Beiträge von Lese-rina

    LeseBär schrieb:

    Ich hatte den Hinweis der Jugendamtsfrau so verstanden, dass Heinz nicht einfach bei alleinstehenden Frauen aufwachsen kann. Sprich: Der Vater fehlt. Und den kann Helene, auch wenn sie verheiratet ist, eben auch nicht bieten.

    Vielleicht. Aber vielleicht auch nicht. DENN: sie haben es ja nicht mal probiert!!! Und das ist es, was mich am Verhalten Christas (und auch ihres Umfeldes) echt ärgert: es wird nicht mal versucht, andere Lösungen zu finden, geschweige denn auszuprobieren. :bonkSchon bei der Frage nach der Führung des Buchladens und jetzt wieder wird eine Möglichkeit als DIE einzige Lösung gesehen und kein bißchen hinterfragt. Da wird lieber geheiratet, als sich mögliche Alternativen zu überlegen. Ja, es ist mühsam, seinen Kopf einzuschalten und selber zu denken; andere zu überzeugen zu versuchen und vielleicht am Ende doch zu scheitern. Es ist viel einfacher, eine vorgeschlagene Lösung zu akzeptieren, um hinterher im Unglück die Schuld auf die anderen zu schieben. Aber genau diese Eigeninitiative gehört für mich zu einem selbstbestimmten Leben unbedingt dazu! Da braucht es wirklich unbedingt einen 2. Band, damit sich Christa noch gewaltig entwickeln kann.


    Auch die Hochzeit Christas ist ja nicht die Ideallösung - steht sogar im Buch. Christa ist eigentlich zu jung als Pflege-/Adoptivmutter und Hausfrau wird sie ja auch nicht. Abgesehen davon bestand für mich die große Gefahr, dass irgendjemand Werner als Homosexuellen hinhängt und dann sind sie wieder zurück auf Start. Da haben sie Glück gehabt und genausogut hätte auch eine ander Lösung funktionieren können.


    Apropos Hausfrau: wer kümmert sich eigentlich um Heinz nach der Schule und wer schmeißt den Haushalt? Doch hoffentlich nicht Helene???!!! Dieses plötzliche, vollkommen problemlose Funktionieren in einer Vierfachrolle (Buchhändlerin, Studentin, Mutter und Hausfrau) fand ich ehrlich gesagt sehr ideallisiert dargestellt und damit unglaubwürdig.


    Ich bin zwar schon eurer Meinung, dass man in einer Familie zusammenhält und selber auch mal zurückstehen muss. Genauso bin ich aber auch der Meinung, dass man nicht glücklich werden kann, wenn immer nur die gleiche auf ihre eigenen Träume verzichtet. Deshalb bin ich für Kompromisse und Alternativlösungen, die idealerweise für alle einigermaßen gleich gut passen - aber die müssten halt gesucht und ausgehandelt werden.


    Es sind aber zumindest ein paar kleine Fortschritte erkennbar: bei der Rückkehr Martins wird Christa zum ersten Mal bei einem Problem selbst aktiv und spricht mit jemanden darüber. Zwar übernimmt sie dann doch wieder den Vorschlag von Gunda Schwab, aber sie denkt auch mehrere Tage (!) intensiv darüber nach. Wie gesagt: zumindest ein kleiner Fortschritt, der auf Band 2 hoffen lässt.


    Vielleicht nervt mich das Verhalten Christas auch so, weil ich am Anfang etwas anderes von ihr erwartet hätte. Nein, sie ist überhaupt nicht so taff, wie sie am Beginn des Buches tut (und wie sie angekündigt wird). Sie ist noch jung und ich gestehe ihr den Entwicklungsraum gerne auch zu, aber wenn sich ein Buchcharakter genau in die andere Richtung entwickelt, als man erwartet hätte, ist das eher schwierig. Wie gesagt, mir geht es nicht mal um das Resultat an sich, sondern vielmehr um die Art, wie Christa alles hinnimmt, was ihr gesagt wird.


    Das klingt jetzt negativer als ich es eigentlich empfinde, denn so im Vordergrund war für mich Christas Verhalten auch nicht. Ich hab mich im letzten Abschnitt wieder an der tollen Atmosphäre erfreut - den Tag der Währungsreform fand ich gut beschrieben und dann erst die Lesung von Mann :*. Das finde ich nach wie vor als großer Pluspunkt am Buch.


    Ayasha schrieb:

    Auf Jago bin ich irgendwie sauer. Es gab ja schon vorher Momente, in denen er Christa gegenüber zurückhaltend war und man konnte spüren, dass ihn was bedrückt. Aber was ist so furchtbar, dass er nicht mit Christa darüber sprechen kann? Christa hätte verdient, dass er offen und ehrlich mit ihr umgeht und nicht einfach so über Nacht verschwindet. Mensch, Jago! Ein so sensibler Mann und dann sowas.... :rotekarte

    Da kann ich dir nur zustimmen. :writeIch hätte dieses Wiedersehen am Ende überhaupt nicht gebraucht, für mich könnte Jago hingehen, wo der Pfeffer wächst. Ähnlich wie Ayasha finde ich es unmöglich, dass er sich Christa nicht mal ansatzweise erklärt. Wenn es so unaussprechlich ist, was ihn belastet, soll er es für sich behalten und aus Christas Leben verschwinden, sie hat auch ohne ihn genug Probleme. Ich weiß, ich stehe wohl alleine da mit meiner Meinung (und Ines plant anderes ;)), aber ich bräuchte ihn auch nicht im 2. Teil.


    Leider gerät Christ immer an die falschen Männer. Alan hat ihre Notlage schamlos ausgenutzt und Jago lässt sich schmählich im Stich, als sie ihn am meisten gebraucht hätte. Kann eine Liebe einen solchen Verrat wirklich verzeihen? Und dann wollen sich beide mit Worten erklären - Männer, das funktioniert doch nicht!!! Ich hab wahrscheinlich Jagos Abschiedsgedicht völlig falsch verstanden (wie gesagt, mit Lyrik kenn ich mich gar nicht aus) aber für mich ist das eher eine Ohrfeige als eine Liebeserklärung. "ich gehör dir nicht" klingt für mich nach: was willst du überhaupt von mir - ich habe mein eigenes Leben. Stimmt natürlich, aber Christa ist eine sehr treue Seele und steht fest zu ihren Lieben, wie wir im Buch wiederholt erfahren haben - da hat sie einen anderen Mann verdient und nicht einen, der wortlos abhaut, als jemand für sie endlich einmal was tun könnte! :bonk


    Ein wunderschönes Ende wäre für mich nach dem Kapitel 31 gewesen (nach dem Suchen des Gedächtnisbaumes für Heinzes Mutter). Und vorher Kapitel 32 mit dem Besuch bei der Mann-Lesung. Kein glückliches, aber ein versöhnliches Ende für Christa, denn da empfinde ich sie als sehr mit sich im Reinen. (Und dann im neuen Buch ein neuer Mann ;)).


    Es war nur leider für mich persönlich nicht das Lesehighlight , wie es hier für viele andere von Euch war. Für mich war es ein ganz nettes Buch für zwischendurch, aber auch nicht mehr.

    So sehe ich das auch :write. Eine wirklich große Stärke fand ich die Buch- und Literaturkapitel, das wäre mein Wunsch für den Band 2 Ines (wenn wir uns schon mal was wünschen dürfen, mach ich das doch gerne!). Das war ein sehr interessanter Einblick in die damalige Lesewelt! Außerdem fand ich am Anfang und am Ende die zeitgeschichtliche Atmosphäre sehr schön beschrieben und das damalige Leben auch in Details erzählt. Das sind für mich Feinheiten, die aber viel ausmachen. Zwischendurch habe ich diese Atmosphäre leider vermisst, da ging es von der Handlung her Schlag auf Schlag und für die die Zwischentöne war in Leseabschnitt drei kein Raum mehr. Für mich (das ist natürlich eine ganz persönliche Einstellung) dürfte es deswegen ruhig weniger Handlung und mehr Atmospähre und auch Emotionen (das Thema hatten wir ja schon) sein.


    Das Buch wird mir in guter Erinnerung bleiben und die interessante Leserunde auf alle Fälle auch! Ich finde es schön, wenn wir auch was zum diskutieren haben! Danke dafür auch dir Ines und ich hoffe, du kannst mit unseren Meinungen leben und kommst beim nächsten Band auch wieder ins Eulennest! :wave

    Danke für eure Hinweise zur Geschäftsführung bei Unmündigkeit (auch wenn das jetzt nicht so einfach klingt wie im Buch) und der Wartezeit bei Vermissten LeseBär und hollyhollunder .


    Ich hatte den Hinweis der Jugendamtsfrau so verstanden, dass Heinz nicht einfach bei alleinstehenden Frauen aufwachsen kann. Sprich: Der Vater fehlt. Und den kann Helene, auch wenn sie verheiratet ist, eben auch nicht bieten.

    Dass nehm ich jetzt mal mit in den nächsten Abschnitt ...



    Auf Jago bin ich irgendwie sauer. Es gab ja schon vorher Momente, in denen er Christa gegenüber zurückhaltend war und man konnte spüren, dass ihn was bedrückt. Aber was ist so furchtbar, dass er nicht mit Christa darüber sprechen kann? Christa hätte verdient, dass er offen und ehrlich mit ihr umgeht und nicht einfach so über Nacht verschwindet. Mensch, Jago! Ein so sensibler Mann und dann sowas.... :rotekarte Ich bin gespannt, was hinter seinem Verhalten steckt.

    ... und das auch :wave.

    Zeit, mal wieder ein paar Namen nachzutragen :):


    Ji Lin, weibliche Hauptperson in Nachttiger von Yangsze Choo. Ich hätte auch Ren nehmen können, aber das J ist wahrscheinlich schwieriger und außerdem ist ein chinesischer Name bestimmt auffälliger in meinem Bingo :lache.


    ASIN/ISBN: 3336548071


    Camille, weibliche Hauptperson in Die dritte Frau von Wolfram Fleischhauer. Der Ich-Erzähler wird nie namentlich erwähnt, also war die Wahl einfach ;).


    ASIN/ISBN: 3426281945


    Tom, mänliche Hauptperson in Das Geheimnis der Themse von Susanne Goga. Ich hätte gern Charlotte genommen, weil sie die für mich herauragende Hauptperson ist - aber das C ist ja schon besetzt. Tom passt aber auch, schließlich spielt er als Ehemann und Recherchepartner eine große Rolle im Buch.


    ASIN/ISBN: 3453360710


    Liv, Hauptperson der Gegenwart in Die Roseninsel von Anna Reitner. Den Namen finde ich übrigends ganz toll :thumbup:.


    ASIN/ISBN: 3548063365

    Ich möchte mich hiermit auch anmelden, werde aber Probleme haben, Bücher zu finden. Ich habe wohl sehr hohe Erwartungen an das, was ich als "Lieblingsbuch" vorschlage. Also, finden dann vielleicht nicht alle toll, das Buch, aber damit ich es vorschlage, möchte ich es ganz ganz toll finde und ganz ganz toll und großartig und hat mich ergriffen/überrascht/begeistert/..., da muss ich wirklich gut suchen. Aber egal, ich werde was finden.

    Mach dir keinen soooo großen Kopf deswegen. Den Anspruch hatte ich am Anfang auch, aber wenn man öfters mitmacht (und es macht ja jedes Mal wirklich Spaß :grin), dann kann nicht jedes Buch supertoll, perfekt und überragend großartig sein. Schon gar nicht, wenn man verschiedene Genres angeben will. Ein "normales" Lieblingsbuch, das man gerne gelesen hat und weiterempfehlen möchte, tut es auch :-].


    Ich bin momentan echt am überlegen, ob ich mein derzeitiges "Lieblingsbuch", das ich wirklich nur großartig fand, jemanden antun kann. :lacheNicht, dass ich damit erschlagen werde! Ich geh nochmal in mich und denk drüber nach. :/

    Ich finde es wirklich schade, dass ich so lange mit dem Buch brauche, denn eure Diskussion ist so interessant und ich wäre gerne von Anfang an dabei gewesen. Aber irgendwie kann ich momentan nicht schneller lesen, was ein bißchen auch am Buch liegt. Es passiert soooo viel in diesem Abschnitt und meist bin ich nach einem Kapitel schon so "gesättigt", dass ich das Gelesene erst mal sacken lassen muss. Dementsprechend langsam komme ich vorwärts.


    LeseBär schrieb:

    Da finde ich das Kontrastprogramm, also die Beschäftigung mit Literatur und Lyrik, geradezu entspannend in der ganzen Geschichte. Die Etablierung des Lesezirkels fand ich toll und auch die dort geführten Gespräche. Literaturfreunde sind schon ein eigenes Völkchen. ;)


    :write So geht es mir auch! Ich genieße zur Abwechslung dann richtig die Kapitel, in denen es um Literatur geht und ich so richtig im Buch schwelgen kann, ohne dass etwas Neues passiert. Grundsätzlich kann ich zwar auch mit Lyrik wenig anfangen, aber ich finde es hier super eingebaut.


    Ich habe mich auch gefragt, wer die Gedichte geschrieben hat (und mich noch nicht getraut das Nachwort zu lesen), danke für die Aufklärung hollyhollunder .


    Hier in diesem Abschnitt kommt Helene endlich nochmal richtig zu Wort. Also nicht nur mit ihren Ermahnungen und Vorstellungen für Christa sondern sie selbst und ihr Schicksal. ... Was ist, wenn der Mann wirklich nicht wider zurückkommt? Wird sie nochmal jemanden finden. By the way dachte ich mal, warum nicht sie den Martin heiratet.

    Helenes Kapitel hat mich sehr gefreut, ich hab ja im letzten Abschnitt schon einiges zu ihr geschrieben und das deckt sich mit dem, was dann im Buch stand. Die Idee, sie könne Martin heiraten, hatte ich auch. Allerdings denke ich, sie wartet immer noch auf die Rückkehr ihres Mannes (oder hofft zumindest darauf). Bevor sie wieder heiraten könnte, müsste sie ihn ja für tot erklären lassen, oder? Weiß jemand, wie lange die Frauen da warten mussten? Wobei das sicher ein sehr schwieriger Schritt ist, da man ja damit die Endgültigkeit anerkennt.


    Es ist an Christa, ihren Weg selbstbestimmt zu gehen (und das ist es für jede Generation, unabhängig, was die Eltern einem wünschen).

    :writeDas sehe ich auch so! Helenes Ansicht ist zu der Zeit passend, aber ich denke, in jeder Generation wünschen sich Eltern das eine und Kinder machen dann oft das andere. Und ganz ehrlich: mir fallen einige Lebensentwürfe ein, die ich bei meinen Kindern ganz sicher nicht unterstützen würde. Auch wenn das in 70 Jahren vielleicht "ganz normal" ist. ;)


    Als Helene ihren "Wutanfall" wegen des Studiums von Christa hatte, habe ich das noch nicht so gesehen, mittlerweile kann ich sie aber sehr gut verstehen. Martin und Christa machen ihr eigenes Ding, ohne Helene irgendwie miteinzubeziehen. Das finde ich überhaupt nicht ok. :thumbdown:Für die tägliche dröge, nervige, langweilige, anstrengede Alltagsarbeit wie um Lebensmittelmarken anstehen, Nahrungsmittel besorgen und zubereiten, Wäsche machen ist sie gut genug, aber nicht um bei wichtigen Entscheidungen mitzureden. Nicht bei der Frage, wie es mit dem Buchladen nach der Verhaftung Martins weitergehen soll und auch nicht bei der Frage, wie man Heinz behalten kann. Da verrennt sich Christa lieber in die fixe Idee, die ihr die Frau vom Jugendamt in den Kopf gesetzt hat, ganz schnell heiraten zu müssen, dabei gibt es doch schon eine verheiratete Frau im Haushalt, noch dazu eine "Hausfrau" (ich kann mir nicht vorstellen, dass Helene ihre Buchführungstätigkeit offiziell angemeldet hat). Wo also ist das Problem? Ich hoffe, die beiden Damen nutzen mal ihren Kopf und kommen auf diese doch naheliegende Lösung!


    Oft bleibt nur ein Weg zur Lösung eines Problems. Wie der, dass Christa den Laden führen muss. Keine Lösung, die mir gefallen hat, aber die einzig mögliche.

    Wirklich? Das hat mich wirklich gestört an Martin und seinem Vorschlag: er lässt Christa keine Wahl und er überrumpelt sie total, so dass sie nicht mal die Chance hat, über Alternativen nachzudenken. Totenleserin hat ja auch schon ein paar Ideen skizziert, so hätte es bestimmt auch andere Lösungen gegeben. Nur eine Lösung gibt es selten. Vielleicht hätten andere Möglichkeiten auf Dauer nicht funktioniert, aber zumindest hätte Christa die Chance bekommen müssen, darüber nachzudenken, sich mit ihren Vertrauten wie Helene und Jago zu beraten und etwas auszuprobieren. Egal ob es am Ende funktioniert oder nicht. Diese übergestülpte Pflicht-Lösung fand ich zwar aus Martins Sicht verständlich, aber nicht in Ordnung.


    Dass Christa es mit sich machen lässt, finde ich nachvollziehbar. Zum einen ist sie noch jung, zum anderen hat sie sicher ganz tief drin immer noch ein Schuldbewusstsein wegen des verlorenen Buches.


    Nicht falsch verstehen: grundsätzlich finde ich es richtig und gut, dass Christa in dieser Notlage einspringt. Menschen sind soziale Wesen und unsere Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn nicht jede(r) immer das tut, was sie/er gerade will, sondern das Gemeinwohl im Blick hat. Aber die Art und Weise wie, die hat mir nicht gefallen.


    Was mich aber wirklich interessiert: darf sie eigentlich den Laden führen? Sie ist ja noch nicht mal volljährig!


    Das liegt wohl daran, dass man in Großstädten mehr für sich bleibt und nicht immer unter Beobachtung wie auf dem Dorf. In der Stadt fallen daher die Engstirnigen weniger auf.

    Das hast du schon geschrieben und da ist sicher was dran :grin. Die Frage ist halt immer, was "Intoleranz" für jemanden ganz persönlich bedeutet? Geredet wird auf dem Land sicher mehr, aber ist das wirklich intolerant oder ein Zeichen, das man sich für andere Menschen interessiert? Dafür kommt auch jede/r mal beim Dorftratsch dran, so "normal" kann man gar nicht sein :lache. Ich wohne ja sehr ländlich (viel ländlicher wird schwierig) und auch hier gibt es homosexuelle Paare. Keine Ahnung, ob sie sich manchmal diskriminert fühlen, aber sie sind voll in der Dorfgemeinschaft integriert, sind in Vereinen aktiv ... Außenseiter sind sie definitiv nicht.


    Leider kann ich nicht mitspekulieren, aber alles ist anders als es scheint. Im Teil 2 gibt's die Auflösung.

    Da bin ich ja gespannt, mehr als "schon verheiratet" fällt mir leider auch nicht dazu ein. Er ist Halbjude, aber Religion war ja nie ein Thema bei ihm, also wird er nicht aus religiösen Gründen eine Heirat mit einer Christin ablehnen. Aber sonst? Sehr schade, dass Christa den Brief nicht liest!

    Aber hat Euch auch gestört, dass Martin seine Erlebnisse im KZ nicht weiter erwähnt?

    Nein. Zum einen ist für mich Christa die Hauptperson, also möchte ich ihr Erleben viel mehr mitbekommen als das von Martin, der zweifelsohne eine wichtige Rolle im Buch spielt, aber eben nicht DIE Hauptrolle. Zum anderen erleben wir diese Nötigung Christas direkt mit. Martin erleben wir vor seiner Verhaftung und danach - also nicht unmittelbar im KZ. Das macht für mich doch einen spürbaren Unterschied.


    Nachtrag: Im dritten Abschnitt kommen ja doch noch ein paar Gedanken Christas zu diesen Vorgängen, was ich dann sehr schön fand.

    Helene ist keine starke Frau, sie ist einfach ein Kind ihrer Zeit mit allen Konventionen.

    Ich empfinde Helene eigentlich schon als "starke" Frau. Sie ist keine, die sich gegen die Konventionen auflehnt, aber ist das wirklich die einzige Definition von Stärke? Sie hat sich und ihre Tochter passabel durch den Krieg gebracht (natürlich kann man einwenden, es blieb ihr nichts anderes übrig - aber schmälert das diese Leistung?) hält die Familie zusammen, steht ganz fest zu ihrem warhscheinlich homosexuellen Schwager und nimmt dazu auch noch einen elternlosen Jungen auf. Ohne Klagen und Schimpfen, sogar mit viel Geduld gegenüber einer furchbaren Nachbarin wie Frau Klein.


    Warum wollen wir, dass Christa ein selbstbestimmte Leben führen kann, Helene aber nicht? Nur weil ihr Lebenstraum ein anderer, eben traditionellerer ist? Da stülpen wir doch auch unserer Vorstellungen Helene über, die aber ganz anderes will (also genauso, wie es Helene mit Christa macht).

    Ich glaube, dass Christa ihre Gefühle einfach abgeschaltet hat, sonst hätte sie das nicht ertragen. Ich denke aber auch, dass in jenen Zeiten schon so viele Gefühle nicht zugelassen wurden, weil man sonst verzweifelt wäre.

    Ihr habt ja in allem recht, was ihr schreibt und vom Kopf her ist das sicher schon so in Ordnung. Ich kann nur schreiben, dass mir gerade diese Szene gefühlt zu schnell gegangen ist und es für mich zu wenig um Christa und ihr Empfinden ging. Klar hat sie wahrscheinlich ihre Gefühle abgeschaltet und einfach gemacht, aber dann würde ich doch genau das auch lesen wollen im Buch. ;)

    ...,daß wir heute mit unseren Kindern und Enkelkindern zusammen Ostern gefeiert haben. Wir haben uns alle vorher testen lassen.

    Schön, wenn du deine Lieben wieder treffen konntest. Ich hoffe, ihr hattet einen wunderschönen Tag! :schaf


    Ich freue mich, dass durch die Schnelltests ein ganz kleines bißchen mehr "Normaliät" einkehren kann.

    Es heißt nicht nur "Die Buchhänderlin", sondern es geht auch wirklich um Bücher, die Menschen reden über Bücher, deren Inhalte, deren Bedeutung. Man erfährt, was nach dem Krieg als erstes gelesen wurde, welche Verlage was gemacht haben. Es werden Diskussionen über das Leben, die Gleichberechtigung etc. pp geführt und nichts davon liest sich aufgesetzt oder bemüht. Alles passt wunderbar zu den Figuren.

    :writeDas hat hollyhollunder wunderschön und sehr treffend ausgedrückt! Ich finde auch, dass gerade in diesen Szenen das Buch ganz, ganz stark ist. Wie hat LeseBär teffend geschrieben: eine besondere Stärke des Buches! Die Nachkriegszeit an sich ist zwar auch interessant, aber diese Gespräche über Bücher, über Gedichte, über das Verlagswesen finde ich einzigartig und sehr aufschlussreich! :thumbup:


    Den Professor und sein Benehmen den Frauen gegenüber fand ich auch sehr schlimm. Er ist ein richtiger Nazi und bleibt trotzdem weiter in seinem Job. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass Christa in Mainz mehr Glück hat und es dort bessere, aufgeschlossenere Lehrende gibt.

    Auch das kann ich nur :write. Wobei sein Verhalten Frauen gegenüber wohl nicht einzigartig war - studierende Frauen hatten es sicher öfter schwer. Aber seine Nazi-Vergangenheit :cursing:. Furchtbar, dass solche Männer nach dem Krieg einfach weitermachen konnten wie vorher. Wahrscheinlich wäre es wirklich nicht machbar gewesen, alle, die im NS-Reich mitgemacht haben, auszutauschen, aber zumindest solche Kaliber wie dieser Professor hätten doch nie wieder lehren dürfen. Schließlich beeinflussen sie wieder die nächste Generation.


    Die Hausarbeit von Christa, ihre Erwartungen und ihre Schwierigkeiten mit der Liebe, fand ich toll beschrieben. Ich wollte zwar stellenweise gar nicht weiterlesen, weil klar war, dass es nur in einer Katastrophe enden kann, aber ihren jugendlichen Mut, ihre Unverblümtheit und auch ihre Selbstüberschätzung kam da super rüber. Ich freue mich , dass sie nicht aufgibt, habe aber Bedenken, auf welche Dozenten sie in Mainz treffen wird. Einfach war es für eine Frau in diesen Jahren aber sicher nicht zu studieren und so lernt Christa sehr schnell, dass sie einen langen Atem und viel Durchsetzungskraft braucht.


    Einen langen Atem brauchen alle Frauen. Noch immer haben wir keine gleiche Bezahlung von Frauen und Männern - das ist im Jahr 2021 echt ein Skandal!


    Ich hätte zu gerne gewusst, welche Einstellung sie (die Dozenten, die bei der Hausarbeit "mitgeprüft" haben) wirklich hatten. Haben sie nicht gesagt, weil dieser Schreihals zu dominant war?

    Die Frage ist, ob sie überhaupt eine eigene Meinung/Einstellung haben durften. Ich könnte mir vorstellen, dass sie vom Professor abhängig waren und so werden sie schön brav das gesagt haben, was er hören will. Auch von daher ist es besser, dass Christa so schnell "rausgeflogen" bzw. gar nicht reingekommen ist: wäre so etwas erst bei den Prüfungen passiert wäre sehr viel Zeit und Mühe umsonst gewesen. Und irgendwann wären Christa und der Professor aneinander geraten.


    Alan ist ein Idiot und diese Entschuldigungsversuche machen es nicht besser. Dann lieber schweigen. Andererseites hätte er das Penicillin wohl nicht besorgt, wenn er anständig und nett gewesen wäre - schließlich ist es von seinen eigenen Landsleuten und Arbeitgeber gestohlen.


    In dieser Szene ist mir aber auch aufgefallen, was Totenleserin und Rouge im ersten Abschnitt geschrieben haben: ich konnte mit Christa überhaupt nicht mitfühlen. Klar kann ich mir vorstellen, was sie sich dabei denkt, aber das kommt durch das Buch überhaupt nicht rüber. Es wird recht teilnahmslos von der Entjungferung berichtet, danach noch ein paar Sätze aber dann war es das auch. Später kommt es zwar nochmal hoch, aber Emotionen stecken da keine drin, was ich sehr schade finde.


    Ines Ich hoffe, du und alle anderen hatten einen wunderschönen Ostertag und morgen nochmal einen. :) Dein Engagement ist wunderbar und wie hollyhollunder geschrieben hat: wir laufen nicht weg :lache.

    Noch was: hauswirtschaftlliche Grundbildung fände ich für ALLE wichtig: für Weiblein genauso wie für Männlein, früher und heute. Leider wird das total unterschätzt :( und jede/r muss sich selber durchwurschteln (und hat dann entsprechend wenig Freude dran).

    Irgendwie bin ich wohl neben der Spur. Für mich musste er einfach Fritz heißen. Daher könnte mir das wohl nochmal passieren. Sorry!

    Denkst du an die Rath-Familie? :lache

    Ich finde gerade diesen Wunsch nach alten Strukturen spannend. Bei Helene frage ich mich, ob sie diese Denkweise hat, weil sie anerzogen wurde oder weil sie sich einfach nach alten Zeiten sehnt. Wahrscheinlich spielt beides eine Rolle.

    Ich denke auch, es ist beides. Sie ist mit der Denkweise aufgewachsen, dass eine Frau zu einem Mann gehört - und wenn das aus welchen Gründen nicht funktioniert, ist die Frau sehr zu bedauern (die übriggebliebenen "Fräuleins" hatten sicher kein schönes selbstbestimmtes Leben). Natürlich habt ihr recht, dass sie im Krieg auch alleine klargekommen ist (und das wohl ganz gut), aber es ist erzwungen und keine freiwillige Entscheidung und somit sicher kein "Vorbild" für das Leben, was sie ihrer Tochter wünscht. Sicherlich sehnt sich Helene nach jemanden, der sie unterstützt und der ihr auch die Last der Verantwortung (nicht nur finanziell) abnimmt - für mich erscheint logisch, dass sie Christa ebenso eine solche Person wünscht. Dass das für Christa (momentan) nicht passt und Christa ganz andere Pläne hat, ist für sie sicher schwer zu akzeptieren.


    Auch von daher hat es mich gewundert, dass der Vater nicht mal in der Sehnsucht von Helene eine Rolle spielte. Und dass die beiden keine Anstrengungen unternahmen, über sein Schicksal etwas zu erfahren, mit einem Suchauftrag beim Roten Kreuz oder was auch immer in solch einem Fall möglich war. Wobei es keine allzugroße Rolle spielt.


    Aber es wurde von Ines ja aufgeklärt und begründet. Vielen Dank dafür! :wave


    Und auch wenn ich noch mitten im Buch stecke, freue ich mich auf einen weiteren Teil. Wie gesagt: ich finde die Handlungszeit total interessant!


    Liebe Totenleserin : ich finde es immer total spannend, wenn es unterschiedliche Meinungen zu Büchern in Leserunden gibt. Das macht das Ganze doch erst interessant. Ich finde, Du kannst ruhig Deine Ansichten offen schreiben.

    :writeDas möchte ich auch wirklich nochmal unterschreiben! Gerade unterschiedliche Ansichten machen doch eine Leserunde interessant und bunt!

    Das Geheimnis der Themse von Susanne Goga.12. ein Buch, das auf einer Insel spielt.


    Eigentlich dachte ich ja, dass mir diese Kategorie Probleme machen könnte, aber schwupps, schon ein Buch gefunden, das passt: Die Roseninsel von Anna Reitner.


    Es spielt zwar "nur" auf einer Insel im Starnberger See, aber Insel ist Insel. :grin Und auch wenn die Insel so klein ist, spielt sich fast das gesamte Buch dort ab. Ein schöner, entspannender Schmöker!


    Interessanterweise würden ja auch zwei andere Bücher passen, die ich aber schon woanders einsortiert habe: London liegt ja auf einer Insel und Malaysia ist eine Insel - also sehr viele "Inselbücher" dieses Jahr!


    ASIN/ISBN: 3548063365


    Meine bisherige Gesamtübersicht:
    (Von fünf gelesenen Büchern vier einsortiert - das nenne ich Trefferqoute :grin)


    1. ein Buch aus Deinem aktuellen Wohnort oder Deiner Heimat.

    2. ein Buch aus Südeuropa ( z.B. Italien, Spanien, Portual, Malta, Griechenland )

    3. ein Buch aus Osteuropa

    4. ein Buch aus einem nordischen Land

    5. ein Buch aus Asien

    Nachttiger von Yanksze Choo - gelesen im Februar

    6. ein Buch aus Südamerika

    7. ein Buch aus Afrika

    8. ein Buch, das in einem Land spiel, in das Du schon immer mal reisen wolltest.

    9. ein Buch aus einem Land, in dem Du schon mal einen Traumurlaub verbracht hast

    10. ein Buch aus einer Weltmetropole

    Das Geheimnis der Themse von Susanne Goga - gelesen im März

    11 ein Buch aus einer Region, die eher unbewohnbar ist (Weltraum)

    Endymion von Dan Simmons - gelesen im Januar

    12. ein Buch, das auf einer Insel spielt.

    Die Roseninsel von Anna Reitner - gelesen im März

    Die Idee finde ich wirklich klasse :thumbup:und ich beteilige mich gern daran. (Hoffe nur, ich trag meine Bücher dann auch dauerhaft ein!). Zufällig habe ich dieses Jahr schon einiges gelesen, was ich hier schon mal unterbringen kann.


    11 ein Buch aus einer Region, die eher unbewohnbar ist ( Wüste, Eis, Dschungel, Weltraum ? )


    Zu der Kategorie passt wunderbar mein erstes Buch dieses Jahres: Endymion von Dan Simmons


    Der Science Fiction spielt größtenteils im Weltraum, dann allerdings nicht mehr unbewohnt. :-]


    ASIN/ISBN: 3453315170