Beiträge von Lese-rina

    Endlich kann ich mal wieder eintragen (nicht aus lesetechnischen, sondern aus Zeitgründen ;)) und habe meine beiden zuletzt gelesenen Bücher wunderbar untergebracht:


    Zunächst bei A4 Ein Buch, das verfilmt wurde:

    Nick Hornby, A Long Way Down, gelesen im August 2019


    ASIN/ISBN: 3462040510


    Darauf hat mich breumel beim Lieblingsbuch-Event gebracht und es hat mir wirklich gut gefallen. Und zufällig habe ich festgestellt, dass es bereits verfilmt wurde.


    Dann noch

    B1 Ein Buch, in dem der Hauptcharakter eine Sehschwäche hat/eine Brille o. Kontaktlinsen trägt:

    Lotta Elstad, Mittwoch also, gelesen im August 2019


    ASIN/ISBN: 3462052039


    Da bin ich echt froh, dass ich das Buch gerade erste gelesen hatte und mir die mehrfache Erwähnung von Kontaktlinsen und später auch der Brille der Hauptperson Hedda im Gedächtnis war. Ansonsten finde ich das eine der schwereren Kategorien.

    breumel Danke für deinen tollen Tipp Nick Hornby, A Long Way Down!


    Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und es hat mir auch den Autoren Nick Hornby (von dem ich tatsächlich noch kein Buch gelesen habe - zumindest könnte ich mich an keins erinnern) nahegbracht. Ein weiteres liegt (schon lange) auf dem SUB, das werde ich bei nächster Gelegenheit einmal hervorholen. Also wirklich ein gelungener Tipp, vor allem wäre ich auf DIESES Buch sonst wohl nicht gestoßen! :wave



    ASIN/ISBN: 3462040510

    Ja, da fände ich es auch schön, wenn jeder im Beitrag selbst noch Titel und Autorin nennt.

    :writeDas würde ich sehr unterstützen, aus dem einfachen Grund, dass irgendwann die Verlinkung aus welchen Gründen auch immer wieder weg sein könnte - und dann hängen die Beiträge völlig in der Luft. Mit Titel und Autor weiß man immer, worum es geht. Und viel Aufwand ist es auch nicht.


    Vielen Dank allen Beteiligten, dass die Verlinkungen jetzt wieder so einfach funktionieren! Das ist ein großer Baustein!!! :freude

    Vornweg: Ich hatte den großen Vorteil, vorher kein Buch von Nick Hornby gekannt zu haben, von daher musste sich das Buch bei mir auch keinen Vergleichen stellen und ich konnte es ganz unbedarft lesen. :-]


    Vier Leute wollen vom Dach eines Hochhauses springen. Klingt nach einem tragischen Buch – ist es aber überhaupt nicht. Überraschend heiter erzählt Nick Hornby die Geschichte von Maureen, Martin, JJ und Jeff, die ein ungewöhnliches und verschiedenartiges Quartett bilden, um ihr (wieder) Leben zu meistern. Diese positive Grundhaltung hat mir mit am meisten gefallen. Ich mochte aber auch den trockenen Humor und die kleinen Spitzfindigkeiten. Nick Hornby zeigt meiner Meinung nach, dass er Geschichten meisterhaft erzählen und verweben kann und es fällt ihm immer wieder eine unerwartete Wendung ein, die ich nicht erwartet hätte. Langweilig, wie viele meine Vorscheiber bemängeln, fand ich das Buch überhaupt nicht – natürlich passiert nicht viel Spektakuläres, aber das „ganz normale“ (Über-)Leben reicht doch auch.


    Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der vier Protagonisten. Das ist kurzweilig und erlaubt dem Leser einen sehr direkten Einblick in das Seelenleben der vier. Dabei wird geschickt abgewechselt, aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt und viele Dinge unterschiedlich wahrgenommen. Allerdings hätte ich mir an der Stelle gewünscht, dass sich die vier auch sprachlich deutlicher unterscheiden. Teilweise geschieht das schon, aber die vier sind so verschieden, dass jeder einen ganz eigenen Schreibstil verdient hätte.


    Fazit: Ein sehr schönes Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Von Nick Hornby habe ich ein weiteres auf dem SUB, auf das ich mich jetzt auch schon sehr freue. Von mir gibt’s 8 Eulenpunkte.

    Lotta Elstad, Mittwoch also


    aus dem Norwegischen von Karoline Hippe

    Originaltitel: Jeg nekter a tenke

    erschienen 2019 im Verlag Kiepenheuer & Witsch

    Hardcover, 304 Seiten


    ASIN/ISBN: 3462052039


    Der Inhalt (Quelle: Buchrückseite)

    Jung, ledig, selbstbestimmt – und ungewollt schwanger


    Nach einem One-Night-Stand stellt Hedda fest, dass sie schwanger ist, und sie möchte schnellstmöglich abtreiben. Doch sie hat die Rechnung ohne das norwegische Gesundheitssystem gemacht, das eine mehrtägige Bedenkzeit vorsieht. Und die setzt ihr unerwartet zu …

    Die Autorin (Quelle: Buch)

    Lotta Elstad, Jahrgang 1982, arbeitet als Autorin, Journalistin, Historikerin, Lektorin. Sie hat Romane und Sachbücher auf Norwegisch veröffentlich. Mittwoch also ist ihr erstes Buch, das auf Deutsch erscheint.


    Die Übersetzerin (Quelle: Buch)

    Karoline Hippe, aufgewachsen an der Ostseeküste, studierte in Leipzig und Berlin und lebt zurzeit in Oslo. Dort trinkt sie grünen Tee im Hinterzimmer eines kleinen Buchladens und übersetzt aus dem Norwegischen, Dänischen und Englischen.


    Meine Meinung


    Sprachlich ist das Buch wohl einzigartig. Konsequent berichtet die Ich-Erzählerin Hedda aus ihrem Leben und zwar so, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Sie springt hin und her, von einem zum nächsten, kommt vom hundertsten ins tausendste. Mal sind es Geschehnisse von heute, mal von gestern, anfangs auch vom letzten Monat. Nicht nur was sie sich gerade denkt und erlebt, sondern auch gerne, was ihre beiden Liebhaber (die sich beide gerne reden hören) so alles sprachlich von sich geben. Dabei geht es dann querbeet um Politik, Philosophie, Feminismus, das Leben im Allgemeinen und im Besonderen. Das ist chaotisch, kurzweilig, phasenweise anstrengend und manchmal auch nervig. Teilweise habe ich nicht verstanden, von was sie da alles spricht – da fehlt mir das (norwegische und sonstige) Hintergrundwissen. Aber da es für die Geschichte nicht von Bedeutung ist, war mir das auch egal. Lesbar wird das Sammelsurium durch die Einteilung in kurze Kapitel und unterschiedliche Abschnitte, so dass ein äußeres Gerüst die Geschichte rahmt.


    Unter dem ganzen Blabla des Hintergrundgemurmels entdecken wir die eigentliche Geschichte von Hedda. Ein gestrandetes Großstadtkind mit sich häufenden Problemen: Liebe, Wohnung, Geld, Job und dann auch noch eine ungewollte Schwangerschaft. Es ist DIE große Kunst der Autorin, Heddas Geschichte so indirekt, ja fast unterschwellig „nebenbei“ zu erzählen. Das Wichtigste steht zwischen den Zeilen oder wird in kurzen Andeutungen angerissen. Und trotzdem transportiert Lotta Elstad vielleicht gerade durch diese ungewöhnliche Erzählweise Heddas Persönlichkeit, ihre Sprunghaftigkeit, ihre Art zu leben weitaus besser, als eine andere Form es gekonnt hätte. Hedda ist keine einfache Protagonistin, sie ist sperrig und – einfach Hedda. Über sie gäbe es viel zu schreiben, doch das hier ist eine Buchrezension und keine Persönlichkeitsanalyse – deswegen belasse ich es dabei.


    Auch wenn es anfangs nicht so aussieht, folgt das Buch einem roten Faden. Und erzählt einen bestimmten Abschnitt in Heddas Leben, nämlich den ihrer frühen Schwangerschaft. Nicht mehr, nicht weniger. Wer ein rosarotes Herzchenbuch erwartet oder eine reflektierte Abwägung von „Für“ und „Gegen“ Abtreibung, der soll bitte die Finger vom Buch lassen.


    Fazit: Ich bin sehr froh, das Buch bei Vorablesen gewonnen zu haben, denn so durfte ich eine ganz neue, unerwartete Leseerfahrung machen. Es ist durchaus ein anstrengendes Buch - sprachlich und mit sperriger Protagonistin - aber es zeigt, wie Literatur auch funktionieren kann. Mit einer ganz ungewohnten Erzählweise, die ich als „jung“ und „modern“ bezeichnen würde. Von mir 8 Eulenpunkte für ein gelungenes Experiment.

    belladonna Tolle Rezi, du sprichst mir aus der Seele! :writeHier noch meine eigenen Gedanken dazu:


    Das Cover deutet es schon an: hier geht es um eine Geschichte im Theaterumfeld. Dieses Setting fand ich sehr gelungen, die Atmosphäre des Kleinen Theaters wurde immer wieder spürbar und durch die eingestreuten „Intermezzos“ (einzelne Kapitel, die als Theaterstück geschrieben sind) wurde auch textlich die Sprache des Umfelds aufgegriffen. Es wird auch immer wieder Bezug auf klassische Theaterstücke genommen und überhaupt spielt das Theater eine große Rolle im Leben von Emilia.


    Der Titel weist auf eine Liebesgeschichte hin. Die gibt es – ganz klar, aber viel entscheidender war für mich die Entwicklungsgeschichte von Emilia. Aus einer völlig von der Welt abgekapselten, lebensunfähigen Frau wird nach und nach eine selbstbewusste Dame, die sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst ist. Dabei gibt es allerdings auch den für mich größten Kritikpunkt: ich fand Emilia und teilweise auch Antoine – den männlichen Hauptdarsteller – zu überzogen. So war die (schnelle) Wandlung für mich stellenweise nicht glaubwürdig, denn Emilia wird am Anfang sehr extrem geschildert, so dass ich an eine so große Lebensumstellung nicht glauben kann. Schade, denn das hat für mich das Lesevergnügen doch gemindert.


    Erzählt wird dabei abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven, so aus dem Blick von Antoine oder Hausmeister Emil in der 3. Person, aber auch von Emilia in Form von Tagebucheinträgen. Das ist nicht nur ein gelungene Abwechslung, sondern der Autorin ist es auch wunderbar gelungen, jedem Protagonisten seine eigene Stimme zu geben und dadurch ihren Charakter zu unterstreichen.


    Fazit: Ich kann mich auch hier belladonna nur anschließen: kein mainstream, sondern ein besonderes Buch, das auch „besondere“ Leser braucht, die sich auf die ruhige Geschichte einlassen mögen. Von mir gibt’s dafür 8 Eulenpunkte.

    Ja, du hast recht, da hätten es ruhig noch ein paar Seiten Hintergrundinfos sein dürfen. :) Ideen hat er ja genug! Ich glaube schon, dass die Technik in diese Richtung gehen wird, hoffentlich möglichst ohne "Nebenwirkungen".


    breumel Ich muss mich jetzt mal entschuldigen, weil ich mich so gar nicht mehr hier gemeldet habe. :keks. Deine Vorschläge waren aber nicht vergessen, sondern nur zurückgestellt, bis ich meine Bücher, die ich gleich lesen sollte/wollte (Rezensionsexemplare, Bücherei, ....) durch hatte. Jetzt habe ich wieder den Kopf frei für neue Bücher. :-]


    Akuteller Zwischenstand: EchtzeiT habe ich für mich mal aussortiert, da bin ich mir sehr unsicher, ob mir das wohl gefallen würde - da gibts geeignetere Kandidaten. Nämlich die anderen beiden. Leider konnte ich über die Bücherei keins der beiden ausleihen und so musste ich mich schweren Herzens doch zumindest vorläufig für eins entscheiden. Die Wahl fiel auf A long way down, wobei sich beim Abholen in der Buchhandlung ganz unversehens auch Die Hochzeit der Chani Kaufman in meiner Hand befand :grin. Im Kopf die ganzen ungelesenen Bücher, die zuhause auf mich warten, habe ich es dann doch wieder tapfer zurückgestellt. Aber es ist auf alle Fälle auf der Wunschliste und jetzt freue ich mich auf Nick Hornby - die ersten Seiten gefallen mir schon mal sehr gut!

    Lese-rina

    bin jetzt mit Drohnenland durch.

    Mein erster Eindruck hat sich bestätigt, es hat mir sehr sehr gut gefallen :-)

    Das freut mich sehr! :grin Abgesehen vom gutgeschriebenen fiktiven Teil finde ich die technische Entwicklung (vor allem die Wahrscheinlichkeitsberechnungen) wirklich nachdenkenswert. Und immer wieder denke ich daran, wenn wir in unserer Zeit über Algorithmen und Datensammlung reden. Toll, dass du auch gefallen an dem Buch gefunden hast. :thumbup:


    (Und so ganz nebenbei :-]: es gibt von Tom Hillenbrand noch ein zweites in der Richtung, noch etwas mehr in der Zukunft: Hologrammatica



    Zwei Satzzeichen und ein Fazit


    ! Ein Ausrufezeichen setzt eindeutig die Sprache. Klar, kurz, präzise, schnörkellos. Da sitzt jeder Satz, jedes Wort, kein einziges ist zu viel. Dadurch erzeugt das Buch sprachlich einen Sog, dem ich mich unschwer entziehen konnte. Mit einem sehr genauen Blick fürs Detail wird sehr viel zwischen den Zeilen erzählt, so dass das Buch mit wenigen Worten sehr viel zu sagen hat.


    ? Ein Fragezeichen für den Inhalt. Sinn-entleert treibt die Pariserin Adèle durch die Geschichte und weiß nichts mit ihrem Leben anzufangen. Auch wenn sie eigentlich alles hätte: Familie mit Ehemann und Kind, einen guten Beruf, Freunde, ein schönes Haus. Aber der Sinn des Lebens fehlt – ein Fragezeichen. Ein Fragezeichen aber auch, was mir die Autorin sagen möchte. Dass ein äußerlich gelungenes Leben die innere Leere nicht ersetzten kann? Ja, das habe ich verstanden. Aber danach? Als es in Adèles Leben einen Bruch gibt? Leider entglitt mir die schon vorher „schwierige“ (weil schwer durchschaubare) Protagonistin immer mehr, so dass ich ihre Handlungen und Beweggründe gar nicht mehr einordnen konnte. Das liegt wohl auch daran, dass ab dem Bruch nur noch sehr distanziert über sie ohne Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelt erzählt wird. Warum? Und auch der Schluss lässt mich eher ratlos zurück. Wars das jetzt?


    Fazit: Die Autorin hat es sehr gut verstanden, die Leere im Leben von Adèle durch die spröde stilistische Sprache zu unterstreichen und auszudrücken. Sie wird dabei nahezu greifbar – nicht immer angenehm zu lesen, da teilweise wirklich deprimierend - aber sehr präsent.


    Auf Dauer reichte mir das aber nicht, ich hätte gern vor allem am Ende mehr über Adèles Innenleben erfahren. Auch die schönste Sprache konnte mich da über den für mich fehlenden Inhalt hinwegtrösten. Insgesamt aber ein interessantes Buch, so bleibe ich bei 7 Eulenpunkten.

    Ihr habt schon recht: im letzten Abschnitt überschlagen sich die Ereignisse. Allerdings passt es für mich vom Tempo her, mehr Seiten hätte ich nicht gebraucht, denn es ist alles erzählt.


    Zunächst kommt Emilia mit Antoine zusammen. Da hatte ich mal kurz Angst, dass es jetzt zu kitschig wird (gerade als sie nach der ersten Nacht auf Philipp Hardt trifft und der ihr "ihre ganzen Gefühle ansieht":rolleyes). Aber zum Glück war das nur ganz kurz. Antoine verliert ja sehr schnell seine rosarote Brille - so schnell hätte ich nicht damit gerechnet! Dabei war ich aber auch ganz froh, dass Emilia ihre Eigenheiten behält und sich nicht so rapide ändert, auch wenn ihn das natürlich nervt. Erschrocken bin ich dann weniger über den Streit (wobei die Aussagen schon extrem heftig sind - Antoine sollte wirklich keinen Alkohol mehr trinken!), viel mehr aber darüber, dass er auch nach dem Unfall am anderen Tag genauso abweisend ist. Meiner Meinung nach hat es Emilia genau richtig gemacht und ist aus seinem Leben verschwunden - so muss sich keine Frau behandeln lassen! Auch wenn Antoine durchaus im Kern recht hat mit seinen Vorwürfen ist es halt immer die Frage, WIE man so etwas rüberbringt.

    Auch dass Antoine und Emilia am Schluss wieder zusammenkommen, hätte es für mich nicht gebraucht. Ich fand das eigentlich ganz gut gemacht, die zwei finden zusammen und dann wird es aber doch zu schnell zu eng, weil die Beziehung keine Zeit hatte, sich wirklich zu entwickeln. Es knallt (im wahrsten Sinn des Wortes) und mit dem Knall reift v.a. bei Emilia die Erkenntnis, dass sie und Antoine sich doch zu ähnlich sind und dass es mit ihnen nicht gutgehen kann. Dass Antoine durch seinen Unfall so geläutert wird, dass ihm die Lust auf "Frischfleisch" komplett vergeht, das hat mich nicht ganz überzeugt. Mir wäre es lieber gewesen, wenn die beiden zwischen sich die Dinge ins Reine gebracht hätten, um es dann (erstmal?) bei einer platonischen Freundschaft zu belassen. Auch wenn sie jetzt getrennte Wohnungen haben - ich hätte diese Art von Happy End nicht gebraucht.

    Aber ich mag durchaus auch offene Enden, wo nicht alles bis ins letzte Detail auserzählt wird, sondern wo ich mir noch meine eigenen Gedanken machen und die Geschichte für mich weiterspinnen kann. In vielen Romanen empfinde ich den Epilog als überflüssig - natürlich lese ich ihn, denn man weiß ja nie, ob er nicht doch noch wichtige Informationen bringt, aber ganz oft denke ich mir, dass der Autor sich das hätte sparen können. Aber es kann gut sein, dass das heutzutage ein Trend ist, dass die Leser das erwarten, weil sie keine Ungewissheiten mehr ertragen können - zumindest nicht in Büchern... :gruebel

    Beim Ende stimme ich belladonna voll und ganz zu. Zum einen zum Happy End zwischen Emilia und Antoine, zum anderen auch zum offenen Ende. Das wäre für mich auch voll und ganz ausreichend gewesen. Ich weiß nicht, warum Emilia Antoine so bereitwillig verzeiht - ohne Aussprache und Entschuldigung! Aber vielleicht muss man da auch Emilia sein, um so handeln zu können. :-]


    Ich fand es ja toll, dass Emilia es alleine auf die Reihe gekriegt hat, sich selbst eine Wohnung zu suchen und sich um den Umzug zu kümmern. Leider braucht sie dann schon wieder einen "Retter" an ihrer Seite, der ihr das Regal aufstellt. He, das kann sie doch auch alleine bzw. mit ihren Freunden Lulu und Kurt oder mit Hilfe von Emil - er ist als Hausmeister doch perfekt für solch handwerkliche Herausforderungen. Schade, dass sie von dem Muster des Beschützers (immer) noch nicht wegkommt. Aber vielleicht erwarte ich da zuviel von Emilia, es ist ja eh schon eine große Menge, wie sie sich innerhalb des Buches weiterentwickelt hat.

    Vielleicht hängt es ein Stück weit damit zusammen, dass Emilia mit 40 Jahren erst die Entwicklung durchmacht, die man normalerweise als Jugendlicher/junge Erwachsene durchläuft? In gewisser Weise ist Emlias Geschichte ein verspätetes "Coming of age".

    Mit dem "Coming of age" hast du auf alle Fälle recht und ich tue mich nach wie vor etwas schwer damit, wenn eine 40-jährige so ganz von vorne anfängt mit dem Erwachswenenleben. Ich frage mich, was sie in den letzten 30 Jahren gemacht hat. Emilia kommt mir da etwas vor wie Dornröschen, die einen Großteil ihres Leben verpennt hat. Natürlich dauert es mit dem Erwachsenwerden und so wirklich "abgenabelt" ist wohl mit 20 keiner von uns, aber zumindest auf dem Weg sollte man doch sein. Ja, Emilia hatte eine ungewöhnliche Kindheit und eine besondere Beziehung zu ihren Eltern - aber kann man als gesunder Mensch wirklich so lange auf einer Stufe stehenbleiben?


    Schön fand ich die Gedanken, die sich Emilia zwischendurch macht - über das Leben und das Wachsen. Und auch wenn das Sterben ihrer Mutter natürlich für sie sehr traurig war, gehört es dazu zu Emilias Wachstumsprozess. Es war schön, sie mit euch zusammen da ein Stück weit zu begleiten - herzlichen Dank dafür!


    Noch ganz was anderes: ich sage nochmal Danke fürs E-book liebe Angelika und bin sehr froh, dass du mich damit angestupst hast, mich mit dem Thema E-book auseinanderzusetzen. Die Bedienung auch auf dem Ipad war nämlich wirklich einfach - hätte ich gerade bei den verschiedenen Formaten nicht gedacht und war hier sehr positiv überrascht. Ich habe auch festgestellt, dass E-Book lesen nachts echt super ist - der Partner wird wirklich nicht gestört! Allerdings hätte ich oft gern weitergelesen, wollte aber das Ipad nicht mitnehmen z. B. zum Schwimmen. Der wichtigste Grund, warum ich im Normalfall doch lieber beim "richtigen" Buch bleibe: ich habe festgestellt, dass für mich Lesen mehr als reiner Text ist. Mir hat hier das Produkt Buch nämlich schon gefehlt: der Geruch, die Geräusche beim Umblättern der Seiten, die Haptik beim Halten. Deshalb: E-Book auch auf dem Ipad ist eine gut funktionierende Alternative, wenns geht bleibe ich aber beim gedruckten Buch. :)