Beiträge von Tempe

    Am Ende hat sich also der Kreis geschlossen, und Homer ist nach all den Irrungen und Wirrungen wieder an seinen Ursprung zurückgekehrt.


    So wirklich gefallen hat mir das Buch nicht. Es gibt so viele Ausschmückungen, wo das Wesentliche gereicht hätte. Dieses Verlieren in Kleinigkeiten (bestes Beispiel ist der Tod des Bahnhofsvorstehers!) fand ich einfach nur anstrengend. Homer als Hauptdarsteller blieb die ganze Zeit blass, ein Spielball der anderen, stärkeren Charaktere.


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    Auch witzig, mir geht es ja genau anders herum; ich konnte mit Garp und Owen Meany mehr anfangen. Vielleicht liegt es daran, mit welchem Buch man angefangen hat, denn Gottes Werk... ist ja ziemlich bodenständig und realistisch. Grübeln


    Oh je, wenn die noch skuriller sind, glaube ich, das dies mein letzter Irving war :lache

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    Original von xexos


    Skurril ist ja auch noch, dass Larch mit fast 100 Jahren immer noch mit einem Skalpell in der Hand operiert. :alter


    Wie schon gesagt, ich wundere mich immer noch, was damals alles möglich war! :grin


    Ich hatte mich über Melony gewundert, sie scheint in den Jahren müde geworden zu sein. Homer lässt sie ziemlich ungeschoren davonkommen und sich dann von Bob verprügeln. Sie, die immerhin mal ein Haus zerlegt hatte!

    Ich denke, ob es nach dem Tod weitergeht oder nicht, kann keine Seite mit Bestimmtheit sagen. Da wäre es müßig, hier einen weiteren "Indizienprozess" zu führen ;-)

    Ich gehöre zu denjenigen, die daran glauben, dass mit dem Tod noch nicht alles zuende ist, aber das tröstet mich in diesem Fall nicht. Weil ich Cester als Mensch nun mal nicht kannte. Da gebe ich Tom recht, so zu trauern fände ich anmaßend. Ich trauere um diese großartige Stimme, die für immer verstummt ist und meiner Meinung nach nicht ersetzt werden kann. Sicherlich könnte die Band einen neuen Sänger casten ( Chester ist seinerzeit auch auf diesem Weg deren Sänger geworden). Aber es wäre niemals mehr dasselbe, und das ist so schade!


    Und ich fürchte, romantisiert oder nicht, sein Selbstmord wird für einige schwache Geister der Anlass sein, ihm folgen zu wollen. Ähnlich wie damals bei Kurt, aber hoffentlich nicht derart viele!

    @Maikäfer: Letztlich sollte jedem das zugestanden werden, was ihn tröstet.


    Für mich gehören die Alben von Linkin Park zum Soundtrack meines Lebens und die Stimme Chesters ist so einzigartig, dass sie nicht ersetzt werden könnte. :-(

    Candy hat sich also nach Wallys vermeintlichem Tod sofort Homer zugewandt und ist genauso schnell schwanger von ihm geworden. Unter diesen Umständen :grin gehen sie nun also zurück nach St. Cloud´s. Dort ist sie dann die erste schwangere Frau, die das Waisenhaus je gesehen hat. Ich staune über derartige Wendungen! Sogar Melony hat ihr Glück gefunden, sinnigerweise nicht bei einem Mann.
    Zurückgekehrt nach Ocean´s View glaubt ihnen jeder, dass Homer das Baby adoptiert hätte?! Interessant!
    Als Wally dann lebend wieder auftaucht, scheint das Chaos perfekt.

    Seniors Krankheit ist endlich herausgefunden, das hat mich irgendwie beruhigt :grin


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    xexos :
    Ist bei Irving nicht alles verdreht und skurril? Larch spielt ein wenig Gott, aber das macht er mit den Abtreibungen ja ebenso.


    :write


    Die Schlinge um Larch scheint enger zu werden, auf der einen Seite der Ausschuss, Snowy Meadows gibt auch keine Ruhe. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass der ständige Genuss vom Äther auf Dauer so gut ist?!

    Larch bekommt nun erstmals Schwierigkeiten mit der Obrigkeit. Man schaut ihm auf die Finger, und er muss befürchten, dass es in seiner Klinik so nicht weitergehen kann.
    Ich hatte mich schon gefragt, wann sowas kommt und war ein wenig neidisch auf all das, was seinerzeit möglich war. Dass die so einfach machen konnten, ohne Anträge, Verwaltungen und Ordnungämter.

    Ja, man kann beide Seiten verstehen. Homer, der keine Babys töten will, nachdem ihm zur Gänze aufgegangen ist, was er da tut, aber auch Larch, der für diese Frauen in höchster Not die einzige Hilfe sein will.
    Diese letzten beiden Kapitel waren für mich etwas zäh. Auch wenn die Szenenwechsel, deren sich Irving hier zunehmend bedient, so zahlreich sind, dass sie einem aktuellen Blockbuster im Kino zur Ehre gereichen würden :lache
    Die Ankunft des Paares im Waisenhaus war dann von Anfang bis Ende so was von skuril. Der Einmarsch hatte ließ mich an Karnevalsumzüge und Kamellewerfen denken. Wallys Auftritt und der des namenlosen Bahnhofsvorstehergehilfen hatten dann auch einiges an Fremdschämpotetial :grin Und schließlich die herumliegenden beiden Leichen, die allen Beteiligten ständig im Weg herumzuliegen schienen :wow
    Es endet mit Homers Abreise in eine neue Welt, ich bin gespannt :lache

    :write Mit den Beiden geht es mir ähnlich wie dir, sie kommen mir vor wie verwöhnte Kinder. Das Baby passt grade nicht, oh blöd, also weg damit. Auch wenn das Vermögen ähnlich dem der Familie ist, in der Larch seine zweite Abtreibung hatte, könnte ich mir von Alice/Olive vorstellen, dass sie sich des Babys angenommen hätte, während Candy studiert. Aber vielleicht bin ich da zu optimistisch, und sowas gab es in dieser Zeit noch nicht. Muttern musste eben am Herd bleiben, oder so ähnlich.
    Homer lernt nun also den Arztberuf. Scheint zwangsläufig, weil es in seiner Welt des Waisenhauses nichts anderes gibt. Was mir auffiel, war die Anonymität, mit der die Frauen dort durchgehen. Außer dem Schicksal Candys wird keine weitere genauer genannt. Nummern gleich gehen sie da durch, wo jede vermutlich ein riesiges Päckchen zu tragen hat.
    Gut, würde wohl auch den Rahmen sprengen, auf sie näher einzugehen.

    Sehr schön fand ich in Bezug auf Melonys Wut die Erklärung Larchs dafür in diesem Brief:
    "Der Grund, weshalb Waisen vor der Adoleszenz adoptiert werden sollten, ist, dass sie geliebt werden und jemanden haben sollten, den sie lieben, bevor sie in jene notwendige Phase des Heranwachsens eintritt: nämlich die Arglist" ...
    Homer hat in Larch eine Vaterfigur, Melony hat niemanden und ist darüber wütend, verständlicherweise.
    Nach wie vor finde ich es großartig, wie Larch seine Rolle ausfüllt. Als Homer älter wird, weist er ihm mit väterlicher Selbstverständlichkeit einen neuen Platz im Gefüge der Klinik zu, die seines Assistenten.
    Und ja, Homer wirkt in diesem Kapitel fast schon ein bisschen debil, so wie er alles hinnimmt :rolleyes Sehr formbar, von Larch im Guten, von Melony im Bösen.

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    Original von killerbinchen


    Und was die reiche Gesellschaft angeht: wer den Dreck wegräumt, wird auch wie Dreck behandelt. Man bezahlt dafür und dann bitte schön: tschüs. Aber reich mir ja nicht die Hand.


    :write Genau! Derlei Doppelmoral war damals wohl gang und gäbe. Die Reichen konnten es sich eben leisten, "Fehltritte" unbemerkt zu entsorgen, die Armen mussten es unter Einsatz ihres Lebens

    In diesem Abschnitt lernen wir Dr Larch und seinen Werdegang besser kennen. Und er ist in meiner Hochachtung noch einmal gestiegen. Sein Einsatz und Verständnis für in Schwierigkeiten geratene Mütter ist bewundernswert. Die Not dieser Frauen muss gewaltig gewesen sein, von der Gesellschaft verachtet und im Stich gelassen.
    Wenn Irving viel mit Überzeichnung arbeitet, dann hoffe ich mal, dass die Geschichte im "Off Harrison" eine davon war! Sich diesen Chor vor dem Hintergrund der dort vorgenommenen Abtreibungen vorzustellen, war schon höchst skuril.