Beiträge von Lese-rina

    Zu den Pilgern:

    Ich meine jetzt nicht unsere Sieben mit ihrer noch unklaren Mission.

    Ich denke, dass es den vorhergegangenen Pilgern nur zum geringen Teil um die Wunscherfüllung ging, sondern eher um Erleuchtung, Opferung oder was auch immer so viele religiöse Fanatiker treibt.

    Ich tue mich sehr schwer damit, diese Kirche als Religion anzusehen, vor allem, weil man darüber viel zu wenig erfährt. An was glauben sie? Was ist ihr Ziel? Wollen sie Menschenopfer oder ist der Zweck ganz ein anderer? Erleuchtung macht doch dann auch nur Sinn, wenn ich diese Erleuchtung auch noch teilen kann.


    Der Kult bezeichnet sich ja auch als "Kirche der letzten Buße". Könnte das ein Grund sein? Der Wunsch zu büßen (was auch immer). Wenn man glaubt, mit dem Leben aufgrund einer Schuld nicht mehr klarzukommen?


    Schade, dass das so beiläufig abehandelt wird. Ich hoffe, ich erfahre im Laufe des Buches noch mehr darüber!


    Ich fand jetzt nicht, dass Silenius eine sooo schlechte Kindheit hatte. Seine Mutter war (durch die Drogensucht) wohl wenig (geistig) anwesend bzw. wenig fürsorglich-müterlich. Das ist natürlich prägend. Aber er hatte einen Freund und auch einen guten Lehrer - und seine Leidenschaft. Vielleicht liegt seine fehlende Empathie in der fehlenden Bindung zur Mutter - vielleicht aber auch nicht.

    Diese Geschichte hat mich jetzt nicht ganz so gefesselt wie die beiden vorher, da fand ich die ganze Einleitung und das Drumrumgerede teilweise zu anstrengend und ausufernd. Wenn es aber auch ganz interessante, philosphische Ausführungen gab, z. B. zum Wort und was Gedanken alles bewirken. Aber es ging mir hier so wie einigen von euch: ich habe das Gefühl, viele Anspielungen nicht zu verstehen. Aber zumindest weiß ich jetzt mehr über Keats, nachdem der immer wieder vorkam, musste ich doch einmal auf wikipedia nachlesen. :lache Und ich habe zumindest die Anspielung auf Die Zeitmaschine verstanden, auch wenn ich ( breumel ) statt dem Film das Buch genoßen habe. :)


    Auf alle Fälle ist mir Martin Silenus jetzt noch unsympathischer als vorher. Ein richtiger Miesling! :cursing: Auch wenn er das Shrike nicht geweckt hat nimmt er für seine Muse doch ganz bewusst das Abschlachten anderer Menschen hin, nur um sein Gedicht schreiben zu können. Das ist für mich ein viel zu hoher Preis!


    Saiya schrieb:

    Diese Pilgerei ist auch irgendwie widersinnig. Die allermeisten werden ja sowieso aufgespießt. Welche Erleuchtung sie dabei wohl erlangt haben?

    Ganz allgemein könnte ich mir vorstellen, dass die "Pilger" entweder Selbstmordgefährdete sind oder den Nervenkitzel bzw. die ultimative Herausforderung suchen. Davon gibt es ja auch heute mehr als genug. Oder aber sie sind so verzweifelt und haben wirklich die Hoffnung, dass das Shrike ihren sensüchtigsten Wunsch, dem sie alles unterordnen, erfüllt. Leider wird ja nicht erwähnt, ob diese Hoffnung zumindest für einen Teil der Menschen in Erfüllung gegangen ist. Irgendwo wurde doch erwähnt, dass einer aus der Gruppe immer den Wunsch erfüllt bekommt, ein anderesmal aber, dass noch keiner wiedergekekehrt sei. Hmm :gruebel


    Bei unseren sieben Pilgern sieht die Sache wohl anders aus, auch wenn jeder von ihnen einen ganz spezifischen Grund hat, diese Reise anzutreten.


    Die Hegemonie hat Angst, dass in den Zeitgräber wertvolle Geheimnisse enthalten sind, und diese sollen nicht den Ousters in die Hände fallen. Und es ist möglich (aber nicht sicher), dass die Ousters wegen der bevorstehenden Öffnung der Zeitgräber Kurs auf Hyperion genommen haben.

    So habe ich das auch verstanden. Die sieben sollen verhindern , dass die - nicht erforschten - Geheimnisse der Zeitgräber den Ousters in die Hände fallen. Oder vorher zumindest selbst die Geheimnisse um diese Zeitgräber lösen. Das Shrike ist erstmal nicht Ziel der Aktion, sondern nur ein "Vorwand", um überhaupt dorthin reisen zu dürfen und dann eine zusätzliche Bedrohung. Ich denke mal, dass die ganz persönliche Geschichte jedes einzelnen ein Puzzleteil ist, mit dem das Geheimnis der Zeitgräber gelöst und/oder das Shrike besiegt/überwunden werden kann.


    Mit den Zeitgräbern habe ich so meine Probleme: es wird ja mehrfach davon gesprochen, dass sie bereits offen sind - was im Widerspruch dazu steht, dass sie sich am Anfang des Buches "öffnen", wie ja breumel schon geschrieben hat. Die Erklärung, dass sie nicht wirklich offen sind, sondern untersucht, ist zwar einleuchtend, ich finde den Text dann aber trotzdem verwirrend. Mir wäre es anders herum "logischer", wie auch schon von Clare beschrieben:


    Wenn die Zeitgräber rückwärts in der Zeit reisen können, könnte aber auch bedeuten, dass sie sich schließen werden oder, weil sie beim Auffinden durch die ersten Siedler offen und leer waren, zum bevorstehenden Zeitpunkt X wieder gefüllt sein könnten.

    Sind es vielleicht sieben Zeitgräber?:gruebel

    Auch der letzte Hinweis ist interessant und durchaus nachdenkenswert! Obwohl ich natürlich hoffe, dass nicht alle sieben am Ende sterben! :yikes

    Es wird erwähnt, dass das "gottverdammte Schwarze Loch des Kiew-Teams" Teile des Ermittelpunkts verschlingt. Das klingt nach einem arg fehlgeschlagenen wissenschaftlichen Experiment oder einer Waffe, die falsch eingeschätzt wurde.

    Über den "Großen Fehler" habe ich mir ja auch schon meine Gedanken gemacht, ein fehlgeschlagenes Experiment klingt logisch und wäre durchaus vorstellbar. Die Abschnitte in der Alten Welt fand ich spannend zu lesen, schade, dass Martin Silenus dann so schnell davon wegmuss.

    Deswegen liebe ich diese Leserunde - alleine kommt man einfach nicht auf all diese möglichen Assoziationen, die ihr so präsentiert. Ich habe bei der Geschichte von Paul Duré an vieles gedacht, aber dass dieser Dämmerzustand der Bikura etwas mit dieser andauernden Wiedergeburt zu tun hat, der Gedanke kam mir so explizit nicht.


    Ich find's schön, dass die LR offenbar ein bisschen länger wird, da kann man auch noch wunderbar diskutieren, auch wenn man schon weiter in der Geschichte ist.

    Und wir Nachzügler finden es toll, wenn noch jemand da ist. :knuddel1Ich kann dir nur zustimmen: gerade bei diesem Buch ist die Leserunde super - da sind so viele Details und Anregungen drin, alleine steht man da auf verlorenen Posten! Vielen, vielen Dank schon mal für diesen interessanten Leserundenvorschlag! :kiss

    Puh - wieder ein heftiger Abschnitt, aber so ganz anders als der vorherige. Um ganz viele Klischees zu bemühen: ein Abschnitt für Männer: Krieg in allen möglichen Varianten vom Mann-zu-Mann-Kampf des Mittelalters bis zur Technoschlacht im Weltraum - und Sex. :lache ( breumel : Braucht es da noch Gespräche?)


    Aber es war wieder ein Abschnitt, der mich völlig unerwartet in seinen Bann gezogen hat.

    Aber mit einer heftigen Sogwirkung.

    Das kann ich nur unterstreichen und ich bin auch schon sehr gespannt, welche ganz andere Facette wir in der nächsten Geschichte erfahren dürfen. Aber jetzt erstmal zu diesen Abschnitt.


    Rechne damit, dass es im Laufe des Buches noch verwirrender wird. :lache

    :wowDa bin ich gespannt, ob ich bis zum Ende noch durchblicke. Am verwirrensten finde ich diese ganze Zeitgeschichte. Gräber, die sich in der Zeit rückwärts bewegen? Häh? Und dann sieht Kassad diesen ominösen Baum mit Toten, der sich aber in seiner Zunkunft befindet??? Müsste er da nicht die Vergangenheit sehen? Das habe ich alles nicht wirklich verstanden. =O


    Die Sache mit Mnemosynes/Moneta kommt dann natürlich noch dazu. Ich habe es so verstanden, dass sie schon unabhängig vom Strike agiert, denn bei der Schlacht mit den Ousters waren doch die zwei "Metallgestalten" da und das Strike. Oder habe ich das falsch gelesen? Was aber natürlich nicht heißt, dass sie nicht doch eins sind - schwierig! Verstanden habe ich zumindest, dass das Strike die Zeit extrem verlangsamen kann und sich dadurch unbemerkt bewegt. Das wird sich hoffentlich aufklären.


    Dass ein Mann wie Kassad extremst in seiner Ehre gekränkt sein muss, auf diese Art und Weise manipuliert, um nicht zu sagen "verarscht" worden zu sein, ist klar. Ich frage mich nur, ob er einen Plan hat, wie er das Strike und die Frau umbringen will. Überhaupt gab es meiner Meinung nach ungewöhnlich wenig Fragen nach seiner Geschichte - da fallen uns schon wesentlich mehr ein. :grin


    Mnemosyne (altgriechisch Μνημοσύνη Mnēmosýnē, von μνήμη mnḗmē, deutsch ‚Gedächtnis‘, vergleiche lateinisch memoria) ist eine Gestalt der griechischen Mythologie sowie ein Fluss in der Unterwelt, dessen Wasser im Gegensatz zur Lethe nicht Vergessen, sondern Erinnerung herbeiführte."

    (Quelle: Wikipedia)

    Angeregt durch Clares Recherche :wave habe ich mal nachgeschaut, ob und was "Moneta" bedeutet. Und siehe da: Moneta kommt aus der römischen Mythologie und ist der Beiname der Göttin Iuno. Es bedeutet "Mahnerin" oder "Erinnerung" - sagt Wikipedia. Wir haben also zwei Namen, die alle auf das Erinnern hindeuten, sollen sich also die Pilger (oder wir) an etwas erinnert? Auf jeden Fall machen sie es dann mit dem Austauschen ihrer Geschichten genau richtig!


    Ja, genau. Das Album Mnemosyne der Band Traeo

    Vielen Dank für diesen Tipp! :thumbup:Ich habe mir das Lied einmal angehört und finde, es passt super zu unsere "Mnemosyne". Zuerst geheimnisvoll-sphärisch, dann steigert es sich, bis es am Ende wirklich sehr in einem "Heavy-Metal"-Finale endet. Natürlich alles reininterpretiert - aber für mich äußerst passend. :grin


    Und auch über die Geschichte von Hyperion hinaus, stellen sich mehr Fragen, als es Antworten gibt: Wie alt ist Martin Silenus? Was ist der Große Fehler, an dem die Erde zugrundeging? Und (was mich wohl mit am meisten interessiert:) Was ist das jetzt schon mehrfach erwähnte All-Wesen? Eine Vernetzung aller Menschen, egal auf welchen Planeten, so eine Art Abstimmung von allen? Oder ganz was anderes? Nun, wir werden sehen. Hoffentlich! :grin


    Eine faszinierende und sehr beklemmende Geschichte. So schön und faszinierend diese Natur ist - und gleichzeitig auch furchteinflößend - so grausig ist das, was sich auf Hyperion in dieser Enklave der Bikura abspielt. Das Kruziform als parasitäre Lebensform, das war schon gruselig für mich.


    Da kann ich nur zustimmen! :writeDas ist schon eine heftige Geschichte, vor allem das furchtbare Ende bzw. Nicht-Ende von Pater Paul Duré. Nach meiner Interpretation waren es schon die 70 Abgestürzten, die zufällig auf den Tempel und die Höhle gestoßen sind und dann - sich freiwillig oder unfreiwillig der Kruziform "anschlossen", um unsterblich zu werden. Für mich ist die Kreuzsymbolik eher eine zufällige Überschneidung zum Christentum - aber natürlich gewollt vom Autor, genauso wie die zahlreichen anderen Parallelen ( Chroi hat ja die Auferstehung am dritten Tag schon erwähnt, ich dachte beim wiederholten Sterben des Paul Duré ans Fegefeuer). Die Verbindung zur griechischen Mythologie liegt dann auch nahe, nicht wenige Themen wiederholen sich in ähnlicher Weise in unterschiedlichen Kulturkreisen.


    Was uns der Autor damit sagen will und ob er überhaupt eine Botschaft darin verpackt hat, oder uns einfach mit zahlreichen Querverweisen erfreuen möchte, erschließt sich mir momentan nicht. Mal sehen. :grin


    Spannend finde ich wie die unterschiedlichen Religionen hier miteinander verflochten sind und nebeneinander existieren. Im Moment ist nur die Rede von monotheistischen Religionen oder eben Heidentum/Atheismus. Auch das Shrike scheint ja als Gott verehrt zu werden.

    Über das große Thema "Religion" in allen möglichen Facetten war ich sehr überrascht. Damit hätte ich in einem Sience Fiction überhaupt nicht gerechnet. Ist das in Simmons anderen SF ähnlich? Auch die Reise der Sieben zum Shrike wird ja als "Pilgerschaft" bezeichnet - warum? Ich habe nicht den Eindruck, dass auch nur einer der Sieben Shrike als Gott verehrt, warum also dieses Wort? Aber auch hier: mal sehen. :grin


    Neben der Religion (und der Kunst, die ja auch immer wieder vorkommt) geht es auch um ein großes Thema der Philosphie: die Unsterblichkeit. Die Bikura zeigen ja sehr deutlich, dass Unsterblichkeit nichts erstrebenswertes ist. Ob sie nach der Bombadierung wirklich "den wahren Tod" gestorben sind oder doch wiederauferstanden sind. Aber ich denke, das werden wir erfahren. :lache


    Mich haben die anfänglichen Beschreibungen dieser Wesen übrigends sehr an die Elois aus Die Zeitmaschine von Wells. Zuerst beginnt alles ganz harmlos - aber dann! Überhaupt baut Simmons auf diesen ersten paar Seiten wirklich wahnsinnig viele Sachen aus allen möglichen Gebieten ein :anbet. Wahrscheinlich bemerke ich die meisten Querverweise gar nicht - gut, dass ihr auch noch da seid. :-]

    Ich komme auch mal hinterhergehumpelt. ... Es wird zwar vieles offen gelassen, doch man hat irgendwie immer das Gefühl noch genug zu verstehen, um alles mitzubekommen

    Ich bin noch hinter dir, du bist also nicht alleine unterwegs in den Weiten des Alls. :lache Nachdem ich mein letztes Leserundenbuch beendet hatte, bin ich wunderbar in dieses hineingekommen und habe es genoßen, in eine ganz neue Geschichte eintauchen zu können. Ihr habt schon recht - man ist sofort mittendrin in der Geschichte und auch wenn es anstrengend ist, mag ich das lieber als ellenlange Erklärungen. Am Anfang fand ich es zwar schon etwas heftig, was uns da alles ohne Hintergrundwissen vorgesetzt wird (mich interessiert mometan am meisten, was denn "Zeitgräber" sind), aber als der Pater aus den Tagebüchern vorliest, wird es ja weitaus besser vorstellbar.


    Gleichzeitig werden wir mit vielen technischen Details geflutet - verschiedene Zeitbegriffe (ich bin so gespannt, was es mit dieser Zeitschuld auf sich hat), technische Details zum Reisen im All. Was mir auch gefällt sind diese vermeintlich altertümlichen, historischen Einflüsse in dieser Science-Fiction-Geschichte - Tempelritter, Religion. Ich mag es, wenn man diese Kontraste hat.

    Da hast du recht - das ist eine eigenartige (und für mich auch einzigartige - zumindest kenne ich das so überhaupt nicht) Mischung. Und macht wohl auch einen großen Teil des Reizes aus.


    Ich fand diesen Abschnitt einen sehr gelungen Einstig. Wir lernen die sieben Protagoisten kennen, ohne zuviel von ihnen zu erfahren und dann - aus ganz anderer Sicht - auch einen ganz unbekannten Teil von Hyperion. Das macht große Lust, weiterzulesen, um mehr zu erfahren. (Zumindest bei mir :)).

    Wenn ich das richtig verstanden habe, haben alle sieben sich für die Pilgerfahrt beworben, und mit ihnen noch unzählige andere. Da finde ich die schwache Reaktion auf die Nachricht, dass er zu den Auserwählten gehört, eher befremdlich. Aber vermutlich klärt sich das noch, falls wir denn etwas über seine Geschichte erfahren.

    Mir kam es fast so vor, als hätte der Konsul damit gerechnet, zu der Pilgerfahrt eingeladen zu werden. Er will nicht hin, aber er "muss" - warum auch immer. Und jetzt nimmt er es so hin. Wie ihr es schon beschrieben habt: er tut, was getan werden muss. Deshalb wohl auch seine sehr zurückgenommene Reaktion.


    Ich weiß momentan nicht, wie ich ihn finden soll. Teilweise ist er sehr sympathisch, dass er aber auch grausam sein kann, zeigt seine "Erpressung" um das Ende der Geschichte. Mir sind auch die anderen sechs noch zu fremd, um etwas zu ihnen empfinden zu können (außer Pater Hoyt - der tut mir einfach nur leid). Beim Konsul hege ich den Verdacht, dass er der Spion sein könnte - aber allein deshalb, da man es bei ihm als Hauptfigur am wenigsten vermutet. Wir werden sehen. :)

    Ich habe keine Ahnung, was der Shrike ist, was die Zeitgräber und was da auf Hyperion passiert ist und passiert, aber ich bin mir sicher, dass man sich das erlesen wird. Und ich habe Geduld und bin gespannt.

    Schön beschrieben :-]:thumbup:.

    Stefan aus dem Siepen; Das Seil; 1,7; Montagshighlight

    Susanne Goga; Der dunkle Weg; 2,0

    Helga Bürster; Luzies Erbe; 1,8

    Alexandra Potter; Heute schon geträumt?; 3,0

    Zoë Ferraris; Wüstenblut; 2,0


    Viele Bücher (Corona lässt grüßen) und auch sehr schöne Bücher. Schwierig, mich für ein Highlight zu entscheiden, da mich Das Seil wohl am meisten überrascht hat, habe ich mich dafür entschieden.

    Das Reh, für mich auch eher eine notwendige Tat, die man auf dem Land wohl beherrschen muss.


    Nur um hier mal mit einem Klischee aufzuräumen: Nein. :lache Nein, man muss als Landbewohner definitiv nicht beherrschen, wie man ein Reh tötet. Und es können wohl auch nur ganz wenige Landbewohner. Alle anderen hätten brav den Förster/Jäger angerufen, damit der das erledigt.


    Zitat

    Die Szene im Birnengarten war eine Schlüsselszene für mich, da Sally den Garten als Zaubergarten betitelt und Liss damit eine andere Sichtweise auf das Jetzt gibt. Sie gibt ihr die Chance, über die Kindheitserinnerungen, die sie immer noch beschränken, hinauszuwachsen, das fand ich großartig und sehr erwachsen.

    Das hast du sehr schön beschrieben! Über das habe ich leider etwas hinweggelesen, aber du hast recht: es ist durch die ganz andere Wahrnehmung von Sally eine Schlüsselszene. Vor allem deshalb, da nun auch Liss erkennt, dass manches/vieles sich in eine ganz neue, ungeplante Richtung entwickeln kann.

    Ich bin auch gestern erst fertig geworden, Rouge liest auch noch, also so ein Hinkebein bist du nicht liebe belladonna  ;)

    Also den Schneckentempo-Pokal gebe ich bei dieser LR nicht mehr her, nur damit das klar ist. :lache Ich habe ja schon geschrieben, dass ich das Buch langsam lesen muss, und da ich auch noch arbeitstechnisch sehr eingespannt war (und abends dann oft zu abgespannt, mich auch dieses schöne Buch zu konzentrieren), hat es jetzt gleich noch länger gedauert. Aber das macht nichts - das Buch verdient seine Zeit und es wäre viel zu schade, mit halben Herzen drüberzulesen.:)

    Ich fand das Ende sehr passend.

    Ich auch und dieser Abschnitt hat mir am Besten gefallen. Er hat alle Ende passend zusammengeführt und das Wichtigste gekärt. Wie es jetzt weitergeht mit den beiden sei dahingestellt, auf alle Fälle haben beide ihren Lebenssinn (wieder-)gefunden und können darauf jetzt alles Kommende aufbauen.


    Der letzte Abschnitt hatte es ja echt nochmal in sich. Es hat mich ganz schön mitgenommen, wie Liss plötzlich allen Lebensmut verloren hat und sich umbringen wollte - ein Glück, dass Sally sie noch rechtzeitig gefunden hat.

    Auch hier kann ich nur zustimmen! Des Selbstmordversuch war ein Schock, dass Liss ihren ganzen Lebenssinn verliert, fand ich schon sehr heftig. Aber es hat gepasst und vielleicht haben beide diesen Schock gebraucht, um erkennen zu können, was das Leben liebens- und lebenswert macht. Ich denke schon, dass Liss nicht gefunden werden wollte - wenn dann könnte ich mir eher noch vorstellen, dass sie sich selber nochmal umentschieden hätte.


    Dass Liss Sally wegschickt, fand ich erst überraschend; wenn man aber bedenkt, dass Liss möchte, dass Sally anders als Liss selbst eine Wahl hat, passt es wieder.

    Ich fand es sehr "weise" von Liss, Sally erstmal zurückzuschicken (und wie Findus anmerkt: es ist nicht für immer und die beiden können ja jederzeit in Kontakt bleiben). Aber zum einen ist es sehr wichtig, dass Sally die Schule fertig macht, damit sie ihre Möglichkeiten auch wirklich nutzen kann, zum anderen finde ich es aber auch entscheidend (wie Liss ja auch anmerkt), dass Sally die Sache mit ihren Eltern klärt. Für mich sind sie nach wie vor nicht die "Bösen", sondern schlichtweg überfordert mit so einem ganz besonderen Kind. Aber nach diesen ganzen Erfahrungen schaffen sie es vielleicht, Sally nicht mehr in eine bestimmte Richtung drängen zu wollen, sondern ihr ihre Freiheit zu lassen und vor allem hat sich ja Sally ganz massiv verändert, so dass sie nicht immer total querschießen muss. Mit dem Wissen, welche Alternativen sie zum Leben ihrer Eltern hat, kann sie sich jetzt für die begrenzte Zeit sicher besser anpassen.


    Sehr typisch für diese Veränderung fand ich die Arbeit im Weinberg. Sally schafft es nämlich jetzt - im Gegensatz zum Kartoffelklauben - auch eine Arbeit durchzuhalten, bei der sie langsamer ist als andere. Diese Frustration kann sie jetzt endlich aushalten und das finde ich für ihr zukünftiges Leben ganz entscheidend. Auch wenn man hochbegabt ist, wird es immer wieder Dinge geben, die andere besser können - das muss man aushalten können, ohne die Wand hochzugehen. Ich finde es ganz wichtig, dass Sally das gelernt hat.


    Für mich war es definitiv auch ein Buch zum Entschleunigen und runterkommen. Ich fand es so toll, wie atmosphärisch und lebendig die ganze Natur und das Leben auf dem Hof mitsamt den ganzen Arbeiten beschrieben wurde. ( Die Weinlese, das Brotbacken, die Arbeit mit den Bienen usw.)

    Auch hier: :write. Ein wunderschönes Buch mit einer einzigartigen Atmosphäre, das mich aber auch ganz schön gefordert hat. Ich habe mir fest vorgenommen, es irgendwann noch einmal zu lesen - vielleicht kann ich dann noch mehr eintauchen, wenn ich den Inhalt schon kenne.

    Chroi   Lese-rina schafft ihr es noch, euch der Runde anzuschließen? Ihr hattet ja auch Interesse hier gezeigt. Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen :-)

    Ich bin grad noch in der Leserunde zu Alte Sorten. Mir war ja eh schon klar, dass ich damit nicht bis zum Beginn dieser LR fertig bin und ich verspätet einsteigen muss, aber dass es so lange dauert, hatte ich nicht auf den Schirm. :( Hilft nichts, parallel lesen mag ich mir nicht antun, aber ich werde mich zu Hyperion trauen, sobald ich kann. :)


    Dafür hat Sohnemann das Buch schon durch, er war ganz begeistert (und hat gemeint, der Folgeband schließt sich nahtlos an).

    Im nachhinein denke ich, dass das die Szene im Beinhaus eine Schlüsselszene ist: hier wird zum ersten Mal deutlich, dass Liss möglichweise depressiv ist, während bei Sally deutlich wird, wieviel Lebenswille in ihr steckt, sonst hätte sie auf Liss' Satz "Nichts ist von Bedeutung." nicht so heftig reagiert.

    Das ist ein interessanter Gedanke, und ich denke, da hast du vollkommen recht!


    Zitat

    Zu Sallys Eltern kann man schwer was sagen. Wir sehen sie ja nur durch Sallys Augen und erfahren generell viel zu wenig über sie. Da kann man kein Urteil fällen, ob sie zu wenig gemacht haben oder einfach nur das Falsche. Es passiert leider oft genug, dass sich Eltern alle Mühe der Welt geben für ihre Kinder und trotzdem nicht zu ihnen durchdringen. Ich möchte ihnen da nicht so einfach die Schuld dafür geben, dass Sally so ist, wie sie ist.

    Da bin ich sehr froh, dass das jemand genauso sieht :). Ich bin mittlerweile schon weiter und hab festgestellt, dass das Elternthema ja im nächsten Abschnitt großes Thema ist - da war ich wohl zu voreilig ;)(es ist nur hier in einem Beitrag auch schon angesprochen worden). Im nächsten Abschnitt hab ich noch einiges (viel zu viel :grin) dazu geschrieben.

    Natürlich ist das bei Sally keine Therapie aber trotzdem hat dieses Leben bei Liss eine therapeutische, sprich heilende Wirkung. Die Erfahrungen die sie macht, lassen sie das Leben intensiv wahrnehmen, ja sie merkt, dass es lebenswert ist. Sie spürt endlich, was es ist, was ihr gefehlt, was sie vermisst hat.

    :writeGenau das nehme ich auch so wahr!


    Vielleicht hätte das Buch auf mich ganz anders gewirkt, wenn nicht gerade Corona so ein aktuelles Thema wäre. Aber diese "back-to-the-roots" , die Entschleunigung und das Besinnen auf das Wesentliche ist für viele Menschen und auch für mich gerade enorm wichtig.

    Glaube ich nicht (also dass du es ohne Corona ganz anders gelesen hättest :lache). Wahrscheinlich hat Corona dieses Gefühl noch verstärkt, aber ein Bewusstsein für "zurück zum Wesentlichen", war doch auch vorher (bei vielen) schon da, gerade durch den Klimawandel. Schon da wurde z. B. die Bedeutung von regionalen und saisonalen Einkaufen wichtig. Immer mehr Leute kauften im Hofladen oder auf Wochenmärkten ein, bemühten sich also um möglichst frische und nicht industriell verarbeitete Lebensmittel. Selberkochen und insgesamt Selbermachen ist voll im Trend und auch die Imker verzeichnen einen totalen Run gerade von jungen Menschen. Das alles sind natürlich Einzelbeispiele, zeigen für mich aber in eine Richtung. :biene

    So geht es mir auch. Als Liss den Baum erwähnt, der eingeht, weil er mit Pfahl und Stricken dazu gezwungen wird, in einem bestimmte Richtung zu wachsen, hatte ich den Eindruck, dass sie damit auch von sich selbst redet. Und für Sally passt es genauso.

    Für Liss passt dieses Bild auf alle Fälle. Sie hat sich nach ganz was anderem gesehnt und kam nicht raus aus ihrem ungeliebten Leben. Bei Sally bin ich mir da nicht ganz so sicher. Im Unterschied zu Liss weiß sie selber nicht (bzw. wusste es nicht, bevor sie Liss traf), wo und wie sie hinwachsen will. Es wird ja mehrfach betont, dass sich Sally total fehl am Platz vorkommt - bei ihren Eltern, in der Schule, aber auch bei ihren Freunden. Keiner versteht sie, aber wohl auch deswegen, weil sie sich selber nicht versteht bzw. nicht weiß, was ihr fehlt. Und dieses Nicht-Verstehen (was ganz schlimm sein muss, vor allem für so ein intelligentes Mädchen) äußerst sich dann in Agressionen und Selbstverletzungen. Kennt man ja von sich selber: an manchen Tagen mag man sich selber nicht, ohne genau zu wissen, warum - so ähnlich, nur viel heftiger und dauernd stelle ich es mir bei Sally vor.


    Ich hab ja im vorherigen Abschnitt schon geschrieben, dass ich gar nicht so den Eltern die Schuld geben würde. Das hat sich für mich bestätigt. Die Eltern wollen sich kümmern, sie sind dran an Sally, versuchen mit ihr zu reden, schicken sie zur Therapie, suchen sie ... - aber das hilft halt nichts, wenn beide Seiten nicht miteinander kommunizieren können. Für mich ist es so, als würde jeder eine dem anderen unverständliche Fremdsprache reden. Sally kann sich in der Welt ihrer Eltern überhaupt nicht einfinden, hat aber auch keinen Gegenentwurf.


    Da sehe ich den großen Unterschied zu Liss: sie wusste genau, wie sie leben möchte - aber durfte/konnte nicht. Sally würde wahrscheinlich sogar dürfen/können (ihr merkt, ich bin da sehr wohlwollend mit den Eltern - einfach deswegen, weil ich nichts gegenteiliges rauslese), aber weiß nicht, was sie will. Vielleicht auch den Zeiten geschuldet, in denen die beiden aufwachsen. Heutzutage haben Jugendliche viel mehr Möglichkeiten und Freiheiten als früher - aber es ist halt stellenweise sehr schwierig, sich zu entscheiden. Vor allem, da man ja nur einen Ausschnitt der vielen Möglicheiten wahrnimmt.


    Für mich hätte Sally viel früher jemanden gebraucht (z. B. eine "verrückte" Tante), der einen ganz unkonventionellen Lebensstil pflegt, egal ob diese Person dann im Wohnwagen um die Welt reist, als Selbstversorger in der Einöde lebt oder Künstler in einer abgefahrenen Kommune ist. Einfach ein Gegenentwurf zur bürgerlichen Welt, damit sie andere Möglichkeiten aufzeigt, als Elternhaus, Schule und auch Freundeskreis das können. Liss bietet ihr das an.

    Liss hat ja auch psychische Probleme. Da handelt schon mal anders und denkt anders, als einer der da stabil ist. Dass sie ihr einen Spiegel vorhalten will denke ich eigentlich nicht. Es geht wirklich ums fühlen. Hilft es wirklich? Gegen den inneren Schmerz? Verdrängt es die Frustration, die Verzweiflung? Ist der Schmerz da stärker? Das alles kann man nur wissen, wenn man es selbst durch macht.


    Davon bin ich eben nicht ausgegangen (zumindest nicht bis zu diesem Zeitpunkt), sondern dass Liss eine besondere, aber in sich gefestigte Frau ist. Ohne psychische Probleme. Und dann kommt man - zumindest meiner Meinung nach - nicht auf die Idee, auszuprobieren, ob Ritzen das alles bewirkt, was du sehr schön beschrieben hast. Wahrscheinlich fand ich es deswegen so heftig, denn damit hätte ich bei Liss nicht gerechnet!


    Lese-rina Wieso fandest du die Szene im Beinhaus so heftig? Und wieso v.a. auf Liss' Seite? :gruebel

    Da passt dazu, was ich gerade auch über die Ritz-Szene geschrieben habe. Auch im Beinhaus zeigt Liss, dass sie psyschisch labil ist - etwas, was ich eigentlich nicht vermutet hätte. Auffällig finde ich nicht ihre Vorliebe für die alten Knochen (wer schon mal in Wien war, weiß, dass die Wiener den Tod geradezu zelebrieren - da stößt man überall auf Überreste von Verstorbenen), sondern ihre Begründung dazu. "Dass eigentlich nichts wirklich etwas bedeutet, weil alles vorbeigeht." (S. 138). Damit hat sie natürlich prinzipiell recht und in einer der asiatischen Weltreligionen (ich weiß nur nicht mehr ob im Buddhismus oder im Hinduismus) ist diese Loslösung von irdischem Schmerz, aber auch von Freude ein großes Ziel, aber als Lebenseinstellung finde ich diese Haltung trotzdem befremdlich. Wie es mir geht, bedeutet nichts für die Welt, aber für mich alles.


    Auch Sally reagiert ja sehr emotional auf diese Aussage. Soweit wie sie würde ich nicht mal gehen, aber Liss fehlt es doch eindeutig an Lebensfreude - und auch am Lebenssinn, wobei sie dabei ja wieder wunderbar zu Sally passt.


    Bei uns hier in der Psychiatrie helfen Langzeitpatienten auch bei der Garten - und Feldarbeit. Ergotherapie schön und gut, aber eine sinnvolle Arbeit und zu sehen, dass man damit etwas erreicht, ist für psychisch Kranke besser als jedes Medikament.

    Für mich klingt es so, als sei die Arbeit für Sally weitaus mehr als Therapie. Sondern Lebenssinn. Sie wurde in ein Leben hineingeboren, dass sehr weit weg vom "natürlichen Ursprung" der Dinge ist (entschuldigt bitte, mir fällt keine bessere Erklärung ein). Diese Rückbesinnung fehlt ihr, wobei sie wohl nie gewusst hat, dass es ihr fehlt. Brot backen, um etwas zu essen zu haben; Radfahren, um von A nach B zu kommen oder durch den Regen naß zu werden. Ganz handfeste und erdverbundene Erfahrungen, die ihr in ihrem bisherigen, sehr durchtechnisierten Leben komplett gefehlt haben. Sie beschreibt das ja mehrfach sehr schön: die Regengeräusche aus der Stereoanlage als Entspannungshintergrund oder Sport treiben, um fit zu bleiben - aber nicht Bewegung zur Fortbewegung.


    Für mich steckt da sehr viel Gesellschaftskritik drin. Eine Art Warnung: passt auf, dass ihr euch nicht zu weit vom Ursprung entfernt - das ist nicht gut für den Menschen! Kann man so lesen, muss man aber natürlich nicht. :grin


    Zu sagen: die Eltern sind schuld, die haben nicht/zu wenig nachgefragt, finde ich etwas zu einfach. Wie schon geschrieben: Sally wusste selber nicht, wonach sie sucht. Das merkt sie intuitiv erst jetzt, als sie es gefunden hatte. Wie soll Sallys Umfeld da aus ihr schlau werden, vor allem, da sie je extrem agressiv auf alles reagiert? Das Leben von Sallys Eltern und Sallys unbewusste Vorstellungen passen nicht zusammen - sehr schwierig für beide Seiten!

    Das Buch gefällt mir nach wie vor gut, das ja, aber ich finde es trotzdem sehr anstrengend zu lesen. Da ist jedes Wort an seinem Platz, jeder Halbsatz genau abgemessen. Für mich ist das alles etwas zu bedeutungsschwer, zu bemüht, zu perfekt. Mir fehlt eine gewisse Leichtigkeit. Toll finde ich manche Beschreibungen und Ideen, da wird eine ganze Weltanschauung in ein paar spröden Sätzen wiedergegeben.

    Ich denke auch, dass Liss und Sally sich ziemlich ähnlich sind - ganz "normal" ist Liss in ihrem Verhalten ja auch nicht. Besonders krass zeigt sich das m.M.n. in der Szene, wo sie sich ritzt, um mal zu erfahren, wie sich das anfühlt - so ganz rational nachvollziehbar ist diese Aktion ja nicht. Spannend fand ich Sallys heftige Reaktion, fast hatte ich da den Eindruck, sie fühlt sich von Liss verarscht! :gruebel Andererseits wurde hier ja schon sehr deutlich, dass Sally ganz genau weiß, dass Ritzen nichts ist, was man "einfach" so mal ausprobiert, dass es verdammt schmerzhaft ist und nichts, was man normalerweise mit sich macht.

    Es gibt mehrere erschreckende Szenen in diesem Abschnitt (ich würde an der Stelle auch gerne mal die Beinhaus-Szene am Ende erwähnen, die fand ich auch heftig - vor allem auf Liss Seite), aber das mit dem Ritzen fand ich auch mit Abstand am krassesten, da kann ich mich belladonna nur anschließen. Es als "fühlen wie Sally empfindet" kann ich nicht nachvollziehen - als erwachsene Frau sollte sie sich wirklich nicht "des Ausprobierens wegens" selbst verletzen und verstümmeln. Entweder es tut weh und sie schämt sich hinterher, solche einen Blödsinn gemacht zu haben oder sie findet Gefallen daran - dann hat sie aber ein größeres Problem!


    Ich hab mir auch überlegt, ob sie es macht, um Sally einen Spiegel vorzuhalten - denn ihr ist ja durchaus klar, dass es nicht ok ist, sich selbst zu verletzen. Bei der Hühnergeschichte hat Liss das ja auch ganz toll hinbekommen. Aber ob das wirklich ihr Beweggrund war und wenn ja, fände ich es trotzdem sehr heftig!


    Ich denke, mit der Pistole hat es eine besondere Bewandtnis. Aber so als Frau alleine, auch im Wald, ist es vielleicht auch nicht schlecht, eine Waffe dabei zu haben. Vor allem kann sie damit umgehen.

    Ich denke auch, dass es mit der Pistole noch etwas Besondereres auf sich hat. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie "aus Sicherheitsgründen" eine Pistole sparzierenfährt, einen ängstlichen Eindruck macht sie nämlich ganz und gar nicht auf mich. So gefährlich ist es in Deutschlands Wäldern nun wirklich nicht. Und im Übrigen: was hilft ihr die Pistole im Traktor, wenn sie von ihrgendjemanden plötzlich überfallen wird? Kommt sie ja doch nicht ran.

    Für mich ist es übrigens das erste Buch des Autors, das ich lese. hollyhollunder hat mir schon öfter mal von ihm Bücher empfohlen. Ich denke, ich sollte unbedingt noch mehr Bücher von ihm lesen, schon alleine wegen der tollen Sprache.

    Angeregt durch eure Beiträge habe ich nachgeschaut, was der Autor denn noch so alles geschrieben hat und siehe da - ich hab tatsächlich schon einmal ein Buch von ihm gelesen!


    ASIN/ISBN: 3897168138


    Der Duft von Schokolade ist zwar schon einige Jahre her, aber die sehr dichte Atmosphäre kann ich heute noch spüren. Und seltsamerweise ist mir eine Szene (ein Gewitter über einen See) in Erinnerung geblieben - obwohl ich vom Inhalt her rein gar nichts mehr weiß. :grin Soweit ich mich aber erinnere, war das damals auch eine Eulenempfehlung oder sogar ein Wanderbuch.

    Vielleicht bin ich auch nur überempfindlich, weil ich in meiner Jugend eine Bekannte hatte, die mehrfach ausgerissen ist aus Einrichtungen - was jedesmal einen Absturz zur Folge hatte, im besten Fall nur Alkohol, im schlimmsten halt härtere Drogen, einmal auch ein Suizidversuch. Das hätte jemand, der sie kurz nach dem Abhauen kennengelernt hat, auch nicht erwartet.

    Jeder liest Bücher anders, das macht den Austausch darüber ja auch erst interessant. :knuddel1Interessant finde ich ja, wie Sally auf Liss Bedenken, die ja durchaus kommen, reagiert - aber das kommt erst im nächsten Abschnitt. :grin