in der DDR gab, das allerdings vielen Einschränkungen unterworfen war. Doch was und wie genau? Das würde mich sehr interessieren, vielleicht magst du ja noch ein bißchen was erzählen?

    Die Geschichte um Ren, der den verlorenen Finger seines verstorbenen Mentors, denn so würde ich den Arzt bezeichnen, ist ja etwas schräg. Ich stelle es mir sehr schwierig vor in unserer heutigen Zeit und Kultur, wenn da jeder seinen verlorenen Körperteil anfangen müsste zu suchen.


    Anfangs konnte ich mir auch überhaupt nicht vorstellen, wie Ren diesen verloren gegangenen Finger wiederfinden will. Ich dachte ja, dass er damals - wie heute bei uns üblich - sicher irgendwie entsorgt wurde. Aber es waren ja noch andere Zeiten und andere Sitten und so wurde er - Glück für Ren - sorgsam aufbewahrt.

    Genau Ablenkung ist das Problem, mangelnde Konzentration und Lesestetigkeit...

    :knuddel1Zumindest ist das ein Buch, in das man herlich versinken uns sich wegbeamen kann. Ich hoffe, du kannst irgendwann darin vom Alltag abtauchen!

    Der Auftritt Biermanns hat mich in diesem Abschnitt am meisten bewegt, das Lied hat mich erschüttert. Besser kann man nicht ausdrücken, was Krieg anrichtet, wie sinnlos er ist.

    :writeBiermann mit seinem Auftritt und seinem Lied war wirklich sehr beeindruckend, vor allem, weil die Szene mittlerweile so viel Aktualität gewonnen hat. Ich freue mich sehr, dass das Lied abgedruckt werden konnte! :thumbup:


    So lang ist der Abschnitt gar nicht und trotzdem ist unglaublich viel passiert. Das Weltjugendtreffen kam mir da zu plötzlich, schwupps waren unsere Protagonisten schon mittendrin. Hennings Flucht aus dem Gefängnis ist superspannend und ich hab mit ihm mitgefiebert. Die Gründe, warum sich Ria auf die Suche nach ihm macht, kann ich gerade noch nachvollziehen, doch was jetzt? :/ Sie wandelt auf einem sehr schmalen Grad, sie weiß ja, dass auch sie unter Beobachtung steht. Von Hähners heldenhaftem Eingreifen von der anderen Seite weiß sie nichts und kann sie auch nicht rechnen.


    Henning ist im Verlangen, seine Familie zu treffen, kaum zu bremsen. Irgendwie hätte ich Rias Aktion auch Marga zugetraut.

    Das habe ich mir auch gedacht. :lache Henning hatte hier sehr großes Glück, dass Marga abgelenkt und nicht direkt in die Suche nach dem Flüchtigen eingebunden war. Sie wäre bestimmt auch draufgekommen, wo er zu finden sein könnte.


    wampy schrieb:

    Annie hatte Marga schon über das Grundig-Radio ihrer Mutter informiert und bekommt als Belohnung von Marga ihren Vater präsentiert, aber ob er es wirklich ist?

    Ich hätte sehr gehofft, dass Annie nichts über das Radio sagt. Es ist ihr ja nicht nachweisbar, ob sie es tatsächlich gefunden hat oder nicht. Schade. :( Sowas kann böse enden und macht sich Annie dann nicht ein Leben lang Vorwürfe? Hier sieht man ganz deutlich, wie sehr sich Familiendramen wiederholen. Ria leidet schon fast ihr ganzes Leben über den Verlust ihrer Eltern, hinterlässt aber bei ihrer eigenen Tochter ähnliche Wunden. Und die führen wiederrum zu Handlungen, die ebenfalls große Narben hinterlassen (können). Tragisch!


    Wenn Ria Annie wenigstens gesagt hätte, wer ihr Vater ist. Dann müsste sie sich nicht so sehr an Margas Informationen klammern. Ich war anfangs verwundert, warum es ausgerechnet ein angeblicher Musiker sein soll, der über die engen Grenzen hinaus kann. Aber ganz klar: der ist dann wieder weg und es gibt eine gute Erklärung dafür.

    Ich fand es richtig spannend, wie Klara ihren Plan umgesetzt hat, Hilfe von der Sonne für Josie zu bekommen.

    Im nachhinein würde ich sagen, dass die Spiritualität und Religion(?) hier ein wenig gewürdigt wurde, wenn auch offen bleibt, ob die Sonne nun wirklich einen Einfluss auf Josies Genesung hatte. Ich kann mir zumindest nicht recht erklären, was da eigentlich mit Josie passiert ist. Aber ich bin froh, dass sie wieder gesund geworden ist. :-)

    Gerade diese offene finde ich so toll an Ishiguro. Er stellt etwas vor und lässt es uns Leser*innen vollkommen frei, wie wir damit umgehen und was wir lesen. Das finde ich eine große Kunst :anbet. Es ist eine große Versuchung "so leicht" anderen Menschen die eigene Überzeugung aufzudrücken. Dass Ishiguro das gerade nicht tut mag ich an seinen Büchern!


    Ganz persönlich fand ich es hier auch schön, dass Klaras Überzeugungen auf so ungewöhnliche Weise überraschend doch bestätigt wurden. :thumbup: sasaornifee ich gebe dir recht, dass Spiritualität und Religion hier zumindest nicht abwertend beschrieben wurden (wie so oft), wenn man es denn so lesen möchte. Und darüber hinaus kann jede und jeder es selber interpretieren :).