Beiträge von fictionmaster

    Eigentlich möchte Philipp gerne als Komiker durchstarten. Doch bei drei Kindern und einer karriereverliebten Ehefrau ist das ziemlich unmöglich. Vor allem wenn man selbst sein Leben ständig zurückstellt, um für die andere da zu sein. Nachdem er aber mitten in seinem eigenen Bühnenauftritt flüchtet, weil ihn sein Sohn gerne bei sich zuhause hätte, kommt Philipp ins Grübeln. Für ihn steht fest, dass er etwas ändern muss. Nur was? Die Paartherapie bringt nicht den gewünschten Erfolg und seine Agentin steht kurz davor, ihn zu feuern. Und dann erhält er auf einmal eine große Chance, mit seiner Karriere voranzukommen.

    Der „Superdaddy“ von Sören Sieg entpuppte sich als überraschend gute Gesellschaftssatire. Es war nicht nur ein weiteres Lustigbuch, sondern schilderte die Bredouille des heutigen Mannes an mehreren Beispielen. Natürlich kommt der Humor trotzdem nicht zu kurz. So ist es eine kurzweilige Dramedy, mit der man nicht viel falsch machen kann.

    Nachdem das zehnjährige afroamerikanische Mädchen Tonya brutal vergewaltigt wurde, deren dreht Vater Vater Carl Lee durch und knallt die beiden weißen Täter vor dem Gerichtssaal ab. Es klingt nach einer Affekthandlung, aber Carl Lee hatte die Tat Tage vorher seinem Anwalt Jake Brigance gestanden. Dieser muss nun versuchen, vor Gericht für dessen Freiheit zu kämpfen. Was gar nicht so einfach ist: Der Ku-Klux-Klan warnt ihn zuerst und versucht anschließend mehrmals, Jake und seine Familie zu ermorden. Schließlich muss sogar die Nationalgarde anrücken, um in der Kleinstadt Clanton in Mississippi für Ordnung zu sorgen. Auch vor Gericht wird Jake mit unzähligen Problemen konfrontiert.

    Die ersten Kapitel, in denen das Verbrechen an Tonya geschildert wurde, waren nur schwer zu ertragen. Als Vater kann ich Carl Lee durchaus verstehen und habe umso mehr auf einen Freispruch für ihn gehofft. Den Anwalt Jake Brigance vor Gericht zu begleiten, war sehr interessant und zu keiner Zeit langweilig. John Grisham ist mit seinem Debütroman ein sehr bemerkenswertes Werk gelungen, das auch nach über dreißig Jahren nichts von seiner Brisanz eingebüßt hat.

    Die 1980er Jahre waren ein legendäres Jahrzehnt. Heute im Rückblick sogar noch mehr als früher. Was also liegt näher, ein wenig in Nostalgie und Erinnerungen zu schwelgen, dürften sich die die Autoren Stefan Bonner und Anne Weiss überlegt und alles zusammengekramt haben, was sie aus den Achtzigern noch wussten. Mehr allerdings nicht. Das Buch enthält keine Handlung, sondern lediglich Aufzählungen all der Sachen, die "wir tollen Kassettenkinder" in den Achtzigern taten und besaßen. Ständig hofft man auf witzige Anekdoten, aber selbst die sucht man vergebens. Stattdessen folgt eine Erklärung über die damalige Zeit nach der nächsten. Wir erfahren von LiveAid, was Mixtapes und der C64 sind und wie man früher jeden Samstagabend als Familie gemeinsam vor dem Fernseher saß, um Unterhaltungsshows zu schauen.

    Das ringt einen das eine oder andere verzückte Schmunzeln ab, ist ansonsten aber lediglich nett. Und nett allein reicht nicht.

    Neal Carey verspürt wenig Lust, die drogensüchtige Tochter eines Senators zu suchen, reist aber trotzdem dafür nach London. Nach ersten Rückschlägen findet er eine Spur und freundet sich mit Punkern und Drogendealern an, in deren Kreisen das Mädchen verkehrt. Um sie aus dem Teufelskreis herauszuholen, überlegt er sich einen riskanten Coup. Der natürlich nicht ganz so reibungslos wie erhofft abläuft. Obwohl die Handlung nicht ganz 400 Seiten umfasst und etliche beeindruckend kurze Kapitel und Dialoge besitzt, lief die Geschichte an mehreren Stellen etwas im Leerlauf. Man findet bereits die Ansätze der Höchstleistungen, zu denen Don Winslow später auflaufen wird, aber bei diesem Anfang der Neunziger verfassten Krimi spürt man deutlich, dass es sich um ein Frühwerk des Autors handelt. Die Geschichte ist nett und ausbaufähig. Mit den Charakteren wurde ich nicht wirklich warm. Dennoch werde ich bei Gelegenheit auch in Neal Careys zweitem von insgesamt fünf Fällen „China Girl“ reinlesen.

    Boone Daniels ist so was wie der Dude unter den kalifornischen Detektiven. Nachdem er seine Arbeit bei der Polizei hingeschmissen hat, verbringt er ein Großteil seiner Zeit am Strand. Surfen scheint für ihn das Maß der Dinge zu sein. Da man vom Wellenreiten allerdings keine Miete bezahlen kann, nimmt er dann und wann Aufträge als Privatdetektiv an. Er wird gebeten, eine Frau ausfindig zu machen, die in Kürze vor Gericht gegen einen potentiellen Brandstifter aussagen soll und seit einigen Tagen wie vom Erdboden verschluckt erscheint. Zunächst verspürt Boone dazu wenig Lust, ein Blick in seine leere Brieftasche bringt aber schnell auf andere Gedanken. Das Problem an dem relativ simpel aussehenden Fall ist jedoch, dass er bei näherer Betrachtung gar nicht mehr so simpel ist. Es dauert nicht lang und Boones Leben schwebt in Gefahr.

    Der erste Krimi um den Surfer Boone Daniels steckt voller ebenso skurriler wie interessanter Charaktere. Der Fall, in den Boone verwickelt wird, ist kompliziert und hält jede Menge Wendungen parat. Hinzu kommt Don Winslows geschliffen scharfe, coole Erzählweise. Da ist kein Wort zu viel. Gute Unterhaltung für Zwischendurch.

    Unterwegs zu seinem Segelboot nimmt der ehemalige US-Marine John Kelly die Anhalterin Pamela mit und verliebt sich in sie. Als sie ihm ihre Vergangenheit als drogensüchtige Prostituierte offenbart, möchte er ihr helfen, den Drogenring zu sprengen. Leider geht dabei etwas schief und Pam stirbt. Daraufhin sieht John Kelly rot und nimmt sich der Sache im Alleingang an. Parallel dazu erhält er den Geheimauftrag, einige amerikanische Geiseln aus einem nordvietnamesischen Gefangenenlager zu befreien. Über zu wenig Beschäftigung kann sich Kelly also nicht beklagen.

    Der sechste Jack-Ryan-Band ist eigentlich der erste der Reihe, weil die Handlung in 1973 spielt und es gar nicht um Jack Ryan, sondern dessen Vater Detective Emmet Ryan (in einer Nebenrolle) und (vorrangig) um John Clark geht, der vor seiner Zeit bei der CIA noch John Kelly hieß. Um ihn zu rekrutieren, dürfen auch Personen wie James Greer und Robert Ritter nicht fehlen. Beides Namen, die man bereits aus anderen Romanen aus dem Ryan-Universum kennt.

    Leider plagt „Gnadenlos“ dasselbe Leiden, unter dem auch viele andere Tom-Clancy-Romane leiden: Die Geschichte ist mal wieder viel zu weitläufig erzählt. Ein Großteil der Vietnam-Erinnerungen und – Aktivitäten tragen nicht wirklich zur Handlung bei (zum Beispiel die über Zacharias und Nikolay Grishanov). Selbst zum Ende hin zieht sich die Handlung und lässt auf jede actionreiche Handlung haufenweise ausbremsendes Blabla folgen. Daher würde ich diesen Band nicht unbedingt zu den Clancy-Highlights zählen.


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    • Taschenbuch: 250 Seiten
    • Verlag: Luzifer-Verlag (11. Dezember 2014)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3958350143
    • ISBN-13: 978-3958350144
    • Originaltitel: A Necessary End


    Über die Autoren:

    Sarah Pinborough ist eine preisgekrönte Autorin von Horror-, Krimi-, und Jugendliteratur. Sie hat für die BBC-Serie New Tricks geschrieben und entwickelt zur Zeit Stoffe für einen Horrorfilm und eine neue Fernsehserie. Sie lebt und arbeitet in London. F. Paul Wilson ist Autor von über 50 Romanen verschiedener Genres, die in 24 Sprachen übersetzt wurden und unter anderem in den Bestsellerlisten der New York Times platziert waren.



    Inhaltsangabe:

    Das Leben kam einst aus Afrika ... doch jetzt ist es der Tod.
    Es verbreitet sich wie eine Seuche, doch es ist keine Krankheit. Medizin und Forschung sind hilflos gegen die tödliche Reaktion unseres Immunsystems auf den Biss einer afrikanischen Fliegenart. Milliarden Menschen sind bereits tot, und noch viele mehr werden sterben. Weltweit stürzen Regierungen, die Zivilisation bröckelt, und die Überlebenden haben panische Angst vor dem Tod aus der Luft.
    Manche halten die neue Insektenart für eine zufällige Mutation, andere sagen, sie sei von Menschenhand erschaffen worden. Doch als die Hoffnung schwindet, rechtzeitig ein Gegenmittel zu finden, glauben die Meisten nur noch an Gottes Rache. Einst sandte er die Sintflut als Strafe für die Menschheit, nun verdunkelt er den Himmel mit tödlichen Fliegen. Und vielleicht ist an dieser Theorie sogar etwas dran, denn viele der Opfer berichten in ihren letzten Atemzügen von einer Vision Gottes.
    Aber nicht jeder muss sterben. Einige Menschen scheinen immun zu sein. Sie nennen sich selbst die Mungus und predigen, die Plage als gottgegeben hinzunehmen. Sie ermutigen die Menschen, sich von den "Fliegen des Herrn" beißen zu lassen, um mit IHM im Jenseits vereint zu sein.
    Nigel, ein Enthüllungsjournalist, sucht derweil im apokalyptischen Chaos des seuchenzerfressenen England nach Bandora, einem entführten afrikanischen Jungen. Die Suche nach der Wahrheit und seiner eigenen Erlösung treibt ihn fort von den unerträglichen Zuständen seines Privatlebens, direkt in die Arme des Hohepriesters der Mungu, eines Mannes, der seine Prophezeiungen in Rätsel verpackt und keinerlei Angst vor den tödlichen Fliegen hat.



    Meine Kritik:

    Das Ende der Welt steht kurz bevor. Eine gewaltige Fliegenplage hat nahezu sämtliche Menschen mit einer tödlichen Seuche infiziert. Die wenigen noch nicht Vergifteten versuchen auf verschiedene Weisen mit der Plage umzugehen. Journalist Nigel recherchiert nach den Ursache, um so möglicherweise an ein Heilmittel zu gelangen. Seine Frau Abby hingegen sieht im Ende der Welt eine Strafe Gottes und freut sich auf das Wiedersehen mit ihrem Schöpfer. Und dann ist da noch Familienvater Henry, der nach dem Tod seiner Tochter und seiner Frau schier wahnsinnig vor Schmerz ist und nichts mehr mit seinem Leben anzufangen weiß. Sein Part nimmt den kleinsten Teil der Handlung ein. Und ist prinzipiell auch der unwichtigste. Hauptsächlich dreht sich die Geschichte um Nigel und Abby, ihre Eheprobleme und wie sie aus der Entfernung besser miteinander zurechtkommen. Sie als Leser dabei zu begleiten, ist interessant und abwechslungsreich. Der Roman ist sehr leicht geschrieben, weshalb man sehr schnell in die Handlung reinkommt. Dennoch berührt die Story nicht sonderlich und kratzt bis zu seinem etwas philosophisch angehauchten Ende lediglich an der Oberfläche. Daher ist es alles in allem eine nette, nicht belastende Unterhaltung für Zwischendurch.

    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: Festa Verlag; Auflage: 1 (1. Mai 2013)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3865522300
    • ISBN-13: 978-3865522306
    • Originaltitel: Hard as Nails


    ASIN/ISBN: 3865522300


    Über den Autor:

    Dan Simmons wurde 1948 in Illinois geboren. Nach dem Studium arbeitete er einige Jahre als Englischlehrer, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Simmons ist heute einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. Seine Romane »Terror«, »Die Hyperion-Gesänge« und »Endymion« wurden zu internationalen Bestsellern, die Verfilmung von »Terror« ist eine der erfolgreichsten TV-Serien unserer Zeit. Der Autor lebt mit seiner Familie in Colorado.



    Inhaltsangabe:

    Privatschnüffler Joe Kurtz gerät immer tiefer zwischen die Fronten der verfeindeten Mafia-Clans in Buffalo. Als ein Unbekannter auf ihn und seine Bewährungshelferin schießt, wird die Sache persönlich.

    Ironischerweise schwören sowohl Toma Gonzaga als auch die schlüpfrige Angelina Farino, nichts mit dem Attentat zu tun zu haben. Joe kommt der Wahrheit bei einer waghalsigen Klettertour in den Ruinen eines alten Vergnügungsparks auf die Spur. Und auf wen hat es eigentlich der Däne, ein gefährlicher Kopfgeldjäger aus Kurtz’ Vergangenheit, abgesehen?

    Der rasante Abschluss der Joe-Kurtz-Trilogie. Ein Hardboiled-Thriller vom Feinsten.



    Meine Kritik:

    Im dritten Band überlebt Privatdetektiv Joe Kurtz nur knapp einen Anschlag auf sein Leben. Mit einer Kopfverletzung erwacht er im Krankenhaus und erfährt, dass neben ihm auch seine Bewährungshelferin niedergeschossen wurde. Die Frau liegt im Koma und Kurtz wird verdächtigt, sie im Streit zu ermorden versucht zu haben. Logisch, dass er sich da recht bald aus dem Krankenhaus verkrümelt und eigene Ermittlungen anstellt. Dabei bekommt er es mit alten Bekannten wie Angelina Farina, Toma Gonzaga und dem Dänen zu tun. Jeder von ihnen könnte hinter dem Mordanschlag stecken. Vielleicht aber auch jemand ganz anderes.

    Lange Zeit hat Joe keine Ahnung, was wie zusammenhängt und auch als Leser kann man nur Mutmaßungen anstellen.

    Wirklich spannend oder bedrohlich mutete der Text allerdings zu keiner Zeit an. Es war einfach ein „Joe Kurtz on tour“ wie schon in den vorherigen Bänden. Dass man auch diesmal kaum was über Joes Innenleben erfährt, verwundert da wenig. Überrascht war ich allerdings über das etwas offene Ende am Abschluss dieser Trilogie. Hier hätte Autor Dan Simmons problemlos noch weitere Bände hinterherschießen können. Eventuell passiert das ja sogar irgendwann noch …

    • Taschenbuch: 368 Seiten
    • Verlag: Ullstein Taschenbuch; Auflage: 2. (15. Mai 2020)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3548064140
    • ISBN-13: 978-3548064147
    • Originaltitel: The Eyes of Darkness


    ASIN/ISBN: 3548064140



    Über den Autor:

    Dean Koontz glaubte an sich, auch als er noch kein erfolgreicher Schriftsteller war. Aber nicht nur er, auch seine Frau Gerda war von seinem Können überzeugt. Daher bot sie ihm an, für fünf Jahre allein den Unterhalt zu verdienen. Binnen dieser Zeit sollte er mit dem Schreiben ausreichende Einnahmen erzielen können – oder aber seinen Kindheitstraum an den Nagel hängen, so die Vereinbarung. Koontz musste diese Frist aber gar nicht ausschöpfen, der Erfolg kam schneller, und bis heute hat er insgesamt sagenhafte 400 Millionen Exemplare seiner Romane verkauft. Geboren wurde Koontz 1945 in Pennsylvania. Er arbeitete zunächst als Englischlehrer und schrieb nur am Wochenende und in den Abendstunden – bis das Angebot seiner Frau kam. Heute leben die beiden in Kalifornien.



    Inhaltsangabe:

    Die Augen der Finsternis von Bestsellerautor Dean Koontz ist ein packender Thriller um die Suche einer Mutter nach ihrem Sohn – eine Reise, die eine tödliche Bedrohung für die ganze Welt offenbart.
    Ein Jahr ist vergangen, seit Tina Evans ihren Sohn Danny bei einem tragischen Unfall verloren hat. Als sie eines Morgens sein altes Kinderzimmer betritt, wartet an Dannys Kreidetafel eine Nachricht auf sie: NICHT TOT. Hat sich jemand einen makaberen Scherz erlaubt? Oder steckt ein anderer, ein unheimlicherer Grund dahinter? Die Suche nach der Antwort führt Tina von Las Vegas' hell erleuchteten Straßen durch staubige Wüsten bis zu den schneebedeckten Bergen der Sierra Nevada. Dabei stößt sie auf eine schreckliche Wahrheit, die das Leben aller bedroht – das Leben jedes Mannes, jeder Frau und jedes Kindes.


    Meine Kritik:

    Innerhalb eines Jahres hat das ehemalige Showgirl Tina Evans ihren Mann durch eine Scheidung und ihren Sohn Danny durch einen tödlichen Autounfall verloren. Oder zumindest glaubt sie, dass dem Jungen das passiert ist. Deshalb kann sie anfangs auch gar nicht glauben, dass ihr jemand die mysteriöse Botschaft "Nicht tot" hinterlässt. Schließlich fragt sie sich aber doch, ob nicht mehr dahintersteckt. Ist es Danny, der sie irgendwie zu kontaktieren versucht? Zusammen mit ihrem neuen Freund Elliot Stryker beginnt Tina nachzuforschen und gerät in ein Abenteuer, das einerseits einfältig, andererseits klischeehaft ist. Der Besuch der zwei Anzugträger bei Elliot ist ein gutes Beispiel dafür. Natürlich stammen die Typen von einer geheimen Regierungsorganisation und natürlich sind sie gekommen, um ihn zu töten. Und natürlich schaffen sie es nicht, weil Elliot dank seiner früheren Spezialausbildung beim Militär den Braten schon zehn Meilen gegen den Wind riecht. Dass die erwachsene Tina regelrecht Angst vor den Horror-Comics ihres zehnjährigen Sohns hat, wirkt ebenso unfreiwillig komisch wie Trash-Grusel-Umschreibungen á là „Die wurmstichigen roten Augen des Todes“. Hinzukommen zahlreiche hanebüchene Wendungen, wie das Einschalten eines Hypnotiseurs, um sich so auf übernatürlichem Wege die dringend benötige Reiseroute erklären zu lassen.

    Einen Großteil der Kritikpunkte verzeiht man aber leicht, wenn man weiß, dass Dean Koontz die Geschichte bereits 1981 unter dem Pseudonym Leigh Nichols veröffentlicht hat. Damals las und schrieb man einfach für einen anderen Markt. In Deutschland erschien der Roman zuerst 1988 mit dem Titel „Die Augen der Dunkelheit“. Dieses Jahr erhielt das Buch noch einmal neue Aufmerksamkeit, weil darin am Ende ein zu 100% tödliches Virus namens Wuhan400 erwähnt wird, das sämtliche autonomen Körperfunktionen zerstört. Zu einem Must-Read macht diese Referenz die recht dröge Geschichte allerdings nicht.

    Anfang der Neunziger Jahre gehört der Kalte Krieg der Vergangenheit an und die ehemaligen Kontrahenten Russland und USA versuchen, sich in einer neuen Weltordnung zurechtzufinden. Doch als im israelischen Grenzgebiet ein atomarer Blindgänger gefunden wird, beginnt unbemerkt von den Weltmächten ein perfider Countdown zu ticken, der buchstäblich das Ende der Welt bedeuten könnte. Zunächst jedoch plagt sich der stellvertretende CIA-Direktor Jack Ryan mit einer Reihe interner Machtkämpfe. Mehrere Leute wollen ihn aus seinem Job entfernen und schrecken dabei nicht mal vor Schmutzkampagnen zurück. Was zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt kommt, da Jack derzeit jede Menge private Probleme plagen. Bei diesem Hintergrund werden der parallel dazu stattfindende Umbau der israelischen Atombombe und die daraus resultierenden Anschlagspläne in den USA beinahe zur Nebensache. Kaum, dass die privaten Probleme ausgestanden sind, spitzt es sich auf einmal militärisch und politisch mächtig zu. Interessant dabei fand ich, dass die Informationen zu den dramatischen Ereignissen nur spärlich offenbart wurden und ich - genau wie die Protagonisten – dadurch lange Zeit nicht genau wusste, was überhaupt gespielt wurde. Das machte die nun schon beinahe dreißig Jahre alte Geschichte gleich noch interessanter.

    Die Hörbuchfassung wird - wie auch alle vorherigen Bände der Reihe - sehr stimmig von Frank Arnold gelesen.

    Anfang der Neunziger Jahre gehört der Kalte Krieg der Vergangenheit an und die ehemaligen Kontrahenten Russland und USA versuchen, sich in einer neuen Weltordnung zurechtzufinden. Doch als im israelischen Grenzgebiet ein atomarer Blindgänger gefunden wird, beginnt unbemerkt von den Weltmächten ein perfider Countdown zu ticken, der buchstäblich das Ende der Welt bedeuten könnte. Zunächst jedoch plagt sich der stellvertretende CIA-Direktor Jack Ryan mit einer Reihe interner Machtkämpfe. Mehrere Leute wollen ihn aus seinem Job entfernen und schrecken dabei nicht mal vor Schmutzkampagnen zurück. Was zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt kommt, da Jack derzeit jede Menge private Probleme plagen. Bei diesem Hintergrund werden der parallel dazu stattfindende Umbau der israelischen Atombombe und die daraus resultierenden Anschlagspläne in den USA beinahe zur Nebensache. Kaum, dass die privaten Probleme ausgestanden sind, spitzt es sich auf einmal militärisch und politisch mächtig zu. Interessant dabei fand ich, dass die Informationen zu den dramatischen Ereignissen nur spärlich offenbart wurden und ich - genau wie die Protagonisten – dadurch lange Zeit nicht genau wusste, was überhaupt gespielt wurde. Das machte die nun schon beinahe dreißig Jahre alte Geschichte gleich noch interessanter.

    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: Festa; Auflage: 1 (15. März 2013)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3865522262
    • ISBN-13: 978-3865522269
    • Originaltitel: Hardfreeze


    ASIN/ISBN: 3865522262


    Über den Autor:

    Dan Simmons wurde 1948 in Illinois geboren. Nach dem Studium arbeitete er einige Jahre als Englischlehrer, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Simmons ist heute einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. Seine Romane »Terror«, »Die Hyperion-Gesänge« und »Endymion« wurden zu internationalen Bestsellern, die Verfilmung von »Terror« ist eine der erfolgreichsten TV-Serien unserer Zeit. Der Autor lebt mit seiner Familie in Colorado.



    Inhaltsangabe:

    Privatdetektiv Joe Kurtz bläst ein eisiger Wind entgegen. Und das liegt nicht nur am bitterkalten Winter in Buffalo. Little Skag Farino, der Juniorboss eines örtlichen Mafia-Clans, will Joe aus dem Verkehr ziehen und setzt eine Horde von mehr oder minder begabten Killern auf ihn an. Farinos attraktive Schwester Angelina verfolgt unterdessen ganz eigene Pläne mit dem Schnüffler nicht alle sind so romantisch wie die gemeinsame Liebesnacht ... Dan Simmons schickt Privatdetektiv Joe Kurtz in sein zweites Abenteuer. Noch spannender, noch erotischer, noch explosiver ...

    Joe R. Lansdale: »In Bitterkalt stellt Simmons die Regeln des traditionellen Krimis auf den Kopf. Verpassen sie das auf keinen Fall.«

    Publishers Weekly: »Hannibal Lecter trifft auf den Paten. Brutal, rasant und reich an Leichen, Blut und Explosionen. Dieser Vollgasthriller wird sowohl Fans harter Kost als auch Simmons-Fans begeistern.«


    Meine Kritik:

    Auch im zweiten Band erwischt es Privatdetektiv Joe Kurtz eiskalt. Nicht nur, dass korrupte Bullen und die Mafia hinter ihm her sind, er legt sich auch mit einem fiesen Serienmörder an, der die Polizei infiltriert hat und für sich arbeiten lässt. Joe hat also viel zu tun und kann sich deshalb nicht mal um ein neues Büro kümmern. Nach den Ereignissen in Band Eins soll der alte Pornoladen, unter dem er mit seiner Sekretärin Arlene sein Quartier bezogen hat, nämlich abgerissen werden.

    Im zweiten Abenteuer lässt Dan Simmons seinen Helden von einem Problem zum nächsten hetzen. Joe hat deutlich mehr zu tun als im Vorgängerband. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, weil es in „Eiskalt erwischt“ eben noch ganz anders zuging. Die Sprache ist auch in „Bitterkalt“ ziemlich schnörkellos und reduziert. Über Joes Innenleben erfahren wir erneut nicht viel. Dennoch ist eine gewisse Steigerung festzustellen, weshalb ich gespannt bin, wie die Trilogie im letzten Teil „Kalt wie Stahl“ zu Ende gebracht wird.

    Analyst Jack Ryan wird zum neuen stellvertretenden Direktor der CIA ernannt und wird in seiner ersten Amtshandlung in den Kampf gegen ein kolumbianisches Drogenkartell verstrickt. Die Ereignisse dazu werden aus mehreren verschiedenen Perspektiven erzählt, unter anderem aus der geheimen Spezialeinheiten, die vor Ort einen Schattenkrieg gegen das Kartell führen. Aber genau wie Jack Ryan in Washington, erfahren auch sie nur Bruchstücke der Wahrheit und müssen sich den Rest selbst zusammenreimen. Dabei findet Jack heraus, dass sehr viel hinter den Kulissen passiert, von dem er trotz seiner Position gar nichts soll. Zusammen mit John Clark, den er in diesem Roman zum ersten Mal persönlich trifft, denkt er aber gar nicht daran, sich rauszuhalten.

    Der vierte Jack-Ryan-Band ist deutlich spannender und vielseitiger als die drei Bände davor. Endlich hat Jack mal richtig was zu tun. Außerdem ist auch die Handlung sehr viel komplexer, als während der „Roter Oktober“ und „Patrioten“-Zeit. Vergessen sind die alten Ereignisse trotzdem nicht. An mehreren Stellen werden sie erwähnt und spielen eine Rolle.

    Die 48h41min lange Hörbuchfassung wird wie üblich tadellos von Frank Arnold gelesen.

    Analyst Jack Ryan wird zum neuen stellvertretenden Direktor der CIA ernannt und wird in seiner ersten Amtshandlung in den Kampf gegen ein kolumbianisches Drogenkartell verstrickt. Die Ereignisse dazu werden aus mehreren verschiedenen Perspektiven erzählt, unter anderem aus der geheimen Spezialeinheiten, die vor Ort einen Schattenkrieg gegen das Kartell führen. Aber genau wie Jack Ryan in Washington, erfahren auch sie nur Bruchstücke der Wahrheit und müssen sich den Rest selbst zusammenreimen. Dabei findet Jack heraus, dass sehr viel hinter den Kulissen passiert, von dem er trotz seiner Position gar nichts soll. Zusammen mit John Clark, den er in diesem Roman zum ersten Mal persönlich trifft, denkt er aber gar nicht daran, sich rauszuhalten.

    Der vierte Jack-Ryan-Band ist deutlich spannender und vielseitiger als die drei Bände davor. Endlich hat Jack mal richtig was zu tun. Außerdem ist auch die Handlung sehr viel komplexer, als während der „Roter Oktober“ und „Patrioten“-Zeit. Vergessen sind die alten Ereignisse trotzdem nicht. An mehreren Stellen werden sie erwähnt und spielen eine Rolle.

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    • Taschenbuch: 336 Seiten
    • Verlag: Festa; Auflage: 1 (14. November 2012)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 386552186X
    • ISBN-13: 978-3865521866
    • Originaltitel: HARDCASE



    Über den Autor:

    Dan Simmons wurde 1948 in Illinois geboren. Nach dem Studium arbeitete er einige Jahre als Englischlehrer, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Simmons ist heute einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. Seine Romane »Terror«, »Die Hyperion-Gesänge« und »Endymion« wurden zu internationalen Bestsellern, die Verfilmung von »Terror« ist eine der erfolgreichsten TV-Serien unserer Zeit. Der Autor lebt mit seiner Familie in Colorado.



    Inhaltsangabe:
    Ungerührt wirft Privatdetektiv Joe Kurtz den Mann, der seine Partnerin bestialisch ermordet hat, aus dem Fenster eines Hochhauses, direkt auf das Dach eines Polizeiautos. Diese Rache ist ihm eine Ewigkeit im Knast wert ...

    Zwölf Jahre später wird Joe entlassen. Im Keller eines Porno-Shops eröffnet er sein Detektivbüro. Den ersten Auftrag erhält er von einem Mafiaboss: Er soll den Mord an dem Buchhalter der »Familie« aufklären. Aber Joe findet viel zu viel heraus. Bald ist er auf der Flucht vor einer Meute aus sadistischen Drogenhändlern, wahnsinnigen Auftragskillern und korrupten Bullen - und in kürzester Zeit stapeln sich in Buffalos Hinterhöfen die Leichen.

    Brutal und schnörkellos geschrieben. Joe Kurtz ist eiskalt.

    Die Fortsetzungen BITTERKALT und KALT WIE STAHL sind im Festa Verlag erschienen.



    Meine Kritik:

    Frisch aus der Haft entlassen, überredet Privatdetektiv Joe Kurtz den Mafiaboss Don Farino dazu, für ihn einige heikle Ermittlungen anstellen zu dürfen. Dazu mietet Joe sich ein kleines Büro über einem Pornoladen an und stellt eine alte Freundin als Sekretärin ein. Danach geht es Schlag auf Schlag: Joe gerät ständig in neue, meist blutige Schlamassel, aus denen er sich meist recht gut herauswinden kann. Die Sprache dieses Ganoven-Krimis ist schlicht und schnörkellos. Trocknen Humor und Hardboiled-Feeling sucht man vergebens. Mit den alten Noir-Geschichten von Chandler und Hammett hat das Ganze dadurch leider nicht viel zu tun. Hinzu kommt, dass die Figur des Joe Kurtz die ganze Zeit über relativ farblos bleibt. Man erfährt nicht viel über ihn, seine Vergangenheit oder seine Beweggründe. Dadurch ist es schwierig, eine emotionale Beziehung zu ihm aufzubauen. Wäre er am Ende der Geschichte gestorben, es hätte mich kalt gelassen.

    Das Einzige, was man „Eiskalt erwischt“ zugutehalten kann, ist, dass es sich "ganz nett" und leicht liest, sodass ich mir nach Abschluss von Band 1 auch noch die zwei Nachfolge-Bände vornehmen werde. Meine Erwartungen dazu sind allerdings nicht besonders hoch.

    Schrödinger und Horst ermitteln wieder

    Ab sofort sind Schrödinger und Horst mit ihrem dritten Fall zurück. Diesmal gibt es MORD MIT DONAUWELLEN.


    Nur überall dort, wo es Weltbild gibt.


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    Der dritte Fall für Herrchen Schrödinger und Boxer Horst


    Schrödinger ist umgezogen, um seiner Marion näher zu sein. Gar nicht so einfach, dieser Sprung von Hannover nach Tuttlingen an der schönen blauen Donau. Und das Leben als Bonuspapa hat auch so seine Tücken: Um sich bei den Kindern beliebt zu machen, baut er einen Kaninchenstall und will ihnen den passenden Bewohner kaufen. Auf der Ausstellung des Kaninchenzuchtvereins passiert dann das Unvermeidliche: Horst findet wieder mal eine Leiche. Um undercover im Zuchtverein zu ermitteln, wird Schrödinger selbst Mitglied und stellt schnell fest, dass das Vereinsleben so seine Tücken hat. Und dann geschieht ein zweiter Mord …


    Autoren: Silke Porath , Sören Prescher

    2020, 416 Seiten, Maße: 12,5 x 18,7 cm, Flex. Einband

    Verlag: Weltbild Deutschland

    ISBN-10: 3963774746

    ISBN-13: 9783963774744

    Erscheinungsdatum: 07.05.2020


    Bei Weltbild bestellen

    Ganz überraschend ist gestern ein Paket vom Amrun-Verlag bei mir eingetroffen. Inhalt: Mein neues Buch MOMENTAUFNAHME. Ganz untypisch diesmal ein Liebesroman aus meiner Feder. Auf der Verlagshomepage wird das Buch im Laufe der Woche gelistet sein, ebenso das eBook im Handel. Aktuell steht das Buch bei einer Lieferzeit von 6 Tagen, was für Amazon aktuell der Normalfall ist. Das Buch kann über KNV und Amazon bereits problemlos bezogen werden.


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    Inhaltsangabe:

    Die siebzehnjährige Jenny verbringt den Sommerurlaub in der US-Kleinstadt Milton und hält den Ort für den langweiligsten auf der Welt. Ein wenig Abwechslung bringt ihr die Strandclique um die gleichaltrige Sheryl, doch erst als sie den achtzehnjährigen Tom kennen lernt, blüht sie auf. Tom ist so herrlich anders als alle anderen. Da ihn die Strandclique nicht mag, verheimlicht sie ihn allerdings vor ihnen. Doch schnell verliebt sich Jenny in den Außenseiter und verbringt jede freie Minute mit ihm.


    Amrun Verlag

    Broschiert, 160 Seiten
    eBook-Preis: 1,99 EUR / Taschenbuch-Preis: 9,90 EUR

    ISBN 978-3958693906


    Ab sofort in jedem guten Buchhandel und im Internet (z.B. im Verlagsshop und bei Amazon) erhältlich. Bei Amazon habt ihr zudem die Möglichkeit, ins Buch hineinzulesen..

    Die Handlung des dritten Romans spielt etwa ein Jahr nach "Jagd auf Roter Oktober". Auch Kapitän Marko Ramius hat einige Gastauftritte. Hauptsächlich geht es allerdings um Jack Ryans Reise nach Russland, um in Sachen eines lasergestützten Raketenabwehrsystems zu vermitteln. Parallel dazu versuchen er und weitere CIA-Leute, den KGB-Chef zum Überlaufen zu überreden. Doch auch die Russen sind nicht untätig und starten derweil eine Undercover-Aktion im amerikanischen Inland. Als wäre das nicht genug, begleiten wir einen Terroristen, der nur als „der Bogenschütze“ bekannt ist, bei seinem blutigen Kampf gegen die russischen Besetzer in Afghanistan.

    Es gibt also deutlich mehr Handlung als in den Romanen davor. Dazu kommen einige interessante geopolitische und militärische Erklärungen vor. Dennoch ließ mich die Geschichte ziemlich kalt und konnte mich eigentlich zu keiner Zeit richtig packen. Ich hatte auch nie das Gefühl, mitfiebern zu müssen. Es war mir relativ egal, was zum Beispiel "der Bogenschütze" in Afghanistan trieb oder wie es den russischen Spionen in den USA erging. Ein Highlight war vermutlich schon der erste Auftritt von John Clarke, auch wenn das erste Aufeinandertreffen mit Jack Ryan noch auf sich warten ließ. Deshalb bin ich mal gespannt, ob mich der ellenlange "Schattenkrieg" als Nachfolgeband mehr überzeugen kann oder ob Clancy vielleicht generell nichts (mehr) für mich ist.