Beiträge von Tilia Salix

    Banales Geplapper, schick verpackt und in eine gleichermaßen überflüssige wie konstruierte Rahmenhandlung gepresst, ergibt leider selten eine funktionierende Geschichte - auch hier kommt die Botschaft „Jeder ist seines Glückes Schmied“ auf sehr ausgetretenen Pfaden daher, die zudem noch weitab von der Lebensrealität der meisten Menschen liegen.
    Ey, wenn ich es mir leisten könnte, würde ich auch nur halbtags arbeiten und wäre nicht nur deutlich gesunder, sondern auch glücklicher, aber leider reicht das Geld dann leider nicht mehr für einen halbwegs normalen Lebensstandard. Warum nur tun alle „Finde deinen Weg und du wirst glücklich“-Bücher so, als würde die Welt nur aus überarbeiteten upper middle class-Angehörigen bestehen?
    Ärgerliche Zeitverschwendung, 2 von 10 Eulenpunkten für das nette Layout.

    Cryptos

    Jugendroman von Ursula Poznanski

    Loewe, 2020

    Hardcover, 448 Seiten

    ISBN 9783743200500

    19,95 €



    Meine Meinung


    Die Welt, wie wir sie kennen, ist schon lange Geschichte. Der Klimawandel hat voll zugeschlagen, ganze Landstriche dem gestiegenen Meeresspiegel zum Opfer gefallen. Die Sonne brennt unbarmherzig auf staubige Landstriche und die Menschheit kämpft ums Überleben. Oder auch nicht. Statt sich mit der Realität auseinanderzusetzen, haben sich die Menschen in virtuelle Scheinwelten zurückgezogen. In künstlich geschaffenen Umgebungen spazieren sie durch das London des Jahres 1622, vergnügen sich in Wasserparks oder genießen das beschauliche Landleben in Kerrybrook, dem idyllischen Fischerdörfchen.

    Während ihr Geist durch die computergenerierte Welten der Firma Mastermind schweben, verbringen die Menschen ihre Zeit größtenteils eingeschlossen in Kapseln, rudimentär versorgt mit Nahrungslösung und Wasser. Was auf den ersten Blick irrsinnig erscheint, ergibt bei genauerer Überlegung durchaus Sinn: in der wirklichen Welt mag das (wiederaufbereitete) Wasser vor lauter Chlor kaum noch trinkbar sein, doch in den virtuellen Welten von Mastermind wird der süßeste Nektar daraus.


    Nur einige wenige Menschen werden in die Realität zurück geholt und nach ihren Talenten eingesetzt. Während Wissenschaftler daran arbeiten, den Klimawandel umzukehren und Arbeiter sich Prämienpunkte für die virtuellen Welten erarbeiten, ist Jana zu den Weltendesignern aufgestiegen. Ihre Aufgabe ist es, attraktive und abwechslungsreiche Welten zu programmieren, in denen sich die Menschen gern aufhalten. Mit dem friedlichen Dörfchen Kerrybrook ist ihr das besonders gut gelungen, immer mehr Menschen wechseln in ihre Welt und bleiben dort. Doch dann geschehen merkwürdige Dinge – Dinge, die in Kerrybrook nicht passieren dürften, weil sich nicht vorgesehen sind: ein Fischer fährt auf die See hinaus und springt mit steingefüllten Taschen ins Meer, eine junge Frau wird am helllichten Tag erstochen … Verzweiflung und Mord sind für Kerrybrook nicht vorgesehen, das allein ist schon besorgniserregend, doch in den virtuellen Weiten ist selbst der Tod eine Illusion – wer stirbt, wird in die Realität zurück katapultiert und verliert den Pass zu dieser Welt. Verschmerzbar, denn an ihrer Stelle stehen tausende weiterer Welten zur Verfügung. Nur, dass die junge Frau, die in Kerrybrook erstochen wurde, in keiner anderen Welt auftaucht. Ein Kapseldefekt, heißt es, sei für ihren realen Tod verantwortlich. Jana wird misstrauisch und begibt sich in den virtuellen Weiten auf Spurensuche. Schon bald muss sie feststellen, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist. Jemand hat es auf sie abgesehen und den Ausgang in die Realität versperrt. Wenn Jana stirbt, wird sie auch in der Realität sterben .. Ihre einzigen Anhaltspunkte sind ein Phantom in Kerrybrook und kryptische Nachrichten an toten Tauben – und die Zeit läuft …


    Janas Wettlauf durch die Welten und ihr Versuch, herauszufinden, was eigentlich vor sich geht, ist mitreißend und spannend erzählt. Jana ist eine durch und durch sympathische Figur, man muss sie einfach gern haben, auch wenn sie manchmal wirklich etwas auf dem Schlauch steht. Das Rätsel mit den Tauben habe ich jedenfalls deutlich früher als sie durchschaut, und das ist wirklich keine große Kunst.

    Von der eigentlichen Welt bekommt man gar nicht so wahnsinnig viel mit, vieles bleibt sehr blass – hier hätte ich mir tatsächlich mehr Details gewünscht, so ist es insgesamt doch eher unglaubwürdig – diese Kapseln für die virtuellen Welten müssen Unmengen an Energie und (technische) Infrastruktur benötigen, ich kann nicht wirklich glauben, dass die Mittel dafür wirklich vorhanden sind. Aber: es stört nicht wirklich, weil der größte Teil der Handlung in den virtuellen Welten stattfindet, und die sind wirklich großartig beschrieben.


    Fazit: Dystopischer Jugendroman mit Suchtfaktor – wer über kleinere Schwächen hinweg schauen kann, wird mit einer spannenden und überraschenden Geschichte belohnt!
    7 von 10 Eulenpunkte


    ASIN/ISBN: 3743200503

    Also, empfehlenswert ist es auf jeden Fall, den Hype kann ich allerdings nicht so richtig nachvollziehen, dafür waren mir dann doch zu viele Schwächen drin. Diese ganze Mordgeschichte hätte es nicht gebraucht und stellenweise fand ich es doch recht naiv, aber insgesamt hab ich es schon gern gelesen. Der Anfang ist großartig, leider wird das Niveau nicht durchgehalten.

    Zitat

    „Die Laken waren zerwühlt, also hatte sie sich wohl stärker gewunden als jemals zuvor in gespielter Leidenschaft, und Raven fürchtete, es habe länger gedauert als jede Zusammenkunft mit einem ihrer Freier.“


    Will Raven, frischgebackener Famulus des angesehenen Edinburgher Arztes Dr. James Simpson, findet am Vorabend seines Dienstantritts die Leiche der Prostituierten Evie. Obwohl er tiefe Gefühle für Evie empfindet, flieht er aus ihrer Kammer, weil er die Verstrickungen fürchtet, die die Entdeckung ihrer Leiche für ihn mit sich bringen könnte. Letztlich sind es jedoch andere Fallstricke, die ihn buchstäblich zu Fall bringen: Evie brauchte dringend Geld und Raven, der die benötigte Summe nicht besaß, lieh sich das Geld beim Wucherer Flint. Der will sein Geld nun zurück und schickt zwei Eintreiber nach Raven aus.


    Seine neue Stellung bei Dr. Simpson tritt Raven übel zugerichtet, um eine Taschenuhr ärmer, und mit dem dringenden Ratschlag, das Geld aufzutreiben, bedacht, am nächsten Morgen an. Dr. Simpsons Spezialgebiet ist die Geburtshilfe, doch in seiner Sprechstunde behandelt er im Grunde alles, was sich in seinem Wartezimmer einfindet. Unterstützt wird er dabei von seinem ehrgeizigen Assistenten ... und der Hausangestellten Sarah, deren Wissensdrang Dr. Simpson gern mit Büchern seiner Bibliothek stillt. Die Behandlung der weniger glücklichen Einwohner Edinburghs gehört nun zu Ravens Aufgaben, außerdem unterstützt er die Suche Dr. Simpsons nach einem besseren Betäubungsmittel als der Äther, den dieser bisher bei komplizierten Geburten einzusetzen pflegt. Leider nicht als Forschender, diese Rolle hat der Assistent Dr. Duncan inne, sondern als Versuchskaninchen. Alles in allem zwar eine spannende Stelle und Raven ist ausgesprochen dankbar, in den Hausalt des Arztes aufgenommen worden zu sein, allerdings besteht sein Lohn in Kost, Logis und Erfahrung - nicht gerade die Währung, mit der er den Kriminellen Flint auszahlen könnte. Wie gut, dass sich Dr. Beattie mit einem interessanten, aber auch riskanten Angebot an ihn wendet ...


    Geldschulden bei einem Kriminellen und der hartnäckige Verdacht, dass die Geliebte, deren Betätigung alles andere als ehrbar war, ermordet wurde, das allein bietet schon Stoff für so einige Konflikte. Dem Autor jedoch reicht es nicht, und so stattet er seinen Protagonisten denn auch noch mit einer Familiengeschichte aus, über der ein dunkles Geheimnis liegt. Ausgerechnet die Hausangestellte Sarah droht, seinem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Mit ihr verbindet Raven eine ausgesprochene Antipathie, die auf Gegenseitigkeit beruht, doch als weitere Frauen zu Tode kommen und sich eine Verbindung zu Evie andeutet, erweist sich Sarah als hilfreiche und loyale Stütze. Gemeinsam ermitteln sie in einem Fall, der für die Polizei keiner ist, und begeben sich dabei in eine tödliche Gefahr.


    Zitat

    „Schon viele Männer vor ihm hatten in diesem Zimmer gesehen, wie Evie sich verwandelte: vom Objekt äußerster Begierde zum armseligen Gefäß des ungewollten Samens, angebetet bis zum Moment des Ergusses, dann verhasst.“


    Der Einstieg in den historischen Kriminalroman ist misslungen, anders kann man den Versuch des Autors, den Sprachduktus des 19. Jahrhunderts nachzuahmen, nicht bewerten. Es mag an der Übersetzung liegen, aber die ersten drei Kapitel sind in ihrer überfüllten Schwülstigkeit kaum zu ertragen. Zum Glück sind die Kapitel kurz und der Stil wandelt sich bald. Leider ist nicht nur die Sprache überfrachtet, es werden auch zu viele Themen aufgegriffen: neben Kriminalfall und Familiengeheimnis kommen noch Frauenrechte und gleich zwei großen Themen der Medizingeschichte - Geburtshilfe und die Suche nach einem Betäubungsmittel - hinzu. Etwas weniger wäre hier mehr gewesen. Leider bleibt auch das historische Edinburgh auf der Strecke - sieht man mal von der Nennung einiger Straßennamen ab, findet sich nicht viel von der Stadt im Geschehen wieder. Die Geschichte hätte genau so gut in einer beliebigen anderen Stadt spielen können, was ich ausgesprochen schade finde. Etwas mehr Lokalkolorit und Atmosphäre wäre toll gewesen.

    Durch die Fülle an Themen, die sich in der Handlung tummeln, braucht der Kriminalfall etwas, bis er schließlich in die Gänge kommt. Die Holzhammer-Methode, mit der Schlüsselszenen so beschrieben werden, dass auch wirklich dem letzten, extrem unaufmerksamen Leser klar wird, was da gerade passiert, führt leider auch dazu, dass die Story selbst sehr durchsichtig ist. Schade, denn nachdem mir die Figuren nach etwa der Hälfte des Buches endlich einigermaßen sympathisch wurden, wäre ein Plottwist eine nette Überraschung gewesen. Wobei ich zugeben muss, dass mir das Ende ausgesprochen gut gefallen hat. Tatsächlich zieht die Geschichte im letzten Drittel deutlich an, so dass ich am Ende das Buch doch einigermaßen zufrieden weglegen konnte. Da nicht alle Fragen geklärt wurden, kann ich mir durchaus vorstellen, das weitere Bände folgen werden.

    Fazit: Kein echtes Highlight, aber ein solider Krimi, der durchaus Potential als Reihenauftakt hat. Ich bin einem Folgeband jedenfalls nicht abgeneigt!

    Ich wollte eigentlich nur ein bestelltes Buch für Herrn Salix abholen, aber an dem hier kam ich nicht vorbei:


    Ursula Poznanski: Cryptos


    Inhalt:

    Wohin gehen wir, wenn wir nirgendwo mehr hinkönnen?

    Kerrybrook ist Janas Lieblingswelt: Ein idyllisches Fischerdorf mit viel Grün und geduckten Häuschen. Es gibt Schafe, gemütliche Pubs und vom Meer her weht ein kühler Wind. Manchmal lässt Jana es regnen. Meistens dann, wenn es an ihrem Arbeitsplatz mal wieder so heiß ist, dass man kaum mehr atmen kann.

    Jana ist Weltendesignerin. An ihrer Designstation entstehen alternative Realitäten, die sich so echt anfühlen wie das reale Leben: Fantasyländer, Urzeitkontinente, längst zerstörte Städte. Aber dann passiert ausgerechnet in Kerrybrook, der friedlichsten Welt von allen, ein spektakuläres Verbrechen. Und Jana ist gezwungen zu handeln …


    ASIN/ISBN: 3743200503

    Ich hatte heute die Fortsetzung „Die Schatten von Freshley Wood“ in der Hand und war am Überlegen, ob es sich lohnen würde, habe es dann aber doch erst mal nicht mitgenommen. War die richtige Entscheidung, denn nach dieser Rezension möchte ich natürlich mit dem ersten Teil anfangen. :love:

    :gruebel Vielleicht hab ich mazian falsch verstanden, ich hab Das so gelesen, dass das Auto nicht auf der Straße steht, sondern direkt vor ihrer Haustür. Ich kenne das auch hier aus der Gegend, wenn die Straße zu schmal ist, stellen sich die Leute mit dem Auto auf den Bürgersteig und wenn du dann in einem Haus wohnst, dass da direkt angrenzt, ohne Vorgarten oder so ist das ganz schön ätzend. So was wie auf dem Bild hatte ich da gleich vor Augen

    Wenn die halb auf dem Bürgersteig stehen würde mich das stören, aber vor der Haustür ist schon erlaubt. Darauf nehme ich auch keine Rücksicht und sehe da auch keinen Sinn hinter. Dass jemand da mit einem Fahrrad rauskommt ist eher ungewöhnlich, und für einen Kinderwagen reicht der Bürgersteig...

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was genau du da meinst. Warum ist es ungewöhnlich, dass da jemand mit einem Fahrrad aus der Haustür kommt? Und wenn ich Mazian richtig verstehe, dann geht ihre Haustür direkt auf den Bürgersteig, ohne Auffahrt oder so. D.h. Sie kommt aus dem Haus und steht direkt vor der Motorhaube eines Autos, das nicht ihr gehört. Das finde ich ehrlich gesagt unglaublich unverschämt und jetzt zu lesen, dass du darauf auch keine Rücksicht nimmst und das auch sinnlos fändest, macht mich echt sprachlos ...

    Der lachende Wanderer ist auch bei mir eingekehrt, vielen Dank Muffelinchen ! Außerdem erreichte mich ein interessanter Vorschlag von Marlowe , dem ich allerdings wohl nicht nachkommen werde :lache


    Anbei noch das Bildchen aller Karten, die ich noch nicht gepostet hatte -

    1 Marlowe, 2 Muffelinchen, 3 Queeny, 4 Knoermel, 5 Rouge


    Meine letzten 4 Karten haben sich heute endlich auf den Weg gemacht. Na ja, eigentlich erst morgen, da wird der Kasten nämlich geleert.

    Damit habe ich jetzt alle Karten der ersten Runde verschickt :blume

    Sorry, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Ich muss noch 4 Postkarten auf den Weg bringen, habe noch nicht von jeder Eule eine Karte erhalten und es scheinen auch noch nicht alle meiner abgeschickten Karten angekommen zu sein. Für genauere Angaben muss ich meine Liste mit dem Thread abgleichen, da mag ich mich im Augenblick nicht dran machen. Nächste Woche schicke ich auf jeden Fall noch die restlichen Karten auf den Weg und dann schau ich mal, wo ich vielleicht eine Angekommen-Meldung übersehen habe.


    Für eine zweite Runde wäre ich zu haben :angel

    Eine spannende Geschichte, die leider etwas zu sehr ins Konstruierte abdriftet. Die Erzählweise mit den zwei Zeitebenen hat mir ausgesprochen gut gefallen und das verlassene Dorf ist wirklich sehr atmosphärisch beschrieben. Leider bleiben die Figuren der Gegenwart etwas blass, insbesondere die beiden männlichen Begleiter. Alice fand ich anstrengend und kindisch in ihrem Benehmen Emmy gegenüber - auch jetzt, nachdem ich die Gründe dafür kenne.

    Fazit: Gelungenes Debüt & und gute Unterhaltung, insbesondere für Leser, die einen leichten Grusel mögen.

    Zum Inhalt

    Sechs Freunde, fünf Tote?

    Sechs junge Leute, seit Jahren beste Freunde, fahren mit dem Boot in Englands längsten Kanaltunnel - ein Abenteuer in beklemmender Dunkelheit. Als das Boot am anderen Ende des Tunnels wieder auftaucht, sind fünf der Freunde spurlos verschwunden. Der sechste, Matthew, ist bewusstlos. Er beteuert seine Unschuld, ist aber der einzige Verdächtige in diesem mysteriösen Fall, bei dem sich die Presse erstaunlich bedeckt hält. Was ist während der Fahrt geschehen?

    (Klappentext)


    Zum Autor

    Christ McGeorge lebt in Durham und studierte Creative Writing an der City University London. Er liebt Film und Schauspielerei und ist Teil einer Amateurtheatergruppe. McGeorge ist ein großer Bewunderer von Klassikern wie Agatha Christie oder Arthur Conan Doyle und legt seine Geschichten gerne als packende Mischung aus Alt und Neu an. Verwinkelte Plots mit überraschenden Wendungen sind seine Spezialität.

    (Dem Buch entnommen)


    Meine Meinung

    Ungewöhnliches Cover, spannende Inhaltsangabe - spontan gekauft. Angefangen zu lesen. Erste Irritationen. Hauptfigur ist mitnichten Matthew, sondern ein Autor namens Robin Ferringham, der ein Buch über das spurlose Verschwinden seiner Frau Sam geschrieben hat. Während einer schleppenden Buchpräsentation erhält er einen Anruf. Aus dem Gefängnis. Von Matthew, der ihn um Hilfe bittet. Robins Nummer hätte er vor Jahren von Sam bekommen. „Robin Ferringham, hat sie gesagt, würde einen nie im Stich lassen.“

    Robin beisst an. Zuerst, weil er sich Infos über Sams Verschwinden erhofft, doch dann zieht der Fall ihn immer mehr in den Bann. Marsden, der Ort, in dem sich das Unglück abgespielt hat, steckt voller Geheimnisse, und bald weiß Robin nicht mehr, was er glauben soll. Ist Matthew wirklich das unschuldige Bauernopfer oder ist er ein eiskalter Mörder, in dessen raffiniertes Netz sich Robin mehr und mehr zu verfangen droht?

    Spannend geschrieben, raffiniert konstruiert, am Ende jedoch überwiegt der Eindruck des Konstruierten - eine nette Geschichte, aber eben nicht mehr. Großer Minuspunkt ist jedoch die Penetranz, mit der immer wieder auf des erste Buch des Autors („Escape Room“) hingewiesen wird. Dessen Protagonist ist Fernsehermittler und wird hier ständig von irgendwem erwähnt. Ansonsten gibt es keinerlei Berührungspunkte zwischen den Büchern, beide sind komplett eigenständig.

    Fazit: Kurzweilige Unterhaltung, schnell gelesen, schnell vergessen. 7 von 10 Punkten.


    ASIN/ISBN: 3426227096

    Da die Handlung schon ausführlich vorgestellt wurde, spare ich mir das und steige direkt bei meinem Leseeindruck ein:

    Also, mir hat das „unbedingt weiterlesen müssen“ definitiv nicht gefehlt! Tatsächlich fand ich den zweiten Fall von Huldar und Freyja noch spannender als den ersten, denn hier konnte man mal richtig schön mit rätseln :grin Leider gibt es an einer Stelle einen Fehler (vermutlich falsch übersetzt?), die Reihenfolge der Ereignisse wird da nicht richtig beschrieben, was mich ziemlich irritiert hat, aber wenn man nicht wie ich nebenbei versucht, den Fall selbst zu lösen, dann verwirrt das vermutlich kaum.

    Sehr gut gefallen hat mir, dass das Ende des ersten Falls Konsequenzen hatte - endlich mal! Sonst liest man ständig von Kommissaren, die ihre Kompetenzen überschreiten um einen Fall zu lösen und am Ende sind sie die Helden und nichts passiert.

    Das Beziehungsgedöns muss man mögen, denn auch hier nimmt die Geschichte zwischen Hular und Freyja einigen Raum ein - Huldar hätte ich das eine oder andere mal gerne kräftig getreten, so ein Idiot aber auch - und wer da nicht so drauf steht, sollte vielleicht lieber einen anderen Krimi lesen.

    Von mir gibt es 9 von 10 Punkten - im August 2020 erscheint Teil 3 endlich als Taschenbuch, ich werde definitiv zugreifen!