Beiträge von Lese-rina


    Zumal ich vieles im Roman vermutlich - trotz Nachwort - gar nicht verstehen kann. Vielleicht hätte ich vorher doch mal einen Blick in das ominöse "Udolpho" werfen sollen?!

    Na ja 632 Seiten Schauerroman - ich weiß nicht. =O Dann lieber die (englische) Zusammenfassung: Wikipedia.org Wobei es natürlich ein ganz besonderes Leseexperiment wäre, sowas mal anzugehen. Interessant sicher, ob es heute auch noch funktioniert, oder ob es nur noch (ungwollt) komisch klingt.


    Was mir aber auch aufgefallen ist: zum schnell Lesen ist das Buch wirklich nichts. Mir gehts auch so wie euch: zuviel lesen ist nicht drin. Ein Kapitel - und dann ist auch wieder gut. Aber das macht ja nichts.

    Uiuiui - arme Catherine. Die muss ja vor Scham völlig im Boden versinken, hoffentlich traut sie sich überhaupt noch aus dem Zimmer. Klar, ich gebe da Faraday völlig recht: sie hat sich da in was reingesteigert und völlig verrannt. Aber peinlich ist es ja trotzdem bis zum geht nicht mehr. Für uns zum Glück nur herlich zum Lesen:-], wie sie auf der Suche nach Mrs. Tilney rumschleicht.:geist


    So nun geht es für Catherine endlich in das ersehnte Kloster Northanger.

    Sehr köstlich fand ich ja hier die Szene, als sie ;itten in der Nacht mit einer flackernden Kerze versucht die Schubladen von dem Sekretär zu öffnen. Und sie findet dann sogar ein Manuskript, genauso wie ihr das Henry Tilney vorher in einer Schauergeschichte erzählt hat. Aber dann entpuppt sich das Papier nur als eine alte Wäscheliste.:lache Die Szene war einfach herrlich.

    Ja, die war wirklich köstlich! :grin Schon vorher, als ihr Henry auf der Fahrt mit seiner Geschichte die Zähne langmacht - super! Ich war da auch völlig gefesselt und bin Jane Austen mit der "erfundenen" Geschichte ebenfalls voll auf dem Leim gegangen. Solche Schauermärchen funktionieren auch heute noch. :lache Ich glaube übrigens nicht, dass Henry von den Papieren im Sekretär wusste - es war/ist halt einfach ein beliebtes Thema in diesem Genre und er hat (zufällig) voll ins Schwarze getroffen.


    Wobei ich vor Angst wahrscheinlich schreiend aus dem Zimmer gerannt wäre, als die Kerze so plötzlich ausging! Ich glaube, wir können uns das heute im Zeitalter von immer verfügbarem Licht überhaupt nicht vorstellen wie es ist, in kompletter Dunkelheit zu sein und keine Möglichkeit zu haben, dies zu ändern. Muss ja furchtbar sein, auf das Morgenlicht warten zu müssen. Was haben sie eigentlich gemacht, wenn sie mal ein menschliches Bedürfnis hatten???


    Kann es übrigens sein, dass ich der General, also Tilney SENIOR in Catherine verguckt hat??? Fände ich ja heftig, aber es gibt ja doch deutliche Hinweise darauf. So wäre es eine gute Erklärung für seine übertriebene Freundlichkeit und Fürsorglichkeit und so manche - für mich zunächst unerklärliche - Zwischenbemerkung wie z. B. das Geschirr, das für jemand anders ausgewählt werden sollte. Was Henry wohl dazu sagt bzw. weiß er es überhaupt? Recht freundlich geht der General mit seinen Kindern ja nicht um!

    Ich finde auch Mrs. Allen sehr naiv. Sie hätte ja mehr Erfahrung aber unternimmt nichts, um Catherine zu schützen oder sie durch die Zeit in Bath zu leiten.

    Einserseits ja. Naiv - ganz bestimmt, denn es ist sicher keine böse Absicht, sondern Mrs Allen ist einfach in einer ganz anderen Welt, in der es nur um Mode geht. Auf der anderen Seite tut es Catherine sicher auch gut, wenn sie ihre eigenen Erfahrungen machen kann. Sie ist so folgsam - sicher hätte sie auf jeden Ratschlag von Mrs Allen gehört. Mit welchem Ergebnis? Wahrscheinlich, dass sie von vornherein gar nichts Ausprobiert hätte. Und dass Catherine ein sehr sicheres Gespür für Recht und Unrecht hat, zeigt sich an dem Beispiel mit dem Spaziergang, den sie nochmal verschieben soll. Nein, sie kommt da schon ganz gut alleine durch.


    Mr Allen gefällt mir in dem Zusammenhang sehr gut! Es ist sicher nicht selbstverständlich, dass er sich als Mann da einmischt, aber er sagt klar, aber sehr gutherzig seine Meinung zum geplanten Ausflug über Land. Aber eben auch nicht im belehrenden, sondern mehr im freundschaftlichen Ton. Und wie er so schön sagt: wenn Catherine irgendwas wirklich "Falsches" gemacht hätte, dann hätten sie schon eingegriffen. Von daher finde ich die lange Leine der Allens sehr passend - es trägt sehr zu Catherins Selbstständigkeit bei.

    Den Abschnitt habe ich gut zur Hälfte durch - und war kurz davor, das Buch wütend in eine Ecke zu werfen. ...


    John Thorpe nervt mich dermaßen, daß es für mich an der Grenze zur Unerträglichkeit ist - wobei noch nicht definiert ist, auf welcher Seite dieser Grenze. Und Catherine ist dermaßen gutgläubig, daß mir dazu gar nichts mehr einfällt. Nur, daß ich solche Protas überhaupt nicht mag und das Lesen - trotz klasse Schreibstil - zur Qual wird und ich ziemlich viel Energie benötige, meine Wut im Zaum zu halten.

    Nicht ärgern! :knuddel1Einfach die schrägen Protagonisten genießen und nicht zu ernst nehmen. Ich sehe das Buch mehr als spaßige Satire und nicht unbedingt als Abbild "tatsächlicher" Menschen, so dass mich die Zuspitzungen hier nicht nerven, sondern eher belustigen.


    Ich bin mir sicher, Catherine wird - wie es ich für eine gute Romanheldin gehört - bis zum Ende des Buches hinter das Gebahren von Thorpe gekommen sein. Solche Typen gibt es aber tatsächlich, die sich für unwiederstehlich und den Nabel der Welt halten. Und Catherine ist so unbedarft und selbst eine so eine ehrliche Haut, dass sie gar nicht auf die Idee kommt, andere könnten anders sein. Woher auch - sie ist ja sehr behütet und sehr wohlerzogen aufgewachsen. Ernsthafte Absichten hat Thorpe wohl und nicht mal der misglückte Ausflug kann ihn davon abbringen. Da fand ich Catherine wirklich sehr taff, als sie sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen ließ. :thumbup:


    Ja, Isabella finde ich in diesem Abschnitt fast noch schlimmer als ihren Bruder John. Sie ist so wahnsinnig berechnend. Ich finde es auch unmöglich von ihr, wie sie auf den Brief von James bezüglich ihrer Hochzeit reagiert. ...Sie hat sich wohl von der Hochzeit mit James ein deutlich höheres Vermögen und Einkommen erhofft und scheint jetzt sehr enttäuscht zu sein. Ich mag Isabella wirklich immer weniger je länger ich das Buch lese.

    Da geht es mir genauso. Thorpe ist halt einfach nur doof, aber Isabella ist - wie schon angesprochen - sehr berechnend und hinterhältig. Sie nutzt die Menschen aus. Ich bin ja wirklich gespannt, ob diese Verlobung bis zum Ende des Buches hält. Wobei es dem ehrlichen James wahrscheinlich zu wünschen wäre, dass er sie noch vor der Eheschließung wieder los wird, bevor hinterher der Ehekrieg losgeht. Am besten gefällt mir ja Isabellas Ausspruch im Kapitel 16: Wenn ich eins nicht leiden kann, ist es Wankelmut. Und das ausgerechnet von IHR, die alle paar Minuten was anderes tut als sie ankündigt. :lache


    Aber Henry finde ich teilweise auch schwierig. Bei ihm weiß Catherine auch nie, woran sie ist. Da tut sie mir wirklich leid, es ist nämlich teilweise schwer zu erkennen, wo Ironie anfängt. Und zumindest etwas macht er sich über die zwei Mädels schon lustig, finde ich. Kein schöner Zug von ihm.

    Hi Leute,

    Sorry, dass ich mich nicht mehr gemeldet habe. Hab es leider nicht geschafft das Buch von meinen Eltern zu holen. 🙈

    Ich kann frühestens am Sonntag eknsteigen. Macht das noch Sinn?

    Nachdem ich zu den Langsamlesern gehöre, bin ich sicher auch nächste Woche noch da und lese gerne deine Kommentare. Letztlich musst du es selbst wissen, ob es dich stört, wenn die "große" Diskussion schon vorbei ist (wobei oft gerade hinterher noch tolle Gespräche entstehen können).

    Nachwort habe ich in meiner Ausgabe leider nicht, nur Anmerkungen, die aber auch sehr hilfreich sind.

    Kurz zusammengefasst geht es im Nachwort vor allem darum, dass Jane Austen mit Kloster Northanger eine Parodie auf die damals beliebten Frauenromane (im ersten Teil) sowie noch mehr auf die anscheinend noch beliebteren Schauerromane (im zweiten Teil) verfasst hat. Und dabei mit den Erwartungen der Leser an diese Genres spielt. Ich finde, wenn man das weiß, kann man das Buch noch viel mehr genießen und die Andeutungen besser verstehen (z. B. über Catherines so völlig unromanhaft "normale" Familie).


    Echt witzig fand ich auch Henrys "Getue" beim Kennenlernen, als er (notgedrungen) seinen Fragenkatalog abarbeitet, um dann endlich festzustellen: "Nun muss ich ein süßliches Lächeln aufsetzen, und dann dürfen wir uns wieder wie vernünftige Menschen benehmen." Das ist für mich immer so ein Wechselspiel zwischen "normalem" Verhalten und romanhaftem Getue, dass Austen damit auf die Schippe nehmen will.

    Ja mich auch. Ich hatte das Buch gar nicht mehr als so ironisch und lustig in Erinnerung. ... Einfach herrlich, dieser Tonfall von Jane Austen.:lache:lache


    Ich bin übrigens froh, dass ich diese Ausgabe mit den Anmerkungen lese. Ich finde die Anmerkungen oft recht interessant. Zum Beispiel hatte ich nicht so genau gewusst, was es eigentlich mit den "oberen " und "unteren" Gesellschaftsräumen auf sich hatte. Aber das wird hier ja gut erklärt

    Mir gefällt das Buch auch ausnehmend gut und ich kann Rouge nur zustimmen: der süffisante Ton ist wirklich toll! Ich bin sehr froh, vorher das Nachwort gelesen zu haben, auch wenn es etwas spoilert, denn jetzt kann ich viel mehr mit dem Text anfangen - ansonsten hätte ich manches doch etwas seltsam gefunden.


    Was mir auch super gefallen hat: Jane Austens Plädoyer für das Lesen von Romanen und zugunsten der lesenden Romanheldinnen. Da hat sie schon recht - eigentlich ist es ja seltsam, wenn ProtagonistInnen so gar nicht lesen. Catherine gefiel mir da ausnahmend gut, als sie sich lieber in Udolpho vertieft hat, anstatt sich Gedanken um ihr Kleid oder Aussehen zu machen. :lache Aber auch hier kann ich Rouge wirklich nur zustimmen: die Anmerkungen sind unendlich wertvoll, sonst versteht man ja die Hälfte nicht.

    Eine Lieblingsstelle im Roman von mir ist im Kap.7:


    ...


    Ein Roman, den Mr. Thorpe natürlich auch nicht gelesen hat, nur darin geblättert hat er. Dann weiß er aber ziemlich gut, den Inhalt wiederzugeben. :lache

    Die Stelle fand ich auch wirklich köstlich! Mich hat die Reaktion Thorpes aber an so manche Zeitgenossen erinnert, die auch alle schon vor dem Lesen eines Buches wissen, was sie davon zu halten haben. :grin


    Beim ersten Mal lesen wurde ich auch von Isabella getäuscht. Sie versteht es sehr gut ihr Umfeld zu manipulieren und alles zu ihrem Vorteil zu nutzen.

    Das stimmt. Isabelle empfinde ich als zunehmend anstrengend. Und auch extrem wechselhaft - einmal hü, Minuten später wieder hott. Aber sie hat immer eine gute Ausrede parat und James ist ja sowieso an allen schuld.


    Zurder Kur in Bath: ich glaube nicht, dass es die Leute damals als langweilig empfunden haben. Schließlich sind die meisten Landleben mit sehr eintönigen Tagen gewöhnt. In Bath dagegen trifft man wohl im Normalfall auf Bekannte, die man sonst nicht sieht oder länger schon nicht mehr gesehen hat - da gibt es dann viel Gesprächsstoff.


    Auf alle Fälle gefällt mir das Buch bisher ausnehmend gut und ich frage mich, warum es so unbekannt ist.

    Liebe Mitleser:wave

    In zwei Tagen geht es hier los. Ich hoffe ihr seid dann alle startklar für die Leserunde Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf das Buch und auf die Runde mit Euch!:)

    Bin bereit und das Buch auch :grin. Ich gestehe - ich hab vorab schon mal das Nachwort gelesen. Das kann ich wirklich nur empfehlen (habe mir auch die verlinkte Ausgabe besorgt). Ich glaube, so kann ich den Roman wesentlich besser einordnen, weil ja doch auf Hintergründe und Entstehungsgeschichte eingegangen wird. Auf alle Fälle freue ich mich jetzt noch mehr auf das Buch und morgen gehts ja ENDLICH los!

    Glaub nicht alles was du denkst - Wie du eine Denkfehler entlarvst und endlich freie Entscheidungen triffst von Alexandra Reinwarth


    ASIN/ISBN: 3747400434


    Taschenbuch, 256 Seiten

    mvg-Verlag 2019, München


    Zum Buch (Buchrückseite)


    Alexandra Reinwarth trifft ihre Entscheidungen rational. Also einigermaßen. Das dachte sie zumindest, bis sie sich intensiver mit der Frage beschäftigte, ob das 17. Paar schwarze Schuhe im Schrank wirklich nötig war. Jetzt weiß sie: Der Verstand hat nichts zu melden. Regelmäßig wird man von anerzogenen Denkfehlern in die Irre geführt.


    Scharfsinnig und witzig zeigt Alexandra Reinwarth, wie man diesen Fehlern auf die Spur kommt und endlich kluge Entscheidungen trifft. Eine unerlässliche Hilfe für alle, die sich wundern, warum sie gute Vorsätze nie einhalten, tolle Ideen nicht umsetzen und dauernd Dinge kaufen, die sie niemals brauchen werden.


    Zur Autorin (zusammengefasst aus Wikipedia)


    Alexandra Reinwarth (*1973 in Nürnberg) ist eine deutsche Journalistin und Buchautorin. Sie gilt als eine der erfolgreichsten Non-Fiction-Autorinnen im deutschsprachigen Markt und beschäftigt sich vor allem mit persönlichen Erfahrungen und Alltagsproblemen.


    Meine Meinung


    „Wir sind also zusammengefasst ahnungsloser, unfähiger, ohnmächtiger, bedeutungsloser, selbstgerechter, verbohrter und doofer, was wir uns gemeinhin eingestehen.“

    Nachwort S. 252


    Der Satz trifft es ganz gut. Auf den vorhergehenden 250 Seiten versucht Alexandra Reinwarth nämlich, uns LeserInnen aufzuzeigen, wo unser Unterbewusstsein (im Buch „der Clown“) überall mitmischt und dadurch elementare Denkfehler entstehen (können).


    Es ist zwar ein Ratgeber, aber keiner der Sorte, der das Ziel hat, das Leben seiner LeserInnen komplett umzukrempeln. Eher im Gegenteil – das Buch will zum bewussten Nachdenken anregen. Das klappt meiner Meinung nach sehr gut, denn ich habe mir wirklich öfters überlegt, welche unbewussten Denkfehler sich bei mir wohl eingeschlichen haben. Und auch, wenn man diese natürlich nicht auf Anhieb aufspüren kann – schon allein mehr Wissen über unser Unbewusstes hilft, dieses und so manches Muster oder Verhaltensweise besser zu verstehen und in der Folge auch ändern zu können.


    Auffällig ist der Schreibstil. Beim ersten Blättern im Buch bin ich daran hängengeblieben, weil Alexandra Reinwarth schreibt, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Mit einem Augenzwinkern, nicht allzu ernst, größtenteils humorvoll. Für ein Sachbuch sehr ungewöhnlich, manchmal zwar vielleicht einen Ticken zu salopp, aber sehr gut lesbar und immer kurzweilig. Sie beschreibt mit vielen Bildern und noch mehr Beispielen und zieht immer wieder „reale“ Personen heran, um ihre Aussagen zu untermauern.


    Ich kann nicht beurteilen, inwieweit Alexandra Reinwarth mit ihren Aussagen „recht“ hat. Für mich liest sich das meiste sehr überzeugend, manchmal finde ich zwar ihre Schlussfolgerungen etwas weit hergeholt, aber sich selbst Gedanken zu machen ist gerade bei einem Sachbuch nicht verkehrt. Frau Reinwarth zitiert sehr viele Studien und Experimente mit entsprechenden Quellangaben, so dass man auf Wunsch auch vieles nachlesen könnte. Einiges kannte ich bereits, aber das hat mich nicht weiter gestört.


    Fazit: Ein sehr locker geschriebenes und dadurch leicht zu lesendes Buch über das Unbewusste in uns und so manche Folgen. Ich finde es sehr empfehlenswert, denn es hilft, sich und die Umwelt bewusster wahrzunehmen. Neun Eulenpunkte von mir.

    Schwierige Entscheidung in dieser Kategorie. Sehr schwierig, denn es gab einige Anwärter, die alle verdient hätten, hier zu stehen. Da aber die Konkurrenz schon woanders bei den Jahresbesten auftaucht, habe ich mir hier sehr verdient für Dörte Hansen entschieden.


    ASIN/ISBN: 3328100121


    ASIN/ISBN: 3328600035


    Beide Bücher habe ich dieses Jahr gelesen und bei beiden mochte ich den feinen Schreibstil. Sehr behutsam und detailliert erzählt Dörte Hansen von Menschen und von Landschaften, die sie prägen. Sie verbindet Vergangenheit und Gegenwart und schreibt Bücher für die Zukunft. Nur schade, dass ich wohl jetzt eine Weile warten muss, bis ich wieder in ihren Lesegenuss kommen darf.

    An Tagen wie diesen ... Mit 24 Songs durch den Advent von Manfred Müller


    ASIN/ISBN: 3429038413


    Über diese Kategorie habe ich lange nachgedacht, bis mir dann irgendwann der Gedankenblitz kam. Es kann doch keinen besseren Titel geben als den hier, weil:


    - An Tagen wie diesen ... seit Jahren mein erklärtes Lieblingslied ist und mir immer wieder das Herz aufgeht, wenn ich es höre.


    - An Tagen wie diesen ... so wunderbar immer passt. Das kann alles bedeuten und ist somit offen für jede Geschichte, die in so einem Buch drinstecken könnte.


    - An Tagen wie diesen ... auch ein toller Name für dieses Buch ist, geht es doch um die besonderen Tage des Advents.


    Von daher eine eindeutige Entscheidung und ich frage mich bloß, warum ich nicht gleich darauf gekommen bin! :grin

    One true queen: Von Sternen gekrönt von Jennifer Benkau


    ASIN/ISBN: 347340179X


    Wie bei Thriller-Maus ist dieses Jahr das Fantasybuch von Jennifer Benkau mein Jahresbestenbuch in der Kategorie "Jugendbuch". Eine tolle, sehr bildhafte Sprache, eine starke Protagonistin, eine spannende Geschichte - das alles macht dieses Buch sehr lesenswert, auch wenn man wie ich der Zielgruppe schon einige Jährchen entwachsen ist. ;)

    Ein wunderschönes Buch. Ganz unauffällig kommt es daher und entfaltet doch einen Zauber, den ich mich nicht entziehen konnte. In drei Abschnitten wird das Leben – und darüber hinaus – von Olga erzählt, einer starken Frau, die von Kindheit an ihren ganz eigenen Weg geht. Geboren in Pommern am Ende des 19. Jahrhunderts erlebt sie zwei Weltkriege und eine Vertreibung, menschliche Nähe und immer wieder den Verlust geliebter Menschen.


    Es könnte eine traurig-dramatische Geschichte sein. Allerdings hat Olga so eine starke innere Kraft und ruht in sich, so dass sie trotz aller tragischen Ereignisse den Lebensmut und –willen nie verliert. In ihr steckt weit mehr, als man zunächst vermutet. Olga ist für mich eine äußerst starke, emanzipierte Frauenfigur. Von solchen Protagonistinnen würde ich gerne sehr viel öfters lesen.


    Es steckt sehr viel drin in diesen 300 Seiten. Für mich stand eindeutig die Figur Olgas im Mittelpunkt. Die Liebesgeschichte, die in der Buchbeschreibung eine große Rolle spielt, zieht sich zwar durch ihr ganzes Leben und somit auch durch das ganze Buch, ist für mich aber gar nicht so vordergründig. Wahrscheinlich kann man das Buch aber auch ganz anders lesen, was von der großen Vielschichtigkeit zeigt. Geschichtliche Entwicklungen beeinflussen Olgas Werdegang und auch große Fragen der Politik und Gesellschaft werden aufgeworfen.


    Ganz besonders ist der Schreibstil des Buches. Im ersten Teil wird sehr distanziert der größte Teil des Lebensweges von Olga in der dritten Erzählperspektive erzählt. Nach der Vertreibung nach Westdeutschland ergreift ein junger Ich-Erzähler das Wort, der „Fräulein Rinke“ ein Leben lang nahesteht. Und als man eigentlich denkt, die Geschichte sei auserzählt, spricht im dritten Teil Olga selbst in Form von Briefen an ihren Geliebten Herbert und bringt noch einmal eine ganz andere Sichtweise auf ihren Lebensweg. Diese drei Teile – so unterschiedlich sie auch sind – gehören dabei ganz eng zusammen und verknüpfen sich nicht nur inhaltlich. Ein toller und überlegter Aufbau!


    Fazit: Absolut lesenswert! Nah dran an der Traumwertung von zehn Punkten. Gekonnt erzählt Schlink hier ein Frauenleben und zwar äußerst raffiniert und kurzweilig.