Beiträge von fictionmaster

    Obwohl Marketing-Profi Daniel von seinem Job in einer angesagten Spieleentwicklerfirma gelangweilt ist, ist er alles andere als froh, als sein Chef ihn Hals über Kopf rauswirft. Dabei kann Daniel gar nichts dafür; sein Teenagersohn Ben hat sich unerlaubt seine Zugangsdaten genommen und ein neues Game geleakt. Was niemand ahnt: im Spiel hat ein Hacker eine Schadsoftware versteckt, die nun auf einmal anfängt, das Internet lahmzulegen. Dadurch gerät Daniel ins Visier des BND. Um seine Unschuld zu beweisen, beginnt er eigene Ermittlungen anzustellen. Währenddessen bricht das gesellschaftliche und öffentliche Leben um ihn herum immer weiter zusammen. Selbst um die Wasser- und Stromversorgung ist es schlecht bestellt. Die Lage gerät stetig mehr außer Kontrolle, bis fast schon kriegsähnliche Zustände herrschen.

    Mit „Systemfehler“ ist Wolf Harlander ein spannender Thriller mit zahlreichen aktuellen Bezügen auf die Internet- und Meinungsfreiheit, um verdrehte Denkweisen und sogar den Sturm des amerikanischen Capitols gelungen. In der Geschichte hält er sich nicht lang mit der Vorrede auf und gibt uns zudem kein unnötiges Geplänkel zwischendurch. Stattdessen geht es die ganze Zeit mit Vollgas voran. Bei so viel Hochspannung sieht man auch gerne über die zahlreiche Archetypen und Alphamännchen hinweg, die sich in der Geschichte die Klinke in die Hand geben.

    Parallel zu Daniels Perspektive wird die Handlung aus der Sicht der BND-Leute Nelson und Diana erzählt. Nach einem anfangs recht holprigen Start raufen sich die beiden im Laufe des Romans allmählich zusammen. Und nachdem zum Schluss bezüglich ihnen noch einige Punkte offenbleiben, können wir wohl davon ausgehen, dass wir die zwei im nächsten Harlander-Buch wiedersehen werden. Von mir aus gerne.

    Im ersten Band „Tage der Toten“ lieferten sich DEA-Agent Art Keller und Drogenbaron Adán Barrera einen erbitterten Kampf, der zahllose Opfer und Verluste auf beiden Seiten forderte. Der Roman endete damit, dass Keller den Mafiaboss verhaftete. Die Fortsetzung knüpft nicht lang danach an und berichtet davon, wie Barrera aus dem Gefängnis flieht und in seinen alten Geschäftszweig zurückkehrt. Doch während seiner Abwesenheit hat sich viel verändert. Mehrere neue Kartelle haben sich gebildet und kämpfen erbittert um die Vorherrschaft in Mexiko. Als dann auch noch die beiden paramilitärischen Organisationen La Familia Michoacana und Los Zetas mitzumischen beginnen, gerät die Lage vollends außer Kontrolle. Es gibt Tötungslisten mit Namen von Polizisten, bis die Gesetzesvertreter überhaupt nicht mehr zu Einsätzen ausrücken. Wenn ein Journalist das Falsche schreibt oder Partei für eine Seite ergreift, wird er von einer der anderen Seite dafür umgebracht. Unzählige Personen verschwinden spurlos, darunter viele Frauen und unschuldige Kinder. Kein Tag verstreicht ohne weitere brutale Morde. Die Situation gerät immer weiter außer Kontrolle und das Land verkommt zum Kriegsgebiet. DEA-Agent Art Keller und seine mexikanischen Kollegen haben keine Chance, etwas auszurichten. Selbst der frühere Kartellchef Adán Barrera ist die meiste Zeit machtlos und auf der Flucht.

    Die beiden Hauptprotagonisten des ersten Bandes spielen diesmal eine eher untergeordnete Rolle. Die Geschichte im zweiten Band wird aus dem Volk herauserzählt und wie die Bürger mit dem skrupellos brutalen Drogenkrieg der Kartelle umgehen. Auch diesmal gibt es dabei wieder dermaßen viele Charaktere und Erzählperspektiven, dass man als Leser schnell die Übersicht darüber verliert. Dennoch bleibt man am Ball, weil man wissen will, wie die schockierende und gut recherchierte Geschichte weitergeht. Neben Drogen, Sex und Gewalt dreht es sich diesmal um Emanzipation, illegale Milizen und wie die Medien(vertreter) mit den kriegsähnlichen Zuständen umgehen. Wie üblich schildert Winslow alles schnörkellos, knapp und direkt.

    Der frühere LKA-Ermittler Nick L. Beck hat sich auf eigenen Wunsch ins norddeutsche Hinterland versetzen lassen. In einer Provinz nördlich von Hamburg betrinkt sich der Dorfsheriff allabendlich und versucht, den Tod seiner früheren Kollegin zu vergessen. Nach einer dieser Sauftouren überfährt er eine junge Frau – oder glaubt es zumindest. In seiner Panik versteckt er die Leiche, merkt aber schon am nächsten Tag, dass es keine besonders clevere Idee war. Zudem stellen sich bei seiner Untersuchung der Toten heraus, dass die Frau nicht durch den Unfall starb, sondern bereits vorher tot war. Dadurch motiviert, versucht er zusammen mit seiner schwangeren Großstadtkollegin Cleo Torner herauszufinden, wer tatsächlich für die Tat verantwortlich ist. Nebenher hat Nick es allerdings noch mit einer Motorradgang und seiner verzweifelten Vermieterin zu tun. Beide Seiten haben es auf ihn abgesehen, wenn auch aus ganz unterschiedlichen Gründen. Und so schlittert Nick von einer Katastrophe in die nächste.

    „Hundstage für Beck“ ist der erste Band einer neuen Krimi-Reihe um das Ermittler-Duo Nick Beck und Cleo Torner. Band zwei ist bereits fertig und erscheint im Dezember. Am dritten Teil arbeitet Tom Voss, hinter dessen Pseudonym sich ein bekannter Autor von norddeutschen und Provence-Krimis verbirgt, laut eigener Aussage gerade. Dass die „Hundstage“ kein Debütroman sind, merkt man der Geschichte an. Tom Voss weiß genau, wie er Spannung erzeugt und wo er keine Hinweise und falsche Fährten legen kann. Mit dem Protagonisten Nick L. Beck setzte er bewusst auf eine nicht von Anfang an sympathische Figur. Allein das macht die Geschichte noch interessanter. Sehr gelungen fand ich zudem die Milieu-Studie im Hamburger Hinterland. Daher freue ich mich schon auf den nächsten Ermittlerband. Einige Teaser darauf hat Voss ja bereits in den ersten Roman eingebaut ...

    Ich glaube, das ist in dem Fall egal. Beides funktioniert auf seine eigene Weise. Ich habe den Film bisher zweimal gesehen und hatte daher beim Lesen des Romans immer gleich die entsprechenden Filmbilder vor Augen. Wenn du das ebenfalls möchtest, dann wäre genau das die dafür passende Vorgehensweise dafür ...

    • Herausgeber ‏ : ‎ Kiepenheuer&Witsch; 2. Edition (8. Juli 2021)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 416 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3462002287
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3462002287
    • Originaltitel ‏ : ‎ Once Upon A Time in Hollywood


    ASIN/ISBN: 3462002287



    Über den Autor:

    Quentin Tarantino, 1963 geboren, zweifacher Oscarpreisträger, ist einer der bekanntesten Regisseure der Welt. Seine Werke wie Pulp Fiction, Kill Bill, Inglourious Basterds oder Django Unchained prägen unser kulturelles Gedächtnis. Sein jüngster Film »Once upon a Time in Hollywood« wurde allein in Deutschland von fast 2 Millionen Kinobesuchern gesehen.


    Inhaltsangabe:

    Der erste Roman eines der größten Künstler unserer Zeit - eine Weltsensation! ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD, mit Leonardo di Caprio und Brad Pitt in den Hauptrollen, war für zehn Oscars nominiert. In seinem Debütroman „Es war einmal in Hollywood“ transformiert Quentin Tarantino die Geschichte um den Schauspieler Rick Dalton und sein Stuntdouble Cliff Booth in einen Abenteuerroman, der seines Gleichen sucht.

    Los Angeles, Hollywood 1969: RICK DALTON - Einst der Star seiner eigenen Fernsehserie, ist er heute ein abgewrackter Schurke, der seine Sorgen in Whiskey Sours ertränkt. Wird ein Anruf aus Rom sein Schicksal retten oder es besiegeln?

    CLIFF BOOTH - Ricks Stuntdouble und der berüchtigtste Mann an jedem Filmset, weil er der Einzige ist, der mit einem Mord davongekommen sein könnte...

    SHARON TATE - Sie verließ Texas, um dem Traum von Hollywood nachzujagen – mit Erfolg. Sie lebt jetzt unbeschwert hoch in den Hollywood Hills.

    CHARLES MANSON – Ein Haufen Hippies hält den Ex-Knacki für ihren spirituellen Führer, aber er würde alles dafür geben, ein Rock 'n' Roll-Star zu sein.

    HOLLYWOOD 1969 - DU HÄTTEST DABEI SEIN SOLLEN

    „In den Siebzigerjahren waren Romanfassungen von Filmen die ersten Bücher für Erwachsene, die ich las, daher bin ich stolz, ‘Es war einmal in Hollywood’ als meinen Beitrag zu diesem oft marginalisierten, aber geliebten Subgenre der Literatur anzukündigen. Ich freue mich außerdem sehr, meine Charaktere und ihre Welt weiter zu ergründen für dieses literarische Projekt, das (hoffentlich) neben seinem filmischen Gegenstück bestehen kann.“ Quentin Tarantino



    Meine Kritik:

    Mit seinem zweieinhalbstündigem Epos “Once Upon a Time in Hollywood” hat Quentin Tarantino nicht nur sich, sondern auch Hollywood ein Denkmal gesetzt. Der Film erzählt nicht nur die Geschichte des abgehalfterten Seriendarstellers Rick Dalton, er wirft haufenweise schonungslose Blicke auf das Leben in der Traumstadt Los Angeles. Für all jene, denen die 161 Filmminuten noch immer zu kurz waren, hat Autor und Regisseur jetzt die Romanfassung vorgelegt. Der eine oder andere fragt sich bei dieser Meldung sicherlich, ob sich der Buchkauf lohnt, wenn man bereits den Film kennt.

    Aber wie praktisch immer, lautet die Antwort hier ebenfalls: Die Buchfassung ist noch um einiges besser als der Film. Die Romanfassung befasst sich noch mehr mit Rick Daltons Leben und Umfeld. Wir erfahren neue Details über die Vergangenheit seines Stuntdouble-Kumpels Cliff und lernen dazu etliche bislang unbekannte Figuren aus dem Schauspielerumfeld kennen. Einige Szenen im Roman weichen vom Film ab, spielen an anderen Orten oder sind länger. Außerdem gibt es mehrere Kapitel, die vor und nach der eigentlichen Romanhandlung spielen und weitere Ausblicke auf das Leben der Charaktere ermöglichen. Dadurch taucht Tarantino in der Romanfassung noch tiefer auf die Filmgeschichte und das (Film-)Leben in den Sechzigern ein. Und verblüfft dabei immer wieder mit seinem Fachwissen. Selbst die deutschen Karl-May-Verfilmungen der Sechziger kennt er und erwähnt sie im Text! Interessant ist zudem, dass einige Buchszenen vollkommen anders als wie im Drehbuch angeordnet sind, während andere Szenen aus dem Film gänzlich fehlen. Allein dadurch funktioniert die Romanfassung auch vollkommen unabhängig von ihrem filmischen Pedant und begeistert auf ihre komplett eigene Art und Weise. Wer die Dialoge aus Tarantinos Filmen kennt, wird sich bei dem Roman sofort wohlfühlen. Es gibt zahllose gesprochene Erklärungen wie in den Filmen, gepaart mit einer knappen, drastischen Präsens-Schilderung ähnlich wie bei Don Winslow. So wie schon beim Film, wünscht man sich beim Roman ebenso, die Geschichte könnte noch lange so weitergehen und uns weitere Abenteuer in Hollywood erzählen. So authentisch wie in „Es war einmal in Hollywood“ dürfte die Filmstadt seit 1969 nicht mehr gewesen sein.

    Mitte der 1970er Jahre wechselt Agent Art Keller von der CIA zur neu gegründeten DEA und beginnt in Mexiko einen Krieg gegen die dortige Drogenmafia. Nach anfänglichen Rückschlägen hat er raus, wie der Hase läuft, und wird immer mehr zur Bedrohung für das mexikanische Drogengeschäft. Von den Erfolgen beflügelt, steigert sich Art immer tiefer in die Arbeit hinein, vernachlässigt seine Familie. Aber selbst eine gescheiterte Ehe und Mordanschläge auf ihn können den Agenten nicht aufhalten.

    Bei „Die Tage der Toten“ gibt es keine kategorische Unterscheidung zwischen Gut und Böse. Beim Krieg gegen Drogen müssen beide Seiten Dinge tun, auf die sie später nicht besonders stolz sind. Aber nicht nur die Methoden, sondern auch der Drogenkrieg an sich wird hinterfragt. Don Winslows Roman zu dem Thema umfasst einen Handlungszeitraum von nahezu dreißig Jahren und wird in Winslows üblichen unverblümten Stil erzählt. Die Geschichte ist gut recherchiert, voller faszinierender und krasser Momente. Obwohl fiktiv, greift der Roman auf mehrere reale Ereignisse und Personen zurück. Neben Protagonist Art Keller wird die Story aus der Sicht zahlreicher Ganoven und aus der von Spitzeln und Informanten erzählt. Ständig tauchen neue Charaktere auf, manche nur für ein, zwei Kapitel. Dadurch wird es schwierig, den Überblick zu behalten. Gleichzeitig wird die Geschichte allerdings dermaßen rasant erzählt, dass solche Feinheiten problemlos unter den Tisch fallen.

    Als Dr. Chris Shepard Besuch von der FBI-Agentin Alex Morse bekommt, traut er seinen Ohren nicht. Die Agentin behauptet, auf der Suche nach einem Serienmörder zu sein, dessen nächstes Opfer Chris sein soll. Schlimmer noch: Angeblich hat Chris‘ Frau den Killer engagiert, um ihn auf diese Weise loszuwerden. Zunächst glaubt Chris Alex kein Wort. Doch die Saat des Zweifels ist gesät und je intensiver er sich damit beschäftigt, desto mehr Unregelmäßigkeiten fallen ihm auf. Dann auf einmal wird er krank und ist sich auf einmal gar nicht mehr so sicher, dass es sich lediglich um Grippe-Symptome handelt.

    „Leises Gift“ ist ein Thriller, so wie wir ihn von Greg Iles gewohnt sind. Spannend, verzwickt und trotzdem bodenständig. Zudem spielt die Geschichte in Natchez. Tom Cage hat einen kurzen Gastauftritt, während der Iles-Lesern bekannte FBI-Special Agent John Kaiser im späteren Verlauf der Handlung eine größere Rolle spielt. Interessante Story, von denen gern weitere folgen dürfen.

    Wissenschaftler David Tennant erhält eine kryptische Botschaft seines Freundes Andrew. Kurz darauf ist der Freund tot und auch auf David gerät in die Schusslinie. Zusammen mit der Psychologin Rachel Weiss versucht er, die Hintergründe aufzudecken, und merkt schnell, dass alles mit dem geheimes „Trinity"-Projekt zur Erschaffung eines Supercomputers zu tun hat. Schon bald werden sie von NSA und Polizei gesucht. Um sein Dilemma noch zu vergrößern, leidet David an Narkolepsie und hat in seinen unwillkürlichen Schlafphasen Träume von den letzten Tagen Jesus. Um letzteres zu klären, flüchtet David bis nach Israel.

    „Geraubte Erinnerungen“ ist kein typischer Iles-Krimi. Neben den handelsüblichen Motiven aus dem Thriller-Genre gibt es Anleihen bei Technothrillern und sogar Historien- und Mystery-Thrillern. Die Summe all dessen ist zwar nicht zu viel, wirkt aber dennoch etwas unausgegoren. Den Jesus-Part zum Beispiel hätte man sich sparen können. Dazu hätte Iles bei den vielen Verfolgungs- und Nachforschungselementen in der ersten Hälfte der Geschichte besser die ausgetretenen Pfade verlassen sollen. Dann hätte das Ganze auch keine krude Mischung aus „Staatsfeind Nummer Eins“ und „Das Jesus-Video“ ergeben. Ich weiß, dass Greg Iles es SEHR viel besser kann.



    • Herausgeber ‏ : ‎ Bastei Lübbe (14. Juli 2011)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Taschenbuch ‏ : ‎ 448 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3404151607
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3404151608


    ASIN/ISBN: 3404151607



    Über den Autor:

    Greg Iles wurde in Deutschland geboren, da sein Vater damals die medizinische Abteilung der Amerikanischen Botschaft leitete. Er verbrachte seine Jugend in Natchez, Mississippi. 1983 beendete er sein Studium an der University of Mississippi. Danach trat Greg Iles zunächst als Profi-Musiker auf, bevor er sich der Schriftstellerei widmete. Seine Bücher erscheinen inzwischen in 25 Ländern. Der überaus produktive Autor pflegt außerdem eine Leidenschaft für Filme. Zu seinem Roman "24 Stunden" schrieb er selbst das Drehbuch.Der Autor lebt mit Frau und zwei Kindern in Natchez, Mississippi.



    Inhaltsangabe:

    Der Geologe John Waters führt ein glückliches Leben mit Frau und Kind in Natchez, Mississippi. Das war nicht immer so, denn Jahre zuvor drohte ihn die obsessive Liebesbeziehung zu einer anderen Frau zu vernichten. Doch die Frau verschwand und fand einen schrecklichen Tod in New Orleans.

    Nun, zehn Jahre später, macht John die Bekanntschaft der attraktiven Immobilienmaklerin Eve Sumner, einer Frau, die offenbar jedes Detail aus seiner bewegten Vergangenheit zu kennen scheint. Als auch Eve ums Leben kommt, wird der Geologe in einen Strudel aus Hass und Gewalt verwickelt, der ihn an den Rand des Wahnsinns bringt.



    Meine Kritik:

    Von Greg Iles bin ich knifflige Krimis und Thriller gewohnt. Im vierten Band der Mississippi-Reihe allerdings gesellen sich sogar übernatürliche Elemente dazu. Die Hauptperson im Roman „Ewiger Schlaf“ ist der Geologe John Waters, der sich, obwohl er verheiratet ist und eine Tochter hat, auf eine Affäre mit einer anderen Frau einlässt. Das Besondere an seiner neuen Flamme Eve ist, dass diese nicht nur erstaunlich viel über Waters Vergangenheit weiß, sondern sogar behauptet, die Reinkarnation einer von Waters Ex-Freundinnen in der Jugend zu sein. Als Erklärung gibt sie an, dass durch Sex eine Seelenwanderung von einem Körper zum anderen möglich ist. Verständlicherweise ist der Mann zunächst skeptisch, aber nachdem Eve geheime Dinge kennt, die niemand anderes wissen kann, beginnt er ihr zu glauben. Dann wird Eve auf einmal ermordet und Waters avanciert zum Hauptverdächtigen.

    Trotz des recht schleppenden Einstiegs besaß der Roman „Ewiger Schlaf“ ein unschlagbares Argument für jeden Greg-Iles-Fan: Die Geschichte spielt nämlich im Städtchen Natchez, Mississippi in dem auch die grandiose Penn-Cage-Reihe spielt. Und nicht nur das: Penn Cage spielt im Verlauf des Handlung sogar eine wichtige Rolle. Seine Verlobte Caitlin Masters wird an mehreren Stellen erwähnt. Und auch Penns Vater Tom Cage hat einen Gastauftritt. Diese Highlights werten die ansonsten recht gewöhnungsbedürftige Story erheblich auf. Verbindungen zu den drei vorherigen Mississippi-Büchern konnte ich allerdings keine feststellen.

    Vor Jahrzehnten entdeckte Dave Robicheaux beim Tauchen vor der Küste Louisianas das Wrack eines alten Nazi-U-Boots. Als er jetzt für einen Auftragsgeber versucht, das versenkte Schiff wiederzufinden, wird auf einmal seine Familie bedroht. Als wäre das nicht bereits schlimm genug, legt sich Daves ehemaliger Partner Clete Purcel mit der Unterwelt in New Orleans an und Dave muss eingreifen, bevor die Lage eskaliert. Obwohl es im siebenten Band der Krimi-Reihe einiges zu tun gibt, bleibt die Spannung stellenweise auf der Strecke. Zumindest im Vergleich mit den sechs Vorgängerbänden. Dave tanzt einfach auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig, sodass nicht nur er irgendwann nicht mehr richtig weiß, wo ihm der Kopf steht. Interessanter als die Krimi-Handlung fand ich diesmal ohnehin, wie es in Daves Privatleben weitergeht. Sowohl seine Frau Bootsie als auch sein Freund Batist haben einige Probleme. Ich bin gespannt, wie es (insbesondere mit ihnen) im nächsten Band „Im Dunkel des Deltas“ weitergeht.

    Kriegsfotografin Jordan Glass traut ihren Augen kaum, als sie in einem Hongkonger Kunstmuseums das Bild einer nackten Frau bemerkt, die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht. Aber es ist nicht Jordan, sondern ihre Zwillingsschwester Jane, die darauf zu sehen ist. Diese verschwand vor mehr als einem Jahr spurlos und gilt als Opfer eines Serienmörders im Südosten der USA. Jordan begreift sofort: Ihre Schwester könnte noch am Leben und das Gemälde eine Spur zu ihrem Aufenthaltsort sein. Die Suche nach ihr führt Jordan nach New York, nach Orleans und in die Karibik. Doch auch Janes Entführer ist nicht untätig in der Zeit.

    Der dritte Band von Greg Iles Mississippi-Reihe ist nicht nur deutlich spannender als die zwei Romane davor, diesmal gibt es auch Zusammenhänge mit dem ersten Band „@E.R.O.S.“. Der Psychiater Arthur Lenz ist an den Ermittlungen beteiligt und erwähnt an zwei Stellen auch den schwierigen Fall (aus Band Eins) vor ein paar Jahren. Als wäre dies nicht genug treffen wir zudem auf FBI Special Agent John Kaiser, der später in Iles grandioser Natchez-Romanreihe eine wichtige Rolle spielen wird. Obwohl es im letzten Drittel ein paar kurze Längen gibt, ist „Infernal“ doch ein großartiger Thriller, der Appetit auf mehr macht. Ich bin schon auf den letzten Band der Mississippi-Reihe mit dem Titel „Ewiger Schlaf“ gespannt.

    Als Dr. Will Jennings für einen medizinischen Vortrag nach Florida fliegt, glaubt er an einen ruhigen Kurztrip ohne seine Familie. Doch im Hotel wird er bereits erwartet: Eine unbekannte Frau erzählt ihm, dass Wills kleine Tochter Abby und seine Frau Karen entführt wurden und er für sie Lösegeld bezahlen soll. Zuerst hält er es für einen Scherz, aber dann meldet sich der Kidnapper Joe Hickey, der sich in Wills Haus aufhält und Töchterchen Abby bereits an einen unbekannten Ort bringen lassen hat. Was folgt, sind „24 Stunden Angst“ (so auch der Titel der Verfilmung), die abwechselnd aus der Perspektive der drei Mitglieder der Jennings-Familie erzählt werden. Der Roman ist eine typische Entführungsgeschichte. Es gibt zwar ein, zwei überraschende Wendungen, dennoch ist es die meiste Zeit ein leidlich spannendes Psychospiel zwischen den Entführern und den Familienmitgliedern. Auch das Ende verhält sich genauso, wie man es von einer solcher Story erwartet. Abgesehen von einer leicht erotischen Note und einigen technischen Spielereien zum Ende hin gibt es übrigens keinerlei Ähnlichkeiten oder Verbindung zum vorherigen Mississippi-Band "@ E.R.O.S.".


    • Herausgeber ‏ : ‎ Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); 13. Aufl. 1999 Edition (28. September 1999)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Taschenbuch ‏ : ‎ 688 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3404142357
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3404142354


    ASIN/ISBN: 3404142357


    Über den Autor:

    Greg Iles wurde in Deutschland geboren, da sein Vater damals die medizinische Abteilung der Amerikanischen Botschaft leitete. Er verbrachte seine Jugend in Natchez, Mississippi. 1983 beendete er sein Studium an der University of Mississippi. Danach trat Greg Iles zunächst als Profi-Musiker auf, bevor er sich der Schriftstellerei widmete. Seine Bücher erscheinen inzwischen in 25 Ländern. Der überaus produktive Autor pflegt außerdem eine Leidenschaft für Filme. Zu seinem Roman "24 Stunden" schrieb er selbst das Drehbuch.Der Autor lebt mit Frau und zwei Kindern in Natchez, Mississippi.



    Inhaltsangabe:

    Tagsüber verkauft Harper Cole von seiner abgelegenen Farm aus Waren via Internet. Nachts hingegen arbeitet er als System-Operator für den exklusiven E.R.O.S.-Online-Dienst, zu dessen Kunden sowohl Hollywood-Stars als auch New Yorker Intellektuelle zählen. Unter der Zusicherung absoluter Anonymität plaudern diese Online-Benutzer im Internet ihre geheimen Wünsche und Obsessionen aus.
    Als plötzlich sechs weibliche E.R.O.S.-Kunden jeden Kontakt abbrechen, ahnt Cole, daß irgend etwas nicht in Ordnung sein kann. Und als die sechs Frauen schließlich ermordet aufgefunden werden, steht Cole plötzlich ganz oben auf der Liste der Hauptverdächtigen ...



    Meine Kritik:

    Harper Cole arbeitet als System-Operator für den exklusiven Online-Dienst E.R.O.S. Als sechs der E.R.O.S-Kundinnen verschwinden, hegt er einen schlimmen Verdacht und verständigt die Behörden. Mit seiner Befürchtung behält Harper leider recht: Alle sechs Frauen wurden ermordet. Offenbar die Tat eines Serienmörders, der sich seine Opfer über das digitale Erotik-Portal aussucht. As FBI und Polizei seiner Meinung nach die falschen Methoden anwenden, um den Killer aufzuspüren, kreiert Harper zusammen mit dem E.R.O.S.-Administrator Miles ein eigenes fiktives Frauenprofil, das sich am Leben von Harpers Schwägerin Erin orientiert. Der Mörder geht zwar darauf ein, doch damit wird die Lage nicht besser, sondern alles nur sehr viel gefährlicher.

    Ein Großteil der Handlung spielt in Harpers Haus und näherer Umgebung, während er versucht, den Killer aufzuspüren. Das ist interessant, erinnert aber trotzdem fast an ein Kammerspiel. Die Computer- und Software-Techniken aus Greg Iles‘ 1997 erschienenen Thriller sind mittlerweile zwar veraltet, aber die Handlung bleibt trotzdem spannend. Bei Begriffen wie Compuserve und AOL musste ich allerdings unfreiwillig schmunzeln.



    • Herausgeber : Random House Audio; Ungekürzte Lesung, Inszenierte Lesung Edition (25. Februar 2019)
    • Sprache : Deutsch
    • ISBN-10 : 3837146243
    • ISBN-13 : 978-3837146240
    • Abmessungen : 13.9 x 1.1 x 14.6 cm


    ASIN/ISBN: 3837146243



    Über den Autor:

    Bela B Felsenheimer, geboren 1962 in West-Berlin, ist Schlagzeuger, Gitarrist, Komponist, Sänger, Schauspieler, Synchron- und Hörbuchsprecher, war Comicbuch-Verleger und hat eine eigene Radiosendung. Bekannt ist er vor allem als Mitglied der Punkrock-Band die Ärzte. Als Autor hat er bisher einige Kurzgeschichten veröffentlicht und ein Filmdrehbuch verfasst. „Scharnow” ist sein erster Roman.



    Inhaltsangabe:

    In Scharnow, einem Dorf nördlich von Berlin, liegt der Hund begraben. Scheinbar. Tatsächlich wird hier aber gerade die Welt gewendet: Schützen liegen auf der Lauer, um die Agenten einer Universalmacht zu vernichten, mordlustige Bücher richten blutige Verheerung an und mittendrin hat ein Pakt der Glücklichen plötzlich kein Bier mehr. Wenn sich dann ein syrischer Praktikant für ein Mangamädchen starkmacht, kann auch die Liebe nicht weit sein.
    Sein erster Roman, aber nicht sein erstes Hörbuch: Bela B ist als Sprecher genauso begabt wie als Schlagzeuger.


    Meine Kritik:

    Bela B. war schon immer ein Freund von Horror-, Trash und wohl auch der Porno-Kultur der 1980er und 1990er Jahre. In „Scharnow“ hat er all diesen Dingen eine denkwürdige Zusammenfassung erstellt. Da gibt es nackte Terroristen im Supermarkt, ein Horror-Buch, das Leute umbringt, einen Mann mit Superkräften, eine Pornofilmdarstellerin mit anstrengender Teenager-Tochter, syrischer Praktikant, der sich in ein Mädchen aus dem Dorf verliebt und einen „Gülliardär“, der sich nach Kanada absetzt, weil seine Frau nichts von ihm riechen kann. Die Handlung verteilt sich auf etliche Leute in dem kleinen brandenburgischen Ort und wird etwas sprunghaft erzählt. Bei einer Trash-B-Movie-Hommage ist das aber okay, muss wahrscheinlich sogar so sein.

    Interessanter als die verrückt bis absurden Ereignisse sind die vielen verschiedenen Personenzeichnungen, die Bela B. wunderbar gelungen sind. Man fiebert mit Aussteiger Jan-Uwe genauso mit wie mit Susanne, Silvia und dem syrischen Immigranten, der sich über die vielen deutschen Eigenheiten wundert.

    Beim Lesen des Buches hätte ich wahrscheinlich irgendwann den Faden verloren, aber als vom Autor vorgelesene ungekürzte Hörbuch-Ausgabe (auf 2 Mp3-CDs / 10h33min) funktioniert die Geschichte perfekt. Hier merkt man Belas Hörbucherfahrung. Ein weiteres Schmankerl sind die gelegentlichen Soundeffekten wie Funktöne, Kotzgeräusche oder Telefonklingeln.

    Physiker Sebastian steckt in der Klemme: Sein Sohn Liam wurde entführt und er bekommt ihn nur unversehrt zurück, wenn er dafür einen Arzt ermordet. In seiner Verzweiflung lässt sich der Wissenschaftler darauf ein, doch dadurch wird alles nur viel komplizierter. Und das buchstäblich in mehreren Dimensionen. "Schilf" ist kein Krimi, obwohl der Roman in dieser Kategorie eingeordnet ist, sondern ein langsam erzähltes Drama mit Science-Fiction-Elementen, voller theoretischer und philosophischer Gedankengänge. Aus dem Grund taucht der ermittelnde und titelgebende Kommissar Schilf erst nach dem ersten Romandrittel auf und spielt auch sonst meist eine eher untergeordnete Rolle. Stattdessen gibt es neben intensiven Charakterstudien haufenweise bedeutungsschwangere Dialoge und Gedankenspiele über Physik, Zeit und Viele-Welten-Interpretationen (Multiversen). Sätze wie „Materie ist nicht mehr als die Idee des Beobachters“ erinnern stark an die TV-Serie "Dark". Dazu gibt es viele Beschreibungen von Gebäuden und Umgebung sowie etliche schöne Umschreibungen wie „Es ist das Wartenden eines Fallenden auf einen Aufschlag, der nicht kommt“ oder „Die Kette der Sekunden zerfällt zu winzigen Teilchen.“ Das alles wertet die eher zähe und unspektakuläre Geschichte etwas auf, kann meiner Meinung nach aber nicht alles herausreißen.

    Nora Seed hat nicht nur ihren Job verloren, sondern ist generell unglücklich mit ihrem Leben. Nach einem Selbstmordversuch erwacht sie plötzlich in der mysteriösen Mitternachtsbibliothek, wo in jedem einzelnen Buch ein alternatives Leben von ihr aufgezeichnet ist. So besucht Nora all die anderen Leben, die sie nie geführt hat: Sie hält Vorträge als erfolgreiche Sportlerin, jagt Eisbären in der Arktis und befindet sich als erfolgreiche Musikerin auf Südamerika-Tournee. Das alles ist anfangs faszinierend, aber da man das mit den alternativen Leben auf ewig fortsetzen könnte und es sich lediglich um das Leben einer Romanfigur handelt, wirken Noras Sprünge irgendwann ermüdend. Im letzten Drittel fragte ich mich mehrmals, was jetzt noch kommen soll.

    Auf weiter Strecke war die Geschichte im Grunde genommen bloß eine weitere Version von Dickens "Weihnachtsgeschichte". Daran ändern auch philosophische Exkurse über den „Baum des Lebens“, über Vereinsamung durch soziale Medien und das Multiversum nicht viel. Die Quintessenz, dass es kein ideales Leben gibt und überall nicht alles nach Plan läuft, ist ebenfalls nicht sooo überraschend.


    • Herausgeber : cbj audio; Gekürzte Lesung Edition (1. März 2021)
    • Sprache : Deutsch
    • ISBN-10 : 3837152545
    • ISBN-13 : 978-3837152548
    • Lesealter : 12 Jahre und älter
    • Originaltitel : Theo Boone 7: The Accomplice (Dutton Books)

      ASIN/ISBN: 3837152545

    Über den Autor:

    John Grisham hat 32 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sieben Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.




    Inhaltsangabe:

    Woody, ein guter Freund von Theo, steckt in ernsthaften Schwierigkeiten: Gemeinsam mit seinem älteren Bruder und einem dritten Jungen wird er verhaftet. Die Anklage lautet: bewaffneter Raubüberfall! Dass es nur eine Wasserpistole war und Woody die ganze Zeit im Auto saß, interessiert niemanden. Woody und sein Bruder werden eingesperrt und bekommen es im Gefängnis plötzlich mit echten Verbrechern zu tun. Jetzt sind Theos ganzer Mut und Kampfgeist gefragt …



    Meine Kritik:

    Im siebenten Fall der Jugendbuchreihe stecken Theos Freund Woody und sein Bruder mächtig in Schwierigkeiten. Die zwei waren mit ihrem Kumpel Garth unterwegs, der im angetrunkenen Zustand mit einer Wasserpistole einen Tankstellensupermarkt überfallen hat. Nun werden alle drei wegen bewaffneten Raubüberfalls angeklagt. Im gleichen Boot sitzen sie trotzdem nicht. Garths Familie ist reich, weshalb er innerhalb weniger Stunden wieder auf Kaution frei ist. Woody und sein Bruder hingegen sind bettelarm und selbst die Kaution von zweimal tausend Dollar können sie nicht so einfach aufbringen. Zum Glück versucht Theo alles in seiner Macht stehende, um den beiden zu helfen.

    Diese Hilfsversuche nehmen einen Großteil der Geschichte in Anspruch. Woody und sein Bruder geraten von einem Schlamassel ins nächste. Alles was, schiefgehen kann, geht schief. Dadurch zeigt dieser Band eine Menge Mängel im (amerikanischen) Rechtssystem auf. Für ein Jugendbuch könnte es dennoch ein bisschen zu viel Juristerei sein. Theos zusätzlicher Mini-Fall am Tiergericht (diesmal geht es um ein herumstreunendes Kaninchen) und der Ausflug der Pfadfinder sorgen da zwar für kurze Ablenkung, sind im Grunde genommen aber (fast) unnötig.

    Die gekürzte Lesung ist auf 4 CDs (4h30min) verteilt und wird wie üblich bei den Theo-Boone-Büchern von Oliver Rohrbeck vorgelesen.

    • Herausgeber : Droemer HC; 2. Edition (28. April 2021)
    • Sprache : Deutsch
    • Taschenbuch : 272 Seiten
    • ISBN-10 : 3426283867
    • ISBN-13 : 978-3426283868


    ASIN/ISBN: 3426283867



    Über den Autor:

    Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem Debüt "Die Therapie" (2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Seine Bücher wurden bereits 13 Millionen Mal verkauft, in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen.
    Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.



    Inhaltsangabe:

    Ein ungleiches Paar.
    Eine schicksalhafte Mitfahrgelegenheit.
    Ein Selbstversuch der besonderen Art.
    WAS GESCHIEHT, WENN ZWEI MENSCHEN EINEN TAG VERBRINGEN, ALS WÄRE ES IHR LETZTER?
    Ein Roadtrip voller Komik, Dramatik und unvorhersehbarer Abzweigungen von Deutschlands Bestsellerautor Nr. 1 Sebastian Fitzek - mit zwei skurrilen, ans Herz gehenden Hauptfiguren, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
    Livius Reimer macht sich auf den Weg von München nach Berlin, um seine Ehe zu retten. Als sein Flug gestrichen wird, muss er sich den einzig noch verfügbaren Mietwagen mit einer jungen Frau teilen, um die er sonst einen großen Bogen gemacht hätte. Zu schräg, zu laut, zu ungewöhnlich - mit ihrer unkonventionellen Sicht auf die Welt überfordert Lea von Armin Livius von der ersten Sekunde an. Bereits kurz nach der Abfahrt lässt Livius sich auf ein ungewöhnliches Gedankenexperiment von Lea ein – und weiß nicht, dass damit nicht nur ihr Roadtrip einen völlig neuen Verlauf nimmt, sondern sein ganzes Leben!


    Meine Kritik:

    Lehrer Livius Reimer muss unbedingt von München nach Berlin kommen, weil er bei einem Verlag sein Sachbuch vorstellen und noch dazu seine bröckelnde Ehe retten möchte. Weil aufgrund schlechten Wetters sämtliche Flüge gestrichen ist, muss er sich zwangsweise den einzigen verfügbaren Mietwagen mit der flippigen Lea von Armin teilen. Schon vom ersten Moment an lockt sie ihn mit frechen Sprüchen und Aktionen aus der Reserve. Während der mehrstündigen Fahrt überredet sie ihn noch dazu, sich der Frage zu stellen, was Livius tun würde, wenn dies der letzte Tag seines Lebens wäre. Eine Menge verrückter Aktionen sind die Folge.

    Trotz einiger absurd bis hanebüchenen Erlebnisse birgt die Handlung selbst keine so großen Überraschungen. Praktisch alles entpuppt sich genauso, wie man es von einer solchen Geschichte erwartet. Dennoch war es eine angenehme Dramedy, bei der einen höchstens die stellenweise recht umständliche Ausdrucksweise des Ich-Erzählers irritiert. Davon abgesehen ist dieser Nicht-Thriller Sebastian Fitzek durchaus gelungen.

    Heute frisch erschienen: "Mord mit Alpenblick - Der vierte Fall für Herrchen Schrödinger und Boxer Horst“ von Silke Porath und Sören Prescher.


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    Worum es im Buch geht:
    Tuttlingen steht unter Wasser. Ganz Tuttlingen? Nein – aber immerhin die Wohnung von Schrödinger und seiner Liebsten Marion. Solange die Handwerker damit beschäftigt sind, die morschen Rohre in Ordnung zu bringen, wird Urlaub gemacht. Ferien auf dem Biobauernhof im Allgäu, mit Kindern, Hund, Kaninchen und Schwiegermutter! Doch der Urlaubstraum wird jäh zerstört, als eines Morgens der Biobauer Gerwin tot im Stall liegt. So beginnt wieder einmal ein Fall für Hobbyermittler Schrödinger und seinen klugen Boxer Horst. Und bald zeigt sich, dass das ländliche Idyll auch seine düsteren Seiten hat …


    Autoren: Silke Porath , Sören Prescher
    416 Seiten, Maße: 12,5 x 18,7 cm, Flex. Einband
    Verlag: Weltbild Deutschland
    ISBN-10: 3963776927
    ISBN-13: 9783963776922
    Erscheinungsdatum: 02.06.2021


    Hier geht's zum Buch:
    https://www.weltbild.de/artike…=U3VjaGV8U3VjaGVyZ2Vibmlz

    • Herausgeber : Heyne Verlag (15. März 2021)
    • Sprache : Deutsch
    • Gebundene Ausgabe : 304 Seiten
    • ISBN-10 : 3453273354
    • ISBN-13 : 978-3453273351
    • Originaltitel : Later


    ASIN/ISBN: 3453273354


    Über den Autor:

    „Carrie“, „The Shining“, „Misery“ – es gibt wohl nur wenige Leser oder Kinogänger, die nicht zumindest eine dieser drei Horrorgeschichten von Stephen King kennen. Einen internationalen Bestseller nach dem anderen legt der 1947 in Maine geborene Autor vor. Und nicht wenige davon wurden auch erfolgreich verfilmt. So spektakulär die Geschichten sind, so bürgerlich klingt Kings Werdegang. Nach Schule, Universität und früher Heirat arbeitete er zunächst als Englischlehrer. Seiner Passion fürs Schreiben ging er abends und am Wochenende nach, bis ihm der Erfolg seiner ersten großen Geschichte, „Carrie“, erlaubte, ausschließlich als Schriftsteller zu leben. Der Rest ist Legende. King hat drei Kinder und bereits mehrere Enkelkinder und lebt mit seiner Frau Tabitha in Maine und Florida.


    Inhaltsangabe:

    Jamie Conklin wächst in Manhattan auf und wirkt wie ein normaler neunjähriger Junge. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, aber er steht seiner Mutter Tia, einer Literaturagentin, sehr nahe. Die beiden haben ein Geheimnis: Jamie kann von klein auf die Geister kürzlich Verstorbener sehen und sogar mit ihnen reden. Und sie müssen alle seine Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Tia hat sich gerade aus großer finanzieller Not gekämpft, da stirbt ihr lukrativster Autor. Der langersehnte Abschlussband seiner großen Bestsellersaga bleibt leider unvollendet – wäre da nicht Jamies Gabe … Die beiden treten eine Reihe von unabsehbaren Ereignissen los, und schließlich geht es um, nun ja, Leben und Tod.



    Meine Kritik:

    Als der sechsjährige Jamie Conklin erfährt, dass die Gattin seines Nachbarn gestorben ist, ist er irritiert, denn die Frau steht nicht nur direkt neben ihm, sondern spricht sogar mit ihm. Jamie hat die Gabe, mit Toten zu reden und erzählt in der Ich-Perspektive, dass sich dies nicht nur als Segen, sondern im Laufe der Jahre manchmal auch Fluch erweist. Insbesondere nachdem er einer befreundeten Polizistin beim Verhör eines toten Bombenlegers hilft und damit sehr viel mehr erweckt, als ihm lieb ist. Spätestens ab der Hälfte steigt daher der Horror-Grad der Geschichte auch deutlich an. Richtig gruselig empfand ich den Roman zwar nicht, dafür aber spannend und höchst interessant. Dass das Ritual von Chüd und die Todeslichter erwähnt werden, die jeder King-Fan aus „Es“ kennt, waren ein zusätzliches Highlight. Das einzig Negative war das etwas unrunde Ende. Zum Schluss bleiben einige Fragen offen. Das hätte so in der Form nicht sein müssen. Nichtsdestotrotz hat mir die Geschichte großen Spaß bereitet.