Beiträge von Lese-rina

    Sehr gut beschrieben fand ich, wie bei näherer Betrachtung die Heldentaten Odysseus allen Glanz verlieren und der strahlende Held zum egoistischen Ar*** wird.

    :writeDas habe ich mir auch gedacht. :lache Odysseus kommt da ja gar nicht mehr gut weg. Ich finde aber sehr gut, dass nicht nur die Heldentaten angesprochen werden, sondern auch mögliche dunkle Seiten genannt werden. Und die sind ja in diesem Zusammenhang durchaus nachvollziehbar. Überrascht hat mich der Fortgang der Geschichte auf alle Fälle, Odysseus Ende hatte ich überhaupt nicht mehr in Erinnerung.


    Die Szene mit Trigon fand ich auch sehr gut, wenn ich auch erschrocken darüber bin, wie weit Circe in ihrem Wunsch, ihren Sohn zu beschützen, zu gehen bereit ist. Das geht weit über gesunde Mutterliebe hinaus. Zum Glück muss sie doch keine ewige Pein ertragen.


    Insgesamt kam mir dieser Abschnitt etwas langatmig vor, da es in weiten Teilen darum ging, wie sich die vier in ihrer unfreiwilligen WG zusammenraufen (um es mal salopp zu umschreiben).

    Das fand ich jetzt gar nicht, mir haben diese ruhigeren Momente sehr gut gefallen. Vor allem fand ich diese behutsame Abtasten: wer hat jetzt das warum vor? toll beschrieben. Es ist alles anders, als es Circe zunächst erscheint. Hat auch noch jemand das Gefühl, als fänden Telemachos und Circe Gefallen aneinander?:love: Ich finde das sehr schön, die beiden sind sich sehr ähnlich und sehr verbunden mit ihrer Umwelt. Aber sie war die Geliebte seines Vaters und auch wenn sie nicht altert, finde ich das eine gewöhnungsbedürftige Vorstellung.


    Übrigens beunruhigt mich auch wie made das große Interesse Penelopes an den Kräutern. Hoffentlich kommt sie nicht auf falsche Gedanken.

    Das Buch hat mir schon von Anfang an gefallen, mich jetzt aber richtig gepackt :thumbup:. Mal sehen, ob ich es heute noch schaffe. :lesend

    Vielen Dank für den Buchtipp zu den nordischen Sagen, ich hab es mal auf meine Wunschliste gepackt. :grin


    Von der Autorin Madeleine Miller würde ich wirklich gerne mehr lesen, allerdings bin ich mir noch gar nicht sicher, ob ich ein Buch über den Tojanischen Krieg lesen will …

    Ich finde schon, dass man merkt, dass sie diesen Gedankendes unausweichlichen Verlustes immer im Hinterkopf hat.

    So habe ich das auch gelesen. Sie weiß um die Sterblichkeit ihres Sohnes, lässt dies aber momentan nicht an sich ran. Das kann ich gut nachvollziehen, schließlich sind wir Menschen (zumindest die meisten) genauso und verdrängen den Gedanken. Was anderes wäre es sicher, wenn Telegonos schon alt und gebrechlich wäre, aber als Baby tut sie ihr Möglichstes um ihn am Leben zu halten.


    Wobei sie mir in ihrer Mutterrolle zwar sehr imponiert, aber auch sehr leid getan hat. Der ständig schreiende Telegonos ist wahrlich kein einfaches Kind. Aber vielleicht tröstlich für uns Menschenmamas, dass auch Göttinnen mit Zauberkräften da an ihre Grenzen stoßen ;).


    Die Szene mit Athene fand ich ganz stark. Zwei sehr taffe Frauen ringen miteinander und Circe findet zum Glück einen Zauber, sie abzuwehren. Zumindest bis jetzt. Ich bin gespannt, was Telegonos anstellen (?) wird und Athene so erschreckt.


    Ansonsten finde ich das Buch hier sehr zeitlos: eine Mutter möchte ihren Sohn vor jeglichem Unbil beschützen, der Sohn möchte aber raus aus dem geschützten Rahmen und das "wahre" Leben kennenlernen. Ja, Circe wird ihn ziehen lassen müssen, so schwer es ihr fällt.


    Mal sehen, welches Schicksal ihm dann blüht und ob wir das überhaupt erfahren werden.

    Also ich hoffe doch sehr, dass wir über sein weiteres Leben was mitbekommen und gehe eigentlich auch davon aus. Abgesehen davon, dass er wohl die weitaus wichtigste Person für Circe ist, wurde ja auch bisher der weitere Fortgang der Geschichten wie bei Daidolos oder dem Minotauros zumindest grob skizziert.

    Odysseus ist von Anfang an auf Augenhöhe mit ihr. Das gefällt ihr und wenn Circe sich verlieben kann, dann tut sie es jetzt.

    Ich bin immer noch nicht sicher, ob es wirklich Liebe ist. Er ist ein angenehmer Gefährte, unterhält sie mit vielen Geschichten und beeindruckt sie mit seinem wachen Geist. Aber ob sie in anderen Umständen auch zueinander gefunden hätten? Da hätte ich bei Daidolos viel mehr den Eindruck von Liebe.

    Schade, dass ich mich in der nordischen Mythologie so gar nicht auskenne, mir fehlt daher leider die Vergleichsmöglichkeit.

    :writeDa kann ich mich leider nur anschließen, in nordischer Mythologie kenn ich mich gar nicht aus. :( Schon schade, dass uns diese Gedankenwelt so ganz fremd ist, wäre geografisch ja näher als die Griechen und Römer. Vielleicht sollte ich es meinen Kindern mal nachtun und mir die Mabel-Filme anschauen, um zumindest ein paar Personen mal kennenzulernen? Nur weiß ich dann auch nicht, was "alt" und was "modern" ist. Ich hoffe also mal drauf, dass Mrs Miller die nordische Mythologie entdeckt und so ein tolles Buch wie das hier darüber schreibt. :-]

    Das habe ich genauso empfunden und fand es toll, wie es erzählt wird. Ich finde, die Autorin trifft diese Zwischen- und Grautöne sehr prägnant, ohne zu viel zu schreiben. Das ist mir gerade auch bei Circes Einsamkeit aufgefallen.


    Und ja, Selbsttäuschung kann sehr weit gehen. Auf der einen Seite hat Circe diese Abgeschiedenheit sicher gebraucht, um zu sich selbst zu finden, aber irgendwann ist dann auch gut. Nur konnte sie das gut verdrängen, bis es ihr Medea so unverblümt ins Gesicht sagt.


    Nein, Liebe sehe ich bei der Liaison mit Odysseus auch nicht.


    Zumindest das erste Schiff verbrennt sie zusammen mit den Leichen der Männer/Schweine

    Danke für diesen Hinweis, den ich überlesen/verdrängt habe. Es ist gut vorstellbar, dass sie so auch mit den nächsten Schiffen und ihrer Besatzung verfahren ist.

    Vielen herzlichen Dank für eure Tipps! :wave Jetzt muss ich mich nur noch entscheiden ... Ich denke mal, es wird eins aus der Gegenwart und eins aus der Vergangenheit möglichst ohne viele Probleme - schließlich hab ich Urlaub und da will ich von größeren Schwierigkeiten nicht mal lesen ;).


    Gucci : Danke auch für deinen Sondertipp mit der Kurkarte! Weißt du noch, welches von deinen vorgeschlagenen Büchern am meisten "Rügen-Feeling" vermittelt und am meisten von der Insel erzählt? Bei der Sturmrose-Leserunde habe ich sogar mitgelesen und habe das Buch in guter Erinnerung, aber dass es auf Rügen spielt, wusste ich nicht mehr ... :huh:


    chiclana : Auch an dich die Frage: wie viel Rügen steckt im "Glühwürmchenbuch". Das klingt ja wie ein echtes Wohlfühlbuch mit den Insekten, nur sollte es idealerweise auch einen direkten Inselbezug. haben.

    Ein sehr vielseitiger Abschnitt, in dem sich etliches ereignet. Zunächst noch Circes Aufenthalt auf Kreta. Schön, dass sie und Daidalos doch noch zueinander gefunden haben, wenn ihr Glück auch von sehr kurzer Dauer war. :love: Mir war schon klar, warum ihre Schwester Circe gerufen hat und nicht ihre Brüder - keiner der beiden hätte ihr wohl in ihrem Sinne geholfen bzw. vielleicht noch mit der Geburt, aber sicher hätten die beiden versucht, den Minotaurus umzubringen um ihre eigene Macht zu stärken. Und das war ja nicht in Pasiphaes Sinn. Umso trauriger, dass sie Circe ihre Arbeit und Mühen mit so viel Geringschätzung vergilt. :bonk


    Die Geschichten mit Daidalos, Ikaros, Adriane und Minotaurus wurde erstaunlich schnell zu Ende gebracht. Aber es sind halt nicht Circes Geschichten und nachdem sie keine Rolle mehr darin spielt passt dieses abrupte Ende wahrscheinlich ganz gut.


    Ähnlich schäbig wie von ihrer Schwester wird Circe von ihrer Nichte behandelt. Sehr schade, dass Circes Hilfsbereitschaft nie gewürdigt wird. Kein Wunder, dass sie das frustriert. Und leider wird ihr auch jetzt die Begrenztheit der Insel und vor allem ihre Einsamkeit bewusst, was auch noch in die Vergewaltigung führt. Herzlos finde ich sie in keinster Weise, schließlich nutzt sie ihre Fähigkeiten nur zur Verteidigung - wie schon angesprochen lässt sie die Seeleute, die nichts Böses im Sinn haben ja gestärkt ihrer Wege ziehen. Nach großer Liebe klingt es mit Odysseus zumindest momentan wirklich nicht - mal sehen wie sich die Geschichte entwickelt.

    Aus gegebenen Anlass :grin suche ich einen schönen Rügen-Roman und hoffe sehr auf eure Tipp! :wave Gesucht habe ich schon und Bücher, die auf Rügen spielen, gibt es viele, aber mich würden Bücher interessieren, die euch begeistert haben. Das Genre ist erstmal egal, wichtig wäre mir ein Bezug zur Insel Rügen und seine Orte. Ich bin gespannt und freue mich auf eure Buchtipps!

    Circe macht hier eine interessante Entwicklung durch - spannenderweise bekommt sie die Chance dazu erst durch das, was eigentlich ihre Bestrafung sein soll, nämlich durch die Verbannung auf diese einsame Insel.

    Ist es nicht oft so, dass Entwicklung erst möglich wird, wenn die eigene "Wohlfühlwelt" durch äußere Umstände verlassen werden muss?

    Ich bin begeistert von diesem Buch. Wie es all die Namen, die man kennt, Ariadne, Ikarus etc. zu einem großen homogenen Ganzen verwebt und doch immer bei Circe und bei ihrer Geschichte bleibt. Und die Sprache finde ich auch sehr bewegend. Wie sie über ihre Beziehung zu Daidalos redet - zwei Seelen, die sich berühren. So schön. :love:

    :write Das kann ich so nur unterschreiben! Diese Verflechtungen der Sagen zu einem stimmigen großen Ganzen ist einfach toll, genauso wie die wunderbaren Sätze, die sich immer wieder finden.


    Ich gebe euch recht: erst durch die Verbannung auf die einsame Insel konnte sich Circe zu der entwickeln, die sie sein kann. Dort drunten im Palast ihres Vaters hätte sie dazu keine Chance gehabt und auch nicht verheiratet mit irgendeinem Sohn irgendeines Gottes. Und zum Glück ist Circe bereit, diese Chance auch anzunehmen, auch wenn es große Mühe und viel Geduld kostet - anders als wohl die meisten ihrer Götterverwandtschaft.


    Circe hat lange herumprobiert, welche Teile der Pflanzen sie wie behandeln musste. Das hat sie beschrieben. Sicher hat ihre Abstammung ihr geholfen.

    Für mich war es auch eine Mischung aus Ausprobieren und damit gewonnener Erfahrung und (vor allem im Hinblick auf die Zauberkräfte) "hinhören", auf das, was ihr die Pflanzen sagen. Für mich eine göttliche Stärke von ihr. Schon bei der Verwandlung von Glaukos und Scylla wird ja beschrieben, dass ja die Pflanzen ihr "sagen", was sie tun soll.


    Überhaupt Scylla: sehr traurig, dass Circe keine Chance hat, den Zauber rückgängig zu machen. Sie wird ja als sehr sehr furcheinflößendes Monster beschrieben. Wie schön, dass Circe auf Kreta die Chance hat, den Minotaurus zumindest ansatzweise zu zügeln. Wir waren vor ein paar Jahren auf Kreta im Urlaub und haben uns auch den Palast des Minos bzw. dessen Überreste angeschaut. Das Kapitel hat schöne Urlaubserinnerungen geweckt und ich finde, da hat man die beschriebene Landschauft und Gebäude ganz anders vor Augen.

    Danke für eure Antworten. Da bin ich ja fast froh, dass ich die Odysseus-Geschichten nicht so präsent im Kopf hatte, so hat sich vorher noch kein Bild von Circe in mir gefestigt. ;)


    ... de, ja sogar von dem Begriff becircen, der da ja wohl her kommt. :)

    Danke für diesen sehr interessanten Hinweis! Das hätte ich niemals miteinander verbunden, aber ich hab mal recherchiert und ja, da hast du recht! Bisher bezierzt "unsere" Circe ja noch niemanden, ganz im Gegenteil - ich bin gespannt, was noch alles kommt.

    … ich heute Nachmittag nach einer anstrengenden Woche mit vielen Terminen „frei“ hatte und ich wirklich nichts gemacht habe (außer schlafen, Kaffee in der Sonne trinken und gemütlich Zeitung lesen) und wir jetzt einen schönen und interessanten Abend bei einer „Zeitreise“ in und um einer Burg verbracht haben. :) Das hat auch gezeigt, dass Kultur auch draußen und mit Abstand wunderbar funktionieren kann. :thumbup:

    Man merkt, wir haben uns gemeinsam durch Hyperion und Endymion gekämpft :grin. So meinte ich das.

    Genau! :lache:knuddel1 Das finde ich von diesem undramatischen Stil her auch durchaus vergleichbar, auch wenn es thematisch ganz andere Bücher sind.


    Ich fand es ein wenig schade, dass Circe nicht die einzige ist, die diese Gabe hat.

    Andererseits ist es ja gerade spannend, was jede(r) aus dieser Gabe macht. Und da gehen die vier Geschwister ja ganz eigene, sehr unterschiedliche Wege.


    Mich würde noch was anderes interessieren: jetzt wurde ja wiederholt angeprochen (von hollyhollunder oder Zwergin zum Besipiel), dass ihr ein bestimmtes Bild von Circe im Kopf hattet. Woher kam das? Von früher oder vom Klappentext oder vom Buchanfang oder von ???

    Mir gefällt die Geschichte ausnehmend gut. … und finde die Idee einfach Klasse, griechische Göttersagen sozusagen zu unterfüttern.

    :writeDas kann ich so nur unterschreiben. Die Idee ist wirklich ganz, ganz große Klasse - sie spielt mit bekannten Mythen und erzählt doch etwas ganz eigenes. :thumbup:Habe ich so noch nie gelesen und genau das finde ich in dem großen Einheitsbrei (von Ausnahmen natürlich abgesehen) des Buchmarktes wirklich wohltuend erfrischend.


    Natürlich kenne ich so manche Göttersage, einiges habe ich aber trotzdem gegoogelt. Den Unterschied zwischen den einzelnen Nymphen zum Beispiel. Circe hatte ich so gar nicht auf den Schirm, bis mir irgendwann einfiel, dass sie in Odysseus Irrfahrten auftaucht. Glaube ich zumindest, nur wollte ich es noch nicht nachschlagen um mich nicht zu spoilern.


    Am Ende des Buches gibt es übrigens ein „Personen“register mit den wichtigsten Göttern und Sterblichen, aber auch das ist wegen Spoilergefahr mit Vorsicht zu lesen.


    Den Humor suche ich noch in dieser Geschichte. :/

    Direkt Humor zum Lachen ist es nicht, aber ich weiß, was baro meint. Einen selbstironischen Unterton, eine gewisse Leichtigkeit, das dem deprimierendem Leben Circes einen versöhnlichen Anstrich gibt. Ich bin sehr froh darum, denn so ist es bei aller Tragödie doch sehr schön und angenehm zu lesen.

    Danke für den Hinweis, diese Tatsache habe ich überlesen, bzw. das Wort Purimix nicht hinterfragt.

    So ging’s mir auch und ich finde den Purimix wirklich interessant! :thumbup:Eine technische Meisterleistung zu dieser Zeit, schade, dass sie die Wünsche und Bedürfnisse der Frauen so außer acht gelassen haben, denn nicht alles, was machbar ist, ist auch sinnvoll.


    Anscheinend ging es ja nahezu allen wie Zwergin (finde die Kombi auch … gewöhnungsbedürftig) und der Purimix ist deswegen sehr schnell wieder verschwunden.

    Für Christa und Jago? Kommt ganz auf seine Erklärung an.............:lache

    Da bin ich auch sehr gespannt! Mir fällt nämlich beim besten Willen keine Erklärung ein, die sein wortloses Abhauen genau dann, wenn Christa ihn am allermeisten gebraucht hätte, entschuldigt. Aber vielleicht hat die Autorin ja mehr Phantasie … :grin