Beiträge von fictionmaster

    Seit mehr als vierzig Jahren arbeitet Haruki Murakami als Schriftsteller. Seine Romane und Kurzgeschichten wurden in über fünfzig Sprachen übersetzt. In der Regel gilt der Autor als ziemlich scheu und gibt nur ungern Interviews. Dennoch lässt er sich auf den gut 200 Seiten von „Von Beruf Schriftsteller“ über die Schulter blicken. In elf Essays erzählt er von seinen Erfahrungen in der schreibenden Welt. Manches davon sind allgemeine Betrachtungen, anderes Gedankenübungen. Dazwischen berichtet er aber immer wieder davon, wie er seine Geschichten schreibt, worauf es ihm ankommt und worauf junge Autoren achten sollten. Daher tragen die Essays auch eindeutige Titel wie „Und worüber soll ich schreiben?“ oder „Für wen schreibe ich?“. Manche Tipps und Ratschläge dürften Nachwuchsautoren (und -autorinnen) sehr interessant sein. Andere Passagen beleuchten Haruki Murakami als Menschen näher. Manchmal schweift der Autor dabei allerdings erheblich ab. Oder lässt sich seitenlang über das japanische Schulsystem aus. Diese Passagen fand ich weniger interessant. Für Fans des Meisters ist „Von Beruf Schriftsteller“ sicherlich ein Muss, aber auch andere Leser, die von Haruki Murakami nicht jedes Werk kennen, sich aber für das Handwerk Schreiben interessieren, dürften in Haruki Murakamis Buch viele interessante Zeilen finden. Ich persönlich fand Stephen Kings Ratgeber "Das Leben und das Schreiben" besser.

    Der ehemalige Marine John Clark wird von seinem Freund, dem Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, zum Chef der Terrorismus-Spezialeinheit Rainbow ernannt. Clarks Kumpel Chavez ist ebenfalls mit an Bord und leitet eines der Einsatzteams. Von Großbritannien aus rücken die Spezialkommandos immer dann aus, wenn Terroristen irgendwo einen Angriff und/oder eine Geiselnahme versuchen. So verschlägt es die Truppe unter anderem zu einem Aktienhändler in der Schweiz und einem Freizeitpark in Spanien. Je häufiger es Attacken gibt, desto mehr bekommen Clark und Chavez das Gefühl, dass es keine zufälligen Zwischenfälle, sondern nur Probeläufe für eine deutlich größeres Ziel handelt, bei der tausende Menschen durch einen biologischen Angriff ums Leben kommen sollen.

    Die Geschichte enthält viel Action, krankt aber am gleichen Manko wie viele andere Clancy-Romane: Sie ist viel zu weitläufig erzählt. Tausend Seiten sind daher entschieden zu viel, um diese eigentlich recht dünne Actionhandlung unterzubringen. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen.

    Wer die ganze Jack-Ryan-Saga chronologisch „abarbeiten“ möchte, kommt an diesem neunten Band trotzdem nicht vorbei. Jack taucht zwar nicht persönlich auf, wird jedoch einige Male erwähnt. Außerdem geht es um zahlreiche Figuren aus früheren Clancy-Thrillern. Vermutlich wird auch im nächsten Band „Im Zeichen des Drachen“ ein wenig auf die Ereignisse Bezug genommen. Ein Must-Read stellt „Operation Rainbow“ aufgrund der vielen Längen indes nicht dar.



    • Originaltitel : Flight or Fright
    • Taschenbuch : 448 Seiten
    • ISBN-10 : 3453439805
    • ISBN-13 : 978-3453439801
    • Herausgeber : Heyne Verlag; Deutsche Erstausgabe Auflage (10. Juni 2019)


    ASIN/ISBN: 3453439805


    Über die Autoren:

    John Varley, geboren 1947 in Austin, Texas, studierte an der Michigan State University Naturwissenschaften und Englisch, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er veröffentlichte zahlreiche preisgekrönte Kurzgeschichten und Romane und schrieb zwei Filmdrehbücher. Der Autor lebt mit seiner Familie in East Hollywood.

    Arthur Conan Doyle (1859–1930) war Arzt im südenglischen Southsea. 1887 erfand er die Figur des genial-exzentrischen Detektivs Sherlock Holmes, der allein mit Hilfe seines überragenden Intellekts, durch genaue Beobachtung und logisches Kombinieren seine Fälle löst. Ab 1891 erschienen die Abenteuer des Meisterdetektivs als Serie im »Stand Magazine«, eroberten schnell eine große Fangemeinde und erlaubten es Doyle, fortan als freier Schriftsteller in London zu leben.

    1842 als zehntes von 13 Kindern einer Farmerfamilie in Ohio geboren, trat Andrew Gwinett Bierce bei Ausbruch des amerikanischen Bürgerkriegs 1861 einem Regiment aus Indiana bei, wurde zweimal verwundet und mehrmals wegen Tapferkeit befördert. Später wurde er Journalist. 1913 ging Bierce nach Mexiko, wo er unter mysteriösen Umständen verschwand.

    Der Begründer des Genres der Short Story gehört neben Edgar Allan Poe und Mark Twain zu den bedeutensten amerikanischen Autoren des 19. Jahrhunderts.

    Richard Matheson wurde 1926 in New Jersey geboren und studierte Journalismus. Sein schriftstellerisches Werk umfaßt mehrere Sammlungen von Kurzgeschichten und etlichen Romane. Für zahlreich preisgekrönte Filme sowie für die Verfilmung einiger seiner eigenen Romane schrieb er als Drehbuch. Sein umfassendes Gesamtwerk wurde mehrfach mit renomierten Preisen ausgezeichnet. Richard Matheson lebt seit 1951 mit seiner Familie in Kalifornien.

    Joe Hill wurde 1972 in Neuengland geboren. Für seine Kurzgeschichten, die in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien erschienen, wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem "Ray Bradbury Fellowship", dem "Bram Stoker Award" und dem renommierten "World Fantasy Award". Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in New Hampshire. Seine Bücher erscheinen im Heyne Verlag, zuletzt der Roman "Christmasland".



    Inhaltsangabe:

    17 turbulente Geschichten – neue Storys von Stephen King und Joe Hill nebst im Deutschen Unveröffentlichtem von Richard Matheson, John Varley u.a., dazu Klassiker von Dan Simmons, Arthur Conan Doyle, Ray Bradbury ...

    Nichts ist Stephen King ein größerer Gräuel, als fliegen zu müssen. Zusammen mit Mitherausgeber Bev Vincent teilt er nun seine Flugangst mit seinen Lesern. Die Anthologie versammelt alles, was gründlich schiefgehen kann, wenn man sich auf 30.000 Fuß Höhe mit 500 Knoten in einem Metallgefährt (einem Sarg?) durch die Lüfte bewegt. Flugreisen verwandeln sich hier schnell in Albträume, auf die man nie im Leben gekommen wäre. Da überlegt man es sich lieber zweimal, ob der Weg zum Ziel nicht in einer letzten Reise mündet.



    Meine Kritik:

    2017 kam Stephen King auf die Idee, eine Anthologie über Flugturbulenzen zusammenzustellen. Sein Freund Bev Vincent sollte ihm bei der Geschichtenauswahl helfen. Herausgekommen ist dabei eine Sammlung von 17 Kurzgeschichten verschiedener Autoren. Neben den beiden Herausgebern sind unter anderem Sir Arthur Conan Doyle, Dan Simmons, Joe Hill, Ray Bradbury, Roald Dahl und Richard Matheson vertreten. Doch trotz der recht prominenten Namen stellt nicht jede Story einen Treffer dar. Mit Dahls „Alt werden sie nicht“, Tom Bissels „Die fünfte Kategorie“ oder James Dickeys Gedichtgeschichte „Im Fall“ konnte ich wenig anfangen. Andere Geschichten, wie die der Herausgeber, die von Joe Hill oder Peter Tremaynes Kurzkrimi „Mord im Himmel“ haben mir sehr gefallen.

    So ist es alles in allem eine gute Storysammlung, bei der zwar nicht jeder Beitrag überzeugt, der Großteil allerdings schon. Abgerundet wird die Anthologie von einem Vorwort von Stephen King und einem Nachwort von Bev Vincent, beides recht interessant.


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    • Originaltitel : Camino Winds
    • Gebundene Ausgabe : 368 Seiten
    • ISBN-10 : 3453273060
    • ISBN-13 : 978-3453273061
    • Herausgeber : Heyne Verlag (31. August 2020)

    Über den Autor:

    John Grisham hat 32 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sieben Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.



    Inhaltsangabe:

    Hurrikan Leo steuert mit vernichtender Gewalt auf Camino Island zu. Die Insel wird evakuiert, doch der Buchhändler Bruce Cable bleibt trotz der Gefahr vor Ort. Leos Folgen sind verheerend: Mehr als zehn Menschen sterben. Eines der Opfer ist Nelson Kerr, ein Thrillerautor und Freund von Bruce. Aber stammen Nelsons tödliche Kopfverletzungen wirklich vom Sturm? In Bruce keimt der Verdacht, dass die zwielichtigen Figuren in Nelsons neuem Roman realer sind, als er bisher annahm. Er beginnt zu ermitteln und entdeckt etwas, was weit grausamer ist als Nelsons Geschichten.



    Meine Kritik:

    Drei Jahre nach "Das Original" kehrt John Grisham erneut auf die im Original namengebende Insel Camino Island zurück. Daher heißt der zweite Band im Original auch "Camino Winds".

    Die Geschichte ist keine direkte Fortsetzung und hat auch eine andere Hauptperson. Dennoch tauchen zahlreiche Figuren aus dem vorherigen Roman wieder auf. Der neue Teil dreht sich um den Buchhändler Bruce Cable, der sich weigert, seine geliebte Insel bei einer Hurrikan-Warnung zu verlassen. Zusammen mit einer Handvoll anderer Sturköpfe bleibt er zurück, doch nicht alle überleben den Wirbelsturm. Einer der Toten ist Bruce‘ Freund, der Thrillerautor Nelson Kerr. Allerdings berichtet einer von Bruce‘ Freunden, dass der Autor kurz vor seinem Ableben Besuch von einer hübschen Frau hatte, die angeblich ein großer Fan seiner Bücher war. Gemeinsam mit einem Angestellten aus Bruce‘ Buchladen beginnen die drei zu ermitteln und decken dabei einen milliardenschweren Medikamentenskandal auf.

    Der Krimi glänzt mit einer ruhigen Erzählweise und beginnt daher auch einige Tage vor dem Wirbelsturm. Die Personen und die Umgebung werden eingeführt und vorgestellt. Die Geschichte ist nicht unbedingt voller nervenaufreibender Spannung, aber sie ist interessant und unterhaltsam erzählt. Im letzten Drittel gibt es zwar ein paar Längen, aber zu dem Zeitpunkt ist man längst tief in der Handlung drin und möchte wissen, wie sie ausgeht.

    • Originaltitel : The Midnight Line (22 Reacher)
    • Gebundene Ausgabe : 448 Seiten
    • ISBN-10 : 3764507225
    • ISBN-13 : 978-3764507220
    • Herausgeber : Blanvalet Verlag; Deutsche Erstausgabe Auflage (27. Juli 2020)


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    Über den Autor:

    Lee Child verdankt seine außerordentliche Karriere als Krimiautor einer eher unangenehmen Lebenssituation: 1995 wurde ihm wegen einer Umstrukturierung sein Job beim Fernsehen gekündigt. Der Produzent so beliebter Krimiserien wie „Prime Suspect“ („Heißer Verdacht“) oder „Cracker“ („Für alle Fälle Fitz“) machte aus der Not eine Tugend und versuchte sich als Schriftsteller. Was selbst wie ein Roman klingt, entspricht in diesem Fall der Wahrheit: Bereits mit seinem ersten Thriller um den Ermittler Jack Reacher landete Child einen internationaler Bestseller. Er war zugleich Auftakt der heute mehrfach preisgekrönten „Jack-Reacher“-Serie. Child, der 1954 in Coventry in England geboren wurde, ist heute in den USA und Südfrankreich zu Hause.



    Inhaltsangabe:

    Ein geheimnisvoller Ring führt Jack Reacher auf eine blutige Fährte.

    Der ehemalige Militärpolizist Jack Reacher entdeckt bei einem Pfandleiher einen Abschlussring einer Militärakademie. Warum trennt sich jemand von so einer Trophäe? Einem Impuls folgend beschließt er, die einstige Besitzerin aufzuspüren und ihn ihr zurückzubringen. Und plötzlich befindet sich Reacher im Netz einer kriminellen Organisation mit Verbindungen in die höchsten Kreise der Gesellschaft. Ein Preis wird auf seinen Kopf ausgesetzt, Killer heften sich an seine Fersen. Aber es gibt Leute, mit denen man sich nicht anlegen sollte - zum Beispiel mit Jack Reacher!



    Meine Kritik:

    Jack Reacher ist mal wieder alleine im amerikanischen Hinterland unterwegs, diesmal in Wisconsin. Als er in einer Pfandleihe den Abschlussring einer Militärakademie entdeckt, ist sein Interesse geweckt und er beschließt, herauszufinden, welche Geschichte dahintersteckt. Das Aufspüren der früheren Besitzerin bringt selbstredend etliche Probleme und Verwicklungen mit sich. Der ehemalige Militärpolizist legt sich mit Drogenschmugglern an, die sich auf Fentanyl und weitere Schmerzmittel spezialisiert haben, und kämpft sich von einer Spur zur nächsten. Unterstützt wird er dabei von einem pensionierten FBI-Agenten, der als Privatdetektiv ähnliche Ziele verfolgt. Die zwei geraten in mehrere brenzlige Situationen, die Reacher diesmal etwas zahmer klären kann. Was vermutlich daran liegt, dass der Held in seinem 22. Abenteuer doch langsam in die Jahre kommt. Dennoch ist „Der Bluthund“ ein ebenso guter wie typischer Reacher-Roman mit reichlich Action und zahlreichen Wendungen. Außerdem erzählt er eine interessante Geschichte über im Dienst verwunderte Militärangehörige.

    • Originaltitel : The Trail to Buddha's Mirror
    • Taschenbuch : 440 Seiten
    • ISBN-10 : 3518465813
    • ISBN-13 : 978-3518465813
    • Herausgeber : Suhrkamp Verlag; Neuübersetzung Auflage (6. April 2015)


    ASIN/ISBN: 3518465813



    Über den Autor:

    Don Winslow wurde 1953 in der Nacht zu Halloween in New York geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in South Kingstown, Rhode Island, einer Kleinstadt am Atlantik. Sein Vater, der ihm Geschichten von seiner Zeit bei der Marine erzählte, beflügelte seine Fantasie und erweckte in ihm den Wunsch, eines Tages Schriftsteller zu werden.

    Schon früh kam Winslow mit den Themen und Figuren in Berührung, die später eine so prominente Rolle in seinen Büchern spielen sollten. Einige Mafiagrößen des Patriarca-Syndikats lebten in seiner Nachbarschaft, und seine eigene Großmutter arbeitete Ende der 60er für den berüchtigten Mafiaboss Carlos Marcello, den mutmaßlichen Drahtzieher des Kennedy-Attentats, der den späteren Autor mehrere Male zu sich einlud.

    Nach seinem Schulabschluss kehrte Don Winslow in seine Geburtsstadt New York zurück. Bevor er mit dem Schreiben begann, verdiente er sein Geld unter anderem als Kinobetreiber, als Fremdenführer auf afrikanischen Safaris und chinesischen Teerouten, als Unternehmensberater und immer wieder als Privatdetektiv.

    Auch als Schriftsteller ist Don Winslow unermüdlich. Jeden Morgen um fünf setzt er sich an den Schreibtisch. Mittags läuft er sieben Meilen, in Gedanken immer noch bei seinen Figuren, um dann am Nachmittag weiterzuarbeiten. Dabei schreibt er mindestens an zwei Büchern gleichzeitig. Schreibblockaden kennt er nicht, im Gegenteil: Winslow sagt von sich, dass er bislang nur fünf Tage durchgehalten habe, ohne zu schreiben. Es ist eine Sucht, die bis heute ein Werk hervorgebracht hat, dessen Qualität, Vielseitigkeit und Spannung Don Winslow zu einem der ganz Großen des zeitgenössischen Krimis machen.

    Don Winslow wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Krimi Preis (International) 2011 für Tage der Toten. Für die New York Times zählt Don Winslow zu einem der ganz Großen amerikanischen Krimi-Autoren.






    Inhaltsangabe:

    Robert Pendleton ist ein Chemiegenie; was er entwickelt, bedeutet nicht nur Fortschritt, es bedeutet vor allem Reichtum und Macht. Als er plötzlich verschwindet, sind alle in Aufruhr: die CIA, die chinesische Regierung und die »Bank«, die sehr viel Geld in Pendletons Forschung investiert hat. Neal Carey soll ihn wiederfinden – ein Routinejob, wie er glaubt, bis er auf die schöne und geheimnisvolle Li Lan trifft. Im dunklen Herzen Chinas soll Neal die Antwort auf alle Fragen finden – oder den Tod.



    Meine Kritik:

    Neal Careys ersten Fall („London Undercover“) fand ich noch recht gelungen. Nicht herausragend, aber lesenswert. Der zweite Fall startete ebenfalls interessant: Neal wird beauftragt, in San Francisco einen Wissenschaftler und seine asiatische Geliebte aufzuspüren. Das klappt anfangs ganz gut und ist auch interessant erzählt. Schon bald verschlägt es Neal allerdings nach China und hier wechseln sich Angriffe und Verfolgungen im stetigen Wechsel ab. Das ist ermüdend und sorgt dafür, dass irgendwann ganz die Luft raus ist. Nach der Hälfte des Buchs hatte ich genug davon und habe es abgebrochen. Da die Bewertung der drei Folgebände ebenfalls nicht so überwältigend ausfallen, werde ich diesen restlichen Teil von Don Winslows Werk vermutlich auslassen …


    • Taschenbuch : 439 Seiten
    • ISBN-10 : 3518469711
    • ISBN-13 : 978-3518469712
    • Herausgeber : Suhrkamp Verlag; Deutsche Erstausgabe Auflage (17. Februar 2020)
    • Sprache: : Deutsch


    ASIN/ISBN: 3518469711


    Über den Autor:

    Andrew Cartmel, geboren 1958. War script editor für die Kult-Serie »Dr. Who« und andere Erfolgsserien. Theater-Autor, Comic-Szenarist, Stand-up-Comedian und Romancier. Sammler und Jazz-Fan.


    Inhaltsangabe:

    Valerian war eine britische Rock-Ikone der 1960er Jahre, die Leadsängerin der gleichnamigen Band Valerian. Sie hatte sich damals unter tragischen Umständen das Leben genommen, ihr Kind war verschwunden, entführt und getötet, wie viele Leute mutmaßen.
    Und jetzt steht plötzlich ein mysteriöser Klient, »the Colonel«, auf der Matte und beauftragt den Vinyl-Detective, das Kind zu finden. Eigentlich nicht sein Job, aber im Hintergrund gibt es eine wertvolle LP als Lockmittel.
    Zusammen mit seiner Crew – seiner Freundin Nevada, Kumpel Tinkler und der unwahrscheinlichen Taxifahrerin Clean Head – macht er sich an die Arbeit und gräbt sich tief in die Popgeschichte der Sixties, trifft einen Ex-Gitarristen von Frank Zappa und andere wunderliche Menschen aus der großen Ära des Rocks.
    Drogen sind natürlich auch im Spiel, damals wie heute. Das macht die Sache entschieden ungemütlich. Hinzu kommt, dass an dem Schicksal des verschwundenen Kindes nicht nur nette Menschen interessiert sind …



    Meine Kritik:

    Im zweiten Abenteuer des Vinyldetektivs treffen wir viele alte Bekannte wieder. Nevada, die Auftraggeberin aus dem ersten Teil, ist inzwischen zur Freundin der Hauptperson avanciert, auch Kumpel Tinkler, Taxi-Fahrerin Clean Head und Moderator Stinky sind mit an Bord (wobei letzterer diesmal bloß eine entfernte Randfigur darstellt). Der zweite Fall des Londoner Detektivs schickt ihn auf die Spur der britischen Rocksängerin Valerian, die in den Sechzigern durch ihre Musik ebenso auffiel wie durch ihren exzessiven Lebensstil. Der Detektiv soll herausfinden, was aus Valerians damals spurlos verschwundenem Kind wurde. Zögern lässt sich der Ermittler mit seiner neuen Partnerin Nevada darauf ein, und schon bald befinden sich die zwei mitten im Geschehen. Wie in Teil eins gibt es eine abwechslungsreiche Handlung mit jeder Menge Wendungen und etlichen skurrilen Typen. Ganz das Niveau des ersten Teils kann die Fortsetzung zwar nicht halten, stellt aber dennoch eine angenehm abgedrehte Mischung aus Noir und Cosy Crime dar. Musikfans kommen durch die zahlreichen Anspielungen zusätzlich auf ihre Kosten.

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    Es ist soweit: Mein neuer Krimi "Auf Messers Schneide: Der dritte Fall für Mark & Felix" ist seit heute als eBook in jedem guten Buchladen erhältlich.


    Worum es im Roman geht:

    Ein neuer Fall für das Trio mit vier Pfoten!

    Mark, Felix und Dominik werden zum Tatort eines Mordes gerufen. Zunächst sieht es nach einem schiefgelaufenen Einbruch aus. Rätselhaft daran ist nur, dass im Haus ein Loch in die Zimmerwand geschlagen wurde. Dahinter befand sich offenbar ein Geheimversteck, von dem nicht einmal die Frau des Ermordeten wusste. Die Kommissare beginnen zu ermitteln und stellen fest, dass der unbescholtene Bürger doch nicht ganz so arglos war, wie es zunächst den Anschein hatte.



    • Titel: Auf Messers Schneide - Der dritte Fall für Mark und Felix
    • Autor: Sören Prescher
    • Verlag: Edel Elements (11. September 2020)
    • Seitenzahl der Print-Ausgabe : 252 Seiten
    • ASIN : B08FXL2BK3
    • Preis: 4,99 Euro


    • Originaltitel : The Vinyl Detective - Written in Dead Wax
    • Taschenbuch : 526 Seiten
    • ISBN-10 : 3518469371
    • ISBN-13 : 978-3518469378
    • Herausgeber : Suhrkamp Verlag; Deutsche Erstausgabe Auflage (10. März 2019)

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    Biografie:

    Andrew Cartmel, geboren 1958. War script editor für die Kult-Serie »Dr. Who« und andere Erfolgsserien. Theater-Autor, Comic-Szenarist, Stand-up-Comedian und Romancier. Sammler und Jazz-Fan.



    Inhaltsangabe:

    London, heute: Er ist ein Plattensammler, ein Spezialist für äußerst seltene LPs, die er kauft und verkauft. Die Jobbeschreibung auf seiner Visitenkarte lautet: ›Vinyl-Detektiv‹. Und manche Leute nehmen das ganz wörtlich – so wie die geheimnisvolle Nevada Warren, die ihn für eine Unsumme anheuert, um für einen anonymen Auftraggeber eine Platte zu finden, die zu der schmalen Produktion eines winzigen kalifornischen Jazz-Labels gehört, das in den 1950ern nur ein Jahr existierte.

    Bald häufen sich seltsame Todesfällen, die allesamt mit dieser Platte zu tun haben könnten. Aber was könnte auf ihr zu hören sein, was sie so ungemein wertvoll macht? Und was hat einer der mächtigsten Konzerne der weltweiten Unterhaltungsindustrie damit zu tun? Zu allem Überfluss hat unser Detektiv bald auch noch die »Aryian Twins« Heinz und Heidi an der Hacke, zwei ziemlich extravagante Killer …



    Meine Kritik:

    Der „Vinyl-Detektiv“ ist ein etwas eigenwilliger und wohl auch deshalb nicht gerade vom Erfolg verwöhnter Privatermittler in London. Wie er mit richtigem Namen heißt, erfahren wir nicht. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt und dreht sich um den neusten Auftrag des Detektivs. Er soll eine mysteriöse, über fünfzig Jahre alte Schallplatte namens „Easy Come, Easy Go“ des Jazzpianisten Easy Geary finden, die seit vielen Jahren als verschollen gilt. Große Hoffnungen macht der Detektiv seiner attraktiven Auftraggeberin Nevada zwar nicht, begibt sich aber trotzdem auf die Suche. Dummerweise ist er nicht als einziger hinter dem legendären Album her. Und so gibt es bald mehrere Unglücke und Todesfälle, außerdem wird er von zwei blonden Personen verfolgt, die er als „arische Zwillinge“ bezeichnet. Die Handlung erfährt jede Menge Wendungen, wird zum Ende hin allerdings immer abwegiger. So als wäre es kein lakonischer Noir-Krimi, sondern die musikalische Krimiversion eines Dan-Brown-Romans. Dennoch macht die Geschichte Spaß – man sollte sie nur nicht allzu ernst nehmen. Die knapp zwölf Stunden lange, ungekürzte Hörbuchfassung wird von Oliver Siebeck tadellos und sehr stimmig vorgetragen.

    • Originaltitel : If It Bleeds
    • Gebundene Ausgabe : 560 Seiten
    • ISBN-10 : 3453273079
    • ISBN-13 : 978-3453273078
    • Herausgeber : Heyne Verlag (10. August 2020)


    ASIN/ISBN: 3453273079


    Über den Autor:

    „Carrie“, „The Shining“, „Misery“ – es gibt wohl nur wenige Leser oder Kinogänger, die nicht zumindest eine dieser drei Horrorgeschichten von Stephen King kennen. Einen internationalen Bestseller nach dem anderen legt der 1947 in Maine geborene Autor vor. Und nicht wenige davon wurden auch erfolgreich verfilmt. So spektakulär die Geschichten sind, so bürgerlich klingt Kings Werdegang. Nach Schule, Universität und früher Heirat arbeitete er zunächst als Englischlehrer. Seiner Passion fürs Schreiben ging er abends und am Wochenende nach, bis ihm der Erfolg seiner ersten großen Geschichte, „Carrie“, erlaubte, ausschließlich als Schriftsteller zu leben. Der Rest ist Legende. King hat drei Kinder und bereits mehrere Enkelkinder und lebt mit seiner Frau Tabitha in Maine und Florida.



    Inhaltsangabe:

    In der Vorweihnachtszeit richtet eine Paketbombe an einer Schule nahe Pittsburgh ein Massaker an. Kinder sterben. Holly Gibney verfolgt die furchtbaren Nachrichten im Fernsehen. Der Reporter vor Ort erinnert sie an den gestaltwandlerischen Outsider, den sie glaubt vor nicht allzu langer Zeit zur Strecke gebracht zu haben. Ist jene monströse, sich von Furcht nährende Kreatur wiedererwacht?

    Die titelgebende Geschichte »Blutige Nachrichten« – eine Stand-alone-Fortsetzung des Bestsellers »Der Outsider« – ist nur einer von vier Kurzromanen in Stephen Kings neuer Kollektion, die uns an so fürchterliche wie faszinierende Orte entführt. Mit einem Nachwort des Autors zur Entstehung jeder einzelnen Geschichte.




    Meine Kritik:

    Stephen King ist ein literarisches Multitalent und in praktisch allen Geschichtengattungen ein Meister. Nicht nur bei Romanen und Kurzgeschichten glänzt er, auch bei dem literarischen Mittelstück, den Novellen, brilliert er mühelos. Mit „Blutige Nachrichten“ liegt nun schon sein vierter Band mit Geschichten vor, die zu kurz für einen Roman und zu lang für eine Kurzgeschichte sind. Und erneut bewegt sich der König dabei auf recht hohem Niveau. Die titelgebende Geschichte ist das Highlight der Geschichtensammlung. Wir treffen wieder auf Holly Gibney, die wir bereits aus der „Mr. Mercedes“-Trilogie und aus „Der Outsider“ kennen. Dies ist Hollys erstes Soloabenteuer, aber natürlich tauchen etliche andere bekannte Figuren auf und/oder werden erwähnt. Daher empfiehlt es sich, unbedingt vorher die vier anderen Romane gelesen zu haben, um wirklich alle Anspielungen und Querverweise zu verstehen. Nach dieser Horror-Story stellt die Mystery-Geschichte „Mr. Harrigans Telefon“ meiner Meinung nach weiteres Juwel des Buches dar. In der Geschichte geht es um die Freundschaft eines alten Mannes mit einem Teenager, die auch nach dem Tod des alten Mannes nicht endet. Ebenfalls recht interessant ist „Ratte“, in der sich ein erfolgloser Schriftsteller auf einen verhängnisvollen Pakt einlässt. Sie ist eine solider Kurzthriller mit leicht unheimlichen Einflüssen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist „Chucks Leben“. Diese leicht philosophisch angehauchte Geschichte ist auf drei höchst unterschiedliche Akte aufgeteilt, die nur rudimentär miteinander zu tun haben. Dennoch war selbst dieser Exkurs interessant. Für King-Fans ist „Blutige Nachrichten“ sowieso ein Muss, aber auch Neueinsteiger dürften mit der Novellensammlung ihren Spaß haben. Jede der vier Geschichten ist eigenständig und funktioniert auch genauso. Außerdem macht sie wie üblich Appetit auf mehr.

    • Broschiert: 672 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (27. Juli 2020)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3764507268
    • ISBN-13: 978-3764507268
    • Originaltitel: The Sixth Wicked Child


    ASIN/ISBN: 3764507268




    Über den Autor:

    J.D. Barker hat bereits einen preisgekrönten Roman veröffentlicht, für den er hochgelobt wurde. »The Fourth Monkey: Geboren, um zu töten« war sein erster Thriller und der Beginn einer Serie um Detective Sam Porter. Barker lebt in Englewood, Florida, und in Pittsburgh, Pennsylvania.



    Inhaltsangabe:

    Wer sich in die dunklen Tiefen der Seele eines Serienkillers begibt, findet nie mehr zurück...

    Auf dem Friedhof von Chicago wird eine Frauenleiche entdeckt. Augen, Zunge und Ohren wurden entfernt und in kleinen Schachteln verpackt daneben gelegt. Kurz darauf tauchen weitere, ähnlich zugerichtete Opfer auf. Für die Polizei und das FBI ist klar, dass die Morde die Handschrift des immer noch flüchtigen Four Monkey Killers Anson Bishop tragen. Doch Detective Sam Porter glaubt nicht daran. Als Bishop sich stellt und betäuert unschuldig zu sein, fällt der Verdacht auf Sam Porter selbst - denn er hat kein Alibi, dafür aber ein verheerendes Geheimnis...



    Meine Kritik:

    Nach den dramatischen Ereignissen des zweiten Bandes steht Detective Sam Porter selbst unter Verdacht, der Fourth Monkey Killer zu sein. Um seine Unschuld zu beweisen, muss er weitere Gesetze übertreten und noch tiefer in die Welt des Wahnsinns abtauchen. Die Zeit arbeitet gegen ihn, denn mehrere Menschen werden im Osten der USA ermordet und entführt. Die Toten werden verstümmelt und Teile ihrer Organe in Pappschachteln daneben drapiert.

    Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt und hangelt sich von Cliffhanger zu Cliffhanger - praktisch an jedem Kapitelende gibt es einen. Diese Effekthascherei in bester Fitzek-Manier wirkt stellenweise etwas anstrengend. Dazu gibt es jede Menge Verwicklungen und man muss schon genau aufpassen, um da nicht den Überblick zu verlieren. Allerdings wird die Geschichte dabei auch immer abwegiger und verrückter/hanebüchener. Es geht um tückische Computerviren, eine mögliche Ebola-Epidemie, mordende Kinder und eine perfide Serienmörder-Jagd im besten Saw-Stil. Offenbar jede Figur spielt wissentlich oder unwissentlich ein falsches Spiel. Als wäre es dadurch nicht bereits verwirrend genug, gibt es genau wie im Vorgängerband zahlreiche Tagebucheinträge, die einen zusätzlichen Handlungsstrang in der Vergangenheit enthalten. Ob ich die Buchtrilogie weiterempfehlen würde, weiß ich nicht. Die Fourth-Monkey-Reihe war auf jeden Fall ein Rundumschlag auf den gesamten Bereich der Serienkiller-Thriller. Fans dieser Genres könnten mit der Geschichte durchaus ihren Spaß haben.

    • Taschenbuch: 520 Seiten
    • Verlag: Hannibal; Auflage: 2. Auflage (27. März 2017)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3854456301
    • ISBN-13: 978-3854456308
    • Originaltitel: Paul McCartney


    ASIN/ISBN: 3854456301



    Über den Autor:

    Peter Ames Carlin arbeitete viele Jahre als Chefreporter für das People Magazin und verfasste u.a. wichtige Bücher über Bruce Springsteen und die Beach Boys. Heute lebt er mit seiner Frau und drei Kindern in Portland, Oregon, wo er für den Kulturteil der Tageszeitung The Oregonian verantwortlich ist.



    Inhaltsangabe:

    Was für ein Leben! Mit den Beatles schrieb er Musikgeschichte und begeistert bis heute Millionen Fans. Paul McCartneys Leben ist geprägt von unzähligen Erfolgen, aber auch von Tragödien und Niederlagen. Der englische Musiker, Singer/Songwriter, Maler und Komponist wurde weltweit bekannt als Sänger und Bassist der Beatles, für die er neben John Lennon die meisten Stücke schrieb. Lennon/McCartney gelten als das erfolgreichste Komponistenduo in der Geschichte der Popmusik. Doch die Beatles waren nur ein Teil seiner musikalischen Karriere. Ob mit dem Projekt Wings in den Siebzigern, mit Duettpartnern wie Michael Jackson oder solo: McCartney etablierte sich im Laufe der Jahrzehnte als der erfolgreichste lebende Komponist des Pop. Sein legendäres Yesterday ist der meistgespielte Popsong aller Zeiten. Peter Ames Carlin macht sich in seiner McCartney-Biografie vor allem auf die Suche nach dem ehrgeizigen Musiker, der sich ab Mitte der Sechziger zunehmend für die Ideen der modernen Avantgarde begeisterte, mit modernen Aufnahmetechniken experimentierte und der eigentliche Motor hinter der innovativen Kraft der Beatles war. Darüber hinaus thematisiert er aber auch den politisch interessierten, sozial engagierten Weltbürger und vermittelt so ein vielschichtiges Bild, das sich von der sonst so präsenten Karikatur des süßen Beatle mit dem Schlafzimmerblick wohltuend abhebt. Dieses Jahr wird Paul McCartney 75, und er ist immer noch aktiv wie eh und je ob live auf den Bühnen der Welt, in Aufnahmestudios oder bei seinem sozialen Engagement. All das berücksichtig die aktualisierte und erweiterte Neuauflage von Carlins facettenreichem Porträt.



    Meine Kritik:

    Nachdem ich bereits mehrere Biographien über die Beatles und auch über John Lennon gesehen und gelesen hatte, war ich der Meinung, mindestens über die Zeit der Fab Four ganz gut Bescheid zu wissen. Dadurch, dass der Autor allerdings viele kleine Anekdoten in seine Bio mit einfließen ließ, enthält das Buch auch für mich als Beatles-Fan einiges Neues. Vor allem auch einiges, das bei reinen Musik-Bios gerne mal unter den Tisch fallengelassen wird. Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich allerdings, dass John Lennon in dem Buch nicht besonders gut wegkam und öfters als aggressiver Psycho dargestellt wurde. Das kannte ich so aus anderen Biografien bisher nicht. Nicht in dieser extremen Form.

    Aber in Peter Ames Carlins Bio über Macca ist eh ziemlich subjektiv. An mehreren Stellen hatte ich das Gefühl, dass der Autor sich sehr auf die Seite seines Helden stellt und dessen unschöneren Taten und Züge verteidigt und relativiert. Das Buch ist auch nicht für Anfänger auf dem Beatles-Sektor geeignet, da es etliches an Grundwissen voraussetzt und auf bestimmte Ereignisse lediglich am Rande eingeht. Warum und von wem John Lennon ermordet wurde, wird zum Beispiel mit keiner einzigen Silbe erwähnt. Auch andere wichtige Details fehlen oder sind lediglich eine kurze Notiz wert.

    Als Pflichtlektüre und ein Muss für alle Beatles-Fans, wie es die New York Post es beschreibt, würde ich diese Biographie daher nicht bezeichnen. Nichtsdestotrotz liefert sie einen interessanten Einblick über das Leben McCartneys – vor allem über die Zeit nach den Fab Four. Ich war erstaunt und beeindruckt davon, wieviel Macca über all die Jahrzehnte gemacht und erschaffen hat.

    Nachdem am Ende vom Vorgängerband „Ehrenschuld“ ein japanischer Pilot sein Flugzeug direkt ins Kapitol steuerte und damit einen Großteil der amerikanischen Regierung auslöscht, wird der Vize Jack Ryan zum Präsident der Vereinigten Staaten erklärt. Nach diesen dramatischen Ereignissen fällt der Anfang des unmittelbar danach spielenden „Befehls von Oben“ erheblich packender als der vorherige Roman aus. Eigentlich sogar packender als alle anderen bisherigen Ryan-Romane. Wir begleiten Jack dabei, wie er sich in seinem neuen Amt vortastet und zurechtfindet. Das ist interessant und spannend. Ebenso wie er mit ersten innen- und außenpolitischen Problemen umgeht. Ein schöner Gedanke ist, dass Ryan die Chance seiner Präsidentschaft nutzt, um sämtliche Ministerien und Gesetze zu optimieren, damit endlich viele fehlerhaften Sachen rund laufen. Zweifellos in dem Maße, wie Tom Clancy es gerne gehabt hätte. Allerdings bleibt Ryans Motivation für dieses hartnäckige Unterfangen fast komplett im Dunkeln. Mehrmals wirkt es so, als hätte er diesen Optimierungskampf mal eben so aus dem Hut gezaubert. Dass er damit nicht nur auf Gegenliebe stößt, liegt auf der Hand.

    Natürlich hat Jack Ryan auch mit „richtigen“ Krisen zu kämpfen. Eine iranische Terrororganisation schmuggelt Ebola-Bakterien in die USA und verbreitet sie über mehrere Großstädte. Die daraus resultierenden Maßnahmen erinnern stellenweise frappierend jenen, die wir 2020 im Zuge der Corona-Epidemie erlebt haben. Nur, dass der „Befehl von oben“ bereits 24 Jahre davor erschien. Ein weiterer Krisenherd für den Oberbefehlshaber ist, dass China und Taiwan gewaltig mit den Säbeln rasseln. Der Präsident und sein Team haben daher haufenweise Arbeit zu bewältigen und kämpfen an mehreren Fronten gleichzeitig.

    Schön fand ich, dass im Roman kurz auf Clarks Solo-Einsatz in „Gnadenlos“ eingegangen wird und auch die Ereignisse der „Jagd auf Roter Oktober“ eine Rolle spielen. Ganz nebenbei erfahren wir, dass Marko Ramius mittlerweile unter dem Namen Mark Ramsey in Jacksonville arbeitet.

    Der achte Ryan-Roman ist der bislang beste. Diesmal gab es nicht so viel theoretisches Blabla, sondern haufenweise Aktives. Es passiert viel, es wird viel getan. Genauso, wie es in einem guten Roman sein soll. Ich bin gespannt, ob Clancy dieses hohe Level in den nächsten Bänden „Operation Rainbow“ und „Im Zeichen des Drachen“ halten kann.

    • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
    • Verlag: Piper; Auflage: 1. (6. April 2020)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3492070310
    • ISBN-13: 978-3492070317


    ASIN/ISBN: 3492070310


    Biografie:

    Alexander von Schönburg, Jahrgang 1969, war u. a. Redakteur der «FAZ» und Chefredakteur von «Park Avenue», seit 2009 ist er Mitglied der «Bild»-Chefredaktion. Seine Bücher «Die Kunst des stilvollen Verarmens» (2005), «Das Lexikon der überflüssigen Dinge» (2006), «Alles, was Sie schon immer über Könige wissen wollten, aber nie zu fragen wagten» (2008) und «Smalltalk» (2015) waren Bestseller. Alexander von Schönburg lebt mit seiner Familie in Berlin.



    Inhaltsangabe:

    Bedeutet ein umweltfreundlicher Lebensstil wirklich vor allem Verzicht und freudlose Anstrengung? Alexander von Schönburg ist überzeugt: Es muss möglich sein, angenehm und doch halbwegs klimaneutral und ressourcenschonend zu leben – wenn wir den inneren Öko-Schweinehund besiegen und uns beim Reisen, Essen und Shoppen auf das Wesentliche beschränken. Wie wir stillosem Konsum bewusstes Genießen entgegensetzen können, zeigt er unterhaltsam und selbstironisch in diesem Buch.



    Meine Kritik:

    In dem Sachbuch geht der Autor der durchaus vielversprechenden Frage nach, ob ein umweltfreundlicher Lebensstil wirklich vor allem Verzicht und freudlose Anstrengung bedeutet. In zehn Kapiteln durchleuchtet er dann Kategorien wie "Essen", "Reisen", "Klamotten" und "Sport". Zugegeben, manche geschichtliche Zusammenfassung und Infos grüne skandinavische Stadtplanungen waren recht interessant. Dennoch barg das gut zweihundert Seiten starke Werk nicht wirklich viel Neues. Dass wir weniger Fleisch essen und Plastikmüll so weit wie möglich vermeiden sollen, wusste ich auch schon vorher. Manche Kapitel wie "Wohnen", wo er Einrichtungstipps (!) gibt, oder das über Haustiere (Hunde sind schlecht, Katzen sind besser, aber am besten sind Pferde) haben mich nur zum Stirnrunzeln gebracht. So war es letzten Endes leider kein Ratgeber, wie man stilvoll den Planeten rettet, sondern bloß eine subjektive Abhandlung bereits bekannter Sachen. Schade, da hatte ich mir irgendwie mehr erhofft.

    • Gebundene Ausgabe: 928 Seiten
    • Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf (1. November 2016)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3862655857
    • ISBN-13: 978-3862655854


    ASIN/ISBN: 3862655857



    Über den Autor (von FluxFM) :

    1982 – im selben Jahr, als Die Ärzte beschließen, Musik zu machen – entscheidet sich Stefan Üblacker, auf die Welt zu kommen. Sein Leben verläuft ruhig bis zu dem Tag, an dem er auf VIVA das Video zu Ein Song namens Schunder sieht und Stefan Üblacker dadurch eine Lebensaufgabe findet. 1998 startet er seine Fanpage über Die Ärzte aus Berlin (aus Berlin!) und dokumentiert alles über das Bandleben.



    Inhaltsangabe:

    die ärzte aus Berlin (aus Berlin!) sind ein Phänomen. Seit über 34 Jahren kümmern sie sich um den Rock und haben sich dabei von einer kleinen Berliner Szene-Band zu einer gesamtdeutschen Institution hochgearbeitet. Es gibt wohl kaum einen, der nicht schon mal etwas von BelaFarinRod gehört hat und nicht mindestens einen ihrer Songs kennt.
    DAS BUCH Ä widmet sich der besten Band der Welt in aller Ausführlichkeit. Von den frühen Anfängen bis heute wird darin nicht nur die Karriere der die ärzte, sondern zugleich auch der Zeitgeist und historische Kontext ihres Schaffens beleuchtet. Verfasst wurde es von Stefan Üblacker, der die Band schon seit mehr als 15 Jahren begleitet und Zugang zu ihren Archiven bekam.
    Auf über 800 Seiten wird nun die ganze Geschichte erzählt. Zahlreiche Abbildungen ergänzen den Text.



    Meine Kritik:

    Seit meiner Kindheit war die Musik der Die Ärzte ein treuer Begleiter. Im Ferienlager hatten mich „Radio Brennt“ und „Zu spät“ tief beeindruckt. In meiner Jugend dann besaßen die drei Jungs immer das gewisse Händchen für die Gratwanderung zwischen Ernst und Unsinn. Mit vielen Liedern drückten sie das aus, was mir ebenfalls auf der Seele brannte. Bis zum Album „Jazz ist anders“ habe ich den Werdegang „der besten Band der Welt“ begleitet, danach schien irgendwie auf beiden Seiten die Luft raus zu sein. Auch die späteren Solo-Arbeiten hatten mich nicht mehr so überzeugt wie die Solo-Debüts von Farin und Bela. Dennoch habe ich die Arbeit der Jungs nie völlig aus den Augen (und Ohren) verloren und mich sehr gefreut, dass es 2020 wieder neue und sehr gut klingende Lebenszeichen gab.

    Vielleicht ist auch das ein Grund dafür, weshalb ich neugierig auf das „Buch Ä“ war. Ich wollte noch einmal in den DÄ-Kosmos abtauchen und mehr über den Werdegang der Band erfahren. Dafür taugt die offizielle Bandbiographie von Stefan Üblacker definitiv. Die ersten Treffen zwischen Dirk und Jan werden geschildert, wie es zu den ersten gemeinsamen Aufnahmen und wie sich die beeindruckende Karriere der Die Ärzte entwickelt. Dazwischen gibt es immer wieder kleine Anekdoten von Konzerten und zwischendurch, zu denen neben der Band auch zahlreiche Wegbegleiter zu Wort kommen. Gut die Hälfte der Infos im „Buch Ä“ kannte ich als langjähriger DÄ-Hörer bereits, dennoch wurden manche Sachen durch die hier dazugekommenen Fakten in ein ganz anderes Licht getaucht. Neben all den Erfolgsgeschichten dürften die weniger schöne Dinge ebenso nicht fehlen: Streits hinter den Kulissen werden genauso thematisiert wie der lang angehaltene Zwist mit den Toten Hosen. Das Einzige, was in der über siebenhundert Seiten starken Bandbiografie fast komplett fehlt, sind private Details. An einer Stelle wird kurz darauf eingegangen, dass Bela auf einem Soloalbum ein Schlaflied für seinen damals ein Jahr alten Sohn gesungen hat, weitere Details dazu gibt es nicht. Über etwaige Ehefrauen wird gar nichts erwähnt, selbst die vereinzelt am Rand erwähnten Freundinnen bleiben namenlos. Zumindest ein paar grobe Randinformationen wären nett gewesen.

    Stefan Üblackers Schreibstil ist solide, aber nicht herausragend. An manchen Stellen wiederholt er sich, aber das sei ihm bei diesem Mammutwerk gerne verziehen. Man spürt deutlich, dass er viel recherchiert hat und mit Herzblut bei der Sache war. Für jeden, der sich für „die beste Band der Welt“ interessiert oder an der Musik der 1980er bis 2010er Jahre interessiert ist, ist das „Buch Ä“ ein höchst informatives Nachschlagewerk, ein Quell zahlloser Infos, bei dem der Humor ebenfalls nicht zu kurz kommt.

    Nach seinem Ausstieg bei der CIA ist Jack Ryan Privatmann und möchte eigentlich nur das Golfspiel mit einem Freund genießen. Doch ein dringender Anruf beordert ihn ins Weiße Haus. Der Präsident persönlich bittet Jack, als Nationaler Sicherheitsberater zurückzukehren. Jack sagt zu und tut das keine Sekunde zu früh. Japan unternimmt zuerst einen Angriff auf die amerikanische Börse und besetzt anschließend die Marianeninseln im Westpazifik. Die Lage spitzt sich merklich zu. Weder die Geheimmission von Clark und Chavez in Asien noch Jacks Intervenierungsversuche bewirken etwas. Schon bald befinden sich beide Nationen im Krieg und drohen mit dem Einsatz von Atombomben.

    Der siebente Clancy-Roman ist sehr gut recherchiert, was die historischen und geopolitischen Zusammenhänge betrifft. Er liefert ein durchaus glaubhaftes Szenario, das sich so tatsächlich abspielen könnte. Aber wie schon bei früheren Büchern des Autors, ist die Geschichte dermaßen weitläufig erzählt, dass die Spannung die meiste Zeit auf der Strecke bleibt. Vor allem im ersten Drittel, in dem selbst unser Held Jack Ryan nur eine Figur unter vielen ist. Das dramatische Zuspitzen der Ereignisse zum Ende hin sorgt zwar für etwas Nervenkitzel, verhindern jedoch nicht, dass große Teile der Geschichte eine recht zähle Angelegenheit sind.

    Eigentlich möchte Philipp gerne als Komiker durchstarten. Doch bei drei Kindern und einer karriereverliebten Ehefrau ist das ziemlich unmöglich. Vor allem wenn man selbst sein Leben ständig zurückstellt, um für die andere da zu sein. Nachdem er aber mitten in seinem eigenen Bühnenauftritt flüchtet, weil ihn sein Sohn gerne bei sich zuhause hätte, kommt Philipp ins Grübeln. Für ihn steht fest, dass er etwas ändern muss. Nur was? Die Paartherapie bringt nicht den gewünschten Erfolg und seine Agentin steht kurz davor, ihn zu feuern. Und dann erhält er auf einmal eine große Chance, mit seiner Karriere voranzukommen.

    Der „Superdaddy“ von Sören Sieg entpuppte sich als überraschend gute Gesellschaftssatire. Es war nicht nur ein weiteres Lustigbuch, sondern schilderte die Bredouille des heutigen Mannes an mehreren Beispielen. Natürlich kommt der Humor trotzdem nicht zu kurz. So ist es eine kurzweilige Dramedy, mit der man nicht viel falsch machen kann.