Beiträge von fictionmaster

    An Silvester 1989/90 befindet sich die Welt im Umbruch. Das spürt auch Militärpolizist Jack Reacher deutlich, der urplötzlich von Panama auf einen kleinen Stützpunkt in den Vereinigten Staaten versetzt wird. Die Sorge um die zukünftige Ausrichtung der US Army wird auf einmal durch den Tod eines hochrangigen Generals verstärkt. Wie es sein Job verlangt, beginnt Reacher zu ermitteln. Doch je mehr er herausfindet, desto unruhiger werden seine Vorgesetzten. Bis auch sein Chef Leon Garber von einem Tag auf den anderen durch einen Nachfolger ersetzt wird und dieser die Nachforschungen unter den Teppich kehren will. Als Reacher nicht mitspielt, wird er zum Verdächtigen eines weiteren Mordfalls. Aber natürlich kann auch das unseren Superermittler nicht aufhalten.

    Nach „Größenwahn“ (Band 01) und „Der Janusmann“ (Band 07) ist „Die Abschussliste“ (Band 08) ein weiterer Reacher-Roman, der aus der Ich-Perspektive erzählt wird. Die Handlung ist straff und spannend, außerdem spielen in der Geschichte auch Reachers Bruder und Mutter eine größere Rolle. Es gibt Ausflüge nach Deutschland und Paris, überhaupt ist Reacher in diesem Band sehr viel unterwegs. Das einzig Negative an der ansonsten tollen Geschichte ist Reachers etwas selbstgefällige Art in der zweiten Romanhälfte. Dadurch wirkt die Handlung stellenweise unrealistisch und wie eine Parodie auf andere Militärgeschichten.

    Gebundene Ausgabe: 896 Seiten

    Verlag: HarperCollins; Auflage: 1 (19. August 2019)

    Sprache: Deutsch

    ISBN-10: 3959673361

    ISBN-13: 978-3959673365

    Über den Autor:

    Greg Iles wurde in Deutschland geboren, da sein Vater damals die medizinische Abteilung der Amerikanischen Botschaft leitete. Er verbrachte seine Jugend in Natchez, Mississippi. 1983 beendete er sein Studium an der University of Mississippi. Danach trat Greg Iles zunächst als Profi-Musiker auf, bevor er sich der Schriftstellerei widmete. Seine Bücher erscheinen inzwischen in 25 Ländern. Der überaus produktive Autor pflegt außerdem eine Leidenschaft für Filme. Zu seinem Roman "24 Stunden" schrieb er selbst das Drehbuch.Der Autor lebt mit Frau und zwei Kindern in Natchez, Mississippi.



    Inhaltsangabe:

    »Wir leben in schwierigen Zeiten. Und es ist nicht immer einfach, gut zu sein.« Dies muss Marshall McEwan feststellen, als er nach fast 30 Jahren wieder in seine Heimatstadt Bienville, Mississippi, zurückkehrt.

    Nach wie vor wird das Wohl und Wehe der Stadt durch den »Bienville Poker Club« gelenkt - ein zwielichtiger Zusammenschluss der Reichen und Mächtigen, der noch aus den Tagen des Bürgerkriegs stammt. Genau dort fängt Marshall mit seinen Nachforschungen an, als Buck Ferris, Archäologe und Ziehvater von Marshall, unter mysteriösen Umständen zu Tode kommt.

    Denn seine Ausgrabungspläne gefährdeten das Bauvorhaben der neuen chinesischen Papiermühle. Und es sind die Mitglieder des Poker Clubs, die das größte Interesse an diesem Deal haben. Dass ausgerechnet Max Matheson, Schwiegervater von Marshalls Highschool-Liebe und Vater seines Jugendfreundes, Mitglied des illustren Clubs ist, macht seine Ermittlungen noch brisanter.


    »Ein großartiges Werk von herausragender Bedeutung, voller Kraft und von großer Ernsthaftigkeit.« Washington Post über die Natchez-Trilogie



    Meine Kritik:

    Der Pulitzerpreisgewinner Marshall McEwan kehrt nach fast 30 Jahren in seine Heimatstadt Bienville, Mississippi zurück, weil sein Vater im Sterben liegt. Er übernimmt dessen Job als Chefredakteur der örtlichen Zeitung und braucht nicht lang, um sich Feinde zu machen. Die Geschicke des Ortes werden durch eine Reihe mächtiger alter Männer gelenkt, die allgemein als der "Bienville Poker Club" bekannt sind. Nichts geschieht in der Kleinstadt, ohne dass sie ihr Okay dazu geben. Ein besonderes Dorn im Auge ist ihnen der Archäologe Buck Ferris, der für Marshall eine Art Vaterfigur darstellt. Als der Mann ermordet wird, setzt Marshall alles daran, die Hintergründe aufzudecken.

    „Verratenes Land“ ist mein erster Roman von Greg Iles, aber sicherlich nicht mein letzter. Ich war von einem düsteren Südstaatenkrimi im Stil von James Lee Burke und John Grisham ausgegangen, doch diese Geschichte ist so viel mehr. Es geht um Liebe, Verrat, Vertrauen und die Last von Familienbindungen. Entfernt erinnert es mich an Peter Straubs Meisterwerk „Der Schlund“, in dem ebenfalls jemand nach langer Zeit in seine Heimstadt zurückkehrt. Beide Romane sind äußerst umfangreich, komplex und stellenweise etwas ausufernd (zum Beispiel bei den Kriegsdetails), aber da sie dabei eine beeindruckende Tiefe erreichen und so ein ganz eigenes Universum erschaffen, vergebe ich das gerne. Bevor man sich bei „Verratenes Land“ versieht, fiebert und leidet man mit der Hauptperson und ist erschüttert, wie sehr sich die Ereignisse in der Kleinstadt immer weiter zuspitzen. Man spürt überdeutlich, wie sehr es abwärts geht und ist dennoch fasziniert.

    „Verratenes Land“ ist einer der besten Romane, die ich 2019 gelesen habe, vielleicht sogar DER bisher beste dieses Jahres. Ich hoffe, irgendwann werde ich ebenfalls mal eine Geschichte mit einer derartigen Komplexität erschaffen können. Bis dahin verbeuge ich mich erfürchtig vor Greg Iles grandioser Leistung.

    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (11. Dezember 2006)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 344236616X
    • ISBN-13: 978-3442366163
    • Originaltitel: Persuader (07 Reacher)


    Über den Autor:

    Lee Child verdankt seine außerordentliche Karriere als Krimiautor einer eher unangenehmen Lebenssituation: 1995 wurde ihm wegen einer Umstrukturierung sein Job beim Fernsehen gekündigt. Der Produzent so beliebter Krimiserien wie „Prime Suspect“ („Heißer Verdacht“) oder „Cracker“ („Für alle Fälle Fitz“) machte aus der Not eine Tugend und versuchte sich als Schriftsteller. Was selbst wie ein Roman klingt, entspricht in diesem Fall der Wahrheit: Bereits mit seinem ersten Thriller um den Ermittler Jack Reacher landete Child einen internationaler Bestseller. Er war zugleich Auftakt der heute mehrfach preisgekrönten „Jack-Reacher“-Serie. Child, der 1954 in Coventry in England geboren wurde, ist heute in den USA und Südfrankreich zu Hause.



    Inhaltsangabe:

    Vor sechs Jahren quittierte Jack Reacher, damals Spitzenermittler der US-Militärpolizei, den Dienst. Er tauchte unter – unerreichbar, unauffindbar. Doch dieses eine Mal kommt der rastlose Einzelgänger freiwillig aus der Deckung. Durch puren Zufall ist er einem Mann begegnet, den er seit zehn Jahren für tot gehalten hat. Die Narben auf dessen Stirn erinnern Reacher an sein furchtbarstes Erlebnis, und er weiß: Noch immer geht von dem Janusmann eine tödliche Gefahr aus ...



    Meine Kritik:

    So wie schon der erste Reacher-Band „Größenwahn" ist auch der siebente Band aus der Ich-Perspektive geschrieben. Reacher lässt sich von zwei DEA-Agenten zu einer Undercover-Mission bei einem einflussreichem Teppich-/Drogenhändler überreden, um nicht nur einen totgeglaubten Verbrecher, sondern auch eine vermisste Agentin aufzuspüren. Eine Mission, die der Ex-Militärpolizist bereitwillig und in bester 007-Manier übernimmt. Selbstverständlich geht er dabei so souverän und effektiv vor, dass er es nach drei Tagen bereits zum Sicherheitschef geschafft hat. Aber nichts anderes hatte ich von einem Mann erwartet, dessen innere Uhr dermaßen akkurat funktioniert, dass sie ihn nach drei Stunden Tiefschlaf wunschgemäß aufwachen lässt. Trotz dieser schier übermenschlichen Fähigkeiten tappt Reacher anfangs ziemlich im Dunkeln und muss sich seine Ergebnisse erst erarbeiten. Dadurch bleibt es auch für den Leser die ganze Zeit über interessant. „Der Janusmann" ist rasant und actionreich. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt bis zum Ende nicht.


    ASIN/ISBN: 344236616X

    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (8. August 2005)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3442362857
    • ISBN-13: 978-3442362851
    • Originaltitel: Without Fail (06 Reacher)


    Über den Autor:

    Lee Child verdankt seine außerordentliche Karriere als Krimiautor einer eher unangenehmen Lebenssituation: 1995 wurde ihm wegen einer Umstrukturierung sein Job beim Fernsehen gekündigt. Der Produzent so beliebter Krimiserien wie „Prime Suspect“ („Heißer Verdacht“) oder „Cracker“ („Für alle Fälle Fitz“) machte aus der Not eine Tugend und versuchte sich als Schriftsteller. Was selbst wie ein Roman klingt, entspricht in diesem Fall der Wahrheit: Bereits mit seinem ersten Thriller um den Ermittler Jack Reacher landete Child einen internationaler Bestseller. Er war zugleich Auftakt der heute mehrfach preisgekrönten „Jack-Reacher“-Serie. Child, der 1954 in Coventry in England geboren wurde, ist heute in den USA und Südfrankreich zu Hause.



    Inhaltsangabe:

    Jack Reacher, legendärer Spitzen-Ermittler bei der Militärpolizei, quittierte vor Jahren den Dienst. Seither ist er »abgetaucht«, führt ein rastloses Leben als Einzelgänger ohne festen Wohnsitz. Dennoch wird er eines Tages von der ehemaligen Lebensgefährtin seines verstorbenen Bruders aufgespürt. Und sie überrascht ihn mit dem Anliegen, er möge im Auftrag des Secret Service ein Attentat auf den Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten vorbereiten …



    Meine Kritik:

    Jack Reacher wird vom Secret Service engagiert, um Vizepräsidenten Armstrong zu töten. Zumindest in der Theorie. Er soll herausfinden, ob und wo es in deren Sicherheitskonzept noch Lücken gibt. Er findet nicht nur welche, sondern zudem heraus, dass tatsächlich eine reale Bedrohung existiert. Einer oder mehrere Attentäter haben gedroht, den hochrangigen designierten Politiker umzubringen. Als wäre das nicht bereits kompliziert genug, handelt es sich bei seiner Secret-Service-Kontaktperson um M.E Froelich, die Exfreundin von Jacks verstorbenem Bruder Joe. So muss er sich zwangsweise auch mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen.

    Die Handlung ist straff erzählt, es gibt keinerlei Leerläufe. Dazu ist es interessant, zu verfolgen, aus welchen Kleinigkeiten Jack etwas ableiten kann und dass er damit in der Regel immer richtig liegt. Auch sonst ist Reacher praktisch unfehlbar. Selbst negative Gefühle wie Liebeskummer oder Einsamkeit sind ihm völlig fremd. Da er sich mit Details über eine Vergangenheit sehr zurückhält, war es schön, mehr über ihn, seinen Bruder Joe und die Umstände seines Todes zu erfahren.


    ASIN/ISBN: 3442362857

    Nach dem Tod seiner Frau möchte Schriftsteller Tom Kennedy mit seinem Sohn Jake neu anfangen und zieht mit ihm in die englische Stadt Featherbank. Was sie nicht wissen: In der Kleinstadt verschwanden vor zwanzig Jahren mehrere Kinder – eines sogar direkt aus dem Haus, in das sie einziehen. Es dauert nicht lang und Jake erzählt seinem Vater, dass er nachts in seinem Zimmer eine leise Stimme hört, die nach ihm ruft. Selbstredend dass Tom da nicht ruhig bleiben kann und eigene Nachforschungen einstellt.

    Diese Ausgangsbasis klang vielversprechend und das erste Drittel des Romans war auch wirklich spannend und interessant. Dann allerdings kann es immer häufiger zu Leerlaufszenen, in denen nicht wirklich viel passierte. Die einzige interessante und sympathische Figur war Tom, alle anderen Personen blieben farblos und relativ langweilig.

    Noch schlimmer war allerdings mancher nicht ganz so plausibler Kniff. Warum zum Beispiel Jakes Vater eingebaut wurde, bleibt mir bis zum Ende ein Rätsel. Auch die Figur Karen hätte man sich fast sparen können. So ist “Der Kinderflüsterer” leider nicht das vom Verlag versprochene Thrillerhighlight des Jahres, sondern eher eine Enttäuschung. Ich für meinen Teil hatte mir bei einer solchen Ankündigung jedenfalls erheblich mehr erhofft.

    • Broschiert: 320 Seiten
    • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (12. August 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3423262311
    • ISBN-13: 978-3423262316



    Über die Autorin:

    Rita Falk, Jahrgang 1964, hat sich mit ihrer Provinzkrimiserie um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer (Winterkartoffelknödel, Dampfnudelblues und Schweinskopf al dente) in die Herzen ihrer Leser geschrieben. Von sich selber sagt die Autorin, dass sie die schönste Zeit ihres Lebens in Oberbayern verbracht hat. Dort hat sie ihre Kindheit verbracht, wuchs bei der Oma auf. Dem ihr so vertrauten Landstrich ist Rita Falk auch als Erwachsene treu geblieben. Sie lebt heute in München. Rita Falk ist mit einem Polizisten verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.



    Inhaltsangabe:

    In seinem zehnten Fall bekommt es der Eberhofer mit brutalen Geldeintreibern, einem tragischen Mordfall und einem bockigen Birkenberger zu tun. Dabei könnte er sich so schön feiern lassen, hat man doch in Niederkaltenkirchen beschlossen, dem erfolgreichen Dorfgendarm zu Ehren den Kreisverkehr auf den Namen »Franz-Eberhofer-Kreisel« zu taufen! Stattdessen muss sich der Eberhofer jetzt darum kümmern, dass den brutalen Verfolgern vom Lotto-Otto so rasch wie möglich das Handwerk gelegt wird. Doch noch bevor er die Ermittlungen im Fall Lotto-Otto aufnehmen kann, geht der Lotto-Laden in die Luft – und der Eberhofer hat es jetzt auch noch mit einem Mord zu tun …



    Meine Kritik:

    Franz Eberhofer hat Jubiläum. Seit zehn Jahren klärt er Morde in Niederkaltenkirchen auf. Natürlich nicht alleine, sondern mit Hilfe seines Partners Rudi. Der auch in diesem Band gerne mal verschnupft reagiert, wenn der Franz ihn seiner Meinung nach nicht genug dafür würdigt. Der Fall um den von Geldeintreibern verfolgte Lotto-Otto kommt da genau richtig. Nicht gerade kompliziert, aber mit durchaus mit einigem an Nachforschungs- und Ermittlungsarbeit verbunden. Parallel dazu darf sich Franz in seinem Heimatort noch mit allerlei kuriosen Sachen herumschlagen: Ein Kreisverkehr soll seinen Namen bekommen, auf dem Sportplatz wollen zwei Nazi-Hohlbirnen Stunk machen, sein Sohn Paul hat Problemchen im Kindergarten, während der Flötzinger Liebeskummer plagt und die Oma ihren Guglhupf immer genau dann backt, wenn Franz nicht da ist.

    Der zehnte Band beginnt recht amüsanter Anfang mit dem cholerischen Bürgermeister und dem verstimmten Simmerl. Irgendwann nutzt sich das allerdings ab und es vergeht noch einige Zeit mit skurrilen Charakteren auf ZDF-Humor-Basis, bevor die eigentliche Krimi-Handlung endlich greift. Da diese nicht besonders verzwickt ist, gibt es diesmal jede Menge Kurioses drumherum. Die Fans wird es freuen, für Einsteiger ist das zehnte Abenteuer aber eher nicht geeignet.


    ASIN/ISBN: 3423262311

    Der hochbegabte Jurastudent Mitch McDeere nimmt das Job-Angebot einer exklusiven Kanzlei in Memphis an, ohne zu ahnen, dass die Anwaltsfirma mit der Mafia zusammenarbeitet. Nachdem Mitch einige mysteriöse Todesfälle früherer Kollegen ins Grübeln bringen, setzt ihn auch noch das FBI unter Druck und überredet ihn dazu, seinen Arbeitgeber auszuspionieren ...


    „Die Firma“ ist John Grishams zweiter Roman und zählt (auch wegen der Verfilmung mit Tom Cruise in der Hauptrolle) selbst nach knapp 30 Jahren noch zu seinem bekanntesten Werk. Die Handlung ist sehr nervenaufreibend und actionreich. Auch wenn man die Verfilmung bereits kennt, fiebert man mit dem Protagonisten mit und ist gespannt, was er sich einfällen lässt, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Durch die Vielzahl an auftretenden Personen bleibt die Figurenzeichnung allerdings etwas auf der Strecke.

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    • Taschenbuch: 624 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag; Auflage: Auflage: Heyne Verlag (1. September 1997)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 9783453127012
    • ISBN-13: 978-3453127012



    Biografie:

    John Grisham hat 32 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sechs Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.



    Inhaltsangabe:

    "Grisham weiß einfach, wie es geht. Hochspannung pur!" People

    Rudy Baylor, ein Jurastudent im letzten Semester, gewinnt seine ersten "Mandanten", ein Ehepaar, dessen Sohn an Leukämie erkrankt ist. Die Krankenversicherung weigert sich, für die wahrscheinlich lebensrettende Therapie zu zahlen. Rudy erkennt bald, daß er es mit einem riesigen Versicherungsskandal zu tun hat. Er nimmt den Kampf gegen eines der mächtigsten, korruptesten und skrupellosesten Unternehmen Amerikas auf...


    Meine Kritik:

    Im einen Moment sieht das Leben von Jurastudent Rudy Baylor noch rosig aus, im nächsten wird die Kanzlei, für die er nach dem Examen arbeiten wollte, von einer anderen Kanzlei aufgekauft und seine Stelle wegrationalisiert. Weil kein anderer Anwaltsjob in Memphis verfügbar ist, heuert Rudy bei einem zwielichtigen Anwaltsbüro über einem Supermarkt an und soll von da an Patienten als neue Mandanten im Krankenhaus anwerben. Was keine besonders schöne Arbeit ist. Aber zumindest lernt er im Krankenhaus die hübsche Kelly Riker kennen und verliebt sich in sie. Einziges Problem daran: Kelly ist bereits mit dem gewalttätigen Cliff Riker verheiratet.

    Beruflich geht es langsam aufwärts, als er Dot Black trifft, deren Sohn mittlerweile unheilbar an Leukämie erkrankt ist, weil sich die Versicherungsgesellschaft weigerte, die Kosten für eine Knochenmarkstransplantation zu übernehmen. Rudy beschließt, die übermächtige Versicherungsgesellschaft deswegen zu verklagen.

    Grishams sechster Roman ist zwar nicht ganz so actionreich oder rasant wie seine Vorgänger, langweilig kam mir Rudys Geschichte allerdings nie vor. Sämtliche Charaktere des Buches sind gut ausgearbeitet, sodass sie einem schnell ans Herz wachsen. Gut fand ich, dass Grisham in „Der Regenmacher“ gelegentlich auf schnoddrige, saloppe Ausdrucksweisen zurückgreift – das passt hervorragend zu dem noch jungen Anwalt Rudy.

    Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Ricky beobachtet der 11-jährige Mark Sway, wie sich in einem Waldstück ein Mann in seinem Wagen umbringen will. Er versucht einzugreifen und wird dabei ertappt. Das Schlimmste verhindern, kann Mark nicht. Aber kurz vor seinem Tod verrät ihm der Selbstmörder, dass er ein Mafia-Anwalt ist und weiß, wo die Leiche eines ermordeten Senators versteckt liegt. Es dauert nicht lang, dann sind sowohl das FBI als auch die Mafia hinter Mark her.

    Die vor einigen Jahren sogar verfilmte Romanhandlung ist interessant und man fiebert bis zum Ende mit Mark und seiner Familie mit. Allerdings wird die Geschichte für meinen Geschmack etwas zu weitläufig erzählt. Man erhält quasi ein Rundum-Paket, in dem sämtliche Aspekte komplett ausgelotet werden. Dadurch zieht sich der Thriller stellenweise etwas. Auch das Ende hält jetzt keine großen Überraschungen parat. Aber als Frühwerk von John Grisham (sein gerademal vierter Roman), das inzwischen mehr als 25 Jahre auf dem Buckel hat, ist es durchaus beachtlich.

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    • Taschenbuch: 624 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag; Auflage: Erstmals im TB (10. August 2015)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3453438116
    • ISBN-13: 978-3453438118
    • Originaltitel: Zero Day



    Über den Autor:

    David Baldaccis Romane wurden in mehr als 45 Sprachen übersetzt und erreichen weltweit eine Gesamtauflage von über 100 Millionen. Er wurde 1960 in Virginia geboren und studierte dort Politik- und Rechtswissenschaften. Bevor er mit dem Schreiben begann, war er neun Jahre lang als Jurist tätig. Bereits sein erster Roman „Der Präsident“ war ein durchschlagender Erfolg und wurde kurz darauf verfilmt. Seit der Erkrankung seiner Schwester an Multipler Sklerose engagiert sich Baldacci ehrenamtlich für die National MS Society und weitere karitative Organisationen. Heute lebt er mit Frau und Kindern noch immer in Virginia.



    Inhaltsangabe:

    Der fulminante Auftakt zu Baldaccis neuer Romanserie und Nr.-1-Bestseller der »New York Times«
    John Puller gilt als der beste Ermittler in der amerikanischen Militärpolizei. Gemeinsam mit der Polizistin Samantha Cole soll er den grausamen Mord an einer Familie im ländlichen Virginia klären. Doch bald tauchen weitere Leichen auf und weisen auf ein Komplott von gigantischen politischen Ausmaßen, das die Sicherheit ganz Amerikas gefährdet.



    Meine Kritik:

    Seit über zwanzig Jahren ist David Baldacci eine feste Instanz im Thriller-Geschäft. Die lange Berufserfahrung spürt man beim Roman „Zero Day“ deutlich. Vom ersten Kapitel an bewegt sich Baldacci routiniert vorwärts, streut hier und da seine Spuren, auf die er später zurückkommt. Auch die Mordermittlungen des Militärpolizisten John Puller in einer Kleinstadt im ländlichen Virginia laufen genauso ab. Es gibt die genretypischen Rückschläge und Wendungen und mit der Polizistin Samantha Cole auch die zarte Andeutung einer möglichen Romanze. Nach etwa Leerlauf in der Mitte spitzt sich zum Ende selbstverständlich alles mächtig zu, bis nur noch unser Held die Katastrophe verhindern kann.

    Alles in allem stellt John Pullers erster Fall einen routinierten Thriller mit den üblichen Zutaten dar. Der Held selbst ist ein „ziemlich fähiger“ Ermittler im Stil von Lee Childs Jack Reacher, nur noch viel superer: Dank zahlreicher Kampfeinsätze verfügt er über gute Reaktionen in Kampf und Verteidigung, ist verständnisvoll und obendrein sogar Weinkenner. Was soll da noch schiefgehen? Am interessantesten an der Geschichte fand ich die zahlreichen Militär-Fakten und Mentalitäten.

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    • Audible Hörbuch
    • Spieldauer: 14 Stunden und 55 Minuten
    • Format: Hörbuch-Download
    • Version: Ungekürzte Ausgabe
    • Verlag: Audible GmbH
    • Audible.de Erscheinungsdatum: 18. Februar 2016
    • Sprache: Deutsch, Deutsch



    Über den Autor:

    Joe Hill wurde 1972 in Neuengland geboren. Für seine Kurzgeschichten, die in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien erschienen, wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem "Ray Bradbury Fellowship", dem "Bram Stoker Award" und dem renommierten "World Fantasy Award". Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in New Hampshire. Seine Bücher erscheinen im Heyne Verlag, zuletzt der Roman Christmasland.


    Inhaltsangabe:

    Ein verwunschenes Herrenhaus, das die wildesten Fantasien entfesselt. Magische Schlüssel, die Türen zu anderen Welten öffnen. Eine glückliche Familie, über die das ultimativ Böse hereinbricht. Eine Graphic Novel, die zu einem spektakulären Dark Fantasy Audiodrama mit einer bombastischen Soundkulisse wird.

    Im idyllischen Sommerurlaub bricht das Grauen über die Lockes herein: Vater Rendell wird vor den Augen seiner Familie brutal ermordet. Verstört und gebrochen zieht Mutter Nina mit ihren Kindern Bode, Kinsey und Tyler von San Francisco ins Keyhouse, dem alten Familiensitz in New England.

    Der 7-jährige Bode ist der Erste, der dem Geheimnis von "Lovecraft Mansion" auf die Spur kommt. Das Gemäuer birgt verschiedene Schlüssel, die magische Kräfte verleihen: So setzt der Geist-Schlüssel die Seele aus dem Körper frei, der Überall-Schlüssel bringt eine Person an jeden beliebigen Ort, der Reparier-Schlüssel macht Kaputtes wieder ganz und der Kopf-Schlüssel öffnet Köpfe, sodass man Erinnerungen entfernen oder Wissen hinzufügen kann. Doch die magischen Schlüssel sind nicht das Einzige, was sich im Keyhouse versteckt - schon bald entpuppt sich die vermeintlich sichere Zuflucht als ein Ort voller tödlicher Gefahren...

    Mit "Locke & Key" hat sich Audible zum ersten Mal an die Vertonung einer Comic-Serie gewagt. Herausgekommen ist eine geniale Hörspiel-Inszenierung, die locker mit jeder TV-Serie mithalten kann. Die mitreißende Handlung und eine unheimlich dramatische Soundkulisse sorgen für ein mehrdimensionales Hörerlebnis. Dazu ist die Hörspielserie mit brillanten Sprechern besetzt: Vera Teltz, Tanja Geke, Jürgen Kluckert sowie deutsche Schauspielgrößen wie Patrick Mölleken, Oliver Wnuk, Max Mauff und Milton Welsh haben den Figuren mit ihren Stimmen wortwörtlich eine Seele gegeben.


    Meine Kritik:

    Als Comic-Fan und Fan von Joe Hill hatte ich in der Vergangenheit bereits zwei Versuche unternommen, mich „Locke & Key“ zu widmen. Beide Male scheiterte ich bereits recht bald, weil ich die Geschichte einfach nicht spannend genug fand. Die ganzen Lobeshymnen auf die Graphic Novel konnte ich mir nur schwer erklären.

    Als dann jedoch die Audio-Fassung der Serie vorlag, entschied ich mich für einen dritten Anlauf. Auch diesmal hatte ich mit dem nicht ganz so packenden Anfang zu kämpfen, hielt aber durch weil ich hoffte, dass es besser werden würde. Das wurde es zwar, allerdings nicht in dem Maße, wie ich erwartet hatte.

    Keine Frage, die Geschichte von dem unheimlichen House in der Kleinstadt Lovecraft und den vielen magischen Schlüsseln, durch welche sich die Protagonisten selbst verändern und sogar durch die Zeit reisen konnten, war durchaus interessant.

    Mitgerissen hat sie mich jedoch bis zum Ende nicht. Ich würde hier auch nicht von einer „genialen Hörspiel-Inszenierung“ sprechen, „die locker mit jeder TV-Serie mithalten kann“. Dabei sind die knapp 15-stündigen Aufnahmen qualitativ hochwertig und mit vielen prominenten Sprechern besetzt. Was allerdings fehlt, ist ein Erzähler, der all die Dinge erklärt, die nur mit Geräuschen und Lauten dargestellt werden. So kann man oftmals bloß vermuten, was da gerade passiert ist – und liegt nicht immer richtig. Ohne diesen Erzähler wirkt das ganze Hörspiel wie der Audio-Rip eines Films. Es gibt zwar an jedem Anfang der sechs Kapitel eine einleitende Erklärung sowie in Episode Vier kurzzeitig ein paar vorgelesene Tagebucheinträge, aber die sind bei weitem nicht genug. Wenn man die Vorlage nicht kennt, ist es schwierig, der Handlung zu folgen. Und das schmälert den Hörgenuss leider erheblich.

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    • Taschenbuch: 512 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (1. März 2003)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 9783442355778
    • ISBN-13: 978-3442355778
    • ASIN: 344235577X
    • Originaltitel: Echo Burning



    Über den Autor:

    Lee Child verdankt seine außerordentliche Karriere als Krimiautor einer eher unangenehmen Lebenssituation: 1995 wurde ihm wegen einer Umstrukturierung sein Job beim Fernsehen gekündigt. Der Produzent so beliebter Krimiserien wie „Prime Suspect“ („Heißer Verdacht“) oder „Cracker“ („Für alle Fälle Fitz“) machte aus der Not eine Tugend und versuchte sich als Schriftsteller. Was selbst wie ein Roman klingt, entspricht in diesem Fall der Wahrheit: Bereits mit seinem ersten Thriller um den Ermittler Jack Reacher landete Child einen internationaler Bestseller. Er war zugleich Auftakt der heute mehrfach preisgekrönten „Jack-Reacher“-Serie. Child, der 1954 in Coventry in England geboren wurde, ist heute in den USA und Südfrankreich zu Hause.



    Inhaltsangabe:

    Ganz gegen seine Gewohnheit beschließt Jack Reacher, der ehemalige geniale Ermittler der Militärpolizei, in der sengenden Hitze von Texas per Anhalter zu fahren. Tatsächlich stoppt ein weißer Cadillac mit der schönen jungen Carmen Greer am Steuer - die ihn anheuert, ihren Ehemann umzubringen. Doch was sich so perfide anhört, ist eine aus tiefer Verzweiflung geborene Idee. Jacks Interesse - und Mitgefühl - ist geweckt. Er verdingt sich als Hilfsarbeiter auf der Ranch, um Carmen zu beschützen. Mit mäßigem Erfolg, denn der gewalttätige Ehemann wird im gemeinsamen Schlafzimmer erschossen - und die Ereignisse überstürzen sich mit tödlichen Konsequenzen...



    Meine Kritik:

    Im fünften Band ist Jack Reacher wieder genauso unterwegs, wie wir ihn kennen: ganz allein auf einer Landstraße, unterwegs nach irgendwohin. Nach seinen Abenteuern an der Ostküste hat es ihn mittlerweile nach Texas verschlagen. Hier bietet ihm die hübsche Carmen eine Mitfahrgelegenheit an und bittet ihn während der Fahrt darum, dass er ihren gewalttätigen Ehemann umbringt. Selbstverständlich lehnt Reacher ab, verspricht aber trotzdem, ihr zu helfen und sich die Sache aus der Nähe anzuschauen. Zur Tarnung heuert er als Hilfsarbeiter auf Carmens Farm an. Bevor er mit seinen Nachforschungen vorankommt, wird der Ehemann ermordet und die Gattin wegen Mordes verhaftet. Doch Reacher ist von ihrer Schuld nicht überzeugt und ermittelt weiter.

    Der fünfte Band beginnt relativ träge. Im ersten Romandrittel passiert nicht viel. Nach Carmens Verhaftung jedoch nimmt die Handlung spürbar an Fahrt auf und wir leben wieder jenen ebenso cleveren wie supertoughen Ex-Militärpolizisten, der vor keiner Gefahr zurückweicht. Es gibt zahlreiche Wendungen und natürlich auch einen blutigen Showdown in bester Reacher-Manier. Den Schluss fand ich etwas übereilt, aber vermutlich stellt der nur den Ausgleich zum trägen Anfang dar.

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    • Audio CD (26. Oktober 2018)
    • Standard Version
    • Anzahl Disks/Tonträger: 3
    • Format: Box-Set
    • Label: Europa (Sony Music)
    • ASIN: B07G1YS992


    Inhaltsangabe:

    Wenn die drei ??? ermitteln, ist das immer ein schwarzer Tag für Verbrecher. Und manchmal bringt das Detektivbüro sogar schneller als sonst Licht ins Dunkel: Sei es in einem stockfinsteren Verlies, auf der Jagd nach einem schwarzen Phantom oder in einem Dunkelrestaurant Justus, Peter und Bob lösen jeden Fall.

    Sechs verzwickte, experimentierfreudige, rätselhafte Kurzgeschichten aus Rocky Beach!

    1. Das schwarze Verlies
    Es ist dunkel. Mehr als dunkel. Schwarz. Peter erwacht und ist gefesselt! Wo befindet er sich? Ist alles nur ein Traum? Plötzlich vernimmt er ein seltsames Grunzen. Ein Kampfhund...? Dann kehren seine Erinnerungen zurück!

    2. Schwarze Seelen
    Die gegenseitigen Beschuldigungen der Zwillingsschwestern Helen und Elen stellen die drei Detektive auf eine harte Zerreißprobe. Wird es Ihnen dennoch gelingen, die wahre Täterin zu überführen?

    3.Ein schwarzer Tag für Mr. Kingstone
    Ausgerechnet Skinny Norris beauftragt die drei Detektive mit einem neuen Fall: Wer erpresst Mr. Kingstone, den blinden Betreiber des Dunkelrestaurants in Rocky Beach? In totaler Finsternis ermitteln Justus, Peter und Bob, um den skrupellosen Verbrecher auf die Schliche zu kommen. Doch wird ihre Falle auch zuschnappen?

    4. Wer hat Angst vorm schwarzen Mann
    In einem Kindergarten in Rocky Beach herrscht größte Besorgnis: Wurden die Kinder tatsächlich allesamt von einem unheimlichen 'Schwarzen Mann' heimgesucht? Die Ermittlungen der drei ??? führen zum ominösen 'Herz von Afrika'...

    5.Die schwarze PhantOma
    Wer steckt hinter der unheimlichen Porschefahrerin, von der Justus beinahe überfahren wurde!? Auch Peter wird von ihr mit einem heftigen Fausthieb niedergestreckt! Wer ist die humpelnde Rentnerin, die als 'PhantOma' in Rocky Beach ihr Unwesen treibt? An Verdächtigen mangelt es keineswegs...

    6. Das schwarze Nest
    Das Telefon klingelt nicht in der Zentrale der drei Detektive. Doch Justus hört es ganz deutlich. Leidet er unter Wahnvorstellungen? Und auch Peter wird von argen Problemen geplagt: Er muss unbedingt das große Sackhüpfturnier gewinnen! Bob wird endlich aus dem Krankenhaus entlassen und wundert sich über gar nichts mehr...



    Meine Kritik:

    Jeder Autor weiß, dass manche Idee nicht für einen Roman, sondern bloß für eine Kurzgeschichte reicht. In solchen Fällen kommen Anfragen für Kurzgeschichten-Anthologien sehr gelegen. Mit „Der schwarze Tag“ gibt es auch eine Drei-Fragezeichen-Kurzgeschichten-Sammlung.


    Die Storys sind von recht unterschiedlicher Qualität. Mal muten sie wie richtige Fälle (1-4) an, mal sind sie etwas experimentell (5), mal einfach nur schräg (6). Am besten haben mir „Schwarze Seelen“ von André Minninger, wo es um zwei egoistische Erbschleicherinnen geht, und „Ein schwarzer Tag für Mr. Kingstone“ von Christoph Dittert, wo die drei ??? in einem Blinden-Restaurant nach einem Erpresser suchen. Mit Geschichten von dieser Qualität kann ich gut leben.


    Die letzten zwei Storys fand ich etwas anstrengend. Bei „Die schwarze PhantOma“ von Kari Erlhoff kamen nervige Soundeffekte bei jedem Perspektivwechsel und jedem Nachrichten-Eingang. Beides gab es zuhauf. Getoppt wurde das Ganze allerdings durch „Das schwarze Nest“ von Hendrik Buchna, wo der Autor auf Teufel komm raus lustig sein wollte und eine unsinnige Bemerkung nach der nächsten von sich gibt. Da hatte ich echt mehrmals überlegt, die Geschichte abzubrechen.


    Fazit: Nett für zwischendurch, aber die richtigen (längeren) Fälle sind besser.

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    • Audio CD (19. Juli 2019)
    • Anzahl Disks/Tonträger: 4
    • Format: Box-Set
    • Label: Europa (Sony Music)
    • ASIN: B07RP4V3JM


    Über den Autor:

    André Marx (* 1. Januar 1973 in Georgsmarienhütte) ist ein deutscher Autor. Zwischen 1997 und 2007 verfasste er 27 Bücher der Jugendbuch-Serie Die drei ???, die alle als Hörspiel vertont wurden. Dazu gehörten auch die zwei dreibändigen Jubiläumsausgaben Toteninsel (100. Fall) und Feuermond (125. Fall). Im September 2018 erschien der 200. Fall Feuriges Auge. Auch schrieb er die Halloween-Sonderfolge Der Feuerteufel, die später in die reguläre Folgenzählung aufgenommen wurde. Nachdem er 2009 seinen vorübergehenden Abschied von der Serie verkündet hatte, erschien im Februar 2013 sein 28ster Roman Die Spur des Spielers. Zuvor hatte er bereits eine Kurzgeschichte zum Sammelband Das Rätsel der Sieben (2012) beigetragen.


    Inhaltsangabe:

    Justus Jonas ist verschwunden! Während Peter und Bob den Ersten Detektiv verzweifelt suchen, stolpern sie über Spuren aus ihrer eigenen Vergangenheit. Haben die drei ??? vor Jahren den „Fluch des Rubins“ wirklich gebannt und hat Justus' Verschwinden etwas mit diesem längst zu den Akten gelegten Fall um diesen mysteriösen Edelstein zu tun? Schnell steht fest, dass das Feurige Auge mehr Geheimnisse birgt, als die drei ??? ahnen können ...


    Meine Kritik:

    Zum großen Jubiläum der drei ??? hat man sich was ganz Besonderes überlegt. Nicht eine Doppel-, sondern gleich eine Dreifachfolge mit unseren drei Lieblingsdetektiven. Es fängt auch gleich sehr vielversprechend an. Nach einer missglückten Ermittlung gibt es Ärger und Justus verschwindet spurlos. Natürlich machen sich Peter und Bob sofort auf die Suche. Eine Puzzleteil führt sie zum nächsten, bis sie nach etlichen überraschenden Wendungen endlich der Wahrheit auf die Spur kommen. Doch auch danach ist der Fall noch nicht abgeschlossen ...


    Im Grunde genommen besteht "Das Feurige Auge" aus drei Romanen von André Marx:

    - Der verschwundene Detektiv (wo nur Peter und Bob ermitteln)

    - Die silberne Hand (wo nur Justus ermittelt)

    - Der Tempel der Gerechtigkeit (wo alle drei wieder zusammenarbeiten)


    In den ersten zwei Bänden geht es um separate Ermittlungen zum gleichen Fall, die letztendlich zum selben Ziel führen. Am Ende von Band 2 scheint der Fall sogar so gut wie abgeschlossen zu sein. Dann allerdings gibt es am Anfang vom dritten Teil eine neue Wendung und die drei ??? dürfen in gewohnter Manier wieder auf Spurensuche gehen. Diesmal sogar inklusive einer Auslandsreise.


    Die Geschichte ist spannend erzählt, flacht zum Ende hin allerdings etwas ab. Was ich sehr schade finde, hier wäre noch einiges mehr drin gewesen. Außerdem bin ich etwas enttäuscht, dass sich meine anfängliche Hoffnung von EINEM richtig komplexen Krimi-Fall bei diesem Jubiläums-Dreierpack nicht erfüllt hat. Aber vermutlich ist eine Jugend-Krimi-Reihe dafür auch nicht das richtige Medium.


    Fazit: Interessanter Dreifach-Fall mit etlichen Reminiszenzen an frühere Fälle, der zum Ende hin leider etwas abflacht.

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    • Taschenbuch: 640 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (15. Juli 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3442484642
    • ISBN-13: 978-3442484645



    Über den Autor:

    Harlan Coben wurde 1962 in New Jersey geboren. Nachdem er zunächst Politikwissenschaft studiert hatte, arbeitete er später in der Tourismusbranche, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er hat bislang fünfzehn Thriller geschrieben, die in über dreißig Sprachen übersetzt wurden. Harlan Coben wurde als erster Autor mit den drei wichtigsten amerikanischen Krimipreisen ausgezeichnet, dem Edgar Award, dem Shamus Award und dem Anthony Award. Harlan Coben gilt als einer der wichtigsten und erfolgreichsten Thrillerautoren seiner Generation. Er lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern in New Jersey.


    Inhaltsangabe:

    Für Exmodel Laura und Basketballstar David war es Liebe auf den ersten Blick. Nach der Hochzeit scheint das Glück perfekt – bis es auf der Hochzeitsreise zur Katastrophe kommt: Bei einem morgendlichen Ausflug zum Strand verschwindet David spurlos und wird nach vergeblicher Suche zum Opfer der tückischen Strömung erklärt. Laura ist ebenso fassungslos wie ungläubig. David war Leistungssportler, ist er wirklich ertrunken? Oder steckt etwas anderes hinter seinem Verschwinden? Hat sie dem falschen Mann vertraut? Laura stellt eigene Nachforschungen an und kommt einer Verschwörung auf die Spur, die mehr als nur ein Opfer fordern wird ...


    Meine Kritik:

    Der Anfang klingt wie aus seiner Seifenoper: Exmodel Laura und Basketballstar David heiraten heimlich und fliegen für die Flitterwochen nach Australien. Als Laura allerdings kurz zu einem beruflichen Meeting reisen muss, ahnt sie nicht, dass es das letzte Mal ist, dass sie ihren Mann lebendig sieht. Schon bald darauf wird David vermisst und wenig später für tot erklärt. Laura kann die Tragödie nicht fassen und stellt zurück in den Staaten erste Nachforschungen an. Dabei stößt sie auf etliche Ungereimtheiten in der Vergangenheit. Nicht nur in der ihres Mannes, sondern auch ihrer eigenen.

    „Honeymoon“ (im Original: „Play Dead“) ist Harlan Cobens Debütroman aus dem Jahr 1990. Schon darin erkennt man die Ansätze dessen, was später sein typischer Stil werden sollte. Im Gegensatz zu späteren Werken lässt die Spannung hier allerdings noch etwas auf sich warten. Es gibt einige typische Anfängerfehler, wie zu viele agierende Personen, durch die man schnell den Überblick verliert. Generell wird die Geschichte etwas zu weitläufig erzählt. Bis zum Schluss folgen zahlreiche (manchmal nicht ganz so überraschende) Wendungen. Stellenweise wirkt die Handlung dabei etwas konstruiert, vor allem zum Ende hin zehrt es schon sehr an der Glaubwürdigkeit. Dennoch ist es alles in allem ein beeindruckendes Debüt, von dem es überrascht, dass es erst 2019 seinen Weg in die deutsche Übersetzung gefunden hat.

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    • Broschiert: 480 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (18. Juni 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 344220545X
    • ISBN-13: 978-3442205455


    Biografie:

    Harlan Coben wurde 1962 in New Jersey geboren. Nachdem er zunächst Politikwissenschaft studiert hatte, arbeitete er später in der Tourismusbranche, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er hat bislang fünfzehn Thriller geschrieben, die in über dreißig Sprachen übersetzt wurden. Harlan Coben wurde als erster Autor mit den drei wichtigsten amerikanischen Krimipreisen ausgezeichnet, dem Edgar Award, dem Shamus Award und dem Anthony Award. Harlan Coben gilt als einer der wichtigsten und erfolgreichsten Thrillerautoren seiner Generation. Er lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern in New Jersey.



    Inhaltsangabe:

    Für Simon wird ein Alptraum wahr, als seine Tochter Paige von einem Tag auf den anderen verschwindet. Hinterlassen hat sie eine Botschaft, in der sie klar macht, dass sie nicht gefunden werden will. Panisch begibt sich Simon auf die Suche, und als er Paige im Central Park tatsächlich entdeckt, erkennt er seine Tochter nicht wieder. Denn diese junge Frau ist völlig verstört und voller Angst. Sie flieht vor ihm, und Simon hat nur eine Chance, wenn er sie retten will: Er muss ihr in die dunkle und gefährliche Welt folgen, in deren Sog sie verloren ging. Und was er dort entdeckt, reißt ihn und seine gesamte Familie in einen gefährlichen Abgrund …



    Meine Kritik:

    Thrillerautor Harlan Coben ist dafür bekannt, dass einen seine Romane immer genau da treffen, wo es richtig weh tut. Oftmals dreht es sich um scheinbar intakte Familien, die durch ein Ereignis in der Vergangenheit auf einmal auf eine harte Probe gestellt werden. So auch in „Suche mich nicht“.

    Familienvater Simon erlebt den Albtraum aller Eltern: Seine Tochter Paige wird drogenabhängig und verschwindet von einem Tag auf den anderen spurlos. Als ein Bekannter sie nach Monaten im New Yorker Central Park gesehen zu haben glaubt, schaut Simon dort sofort nach. Er findet sie tatsächlich, gerät aber mit ihrem ebenfalls drogensüchtigen Freund Aaron in Streit. Die zwei Junkies verschwinden. Einige Zeit darauf wird Aaron auf einmal ermordet und Paige ist abermals unauffindbar. Zusammen mit seiner Frau Ingrid begibt sich Simon auf die Suche nach ihr, auch wenn das sie selbst in Lebensgefahr bringt.

    „Such mich nicht“ ist ein typischer Coben-Thriller über jemanden, der sich auf die Suche nach der Wahrheit begibt und mehr aufdeckt, als ihm lieb ist. Keine Frage, die Geschichte ist interessant und ich habe mich keine Sekunde gelangweilt, allerdings ist sie nicht überragend spannend zählt. Es gibt zwar wie üblich zahlreiche Wendungen, aber auch das gehört bei Coben zum Repertoire. Ebenso, dass es ein, zwei Verweise und Anspielungen auf andere Werke des Autors gibt. So hilft Anwältin Hester Crimstein Simon am Anfang der Geschichte aus einer rechtlichen Klemme.

    Was mich etwas störte, waren die vielen theoretischen Erklärungen (wie zum Beispiel über die Wahrnehmung von Zeit) und die vielen Male, wo es um Sachen ging, die früher mal so oder so hießen, von denen Coben sich aber nicht sicher war, wie sie mittlerweile genannt wurden. Ein, zwei Mal ist so was amüsant, aber nicht ein halbes Dutzend Mal und mehr ...


    Die Handlung vom vierten Band setzt einige Monate nach dem dritten Band „Sein wahres Gesicht“ ein. Jack Reacher wohnt noch immer in seinem geerbten Haus und ist mit Anwältin Jodie liiert. So richtig zufrieden ist er damit allerdings nicht. Er vermisst das Durchs-Land-ziehen und die damit einhergehende Freiheit. Da passt es recht gut, dass das FBI ihn zwingt, an einem Fall mitzuarbeiten, der ihn quer durch die ganze USA führt: Mehrere ehemalige weibliche Armee-Angehörige wurden ermordet und sie alle hatten sich zuvor über sexuelle Belästigung durch Kollegen beklagt. Zunächst ist Reacher von dem Fall wenig angetan und stellt bewusst sämtliche Ermittlungsergebnisse infrage. Trotzdem kann er natürlich nicht aus seiner Haut und stellt am richtigen Ort die richtigen Fragen. Oder glaubt es zumindest. Doch auch der ehemalige Militärpolizist ist nicht perfekt und muss einige überraschende Ermittlungsrückschläge einstecken. Für den Leser bleibt es dadurch eine bis zum Schluss spannende Schnitzeljagd mit zahlreichen Wendungen. Die Auflösung am Ende fiel für meinen Geschmack zwar etwas zu konstruiert aus, aber auch das konnte die interessante Geschichte nur geringfügig trüben.

    Schön fand ich zudem, dass alle bisherigen Jack-Reacher-Romane zumindest an dünnen Fäden zusammenhingen. Aber nachdem Jodie am Ende der Geschichte einen Job in London angeboten bekommt und Reacher wieder seinem Normadentrieb folgen kann, wird die Lesereihenfolge bei den Folgebänden vermutlich nicht mehr ganz so wichtig sein. Ich bin mal gespannt, was mich bei „In letzter Sekunde“ erwarten wird.

    Detective Harry Bosch hat ein Problem: Vor vier Jahren erschoss er den Serienmörder, der von der Presse „Der Puppenmacher“ genannt wurde. Nun muss er sich für den Schuss vor Gericht zu verantworten. Als wäre das nicht heikel genug, gibt es auf einmal einen anonymen Brief im Stil des Killers, in dem er auf eine einbetonierte Frauenleiche aufmerksam macht. So muss sich Harry parallel zur Gerichtsverhandlung mit den damaligen und aktuellen Ermittlungen befassen. Worunter auch die Beziehung zu seiner Freundin Sylvia Moore leidet – und das in mehrfacher Hinsicht.

    „Die Frau im Beton“ ist der 1994 erschienene dritte Band der Harry-Bosch-Reihe und ein routinierter Krimi mit mehreren Wendungen. Der Roman ist eine bewährt gute Arbeit von Michael Connelly, die einen bis zum Ende miträtseln lässt und dadurch gut unterhält.