Beiträge von churchill

    Inhalt


    Der langjährige Rom-Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat Joseph Ratzinger in fast 25 gemeinsamen römischen Jahren intensiv kennen gelernt. Er zeichnet ein profundes Porträt des neuen Papstes: als gläubigen Menschen, als Theologen von Weltrang, als Wegbegleiter Johannes Pauls II., am Beginn seines Pontifikats mit all den Fragen, deren Lösung von ihm erwartet werden. (Amazon)


    Autor


    Heinz-Joachim Fischer, Dr.phil., Lic.theol., geb. 1944, aufgewachsen in Berlin, studierte Philosophie und Theologie in Rom, Politische Wissenschaften und Publizistik in München. 1974 trat er in die politische Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein. Seit 1978 ist er als deren Korrespondent für Italien und den Vatikan in Rom.


    Meinung


    Der Autor schreibt im Vorwort, dass „es ein Buch über Joseph Ratzinger werden sollte“. Also ein lange geplantes Porträt über den Theologieprofessor, Kardinal, Präfekten der Glaubenskongregation. Es ist die Stärke dieses mit 190 Seiten vom Umfang her relativ knappen Buches, dass es nicht nach der Papstwahl irgendwelche allgemein bekannten Fakten aus dem Leben Ratzingers zusammenträgt, sondern aus einer langen Bekanntschaft (Fischer nennt es mehrfach vorsichtig „Freundschaft“) des Autors mit dem Kardinal gespeist wird. Fischer zeigt sehr eindrucksvoll die Kontinuität im Leben und der „Karriere“ Ratzingers auf. Ratzingers Verständnis der Kirche wird deutlich. Bei aller Freundschaft benennt der Autor auch die „schwächeren Seiten“ Ratzingers , z.B. die Ungeduld mit intellektuell Unterlegenen (wobei gleichzeitig wie an mehreren anderen Stellen eine große Identifikation Fischers mit „seinem“ Kardinal zu spüren ist, im Sinne von „Die meisten sind einfach zu blöd, um mit Ratzinger mitzuhalten, ich aber kann auf Augenhöhe mit ihm reden“).
    Leider merkt man deutlich, dass das Buch noch nicht „fertig“ war, als es jetzt plötzlich erscheinen musste. Die Kapitel über die Papstwahl und die ersten Tage als Papst fallen deutlich gegenüber dem Vorhergehenden ab, wenn auch „Schmankerl“ wie der Wortlaut der ersten Predigt von Benedikt XVI durchaus ihren Reiz haben. Es war wohl zu wichtig, auf den Papstbücherverkaufsrauschzug mit aufzuspringen und nicht dem Konkurrenten Andreas Englisch von der BILD das Feld zu überlassen.
    Dennoch: Ein lesenswertes und auch sprachlich ansprechendes Buch, das den neuen Papst differenzierter begreifen lässt, als es die allgemeinen Schubladen „konservativ“ oder „rückwärtsgewandt“ zu vermitteln versuchen.

    Rattentod


    Als Diplomtheologe hat man in der katholischen Kirche zuallererst mal die Chance Priester zu werden. Das war ziemlich genau 4 Jahre lang mein Ziel, bis die theoretische Problematik des Zölibats zur praktischen wurde...;-)


    Jetzt arbeite ich als Pastoralreferent in einer Pfarrgemeinde und tue dort all das, wozu ich ausgebildet bin und das von der fehlende Weihe nicht verhindert wird.


    Anders gesagt: Der sakramentale Bereich (Eucharistie feiern, Beichte hören, Krankensalbung spenden, Taufen, Trauen) bleibt den Geweihten vorbehalten.


    Allerdings gibt es in der Pfarrgemeinde vom Besuch der Kindergartenkinder, schulischem Religionsunterricht, Kommunion- und Firmkatechesen, Gremienarbeit und Seniorenveranstaltungen, Krankenkommunionen und Beerdigungen viele Betätigungsfelder für einen Pastoralreferenten, um nur einige zu nennen.

    Als absoluter Laie eine höchst subkjektive Beurteilung:


    Bei "Engels Geduld" stimmt einfach alles.


    "Vierzehnmal" ist tief beeindruckend.


    "Ende der Routine"..ein bisschen viel Kafka ;-)


    "Sonntagsdichter" zu Beginn einfach Klasse, gegen Ende meines Erachtens ein bisschen platt...

    Deine letzte Bemerkung möchte ich relativieren, taciturus. Auch als Theologe finde ich das Buch sehr interessant und habe es zur Zeit auf dem Tisch liegen. Aus theologischer Sicht ist es spannend, welche Begründungsstrukturen Ratzinger benutzt. Zugegeben: Wenn das Konklave anders gewählt hätte, wäre ich nicht unbedingt auf die Idee gekommen, mir gerade jetzt das Buch zuzulegen ;-)


    Allerdings empfehle ich, zuerst den Vorgängerband "Salz der Erde" zu lesen, in dem Peter Seewald ebenfalls in Form eines Interviews dem Kardinal einige persönliche und biographische Bemerkungen entlockt. "Gott und die Welt" dagegen stellt eher den Glauben der Kirche, wie Ratzinger ihn versteht, vor.

    Pollis Beitrag gefällt mir gut, weil er (als Ausnahme unter den Antworten ) konstruktiv ist und Fabienne wirklich weiterhelfen könnte. Ich habe, nachdem ich das Gedicht gelesen habe, sofort das Geburtsdatum der Autorin gesucht...


    Vor diesem Hintergrund kann ich zwar die Kritik am Gedicht, nicht aber deren Schärfe nachvollziehen ! Es ist für mich schon ein Unterschied, ob eine 15-jährige so ein Gedicht schreibt oder jemand, die z.B. doppelt so alt ist...

    Es stimmt, ich fand das Buch auch sehr amüsant...aber von übertriebenen Beschreibungen des weiblichen Verhaltens kann gar keine Rede sein, Krümelchen :grin


    @ Bianca: Es gibt wohl eine Variante in puncto Männer:


    Nina George - Der Sprachschatz der Männer (Verstehen - Mann,
    Mann - Verstehen)


    Hab ich meiner Frau geschenkt, aber noch nicht gelesen ;-)

    Danke für die allseits freundliche Begrüßung :-)


    Zum Avatar: Ein gewisser Zynismus kann schon mal vorkommen ;-)


    So..jetzt lese ich schnell weiter...Hab noch viele Besprechungen nachzugucken :grin

    ... wirkt wohl doch am besten :-)


    Nachdem ich durch Demosthenes am Sonntag von der Existenz dieses Forums erfahren hatte, nutzte ich die letzten Tage, um ein bisschen unerkannt im Verborgenen zu stöbern. Was ich las, begeisterte mich. Darum wage ich mich nun aus der Deckung heraus und stelle mich hier vor.


    Ich bin 40 Jahre alt, verheiratet, mit einem Stall voll Kindern ;-) und als Diplomtheologe im Dienst der Kirche tätig.


    Das Lesen gehört für mich unverzichtbar zum Leben, seit ich es gelernt habe. Dabei wechselt das Genre je nach Saison und Laune: Justizthriller oder Autobiographien, Historische Romane oder Politische Bücher, Klassiker oder deutsche Krimis... und vieles mehr. Das einzig Fehlende ist die Zeit...


    Ab und zu schreibe ich selbst ein bisschen für den Hausgebrauch.


    So freue ich mich darauf, hier viel zu lesen und vielleicht auch ab und zu mal meinen Kommentar zu diesem oder jenem Werk abzugeben...


    Übrigens: Mein nick ist weniger eine Hommage an den englischen Politiker als ein Spiel mit der Sprache in Bezug auf mich selbst ;-)