Beiträge von Lese-rina

    Hinweis an Batcat Mein Beitrag spoilert gewaltig, wenn man das Buch noch nicht gelesen hat. Solltest du es also ohne großes Vorwissen lesen wollen, dann überspring lieber mal das hier!


    So, jetzt wissen wir also mehr. Die Figuren sind Teil einer (zweitklassigen) Fernsehserie und erleben deswegen so abstruse Abenteuer. Außerhalb der Aufnahmezeiten können sie - nach der Logik des Buches - anscheinend so agieren wie sie wollen. Und unsere Statisten wollen ihren voraussichtlichen Serientod vermeiden und deswegen in die Vergangenheit reisen (was sie aber nur mit einem Star der Serie schaffen, denn nur er setzt die Gesetzte der Physik außer Kraft), um ihre eigene Serie abzusetzen. :/ Alles klar. Ich weiß, ich sollte nicht über nachdenken, es ist gewollter Unsinn, trotzdem versucht mein Gehirn immer wieder, es in eine zumindest buchlogische Form zu bringen. Dann gehts mir regelmäßig gefühlt so: :konfus.


    Mittlerweile gaukelt mir das Buch aber tatsächlich einen Film vor und ich "sehe" die Szenen in meinem Kopf. :lacheDann passen auch die völlig unvorhersehbaren Situationswechsel. So ist auch der Schreibstil einigermaßen erträglich, wobei ich Ellemir s Aussage aus dem letzten Abschnitt voll und ganz unterschreibe: Parodie muss doch nicht zwingend schlecht geschrieben sein. Die hanebüchene Story hätte mir vollauf gereicht, verbunden mit DEM Schreibstil kann mich das Buch nicht wirklich packen.


    Jetzt also auch noch eine Zeitreise, wobei ich ja froh bin, dass es nicht mit den Außeneinsätzen so weitergeht ... Das hatte ich ja schon befürchtet und ein Toter nach dem anderen - nein, das möchte ich wirklich nicht lesen. Lieber dann so, wobei ja auch die Frage ist, wie viele heil zurück kommen, nachdem ein "Star" dabei sein muss. Und es stellt sich gerade nach der "zufälligen" perfekten Gelegenheit, an ein Shuttle zu kommen, für mich die Überlegung, ob unsere Protas wirklich eigenständig agieren oder doch innerhalb der "Story" ihren Part "spielen". Ob sich Jenkins wohl in Wirklichkeit als DER Drehbuchschreiber entpuppt? Schließlich leiert er im Hintergrund so einiges an. :/


    Aber: lieber nicht zu viel darüber nachdenken. Siehe oben! :lache

    Dass sich die Protags nur mit Nachnamen anreden, finde ich nicht ungewöhnlich. Wenn ich mal an Star Trek denke: die reden sich doch auch nur mit Rang und/oder Nachname an...

    Du hast vollkommen recht: nicht ungewöhnlich und gerade hier auch passend. Nur ich tue mich halt hart damit (generell, nicht nur hier), ich kann mir unter Maia, Andy, Finn, Jimmy und Hester weitaus besser Personen vorstellen als unter Duvall, Dahl, Hanson und keine Ahnung (ich hab zugegebenermaßen ein Problem mit Namen :rolleyes:). Und es geht ja nicht nur um gegenseitiges Anreden - Vor- und Nachnamen werden auch im Erzähltext komplett durcheinander genutzt.


    Ellemir Ich kanns nachvollziehen. :( Es lässt sich zwar leicht und schnell lesen, aber der sehr simple Schreibstil ist schon arg nervig. Ob das Absicht war?

    Beim Lesen habe ich mich fast den ganzen Abschnitt gefragt, ob mich der Autor mit dem Buch verarschen will. Das ging schon beim Prolog los: borgovianische Landwürmer mit routierenden Kiefern (hat da jemand zu viel Dune geschaut?) und Führungspersonal, das auf dem Felsen hockt und bedauert: ach mei, wir haben die bösen Landwürmer vergessen, die jetzt unsere Mitarbeiter auffressen. Häh??? Ich war ja fest überzeugt, das ganze ist eine Simulation und wird irgendwann aufgelöst aber nein - das ist die Realität im Buch! :bonk


    So gehts weiter, ganz zu schweigen vom unterirdischen Schreibstil (es juckt mich in den Fingern, um zu zählen, wie oft auf einer Seite "sagte" auftaucht) und den völlig unglaubwürdig hölzernen Dialogen. Abgesehen davon nervt es mich, wenn Protagonisten mit dem Nachnamen genannt werden - darunter kann ich mir nichts vorstellen. Irgendwann war ich dann dermaßen genervt, dass ich nachgeschaut habe, was das überhaupt für ein Buch ist (mein Verdacht war ja ein aufgemotzter 80er Groschenroman).


    Dabei gab es dann mehrere Überraschungen für mich:

    Will mich der Autor vielleicht nicht verarschen, sondern wollte gar keinen "ernstzunehmenden" SF schreiben? Sondern einfach das Genre verarschen? Mit diesem Hintergrundwissen las sich das Buch für mich wesentlich angenehmer - ich habe die Seltsamheiten, unlogischen Handlungen und Aktionen und den Schreibstil einfach ausgeblendet. Schnell lesen lässt sich das Buch ja und - sobald ich mich zu ärgern aufgehört habe - auch entspannt, mein Gehirn hat ja Pause :grin. Und ein bisschen spannend war der Außeneinsatz ja schon.

    Klar kann man seine Mails per Smartphone erhalten. Aber gerade ältere Menschen machen es nicht.

    Na dann zähl ich mich mal zu den älteren Menschen :alter. Oder zu den jüngeren, die abwägen, welche Technik welche Vor- und welche Nachteile mit sich bringt. Und im Sinne von Selbstfürsorge sehe ich nicht ein, warum ich jederzeit Mails empfangen soll. Nicht alles was man „kann“ muss man auch tun.

    Ich schließe mich baro mit Mädchen, Frau etc von Bernardine Evaristo an.


    In einer ganz eigenen Sprache erzählt die Autorin die Lebensgeschichte schwarzer Frauen in England. Dabei knüpft sie feine Verbindungen zwischen den einzelnen Schicksalen und verbindet sie dadurch zu einem wunderbaren Roman. Immer kurzweilig und überraschend ließ mich die Autorin über meinen Tellerrand hinausblicken und hat so mein Erleben deutlich bereichert.


    ASIN/ISBN: 3442771870

    Matrix von Lauren Groff


    ist für mich der eindeutige Gewinner in dieser Kategorie. Ich fand es faszinierend, wie in einer (tatsächliche, aber fiktiv ausgeschmückte) Geschichte einer historischen Frauenpersönlichkeit aus dem Mittelalter ganz aktuelle Themen aufgegriffen werden. Feminismus, die Frage nach Macht, Gemeinschaftssinn und vieles mehr spielt eine Rolle, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Dazu kommt eine ganz besondere Sprache, die zwar nüchtern, gleichzeitig aber auch poetisch ist. Hat bei mir lange nachgehallt.


    ASIN/ISBN: 3546100379

    Der Untertitel des Buches “Aufbruch in die Welt der Kunst” trifft den Inhalt sehr gut. Wir begleiten im Glasgow des Jahres 1892 Olivia, die sich in die Welt der Kunst aufmacht, dort viele Begegnungen (auch mit historischen Persönlichkeiten) hat, Freunde findet und ihre ersten positiven wie auch negativen Erfahrungen mit dem Kunstbetrieb macht. Das alles ist sehr kurzweilig und unterhaltsam geschrieben, so dass mir das Lesen großen Spaß gemacht hat. Lehrreich ist es außerdem, da ich nicht nur viel über die Glasgow School of Art und ihre Künstler, sondern auch über Glasgow und das Leben dort – gerade der ärmeren Schichten – erfahren durfte.


    Der zeitliche Rahmen erstreckt sich über mehrere Jahre und so können manche Entwicklungen nur im Zeitraffer dargestellt werden. Trotzdem lebt das Buch von vielen liebenswerten Details wie die anschauliche Schilderung der Teesalons von Miss Cranston. Etwas irritiert haben mich aber gerade anfangs die kurzen Kapitel, kaum in der Szene angekommen, was sie auch schon wieder zu Ende. Da hätte ich mich gern länger „festgelesen“.


    Es ist ein eher ruhiges Buch, wir dürfen Olivia und ihrer Kunst beim behutsamen „Wachsen“ zusehen. Spannung kommt erst im letzten Viertel auf, als sich Olivia beweisen muss. Überhaupt ist Olivia eine starke Persönlichkeit, bei der man sehr schön eine deutliche Entwicklung sieht. Ich mochte sie, vor allem, wie sie für ihre Ziele einsteht.


    „Aufbruch in die Welt der Kunst“ trifft aber auch für mich persönlich zu. Das Buch hat mich angeregt, mir verschiedene Gedanken rund um das Thema Kunst zu machen, über den Begriff „Kunst“, über Design, über Alltagskunst… Ich schätze Bücher, die so etwas anstoßen.


    Fazit: Ein unterhaltsames und anregendes Buch, das zudem viele historische Fakten vermittelt und zu verschiedenen Gedanken rund um das Thema Kunst einlädt. 8 gute Eulenpunkte (von zehn).

    Ein ganz einzigartiges und eigenes Fantasy-Buch, das mir wegen seiner Besonderheit gut gefallen hat. Es ist überhaupt nicht vorhersehbar, so dass ich immer wieder (im positiven Sinn) vom Fortgang der Handlung überrascht wurde. Ich mochte es gerne, denn das Buch hat einen ganz eigenen, besonderen Ton.


    Auch wenn es ein paar actionreiche Szenen gibt, ist es eher ein ruhiges Buch. Bei mir hat aber gerade das die Leselust entfacht und ich habe es schneller gelesen als die meisten meiner Bücher. Wir begleiten Thaniel, einem Telegrafisten bei der Regierung, im London des Jahres 1883. Die Atmosphäre und das Alltagsleben des viktorianischen Zeitalters fand ich dabei sehr gut eingefangen und dem Nachwort konnte ich entnehmen, dass es den Großteil der beschriebenen Ereignisse tatsächlich gab. Von daher viel historischer Roman mit einem kleinen Anteil Fantasy, da es zumindest anfangs um die Aufklärung eines Verbrechens geht auch Krimi und natürlich ein Anteil Liebe – für mich ein gelungener Genremix!


    Ungewöhnlich empfand ich auch die Art, wie die Geschichte erzählt wird. Es wird konsequent nichts erklärt, so dass ich mir als Leserin den tieferen Sinn der Handlungen und Dialoge selbst erschließen musste – aber auch durfte! Oft wird ja alles vorgekaut, das war hier überhaupt nicht so und von daher erfrischend anders. Vielfach waren es Kleinigkeiten, ein Blick oder eine Handbewegung, die wichtig waren und so erforderte das Buch konzentriertes Lesen. Ich gebe gerne zu, dass ich nicht alles zuordnen konnte, weiter gestört hat das aber nicht.


    Fortsetzung? Ja gerne, :) wobei das Buch abgeschlossen ist und perfekt alleine stehen bleiben kann.


    Fazit: Eine sehr ungewöhnliche, unvorhersehbare Geschichte im viktorianischen London, auf die man sich aber einlassen muss. Mir hat sie gut gefallen und so gibt es 8 von 10 Eulenpunkten.

    Hier sollte das stattfinden, was off-topic, also durchaus, wann es einen neuen Leo Wechsler gibt oder was sonst noch so ansteht in nächster Zeit und worauf wir uns freuen können.

    Diese Frage darf in einer Leserunde mit toller Autorin auf keinen Fall fehlen: gibts schon Ideen/Pläne/Manuskripte/ ... für das nächste Buch? Darfst/kannst/willst du über dein nächstes Buchprojekt schon etwas sagen Susanne Goga ?

    Im letzten Abschnitt ändert sich das Tempo rapide und die Ereignisse überschlagen sich. Mir hat das gemächliche Tempo in den Abschnitten vorher, als wir Olivia behutsam beim "Wachsen" zuschauen durften, zwar gefallen, hier fand ich es aber spannender und mitreißender und so habe ich diesen Abschnitt wesentlich schneller gelesen.


    Es gibt etliche Konflikte, dass es so schlimm wird, habe ich nicht erwartet. Dennoch fand ich die Handlungen aller Personen überzeugend und nachvollziehbar, auch wenn sich Olivia vielleicht teilweise unfair behandelt fühl. Doch sie rappelt sich auf und findet ihre Stärke wieder und so kann am Ende alles geklärt werden. Die Darstellung hat mir sehr gut gefallen, da gibts keine schwarz-weiß-Malerei, sondern nur Menschen, die nicht immer "richtig" handeln. Diese Zuspitzung auf Mr Robinson als Bösewicht hätte es für mich gar nicht gebraucht, hat mich aber auch nicht weiter gestört.


    Als Olivia bei Allie war, hatte ich kurz Bedenken, ob sie sich nicht doch anders entscheidet. Hat sie zum Glück nicht, hätte auch nicht zu ihr und zum Buch gepasst. :thumbup:Mir hat auch imponiert, wie sehr sie für sich und ihre Ziele und Träume einsteht, da kann ich mir noch einiges von Olivia abschauen ;).


    Gabriel hat mich im letzten Abschnitt auch überzeugt! <3 Es war toll, wie er Olivia beigesprungen ist und ich bin sicher, die beiden passen gut zusammen und können gegenseitig aneinander wachsen.

    Sollte es sich doch ergeben, dass ich eine Fortsetzung schreiben kann, wäre das toll, weil es natürlich noch die neue School of Art gäbe, die Frauenbewegung, an der auch einige Künstlerinnen der GSA beteiligt waren, usw. Ich habe aber schon darauf geachtet, dass das Buch für sich allein stehen kann, und hoffe, es ist mir gelungen. :)

    Das ist dir auf alle Fälle gelungen. Das Buch braucht keine Fortsetzung, sollte sich eine ergeben (ähnlich wie beim Haus in der Nebelgasse) würde ich mich freuen und sehr gerne lesen. Neugierige Frage: mit hat die "lose" Fortsetzung damals sehr gut gefallen - ist "Das Geheimnis der Themse" auch allgemein gut aufgenommen worden oder war es ein Problem, dass es einen "Vorgängerband" gab?


    ..., war es einfach wundervoll von jemandem zu lesen, der so in der Kunst aufgeht und was das genau auch für sie bedeutet, dass sie zb ständig zeichnet etc. Ich bewundere solche Leidenschaft. Gibt es nicht oft,oder kennt ihr da viele Leute?

    In der Form kenne ich niemanden, ich bin aber auch nicht in Künstlerkreisen unterwegs ;). Das Buch hat mir aber toll gezeigt, dass Leidenschaft und Zeichentalent das eine ist - es aber unbedingt auch Ausdauer, Disziplin und vor allem ganz viel Kreativität braucht, um wirklich "Kunst" zu schaffen. Als Laie denkt man ja oft, den Künstlern gelingt so ein tolles Bild auf Anhieb, aber in Wirklichkeit braucht es viele, viele Überarbeitungen, bis es wirklich "perfekt" ist. Das fand ich hier gut dargestellt. :thumbup:


    Mir hat das Buch (neben Lesefreude) auch etliche Gedanken und Anregungen im Bereich "Kunst" mitgegeben, von daher war es auch für mich ein ganz persönlicher "Aufbruch in die Welt der Kunst". :) Vielen Dank dafür!

    Mir hat das Buch gut gefallen. Allerdings kannte ich die Vorgänger. Sollte aber auch ohne gehen….

    Gestern Abend hab ich beschlossen, es doch nicht weiterzulesen. Nicht weil es mir nicht gefallen hat, sondern weil ich mich sonst selber zu sehr spoilere. Die Wunderfrauen liegen genau in meinem Lese-Beuteschema und vielleicht lese ich sie ja doch noch. Da will ich lieber doch nicht alles vorher wissen und Weihnachten ist ja jetzt auch schon rum, so dass meine Leselust nach Weihnachtsbüchern wieder verschwunden ist.


    Also ganz was anderes. :) Von dem Buch waren ja etliche Eulen begeistert und Fantasy hatte ich schon eine Weile nicht mehr. Die ersten zwei Kapitel haben mich schon sehr hineingezogen in das Buch.


    ASIN/ISBN: 3608984755

    Von dem Thread hab ich mich zunächst nicht angesprochen gefühlt, ich hab (zumindest momentan) keine besonderen Leseprojekte und Leselisten so weit im voraus möchte ich nicht führen, um mich nicht (neben Leserunden, Bücher für den Lesekreis und Reziexemplare) mich noch weiter einzuschränken.


    ABER mittlerweile ist mir doch was eingefallen. Es gibt einige Autoren/Autorinnen, von denen ich wirklich sehr gern weitere Werke lesen würde. Die zähle ich hier mal als Motivation auf, vielleicht werde ich dann eher dran erinnert;):


    • Volker Kutscher (hier ganz konkret Marlowe aus der Gereon-Rath-Reihe)
    • Wolfgang Schorlau (seine politischen Krimis finde ich toll, aber schon mehrere Jahre nichts mehr von ihm gelesen)
    • Lauren Groff (Matrix fand ich 2022 sehr beeindruckend und ich würde gern ein weiteres Werk der Autorin probieren)
    • Bettina von Arnim
    • Tom Hillenbrand