Beiträge von fictionmaster


    • Taschenbuch: 288 Seiten
    • Verlag: Piper Taschenbuch (1. März 2017)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3492310028
    • ISBN-13: 978-3492310024


    ASIN/ISBN: 3492310028



    Über den Autor:

    Mike Krüger ist in Ulm zur Welt gekommen und in Hamburg aufgewachsen. Die Idee zu seinem ersten Hit „Mein Gott, Walther" kam ihm mit fünfzehn am Baggersee – den riesigen Erfolg des Songs verpasste er fast beim Fischen in Norwegen. Seitdem hat er sich für sein Publikum mehrfach neu erfunden, Fernsehgeschichte geschrieben und auf fast jeder Bühne zwischen Nordsee und Wörthersee gespielt.



    Inhaltsangabe:

    Mike Krüger ist die Kultfigur im deutschen Fernsehen. In den 70ern vertonte er mit "Mein Gott, Walther" das Lebensgefühl der Mittelschicht, in den 80ern erfand er mit Thomas Gottschalk die deutsche Kino-Komödie neu und zur Jahrtausendwende zog er mit "7 Tage, 7 Köpfe" in jedes deutsche Wohnzimmer ein. Doch mühelos verlief sein Leben vor der Ausnahmekarriere keineswegs.
    Anlässlich seines 40. Bühnenjubiläums wirft er einen Blick zurück und erzählt, warum eine einsame Kindheit auch humorbildend sein kann und wie er aus Versehen zu einem der beliebtesten Entertainer der Republik wurde.



    Meine Kritik:

    Seit den 1970er Jahren tingelt und tangelt Komiker Mike Krüger durch unsere Republik und hat dabei jede Menge erlebt. Warum das nicht in den Memoiren niederschreiben, hat er sich irgendwann gedacht und dieses Buch hier zusammen mit Till Hoheneder verfasst. Was dabei herausgekommen ist, finde ich sehr bemerkenswert. „Mein Gott, Walther - Das Leben ist oft Plan B“ ist kein stures Herunterrasseln von Erlebnissen und markanten Ereignissen aus seiner umfangreichen Vita, sondern deutlich mehr als das. Es gibt haufenweise lustige Anekdoten aus dem Leben des Komikers, über Streiche mit Karl Dall oder Thomas Gottschalk, über Saufgelage mit Ron Wood, die erste Begegnung mit Rudi Carrell oder das Treffen mit manchem skurrilen Zeitgenossen. Das alles wird warmherzig und stets im bewährten Krüger-Humor und jeder Menge flapsiger Sprüche vorgetragen. Zudem gibt es den einen oder anderen kritischen Seitenhieb. Genauso stelle ich mir nicht nur eine Komiker-Biografie war. Klar wird diese Bio vorrangig Krüger-Fans ansprechen, aber auch wer Interesse an der deutschen Kulturlandschaft der vergangenen vierzig Jahre hat, wird hier mehr als belohnt.

    • Audio CD
    • Verlag: der Hörverlag (23. Oktober 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3844536310
    • ISBN-13: 978-3844536317


    ASIN/ISBN: 3844536310



    Über den Autor:

    Christopher Isherwood, geboren 1904 in der englischen Grafschaft Cheshire, war ein berühmter anglo-amerikanischer Schriftsteller und Drehbuchautor. Nach einem erfolglosen Studium der Geschichte und Medizin in Großbritannien ging er 1929 nach Berlin. Dort schrieb er u. a. seine bekannten »Berlin Stories«, zu denen auch »Leb wohl, Berlin« zählt und die er motivisch in einigen Musicals und Filmen verarbeitete. Isherwood galt außerdem als einer der ersten Literaten der Lesben- und Schwulenbewegung, da er nach einer prägenden Sinneskrise in Amerika seine eigene Homosexualität mittels drastischer Darstellungen in seinen Werken verarbeitete. Der Autor starb 1986 im kalifornischen Santa Monica.


    Inhaltsangabe:

    CABARET meets BABYLON BERLIN
    Die letzten Tage der Weimarer Republik in Berlin. Die Menschen verschließen die Augen vor der drohenden Katastrophe und feiern sich um den Verstand: zwei junge Männer, die in fataler Weise voneinander abhängen, eine vermögende jüdische Familie, die das nahende Unglück nicht wahrhaben will sowie zahlreiche Mitglieder der Halbwelt. Mitten unter ihnen träumt die hinreißend leichtsinnige Nachtclubsängerin Sally Bowles von der großen Karriere. Im Hintergrund der Szenerie marschieren bereits die Nazis auf ...
    Das Hörspiel aus der Feder von Heinz Sommer und unter der Regie von Leonhard Koppelmann ist ebenso fulminant wie das Berlin in Isherwoods weltberühmten Roman.
    Produktion: Hessischer Rundfunk/Der Hörverlag 2019 (4 CDs, Laufzeit: 4h 47)



    Meine Kritik:

    Anfang der 1930er Jahre befindet sich Berlin im Umbruch. Die Weimarer Republik befindet sich in der Auflösung, auf den Straßen herrscht Krieg zwischen den Kommunisten und den Nazis. Alle streben nach der Macht und zögern nicht, diese mit extremen Maßnahmen zu erreichen. Das Hörspiel begleitet eine Nachtclubsängerin und einen antriebslosen Schriftsteller bei ihren Leben und Erlebnissen in der Stadt. Unabhängig voneinander werden Sie Zeugen verschiedener historischer Ereignisse und spüren, wie sich die Situation in der deutschen Hauptstadt immer weiter zuspitzt.

    Die Hörbuchumsetzung des Hörbuchverlags war handwerklich wirklich gut gemacht und besaß viel authentische Atmosphäre. Dafür aber leider nur einen dünnen roten Handlungsfaden. Keine der zwei Hauptpersonen hatte mit großen Konflikten zu kämpfen und musste daher auch nichts dergleichen bewältigen. Stattdessen leben sie einfach ihr Leben und kriegen hier und da mal was mit. Selbstredend, dass die Geschichte dadurch leider nur wenig spannend ist.

    Eine kleine Mogelpackung ist zudem die Info, dass das Hörspiel vier CDs mit einer Gesamtlaufzeit von 4h47min umfasst. In Wahrheit befindet sich die Geschichte bloß auf drei CDs. Die vierte Disc enthält noch einmal den kompletten Soundtrack, gespielt von der HR-Bigband. Die liefert zugegebenermaßen herausragende Arbeit ab. Dennoch hätte ich stattdessen lieber mehr Hörspielhandlung gehabt.

    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag (2. März 2020)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3453272218
    • ISBN-13: 978-3453272217
    • Originaltitel: The Guardians


    ASIN/ISBN: 3453272218



    Über den Autor:

    John Grisham hat 32 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sieben Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.



    Inhaltsangabe:

    In Seabrook, Florida wird der junge Anwalt Keith Russo erschossen. Der Mörder hinterlässt keine Spuren. Es gibt keine Zeugen, keine Verdächtigen, kein Motiv. Trotzdem wird Quincy Miller verhaftet, ein junger Afroamerikaner, der früher zu den Klienten des Anwalts zählte. Miller wird zum Tode verurteilt und sitzt 22 Jahre im Gefängnis. Dann schreibt er einen Brief an die Guardian Ministries, einen Zusammenschluss von Anwälten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, unschuldig Verurteilte zu rehabilitieren. Cullen Post übernimmt seinen Fall. Er ahnt nicht, dass er sich damit in Lebensgefahr begibt.


    Meine Kritik:

    Nach einem Nervenzusammenbruch entscheidet sich Cullen Post, nicht mehr als Anwalt zu arbeiten, und lässt sich zum Priester umschulen. Bei einem Besuch im Todestrakt trifft er allerdings auf einen unschuldig Inhaftierten und findet seine wahre Berufung. Er schließt sich der gemeinnützigen Organisation "Guardian Ministries" an und setzt sich von da an für zu Unrecht verurteilte Häftlinge ein. Wie üblich ist er mit mehreren Fällen gleichzeitig beschäftigt. Der Roman begleitet ihn unter anderem zu den Recherchen zu dem jungen Afroamerikaner Quincy Miller, der angeblich einen Anwalt ermordet hat. Trotz äußerst dürftiger Beweislage wurde er trotzdem zum Tode verurteilt.

    Obwohl die Geschichte ruhig und nicht effekthascherisch erzählt wird, ist dennoch zu keiner Zeit langweilig. Grisham weiß genau, wie er alle notwendigen Zutaten miteinander vermischt und sympathische Charaktere kreiert. Das Schöne an „Die Wächter“ ist, dass die Geschichte praktisch endlos weitergehen könnte, da Cullen ständig neue Fälle auf dem Tisch bekommt. Es geschieht eben einfach zu viel Unrecht auf der Welt und wir können froh sein über jeden, der sich wie die "Guardian Ministries" für die Menschen einsetzt.


    • Gebundene Ausgabe: 1008 Seiten
    • Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 1. (18. April 2016)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3352006652
    • ISBN-13: 978-3352006654
    • Originaltitel: The Bone Tree

    ASIN/ISBN: 3352006652


    Über den Autor:

    Greg Iles wurde in Deutschland geboren, da sein Vater damals die medizinische Abteilung der Amerikanischen Botschaft leitete. Er verbrachte seine Jugend in Natchez, Mississippi. 1983 beendete er sein Studium an der University of Mississippi. Danach trat Greg Iles zunächst als Profi-Musiker auf, bevor er sich der Schriftstellerei widmete. Seine Bücher erscheinen inzwischen in 25 Ländern. Der überaus produktive Autor pflegt außerdem eine Leidenschaft für Filme. Zu seinem Roman "24 Stunden" schrieb er selbst das Drehbuch.Der Autor lebt mit Frau und zwei Kindern in Natchez, Mississippi.


    Inhaltsangabe:

    »Voller unerwarteter Wendungen … Dieser grandiose Roman zeigt, dass Kriminalliteratur jeden Aspekt des menschlichen Lebens beleuchten kann.« Washington Post
    Penn Cage, der Bürgermeister von Natchez, Mississippi, und seine Verlobte, die Chefredakteurin Caitlin Masters, sind einem Anschlag entkommen, hinter dem die Doppeladler stecken, eine rassistische Organisation, die seit den sechziger Jahren ihr Unwesen treibt. Aber die Gefahr ist keineswegs beseitigt. Forrest Knox, ausgerechnet der Chef der State Police, ist der wahre Kopf der Doppeladler. Er will verhindern, dass Penn Beweise vorbringt, welche Morde die Doppeladler begangen haben. Doch Penn hat eine Spur, um die Toten zu finden. Sie führt in die Sümpfe des Mississippi River, zu einem geheimnisvollen Ort, an dem ein ganz besonderer Baum steht.
    Ein Thriller, der alles mit sich bringt: Hochspannung, großartige Charaktere und tiefe Einblickte in die Abgründe unserer Gesellschaft



    Meine Kritik:

    Nach dem dramatischen Finale vom vorherigen Band „Natchez Burning“ versuchen Bürgermeister Penn Cage und seine Verlobte, die Chefredakteurin Caitlin Masters, weiterhin mehr über die Hintergründe der Rassenmorde herauszufinden und so die Unschuld von Penns Vater zu beweisen. Unterstützt werden sie dabei vom FBI-Agenten John Kaiser und einer Handvoll anderer Wagemutiger. Während ihrer Recherchen kristallisiert sich heraus, dass die Verbindungen der „Doppeladler“ nicht nur in alle möglichen Bereiche des täglichen Lebens reichen, sondern dass manche der skrupellosen Killer in den 1960ern vielleicht sogar in die Anschläge auf John F. Kennedy und Martin Luther King verwickelt gewesen sein könnten. Das ist auch für den Leser ein ziemlich starker Tobak ist, aber so plausibel, detailliert und authentisch, wie Greg Iles alles erzählt, glaubt man ihm sogar die waghalsigsten Theorien.

    Die vielen Details erweisen sich stellenweise allerdings auch als Bumerang. Obwohl die Handlung nur wenige Tage umfasst, braucht der Autor erneut satte 1000 Seiten, um seine Geschichte zu erzählen. An manchen Stellen ließ er sich für meinen Geschmack etwas zu viel Zeit, um die Handlung voranzutreiben. Dafür überschlugen sich im letzten Drittel auf einmal die Ereignisse und ließen mich zum Schluss mit viel Appetit nach mehr zurück. Zum Glück ist der Abschlussband „Die Sünden von Natchez“ bereits erhältlich. Einmal mehr bin ich gespannt, wie es weiter- und vor allem letztendlich ausgeht.

    Die schon aus „Hologrammatica” bekannte UNO-Agentin Fran Bittner erhält einen neuen Fall. Sie soll den Mordanschlag auf den Investigativjournalisten Calvary Doyle untersuchen, der angeblich kurz davor stand, brisante KI-Informationen aufzudecken. Calvary Doyle selbst hatte einige Wochen zuvor eine Datensicherung seines Gehirns vornehmen lassen, sodass sein Bewusstsein in einen neuen Körper transferiert werden kann. Allerdings fehlen ihm praktisch sämtliche Erinnerungen an seine jüngsten Recherchen. Notgedrungen beginnt er ebenfalls Nachforschungen anzustellen.

    Die Geschichte von „Qube“ wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Neben Fran sind wir zusammen mit Calvary Doyle und einer vom Burn-Out geplagten Gamerin unterwegs. Anfangs irritieren die unterschiedlichen Handlungsplots etwas. Insbesondere die über die Ausflüge in die virtuelle Welt, in der es um Hohepriester, Elfen und Fantasy-Labyrinthe geht. Stellenweise hatte ich das Gefühl, dass zu viele Kapitel in der virtuellen Welt spielen. Diese waren meist nicht halb so spannend, wie die "realen" Ereignisse.

    Gefreut habe ich mich über die Anspielungen auf den ersten "Hologrammatic"-Band und darüber, mehr über Frans früheren Liebhaber Gallahad Singh zu erfahren, der Gerüchten zufolge vor zwei Jahren ins All gereist ist und seither als verschollen gibt. In einem hoffentlich bald folgenden dritten Band wird wir vielleicht mehr über sein Schicksal aufgedeckt.

    Als sich 1951 die weltweite Lage zuspitzt und China und Russland zusammen eine Vorherrschaft in Asien anstreben, wird Agent Nikolai Hel undercover nach Peking geschickt, um den dortigen sowjetischen Botschafter auszuschalten. Nikolai sagt zu, sieht vor Ort aber rasch ein, dass er niemandem vertrauen kann. Nicht einmal seinen eigenen Leuten.

    Trotz dieses abwechslungsreichen Szenarios gestaltete sich der Anfang von „Satori“ leider ziemlich schleppend. Später nimmt die Geschichte zwar etwas mehr Fahrt auf, aber wirklich spannend wird es trotzdem nicht. Der Roman ist gut recherchiert und strotzt vor Fachwissen, doch das macht den Thriller nicht automatisch interessanter. Die vielen coolen Dialoge und Sprüche, die ich aus anderen Winslow-Romanen kenne, fehlten hier weitestgehend.


    • Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
    • Verlag: Loewe Verlag GmbH; Auflage: 1 (13. November 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3743206722
    • ISBN-13: 978-3743206724
    • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre


    ASIN/ISBN: 3743206722



    Über den Autor und weitere Mitwirkende

    STAN LEE ist der Erfinder zahlreicher Superhelden aus dem Kosmos der Marvel Comics, angefangen von Spiderman bis zu den Avengers. Millionen von Fans kennen ihn von seinen Cameo-Auftritten in den Verfilmungen seiner Comics. A Trick of Light ist sein Vermächtnis. Stan Lee starb am 18. November 2018 im Alter von 96 Jahren.

    Kat Rosenfield ist freie Journalistin und arbeitete unter anderem für MTV News, US Weekly und den Playboy. Ihr Roman Toter Sommer wurde für den renommierten Edgar Award nominiert.



    Inhaltsangabe:

    Cameron, ein nur mäßig erfolgreicher YouTuber (16 Abonnenten), wird während eines Livestreams auf dem Eriesee plötzlich vom Blitz getroffen. Das Video geht viral und Cameron ist endlich so berühmt, wie er immer sein wollte. Allerdings liegt er mit einem brummenden Schädel im Krankenhaus. Erst zu Hause stellt Cameron fest, dass der Krawall in seinem Kopf von den elektronischen Gegenständen in seiner Umgebung stammt. Er kann sich mental mit ihnen verbinden und sie manipulieren: sein Smartphone, seinen Laptop, das Fitnessarmband seiner Mutter und sogar den Kühlschrank. Diese Superskills wird Cameron auch brauchen, denn eine dunkle Macht bedroht den Planeten, deren Zerstörungskraft all unsere Vorstellungen sprengen wird.

    „Typisch Stan Lee, dass er sich das Beste für den Schluss aufgehoben hat. Was das für ein Film werden wird …“ James Patterson

    Stan Lee, popkulturelle Legende und Mastermind hinter Marvel´s Avengers™, Black Panther™, X-Men™ und Spider-Man™, wollte schon immer einen Roman schreiben. Im Alter von 95 Jahren hat er sich diesen Wunsch erfüllt und seine Fans mit einem letzten halsbrecherischen Abenteuer überrascht. Stan Lees Jugendroman ist bis oben hin voll mit so aufregender Technologie, dass man die Zukunft kaum abwarten kann – eine um KIs erweiterte Lebenswelt, die manchmal nur eine Illusion ist: a trick of light.


    Meine Kritik:

    Als Marvel-Fan war ich sofort neugierig, als ich von dieser Geschichte erfuhr, die da auf einer Idee von Stan „The Man“ Lee verfasst wurde. Und auch obwohl es um ein komplett anderes Thema geht und kein einziger Superheld auftaucht, bewegt sich die Geschichte nicht sooo weit von Stans üblichen Betätigungsfeldern entfernt. Es geht um den Teenager Cameron Ackerson, der bei einem Bootsausflug vom Blitz getroffen wird und danach die Fähigkeit hat, mit Computern und Maschinen zu kommunizieren. Übers Internet lernt er die talentierte Hackerin Nia kennen und wird mit ihr in eine kosmische Verschwörungsgeschichte verwickelt, die gravierende Auswirkungen auf das irdische Leben haben könnte.

    Stellenweise erinnert die Handlung an einen Comic, aber auch die typischen Coming-of-Age-Elemente sind enthalten. Und da es auf einer Idee von Stan Lee basiert, dürften selbstverständlich einige Anspielungen auf das Marvel-Superhelden-Universum nicht fehlen. Die Geschichte beginnt interessant und vielversprechend, ab dem letzten Drittel ist allerdings irgendwie die Luft raus, weil letzten Endes doch alles in die übliche Richtung geht. Zum Schluss wird die Tür für eine Fortsetzung offen gelassen. Mal schauen, ob da was kommt.

    Als Chirurg Marc Seidman aus dem Koma erwacht, erfährt er, dass seine Frau tot und seine sechs Monate alte Tochter Tara verschwunden ist. Kaum hat er den ersten Schock überwunden, erhält er eine Lösegeldforderung für Tara. Doch die Übergabe geht schief und 18 Monate hört er nichts von seiner Tochter. Dann melden sich die Entführer erneut und wollen abermals Geld. Marc setzt alles daran, dass diesmal nichts schiefgeht. Als die zweite Übergabe ebenfalls scheitert, weiß sich Marc keinen anderen Rat, als auf eigene Faust zu ermitteln. So schlittert er von einer waghalsigen Situation in die nächste, gerät unter Mordverdacht und wird von den Entführern selbst gejagt. Zusammen mit dem Leser deckt Marc immer mehr Puzzleteile auf, doch viele davon machen die Situation nur noch verwirrender ...

    „Keine zweite Chance“ ist ein spannender Thriller mit zahlreichen Wendungen. Lange Zeit weiß man nicht, was gespielt wird, weil eine eigene Vermutung bald darauf widerlegt wird. In der Hinsicht erleben wir Harlan Coben in Bestform. Dazu gibt es trotz einiger drastischer Szenen immer wieder Humor und herzliche Momente. Ebenfalls toll: das Ende wirkt realistisch und nicht so konstruiert, wie es in späteren Romanen stellenweise der Fall ist. Jeder, der gute Thriller mag, kann hier bedenkenlos zugreifen.

    • Gebundene Ausgabe: 750 Seiten
    • Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (31. Oktober 2017)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3958692575
    • ISBN-13: 978-3958692572


    ASIN/ISBN: 3958692575



    Über den Autor:

    Michael Marrak wurde am 5. November 1965 im tauberfränkischen Weikersheim geboren. Er studierte Grafik-Design, Desktop-Publishing und Multimedia in Stuttgart und trat zwischen 1989 und 1996 als Autor, Illustrator, Herausgeber und Anthologist in Erscheinung. Nach mehreren Jahren als freier Illustrator widmet er sich seit 1997 vornehmlich dem Schreiben und wurde mehrfach mit dem European Science Fiction Award, dem Deutschen Phantastik Preis, dem Kurd Lasswitz Preis und dem Deutschen Science Fiction Preis ausgezeichnet. Übersetzungen seiner Texte erschienen in Frankreich, Griechenland, Russland, China, Ungarn und den USA.
    Seine Romane, Erzählungen und Grafiken umfassen ein breites Spektrum aus Phantastik, Horror, Thriller, Science Fiction und Magischem Realismus. Nach drei Phantastik-Buchveröffentlichungen im Lübbe-Verlag folgte 2008 im Ravensburger Buchverlag der Jugendroman "Das Aion - Kinder der Sonne". Von Mitte 2006 bis Anfang 2012 war Michael Marrak im Hannoveraner Entwicklerstudio Reakktor Media verantwortlich für das Story-Development und Game-Design des im Frühjahr 2011 erschienenen SF-MMOs "Black Prophecy", dessen Hintergrundgeschichte er seit 2005 entwarf. Mitte 2011 erschien mit "Gambit" auch ein erster Roman zum Spiel. Die beiden geplanten Folgebände fielen der Einstellung des Spiels Ende 2012 zum Opfer. Für die Horror Factory von Bastei Entertainment verfasste Michael Marrak 2013 das Staffelfinale "Epitaph" sowie den Jahresabschlussband "Ammonit". Obwohl er hauptberuflich als Schriftsteller tätig ist, finden gelegentlich auch neue Illustrationen und Covermotive ihren Weg in die Öffentlichkeit.



    Inhaltsangabe:

    In einer fernen Zukunft wird die Erde nur noch von wenigen Menschen bevölkert. Sie führen in ihren jugendlichen Körpern ein Leben, das viele Jahrhunderte währt, und manche von ihnen besitzen eine Gabe: Einzig durch ihren Wunsch und eine flüchtige Berührung sind sie fähig, Materie zu beseelen.
    In dieser wundersamen, von einer bizarren Mechafauna dominierten Welt lebt Ninive, die auf der Suche nach uralten Relikten das Hochland durchstreift, um längst vergessenen Dingen Leben einzuhauchen und sich ihre Geschichten anzuhören.
    Das alles beherrschende Bauwerk ist eine vier Kilometer hohe Mauer, von der niemand weiß, wozu sie einst errichtet wurde und wovor sie die Menschen und Maschinen seit Jahrtausenden schützt – bis ein Gesandter aus der letzten Stadt im Hochland auftaucht, der den Auftrag hat, die Bannmauer zu bezwingen. Und er ist der nicht der Einzige, der die verlorene Passage in die Welt dahinter sucht …
    DER KANON MECHANISCHER SEELEN ist eine Hommage an Stanislaw Lems „Kyberiade“ und seine Robotermärchen, an Miyazaki-Trickfilme wie „Chihiros Reise ins Zauberland“ und „Das wandelnde Schloss“, an Michael Moorcocks „Am Ende der Zeit“, garniert mit einem Schuss „Alice hinter den Spiegeln“.
    Gewinner des SERAPH und des Kurd-Laßwitz Preis als "Bester Roman"


    Meine Kritik:

    In einer fernen Zukunft gibt es zwar nur noch wenige Menschen, dafür aber eine gewaltige Mechafauna: beseelte Gegenstände und Maschinen mit eigenem Bewusstsein. Mit deren Hilfe soll die junge Ninive zu einer kilometerhohen Mauer im Hochland zu reisen, von der niemand mehr weiß, wozu sie einst errichtet wurde. Schon auf dem Weg dahin erlebt sie viele ungewöhnliche Dinge, doch das nichts zu dem Abenteuer, das sie dort erwartet, wo ihre Reise eigentlich enden sollte. Ein Leiden namens Zeitbrand bedroht die Welt und nur Ninive kann das Schlimmste verhindern. Selbstredend, dass sie nicht lang zögert und sich sofort auf den Weg zu der verlorenen Passage in die Welt dahinter begibt.

    Michael Marraks „Kanon mechanischer Seelen“ ist ein ungewöhliches und dadurch sehr gewöhnungsbedürftiges Science-Fiction-Fantasy-Abenteuer. Statt Halblingen und Orks trifft die Heldin auf beseelte Gegenstände, die nicht nur denken und sprechen können, sondern sich dabei mit Brennkammerkoliken, Rußthrombosen, und dergleichen herumzuplagen müssen. Entsprechend missgelaunt sind manche dieser mechanischen Zeitgenossen. Wem das noch nicht abgedreht genug ist, darf sich unter anderem mit Druckwellensittichkanonen und der Definition eines Taschenuniversum beschäftigen.

    Das Ganze klingt nicht nur leicht bizarr, sondern entpuppt sich als absurder, bunter, lebhafter und verrückter Trip, der sehr an einen psychodelischen Drogenrausch erinnert. Trotzdem oder gerade deswegen war es eine höchst interessante Reise, auch wenn ich die Hälfte der Zeit nicht genau wusste, was überhaupt gemeint war.

    • Taschenbuch: 416 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag (11. November 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3453605276
    • ISBN-13: 978-3453605275


    ASIN/ISBN: 3453605276


    Über den Autor:

    Otto Waalkes, geb. 1948 in Emden, Ostfriesland, lebt in Hamburg und ist einer der erfolgreichsten Komiker Deutschlands. Bereits während seines Studiums an der Hochschule für Bildende Künste trat er in kleinen Clubs auf. 1972 produzierte er seine erste LP, es folgten unzählige Goldene Schallplatten, TV-Shows, Bücher in Millionenauflage, Filme mit Rekordbesucherzahlen. Dafür gab‘s zahlreiche Auszeichnungen. Fehlt nur noch ein Literaturpreis.



    Inhaltsangabe:

    Darauf haben Generationen von Fans gerade noch gewartet: Otto erzählt aus den ersten 70 Jahren seines Lebens – einem märchenhaften Aufstieg vom Deichkind zum Alleinunterhalter der Nation. Seine Sketche und Figuren haben unser kollektives Gedächtnis und unseren Witzwortschatz bereichert: Harry Hirsch (übergibt sich ins Funkhaus), Robin Hood (der Stecher der Entnervten), Susi Sorglos (föhnt ihr goldenes Haar), Louis Flambée (kocht Pommes de Bordell), Peter, Paul and Mary (are planning a bank robbery) und der „Schniedelwutz“ (hat's bis in den Duden gebracht).
    Aber: Wer waren eigentlich Ottos Vorbilder? Wo kommt er her? Was treibt ihn an? Wie entsteht seine eigene Art von Komik? Und wozu überhaupt? Gibt es ein Geheimnis?
    Jetzt erzählt Otto freiwillig von Höhe- und Tiefpunkten, von den glücklichsten und den glanzvollsten Momenten, ohne die peinlichsten und traurigsten auszulassen. Nicht zu vergessen einige noch unveröffentlichte Fotos und selbstgemalte Bilder.



    Meine Kritik:

    So wie auch Thomas Gottschalk, dürfte es in meiner Generation niemanden kennen, der Otto Waalkes nicht kennt und mit seinen Witzen, Shows und Filmen großgeworden ist. Wenn der große alte Komiker uns dann den Gefallen tut, seine Memoiren zu verfassen, kann man schon mal einen Blick riskieren. Die Autobiographie ist genauso, wie der Komiker: Liebenswürdig, chaotisch, ehrlich und direkt. Otto erzählt von seiner Kindheit und Jugend, wie er mit seiner Beatband The Rustlers erste Erfolge einheimste und schon da merkte, dass ihm das Komische liegt. Wie er mit seinem Manager die erste Platte in Eigenregie produzierte, sie in genau einem Laden verkaufte und sie trotzdem ein Erfolg wurde. Wie es zu seinem ersten Film kam, wie schwer es war, das „Sieben Zwerge“-„Projekte umzusetzen und wie es ist, nach vielen Jahren immer noch und immer wieder auf der Bühne zu stehen. Nicht immer sind die Erinnerungen koordiniert, an etlichen Stellen im Buch springt er zu anderen Lebensereignissen und/oder verliert sich in Anekdoten. Was in dem Fall keinesfalls negativ gemeint ist. Es macht Spaß, seiner Geschichte und Witzen zu lauschen, sie mit den Shows und Filmen in Einklang zu bringen sowie mit den eigenen Erinnerungen an die damaligen Sachen vergleichen. An manchen Stellen schweifte mir Otto zu sehr vom Thema ab, an anderen Kapitel hätte ich mir ein paar mehr Infos gewünscht (zum Beispiel über seinen zweiten Film oder darüber, wie er genau an die Sprechrolle in den „Ice Age“-Filmen gekommen ist). Aber vielleicht hebt er sich das für eine zweite Autobiografie auf. Hat Dieter Bohlen ja genauso gemacht.

    Nachdem ich beinahe ausschließlich Gutes über Niklas Natt och Dags Debütroman „1793“ gehört hatte, war ich sehr neugierig, ob dieser Krimi tatsächlich so großartig sein würde, wie viele sagten. Autor Arne Dahl schrieb dazu ja sogar, dass es „ein wilder und ungewöhnlicher Mix ist, der das ganze Krimigenre revolutioniert“.

    Dem würde ich so nicht zustimmen. Ich fand die Geschichte auch gar nicht mal sooo spannend. Klar ist es eine interessante Ausgangsbasis, wenn da im Stockholm des Jahre 1793 eine Leiche gefunden wird, der sämtliche Gliedmaßen amputiert wurden. Aber schon bei der Ermittlungsarbeit von Veteran Jean Michael Cardell und seinem todkranken Partner Cecil Winge zeigten sich einige Schwächen. Noch dazu war deren Part auf einmal abrupt vorbei und die Handlung wurde für einen längeren Zeitraum aus einer anderen Perspektive weitererzählt. Und dieser Wechsel war bei weitem nicht der einzige. Dadurch holt die Geschichte im Laufe der Zeit immer weiter aus, wird zu weitläufig und aus zu vielen Sichtweisen fortgesetzt. Das fand ich auf Dauer etwas ermüdend. Es war schwer, da mit irgendeiner Figur mitzufiebern.

    Was Niklas Natt och Dag allerdings sehr gut gelungen ist, ist die Milieustudie über die damalige Zeit. Man spürt das Rohe und Schmutzige deutlich. Mehr als einmal dachte ich mir, dass ich froh bin, nicht 1793 gelebt zu haben, in einer Zeit, in der ein Menschenleben nicht wirklich viel wert war.


    • Gebundene Ausgabe: 864 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (27. Dezember 2018)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3764506989
    • ISBN-13: 978-3764506988
    • Originaltitel: Lethal White (Cormoran Strike 4)


    ASIN/ISBN: 3764506989


    Über den Autor:

    Robert Galbraith ist das Pseudonym von J.K. Rowling, Autorin der Harry-Potter-Reihe und des Romans Ein plötzlicher Todesfall.


    Inhaltsangabe:

    Ein verstörter junger Mann bittet den privaten Ermittler Cormoran Strike um Hilfe bei der Aufklärung eines Verbrechens, das er – so glaubt er – als Kind mit angesehen hat. Strike ist beunruhigt: Billy hat offensichtlich psychische Probleme und kann sich nur an wenig im Detail erinnern, doch er wirkt aufrichtig. Bevor Strike ihn allerdings ausführlich befragen kann, ergreift der Mann panisch die Flucht. Um Billys Geschichte auf den Grund zu gehen, folgen Strike und Robin Ellacott – einst seine Assistentin, jetzt seine Geschäftspartnerin – einer verschlungenen Spur, die sie durch die zwielichtigen Ecken Londons, in die oberen Kreise des Parlaments und zu einem prachtvollen, doch düsteren Herrenhaus auf dem Land führt. Zugleich verläuft auch Strikes eigenes Leben alles andere als gradlinig: Er hat es als Ermittler zu Berühmtheit gebracht und kann sich nicht länger unauffällig hinter den Kulissen bewegen. Noch dazu ist das Verhältnis zu seiner früheren Assistentin schwieriger denn je – zwar ist Robin für ihn geschäftlich mittlerweile unersetzlich, ihre private Beziehung ist jedoch viel komplizierter …


    Meine Kritik:

    Ich liebe die verzwickten Kriminalfälle von Privatdetektiv Cormoran Strike und seiner Partnerin Robin Ellacott. Entsprechend groß war meine Vorfreude auf den vierten Galbraith-Band „Weißer Tod“. Deshalb empfand ich es auch ziemlich mühsam, dass der neue Fall im ersten Drittel des Buches keine wirklich große Rolle spielt. Stattdessen geht es vorwiegend um Robins Ehe mit Matthew, die eigentlich von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Ein bisschen Soap und Privatleben der Charaktere sind ja okay, aber dafür, dass „Weißer Tod“ als Krimi beworben wird, war es dann doch ein bisschen viel Nebensächliches. Dass Strike von einem Minister des Parlaments für eine geheime Ermittlung engagiert wird und Robin daraufhin undercover in dessen Büro ermittelt, geht da fast unter. Prinzipiell finde ich es ja schön, wenn Kriminalgeschichten realistisch geschildert werden – und das war der „Weiße Tod“ durchaus – dennoch wäre ein bisschen mehr Spannung auch bei der Detektivarbeit nicht verkehrt gewesen. Erst nach zweihundertfünfzig (!) Seiten zieht die Spannung allmählich (!) an. Wenn man bedenkt, dass zum Beispiel die Krimis von Raymond Chandler auf Seite 250 schon kurz vor ihrer Auflösung stehen, ist das dann doch eine sehr zu lange Einleitung. Zum Glück wird es danach zunehmend verzwickter und rätselhafter. Inklusive eines mysteriösen Selbstmords, der zunächst gar nicht ins Bild passt.

    Trotz der etwas schleppenden Handlung würde ich mich über ein Wiedersehen mit Cormoran und Robin sehr freuen. Dann auch gerne wieder mit einem packenderen Fall wie dem „Ruf des Kuckucks“.

    • Broschiert: 512 Seiten
    • Verlag: HarperCollins; Auflage: 1 (17. Dezember 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3959673728
    • ISBN-13: 978-3959673723


    ASIN/ISBN: 3959673728


    Über den Autor:

    Dean Koontz glaubte an sich, auch als er noch kein erfolgreicher Schriftsteller war. Aber nicht nur er, auch seine Frau Gerda war von seinem Können überzeugt. Daher bot sie ihm an, für fünf Jahre allein den Unterhalt zu verdienen. Binnen dieser Zeit sollte er mit dem Schreiben ausreichende Einnahmen erzielen können – oder aber seinen Kindheitstraum an den Nagel hängen, so die Vereinbarung. Koontz musste diese Frist aber gar nicht ausschöpfen, der Erfolg kam schneller, und bis heute hat er insgesamt sagenhafte 400 Millionen Exemplare seiner Romane verkauft. Geboren wurde Koontz 1945 in Pennsylvania. Er arbeitete zunächst als Englischlehrer und schrieb nur am Wochenende und in den Abendstunden – bis das Angebot seiner Frau kam. Heute leben die beiden in Kalifornien.



    Inhaltsangabe:

    Als Ex-FBI-Agentin Jane Hawk im Tod ihres Mannes ermittelte, stieß sie auf eine Verschwörung von höchstem Ausmaß: Eine elitäre Gruppe, die Arkadier, haben sich vorgenommen, die USA nach ihren Vorstellungen umzugestalten. Dazu nutzen sie Nano-Kontrollmechanismen, die ihrem Opfer den freien Willen rauben. Die sogenannten »Angepassten« führen aus, was ihnen gesagt wird - und wenn es der eigene Selbstmord ist. Immer mehr Arkadier fürchten die Enttarnung durch Jane. Je höher sie in deren Ränge vorstößt, desto gefährlicher wird es für sie - und ihren fünfjährigen Sohn Travis.



    Meine Kritik:

    Auch im dritten Band der Saga versucht die in Ungnade gefallene Ex-FBI-Agentin Jane Hawk, den Tod ihres Mannes zu rächen und die damit einhergehende Verschwörung nicht bloß aufzudecken, sondern ebenso aufzuhalten. Dabei schreckt sie vor Einbrüchen und brutalen Verhören von potentiellen Verdächtigen nicht zurückt. So tastet sie sich allmählich näher an ihre Feinde heran.

    Die logischerweise ebenfalls nicht untätig herumsitzen und sogar eine Hetzjagd auf Janes fünfjährigen Sohn Travis starten. In der zweiten Hälfte des Buches erfahren wir mehr darüber und erhalten sogar etliche Abschnitte aus der Sicht der Verfolger und von Travis selbst. Dabei nahm die Handlung zwar etwas mehr Fahrt auf, dennoch war und blieb (auch) der dritte Band von Jane Hawks Rachefeldzug relativ unbeeindruckend. Vielleicht lag es an der relativ emotionslosen Beschreibung oder dem recht pauschalen Abhandeln. Mich jedenfalls ließ die Geschichte ziemlich kalt. Stellenweise habe ich mich trotz der vielen Action regelrecht gelangweilt und gefragt, wieso ich mir diesen Roman überhaupt weiter antue. Wäre er nicht von Dean Koontz, von dem ich in der Vergangenheit viele gute Bücher gelesen habe, hätte ich wahrscheinlich längst das Handtuch geworfen.

    King wird meiner Meinung nach nie mehr zu "Es" und Co zurückfinden. Es ist seine persönliche Entwicklung, dass er nun "andere" Romane schreibt. "Es" ist schon so lange her. Ich persönlich bin nicht traurig über diese Weiterentwicklung, für mich sind Kings Bücher immer noch Meisterwerke, anders als früher, ruhiger, aber keineswegs langweilig. Er ist und bleibt ein grandioser Geschichtenerzähler.

    Ich bin auf dieses Buch sehr gespannt und werde berichten.


    Sehe ich haargenauso. Ich mag den älteren King und ebenso seine literarische Weiterentwicklung. Viel Spaß mit dem "Institut", Faraday. Bin schon auf deine Einschätzung gespannt.

    So wie praktisch jeder aus meiner Generation bin ich mit Thomas Gottschalk groß geworden. Ich habe ihn bei „Wetten, dass?“ und in den „Supernasen“-Filmen gesehen, ich habe seine Haribo-Werbungen geschaut und sogar einige seiner Disney- und Late-Nite-Talk-Sendungen gesehen. Thomas Gottschalk als Mensch war mir dagegen immer zweitrangig. Mich interessierte sein Privatleben nicht so sehr und bin deshalb auch nicht traurig, dass er in seiner Biografie nicht groß darauf eingeht. Manche Dinge müssen einfach privat bleiben. Stattdessen habe ich einiges über Gottschalks Werdegang erfahren und wie es ihm nach dem Ausstieg bei „Wetten, dass?“ erging. Etwas schade fand ich, dass die Supernasen-Teile und all seine anderen Filme nur in einem einzigen Kapitel kurz erwähnt werden. Hier hätte ich gerne noch etwas mehr erfahren. So bleibt es allen in allem eine nette und leichte Autobiographie, die Thomas Gottschalk genau wie während seiner über dreißigjährigen Karriere präsentiert: Leichtfüßig, humorvoll und immer mit einem charmant-flapsigen Spruch auf den Lippen.

    Etwas müde von der Welt und ihrem Leben in München lässt sich Tante Poldi von ihrem Neffen nach Sizilien fahren. Hier hatte sie eigentlich vor, sich mit ihren 60 Jahren gepflegt zu Tode zu saufen, aber der Mord an einem Bekannten kommt der schrulligen Frau dazwischen. Als dann noch der attraktive Commissario Montana auftaucht, schwört sie sogar dem Alkohol ab und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

    Die von Mario Giordano gezeichneten Charaktere sind durch die Bank durch originell und sympathisch. Gleich von Anfang an ist man in der anekdoten- und abwechslungsreichen leichten Krimi-Kost drin. Selbst die stellenweise schwülstig-poetischen Beschreibungen passen perfekt. Viel nachdenken muss man bei Tante Poldis erstem Fall zwar nicht, dafür wird man aber gut unterhalten.


    ASIN/ISBN: 3764506520



    Über den Autor:

    Lee Child verdankt seine außerordentliche Karriere als Krimiautor einer eher unangenehmen Lebenssituation: 1995 wurde ihm wegen einer Umstrukturierung sein Job beim Fernsehen gekündigt. Der Produzent so beliebter Krimiserien wie „Prime Suspect“ („Heißer Verdacht“) oder „Cracker“ („Für alle Fälle Fitz“) machte aus der Not eine Tugend und versuchte sich als Schriftsteller. Was selbst wie ein Roman klingt, entspricht in diesem Fall der Wahrheit: Bereits mit seinem ersten Thriller um den Ermittler Jack Reacher landete Child einen internationaler Bestseller. Er war zugleich Auftakt der heute mehrfach preisgekrönten „Jack-Reacher“-Serie. Child, der 1954 in Coventry in England geboren wurde, ist heute in den USA und Südfrankreich zu Hause.



    Inhaltsangabe:

    »Dieser Story-Band zeigt, was Fans an Lee Child so schätzen: Er ist ein geborener Erzähler und ein scharfsinniger Beobachter.« Publishers Weekly
    Jack Reacher ist der wahrscheinliche härteste Actionheld der Thrillerliteratur, und das bereits seit 20 Jahren. Am liebsten ist er allein. Er macht sich nicht viel aus der Gesellschaft anderer Menschen. Aber wenn er Ungerechtigkeit bemerkt, dann kann er gar nicht anders als einzugreifen. In zwölf Storys ermöglicht SPIEGEL-Bestsellerautor Lee Child seinen Fans einen tieferen Einblick in einen der faszinierendsten und erfolgreichsten Serienhelden des modernen Thrillers. Ob in New York, dem ländlichen Maine oder in Japan, ob im Alter von 17 oder 57 Jahren: Jack Reacher begeistert Leser und Kritiker – und das seit zwanzig Jahren!


    Dieses Buch enthält folgende Storys:
    Zu viel Zeit
    Der zweite Sohn
    Hitzewelle
    Tief drinnen
    Kleinkriege
    James Penneys neue Identität
    Das Verhör
    Dies ist keine Übung
    Vielleicht haben sie eine Tradition
    Ein Kerl kommt in eine Bar
    Kein Raum in der Herberge
    Der einsame Diner


    Meine Kritik:

    Jeder Autor weiß, dass nicht jede Geschichte genug Stoff für einen Roman enthält. Wenn man sie deshalb nicht verwerfen möchte, bleibt einem nur die Möglichkeit, ihn für eine Kurzgeschichte zu verwenden. So dürfte auch Lee Child bei „Der Einzelgänger“ vorgegangen sein. Zwölf kleinere Kriminalfälle; der Großteil davon (aber nicht alle!) mit Reacher in der Hauptrolle. In zwei Fällen spielt er sogar bloß eine Nebenrolle. Das entpuppt sich als erfrischende Abwechslung, ebenso dass die Geschichten zu verschiedenen Zeiten spielen. In „Der zweite Sohn“ zum Beispiel erleben wir Jack Reacher als Kind in Japan. In „Hitzewelle“ ist er 1977 als Teenager auf den Straßen New Yorks unterwegs und legt sich nicht nur mit einem Mafiosi an, sondern macht sogar Bekanntschaft mit dem Son of Sam. In „Dies ist keine Übung“ verschlägt es ihn an die kanadische Grenze – mit einem sehr interessanten Geschichtenende. Sehr gelungen fand ich auch „James Penneys neue Identität“. Dies ist eine jener Geschichten, in denen Reacher nur am Rande auftaucht. Der Rest ist eine skurrile Krimianekdote im Stil von „Fargo“. Nicht jede Kurzgeschichte überzeugt zu hundert Prozent, die meisten allerdings bieten gute Unterhaltung. Ich für meinen Teil habe mich nicht gelangweilt, im Gegenteil sogar.

    • Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
    • Verlag: HarperCollins; Auflage: Auflage 2019 (9. Juli 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3959673744
    • ISBN-13: 978-3959673747


    ASIN/ISBN: 3959673744


    Über die Autorin:

    Sie scheint Spitzenplätze in den Bestsellerlisten abonniert zu haben – mit bereits 70 Millionen verkauften Büchern in 30 Sprachen. Wie schafft Karin Slaughter (geboren 1971) diesen Erfolg? Sie schreibt Thriller, die von Anfang an nervenaufreibend spannend sind, voller Überraschungen und trotzdem überzeugend. Sie lässt dabei kein Tabuthema aus und lotet gesellschaftliche, charakterliche und psychische Abgründe aus. Ein weites Feld tut sich auf für die Gerichtsmedizinerin Sara Linton in „Belladonna“, „Zerstört“ und anderen Thrillern der „Grant-County“-Reihe. Daneben stammen viele Einzelgeschichten und die „Atlanta“-Reihe mit dem Ermittler Will Trent aus Slaughters Feder. Für den Leser bietet sich eine Riesenauswahl, um sich ununterbrochen unter Spannung zu halten.


    Über den Autor:

    Lee Child verdankt seine außerordentliche Karriere als Krimiautor einer eher unangenehmen Lebenssituation: 1995 wurde ihm wegen einer Umstrukturierung sein Job beim Fernsehen gekündigt. Der Produzent so beliebter Krimiserien wie „Prime Suspect“ („Heißer Verdacht“) oder „Cracker“ („Für alle Fälle Fitz“) machte aus der Not eine Tugend und versuchte sich als Schriftsteller. Was selbst wie ein Roman klingt, entspricht in diesem Fall der Wahrheit: Bereits mit seinem ersten Thriller um den Ermittler Jack Reacher landete Child einen internationaler Bestseller. Er war zugleich Auftakt der heute mehrfach preisgekrönten „Jack-Reacher“-Serie. Child, der 1954 in Coventry in England geboren wurde, ist heute in den USA und Südfrankreich zu Hause.



    Inhaltsangabe:

    Die neue Kurzgeschichte von Karin Slaughter und Lee Child! Doppeltes Drama – doppelte Action.

    Will Trent ermittelt undercover auf Fort Knox, der Militärbasis der US-Army. Der Auftrag: einen Mord aufklären, der vor 22 Jahren passiert ist. Der Name des mutmaßlichen Mörders: Jack Reacher.

    Jack Reacher verfolgt auf Fort Knox seine ganz eigene Mission. Er will einen gefährlichen Verbrecherring zu Fall bringen, der bis ins Herz des amerikanischen Golddepots vorgedrungen ist. Doch jetzt kommt ihm Will Trent in die Quere. Wovon sie beide nichts ahnen: Sie sind Opfer einer gewaltigen Verschwörung, die sie nur mit vereinten Kräften zerschlagen können. Wenn es den beiden Einzelgängern gelingt, sich zu verbünden


    Meine Kritik:

    Laut dem Vorwort haben Karin Slaughter und Lee Child mehrere Jahre an dem gemeinsamen Kurzroman gearbeitet. Man könnte also etwas Großes erwarten. Und wird mit dieser Einstellung prompt enttäuscht. Im Grunde ist „Goldwäsche“ eine x-beliebige Undercover-Story. Slaughters Ermittler Will Trent wird mit falscher Identität in Fort Knox eingeschleust, um einen alten Mord aufzuklären. Childs Jack Reacher ist ebenfalls vor Ort, allerdings soll er im Auftrag des Militärs in einem Betrugsfall ermitteln. Natürlich dauert es nicht lang, bis die beiden aufeinander treffen. Leider ist es die übliche Vorgehensweise, wenn zwei Ermittler unabhängig voneinander ermitteln: Zuerst gegeneinander, anschließend im Team. Aus dem Grund will auch zu keiner Zeit wirkliche Spannung aufkommen.

    Interessanter als die Auflösung sind da eher die Randfakten: Zum Beispiel, dass Reacher als Mann Mitte fünfzig beschrieben wird. So explizit tut das Lee Child in seinen Reacher-Romanen eigentlich nicht. Außerdem werden

    Frances Neagley und Reachers Bruder John erwähnt, die man aus anderen von Childs Romanen kennt. Zu John erfahren wir sogar ein, zwei unerwartete neue Aspekte. Doch auch die können letzten Endes nicht über das Mittelmaß als Gesamteindruck hinwegtrösten.


    • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (11. November 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3764507160
    • ISBN-13: 978-3764507169
    • Originaltitel: Night School (21 Reacher)


    ASIN/ISBN: 3764507160


    Über den Autor:

    Lee Child verdankt seine außerordentliche Karriere als Krimiautor einer eher unangenehmen Lebenssituation: 1995 wurde ihm wegen einer Umstrukturierung sein Job beim Fernsehen gekündigt. Der Produzent so beliebter Krimiserien wie „Prime Suspect“ („Heißer Verdacht“) oder „Cracker“ („Für alle Fälle Fitz“) machte aus der Not eine Tugend und versuchte sich als Schriftsteller. Was selbst wie ein Roman klingt, entspricht in diesem Fall der Wahrheit: Bereits mit seinem ersten Thriller um den Ermittler Jack Reacher landete Child einen internationaler Bestseller. Er war zugleich Auftakt der heute mehrfach preisgekrönten „Jack-Reacher“-Serie. Child, der 1954 in Coventry in England geboren wurde, ist heute in den USA und Südfrankreich zu Hause.



    Inhaltsangabe:

    Eine Terrorzelle plant einen Anschlag in Hamburg, und die U.S. Army schickt ihren besten Mann, um sie aufzuhalten: Jack Reacher
    Im Jahr 1996 belauscht ein Undercover-Agent der CIA ein Gespräch zwischen islamistischen Terroristen in Hamburg. »Der Amerikaner will hundert Millionen Dollar.« Doch er kann nicht herausfinden, wer diese Summe verlangt und wofür. Fest steht nur, dass es um einen Terroranschlag in ungeahntem Ausmaß geht. Die CIA stellt eine Spezialeinheit auf, um in Deutschland zu ermitteln. Dafür zieht sie mit Jack Reacher auch den besten Militärpolizisten hinzu, den die U.S. Army zu bieten hat. Und Reacher zögert keine Sekunde, die beste Ermittlerin, die er kennt, als Unterstützung hinzuzuziehen: Sergeant Frances Neagley.



    Meine Kritik:

    Es geht mal wieder in die Vergangenheit. 1996 reist Militärpolizist Jack Reacher mit seiner Kollegin Frances Neagley nach Deutschland, um in Hamburg eine Schläferzelle zu überwachen. Hier bereitet offenbar jemand Geschäfte über hundert Millionen Dollar mit einem amerikanischen Ex-Soldaten vor. Logisch, dass bei einer solchen Summe gleich mehrere US-Sicherheitsorganisationen nervös werden. Deshalb geht Reacher bei seiner Suche nach dem Unbekannten auch nicht besonders zimperlich vor.

    Da die Geschichte in Deutschland spielt, konnte es sich Lee Child natürlich nicht verkneifen, auch die Nazi-Keule einzubauen. Und ebenso selbstverständlich ist es, dass diese Leute von ihm kräftig eins auf den kahlrasierten Schädel kriegen.

    Davon abgesehen plätschert die Handlung vor allem in der zweiten Hälfte eher vor sich hin. So bleibt der 21. Band eher Durchschnitt. Die Highlight besteht daraus, dass unser Held mal wieder mit Frances Neagley unterwegs ist und auch Leon Garber einen Gastauftritt hat. Beide Figuren kennen wir bereits aus etlichen früheren Reacher-Romanen.