Beiträge von fictionmaster

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    • Gebundene Ausgabe: 768 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag (9. September 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3453272374
    • ISBN-13: 978-3453272378
    • Originaltitel: The Institute



    Über den Autor:

    Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Bislang haben sich seine Bücher weltweit über 400 Millionen Mal in mehr als 50 Sprachen verkauft. Für sein Werk bekam er zahlreiche Preise, darunter 2003 den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk und 2015 mit dem Edgar Allan Poe Award den bedeutendsten kriminalliterarischen Preis für Mr. Mercedes. 2015 ehrte Präsident Barack Obama ihn zudem mit der National Medal of Arts. 2018 erhielt er den PEN America Literary Service Award für sein Wirken, gegen jedwede Art von Unterdrückung aufzubegehren und die hohen Werte der Humanität zu verteidigen.



    Inhaltsangabe:
    In einer ruhigen Vorortsiedlung von Minneapolis ermorden zwielichtige Eindringlinge lautlos die Eltern von Luke Ellis und verfrachten den betäubten Zwölfjährigen in einen schwarzen SUV. Die ganze Operation dauert keine zwei Minuten. Luke wacht weit entfernt im Institut wieder auf, in einem Zimmer, das wie seines aussieht, nur dass es keine Fenster hat. Und das Institut in Maine beherbergt weitere Kinder, die wie Luke paranormal veranlagt sind: Kalisha, Nick, George, Iris und den zehnjährigen Avery. Sie befinden sich im Vorderbau des Instituts. Luke erfährt, dass andere vor ihnen nach einer Testreihe im »Hinterbau« verschwanden. Und nie zurückkehrten. Je mehr von Lukes neuen Freunden ausquartiert werden, desto verzweifelter wird sein Gedanke an Flucht, damit er Hilfe holen kann. Noch nie zuvor ist jemand aus dem streng abgeschirmten Institut entkommen.

    Meine Kritik:

    Der zwölfjährige Luke Ellis ist hochintelligent und freut sich darauf, bald an zwei Unis gleichzeitig studieren zu dürfen. Allerdings verfügt er auch über schwach ausgeprägte telekinetische Fähigkeiten. Und die werden ihm zum Verhängnis. Luke wird entführt und zu einem geheimnisvollen Institut in Maine gebracht, wo weitere Kinder mit übernatürlichen Fähigkeiten gefangen gehalten werden, um dort mit ihnen zu experimentieren. Und das nicht gerade zimperlich. Nach einer Weile freundet sich Luke mit den anderen Insassen an und suche heimlich nach einem Ausweg aus dieser Misere. Er ahnt allerdings nicht, was für fatale Folgen das nach sich zieht.

    Genau wie die vorherigen Romane beginnt „Das Institut“ ruhig, aber keinesfalls langweilig. Die Geschichte nimmt sich einfach ihre Zeit, die Charaktere vorzustellen und macht sie einem so gleich noch sympathischer. Der Hauptteil des Buches spielt im Institut und hier leidet und fiebert der Leser mit Luke mit. Im letzten Drittel (als es um einen gewissen Rückschlag geht) geht die Spannung aufgrund der vielen Perspektiven zwar etwas zurück, doch zu dem Zeitpunkt will man ohnehin längst genau wissen, wie es weiter und schließlich ausgeht. Ich für meinen Teil habe das Lesen sehr genossen und mich auf jedes weitere Kapitel von Luke und Tim gefreut.

    Die geheimnisvolle Organisation, die Kinder entführt und für geheime Experimente missbraucht, erinnert (vermutlich gewollt) sehr an die „Firma“ aus Kings „Feuerkind“. Ob es sich um dasselbe Unternehmen handelt, bleibt ungewiss. Charlie und die Ereignisse aus dem 1981er Roman werden zu keiner Zeit erwähnt. Auch sonst hält sich der Autor diesmal sehr mit Anspielungen zurück. Es gibt lediglich kleine Erwähnungen von Jerusalems Lot und Zoney's GoMart. Obwohl zum Ende hin alles geklärt ist, möchte ich nicht ausschließen, dass wir Luke oder andere Figuren aus dem Roman anderswo noch mal wiedertreffen.

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    • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
    • Verlag: Droemer HC; Auflage: 2 (23. Oktober 2019)
    • ISBN-10: 3426281546
    • ISBN-13: 978-3426281543

    Über den Autor:

    Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem Debüt "Die Therapie" (2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Seine Bücher wurden bereits 10 Millionen Mal verkauft, in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.



    Inhaltsangabe:

    Milan Berg steht an einer Ampel, als ein Wagen neben ihm hält. Auf dem Rücksitz ein völlig verängstigtes Mädchen. Verzweifelt presst sie einen Zettel gegen die Scheibe. Ein Hilferuf? Milan kann es nicht lesen – denn er ist Analphabet! Einer von über sechs Millionen in Deutschland. Doch er spürt: Das Mädchen ist in tödlicher Gefahr.
    Als er die Suche nach ihr aufnimmt, beginnt für ihn eine albtraumhafte Irrfahrt, an deren Ende eine grausame Erkenntnis steht: Manchmal ist die Wahrheit zu entsetzlich, um mit ihr weiter zu leben - und Unwissenheit das größte Geschenk auf Erden.



    Meine Kritik:

    Milan Berg ist Analphabet und kann deshalb nicht lesen, was das weinende Mädchen auf das Schild geschrieben hat, das sie im Vorbeifahren gegen die Autoscheibe presst. Dennoch fährt Milan hinterher und lässt sich damit auf eine ebenso rasante wie absurde Odyssee ein, die weitaus mehr mit seiner eigenen Vergangenheit zu tun hat, als Milan anfangs für möglich hält.

    In „Das Geschenk“ zieht Sebastian Fitzek sämtliche Register. Praktisch jeder in der Geschichte spielt ein falsches Spiel und verfolgt ganz andere Ziele, als er vorgibt. Es gibt haufenweise mehr oder minder überraschende Wendungen, die die Handlung ständig in andere Richtungen peitschen. Zum Ende hin geschieht das nahezu in jedem neuen Kapitel. Stellenweise erschien mir die Story vom Autor absichtlich kompliziert aufgebaut, damit er in der Geschichte möglichst viele Haken schlagen konnte. Das ist bisweilen anstrengend und verlangt dem Leser einiges ab. Wer dieses (obgleich nicht ganz so heftige) Stilmittel von frühernen Fitzek-Büchern kennt, dürfte sich bei „Das Geschenk“ allerdings sehr gut aufgehoben fühlen.

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    • Taschenbuch: 544 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (16. September 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3442484634
    • ISBN-13: 978-3442484638
    • Originaltitel: The Miracle Cure



    Über den Autor:

    Harlan Coben wurde 1962 in New Jersey geboren. Nachdem er zunächst Politikwissenschaft studiert hatte, arbeitete er später in der Tourismusbranche, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Seine Thriller wurden bisher in über 40 Sprachen übersetzt und erobern regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten. Harlan Coben, der als erster Autor mit den drei bedeutendsten amerikanischen Krimipreisen ausgezeichnet wurde – dem Edgar Award, dem Shamus Award und dem Anthony Award – gilt als einer der wichtigsten und erfolgreichsten Thrillerautoren seiner Generation. Er lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern in New Jersey.



    Inhaltsausgabe:

    Sara Lowell und Michael Silverman sind eines der bekanntesten Paare New Yorks: sie eine beliebte TV-Journalistin, er ein erfolgreicher Basketballspieler, beide jung und attraktiv und aus zwei der besten Familien der Stadt. Eine glorreiche Zukunft liegt vor ihnen. Bis Sara bei den Recherchen zu einer Mordserie eine erschreckende Entdeckung macht: Alle Opfer waren HIV-positiv und bei einem Arzt in Behandlung, der ein Heilmittel für die tödliche Krankheit gefunden zu haben scheint. Kurz darauf wird auch er ermordet. Als Sara der Sache auf den Grund gehen will, werden ihre Nachforschungen schnell gefährlich – und sehr persönlich …



    Meine Kritik:

    Nachdem ein Doktor und mehrere Patienten einer Aids-Klinik auf mysteriöse Weise ums Leben kommen, fängt TV-Journalistin Sara Lowell an, über den Fall zu recherchieren. Die Sache verkompliziert sich, als ihr Ehemann, der berühmte Basketballspieler Michael Silverman während eines Trainings plötzlich zusammenbricht, und sie im Krankenhaus mit einer Hiobsbotschaft konfrontiert werden.

    Als Harlan-Coben-Fan freut es mich, dass sein Frühwerk nach und nach endlich auch seinen Weg nach Deutschland findet. Nach „Honeymoon“ von 1990 ist „Totgeglaubt“ sein zweite Thriller (zuerst 1991 unter dem Titel „Miracle Cure“ erschienen) und schon hier gibt es eine klare Steigerung zum Debüt. Stellenweise ist die Geschichte allerdings noch etwas zu weitläufig erzählt. Es gibt ein, zwei unlogische Kniffe und ein paar aus heutiger Sicht klischeebehaftete Figuren, aber ansonsten präsentiert uns Harlan Coben hier eine interessante Geschichte. Wie der Autor im Vorwort selbst bemerkt, ist der Roman nicht unbedingt was für Neubesucher im Coben-Universum, aber wer bereits einige Bücher von ihm kennt, wird hier seine übliche Handschrift mühelos wiedererkennen.

    Als Vagabund Jack Reacher auf seinem Bankkonto 1030 Dollar findet, weiß er, dass dies ein codierter Hilferuf seiner ehemaligen Army-Kollegen ist. Wenig später findet er zusammen mit Frances Neagley (die wir schon aus dem sechsten Band „Tödliche Absicht“ kennen) heraus, dass ihr gemeinsamer Freund Calvin Franz (der in den Vorgängerbänden gelegentlich Erwähnung fand) ermordet wurde und weitere Mitglieder aus ihrem alten Sonderermittler-Team verschwunden sind. Die beiden beginnen zu ermitteln, ziehen alle Register und nutzen ihre früheren Militärerfahrungen, um herauszufinden, in was für „Trouble“ die Vermissten und Toten geraten sind.

    Der elfte Reacher-Band beginnt spannend und prescht in der gleichen Geschwindigkeit bis zum Ende durch. Wie üblich bei Lee Child gibt es zahlreiche Wendungen und ebenso viele Actionszenen. Das Ende fiel diesmal nicht ganz so spektakulär aus und gefiel mir dadurch deutlich besser. Außerdem fand ich es beeindruckend, dass Jack Reacher auch in seinem elften Abenteuer noch keinerlei Ermüdungserscheinungen zeigt. Jede bisherige Geschichte war interessant, abwechslungsreich und anders als alle davor. Das darf gerne so weitergehen.

    Zwei Jahre nach den Ereignissen vom zweiten Band "Blackmail" hat es der ehemalige Staatsanwalt Penn Cage zum Bürgermeister von Natchez geschafft. Eine seiner Entscheidungen war es, auf dem Mississippi Dampfschiffkasinos zuzulassen. Als ihm sein ehemaliger Schulfreund Tim von illegalen Machenschafften auf den Schiffen erzählt, wird Penn hellhörig. Doch bevor Tim ihm die versprochenen Beweise liefern kann, wird er ermordet und Penn in einen bizarren Strudel aus Gewalt, Erpressung, Hundekämpfen und Drogen gezogen, der auch seine Familie in große Gefahr bringt.

    Sowohl Penns Eltern, die Journalistin Caitlin Masters als auch etliche andere Figuren aus den Vorgängerbänden sind in „Adrenalin“ mit dabei oder werden mindestens erwähnt. Genau wie die Bücher gibt es ebenfalls wieder eine angenehm komplexe und tiefergehende Geschichte, die weit mehr als ein Krimi ist. Stellenweise hatte ich das Gefühl, es mit einem Gesellschaftsdrama zu tun zu haben. Und das soll keinesfalls negativ klingen. Im Gegenteil: der Roman ist von vorne bis hinten toll. Bloß der Cliffhanger am Ende ist richtig fies.

    Der ehemalige Staatsanwalt und jetziger Bestsellerautor Penn Cage wird von seinem Freund Drew Elliott um Hilfe gebeten. Eine Highschoolschülerin wurde ermordet und der verheiratete Drew steht unter Mordverdacht, weil er eine Affäre mit ihr hatte. Mit einen Bedenken lässt sich Penn auf den Fall ein und beginnt in seiner Heimstadt Natchez zu ermitteln. Erschwert wird seine Arbeit durch Drogenhändler, Rassenpolitik und Jugendliche, die ausschweifende leben als das manchem in der Kleinstadt lieb ist.

    „Blackmail“ ist verzwickt und voller Wendungen und ein durchaus interessanter zweiter Fall für den verwitweten Ex-Staatsanwalt. Zwar konnte dieser Band nicht ganz die Qualität des Vorgängers halten, aber gut unterhalten gefühlt habe ich mich allemal.

    Vielleicht hält sich meine Euphorie allerdings auch in Grenzen, weil ich von diesem Roman nur die erheblich gekürzte Hörbuchfassung gehört habe. Die knapp 600 Seiten wurden hier auf 390 Hörbuchminuten reduziert. An mehreren Stellen beschlich mich das Gefühl, dass etwas fehlen würde. Bis zum Ende verstand ich zum Beispiel nicht, wieso der Roman „Blackmail“ (dt. Erpressung) heißt. Davon kommt in der gekürzten Fassung gar nichts vor.

    Gelesen wird die Audioversion von Tobias Kluckert, dem Synchronsprecher von unter anderem Jason Bateman. Kluckert leistet hervorragende Arbeit.

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    • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
    • Verlag: Piper; Auflage: 2. (1. Oktober 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3492058760
    • ISBN-13: 978-3492058766



    Über den Autor:

    Jan Weiler, 1967 in Düsseldorf geboren, ist Journalist und Schriftsteller. Er war viele Jahre Chefredakteur des SZ Magazins. Sein erstes Buch «Maria, ihm schmeckt’s nicht!» gilt als eins der erfolgreichsten Romandebüts der Nachkriegszeit. Es folgten unter anderem: «Antonio im Wunderland» (2005), «In meinem kleinen Land» (2006), «Drachensaat» (2008), «Mein Leben als Mensch» (2009), «Das Pubertier» (2014), «Kühn hat zu tun» (2015) und «Im Reich der Pubertiere» (2016). Jan Weiler verfasst zudem Hörspiele und Hörbücher, die er auch selber spricht. Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in der Nähe von München.


    Inhaltsangabe:

    Das Leben geht zwar immer weiter, aber es wird nicht unbedingt leichter. Jedenfalls nicht für jeden von uns: Kommissar Kühn zum Beispiel hat das Gefühl, schwerer zu sein, als es ihm gut tut. In der Seele und um die Hüfte rum. Während er sich damit abplagt, Gewicht zu verlieren, um interessanter für seine Frau Susanne zu werden, muss er sich gegen die Intrigen seines vermeintlich besten Freundes und Kollegen Thomas Steierer wehren: Seine Karriere bei der Mordkommission hängt an einem immer dünneren Faden – und er bekommt es mit einem Mörder zu tun, der ihm zeigt, wie tief man als Mensch sinken kann. Mit Empathie und einzigartigem Esprit erzählt Jan Weiler von Martin Kühn, dem sich die schwere Frage nach der Leichtigkeit des Lebens stellt.


    Meine Kritik:

    Im dritten Roman geht es Kripo-Kommissar Martin Kühn schlecht. Er hat sich für eine radikale Diät entschieden und darf mehrere Tage lang nichts essen. Entsprechend ist seine Laune. Da passt ihm der neue Mordfall gar nicht ins Programm. Eine estländische Tänzerin wurde ermordet und selbst der Todeszeitpunkt ist anfangs ungewiss. Hungrig beginnt er mit seinem Team zu ermitteln.

    Der Anfang vom dritten Kühn-Band ist etwas schleppend und mit recht vielen Erklärungen über die zwei Vorgängerbände. Wer denkt, dass es danach rasanter wird, irrt allerdings. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Dadurch und durch die (zugegeben recht witzigen) Diätbuch-Einträge fallen Kühns polizeilichen Ermittlungen diesmal deutlich kürzer aus. Zum Ende hin gibt es dann noch eine zeitversetzte Schildung über etliche Kapitel, die die Spannung weiter ausbremst. Erst nach dem Finale wird es ironisch(er) und besser. So ist es im Vergleich zu den zwei Vorgängerbänden eine eher schwächere Kost. Nichtsdestotrotz hoffe ich auf einen vierten, dann wieder spannenderen Band.

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    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag; Auflage: Erstmals im TB (14. Februar 2011)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3442372097
    • ISBN-13: 978-3442372096
    • Originaltitel: The Hard Way (10 Reacher)



    Über den Autor:

    Lee Child verdankt seine außerordentliche Karriere als Krimiautor einer eher unangenehmen Lebenssituation: 1995 wurde ihm wegen einer Umstrukturierung sein Job beim Fernsehen gekündigt. Der Produzent so beliebter Krimiserien wie „Prime Suspect“ („Heißer Verdacht“) oder „Cracker“ („Für alle Fälle Fitz“) machte aus der Not eine Tugend und versuchte sich als Schriftsteller. Was selbst wie ein Roman klingt, entspricht in diesem Fall der Wahrheit: Bereits mit seinem ersten Thriller um den Ermittler Jack Reacher landete Child einen internationaler Bestseller. Er war zugleich Auftakt der heute mehrfach preisgekrönten „Jack-Reacher“-Serie. Child, der 1954 in Coventry in England geboren wurde, ist heute in den USA und Südfrankreich zu Hause.



    Inhaltsangabe:Eigentlich wollte er nur einen Kaffee trinken – doch dann wird Jack Reacher Zeuge einer Geldübergabe. Frau und Tochter eines Millionärs sind verschleppt worden. Steckt wirklich nur eine Entführung mit Lösegeldforderung dahinter, oder hat es mit den schmutzigen Machenschaften des ach so besorgten Edward Lane zu tun, der sein Vermögen als Vermittler für Söldner gemacht hat? Reachers Instinkt für krumme Sachen ist geweckt. Er nimmt sich der Sache an – und gerät zwischen ungeahnte Fronten …



    Meine Kritik:

    Jack Reacher ist mal wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort und beobachtet eine heimliche Geldübergabe des Millionärs Edward Lane. Dessen Frau und Tocher wurden entführt und die Täter fordern mehrere Millionen Dollar Lösegeld. So wie er davon erfährt, sagt Reacher dem Millionär seine Unterstützung zu. Er beginnt zu ermitteln und merkt sehr bald, dass vieles nicht so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Reacher selbst tritt wie gewohnt etwas überheblich und ziemlich breitbeinig auf. Aber das kennen wir ja bereits von früheren Abenteuern Trotz zahlreicher Wendungen in der Handlung fand ich diesen Reacher-Band eher schwächer. Was unter anderem an den üblichen Zutaten lag - inklusive der attraktiven Frau, die mal wieder keinen BH trägt und somit als nächstes Bond- bzw. Reacher-Girl vorprogrammiert war. Das Ende war typisch actionreich, fast schon ein bisschen klischeehaft. Obwohl Reacher in der zweiten Romanhälfte sogar noch London reiste, gab es keinerlei Bezug zu früheren Geschichten und einer gewissen Person, die ein paar Jahre zurück in ebendiese Stadt umgezogen ist.

    Während seiner Militärzeit ermittelte Jack Reacher gegen einen Scharfschützen, der im Irak mehrere Zivilisten tötete. Damals durfte er ihn nicht verhaften, drohte ihm aber, dass er sofort zur Stelle wäre, wenn der Mann nochmals straffällig werden würde. Als der Mann beschuldigt wird, in einer Kleinstadt in Indiana als Heckenschütze in eine Menschenmenge gefeuert zu haben, macht Reacher sein Versprechen wahr. Vor Ort muss er allerdings feststellen, dass der vermeintliche Todesschütze mittlerweile im Koma liegt und die Beweislage gegen ihn sogar ein bisschen zu perfekt ist. Also schaut er den Fall genauer an und findet Punkte, die die anfangs so massive Indizienwand immer mehr ins Bröckeln bringen.
    Die Geschichte beginnt interessant und sehr verzwickt. Ich habe gerne gelesen, wie Reacher seine Ermittlungen anstellt und allmählich hinter die Hintergründe kommt. Nicht ganz so gut fand ich dann allerdings das doch sehr actionreiche Ende. Hier hat es sich Autor Lee Child ein bisschen zu einfach gemacht. Eine filigranere Auflösung hätte dem Roman besser gestanden.

    Nach dem Tod seiner Frau kehrt der frühere Houstoner Staatsanwalt und jetziger Bestsellerautor Penn Cage mit seiner Tochter in die Stadt seiner Kindheit zurück. Doch in Natchez, Mississippi, ticken die Uhren anders und auch ein dreißig Jahre alter ungeklärter Mordfall wird durch eine unbedachte Äußerung von Cage auf einmal wieder brandaktuell. Bevor er sich versieht, wird auf ihn geschossen, seine Familie bedroht und er erpresst. Cage bleibt keine Wahl, als versuchen, die damaligen Hintergründe aufzudecken. Unterstützt wird er dabei von der nicht ganz uneigennützig handelnden Journalistin Caitlin Masters.

    „Unter Verschluss“ war nach (dem zwanzig Jahre später erschienen) „Verratenes Land“ mein zweiter Roman von Greg Iles. Von der Handhabung und den Krimi-Zutaten sind beide Geschichten ähnlich. Gleiches trifft auf die Komplexität der Handlung und die auftretenden Figuren auf. Man könnte soweit gehen und „Unter Verschluss“ als eine Art Blaupause für das spätere Werk betrachten. Allerdings wäre das den beiden wirklich großartigen Geschichten gegenüber unfair. Jeder, der verzwickte Kriminalfälle in (amerikanischen) Kleinstädten mag, kann beim Auftaktband der Penn-Cage-Reihe bedenkenlos zugreifen. Ich für meinen Teil habe die Story sehr genossen und mich zu keiner Zeit gelangweilt.

    Die gut 21 Stunden umfassende Hörbuchfassung wird grandios von Uve Teschner gelesen. Er verleiht jeder Figur seine eigene Stimme und weiß auch die düster-melancholische Stimmung hervorragend umzusetzen.

    An Silvester 1989/90 befindet sich die Welt im Umbruch. Das spürt auch Militärpolizist Jack Reacher deutlich, der urplötzlich von Panama auf einen kleinen Stützpunkt in den Vereinigten Staaten versetzt wird. Die Sorge um die zukünftige Ausrichtung der US Army wird auf einmal durch den Tod eines hochrangigen Generals verstärkt. Wie es sein Job verlangt, beginnt Reacher zu ermitteln. Doch je mehr er herausfindet, desto unruhiger werden seine Vorgesetzten. Bis auch sein Chef Leon Garber von einem Tag auf den anderen durch einen Nachfolger ersetzt wird und dieser die Nachforschungen unter den Teppich kehren will. Als Reacher nicht mitspielt, wird er zum Verdächtigen eines weiteren Mordfalls. Aber natürlich kann auch das unseren Superermittler nicht aufhalten.

    Nach „Größenwahn“ (Band 01) und „Der Janusmann“ (Band 07) ist „Die Abschussliste“ (Band 08) ein weiterer Reacher-Roman, der aus der Ich-Perspektive erzählt wird. Die Handlung ist straff und spannend, außerdem spielen in der Geschichte auch Reachers Bruder und Mutter eine größere Rolle. Es gibt Ausflüge nach Deutschland und Paris, überhaupt ist Reacher in diesem Band sehr viel unterwegs. Das einzig Negative an der ansonsten tollen Geschichte ist Reachers etwas selbstgefällige Art in der zweiten Romanhälfte. Dadurch wirkt die Handlung stellenweise unrealistisch und wie eine Parodie auf andere Militärgeschichten.

    Gebundene Ausgabe: 896 Seiten

    Verlag: HarperCollins; Auflage: 1 (19. August 2019)

    Sprache: Deutsch

    ISBN-10: 3959673361

    ISBN-13: 978-3959673365

    Über den Autor:

    Greg Iles wurde in Deutschland geboren, da sein Vater damals die medizinische Abteilung der Amerikanischen Botschaft leitete. Er verbrachte seine Jugend in Natchez, Mississippi. 1983 beendete er sein Studium an der University of Mississippi. Danach trat Greg Iles zunächst als Profi-Musiker auf, bevor er sich der Schriftstellerei widmete. Seine Bücher erscheinen inzwischen in 25 Ländern. Der überaus produktive Autor pflegt außerdem eine Leidenschaft für Filme. Zu seinem Roman "24 Stunden" schrieb er selbst das Drehbuch.Der Autor lebt mit Frau und zwei Kindern in Natchez, Mississippi.



    Inhaltsangabe:

    »Wir leben in schwierigen Zeiten. Und es ist nicht immer einfach, gut zu sein.« Dies muss Marshall McEwan feststellen, als er nach fast 30 Jahren wieder in seine Heimatstadt Bienville, Mississippi, zurückkehrt.

    Nach wie vor wird das Wohl und Wehe der Stadt durch den »Bienville Poker Club« gelenkt - ein zwielichtiger Zusammenschluss der Reichen und Mächtigen, der noch aus den Tagen des Bürgerkriegs stammt. Genau dort fängt Marshall mit seinen Nachforschungen an, als Buck Ferris, Archäologe und Ziehvater von Marshall, unter mysteriösen Umständen zu Tode kommt.

    Denn seine Ausgrabungspläne gefährdeten das Bauvorhaben der neuen chinesischen Papiermühle. Und es sind die Mitglieder des Poker Clubs, die das größte Interesse an diesem Deal haben. Dass ausgerechnet Max Matheson, Schwiegervater von Marshalls Highschool-Liebe und Vater seines Jugendfreundes, Mitglied des illustren Clubs ist, macht seine Ermittlungen noch brisanter.


    »Ein großartiges Werk von herausragender Bedeutung, voller Kraft und von großer Ernsthaftigkeit.« Washington Post über die Natchez-Trilogie



    Meine Kritik:

    Der Pulitzerpreisgewinner Marshall McEwan kehrt nach fast 30 Jahren in seine Heimatstadt Bienville, Mississippi zurück, weil sein Vater im Sterben liegt. Er übernimmt dessen Job als Chefredakteur der örtlichen Zeitung und braucht nicht lang, um sich Feinde zu machen. Die Geschicke des Ortes werden durch eine Reihe mächtiger alter Männer gelenkt, die allgemein als der "Bienville Poker Club" bekannt sind. Nichts geschieht in der Kleinstadt, ohne dass sie ihr Okay dazu geben. Ein besonderes Dorn im Auge ist ihnen der Archäologe Buck Ferris, der für Marshall eine Art Vaterfigur darstellt. Als der Mann ermordet wird, setzt Marshall alles daran, die Hintergründe aufzudecken.

    „Verratenes Land“ ist mein erster Roman von Greg Iles, aber sicherlich nicht mein letzter. Ich war von einem düsteren Südstaatenkrimi im Stil von James Lee Burke und John Grisham ausgegangen, doch diese Geschichte ist so viel mehr. Es geht um Liebe, Verrat, Vertrauen und die Last von Familienbindungen. Entfernt erinnert es mich an Peter Straubs Meisterwerk „Der Schlund“, in dem ebenfalls jemand nach langer Zeit in seine Heimstadt zurückkehrt. Beide Romane sind äußerst umfangreich, komplex und stellenweise etwas ausufernd (zum Beispiel bei den Kriegsdetails), aber da sie dabei eine beeindruckende Tiefe erreichen und so ein ganz eigenes Universum erschaffen, vergebe ich das gerne. Bevor man sich bei „Verratenes Land“ versieht, fiebert und leidet man mit der Hauptperson und ist erschüttert, wie sehr sich die Ereignisse in der Kleinstadt immer weiter zuspitzen. Man spürt überdeutlich, wie sehr es abwärts geht und ist dennoch fasziniert.

    „Verratenes Land“ ist einer der besten Romane, die ich 2019 gelesen habe, vielleicht sogar DER bisher beste dieses Jahres. Ich hoffe, irgendwann werde ich ebenfalls mal eine Geschichte mit einer derartigen Komplexität erschaffen können. Bis dahin verbeuge ich mich erfürchtig vor Greg Iles grandioser Leistung.

    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (11. Dezember 2006)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 344236616X
    • ISBN-13: 978-3442366163
    • Originaltitel: Persuader (07 Reacher)


    Über den Autor:

    Lee Child verdankt seine außerordentliche Karriere als Krimiautor einer eher unangenehmen Lebenssituation: 1995 wurde ihm wegen einer Umstrukturierung sein Job beim Fernsehen gekündigt. Der Produzent so beliebter Krimiserien wie „Prime Suspect“ („Heißer Verdacht“) oder „Cracker“ („Für alle Fälle Fitz“) machte aus der Not eine Tugend und versuchte sich als Schriftsteller. Was selbst wie ein Roman klingt, entspricht in diesem Fall der Wahrheit: Bereits mit seinem ersten Thriller um den Ermittler Jack Reacher landete Child einen internationaler Bestseller. Er war zugleich Auftakt der heute mehrfach preisgekrönten „Jack-Reacher“-Serie. Child, der 1954 in Coventry in England geboren wurde, ist heute in den USA und Südfrankreich zu Hause.



    Inhaltsangabe:

    Vor sechs Jahren quittierte Jack Reacher, damals Spitzenermittler der US-Militärpolizei, den Dienst. Er tauchte unter – unerreichbar, unauffindbar. Doch dieses eine Mal kommt der rastlose Einzelgänger freiwillig aus der Deckung. Durch puren Zufall ist er einem Mann begegnet, den er seit zehn Jahren für tot gehalten hat. Die Narben auf dessen Stirn erinnern Reacher an sein furchtbarstes Erlebnis, und er weiß: Noch immer geht von dem Janusmann eine tödliche Gefahr aus ...



    Meine Kritik:

    So wie schon der erste Reacher-Band „Größenwahn" ist auch der siebente Band aus der Ich-Perspektive geschrieben. Reacher lässt sich von zwei DEA-Agenten zu einer Undercover-Mission bei einem einflussreichem Teppich-/Drogenhändler überreden, um nicht nur einen totgeglaubten Verbrecher, sondern auch eine vermisste Agentin aufzuspüren. Eine Mission, die der Ex-Militärpolizist bereitwillig und in bester 007-Manier übernimmt. Selbstverständlich geht er dabei so souverän und effektiv vor, dass er es nach drei Tagen bereits zum Sicherheitschef geschafft hat. Aber nichts anderes hatte ich von einem Mann erwartet, dessen innere Uhr dermaßen akkurat funktioniert, dass sie ihn nach drei Stunden Tiefschlaf wunschgemäß aufwachen lässt. Trotz dieser schier übermenschlichen Fähigkeiten tappt Reacher anfangs ziemlich im Dunkeln und muss sich seine Ergebnisse erst erarbeiten. Dadurch bleibt es auch für den Leser die ganze Zeit über interessant. „Der Janusmann" ist rasant und actionreich. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt bis zum Ende nicht.


    ASIN/ISBN: 344236616X

    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (8. August 2005)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3442362857
    • ISBN-13: 978-3442362851
    • Originaltitel: Without Fail (06 Reacher)


    Über den Autor:

    Lee Child verdankt seine außerordentliche Karriere als Krimiautor einer eher unangenehmen Lebenssituation: 1995 wurde ihm wegen einer Umstrukturierung sein Job beim Fernsehen gekündigt. Der Produzent so beliebter Krimiserien wie „Prime Suspect“ („Heißer Verdacht“) oder „Cracker“ („Für alle Fälle Fitz“) machte aus der Not eine Tugend und versuchte sich als Schriftsteller. Was selbst wie ein Roman klingt, entspricht in diesem Fall der Wahrheit: Bereits mit seinem ersten Thriller um den Ermittler Jack Reacher landete Child einen internationaler Bestseller. Er war zugleich Auftakt der heute mehrfach preisgekrönten „Jack-Reacher“-Serie. Child, der 1954 in Coventry in England geboren wurde, ist heute in den USA und Südfrankreich zu Hause.



    Inhaltsangabe:

    Jack Reacher, legendärer Spitzen-Ermittler bei der Militärpolizei, quittierte vor Jahren den Dienst. Seither ist er »abgetaucht«, führt ein rastloses Leben als Einzelgänger ohne festen Wohnsitz. Dennoch wird er eines Tages von der ehemaligen Lebensgefährtin seines verstorbenen Bruders aufgespürt. Und sie überrascht ihn mit dem Anliegen, er möge im Auftrag des Secret Service ein Attentat auf den Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten vorbereiten …



    Meine Kritik:

    Jack Reacher wird vom Secret Service engagiert, um Vizepräsidenten Armstrong zu töten. Zumindest in der Theorie. Er soll herausfinden, ob und wo es in deren Sicherheitskonzept noch Lücken gibt. Er findet nicht nur welche, sondern zudem heraus, dass tatsächlich eine reale Bedrohung existiert. Einer oder mehrere Attentäter haben gedroht, den hochrangigen designierten Politiker umzubringen. Als wäre das nicht bereits kompliziert genug, handelt es sich bei seiner Secret-Service-Kontaktperson um M.E Froelich, die Exfreundin von Jacks verstorbenem Bruder Joe. So muss er sich zwangsweise auch mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen.

    Die Handlung ist straff erzählt, es gibt keinerlei Leerläufe. Dazu ist es interessant, zu verfolgen, aus welchen Kleinigkeiten Jack etwas ableiten kann und dass er damit in der Regel immer richtig liegt. Auch sonst ist Reacher praktisch unfehlbar. Selbst negative Gefühle wie Liebeskummer oder Einsamkeit sind ihm völlig fremd. Da er sich mit Details über eine Vergangenheit sehr zurückhält, war es schön, mehr über ihn, seinen Bruder Joe und die Umstände seines Todes zu erfahren.


    ASIN/ISBN: 3442362857

    Nach dem Tod seiner Frau möchte Schriftsteller Tom Kennedy mit seinem Sohn Jake neu anfangen und zieht mit ihm in die englische Stadt Featherbank. Was sie nicht wissen: In der Kleinstadt verschwanden vor zwanzig Jahren mehrere Kinder – eines sogar direkt aus dem Haus, in das sie einziehen. Es dauert nicht lang und Jake erzählt seinem Vater, dass er nachts in seinem Zimmer eine leise Stimme hört, die nach ihm ruft. Selbstredend dass Tom da nicht ruhig bleiben kann und eigene Nachforschungen einstellt.

    Diese Ausgangsbasis klang vielversprechend und das erste Drittel des Romans war auch wirklich spannend und interessant. Dann allerdings kann es immer häufiger zu Leerlaufszenen, in denen nicht wirklich viel passierte. Die einzige interessante und sympathische Figur war Tom, alle anderen Personen blieben farblos und relativ langweilig.

    Noch schlimmer war allerdings mancher nicht ganz so plausibler Kniff. Warum zum Beispiel Jakes Vater eingebaut wurde, bleibt mir bis zum Ende ein Rätsel. Auch die Figur Karen hätte man sich fast sparen können. So ist “Der Kinderflüsterer” leider nicht das vom Verlag versprochene Thrillerhighlight des Jahres, sondern eher eine Enttäuschung. Ich für meinen Teil hatte mir bei einer solchen Ankündigung jedenfalls erheblich mehr erhofft.

    • Broschiert: 320 Seiten
    • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (12. August 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3423262311
    • ISBN-13: 978-3423262316



    Über die Autorin:

    Rita Falk, Jahrgang 1964, hat sich mit ihrer Provinzkrimiserie um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer (Winterkartoffelknödel, Dampfnudelblues und Schweinskopf al dente) in die Herzen ihrer Leser geschrieben. Von sich selber sagt die Autorin, dass sie die schönste Zeit ihres Lebens in Oberbayern verbracht hat. Dort hat sie ihre Kindheit verbracht, wuchs bei der Oma auf. Dem ihr so vertrauten Landstrich ist Rita Falk auch als Erwachsene treu geblieben. Sie lebt heute in München. Rita Falk ist mit einem Polizisten verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.



    Inhaltsangabe:

    In seinem zehnten Fall bekommt es der Eberhofer mit brutalen Geldeintreibern, einem tragischen Mordfall und einem bockigen Birkenberger zu tun. Dabei könnte er sich so schön feiern lassen, hat man doch in Niederkaltenkirchen beschlossen, dem erfolgreichen Dorfgendarm zu Ehren den Kreisverkehr auf den Namen »Franz-Eberhofer-Kreisel« zu taufen! Stattdessen muss sich der Eberhofer jetzt darum kümmern, dass den brutalen Verfolgern vom Lotto-Otto so rasch wie möglich das Handwerk gelegt wird. Doch noch bevor er die Ermittlungen im Fall Lotto-Otto aufnehmen kann, geht der Lotto-Laden in die Luft – und der Eberhofer hat es jetzt auch noch mit einem Mord zu tun …



    Meine Kritik:

    Franz Eberhofer hat Jubiläum. Seit zehn Jahren klärt er Morde in Niederkaltenkirchen auf. Natürlich nicht alleine, sondern mit Hilfe seines Partners Rudi. Der auch in diesem Band gerne mal verschnupft reagiert, wenn der Franz ihn seiner Meinung nach nicht genug dafür würdigt. Der Fall um den von Geldeintreibern verfolgte Lotto-Otto kommt da genau richtig. Nicht gerade kompliziert, aber mit durchaus mit einigem an Nachforschungs- und Ermittlungsarbeit verbunden. Parallel dazu darf sich Franz in seinem Heimatort noch mit allerlei kuriosen Sachen herumschlagen: Ein Kreisverkehr soll seinen Namen bekommen, auf dem Sportplatz wollen zwei Nazi-Hohlbirnen Stunk machen, sein Sohn Paul hat Problemchen im Kindergarten, während der Flötzinger Liebeskummer plagt und die Oma ihren Guglhupf immer genau dann backt, wenn Franz nicht da ist.

    Der zehnte Band beginnt recht amüsanter Anfang mit dem cholerischen Bürgermeister und dem verstimmten Simmerl. Irgendwann nutzt sich das allerdings ab und es vergeht noch einige Zeit mit skurrilen Charakteren auf ZDF-Humor-Basis, bevor die eigentliche Krimi-Handlung endlich greift. Da diese nicht besonders verzwickt ist, gibt es diesmal jede Menge Kurioses drumherum. Die Fans wird es freuen, für Einsteiger ist das zehnte Abenteuer aber eher nicht geeignet.


    ASIN/ISBN: 3423262311

    Der hochbegabte Jurastudent Mitch McDeere nimmt das Job-Angebot einer exklusiven Kanzlei in Memphis an, ohne zu ahnen, dass die Anwaltsfirma mit der Mafia zusammenarbeitet. Nachdem Mitch einige mysteriöse Todesfälle früherer Kollegen ins Grübeln bringen, setzt ihn auch noch das FBI unter Druck und überredet ihn dazu, seinen Arbeitgeber auszuspionieren ...


    „Die Firma“ ist John Grishams zweiter Roman und zählt (auch wegen der Verfilmung mit Tom Cruise in der Hauptrolle) selbst nach knapp 30 Jahren noch zu seinem bekanntesten Werk. Die Handlung ist sehr nervenaufreibend und actionreich. Auch wenn man die Verfilmung bereits kennt, fiebert man mit dem Protagonisten mit und ist gespannt, was er sich einfällen lässt, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Durch die Vielzahl an auftretenden Personen bleibt die Figurenzeichnung allerdings etwas auf der Strecke.

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    • Taschenbuch: 624 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag; Auflage: Auflage: Heyne Verlag (1. September 1997)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 9783453127012
    • ISBN-13: 978-3453127012



    Biografie:

    John Grisham hat 32 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sechs Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.



    Inhaltsangabe:

    "Grisham weiß einfach, wie es geht. Hochspannung pur!" People

    Rudy Baylor, ein Jurastudent im letzten Semester, gewinnt seine ersten "Mandanten", ein Ehepaar, dessen Sohn an Leukämie erkrankt ist. Die Krankenversicherung weigert sich, für die wahrscheinlich lebensrettende Therapie zu zahlen. Rudy erkennt bald, daß er es mit einem riesigen Versicherungsskandal zu tun hat. Er nimmt den Kampf gegen eines der mächtigsten, korruptesten und skrupellosesten Unternehmen Amerikas auf...


    Meine Kritik:

    Im einen Moment sieht das Leben von Jurastudent Rudy Baylor noch rosig aus, im nächsten wird die Kanzlei, für die er nach dem Examen arbeiten wollte, von einer anderen Kanzlei aufgekauft und seine Stelle wegrationalisiert. Weil kein anderer Anwaltsjob in Memphis verfügbar ist, heuert Rudy bei einem zwielichtigen Anwaltsbüro über einem Supermarkt an und soll von da an Patienten als neue Mandanten im Krankenhaus anwerben. Was keine besonders schöne Arbeit ist. Aber zumindest lernt er im Krankenhaus die hübsche Kelly Riker kennen und verliebt sich in sie. Einziges Problem daran: Kelly ist bereits mit dem gewalttätigen Cliff Riker verheiratet.

    Beruflich geht es langsam aufwärts, als er Dot Black trifft, deren Sohn mittlerweile unheilbar an Leukämie erkrankt ist, weil sich die Versicherungsgesellschaft weigerte, die Kosten für eine Knochenmarkstransplantation zu übernehmen. Rudy beschließt, die übermächtige Versicherungsgesellschaft deswegen zu verklagen.

    Grishams sechster Roman ist zwar nicht ganz so actionreich oder rasant wie seine Vorgänger, langweilig kam mir Rudys Geschichte allerdings nie vor. Sämtliche Charaktere des Buches sind gut ausgearbeitet, sodass sie einem schnell ans Herz wachsen. Gut fand ich, dass Grisham in „Der Regenmacher“ gelegentlich auf schnoddrige, saloppe Ausdrucksweisen zurückgreift – das passt hervorragend zu dem noch jungen Anwalt Rudy.