Beiträge von taciturus


    Ja den Raub mit der absichtlich schweren Körperverletzung und der versuchten Brandstiftung habe ich gemeint, welche zu einer leicht getrübten Charaktereinschätzung führten.


    Wüsste jetzt nicht weswegen Lymond Anspruch auf Vermögen seines Bruders und den Gästen seiner Mutter haben sollte.

    Zitat

    Original von binchen
    Lymond is back - ja das ist ein schöner Anfangssatz. Ich bin noch immer fasziniert von der Szene mit dem Schwein. Lymond finde ich so dreist, cool und faszinierend - wieso empfindest Du ihn als negativ? Er ist unverschämt, respektlos - aber er scheint ein lohnendes Ziel zu haben!
    Sein Eindringen bei seiner Schwägerin ist doch wundervoll beschrieben, die Ironie in seinen Reden einfach beeindruckend. Ich bin schon gespannt, ob er mal auf die Nase fällt und wie er dann damit umgeht.


    Ich glaub du musst noch ein paar Seiten weiterlesen, um dann zu den strafrechtlich relevanteren Handlungen zu kommen :grin


    @ Grisel:
    Deswegen irritiert es mich bislang noch und ich hoffe ja, dass ich bald etwas mehr Durchblick gewinne. Bin nur leider bislang nicht viel weitergekommen, deswegen fehlt es noch.


    Bis jetzt nur, dass er aus unbekannten Gründen verbannt und enteignet wurde und daher seit wohl fünf Jahren als Art Pirat durch die Gegend zieht und iZm Bürgerkrieg wohl eine Art Rückerlangung des rechtlichen Status möglich scheint.


    Ich bin jedenfalls froh nicht mit dieser Reihe von DD begonnen zu haben. Mit AUsnahme der nicht englischsprachigen Teile (Deutsch war das aber auch nicht, was DD uns als deutsch verkaufen wollte) hab ich zwar den Eindruck, dass es sprachlich leichter zu verstehen ist, von den Figuren hat mich bis jetzt aber noch keine wirklich angesprochen.


    Aber dann hoffe ich einmal auf die Szenen mit Christian, die noch nicht gekommen ist. Aber so etwas in Richtung deines Spoilers habe ich ja schon vermutet/gehofft.

    Zitat

    Original von Grisel
    Oh wie schön, dass sich hier schon so viele LeserInnen tummeln! *freu*



    Damit hast Du schon sehr schön zusammengefasst, was hier den Reiz ausmacht. Lymond selber ist eigentlich das Rätsel, weil wir praktisch nie in seinem Kopf sind, ihn fast immer nur durch andere Augen sehen und er den wahren Lymond nur sehr selten zum Vorschein kommen lässt.


    Mich irritiert mehr, dass Lymond bis jetzt doch sehr negativ besetzt ist. Bei Niccolo hatte ich gelegentlich auch meine Zweifel wieweit er die Folgen einzelner Handlungen bewusst in Kauf genommen hat, aber dort hatte man zumindestens einen positiven Grundkern, wohingegen mir immer mehr klar wird, warum Simon mit Lymond verglichen wurde.


    Da fehlt es bis jetzt an positiven Charaktereigenschaften. Naja, Humor könnte man gelten lassen. Wäre halt mal nett, wenn DD die Hauptstoryline etwas durchblicken ließe, dann täte man sich glaub ich leichter die bisherigen Ereignisse einzuordnen.

    Die ganzen historischen Details passen in meiner Erinnerung schon länger nicht mehr zusammen. Durch den Einfallsreichtum an Namen ist bei mir englische Geschichte nur mehr schemenhaft. Dafür aber immer wieder neu, quasi kleiner Alzi Vorgeschmack.


    Alter lässt mich rätseln. Da wird diesmal in die Geschichte zu einem Zeitpunkt einsteigen, zudem er bereits vor fünf Jahren enteignet und für vogelfrei (? oder verbannt) erklärt wurde, wird er wohl bereits etwas fortgeschritteneren Alters sein. Aber es ist halt der erste Band, also wird er wohl doch noch ein bissl jünger sein müssen. Richard ist ja auch der ältere Bruder und hat gerade geheiratet, was damals ja auch eher jung geschehen ist.


    Wenn man endlich wüsste wie er in Ungnade fiel ... ich geh lesen :wave

    Ich habe mir dann heute doch noch den Luxus geleistet und mir das E-Book geladen. Mit Wörterbuchfunktion lässt sich das Buch doch noch eine Spur verständlicher lesen.


    Allzuweit bin ich bislang noch nicht gekommen. Nach den ersten 25 Seiten bin ich etwas überrascht, da Lymond noch recht uneinschätzbar ist. Die bisherigen Attribute passen ja nicht ganz überein mit den typischen Romanhelden.


    Derzeit noch etwas störend ist der ständige Vergleich zur Niccoloreihe im Kopf. Aber ich hoffe, dass dieser Effekt weggeht, wenn die Handlung greifbarer wird.

    Meistens wird ohnehin kapitelbezogen diskutiert, weswegen die Länge der einzelnen Abschnitte glaub ich kein Problem sein sollte.


    Ich überleg auch schon, ob ich mir nicht auch das e-book kaufe. Wörterbuch wäre schon ideal, aber ich befürchte fast, dass ich dann zu viel nachschauen kann und es dem Lesefluß nicht gut tun würde.

    Dank der mäßig intelligenten Austrahlungspolitik des ORF den zweiten Zweiteilerblock gleich am Freitag auszustrahlen, werde ich jetzt ohnehin zu einem anderen Sendeplatz weiterschauen oder gleich einmal abwarten, wann die DVD erscheint.


    zu FSK: Lt. dem Presse Bericht würde etwa eine Szene, wo jemanden ein Ohr abgeschnitten wird, nicht gezeigt werden. Wird wohl abzuwarten sein welche Szenen dies in weiteren Folgen betreffen würde. Die jetztige war entweder schon entschärft oder sie ist nicht sonderlich dramatisch. Andererseits finde ich dann die Begründung, dass man solche Szenen in der Serie für die wirklichkeitsgetreue Darstellung der Zeit bräuchte ein wenig seltsam.

    Geht mir ähnlich. Nachdem ich die USA Borgia Reihe gesehen habe, die mir sehr gut gefallen hat, habe ich mich doch sehr an diese gewöhnt und finde die sehr stark abweichende Darstellung der Personen noch sehr gewöhnungsbedürftig.


    Rodrigo Borgia finde ich jedenfalls in der US Version deutlich besser besetzt. Cesare Borgia hat in der EU interessantere Ansätze, ist mir dann aber doch zu widersprüchlich und gewollt zwiegespalten ("Erzengel und ein Tier"). Da ist der US Borgia eine rundere und glaubhaftere Figur.


    Die US Serie entsprach von der Ausstattung her auch mehr meiner Vorstellung von der Zeit.


    @ Grisel: Weißt du ob der ORF wirklich die unentschärfte Version zeigt? Hab vor wenigen Wochen in der Zeitung gelesen, dass auch der ORF überlegt nicht alles zu zeigen. Bis jetzt hat es eher nach einer bewusst gewollten Skandalisierung von unzuskandalisierenden Sachen gewirkt.

    Kurzbeschreibung
    Intrigen, Verschwörungen und Betrug sind Alltag in der Welt der reichen Fabrikanten und Bankherren im Florenz der Medici. Noch nicht einmal vor Mord schrecken die Habgierigsten zurück. Das muss auch die junge Francesca erfahren, die nur mit knapper Not einem brutalen Anschlag entkommt. Die Spur der feigen Mörder führt Francesca in allernächste Nähe des Zentrums der Macht. Doch das Schicksal der Medici und ihrer Gefolgschaft ist längst besiegelt.
    Über den Autor
    Rainer M. Schröder, 1951 in Rostock geboren, ist einer der profiliertesten deutschsprachigen Jugendbuchautoren. Mit seinen bis ins kleinste Detail exakt recherchierten und spannend erzählten historischen Jugendromanen begeistert er seit mehr als zehn Jahren seine Leserschaft. Nachdem er viele Jahre ein wahres Nomadenleben mit zahlreichen Abenteuerreisen in alle Erdteile führte, lebt er heute mit seiner Frau in einem kleinen Ort an der Atlantikküste Floridas.

    Da über den Inhalt des Buches ohnehin bereits mehr gesagt ist, als zur Konservierung der Spannung förderlich, möchte ich gleich meine Meinung zum Buch schreiben. Georg Haderer ist eine konsequente Fortsetzung seiner Krimireihe rund um Major Schäfer gelungen. Seine Krimis zeichnen sich dadurch aus, dass sie in der realen Welt angesiedelt sind. So wird jemand der mit den Verhältnissen in Österreich vertraut ist, viele Begebenheiten in diesem Roman wiederfinden, welche die öffentlichen Debatte der letzten Monate rund um das Sicherheitswesen bestimmt haben. Aus mehreren Perspektiven beleuchtet der Autor dabei kritisch politische Fragen, setzt sich mit den Anforderungen an den Beruf des Polizisten auseinander und gelangt dabei zu teilweise philosophischen Ansichten über die Frage des Guten und Schlechten an Menschen.


    Die Entwicklung der Serie, die sich in den ersten beiden Bänden abgezeichnet hat, wird konsequent vorangetrieben. Insbesondere das Team rund um Schäfer gewinnt immer deutlicher an Konturen und auch die Zusammenarbeit im Team rückt stärker in den Fokus der Erzählweise. Schäfer, der als erfolgreicher Ermittler gilt jedoch an der Last des Berufes zu tragen hat, wird glaubwürdig dargestellt. Er ist nicht einer der unzähligen Antihelden die immer öfter zum Typus des Kommissars werden, deren allgemeines Lebensrisiko den Inhalt des Krimis bestimmt, sondern wird letztlich als starke Persönlichkeit geschildert, die jedoch nicht über allen Dingen steht und somit nicht persönlich unberührt durch die Ermittlungen schreitet.


    Der Kriminalfall selbst ist widerspruchsfrei geschildert und folgt einem einwandfreien Spannungsbogen. Die Aufklärung des Falles ist überzeugend. Zum Inhalt der Verbrechen ist an den eingangs angeführten gesellschaftskritischen Bezug anzuknüpfen, als sich in diesem Fall nicht um ein beliebiges Verbrechen handelt, sondern einen Hintergrund birgt, worauf jedoch nicht näher eingegangen werden kann, ohne zu viel zu verraten.


    Insgesamt ein äußerst lesenswertes Buch an einer sehr empfehlenswerten Krimireihe, die sich nicht zuletzt durch den ansprechenden Schreibstil des Autors auszeichnet.

    Man sollte aber auch unterscheiden können wo welcher Beitrag erscheint. Wenn man in einer Leserunde über einzelne Handlungsteile eines Buches diskutiert, ist es wohl selbstverständlich, dass man mehr auf Details eingeht als wenn man in einem Thread über das ganze Buch diskutiert.


    Insofern ist es für mich schlicht nicht nachvollziehbar inwiefern eine Einschränkung von Kritik erfolgen soll? Soll man nach sieben Fehlern keine mehr nennen dürfen. Oder gilt gar das Superargument, es ist kein Sachbuch, und damit jedweden Vergleich mit der Realität verbieten, weil man damit ja jemanden die Freude an dem Buch vergällen könnte ? Oder muss man bei einem Gegenargument formal den Einwand zurückziehen, um zu erkennen zu geben, dass man genug Distanz zum Text hat ?!?


    Wer die Freude an einem Buch verliert, weil er liest, was anderen an dem Buch nicht gefällt, sollte überlegen, ob LR für ihn/sie das richtige ist, aber nicht verlangen, dass andere beschönigen.


    Letztlich sind LR oft nur mehr Zusammenfassungen des Inhalts, wenn man das letzte Interessante weghaben will, nämlich was sich die Leser dazu selbst denken und wo die Geschichte bei ihnen aneckt [natürlich auch positive Sachen], ist für mich nicht mehr erkennbar, was der "Wert" einer LR sein soll.

    @ xania:


    Dürfte die ganze Gruppe betreffen, da auch der Ullsteinverlag nicht mehr liefert. War grad ein bissl geschockt, weil die Zahlen der verfügbaren Ebooks nach ausloggen deutlich gestiegen ist.


    :fetch Hoffentlich möchte ich in nächster Zeit kein bei diesen Verlagen verlegtes Buch lesen, damit ich die nunmehr auch wirklich boykottieren kann.

    Die friesische Freiheit habe ich vorerst unterbrochen, nachdem die Geschichte immer spannungsärmer und zerklüfterter inklusive Überladung wurde. Dafür gab es gerade ein Buch von meiner Wunschliste in Aktion. Angenehm einmal andere Zeit und anderes Setting. Liest sich bis jetzt gut. Bis Mittwoch muss ich aber auch entscheiden, ob ich auch die Fortsetzung runterlade :grin


    Synopsis
    Yashim is no ordinary detective. Yashim is a eunuch. A concubine is strangled in the Sultan's palace harem, and a young cadet is found butchered in the streets of Istanbul. Delving deep into the city's crooked alleyways, and deeper still into its tumultuous past, Yashim discovers that some people will go to any lengths to preserve the traditions of the Ottoman Empire. Brilliantly evoking Istanbul in the 1830s, "The Janissary Tree" is a bloody, witty and fast-paced literary thriller with a spectacular cast.
    Über den Autor
    Jason Goodwin, geboren 1964, studierte byzantinische Geschichte in Cambridge und hat ausgedehnte Reisen nach Indien und in den Nahen Osten unternommen. Für seine Werke erhielt er verschiedene Preise. Jason Goodwin lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern in Westsussex, England.


    Übersetzung: Die Weisheit des Eunuchen
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    Zitat

    Original von tweedy39
    Da bin ich auf eine Rezie gespannt. Habe das Buch im Rub und auch schon angelesen, aber wieder beiseite gelegt.


    Gruß tweedy :wave


    Werde ich machen. Wird aber noch dauern, da mein Urlaub heute wieder endet und sich knapp nach dem letzten Posting Szenen eingeschlichen haben, die eher ermüdend waren (ausführliche Schlachtszenen gähn) und den Lesefluß gebremst haben.

    Kurzbeschreibung
    Friesland im 14. Jahrhundert. Reiche Großbauern wollen herrschen, ihre Landsleute aber in Freiheit leben. Dieser Konflikt ist friedlich nicht zu lösen.
    Lange Zeit haben die Friesen Angriffe fremder Herren auf ihre Freiheit erfolgreich abgewehrt. Mit den Wikingern fing es an. Dann kamen die Deutschen Grafen und Fürsten, ja sogar Könige und haben sich dabei blutige Nasen geholt.
    Doch nun gärt es unter den Friesen. Reiche Bauernfamilien drängen zur Häuptlingswürde. Die alte Rechtsordnung der friesischen Freiheit und ihre Verfechter geraten zunehmend unter Druck. Das Amt des frei gewählten Richters, der zugleich Führer des Heeresaufgebots und Patronatsherr ist, soll jährlich wechseln, aber immer öfter vollzieht sich dieser Wechsel nur mit Schwierigkeiten. Ehrgeizige Großbauern finden Gefallen an der Machtfülle ihres Amtes und trennen sich nur widerwillig von ihm. Schließlich weigern sich die ersten. Wo sie mit ihren Argumenten nicht überzeugen, nutzen sie Erpressung und Gewalt und schrecken auch vor Mord nicht zurück.
    Magnus tom Diek ist Richter im Harlingerland und fühlt sich der alten Rechts tradition verpflichtet. Ihm stehen Widersacher wie der Brokmanne Keno Hylmerisna und der Erzbischof Otto I. von Bremen gegenüber, denn auch die Kirche drängt zu säkularer Macht. Magnus nimmt den Kampf auf, er macht sich zum Sprecher derer, die nicht bereit sind, ihre seit langem bewahrte Freiheit nun an eigene Bauernfürsten zu verlieren. Aber seine Gegner sind stark, vor allem, weil sie keine Skrupel kennen.


    Anfangs war ich noch etwas in meiner Begeisterung wegen der nicht immer chronologischen Erzählweise gebremst, mittlerweile (bei der Hälfte) hat sich das gänzlich gelegt und bin froh über den Roman, der ohne dem Mainstreamrezept auskommt und ein Highlight zu werden verspricht, wenn der Autor die Geschichte bis zum Ende in dieser Stärke fertigbringt.


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    Ich habe mir auch den Adapter und die Hülle gekauft. Beides sehr praktisch. Die Hülle fand ich anfangs etwas umständlich, mittlerweile wird das Lesen dadurch aber noch angenehmer, weil ich den Kindle mit einer Hand halten und mit derselben Hand blättern kann.


    Das Ebook Angebot finde ich auch sehr ansprechend. Vor allem im englischen Bereich, aber auch im deutschen. Einige große Verlage gehen mir zwar noch ab, aber die kindlewunschliste ist auch schon an der 100er Grenze, wobei ich bei den Amazonausgaben von Klassikern bislang eher drübergeschaut habe und dort auch einige Schätze schlummern.
    Bis jetzt hat auch die Möglichkeit Verlage über Amazon mit dem Wunsch ein Buch als kindleebook zu lesen, gut funktioniert. Wobei ich da bei manchen Büchern eher an Zufall denke :grin


    Angenehm finde ich auch die 3G Funktion, da man so ganz ohne PC auskommt. Wenn man mal schnell was nachschauen will, kann man auch kurz bei Wikipedia was nachlesen.


    Das Lesen selbst ist auch sehr angenehm. Erstens ist der kindle auch mit Hülle leichter als fast jedes TB. Wenn man schon etwas müder ist, kann einem dann auch kein dicker Wälzer auf den Kopf fallen. Dafür kann man dann einfach die Schriftgröße größer Stellen und somit länger lesen. Erfreulich ist, dass dadurch der Blocksatz nur selten verloren geht und der Text angenehm dargestellt bleibt.


    Einziges Manko was mir bis jetzt untergekommen ist: Beim aktuellen Buch finden sich immer wieder Hinweise auf den Anhang in dem Wörter erklärt werden. Würde man diese nachschlagen wollen, wäre es glaub ich recht umständlich. Ich habe es noch nicht ausprobiert, befürchte auch, dass sich der Kindle dann die letzte gelesene Seite nicht merken würde, wenn man springt. Was durchaus blöd wäre, weil man sich kaum noch an Seitenzahlen orientieren kann. Beim aktuellen Ebook sind es 16335 Locations (eine Location dürfte eine gewisse Zeilenanzahl sein, ganz hab ich das noch nicht durchschaut).


    Aber allein auf den Luxus auf Buy zu klicken und das Buch sofort zu haben, könnte ich nicht mehr verzichten. Einfach traumhaft :-]

    Mit dem nunmehr vierten Band rund um Inspector Devlin legt Brian McGilloway wieder einen runden und soliden Krimi vor. Wie gewohnt hat der Fall einen gesellschaftspolitischen Hintergrund: radikale politische Gruppen wollen über den Kampf gegen Drogendealer die Gunst der Bevölkerung erlangen, um diese danach für die Lancierung ihrer eigentlichen politischen Ziele verwenden und schrecken dabei nicht vor strafbaren Handlungen zurück.
    Neben der eigentlichen Krimihandlung ist auch das Privatleben von Benedict Devlin im Mittelpunkt. Neben einer Tragödie im Leben seiner ehemaligen Polizeipartnerin, sieht er seinen Beruf immer stärker als Bedrohung für seine Familie. Nicht nur die Spannungen mit seiner Frau wegen der Dienstzeiten, sondern vor allem drohende Andeutungen von Verbrechergrößen gegen seine Familie machen ihm schwer zu schaffen.


    Wieder eine gute Fortsetzung. Die Figuren entwickeln sich weiter. Die Geschichte greift lokale Besonderheiten auf und beleuchtet ernste Themen: die Macht der Demagogen und Selbstjustiz zeigen sich dabei als gefährliche Brandstifter. Einziger Kritikpunkt ist, dass es McGilloway nicht gelingt seinen Krimi aufgrund eines Ereignisses zu schildern. Die Ermittlungen müssen ständig durch neue Ereignisse angefacht werden und werden mehr durch Zufälle vorangetrieben. Spannend ist der Krimi letztlich dennoch, bietet der Roman doch genug andere Aspekte, die ihn äußerst lesenswert machen. Das Augenmerk liegt eben nicht so sehr den Lesern Schritt für Schritt an der Aufklärung des Verbrechens teilhaben zu lassen, sondern mehr auf dem Verbrechen selbst. Dieses wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und zeigt auch die Auswirkungen auf das Umfeld von Opfern und Tätern. Das wirkt zwar manchmal etwas schablonenhaft und wenn sich dann auch bald darauf ein „Gegenbeispiel“ ereignet, wirkt es konstruiert, aber wenn sich ab der Mitte des Buches die einzelnen Indizien und Stränge verdichten, dazu noch die medialen Begleiterscheinungen zu den Ermittlungen und die daraus resultierenden Überlegungen der Polizei hinzutreten, bildet sich dennoch ein Spannungsbogen, der den Leser gefangen nimmt und auch aus diesem Band wieder einen Krimi macht, der sich qualitativ deutlich vom Durchschnitt abhebt.



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    Obwohl ich schon länger nicht mehr an LR teilgenommen habe, verfolge ich die Diskussion interessiert. Ich glaube allerdings, dass es sich dabei um einen Bereich handelt, den man mit Regeln nicht in den Griff bekommen wird. Einfacher könnte es sein, wenn man versucht eine Lösung zu finden, die manche Ursachen von fehlender Teilnahme trotz Anmeldung zurückdrängen könnte, wie BJ schon eine Möglichkeit genannt hat, wie z.B., dass erst nach Anmeldeschluss Freiexemplare angekündigt werden.


    Eine andere Möglichkeit wäre die LR erst kürzer vor dem Termin zu präsentieren, damit Anmeldungen aufgrund von Interesse und einer Abschätzung der Lesezeit erfolgen können.


    Ein anderer Aspekt darf aber mE auch nicht vergessen werden: Wenn sich 25 Leser an einer LR zu einem Durchschnittsbuch beteiligen, wird sich die 25. Eule - so engagiert und motiviert sie auch sein mag - schwer tun, mehr als einen Einzeiler zu schreiben, der nicht nur bereits geschriebenes wiederholt und der letztlich auch kaum noch beachtet werden wird, weil wohl auch nur wenige Teilnehmer einer LR 23 Kommentare zu einem Abschnitt - bei kontinuierlicher Wiederholungsrate - durchlesen würden.


    The same gilt mE auch mutatis mutandis für die Rezithreads. Oft ist alles gesagt was zu sagen ist. Letzten Endes ginge dadurch vielleicht sogar viel anderes verloren, da eine abtrünnige Eule vll. gerade ein anderes tolles Buch liest, zu welchem im Forum noch nicht so viele Worte verloren wurden.


    Insofern sollte man vielleicht nicht jeden Abtrünnigen als Buchlotteriejunkie verdammen und mit mehr Gelassenheit an die Sache herangehen, wenngleich natürlich verständlich ist, dass es für Wolke und die Organisatoren ärgerlich ist, da sie den Verlagen gegenüber im Wort stehen.