Beiträge von Lese-rina

    Es ist auf jeden Fall sehr merkwürdig. Der Täter muss schon sehr talentiert gewesen sein, wenn er in so kurzer Zeit den Alten ermorden, das Zimmer verlassen und von außen verschließen und auch noch so geschickt verschwinden will, dass er anschließend - ohne Blutflecken auf der Kleidung und ohne abgehetzt zu wirken - als unbeteiligter Zeuge wieder auftauchen kann!

    Allerdings kann der Mord auch nicht allzu lange her gewesen sein, denn sonst wäre doch ein Teil des Blutes schon eingetrocknet gewesen, oder? Auch wird ja immer wieder die ungeheure Menge Blut erwähnt, die am Tatort vorgefunden wurde... :gruebel

    Ja, die ganze Sache ist extrem merkwürdig! Da passt einiges überhaupt nicht zusammen. Aber einfache Mordfälle würden ja Hercule Poirot nicht gerecht, von daher braucht er (und wir!) doch was zum rätseln! :lache


    Mir ist so einiges durch Kopf gegangen in diesem Abschnitt, ich versuche mal, es zu sammeln:


    Dass mit dem von euch schon extrem knappen Zeitablauf halte ich so auch für unwahrscheinlich. Welcher Täter würde denn noch am Schloss rumhantieren, um die Tür von außen abzusperren, wenn schon der Rest des Hauses auf dem Weg nach oben ist? Nein - das passt nicht. Vielmehr glaube ich, dass die Tür von innen verschlossen wurde und sich der Täter (wenn nicht doch noch eine Tapetentür auftaucht, was ich fast nicht glaube - zu einfach) noch im Inneren des Zimmers aufhielt. Und als das allgemeine Entsetzen und Chaos losging, hat er es geschafft, sich unbeteiligt unter die Gäste zu mischen. Die Spuren am Schloss könnten daher kommen, dass bereits vorher (in Verbindung mit dem Diebstahl???) die Tür von außen geöffnet oder geschlossen wurde.


    Dann das Chaos und das viele Blut. Beides passt ebensowenig zum "schwachen" Opfer. Also entweder waren mehrere Personen beteiligt (die sich dann gegenseitig bekämpft haben) oder die ganze Sache ist eine rießengroße Inszenierung. Wobei ich persönlich momentan zu letzterem tendiere. Doch von wem und warum? Und warum das viele Blut? Ehrlich gesagt hatte ich sogar schon die Idee, dass der alte Mr Lee gar nicht tot ist und das ganze aufführt, um die Reaktionen seiner Familie beobachten zu können und sich insgeheim ins Fäustchen lacht. Würde für mich zu ihm passen. Doch er ist ja wirklich tot und das er seinen Tod so inszentiert - nein, das traue ich ihm dann doch nicht zu.


    Ich denke irgendwie, dass der Schrei und so fingiert waren.



    Ob der Mord schon früher passiert ist und das Chaos erst hinterher angerichtet wurde, um Spuren zu verwischen und dem Täter Zeit für ein Alibi zu geben... ich weiß nicht, ich weiß nicht... :gruebel Allerdings würde sowas natürlich sehr gut zu Agatha Christie passen!


    Diese Idee hatte ich auch schon. Allerdings hast du natürlich recht, wenn du schreibst, solange kann der Mord noch nicht her sein, da sonst das Blut eingetrocknet wäre. Aber den Mordzeitpunkt zu verschleiern ist ja ein beliebtes Mittel, um sich ein Alibi zu verschaffen. Dann wäre der Schrei natürlich auch gespielt. Da hatte ich zunächst schon Horbury im Verdacht - aber er hat ja wohl ein wasserdichtes Alibi und war auch nicht da, um den Schrei und das Gepolter zu inszenieren. Hmmmm ....


    Diese ganze Diebstahlgeschichte ist ja auch sehr merkwürdig. Da hab ich zwei Hauptverdächtige (unabhängig vom Mord): Horbury - wegen seiner Angst vor der Polizei und weil er die Möglichkeit hatte und Pilar. Auch sie hatte eine perfekte Möglichkeit und da (zumindest zu diesem Zeitpunkt) sie nicht davon ausgehen konnte, nach Lees Tod irgendwas zu bekommen auch ein perfektes Motiv.

    Apropos Garten, da ist mir eben noch was eingefallen: Lydia hat doch diese Themen-Boxen, die sie entlang der Terrasse gestaltet, wäre das nicht ein ideales Versteck für die Diamanten? :gruebel D


    Übrigens glaube ich auch nicht, dass Diebstahl und Mord in unmittelbarem Zusammenhang stehen, da könnte es sich durchaus auch um 2 verschiedene Täter mit unterschiedlichen Motiven handeln...

    Die Idee mit dem Garten finde ich sehr interessant! Irgendwas muss dieses ausgefallene Hobby ja zum Fall beitragen. :grin


    Ich denke auch, dass Diebstahl und Mord zwei unterchiedliche Verbrechen mit unterschiedlichen Tätern sind. Wobei ich es Christie auch durchaus zutrauen würde, dass der Mord von mehreren Personen begangen wurde - das verkompliziert natürlich alles nochmal!


    Auch sonst bleibt noch einiges unklar z. B. warum sich Alfred und Harry so gar nicht ausstehen können und warum Harry damals sein Elternhaus verlassen hat. Aber das muss nichts mit dem Fall zu tun haben.


    Belladonna schrieb:
    660-82cac008e4b4ff54c5574f6f898870d50eb279c9.jpg dyke schrieb: Und warum meint jeder, dass Stephen Farr Harry zum Verwechseln gleicht? Ist er ein unehelicher Sohn des Alten?


    Hier ist allerdings wirklich etwas äußerst mysteriös - ich glaube nicht, dass es sich hier um einen Zufall handelt. Vielleicht hat Simeon seinerzeit dem guten Ebenezer tatsächlich Hörner aufgesetzt und Stephen ist sein unehelicher Sohn? :gruebel Das würde dann auch erklären, warum er die Lees gezielt aufgesucht hat.

    Das glaube ich mittlerweile, schließlich wird die erstaunliche Ähnlichkeit öfters angesprochen. Sicher kein Zufall - also auch noch ein "verlorener" Sohn. Die Frage ist nur, ob Stephen das dann auch weiß.


    Nightflower : Verdacht also mehr als Genüge. :lache Am ehesten sehe ich momentan Magdalene in der Rolle der Mörderin: zum einen hat sie oder ihr Mann bewusst gelogen (wobei ich seiner Erklärung eher Glauben schenke), zum anderen hat sie wohl mit am meisten zu verlieren. Und Hass genug hat sie wahrscheinlich auch. Wobei mir gerade noch eine Theorie einfällt :lache (ich rate halt zu gerne): Magdalene hat was mit dem weltgewandten Charmeur Harry (schließlich passt George, der langweilige Knauserer eh nicht zu ihr). Der bringt den alten Mr Lee bereits vorher um und hat zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt ein Alibi - seinen verhassten Bruder. Magdalene gibt vor zu telefonieren, schleicht nach oben, öffnet die Tür von außen (die Harry vorher von außen versperrt hat), schließt von innen ab, macht Chaos, Gepolter und Schrei, versteckt sich, bis alle kommen, gesellt sich zur Gruppe und tut ganz geschockt. Ha - Fall gelöst! :) Oder vielleicht doch nicht???

    Wie ihr ignoriere ich einmal die "alten" Kommentare und habe mir jetzt nur die neuen durchgelesen.


    Ja, das sind schon eine Menge Verdächtiger, die uns da präsentiert werden und ein Motiv ist bei allen gleich: Geld. Aber ich nehme an, dass sich Mrs Christie da noch was besseres einfallen lässt.


    Ich könnte mir gut vorstellen, dass in Südafrika damals irgendwas zwischen Stephens Vater und dem alten Mr. Lee passiert ist, entweder hat er ihn geschäftlich über den Tisch gezogen oder was mit seiner Frau gehabt, dann wäre Stephen eventuell auch sein Enkel... :gruebel

    Auf die Idee mit der Verwandschaft bin ich nicht gekommen - das ist aber eigentlich naheliegend! Dann gehört er doch auch zur Familie! Wobei er ja dann sein Sohn wäre, oder?


    Was noch wahrscheinlich ist (es könnte natürlich auch gut und gerne beides zutreffen): Lee und Stephans vermeintlicher Vater sind aneinandergeraten (vielleicht bei der Aufteilung der Diamanten?). Dann wundert mich aber der freundliche Empfang von Stephen.


    Der einzige Nicht-Verwandte ist woh Stephen, er ist der Sohn von Simeons altem Kumpel Ebenezer aus Südafrika, richtig? Ist er eigentlich auch auf Einladung von Simeon da?

    Für mich ist Stephen unerwartet da, die angekündigten zusätzlichen Gäste sind Pilar und Harry.


    Pilar wirkt auf mich auch alles andere als unschuldig, sondern ziemlich durchtrieben. Die Richtung, die das Gespräch zwischen Stephen und ihr während der Zugfahrt nimmt, fand ich doch etwas gruselig. Kein beliebiger Small-Talk.


    Die beiden Diener würde ich persönlich jetzt mal aus der Liste der Tatverdächtigen herausnehmen (keine Motive) - aber wissen kann man es natürlich gar nicht!!!


    Noch was anderes: Ich finde den Schreibstil schön. Fast wie Regieanweisungen für ein Theaterstück. Man könnte das Ganze nahezu 1 : 1 nachspielen, dazwischen immer wieder ein Szenenwechsel. Und jedes Mal wird genau beschrieben, wo es ist und wer was tut - auch Kleinigkeiten. Dazu die ausgefeilten Dialoge. Das habe ich so schon lange nicht mehr gelesen und finde es einfach entspannend. :grin

    Zurück aus Lyaskye kann ich nur feststellen: der literarische Ausflug dorthin hat mir viel Lesespaß bereitet, auch wenn ich der angepeilten Zielgruppe schon einige Jahre entwachsen bin.


    Dank der bildhaften Sprache fiel es mir leicht, mir Lyaskye und seine Geschöpfe detailliert vorzustellen. Das Kopfkino lief immer mit. Dazu kommen die wirklich spannenden Geschehnisse von Mailin in Lyskye, die eine längere Lesepause nahezu unmöglich machten. Ein sehr kurzweiliges und anschauliches Buch. Gerade am Anfang ist mir aufgefallen, dass es zudem sehr mitfühlend geschrieben ist. Ich war sofort drin in der Geschichte.


    Mailin, die junge Hauptperson, die es so ganz unerwartet nach Lyaskye verschlägt, fand ich sehr gelungen. Sie ist genau die richtige Mischung aus Kämpferin und Träumerin. Ihre Handlungen fand ich zwar nicht immer alle gut, sie sind aber stets nachvollziehbar und authentisch. Eine tolle Hauptperson, wobei auch alle anderen Protagonisten detailliert und sehr plastisch geschildert werden, so dass sie ihre eigene Stimme bekommen.

    Eigentliche Zielgruppe sind zwar Jugendliche, doch auch erwachsene LeserInnen werden sich in Lyaskye wohlfühlen. Für mich persönlich hätten es durchaus noch mehr Hintergrundinformationen zu Lyaskye und seiner Einzigartigkeit sein dürfen – so erschließt sich die Fantasywelt leider nur sehr oberflächlich. Für mich auch der Grund, warum ich „nur“ acht von zehn Eulenpunkten vergebe.


    Zwei Sachen möchte ich noch lobend erwähnen: zum einen die tolle und sehr hochwertige Ausstattung des Buches - Lesebändchen, geprägter Umschlag und eine sehr hilfreiche Karte auf den inneren Umschlagsseiten. Zum anderen den passenden Abschluss des ersten Teils. Zwar ist klar: die Geschichte ist noch nicht vorbei, da muss noch was kommen, doch dieses Buch endet mit einem klaren – und für mich durchaus annehmbaren – Schluss.


    Fazit: Ein wirklich schönes Fantasybuch mit einer tollen Sprache, packenden Geschehnissen und lebendigen Protagonisten, das die LeserInnen in die fremde Welt Lyaskye entführt. Ich persönlich hätte mir noch Details von dieser unbekannten Welt gewünscht, aber das ist ein sehr subjektiver Eindruck.

    Das Geheimnis von Shadowbrook, Susan Fletcher

    Insel-Verlag, 1. Auflage Berlin 2019, Hardcover

    Aus dem englischen übersetzt von Marieke Heimburger

    Originalausgabe 2018 House of Glass, Virago Press London


    ASIN/ISBN: 3458178163


    Inhaltsangabe (Buchrückseite)

    Die junge Botanikerin Clara Waterfield wird 1914 aus London auf ein Anwesen nach Gloucestershire gerufen, um dort ein Palmenhaus einzurichten. Sie findet einen üppigen, verwunschenen Garten vor - doch das clematisbewachsene Haus und sein Hausherr, Mr Fox, scheinen etwas zu verbergen. Je tiefer Clara sich in die Geschichte Shadowbrooks verstrickt, desto mehr sieht sie sich mit ihrer eigenen konfrontiert ...


    Ein fesselnder Roman um eine unerschrokene junge Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist, ein atmosphärischer, bildreicher Pageturner am Vorabend des Ersten Weltkriegs - aber auch ein Roman über das, was von uns bleibt.


    Die Autorin und die Übersetzerin (Buchklappentext)

    Susan Fletcher wurde 1979 in Birningham geboren und lebt in Stratford-upon-Avon. Sie hat mehrere Romane geschrieben, gleich für ihren ersten, Eve Green, erhielt sie 2004 den Whitbread First Novel Award. Auf Deutsch erschien neben Eve Grenn 2007 ihr Roman Austernfischer.


    Marieke Heimburger studierte in Düsseldorf "Literaturübersetzen" für Englisch und Spanisch. Seit 1998 übersetzt sie aus dem Englischen, seit 2010 auch aus dem Dänischen. Sie war mehrfach Stipendiatin des Deutschen Übersetzerfonds und erhielt merhere Förderungen von der dänischen Kulturbehörde.


    Meine Meinung

    Ein tolles, ganz besonderes Buch, in dem eine junge Frau nach der Wahrheit sucht und im Laufe des Buches wesentlich mehr als diese findet. Sie bekommt einen viel weiteren Blick auf sich selbst und das Leben.


    Clara Waterfield ist eine ganz besondere Protagonistin. Sehr gebildet, aber absolut ungeübt im Umgang mit Mitmenschen, da sie durch eine Krankheit während ihrer Kindheit ihr Elternhaus nicht verlassen konnte. Sie ist eigenwillig, unkonventionell und sehr direkt. Eigenschaften, die am Vorabend des 1. Weltkrieges bei einer Frau nicht gern gesehen wurden, doch gerade deshalb geht sie ihren ganz eigenen Weg. Mich hat Clara mit ihrer frischen Herangehensweise und dem Hinterfragen von allem, was ihr begegnet, begeistert und von Anfang an in den Bann gezogen.


    Ich-Erzählerin Clara kommt durch ungewöhnliche Umstände auf ein ländliches Anwesen im südlichen England, in dem es spucken soll. Naturwissenschaftlich gebildet wie sie ist, will sie dieses Phänomen möglichst schnell aufklären. Es passiert so einiges, was Clara ihre vorgefassten Meinungen überdenken lässt. Im Laufe des Buches wandelt sich ihre Einstellung und diese Entwicklung fand ich sehr nachvollziehbar und glaubwürdig. Für mich steht im Mittelpunkt des Buches Clara und ihr Erleben, die Geschehnisse in Shadowbrook, so der titelgebende Name des Anwesens, sind nur der Aufhänger dafür.


    Das Buch ist ein eher stilles Buch, es lebt vor allem von den detailliert gezeichneten Personen und ihren Dialogen. Mich hat dieser Schreibstil überzeugt, denn ganz unaufgeregt, aber trotzdem sehr fesselnd, mitreißend und kurzweilig wird von den Geschehnissen auf Shadowbrook und Claras Erlebnissen erzählt. Begeistert hat mich die ländliche, sehr englische Landhausatmosphäre kurz vor dem 1. Weltkrieg, die sehr gut transportiert wird.


    Fazit: Ein ganz tolles Buch, das ich mit großer Begeisterung gelesen habe. Ohne große Action, aber mit viel Gefühl, erzählt es vom Wachsen einer starken Persönlichkeit. 9 Eulenpunkte und eine große Leseempfehlung für alle, die an Menschen und nicht an Handlungen interessiert sind.

    Ich hab auch noch eine Frage, die mich verfolgt, seit ich das Cover zum nächsten Band gesehen habe: hat es einen Grund, warum Mailin (ich nehme doch mal an, dass sie es auf dem Cover ist) im 2. Band die Augen zu hat?

    Ich glaube, ich weiß es :flieger. Also wer da mit dem Lied usw. Heute Nacht hatte ich einen Gedankenblitz :lichtund da passt wirklich alles zusammen. (Kann natürlich sein, dass ich damit genauso falsch liege wie mit der Vermutung Liam = Chris, aber egal - Hauptsache Miträtseln8o).


    Durch die ganze Rätselei steigt bei mir die Vorfreude! Habe ich gestern noch geschrieben, so lang sei es ja nicht, ist es mir heute entschieden zu lang! :lache Schließlich will ich ja wissen, ob meine Vermutung zutrifft, wie das zustande gekommen ist und wie es jetzt weitergeht ....

    Liams Pläne waren eine PLAGE zum Schreiben. Echt. Denn ja, natürlich hätte er nie davon ausgehen können, dass alles so Rädchen für Rädchen ineinander greift.

    Daher gab es eine riesen Zahl an Alternativplänen. Und ich war die Blöde, die die alle machen mussten :pille


    Meine Lektorin war auch der Meinung, dass Mailin Liam zu schnell verzeiht. Andererseits benutzt Mailin auch Menschen, um ihr Ziel zu erreichen (Nathaniel z.B.), daher wäre es mir total heuchlerisch vorgekommen, wenn sie einen Aufriss veranstaltet hätte für etwas, das sie selbst in ähnlicher Lage legitim findet. Außerdem hat sie ja nun auch sehr wenig Zeit für eine Grundsatzdiskussion. :saint:

    Ich kann mir schon vorstellen, dass die Pläne furchtbar zum Austüfteln waren. Sind ja schon schwierig zum Nachvollziehen und wir haben jetzt nur das Endergebnis, nicht die ganzen Zwischenschritte. :schnellweg


    Trotzdem - da hat Liam extrem hoch gepokert (auch, aber nicht nur um sein Leben). Für mich sind da zu viele Unbekannte im Spiel, um das so wirklich befriedigend zu finden. Aber lassen wir Liam seinen Plan - er ist wohl ein Spieler ;). Für mich macht ihn das aber ein ganzes Stück weniger sympathisch, ich mag keine so berechnenden Menschen, die andere wie auf einem Spielfeld hin- und herbewegen.


    Natürlich hast du recht, wenn du schreibst, Mailin benutzt auch andere Menschen und das Hintergehen von Nathaniel ist alles andere als schön. Für mich aber ein großer Unterschied, ob ich denjenigen, den ich da so "misbrauche" liebe oder nicht. Etwas Ehrgefühl sollte ja doch noch bleiben! Ich glaube nicht, dass Mailin Liam bewusst in so große Gefahr bringen würde, um Vicky zu retten. Für große Diskussionen bleibt natürlich keine Zeit, aber dass diese Aktion so gar nichts bei Mailin hinterlässt, wundert mich schon. Ihre Liebe muss unendlich sein und das finde ich in Kombination mit seiner anscheinend nicht so starken Liebe problematisch.

    Mir erging es damit sehr ähnlich. Und je länger ich gelesen habe, umso unsicherer wurde ich, wen ich lieber mag: Liam oder Nathaniel. Zu Beginn war ich ganz klar im "Team Liam" und Nathaniel mochte ich nicht so richtig. Aber auch wenn seine tief verankerte Ergebenheit Lyaskye gegenüber (und was er bereit ist dafür zu tun bzw. zu opfern) schwer verständlich ist, hat er doch seine loyale, intelligente und einfühlsame Seite gezeigt. Gerade wie er sich um Vicky gekümmert hat - ja, da hat er sich schon ein bisschen in mein Herz geschmuggelt. :schuechtern

    Da gehts mir jetzt wie Ayasha: jetzt bin ich mir gar nicht mehr so sicher, wer vorne liegt. Nathaniel ist loyal, bis zur Selbstaufgabe - eine sehr seltene Einstellung. Mailin hat sich entschieden und ich nehme stark an, sie wird diese Meinung auch nicht mehr ändern. Wäre ganz Jugendbuchuntypisch. :lache Ein Schatten bleibt für mich aber auf ihrer Beziehung - wahrscheinlich ganz gut, dass sie sich jetzt erstmal eine Weile nicht sehen! :grin

    Das klingt gar nicht so schlimm :grin


    88 x schlafen (außerdem sind es ja schon wieder ein paar Tage weniger) klingt schon erstmal viel, aber ich bin sicher, ruckzuck ist die Zeit rum und wir sehen uns in Lyaskye wieder. Oder zunächst mal in Irland - ich bin ja schon gespannt, wie Mailin wieder nach Lyaskye kommen will, denn Nathaniel kann ja auch nicht mehr zurück. Ich vermute mal, Lyaskye versinkt im Chaos und ein weiterer Weltenspinger wird ausgesandt, um Mailin zurückzuholen. Oder es hat was mit Mulles Spoilern zu tun ... :/

    Mulle Bei deinem zweiten Spoiler ging ich eigentlich schon davon aus, dass es an einem Bann liegt. Wäre in meinen Augen eine durchaus angebrachte Sicherheitsvorkehrung. Wobei er davon dann eigentlich auch wissen sollte... Aber Mailins anvisiertes Ziel sollte ja auch ganz woanders sein.

    Das habe ich mir ziemlich einfach erklärt: Mailin wehrt sich mit Händen und Füßen gegen dieses eigenartige Gefühl. Sie kämpft. Und es wird ja immer wieder betont, dass sie eine Kämpferin sei. Und für mich war dieser Kampf Grund genug, dass Nathaniel sie "loslassen" musste und sie völlig ungeplant in den gierigen Wäldern landet.

    Ich habe dich mit eingetragen als Mitleser:wave

    Wirklich abstimmen kannst du aber nicht, die Regeln, die entstanden sind, weil es in vergangenen Jahren immer mal wieder ...nun, schweige ich mal.:grin


    Sollten durch deine Stimmen zuviel LR genug Stimmen zustande kommen, behalte ich mir vor, ja was eigentlich:grin...Wir werden sehen!

    Super :thumbup:danke!


    Dann schauen wir einfach mal ... und werden sehen. :lache

    So, jetzt bin ich (leider) auch wieder zurückgekehrt aus Lyaskye. Bei mir hat sich das mit dem Heimkehren dann doch noch hingezogen, zum einen wegen zu wenig Lesezeit, zum anderen wusste ich - wie Mailin - nicht so wirklich, ob ich jetzt schon Lyaskye verlassen will oder nicht. :lache

    Schön finde ich auch, dass du den ersten Band an einer relativ ruhigen Stelle beendet hast.


    Das Ende fand ich absolut klasse, das hast du für mich ausgezeichnet hingekriegt Mulle . Zum einen hat der Teil einen (zumindest vorläufigen) Abschluss, was ich wie Ellemir immer ganz wichtig finde! Für mich wars ganz folgerichtig, dass Mailin (erstmal) nach Irland zurückkehrt. Alles andere wäre mir zu schnell gegangen. Schließlich ist ihr großes Ziel fast das ganze Buch lang, möglichst schnell mit ihrer Schwester zurückzukommen - ein plötzlicher kompletter Sinneswandel hätte da für mich nicht gepasst. In sechs Monaten kann das natürlich schon wieder ganz anders aussehen. :grin


    Es muss doch noch Stoff für den zweiten Teil bleiben. Ich hoffe da sehr drauf, dass Mulle mit den beiden ein Einsehen hat.

    Ich kann mich nur noch nicht entscheiden, ob die beiden in Irland oder in Lyaskye leben sollten :gruebel

    Ich finde es gut, dass einige Fragen offenbleiben, die dann erst später geklärt werden. Bei Sabines Anmerkung nehme ich stark an, dass in der Zukunft wohl in Lyaskye bleiben, zum einen braucht Lyaskye sicher wieder eine Königin, zum zweiten kann ich mir Liam in der modernen Welt nur schwer vorstellen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er hier glücklich würde.


    Am Ende kehren Mailin und Vicky also mit Nathaniel zurück in ihre Welt. Was dann wohl aus Lyaskye wird?


    Ich bin ja mal auf den nächsten Band gespannt, Irgendwie ist die Geschichte ja noch nicht zu Ende und mich interessiert es schon, wie es in Lyaskye denn weitergeht.

    Für Lyaskye befürchte ich zunächst mal Schlimmes. Es wurde ja mehrfach, von verschiedenen Seiten, angesprochen, dass es ohne eine Königin wohl zum Krieg mit den Nachbarstaaten kommen wird. Und wenn Cassian ganz alleine schalten und walten kann =O Keine guten Voraussetzungen also (aber Mailin braucht ja auch starke Gründe, um freiwillig zurückzukehren).


    Ich freue mich auch schon sehr auf den zweiten Band. Wird es denn voraussichtlich wieder eine Leserunde geben? Mit euch hat das ja noch viel mehr Spaß gemacht! :knuddel1


    In dem Zusammenhang unklar bleibt mir aber Nathaniel. Ich verstehe, dass er seinen Königinnen treu bleiben will - aber er verrät damit sein Land. Auch die Liebe ist da für mich zu wenig Erklärung. Da bleiben bei mir einige Fragezeichen zu seiner Motivation.

    Und hoffentlich bekommt Nathaniel auch ein Mädel ab - so rührend wie er sich um Vicky kümmert wären die zwei ein schönes Paar. :love:

    Das hoffe ich auch sehr! Er hätte es auf jeden Fall verdient. Vicky muss es für mich nicht unbedingt sein, meine Favoritin für ihn wäre immer noch Alys - vielleicht überlegt sie es sich ja in der Zeit, in der er ganz weg ist, anders. ;)



    Ich hatte ja doch gedacht, dass die Verbindung der Königin zu Lyaskye irgendwie auf Gegenseitigkeit beruht und auf "Augenhöhe" stattfindet, diese Art der Verbinung ist einfach nur gruselig, wirklich wie ein Parasit.

    So negativ fand ich diese ganz einzigartige Verbindung nicht. Eher wie ein großes Geschenk - das aber auch seine Schattenseiten hat. Aber Lyaskye hat sich ja auch zurückggezogen, als sie den Widerstand Mailins gespürt hat und hat Mailin wieder die Herrschaft übernehmen lassen. Von daher finde ich es durchaus ausgewogen - vor allem lernen sich "die beiden" ja erst kennen und müssen sich sicher aufeinander einstellen.


    Ich war total froh, als endlich diese besondere Verbindung "spürbar" wurde. Gefühlt viel zu lange musste ich auf etwas "magisches", "besonderes" warten. Die Szenen, als Mailin als "Gefangene" Cassians im Palast ganz miserabel behandelt wird, fand ich sehr schwer zu lesen. Vor allem wegen der (für mich unnötigen) Grausamkeit, aber auch weil sich Lyaskye da viel zu "weltlich" anfühlt. Da ging es rein um Machtspielchen, vom Zauber und der Besonderheit Lyaskyes war da ja leider gar nichts zu spüren. Zum Glück wurde ich danach entschädigt. :grin


    Mir auch zu übertrieben war die ganze Planerei Liams. Er konnte doch nie und nimmer damit rechnen, dass dieser Plan aufgehen würde! Oder sind wir alle wirklich so berechenbar? Für mich sind da viel zuviele Unbekannten im Spiel, als das das wirklich so voraussehbar gewesen wäre. Wenn ich Mailin wäre, wäre ich ganz schön sauer! :schlaegerUnd zutieft verletzt. Aber sie verzeiht ihm alles. <3


    Wobei ich am Ende den Eindruck hatte, dass hinter dem Versprechen aus dem Buch mehr steckt als nur ein romantischer Text. Zumindest war es Liam ja zunächst gar nicht recht, dass Mailin diesen Schwur spricht - da bin ich wirklich mal gespannt ob und wie sich das auswirkt. Ich kann mir gut vorstellen, dass Mailin da mehr anrichtet, als ihr bewusst ist.


    Jetzt werde ich mir mal überlegen, ob ich die Spoiler lesen möchte und dann natürlich mir Gedanken über die Rezi machen. Das finde ich momentan noch etwas schwer, aber ein paar Tage Abstand helfen da oft ganz gut.