Beiträge von Tiana

    Hier nochmal die Autorin:
    Klara lässt sich zunächst auf Arthur ein, gerade weil er gebunden ist. Sie mag keine "klebrigen" Männer und hofft auf diese Weise, vor zu viel Enge geschützt zu sein. Außerdem schätzt sie Arthur, weil er sagt, dass er sein Frau mag (er sagt nicht liebt, sondern mag). Dass er seine Frau nicht denunziert, ist ihr wichtig, weil das eine bestimmte Haltung zum Ausdruck bringt.
    Dass sie den Mann, auf den sich erst nur einlässt, später zu lieben beginnt und dass diese Liebe vornehmlich in der Phantasie stattfindet, weiß sie selbst ("Rückfrage: vielleicht alles 'nur' erlebte Phantasie?" S.77). Mir will die strikte Trennung von Phantasie und Realität nicht recht einleuchten, denn wenn wir uns verlieben, verlieben wir uns zunächst immer in eine bestimmte Vorstellung. Denn der Mensch begegnet uns neu, wir kennen ihn ja schließlich nicht. Wir haben nur eine Ahnung - so könnte er/sie sein.
    Plötzlich zieht Ernüchterung in die Liebe ein – trotzdem wird das Ideal aufrechterhalten. Klara hat eigentlich eine sehr genaue Vorstellung von der Liebe und versucht mit allem, was Liebende für den Beobachter merkwürdiges Verhalten an den Tag legen, an diesem Ideal festzuhalten. Auch ihr war mit ihren Reaktionen oft nicht einverstanden.
    (um einige von euch durch Wiederholung nicht zu langeweilen - was mich am Phänomen der Liebe interessiert und warum ich die Protagonisten auch "falsch" handeln lasse, steht im 1. Leseteil, S. 1-90)

    Hier nochmal die Autorin:
    Klara lässt sich zunächst auf Arthur ein, gerade weil er gebunden ist. Sie mag keine "klebrigen" Männer und hofft auf diese Weise, vor zu viel Enge geschützt zu sein. Außerdem schätzt sie Arthur, weil er sagt, dass er sein Frau mag (er sagt nicht liebt, sondern mag). Dass er seine Frau nicht denunziert, ist ihr wichtig, weil das eine bestimmte Haltung zum Ausdruck bringt.
    Dass sie den Mann, auf den sich sich erst nur einlässt, später zu lieben beginnt und dass diese Liebe vornehmlich in der Phantasie stattfindet, weiß sie selbst ("Rückfrage: vielleicht alles 'nur' erlebte Phantasie?" S.77). Mir will die strikte Trennung von Phantasie und Realität nicht recht einleuchten, denn wenn wir uns verlieben, verlieben wir uns zunächst immer in eine bestimmte Vorstellung. Denn der Mensch begegnet uns neu, wir kennen ihn ja schließlich nicht. Wir haben nur eine Ahnung - so könnte er/sie sein.
    (um einige von euch durch Wiederholung nicht zu langeweilen - was mich am Phänomen der Liebe interessiert und warum ich die Protagonisten auch "falsch" handeln lasse, steht im 1. Leseteil.)

    Nein, der Roman ist nicht autobiographisch - nur insofern, als ich natürlich von meinen eigenen Erfahrungen und Vorstellungen nicht absehen kann.


    Ja, mit dem Cover bin ich zufrieden. Zunächst habe ich mich heftig gegen ein Foto gewehrt, weil ich damit sofort Irland und Rosemunde Pilcher assozierte. Kompromiss war ein schwarz-weiß Foto ohne Gesicht. Damit bin ich jetzt glücklich.


    Arbeitstitel war "Festschrift". Das ist beim Verleger aus verständlichen Gründen aber nicht durchgegangen. Der Titel klingt für den Leser einfach zu akademisch. Ich finde den Titel nach wie vor gut, weil die Festschrift a) jene Schrift ist, mit der ein Professor nach einer gelungenen Karriere - was das auch immer sein mag - geehrt wird und b) eine Festschrift im übertragenen Sinn auch etwas fest-schreiben, mithin fixieren und für die Nachwelt festhalten kann.
    "Zwei im Sinn" finde ich aber fast noch besser.

    Hier ist sie, die Autorin...
    Also zunächst ist es mir wichtig, dass ein gutes Buch nicht moralisch "korrekt" sein muss, sonst wären lauter Bücher auf dem Markt, die zeigen würden, wie man sich in der Liebe richtig, gesund und integer verhält. Wäre dies meine Absicht gewesen, hätte ich besser einen Ratgeber "So lieben Sie richtig" geschrieben (auch wenn ich dies natürlich nicht weiß.) All die Verhaltensweisen, die Liebende an den Tag legen - ungehalten und vielleicht sogar ungerecht sein, euphorisch, altmodisch im Ausdruck, schüchtern, überinterpretierend - all die Fehler, die man trotz besseren Wissens begeht, ohne moralischen Zeigefinger der Liebe auf den Grund gehen, das sind die Dinge, die mich interessieren. Ich persönlich mag keine moralischen Bücher. Die sagen einem, wie es sein soll. Ich will wissen, wie es ist - diese Liebe oder eine andere. Wozu ist man fähig? Was kann man aushalten? Was verändert die Liebe? Und wie? Plötzlich steht der angeblich arrogante, stets seine Kraft drosselnde Mann (richtig: Porsche1) schüchtern im Türrahmen, die ansonsten fest im Leben stehende Klara verunsichert zunehmend. Warum?
    Kurz: mir sind diese Veränderungen durchaus bewusst. Auch ich hätte Klara beim Schreiben manchmal schütteln wollen.
    Am Ende: DANKE an alle, die mitmachen!