Beiträge von fictionmaster

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    • Broschiert: 480 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (18. Juni 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 344220545X
    • ISBN-13: 978-3442205455


    Biografie:

    Harlan Coben wurde 1962 in New Jersey geboren. Nachdem er zunächst Politikwissenschaft studiert hatte, arbeitete er später in der Tourismusbranche, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er hat bislang fünfzehn Thriller geschrieben, die in über dreißig Sprachen übersetzt wurden. Harlan Coben wurde als erster Autor mit den drei wichtigsten amerikanischen Krimipreisen ausgezeichnet, dem Edgar Award, dem Shamus Award und dem Anthony Award. Harlan Coben gilt als einer der wichtigsten und erfolgreichsten Thrillerautoren seiner Generation. Er lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern in New Jersey.



    Inhaltsangabe:

    Für Simon wird ein Alptraum wahr, als seine Tochter Paige von einem Tag auf den anderen verschwindet. Hinterlassen hat sie eine Botschaft, in der sie klar macht, dass sie nicht gefunden werden will. Panisch begibt sich Simon auf die Suche, und als er Paige im Central Park tatsächlich entdeckt, erkennt er seine Tochter nicht wieder. Denn diese junge Frau ist völlig verstört und voller Angst. Sie flieht vor ihm, und Simon hat nur eine Chance, wenn er sie retten will: Er muss ihr in die dunkle und gefährliche Welt folgen, in deren Sog sie verloren ging. Und was er dort entdeckt, reißt ihn und seine gesamte Familie in einen gefährlichen Abgrund …



    Meine Kritik:

    Thrillerautor Harlan Coben ist dafür bekannt, dass einen seine Romane immer genau da treffen, wo es richtig weh tut. Oftmals dreht es sich um scheinbar intakte Familien, die durch ein Ereignis in der Vergangenheit auf einmal auf eine harte Probe gestellt werden. So auch in „Suche mich nicht“.

    Familienvater Simon erlebt den Albtraum aller Eltern: Seine Tochter Paige wird drogenabhängig und verschwindet von einem Tag auf den anderen spurlos. Als ein Bekannter sie nach Monaten im New Yorker Central Park gesehen zu haben glaubt, schaut Simon dort sofort nach. Er findet sie tatsächlich, gerät aber mit ihrem ebenfalls drogensüchtigen Freund Aaron in Streit. Die zwei Junkies verschwinden. Einige Zeit darauf wird Aaron auf einmal ermordet und Paige ist abermals unauffindbar. Zusammen mit seiner Frau Ingrid begibt sich Simon auf die Suche nach ihr, auch wenn das sie selbst in Lebensgefahr bringt.

    „Such mich nicht“ ist ein typischer Coben-Thriller über jemanden, der sich auf die Suche nach der Wahrheit begibt und mehr aufdeckt, als ihm lieb ist. Keine Frage, die Geschichte ist interessant und ich habe mich keine Sekunde gelangweilt, allerdings ist sie nicht überragend spannend zählt. Es gibt zwar wie üblich zahlreiche Wendungen, aber auch das gehört bei Coben zum Repertoire. Ebenso, dass es ein, zwei Verweise und Anspielungen auf andere Werke des Autors gibt. So hilft Anwältin Hester Crimstein Simon am Anfang der Geschichte aus einer rechtlichen Klemme.

    Was mich etwas störte, waren die vielen theoretischen Erklärungen (wie zum Beispiel über die Wahrnehmung von Zeit) und die vielen Male, wo es um Sachen ging, die früher mal so oder so hießen, von denen Coben sich aber nicht sicher war, wie sie mittlerweile genannt wurden. Ein, zwei Mal ist so was amüsant, aber nicht ein halbes Dutzend Mal und mehr ...


    Die Handlung vom vierten Band setzt einige Monate nach dem dritten Band „Sein wahres Gesicht“ ein. Jack Reacher wohnt noch immer in seinem geerbten Haus und ist mit Anwältin Jodie liiert. So richtig zufrieden ist er damit allerdings nicht. Er vermisst das Durchs-Land-ziehen und die damit einhergehende Freiheit. Da passt es recht gut, dass das FBI ihn zwingt, an einem Fall mitzuarbeiten, der ihn quer durch die ganze USA führt: Mehrere ehemalige weibliche Armee-Angehörige wurden ermordet und sie alle hatten sich zuvor über sexuelle Belästigung durch Kollegen beklagt. Zunächst ist Reacher von dem Fall wenig angetan und stellt bewusst sämtliche Ermittlungsergebnisse infrage. Trotzdem kann er natürlich nicht aus seiner Haut und stellt am richtigen Ort die richtigen Fragen. Oder glaubt es zumindest. Doch auch der ehemalige Militärpolizist ist nicht perfekt und muss einige überraschende Ermittlungsrückschläge einstecken. Für den Leser bleibt es dadurch eine bis zum Schluss spannende Schnitzeljagd mit zahlreichen Wendungen. Die Auflösung am Ende fiel für meinen Geschmack zwar etwas zu konstruiert aus, aber auch das konnte die interessante Geschichte nur geringfügig trüben.

    Schön fand ich zudem, dass alle bisherigen Jack-Reacher-Romane zumindest an dünnen Fäden zusammenhingen. Aber nachdem Jodie am Ende der Geschichte einen Job in London angeboten bekommt und Reacher wieder seinem Normadentrieb folgen kann, wird die Lesereihenfolge bei den Folgebänden vermutlich nicht mehr ganz so wichtig sein. Ich bin mal gespannt, was mich bei „In letzter Sekunde“ erwarten wird.

    Detective Harry Bosch hat ein Problem: Vor vier Jahren erschoss er den Serienmörder, der von der Presse „Der Puppenmacher“ genannt wurde. Nun muss er sich für den Schuss vor Gericht zu verantworten. Als wäre das nicht heikel genug, gibt es auf einmal einen anonymen Brief im Stil des Killers, in dem er auf eine einbetonierte Frauenleiche aufmerksam macht. So muss sich Harry parallel zur Gerichtsverhandlung mit den damaligen und aktuellen Ermittlungen befassen. Worunter auch die Beziehung zu seiner Freundin Sylvia Moore leidet – und das in mehrfacher Hinsicht.

    „Die Frau im Beton“ ist der 1994 erschienene dritte Band der Harry-Bosch-Reihe und ein routinierter Krimi mit mehreren Wendungen. Der Roman ist eine bewährt gute Arbeit von Michael Connelly, die einen bis zum Ende miträtseln lässt und dadurch gut unterhält.

    Einige Monate nach den dramatischen Ereignissen vom ersten Band wird Detective Sam Porter zum Tatort eines neuen Mordes gerufen. Die Leiche eines Mädchens wurde im Eis eines Chicagoer Sees gefunden. Sam bezweifelt, dass der berüchtigten Four Monkey Killer Anson Bishop dafür verantwortlich ist, stellt mit seinem Team aber trotzdem Nachforschungen in diese Richtung an. Leider kann Sam sich nicht lange persönlich darum kümmern. Nachdem einige Monate zuvor der Four Monkey Killer seinetwegen entwischt ist, hat das FBI die Ermittlungen über den Serienmörder übernommen. Als sie in Sams Wohnung etliche Fallunterlagen und Hinweise auf unterschlagenes Beweismaterial finden, wird er kurzerhand suspendiert. Doch Sam lässt nicht locker und forscht weiter. Dadurch wird er immer tiefer in Bishops düstere Welt gezogen, in der viele Dinge nicht so sind, wie sie anfangs scheinen.

    Der zweite Band ist eine spannende wie mörderische Schnitzeljagd, die parallel aus mehreren Perspektiven erzählt wird. Am besten sind natürlich die von Sam, Claire und dem Rest des Teams. Hier gibt es nicht nur etliche Anspielungen, sondern auch zahlreiche Verknüpfungen zum ersten Band, die erst nach einer Weile ihr großes Ausmaß andeuten. Außerdem gibt es bei Sam und Clair jede Menge spaßige Dialoge, die sich um Musik und Film drehen. Das Ende des zweiten Bandes lässt etliche alte Fragen offen und wirft dazu noch einige neue auf. Weshalb ich hoffe, dass es nicht lang dauern wird, bis Band 3 auf Deutsch erscheint.

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    • Verlag: Random House Audio; Auflage: Ungekürzte Lesung (11. Februar 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3837146421
    • ISBN-13: 978-3837146424



    Über die Autoren:

    Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Bislang haben sich seine Bücher weltweit über 400 Millionen Mal in mehr als 50 Sprachen verkauft. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Preise, darunter 2003 den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk und 2015 mit dem »Edgar Allan Poe Award« den bedeutendsten kriminalliterarischen Preis für Mr. Mercedes. 2015 ehrte Präsident Barack Obama ihn zudem mit der National Medal of Arts. Seine Werke erscheinen im Heyne-Verlag, zuletzt der Spiegel-Bestseller "Mind Control".

    Owen King ist das jüngste der drei Kinder von Stephen und Tabitha King sowie Bruder von Joe Hill. Mit seiner Frau, der Schriftstellerin Kelly Braffet, lebt er in Upstate New York. Der begeisterte Baseballfan studierte am Vassar College und an der Columbia University, wo er einen Master in Fine Arts erwarb. Kings erste Buchveröffentlichung war eine Sammlung, bestehend aus einer Novelle und Kurzgeschichten, die teilweise zuerst in Zeitschriften veröffentlicht wurden. Für seine Texte wurde er mit dem John Gardner Award for Short Fiction der Binghamton University ausgezeichnet. Double Feature, sein erster Roman, erschien 2014, wurde jedoch bisher nicht ins Deutsche übersetzt. Seinen zweiten Roman Sleeping Beauties hat King zusammen mit seinem Vater verfasst.



    Inhaltsangabe:

    Alle Frauen im Dornröschenschlaf – und der Männeralbtraum beginnt. Die Welt sieht sich einem faszinierenden Phänomen gegenüber. Sobald Frauen einschlafen, umhüllt sie am ganzen Körper ein spinnwebartiger Kokon. Wenn man sie weckt oder das unheimliche Gewebe entfernen will, werden sie zu barbarischen Bestien. Sind sie im Schlaf etwa an einem schöneren Ort? Die Männer überlassen sich zunehmend ihren primitiven Instinkten. Eine Frau allerdings, die mysteriöse Evie,scheint gegenüber der Pandemie immun zu sein. Ist sie eine genetische Anomalie, die sich zu Versuchszwecken eignet? Oder ist sie ein Dämon, der abgeschlachtet gehört? Schauplatz und Brennpunkt ist ein kleines Städtchen in den Appalachen, wo ein Frauengefängnis den größten Arbeitgeber stellt. Wie immer grandios gruselig: David Nathans King-Lesung! (3 mp3-CDs, Laufzeit: ca. 27h 41)



    Meine Kritik:

    Zuerst schlafen Frauen in Australien und Asien ein, doch es dauert nicht lang, bis das rätselhafte Phänomen auch die USA erreicht. Nach und nach werden die Frauen von einer rätselhaften Schlaf-Massen-Phänomen erfasst und hüllen sich in Kokons ein. Zahlreiche Frauen versuchen sich dagegen zu wehren, aber auch Kaffee und sonstige Aufputschmittel werden das Einschlafen nicht auf Dauer verhindern können. Doch nicht nur sie sind verzweifelt, auch viele Männer wissen mit der Situation überhaupt nicht umzugehen.

    Man könnte es durchaus als Ende-der-Welt-Szenario bezeichnen. Stellenweise erinnert „Sleeping Beauties auch an Kings „The Stand“, wo ein Virus, fast die gesamte Menschheit auslöscht. In der ersten Zusammenarbeit mit Sohnemann Owen King geht es allerdings um keine Krankheit im herkömmlichen Sinne, sondern (so sagt es eine der Protagonistinnen) einen Zauberbann. Woher der kommt, erfahren wir nur am Rande, im Grunde ist diese Information auch gar nicht so wichtig.

    In „Sleeping Beauties“ begleiten wir eine Vielzahl Menschen in der amerikanischen Kleinstadt Dooling, irgendwo in den Appalachen. Viele der Personen sind Mitarbeiter und Insassinnen des örtlichen Frauengefängnisses. Überhaupt scheint dieser Ort der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Geschichte zu sein. Vor allem nachdem die scheinbar allmächtige Evie in Dooling auftaucht und die Polizei versucht, sie in diesem Gefängnis unterzubringen.

    Die Geschichte ist interessant und regt an mehreren Stellen zum Nachdenken an. Allerdings fällt es bei der Vielzahl an Charakteren schwer, nicht die Übersicht zu verlieren. Ein weiteres Manko (das mich auch schon bei der zweiten Zusammenarbeit Kings mit Peter Straub störte): es passiert einfach viel zu wenig für den Umfang von 976 Seiten, den zum Beispiel die Taschenbuchausgabe besitzt. Sämtliche Handlungsstränge und Hintergründe werden viel zu weitläufig erzählt. Das baut zwar Atmosphäre auf, bremst aber die Spannung aus. Von Dramatik ganz zu schweigen. Deshalb hatte ich (anders als zum Beispiel in „The Stand“) in der ganzen Geschichte keine einzige Figur, die mir näher ans Herz gewachsen war (höchstens vielleicht Clint, aber auch da hielt sich meine Sympathie in Grenzen). Schade eigentlich bei einem Roman dieses Umfangs.

    Gut fand ich allerdings das Ende und eine gewisse Entscheidung, die getroffen werden musste. Das fand ich wirklich einen klugen Kniff.

    Aufgrund der Weitläufigkeit der Geschichte bin ich froh, dass ich mich bei „Sleeping Beauties“ für die Hörbuchvariante entschieden habe. Die dauert zwar mit knapp 28 Stunden ebenfalls recht lang, ist dank Kings deutschem Hauptvorleser David Nathan aber stimmungsvoll und bestmöglich umgesetzt. Das hilft viel und poliert vielleicht sogar einiges auf.

    Der amerikanische Autor J. D. Barker wollte einen Serienmörderthriller schreiben, der sich von anderen unterscheidet. Bis zu einem gewissen Grad ist ihm das mit dem ersten Band von „The Fourth Monkey“ zweifellos gelungen. Zwar greift er auf manche genretypische Zutat zurück (z. B. Ermittler mit privatem Drama, der sich durch den neuen Fall erst wieder auftraft), aber es gibt nicht Dutzende Gemetzel-Szenen. Stattdessen ist man als Leser lange Zeit im Unklaren, ob es sich bei dem vor einen Bus gelaufene Mann tatsächlich um den gesuchten Serienmörder The Fourth Monkey handelt. Parallel zu den Ermittlungen in diese Richtungen gibt es noch eine weitere Handlungsebene, die sich mit Auszügen aus dem gefundenen Tagebuch handelt, in dem der Serienmörder von seiner ungewöhnlichen Kindheit berichtet. Stellenweise fand ich diese Aufzeichnungen sogar interessanter als die eigentliche Polizeiarbeit. Zum Ende hin wird in Sachen Spannung natürlich sehr noch einmal ordentlich Gas gegeben und einiges, was wir bisher annahmen, auf den Kopf gestellt. Daher ist es auch nicht schlecht, dass schon da auf eine mögliche Fortsetzung hingearbeitet wurde. Die mit „Das Mädchen im Eis“ auch vor kurzem auf Deutsch erschienen ist.

    In „Die Geschichte der Baltimores“ lässt uns Joël Dicker an einem ganz besonderen Familiendrama teilhaben. Wir begleiten den Autor Marcus Goldman, der sich an seine Kindheit und Jugend erinnert. Wie er mit seinen Eltern die reichen Verwandten in Baltimore besucht und dort zuerst mit seinem Cousin Hillel und später auch mit dessen Adoptivbruder Woody spielt und Abenteuer erlebt. Wie sich die Jugendlichen alle in das Nachbarsmädchen Alexandra verlieben, aber nur Marcus bei ihr landen kann. Und wie trotz der heilen Welt irgendwann alles in einer Katastrophe endet.

    Der Roman ist aufgebaut in fünf Teile und springt immer wieder zwischen der Gegenwart (2012) und der Vergangenheit hin und her. Nicht immer geht es nur um die drei jugendlichen Mitglieder der „Goldman-Gang“, auch das Leben ihrer Eltern spielt eine große Rolle und hat einen eben solchen Einfluss auf das, was in all den Jahren geschieht. Aus dem Grund gibt es bei diesem Familiendrama auch nicht nur eine Version der Wahrheit, sondern viele unterschiedliche Perspektiven, die Marcus erst ergründen und zusammenfügen muss. Trotzdem ist es die meiste Zeit ein Roman übers Erwachsenwerden bzw. wie sich „großartige Träumer“ langsam der Realität stellen. Durch Joël Dickers einfühlsame Erzählweise leiden wir nicht nur mit der Hauptfigur Marcus, sondern nehmen ebenfalls am Schicksal aller anderen Personen in seinem Kosmos teil.

    Ich könnte alternativ ein paar Krimis mit Hund anbieten:


    Zwei, in denen auch aus der Perspektive des Boxers berichtet wird: "Mord mit Seeblick" und "Mord mit Massage" (beide im Weltbild Verlag erschien)


    Zwei, in den der Hovawart ein Teil des Ermittlerteams ist: "Auf den Hund gekommen" und "Auf kurze Distanz" (beide im Verlag Edel Elements erschienen).

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    • Broschiert: 448 Seiten
    • Verlag: Penguin Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (13. Mai 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3328103813
    • ISBN-13: 978-3328103813



    Über die Autorin:

    Lina Bengtsdotter wuchs in der schwedischen Kleinstadt Gullspång auf, die sie zum Setting ihrer Thriller-Serie um die Ermittlerin Charlie Lager machte. »Löwenzahnkind«, der erste Teil der Reihe, wurde zu einem Sensationserfolg: Es war das bestverkaufte Debüt des Jahres in Schweden und erscheint in 20 Ländern. Lina Bengtsdotter lebt heute in Stockholm.



    Inhaltsangabe:

    Sie ist Stockholms beste Ermittlerin – doch sie hat Leichen im Keller ...
    Gullspång, eine Kleinstadt in Westschweden. Als in einer heißen Sommernacht die siebzehnjährige Annabelle spurlos verschwindet, ist schnell klar, dass Verstärkung angefordert werden muss. Mit Charlie Lager schickt die Stockholmer Polizei ihre fähigste Ermittlerin – doch was die Kollegen nicht wissen dürfen: Die brillante Kommissarin ist selbst in Gullspång aufgewachsen. Je tiefer Charlie nach der Wahrheit hinter Annabelles Verschwinden gräbt, desto mehr droht das Netz aus Lügen zu reißen, das sie um ihre eigene, dunkle Vergangenheit gesponnen hat. Doch die Zeit drängt – sie muss Annabelle finden, bevor es für sie beide zu spät ist …



    Meine Kritik:

    Kommissarin Charlie Lager wird mit einem Kollegen in die westschwedische Kleinstadt Gullspång geschickt, um das Verschwinden der siebzehnjährigen Annabelle zu untersuchen. Ausgerechnet an den Ort ihrer Kindheit zurückzukehren, passt Charlie dabei überhaupt nicht. Denn eine Reise zurück in ihre Heimatstadt bedeutet, sich der eigenen dunklen Vergangenheit stellen zu müssen. Damals hatte sie Gullspång nämlich nicht gerade freiwillig verlassen.

    Die Geschichte beginnt rätselhaft und bis kurz vor Schluss weiß man nicht, was genau es mit dem vermissten Teenager auf sich hat. Das fand ich gut. Weniger gut fand ich, dass die Ermittlungen stellenweise fast zur unwichtigen Nebensache degradiert wurden, da Charlie die meiste Zeit mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hatte. Vermutlich lag es auch daran, dass ich mit der (laut Buchcover) besten Ermittlerin Stockholms nicht richtig warm wurde. Wirklich sympathisch fand ich die Problempolizistin zu keiner Zeit, dafür an mancher Stelle ziemlich anstrengend.

    Aus dem Grund kann ich die euphorischen Pressestimmen nicht wirklich nachvollziehen. Weder fand ich, dass „Löwenzahnkind“ „erstklassig“ noch ein „fesselnder Pageturner“ war. Eher ein Schwedenkrimi mit den bekannten üblichen Zutaten.

    Die langersehnte Fortsetzung ist ab sofort im Handel erhältlich: "Auf kurze Distanz - Der zweite Fall für Mark und Felix".


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    Inhaltsangabe:

    Es ist später Abend und Kriminalkommissar Mark Richter wird zu einem neuen Mordfall gerufen. Diesmal betrifft es keinen Unbekannten, sondern eine Person aus seinem Umfeld, die ihm sehr am Herzen liegt. Dieses und andere tiefschürfende Ereignisse sorgen dafür, dass Marks bisheriges Leben ins Wanken gerät. Obwohl ihn die ganze Situation emotional viel zu sehr belastet, übernimmt er zusammen mit seinem chaotischen Partner Dominik und dem cleveren Hovawart-Hund Felix die Ermittlungen. Doch je mehr sie herausfinden, desto komplizierter wird sowohl die Polizeiarbeit als auch Marks Privatleben.


    „Ein Hund zum Knutschen, ein cleverer Ermittler und ein fieser Mord – perfekter Krimispaß.“ – Silke Porath


    Details:

    Titel: Auf kurze Distanz

    Verlag: Edel Elements (2019)

    Preis: 4,99 Euro

    ISBN: : 978-3-96215-301-4

    ASIN: B07N8C4NK5


    Der Roman ist ausschließlich im eBook-Format erhältlich.

    Bestellen könnt ihr den Krimi bei Amazon und in jedem anderen Online-Shop.



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    • Taschenbuch: 316 Seiten
    • Verlag: Low, Torsten; Auflage: Erstausgabe (21. März 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3940036501
    • ISBN-13: 978-3940036506

    Über den Autor:

    Während seines kulturwissenschaftlichen Studiums war Vincent Voss in unterschiedlichen Berufsfeldern tätig. Von seinen zahlreichen Eindrücken als Pflegehelfer einer akutpsychiatrischen Einrichtung, Qualitätsmanager, Bodyguard, Call-Center-Agent, Tankwart, Fotografen-Assistent und Bestatter zehrt er beim Schreiben. Der Abschied als Frontmann einer Terrorjazzband im Jahr 2006 bedeutete das zwischenzeitliche Ende, meist düsteren Gedanken eine Stimme geben zu können. 2009 erfolgte die erste Teilnahme an einer Ausschreibung, die erfolgreich endete und somit den Start in eine neue künstlerische Gattung eröffnete. Heute arbeitet er als Geschäftsführer eines Reiseunternehmens und lebt als glücklicher Vater dreier Kinder im Norden Hamburgs auf dem Land.


    Inhaltsangabe:

    Stell dir vor, du gehst mit deiner Familie in ein Freibad. Es ist warm und der Himmel wolkenlos. Und dennoch regnet es. In den Nachrichten siehst du, dass es überall auf der Welt geregnet hat. Ohne Wolken. Danach fallen dir Dinge auf. Kleinigkeiten. Störungen im Funk und Fernsehen, weitere Regenfälle, deren Erklärungen dir unglaubwürdig erscheinen.
    Und einige Menschen verändern sich. Wirken nicht mehr wie sie selbst.
    Es beginnt bei deinen Arbeitskollegen. Sie benehmen sich fremdartig. Wie ausgetauscht.
    Bei deinen Freunden.
    Bei deinen Kindern und deiner Frau.
    Was würdest du glauben? Was bist du bereit zu tun, um es aufzuhalten?


    Meine Kritik:

    Zuerst ist es nur ein ominöser Regen bei strahlend blauem Himmel, dann folgen Bildstörungen im Fernsehen und dass die Menschen anfangen, sich komisch zu benehmen. Abweisend, gefühlskalt und wie ferngesteuert. Was sich zunächst wie das typische Leben der heutigen Smartphone-Gesellschaft anhört, entpuppt sich bei Vincent Voss als der Anfang vom Ende. Vom Ende der Welt, um genau zu sein. Die Hauptperson seines Romans „Infiltriert“ ist der Familienvater und Biologielehrer Florian „Flo“ Daunert, dem die Veränderungen als einem der ersten auffallen. Sowohl seine Ehefrau Merle als auch seine ältere Tochter Nele verhalten sich zunehmend merkwürdig. Einzig Töchterchen Lynn scheint von dem Phänomen verschont geblieben zu sein. Flo wundert sich zunächst schweigend, aber je deutlicher die Veränderungen zutage treten, desto mehr hinterfragt er das Ganze – und findet schließlich heraus, wieso er und Lynn nicht betroffen sind: Weil sie an der Rot-Grün-Krankheit leiden. Genau wie Flos Rockerbruder Tom. Zusammen versuchen die drei die Hintergründe aufzudecken, bringen sich dabei aber nur selbst in große Gefahr. Aus lauter Verzweiflung entführt Flo schließlich sogar seine infiltrierte Tochter Nele und sucht auf eigene Faust nach einer Heilung für sie. Dabei hat er selbst nicht die geringste Ahnung, wie er das anstellen soll.

    Die erste Hälfte von „Infiltriert“ ist zweifellos die stärkere. Gekonnt schildert Vincent Voss den Niedergang der Gesellschaft und wie sich ein Familienvater nicht damit abfinden will. Die Handlung will es natürlich, dass trotzdem alles immer weiter zu Grunde geht. Immerhin befinden wir uns in einem Endzeitroman. In der zweiten Hälfte sind die Möglichkeiten der Nicht-Infiltrierten etwas limitiert, weshalb es da eher ein verzweifelter Überlebenskampf ist. Das Ende ist genretypisch etwas offen, sodass bei Erfolg durchaus eine Fortsetzung folgen könnte.

    Schöne Geschichte – mit nur einem klitzekleinen Fehler: Am Anfang von Kapitel 16 heißt es: „Das U2-Cover von Johnny Cashs „One“. War das nicht eher umgedreht?

    William Boyd orientiert sich an Ian Flemings Original-Zeitlinie und lässt seine Geschichte 1969 spielen. An seinem 45. Geburtstag lernt James Bond die Schauspielerin Bryce Fitzjohn kennen. Doch viel Zeit für sie bleibt ihm nicht. Ein neuer Auftrag führt ihn ins kriegsgebeutelte westafrikanische Land Zanzarim, wo er als Journalist getarnt die Militärregierungskreise infiltrieren soll. Es kommt zu den genretypischen Verwicklungen, die allerdings nicht so spannend anmuten, weil man von Anfang an ahnt, worauf es hinauslaufen wird. Aus dem Grund fand ich die ersten zwei Drittel der Geschichte, die fast komplett in Afrika spielten, auch nicht so gelungen. Es war nicht die erwartete packende Geheimagentengeschichte voller internationalen Verknüpfungen, sondern eher ein behäbiges und stellenweise altbacken wirkendes "Ein Ermittler in Afrika"-Abenteuer mit den typischen Eckdaten der alten Bond-Storys. Jefferey Deavers Bond-Roman „Carte Blanche“ war da um Längen besser. Im letzten Romandrittel gibt es zwar Reisen nach England und in die USA, doch auch die können nicht mehr viel herausreißen. Von dem versprochenen „raffiniert-verwickelten Bond-Abenteuer voll unerwarteter Wendungen“ habe ich jedenfalls wenig gemerkt.

    Interessant fand ich lediglich, dass man nur an wenigen Stellen (z. B. durch das Fehlen von Handys oder manche Benimmregeln und Denkweisen) tatsächlich merkt, dass die Handlung etliche Jahrzehnte in der Vergangenheit spielt. Von einer zeitlosen oder klassischen Bond-Geschichte kann dennoch keine Rede sein.

    Nach einem nicht ganz so erfolgreichen Einsatz in Serbien kehrt James Bond nach London zurück und soll zusammen mit einem Kollegen vom Inlandsgeheimdiensts einen Anschlag auf britische Ziele verhindern. Eine Spur führt ihn dazu zuerst nach Dubai und anschließend nach Südafrika, wo er sich mit falscher Identität in einen internationalen Abfallbeseitigungskonzern einschleust. Selbstredend, dass er bei seinen Ermittlungen in etliche brenzlige und verzwickte Situation gerät. Aber Bond wäre nicht Bond, wenn er nicht auch diese zu meistern wüsste. Natürlich kommt dabei auch die holde Weiblichkeit nicht zu kurz.

    Mit „Carte Blanche“ ist Jeffery Deaver ein aktueller und ebenso spannender wie abwechslungsreicher Spionage-Thriller mit allen üblichen Bond-Zutaten gelungen. Selbst M (der hier im Gegensatz zu vielen Craig-Filmen männlich ist), Miss Moneypenny, Mary Goodnight und Felix Leiter tauchen auf. Die Geschichte hätte problemlos als nächstes Filmdrehbuch verwendet werden können. Aus gegebenen Anlässen wird auch einige Male das Apartheidregime in Südafrika angesprochen. Außerdem erfährt man einiges über Recycling und Abfallbeseitigung im Allgemeinen.

    Nate McClusky ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Er sitzt für mehrere begangene Raubüberfälle im Gefängnis und ist auch sonst nicht besonders zartbesaitet. Als bei ihm die Haftentlassung ansteht, versucht ihn eine Neonazi-Gang dazu zu überreden, draußen mit ihnen zusammenzuarbeiten. Nate weigert sich und tötet im Streit seinen Gegner. Daraufhin geben die Neonazis einen Hinrichtungsbefehl für Nate und seine Familie heraus und Nate sieht keine andere Wahl, als schnellstens aus dem Knast abzuhauen. Den Mord an seiner Ex-Frau kann er nicht verhindern, aber seine Tochter Polly kann er retten und sieht nur eine Chance, um sein und ihr Leben zu retten: Er muss den Neonazis solange in deren Geschäfte hineinpfuschen, bis diese den Tötungsbefehl zurücknehmen. Während der gemeinsamen Flucht durch die USA bildet Nate seine Tochter dann zur widerstandsfähigen Kämpferin aus.

    Die Geschichte ist sehr atmosphärisch und knackig beschrieben, es macht Spaß, Nate und Polly bei ihrer Odyssee zu begleiten. Aber auch das ändert nichts daran, dass die Handlung nicht besonders viele Überraschungen bereithält, sondern alles genauso abläuft, wie man es von einer solchen Story erwartet. Dadurch wird die Spannung leider etwas an der kurzen Leine gehalten. Das relativ offene Ende fand ich etwas unbefriedigend, aber das ist wohl Geschmackssache. Nichtsdestotrotz ist Jordan Harper eine interessante Geschichte gelungen.


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    • Taschenbuch: 322 Seiten
    • Verlag: Knaur TB (2. Juli 2018)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3426216817
    • ISBN-13: 978-3426216811


    Über den Autor:

    Lothar Nietsch, Jahrgang 1966, ist selbstständiger Installateur, Fitnesstrainer und KEP-Kaufmann. Lesen und Schreiben begleiten ihn seit seiner Kindheit. Seit dem Jahr 2000 veröffentlicht er in Anthologien und Literaturzeitschriften. »Familienbande« ist sein dritter Roman. Weitere sind in Planung.



    Inhaltsangabe:

    Die Schwester dem Wahnsinn verfallen, ihr Kind verschollen – Ruth Clairborne ist nach ihrer Rückkehr in die Heimat einem grausigen Geheimnis auf der Spur. Ein fesselnder Kriminalroman von Lothar Nietsch.

    Ruth Claireborne kehrt in ihre Geburtsstadt zurück, um den Nachlass ihrer verstorbenen Tante zu regeln. Überrascht muss sie feststellen, dass ihre kleine Schwester Lisa, zu der Ruth den Kontakt abgebrochen hatte, seit drei Jahren in einer Nervenheilanstalt untergebracht ist. Bei ihren Nachforschungen erfährt sie außerdem, dass ihre Schwester wenigstens einmal entbunden haben muss. Doch Lisa ist kaum ansprechbar und von dem Kind fehlt jede Spur.

    Um der Sache auf den Grund zu gehen, engagiert Ruth den Privatdetektiv Luka Ascher, ehemals Hauptmann beim KSK, um nach dem verschollenen Kind zu fahnden. Schnell spitzt sich die Lage zu. Denn noch ehe Luka sich mit Lisas ehemaliger Kollegin trifft, wird diese ermordet. Je tiefer Luka im Laufe seiner Ermittlungen gräbt, desto dichter wird das Geflecht aus Lügen, Intrigen in einem Spiel aus Macht und Gier.



    Meine Kritik:

    Dass Lothar Nietsch die Krimis von Ross Macdonald mag, merkt man beim Lesen der „Familienbande“ ziemlich bald. Es fängt schon bei der Ähnlichkeit der Namen an: Bei Macdonald heißt der Held Lew Archer, bei Nietsch Luka Ascher. Auch in Sachen Hardboiled-Krimi-Handlung gibt es etliche Gemeinsamkeiten. Ein großer Unterschied ist allerdings, dass die Macdonald-Sachen meist in L.A. spielen, während es sich bei „Familienbande“ um einen lupenreinen Frankenkrimi handelt.

    In seinem ersten Fall erhält Detektiv Luka den Auftrag, das Schicksal von Ruth Clairebornes Schwester Lisa zu untersuchen, die seit drei Jahren in einer Nervenheilanstalt in Bayreuth untergebracht hat. Luka lässt sich auf den Fall ein und bekommt es schon bald mit brutalen Schlägern, dubiosen Ärzten und einem fiesen Immobilienhai zu tun. Zum Glück ist unser Held ein ehemaliger KSK-Soldat, der sich sehr gut selbst zu verteidigen weiß. Und ein cleverer Ermittler ist er noch dazu. Doch auch seine Gegner sind nicht auf den Kopf gefallen, sodass es immer wieder zu dramatischen Wendungen kommt. Die Handlungsdichte ist dabei so hoch, dass man beim Lesen genau aufpassen muss, um nicht den Anschluss zu verlieren. Aber das kennt man ja von den Hardboiled-Krimis von Raymond Chandler nicht anders.

    Zu bemängeln an der Geschichte habe ich eigentlich bloß Nietschs recht nüchterne Schreibweise. Emotionen gibt es von Anfang bis Ende so gut wie keine. Manche mögen einen solchen Stil bevorzugen, ich für meinen Teil tauche gerne tiefer in die Seelenwelt meiner Protagonisten ein. Wie auch immer, über einen weiteren Fall mit Luka Ascher würde ich mich sehr freuen.

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    • Taschenbuch: 300 Seiten
    • Verlag: Luzifer-Verlag (22. Januar 2015)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 9783958350182
    • ISBN-13: 978-3958350182
    • ASIN: 3958350186
    • Originaltitel: One Night Stan's


    Über den Autor:
    Greg Sisco is a screenwriter, director, and novelist working in the genres of horror, thriller, and dark comedy. In 2018, his spec script “The Patience of Vultures” won the Horror Screenplay Award at the Austin Film Festival and placed in the Top 50 in the Nicholl Fellowships in Screenwriting. His novels have been on bestseller lists in both English and German.



    Inhaltsangabe:

    Willkommen in Scud City, der wildesten Stadt Amerikas ... Der Stadt, in der ein Koffer voller Geld mit Sicherheit verloren geht. Der Stadt, in welcher sich College Studenten, Punkrocker, ein schräger FBI-Agent, ein Serienmörder, ein russischer Drogensüchtiger und ein Nachtclub-Besitzer, der sich für Frank Sinatra hält, alle gemeinsam in einem verdrehten Netz aus Sex, Mord und Drogen wiederfinden. Und herzlich willkommen im One-Night Stan s, dem heißesten Strip-Club in Scud City; wo die Böden aus Linoleum sind, die Luft aus Zigarettenrauch, und die Nacht nicht vorbei ist, bevor nicht jemand als Leiche das Lokal verlässt. Als ein paar College-Studenten über eine orangefarbene Tasche stolpern, randvoll gefüllt mit Hundert-Dollar-Scheinen, werden sie zum Ziel eines zugedröhnten Nachtclub-Besitzers, einer nymphomanen Stripperin, deren Fetisch es ist, Menschen zu quälen, und eines russischen Türstehers, dem nachgesagt wird, einen Mann in zwei Hälften reißen zu können. Während dieser wilden Nacht, die nach und nach völlig aus den Fugen gerät, begegnen sie noch einem obszön-dümmlichen FBI-Agenten, der einen Serienmörder verfolgt, welcher auf seiner Tour Stripperinnen aufschlitzt; einen Serienmörder, der möglicherweise nun den falschen Club gewählt hat. In dieser einzigen Nacht, in der jedermann die Kontrolle verliert, wird das One-Night Stan s zu einem Ort von Anarchie, wilder Gewalt, anonymem Sex und all den anderen verrückten Dingen, über die Normalos und Spießer nicht lachen können.



    Meine Kritik:

    Der Strip-Club „One-Night Stan's“ ist so was wie die “Titty Twister Bar” aus „From dusk till dawn“: Alles dreht sich um Sex, Alkohol und Drogen (einzig die Vampire fehlen). Da wundert es nicht, dass dort eine nach Mord lüsterne Stripperin arbeitet, die es erregend findet, ihre Kunden umzubringen. Oder dass der Türsteher Russian Bob, um den sich viele urbane Legenden drehen, kein Problem hat, jedem, der aus der Reihe tanzt, die Knochen zu brechen. Wer in diesen Club geht, will Spaß haben – und das um jeden Preis. Entsprechend dreckig und rau geht es zu. In Greg Siscos vermutlich stark an „Sin City“ orientierten Roman begleiten wir mehrere Gäste und mindestens genauso viele Angestellte. Ständig wechselt die Perspektive zu einer anderen Person. Es sind so viele, dass man schnell die Übersicht verliert. Zumal es auch keine direkte Hauptperson gibt. Dazu gibt es jede Menge derbe Sprüche und Szenen, die eher ordinär als originell sind. Vor allem im letzten Drittel scheint es sich fast nur noch um entblößte Genitalien und Morde zu drehen. Das wirkt auf Dauer etwas eintönig. Dadurch ist es alles in allem eine eher mittelprächtige Geschichte, in der durchaus noch ein bisschen mehr drin gewesen wäre.

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    • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
    • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (31. Januar 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3423762284
    • ISBN-13: 978-3423762281
    • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
    • Originaltitel: Batman



    Über die Autorin:

    Marie Lu wuchs in Peking auf, emigrierte mit fünf Jahren in die USA. Sie hat einen Abschluss der University of Southern California und designte Videospiele, bevor sie ihren ersten Roman ›Legend‹ schrieb, der in 24 Länder verkauft und zum weltweiten Bestseller wurde. Marie Lu lebt mit ihrem Mann und ihren Hunden in Kalifornien.



    Inhaltsangabe:

    Der Actionthriller von Bestsellerautorin Marie Lu

    Der junge Millionenerbe Bruce Wayne jagt in seinem Sportwagen eigenmächtig einem Polizeiflüchtigen hinterher. Der Täter kann gefasst werden. Er ist Mitglied der Nightwalker, die in Bruce’ Heimatstadt Gotham City vor allem die reiche Elite terrorisieren. Bruce jedoch wird wegen Missachtung polizeilicher Anordnungen zu Sozialstunden verurteilt, und zwar ausgerechnet im Hochsicherheitstrakt des örtlichen Gefängnisses. Dort trifft er auf Madeleine, ebenfalls Mitglied der Nightwalker, die seit Wochen jegliche Aussage verweigert. Bruce hingegen scheint sie zu vertrauen. Sie warnt ihn, dass er als Nächster auf der Liste der Nightwalker steht. Doch welche Rolle spielt sie selbst dabei?



    Meine Kritik:

    Technisch gesehen ist dieser Batman-Roman gar keiner, weil Bruce Wayne zur Zeit der Handlung gerademal 18 Jahre alt ist und an das Fledermaus-Kostüm keinen einzigen Gedanken verschwendet. Der Gerechtigkeitssinn ist bei Bruce allerdings auch da bereits massiv ausgeprägt, weshalb er selbst an seinem Geburtstag nicht zögert, mit einem Sportwagen einem flüchtigen Verbrecher nachzurasen. Die Aktion klappt, aber statt Dank erhält der mililardenschwere Vollwaise eine Strafe wegen Missachtung polizeilicher Anordnungen. Er wird zu Sozialstunden im berüchtigten Arkham Asylum verknackt. Dort trifft er auf die hübsche Madeleine, ein Mitglied der Verbrechergruppe Nightwalker, die Gotham City seit Monaten terrorisiert. Bruce freundet sich mit ihr an und merkt anfangs gar nicht, dass sie ihn dabei manipuliert.

    Obwohl Batman selbst gar nicht in Erscheinung tritt, dürften Batman-Fans mit diesem Roman dennoch ihre Freude haben. Butler Alfred ist dabei, einer von Bruce Waynes Kumpels ist Harvey Dent und am Ende taucht sogar ein junger Detective namens James Gordon auf. Anders als bei Sarah J. Maas‘ „Catwoman“-Roman merkt man dem „Nightwalker“ die weibliche Note nicht so sehr an. Stattdessen ist Bestsellerautorin Marie Lu ein actionreicher Psychothriller gelungen, der sich zwar vorwiegend an junge Erwachsene richtet, aber auch allen anderen gefallen könnte, die sich für das Thema Superhelden interessieren, insbesondere Fans der TV-Serie „Gotham“.

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    • Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag (4. März 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3453272137
    • ISBN-13: 978-3453272132



    Über den Autor:

    John Grisham hat 31 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sechs Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.


    Inhaltssangabe:

    Wenn aus der Wahrheit Böses wächst - der neue große Roman von John Grisham

    Oktober 1946 in Clanton, Mississippi. Pete Banning ist einer der angesehensten Bürger der Stadt. Der hochdekorierte Kriegsveteran hat es als Oberhaupt einer alt eingesessenen Familie mit dem Anbau von Baumwolle zu Reichtum gebracht. Er ist ein aktives Mitglied der Kirche, ein loyaler Freund, ein guter Vater, ein verlässlicher Nachbar. Doch eines Morgens wendet sich das Blatt. Pete Banning steht in aller Früh auf, nimmt ein leichtes Frühstück zu sich, fährt zur Kirche und erschießt den Pfarrer. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die Gemeinde ist erschüttert, und es gibt nur eine einzige Frage: Warum? Pete Banning aber schweigt. Sein einziger Kommentar lautet: »Ich habe nichts zu sagen.« Und auch als ihm die Todesstrafe droht, bricht er sein Schweigen nicht. Ein Aufsehen erregender Prozess beginnt, an dessen Ende in Clanton nichts mehr ist, wie es zuvor war.



    Meine Kritik:

    John Grisham ist bekannt für seine verzwickten Justizthriller. In „Das Bekenntnis“ allerdings geht es relativ wenig um Juristisches. Es ist auch weniger ein Thriller als vielmehr ein Drama. Ebenfalls ungewöhnlich: Diesmal spielt die komplette Geschichte in der Vergangenheit. In den 1940er Jahren, um genau zu sein.

    Es geht mal wieder um die Stadt Clanton in Mississippi, die Grisham-Fans schon aus etlichen anderen Romanen kennen. Kriegsheld und Farmer Pete Banning steht eines Morgens auf, um ganz gezielt den Pfarrer der Gemeinde zu erschießen. Den Mord streitet er auch nicht mal ab und verbietet seinem Anwalt sogar, auf Unzurechnungsfähigkeit zu plädieren. Es kommt wie es kommen muss: Pete wird vom Gericht zum Tode verurteilt. Weil er ein Kriegsheld ist, bietet ihm der Gouverneur eine Abmilderung der Strafe in lebenslange Haft an, doch selbst mit dieser Aussicht ist Pete nicht bereit, die Gründe für seine Tat zu nennen. Da Sympathien für einen dermaßen sturen Protagonisten aufzubringen fiel mir nicht leicht. Jemand, der nicht mal im Angesicht des Todes den Mund öffnen will, ist nur schwer zu verstehen.

    Mit Petes Hinrichtung ist der Roman allerdings nicht vorüber. Nein, danach gibt es einen gewaltigen Zeitsprung zurück und wir werden in Petes Vergangenheit involviert und bekommen sogar Petes komplette Militärzeit während des zweiten Weltkrieg erzählt. Inklusive seiner Gefangennahme auf den Philippinen und den mehrjährigen Guerilla-Einsätzen. Für jemanden wie mich, der auf einen Justizthriller eingestellt war, war das zwar interessant, aber viel zu weitläufig erzählt und daher nicht ganz so spannend.

    Aber die Spannung hielt sich in diesem Roman ohnehin in Grenzen. Trotz der dramatischen Ereignisse war es ein etwas schleppender Anfang und auch danach wurde es nicht so viel besser. Zumindest rätselte ich nicht wirklich darüber, wieso Pete den Pfarrer umgebracht hatte und nicht darüber reden wollte. Ich ging einfach davon aus, dass es dafür schon einen aus seiner Hinsicht plausiblen Grund geben würde. Vielleicht lag das Desinteresse daran, dass es lange Zeit keine direkte Hauptperson gab und die Handlung ständig zwischen allen möglichen Personen hin und her sprang.

    Ein weiteres Manko waren die ständigen Verzögerungen: Mehrmals führte einen der Autor in die Nähe von Petes Beweggründen für den Mord, aber natürlich folgte die Auflösung erst zum Schluss. Gut fand ich allerdings die gelegentlich eingestreute Kritik an den damaligen diskriminierenden US-Rassengesetzen.

    Der letzte Teil des Romans beschäftigt sich mit der Frage, was für rechtliche und persönliche Folgen eine Mord nach sich ziehen kann. Das war wieder mehr interessant – und stellenweise recht erschütternd.

    Während der doch recht detaillierten Geschichte kam mir einige Male der Gedanke, dass die Handlung vielleicht auf wahren Begebenheiten beruhen könnte. Aber laut der englischen Wikipedia-Seite von "The Reconing" ist alles rein fiktiv (abgesehen von den historischen Fakten über den zweiten Weltkrieg).



    Anmerkung: Ich wusste nicht recht, wo bei den Büchereulen ich diese Rezi posten sollte. Aber nachdem der Roman bei Amazon unter "Krimi" gelistet ist, habe ich mich hierfür entschieden.