Beiträge von fictionmaster

    Im dritten und letzten Band der Out-Saga laufen alle Fäden zusammen. Die Geflüchteten im amerikanischen HideOut-Versteck planen einen Anschlag gegen die Kohärenz. Auf Christophers Einwände will niemand hören. Also flüchtet der Teenager zusammen mit seiner Freundin Serenity nach Europa, um dort einer anderen Spur zu folgen. Möglicherweise hat nämlich Christophers Hackerfreund, der legendäre Penta-Byte-Man, ein Geheimnis aufgedeckt, ohne selbst davon zu wissen. Allerdings müssen sie sich sehr beeilen, weil die Kohärenz bereits den nächsten großen Schritt der Weltherrschaft eingeleitet hat. Mittels des sogenannten Lifehooks wirbt sie ganz offen für ein großes Gemeinschafsgefühl durch Vernetzung der Gehirne seiner Benutzer. Die großangelegte Werbestrategie geht auf und immer mehr Menschen entschließen sich für einen solchen Eingriff, ohne zu überschauen, was dies letztendlich bedeuten wird.

    In „Time Out“ geht Christopher und seinen Freunden buchstäblich die Zeit aus. Sie sind auf der Flucht und müssen sich mehr denn je mit einem übermächtigen Gegner anlegen, der jeden ihrer Schritte im Voraus plant. Genau wie im ersten Band „Black Out“ setzt Andreas Eschbach sehr auf Action und Spannung. Auch die Liebesgeschichte zwischen Christopher und Serenity kommt nicht zu kurz. Es gibt mehrere überraschende Wendung und generell eine sehr interessante Geschichte, die die Frage aufwirft, inwieweit man sich heutzutage auf Technologien verlassen sollte.

    Nach dem kleinen Teilsieg am Ende von Band 1 befinden sich Christopher Kidd und seine Gefährten auf der Flucht vor der Kohärenz. Wenn sie irgendwo einen Unterschlupf finden, ist es meist nicht für sehr lang. In ihrem aktuellen Versteck freunden sich die Teenager mit dem Indianer-Mädchen Madonna Two Eagles an und versuchen, sie bei ihrem Traum einer Gesangskarriere zu unterstützen. Denn ihren YouTube-Clip könnte Christopher ideal als Testlauf für eine Massenmail mit einem Artikel gegen die Kohärenz verwenden. Doch schon bei den Vorbereitungen merkt er, dass der Chip in seinem Kopf ein ungewolltes Eigenleben entwickelt.

    Der zweite Band braucht ein wenig, um in Fahrt zu kommen und gestaltet sich nicht halb so actionreich wie der Vorgänger. Selbst das Ende fällt relativ unspektakulär und ohne großen Showdown aus. Dafür gibt es, wie öfters von Andreas Eschbach, einige angenehm vereinfachte technische Erklärungen und wissenschaftliche Gedankenspiele. Trotzdem oder gerade deshalb wird die interessante Geschichte konsequent weitererzählt, weshalb ich schon sehr gespannt bin, wie das Ganze im dritten Band „Time Out“ letztendlich ausgehen wird.

    Als 13-Jähriger war Christopher Kidd bereits der berühmteste Computerhacker der Welt. Vier Jahre später befindet er sich auf der Flucht vor amerikanischen Geheimdiensten und der mysteriösen Kohärenz. Unterwegs trifft er auf die gleichaltrige Serenity und ihren Bruder Kyle, die zu beweisen versuchen, dass ihr Vater kein gesuchter Terrorist ist. Sie reisen gemeinsam weiter und bekommen es auf einmal mit Menschen zu tun, die buchstäblich nicht mehr Herr ihrer eigenen Gedanken sind. Und Christopher könnte einer von ihnen sein.

    Die Geschichte ist gleich von Anfang an actionreich. Man steigt sofort ins Geschehen ein, die Erklärungen dazu folgen erst später. Was auch ein keines Manko darstellt: Obwohl der Roman vorwärts erzählt wird, gibt es mehrere recht lange Rückblicke, die die Handlung immer wieder ins Stocken bringen. Vielleicht wäre es hier besser gewesen, die ganze Vorgeschichte in einem separaten Buch zu erzählen. Davon abgesehen bekommen man aber eine durchaus sehr interessante Geschichte mit sympathischen Charakteren erzählt. Und am Ende von „Blackout“ ist die Story auch noch nicht zu Ende, sondern wird im zweiten Trilogie-Band „Hideout“ weitererzählt.


    • Herausgeber ‏ : ‎ Festa Verlag (26. August 2021)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 464 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3865529267
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3865529268


    ASIN/ISBN: 3865529267


    Über den Autor:

    Dean Ray Koontz wurde im Juli 1945 in Pennsylvania geboren. Er verkaufte weit über 500 Millionen Bücher, die in 38 Sprachen übersetzt wurden. Dean Koontz ist einer der erfolgreichsten Autoren der Welt. Er lebt mit seiner Frau Gerda in Südkalifornien. The Times: »Dean Koontz ist nicht nur der Experte für unsere dunkelsten Träume, sondern auch ein literarischer Künstler.«



    Inhaltsangabe:

    Vor Jahren verschwand seine Frau Michelle spurlos. Seither lebt Jeffy Coltrane mit seiner elfjährigen Tochter Amity allein. Eines Abends taucht Spooky auf, ein alter, obdachloser Exzentriker. Er bittet Jeffy ein geheimnisvolles Gerät zu verstecken, den unvorstellbar mächtigen »Universalschlüssel«. Als das Gerät versehentlich aktiviert wird, scheint zunächst alles wie zuvor zu sein; aber dann bemerken sie subtile Unterschiede. Amitys Zimmer hat sich verändert und sie haben ganz andere Nachbarn …
    Bald offenbart sich eine unglaubliche Wahrheit: Der Universalschlüssel erlaubt es ihnen, Parallelwelten zu betreten, die gleichsam vertraut, wundersam und schrecklich sind. Und mit einem Mal stellen sich Jeffy und Amity die Frage: Könnte Michelle irgendwo da draußen im Multiversum noch einmal existieren? Allerdings sind die beiden nicht die Einzigen, die sich für den phänomenalen Schlüssel interessieren. Die Späher der Schattenwelt sind aufmerksam geworden … Ein brillanter Thriller voller Wunder und Schrecken, mit Verbeugungen vor George Orwell, Ray Bradbury und H. G. Wells.


    Meine Kritik:

    Witwer Jeffy Coltrane lebt ein aufgeregtes Leben mit seiner elfjährigen Tochter Amity. Dies ändert sich, als ihnen ein merkwürdiger Zeitgenosse namens Spooky einen angeblich sehr mächtigen Universalschlüssel überlässt, mit dem man in verschiedene Parallelwelten reisen kann. Zunächst glauben Jeffy und Amity dem Mann nicht, dürfen aber schon bald herausfinden, wie Recht Spooky mit seiner Behauptung hatte. Die beiden bereisen verschiedene alternative Welten, manche schön, manche erschreckend. Dann kommen sie auf die Idee, nach einer Welt zu suchen, in der Jeffys Frau und Amitys Mutter Michelle noch am Leben ist. Leider gestaltet sich die Suche danach nicht so einfach wie gedacht.

    Seit der TV-Serie „Sliders“ mag ich das Konzept der Parallelwelten und bin auch von den bisherigen Vorstößen des Marvel Cinematic Universe sehr begeistert. Beim Roman „Elsewhere“ von Dean Koontz allerdings hatte ich so meine Schwierigkeiten. Zum einen plätschert die Handlung die meiste Zeit so dahin, zum anderen bleib die Geschichte hinter ihren Möglichkeiten zurück. Es gibt zwar ein paar Problemchen und Verstrickungen durch die Reisen in andere Welten, allerdings fallen die nicht halb so umfangreich oder komplex wie erwartet heraus. Stattdessen geht es die meiste Zeit bloß von einer Welt in die nächste.

    Davon abgesehen fand ich, dass „Elsewhere“ trotz einiger deftiger Kraftausdrücke eher eine Young-Adult-Fantasy als ein Erwachsenen-Roman ist. Dazu passen dann auch Ausdrücke wie „Schneckendreck“, das Jeffy und Amity gerne als Schimpfwort benutzen. Ein Thriller-Feeling kam bei mir jedenfalls nicht auf. Stattdessen fand ich die Geschichte „ganz nett“.

    • Herausgeber ‏ : ‎ HarperCollins; 1. Edition (22. Juni 2021)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Broschiert ‏ : ‎ 512 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 395967547X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3959675475
    • Originaltitel ‏ : ‎ The Forbidden Door


    ASIN/ISBN: 395967547X



    Über den Autor:

    Dean Koontz glaubte an sich, auch als er noch kein erfolgreicher Schriftsteller war. Aber nicht nur er, auch seine Frau Gerda war von seinem Können überzeugt. Daher bot sie ihm an, für fünf Jahre allein den Unterhalt zu verdienen. Binnen dieser Zeit sollte er mit dem Schreiben ausreichende Einnahmen erzielen können – oder aber seinen Kindheitstraum an den Nagel hängen, so die Vereinbarung. Koontz musste diese Frist aber gar nicht ausschöpfen, der Erfolg kam schneller, und bis heute hat er insgesamt sagenhafte 400 Millionen Exemplare seiner Romane verkauft. Geboren wurde Koontz 1945 in Pennsylvania. Er arbeitete zunächst als Englischlehrer und schrieb nur am Wochenende und in den Abendstunden – bis das Angebot seiner Frau kam. Heute leben die beiden in Kalifornien.


    Inhaltsangabe:

    Ex-FBI-Agentin Jane Hawk suchte die wahren Schuldigen für den vermeintlichen Freitod ihres Ehemannes Nick und hat die Verschwörung um die elitäre Gruppe der Arkadier aufgedeckt. Während ihres Kreuzzuges gegen die Terrorgruppe hat sie sich viele Feinde gemacht, die auf Rache sinnen. Nun endlich scheinen diese ihrem Ziel nahe: Die Arkadier haben Janes fünfjährigen Sohn Travis aufgespürt, den sie bei Freunden in Sicherheit wähnte. Zeitgleich bereiten sie sich darauf vor, die Schwiegereltern von Jane mental umzuprogrammieren. Jane ist gerade am anderen Ende des Landes - wird sie rechtzeitig da sein, um die Rache der Arkadier zu verhindern?



    Meine Kritik:

    Nach den Ereignissen von Band 3 ist Jane Hawk (noch immer) auf der Flucht vor den offiziellen und inoffiziellen Strafverfolgungsbehörden. Doch inzwischen machen die Häscher nicht nur Jagd auf sie, sondern ebenso auf jeden, der ihr nahesteht. Ihr fünfjähriger Sohn Travis muss mit den Pflegeeltern, bei denen Jane ihn untergebracht hat, fliehen. Unglücklicherweise werden sie voneinander getrennt und der pfiffige kleine Junge muss sich alleine durchkämpfen. Dabei trifft er auf den Weltuntergangsspinner Cornell, der wider Erwarten ein gutes Herz besitz, und sich trotz eigner psychischer Probleme des Jungen annimmt. Dies waren für mich sogar die besten Szenen im ganzen Roman. Das und der kurze Erzählstrang über die 13-jährige Laurie, die im Zuge der Rasterfahndung ebenfalls ins Visier der Bösewichte gerät.

    Der Rest des Romans war ein routinierter Thriller, der die Fäden von Band 3 aufnimmt und ohne große Überraschungen fortführt. Erneut wird ein ziemlich düsteres Bild vom amerikanischen Überwachungsstaat gezeichnet. Es geht um Gedankenkontrolle und übermächtigen Geheimorganisationen, die auf eine Revolution aus sind. Um das möglichst schaurig darzustellen, gibt es eine sehr klare Abgrenzung zwischen den Bösen (die ausschließlich niederträchtige Eigenschaften besitzen) und den Guten (die alle selbstlos handeln). Ein bisschen erinnert mich die Jane-Hawk-Reihe an die Resident-Evil-Filme mit Milla Jovovich. Ihre Figur Alice gerät in einem neuen Teil in eine Extremsituation, bei der stets jede Menge Nebencharaktere sterben, während sie am Ende relativ glimpflich davonkommt. Bei Jane Hawk ist es im Grunde genommen genau das Gleiche.

    • Herausgeber ‏ : ‎ Hannibal Verlag; 1. Edition (4. Oktober 2021)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Broschiert ‏ : ‎ 528 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3854457154
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3854457152
    • Originaltitel ‏ : ‎ Unrequited Infatuations


    ASIN/ISBN: 3854457154


    Über den Autor:

    Der Gitarrist, Sänger und Songwriter Steven Van Zandt wurde am 22. November 1950 in Massachusetts geboren und lebt in New Jersey. Neben seiner Tätigkeit als Musiker und Radiomoderator spielte er in der Serie »The Sopranos« und mehreren prestigeträchtigen Filmen. Zur Unterstützung von jungen Musikern gründete er die Rock and Roll Foundation. Van Zandt ist mit der Schauspielerin Maureen Santoro verheiratet.



    Inhaltsangabe:

    An der Seite vom Boss Bruce Springsteens rechte Hand erzählt Steven Van Zandt gehört zu den letzten wahren Rock’n’Rollern. Mit seinem Kopftuch, den schweren Stiefeln und der Gitarre in Hüfthöhe symbolisiert er den Rebellen und zugleich den Romantiker der endlosen Highways der USA. Als Mitglied von Springsteens E Street Band spielte Van Zandt auf Megaerfolgen wie »Darkness On The Edge Of Town«, »The River« oder »Born In The U.S.A.«, und während seiner Aktivitäten als Solokünstler schrieb er Songs für Meat Loaf, Pearl Jam sowie Jackson Browne. In den Achtzigern sorgte der auch Little Steven genannte Ausnahmemusiker für viel Aufsehen, da er im Rahmen des Ensembles Artists United Against Apartheid mit dem Album »Sun City« gegen das südafrikanische Regime opponierte. Seinem Ruf folgten Künstler wie Bob Dylan, Pete Townshend, Miles Davis, Lou Reed und Peter Gabriel. Van Zandt erzählt in seiner Autobiografie von der harten Jugend in New Jersey, dem Ruf des Rock’n’Roll und der immens erfolgreichen Zusammenarbeit mit Bruce Springsteen, der er viel Raum widmet. Doch auch Themen wie die Schauspielerei, das Wirken als Philanthrop und das Engagement für sozial schlechtergestellte Jugendliche kommen zur Geltung. Sein einnehmender Erzählton offenbart einen Träumer, einen modernen amerikanischen Rosenkavalier, der die Welt der hart arbeitenden Menschen, der unerfüllten Wünsche und der Sehnsucht nach der wahren Liebe beschwört.



    Meine Kritik:

    Die meisten Leute kennen Little Steven nur als Gitarrist von Bruce Springsteens E-Street-Band. Dabei ist das viel zu kurz gegriffen. Miami Steven arbeitete anfangs gar nicht mit seinem Kumpel Bruce zusammen, sondern besaß mit Southside Johnny eine eigene Band. Von 1975 bis Anfang der Achtziger war Stevie dann maßgeblich an der Entstehung von Springsteens besten Alben beteiligt, bevor er sich als Solo-Künstler etablieren wollte. Was folgte, ist äußerst bemerkenswert. Nicht nur, dass er sechs eigene Alben veröffentlichte, er produziert unzählige Künstler, kreiert Musical-Shows und ist politisch äußerst engagiert. Er reiste nach Südafrika und nach Südamerika, um sich dort mit den Menschen zu unterhalten und danach auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen. Er organisierte Artists United Against Apartheid und brachte damit ein ganzes rassistisches Regime zu Fall. Ende der 90er spielte er in der legendären Mafia-Serie „Die Sopranos“ mit, bevor er in Norwegen mit „Lillyhammer“ seine eigene höchst erfolgreiche Serie bekam. Seit der Jahrtausendwende ist er zudem wieder mit Springsteen auf Tour und im Studio unterwegs. Man könnte durchaus sagen, dass Steve Van Zandt ziemlich beschäftigt ist. Wie das alles zusammenhängt, wen er in seinem Leben schon alles getroffen hat und wieso selbst der amerikanische Lehrerverband ein großer Fan ist, erzählt er in seiner Autobiografie „Soulfire“.

    Auf den mehr als 500 Seiten schaut Stevie humorvoll auf sein Leben zurück und nimmt auch bezüglich eigener Fehler kein Blatt vor den Mund. Der Mann scheint einfach grundsympathisch zu sein, sodass mir das Lesen seiner Bio großen Spaß bereit hat. Sehr informativ und sehr lesenswert. Auch als Fan erfährt man einiges Neues. Als Springsteen-Fan fand ich es zwar etwas schade, dass der Boss zwar im ersten Drittel eine größere Rolle spielt, es danach jedoch fast nur noch Randbemerkungen über bzw. zu ihm gibt. Aber da dies kein Springsteen- sondern ein Van-Zandt-Buch ist, ist das durchaus vertretbar. Außerdem ist es ja nicht so, als hätte Stevie nicht auch so genug zu erzählen. Ich fand es höchst bemerkenswert, was er bisher schon alles erreicht und erlebt hat.

    Als Barkeeper Billy Wiles hinter der Windschutzscheibe seines Autos einen Zettel findet, hält er die Botschaft darauf für einen Scherz. Er soll zwischen zwei Menschen wählen, die heute getötet werden. Irritiert wendet er sich an seinen Freund, den Polizisten Lenny. Dieser stellt erste Nachforschungen an und bezahlt das mit seinem Leben. Weitere Botschaften folgen und die Forderungen des wahnsinnigen Unbekannten an Billy werden immer dreister und gefährlicher. Bald gerät Billy unter Mordverdacht und muss selbst aktiv werden.

    Der Anfang des Romans und die zotigen Gespräche in der Kneipe erinnerte mich ein wenig an Stephen King. Dadurch und durch die interessantes Ausgangsbasis war mein Interesse an der Geschichte schnell geweckt. Leider hielt es nicht bis zum Schluss, denn schier alles in „Irrsinn“ wird irrsinnig breit getreten erzählt. Zu Beginn mochte ich diese entspannte Art noch, irgendwann war es mir aber doch zu schleppend. Spannung baute sich dadurch nämlich kaum welche auf. Von einem Thriller-Gefühl ganz zu schweigen. Ab der Hälfte bewegte sich die Geschichte nahe an der Bedeutungslosigkeit. Auch beim Showdown kam kaum mehr Spannung hinzu – was zudem daran lag, dass es letzten Endes wieder auf ein typisches Koontz-Finale hinauslief, wie man es schon zigfach von ihm gesehen hat. Mehrmals überlegte ich, wieviel mehr hier drin gewesen wäre, wenn Koontz durch die lahme Erzählweise nicht so viel verschenkt hätte. Coben, Fitzek, Strobel und Dorn hätten hier mit deutlich mehr Geschwindigkeit eine ganz andere Dynamik erschaffen. Schade um die wirklich gute Grundsituation.

    Nach einem Autounfall ist Antiquitätenhändler Hatch Harrison achtzig Minuten klinisch tot. Als die Ärzte ihn im Krankenhaus reanimieren, geht es ihm gut und es scheint keinerlei gesundheitliche Nachwirkungen zu geben. Nach einer Weile stellt Hatch allerdings fest, dass er von nun an telepathisch mit einem wahnsinnigen Teenager verbunden ist, der sich selbst Vassago nennt. Das Problem daran ist nur, dass die Verbindung in beide Richtungen funktioniert. Nachdem Vassago Einblicke in das Leben von Hatch, seiner Frau Lindsay und der Adoptivtochter Regina erhalten hat, beschließt er, dass sie seine nächsten Opfer werden. Was folgt, ist ein genretypische Katz-und-Maus-Spiel ohne große Überraschungen. Überhaupt fand ich den Roman relativ spannungsarm und aus zu vielen Perspektiven erzählt. Die des OP-Arztes hätte Koontz sich komplett sparen können. Die des Bösewichts Vassago eigentlich ebenso. Ebenfalls etwas anstrengend fand ich die vielen gestelzten Umschreibungen wie „Sie hätte schreien mögen“ und dergleichen. Klar ist die Geschichte bereits dreißig Jahre alt, aber so hat man sich auch in den Neunzigern nicht ausgedrückt.

    Sehr gelungen fand ich die Szenen rund um die Adoption und Reginas erste Tage bei der neuen Familie.


    • Herausgeber ‏ : ‎ Droemer HC; 5. Edition (20. März 2019)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 256 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3426277824
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426277829


    ASIN/ISBN: 3426277824



    Über den Autor:

    Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor. Seit seinem Debüt „Die Therapie" (2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Mittlerweile erscheinen seine Bücher in sechsunddreißig Ländern und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet und 2018 mit der 11. Poetik-Dozentur der Universität Koblenz-Landau geehrt. Er lebt in Berlin.



    Inhaltsangabe:

    Worauf kommt es im Leben wirklich an? Wie findet man sein Glück? Was lernt man aus Niederlagen? Und wie geht man mit seinen Mitmenschen um? In spannenden persönlichen Episoden erzählt Sebastian Fitzek, was für ihn im Leben wichtig ist und wie ein glücklicher Lebensweg gelingen kann. Inspiriert wurde er zu diesem Hörbuch durch seine Rolle als Vater – und die Frage, was er seinen Kindern für das Leben mitgeben würde, wenn ihm nicht mehr viel Zeit bliebe. So ist "Fische, die auf Bäume klettern" auf den ersten Blick ein sehr persönliches Vermächtnis eines Vaters an seine noch jungen Kinder, zugleich aber auch ein Hörbuch für alle, die Halt suchen und sich der Werte, die ihnen wichtig sind, vergewissern möchten. Wer, wenn nicht Sebastian Fitzek selbst, könnte dieses sehr persönliche Hörbuch am besten lesen.



    Meine Kritik:

    Als Eltern fragt man sich oft, welche Dinge man seinen Kindern unbedingt raten und mit auf den Weg geben möchte. Viele machen das mündlich über viele Jahre hinweg, aber es geht natürlich genauso schriftlich in zusammengefasster Buchform. Autor Sebastian Fitzek hat sich für letzteres entschieden und erzählt seinem Nachwuchs, worauf es ankommt und worauf sie achten sollen. Manches davon sind Weisheiten, die er an allgemeinen Beispielen erklärt. Anderes sind Anekdoten aus Fitzeks eigener Biografie und was er auf seiner bisherigen Lebensreise mitbekommen oder falschgemacht hat. Wir erfahren von seinem Bekanntenkreis, wie sich seine Schulzeit gestaltete und er beim Kauf eines Altbauhauses so ziemlich alles falschgemacht hat, was er falschmachen konnte. Aufgelockert werden selbst die ernstesten Themen durch lockere Bemerkungen und kleine Witze am Rande. Durch ebendiese Dinge wird das Sachbuch lesenswert und hebt sich angenehm von all den staubtrockenen andere Lebensratgebern ab.

    BTW: Wer sich für die knapp sieben Stunden lange Hörbuchfassung entscheidet, kann sich das Ganze sogar vom Autor selbst vorlesen lassen. Sebastian Fitzek macht seine Sache sehr gut und bringt einem die Dinge dadurch noch eine Spur näher.


    • Herausgeber ‏ : ‎ Droemer HC; 2. Edition (27. Oktober 2021)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 400 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3426281562
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426281567


    ASIN/ISBN: 3426281562



    Über den Autor:

    Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor. Seit seinem Debüt „Die Therapie" (2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Mittlerweile erscheinen seine Bücher in sechsunddreißig Ländern und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet und 2018 mit der 11. Poetik-Dozentur der Universität Koblenz-Landau geehrt. Er lebt in Berlin.



    Inhaltsangabe:

    Musik ist ihr Leben. 15 Songs entscheiden, wie lange es noch dauert. Vor einem Monat verschwand die 15-jährige Feline Jagow spurlos auf dem Weg zur Schule. Von ihrer Mutter beauftragt, stößt Privatermittler Alexander Zorbach auf einen Musikdienst im Internet, über den Feline immer ihre Lieblingssongs hörte. Das Erstaunliche: Vor wenigen Tagen wurde die Playlist verändert. Steckt in der Auswahl der Songs ein Hinweis auf Felines Entführer und den Ort, wohin sie verschleppt wurde? Fieberhaft versucht Zorbach das Rätsel der Playlist zu entschlüsseln. Doch je näher er der Lösung kommt, desto unwahrscheinlicher wird es, dass er die Suche nach Feline überleben wird …



    Meine Kritik:

    Nachdem die 15-jährige Feline Jagow auf dem Schulweg spurlos verschwindet, beauftragt ihre Mutter den Privatdetektiv Alexander Zorbach damit, Felines Vater zu überprüfen, der etwas über das Verschwinden seiner Tochter wissen könnte. Bei seinen Ermittlungen bekommt es Alex nicht nur mit seinen alten Bekannten Alina Gregoriev und Philip Stoja zu tun, er stößt auch auf Felines Music-Player, in dessen Playlist genau 15 Songs enthalten sind. Schon bald beschleicht Alex das Gefühl, dass das Mädchen die Lieder nicht zufällig ausgesucht hat, sondern sie einen Hinweis auf ihren Verbleib liefern könnten. Daraufhin begibt sich er sich auf ihre Spur und landet nach „Der Augensammler“ und „Der Augenjäger“ ein drittes Mal in einem schrecklichen Albtraum.

    Psycho-Thriller hat Sebastian Fitzek schon sehr viele geschrieben. Die meisten beginnen mit einem interessanten Thema, werden dann aber über absurde Wendungen und unnötig brutalen Extremsituationen zu einem auf-Teufel-komm-raus verblüffenden Ende geführt, der zum Schluss noch mal die komplette Handlung umwirft. Anfangs dachte ich, „Playlist“ würde genauso ausfallen. Zugegeben, es gibt tatsächlich wieder etliche überraschende Wendung, die die Geschichte urplötzlich in völlig andere Richtungen lenken. Aber diesmal waren sie gut (bzw. besser) durchdacht. Zwischendrin wurden zwar eine Handvoll Klischees bedient, doch das gehört vermutlich einfach dazu. Die Handlung blieb die ganze Zeit über kontinuierlich spannend und vor allem logisch nachvollziehbar. Das Ende barg auch diesmal eine alles über den Haufen werfende Auflösung, die in dem Fall jedoch tatsächlich Sinn ergab und dem ganzen ein rundes Ende verschaffte. Zumindest für Fitzek-Verhältnisse. Vielleicht mag es (ebenso) am musikalischen Thema gelegen haben, aber dieser neue Fitzek-Thriller „Playlist“ hat mir seit langem wieder einmal sehr gut gefallen, weshalb ich ihn bedenkenlos weiterempfehlen kann. Allerdings sollte man vorher (mindestens) seine beiden „Augen“-Bücher kennen, um mit den Charakteren und deren Beweggründen vertraut zu sein. „Playlist“ spielt nämlich zwei Jahre nach dem letzten „Augen“-Buch und die Geschichte der Protagonisten weiter.

    • Produktabmessungen ‏ : ‎ 13.6 x 1.8 x 13.6 cm; 132 Gramm
    • Hersteller ‏ : ‎ Europa/Sony Music Family Entertainment (Sony Music)
    • Herstellerreferenz ‏ : ‎ 57915586
    • Label ‏ : ‎ Europa/Sony Music Family Entertainment (Sony Music)
    • ASIN ‏ : ‎ B07YTCDY36
    • Herkunftsland ‏ : ‎ Deutschland
    • Anzahl Disks ‏ : ‎ 4


    ASIN/ISBN: B07YTCDY36



    Über die Autorin:

    Mary Virginia Carey wurde 1925 in England geboren. Noch im selben Jahr wanderte ihre Familie in die USA aus. Ihr Vater, John Cornelius, arbeitete als Ingenieur, ihre Mutter war Mary Alice Carey. Carey besuchte das College of Mount St. Vincent in Riverdale (New York), wo sie 1946 ihren Abschluss machte. Im Jahr 1948 begann Carey als Publizistin zu arbeiten. Im Jahr 1955 erlangte sie die US-amerikanische Staatsbürgerschaft und wurde Angestellte bei den Walt Disney Productions in Burbank (Kalifornien). Dort arbeitete sie vierzehn Jahre lang als Autorin. Zwischen 1969 und ihrem Tod 1994 war Mary Carey freischaffende Schriftstellerin. Carey war Mitglied in der Schriftstellervereinigung PEN und setzte sich in Verbindung damit gegen Völker- und Rassenhass, sowie für gegenseitige Achtung und die Freiheit der Meinungsäußerung ein.


    Inhaltsangabe:

    In Mr. Prentices Wohnung geschehen rätselhafte Dinge. Lichtblitze spuken bei Nacht. Jemand hat die wertvolle gläserne Skulptur des Karpatenhundes verschwinden lassen, und wer versucht allen Mietern den Aufenthalt im Apartmenthaus unmöglich zu machen? Die wenigen Spuren weisen die drei ??? in verschiedene Richtungen. Ein harte Nuss für unsere Freunde.


    Sprecher*innen & Mitwirkende: Gelesen von Andreas Fröhlich - und Axel Lutter als Albert Hitfield.

    Die drei ??? Klassiker - gelesen von Family & Friends. Klassiker der Buchreihe werden ungekürzt gelesen von Sprecher*innen und Schauspieler*innen, die mit der Welt der drei ??? verbunden sind. Die Reihe orientiert sich nicht an der Chronologie der Buchklassiker, sondern folgt dem Prinzip „Lieblings-Story“.


    Meine Kritik:

    „Der Karpatenhund“ zählte bereits zu Hörspielzeiten zu meinen Lieblingsfolgen der drei Fragezeichen. Es war auch eines meiner ersten Abenteuer mit den Juniordetektiven und schon damit konnten sie mich schwer beeindrucken. Die unheimlich Atmosphäre wurde in der ungekürzten Hörbuchfassung von Andreas Fröhlich, der Stimme von Fragezeichen Bob Andrews, meisterhaft transportiert. Hinzu kommen all die wundervollen Verwicklungen, mit denen es die drei jugendlichen Ermittler in der Wohnanlage zu tun bekommen. Jeder der vielen Mieter hat ein Geheimnis, das aufgedeckt werden muss, um das Rätsel um den verschwundenen Karpatenhund am Ende aufzuklären. Genau wie bei Robert Arthurs „Super-Papagei“, durchschaut man auch bei M.V. Careys Story lange Zeit nicht die kompletten Verwicklungen. Immer, wenn man denkt, die Ermittler befänden sich auf der Zielgeraden, passierte wieder etwas Neues, das alles in ein anderes Licht rückte. Schön war zudem, nach all den Jahren mit der gekürzten Hörspielfassung nun die komplette Geschichtenhandlung anhören zu können

    • Produktabmessungen ‏ : ‎ 13.3 x 1.8 x 13.6 cm; 136 Gramm
    • Hersteller ‏ : ‎ Europa/Sony Music Family Entertainment (Sony Music)
    • Modellnummer ‏ : ‎ 38005726
    • Label ‏ : ‎ Europa/Sony Music Family Entertainment (Sony Music)
    • ASIN ‏ : ‎ B07YTDFFP3


    ASIN/ISBN: B07YTDFFP3


    Über den Autor:

    Robert Arthur (* 10. November 1909 in Fort Mills auf der Insel Corregidor, Philippinen; † 2. Mai 1969 in Philadelphia, Pennsylvani) war ein US-amerikanischer Autor und Journalist. Bekannt wurde er vor allem als Schöpfer der Jugend-Detektivserie The Three Investigators, im deutschsprachigen Raum besser bekannt als Die drei ???.


    Inhaltsangabe:

    Die drei jungen Detektive sollen einen entflogenen Papagei suchen das hört sich nicht gerade nach einem aufregenden Fall an. Aber plötzlich scheinen sich auch noch andere Leute für den Papagei zu interessieren. Doch nicht etwa, weil er lateinische Sprüche zum Besten gibt? Die drei ??? müssen sich ganz schön ihre Köpfe zerbrechen.

    Die drei ??? - Hörbuchreihe
    Die drei ??? Klassiker - gelesen von Family & Friends. Klassiker der Buchreihe werden ungekürzt gelesen von Sprecher*innen und Schauspieler*innen, die mit der Welt der drei ??? verbunden sind. Die Reihe orientiert sich nicht an der Chronologie der Buchklassiker, sondern folgt dem Prinzip „ Lieblings-Story“.



    Meine Kritik:

    Die Geschichte vom Super-Papagei ist ein Klassiker aus dem Fragezeichen-Universum, weshalb es nur logisch ist, dass der Sprecher des ersten Detektivs diesen großartigen Fall als Hörbuch vorträgt. Die Handlung von den Papageien, die von ihrem früherem Besitzer geheime Botschaften beigebracht bekommen haben, ist clever konstruiert, mit zahlreichen Wendungen und kniffligen Rätseln. Immer wenn man denkt, man hat die Handlung durchschaut, passiert etwas Überraschendes, das alles bisherige wieder infrage stellt. Kurz: Bei diesem Fall stimmt einfach alles. Das trifft ebenso auf die großartige Lesung von Oliver Rohrbeck zu. Hier gibt es in keiner Hinsicht irgendwas zu meckern.

    • Herausgeber ‏ : ‎ tacheles!/ROOF Music; 2. Auflage, Gekürzte (11. Februar 2021)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3864846811
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3864846816


    ASIN/ISBN: 3864846811



    Über den Autor:

    Frank Goosen lebt seit seiner Geburt im Jahr 1966 in Bochum. Noch nicht mal fürs Studium der Geschichte, Germanistik und Politik zog es ihn fort. Ab 1992 tobte sich der Kabarettist mit dem Kneipen-Literaturkabarett "Tresenlesen" aus, das sich erst 2000 nach fast eintausend Auftritten trennte. 2001 erschien sein erstes Buch "Liegen lernen", gefolgt von weiteren Romanen und zahlreichen Kurzgeschichten. Seinem Fußballfaible huldigt er in dem Buch "Weil Samstag ist" und in einer "Kicker"-Kolumne. Goosen wohnt mit seiner Frau und seinen Söhnen in seiner Heimatstadt.



    Inhaltsangabe:

    Mixtapes statt Kohle: Die Achtziger im Ruhrgebiet - Als die Achtziger ausbrechen, ist Frank Goosen dreizehn, und als sie enden, vierundzwanzig: Dazwischen werden Zechen und Hochöfen stillgelegt, Schimanski erobert die Fernsehbildschirme und Starlight Express die Rollschuhbahnen. Beste Voraussetzungen also, um erwachsen zu werden! In seinen neuen Stories und Glossen nimmt Frank Goosen uns mit in diese legendäre Zeit des kulturellen Wandels und in seine eigene Jugend: Mit fulminantem Witz und viel Selbstironie erklärt er, wieso die Achtziger für ihn vor allem nach Videotheken rochen und wie Billy Crystal ihm einmal eine Beziehung ruinierte. Eine so persönliche wie vergnügliche Zeitreise – für die, die dabei waren und für alle anderen.



    Meine Kritik:

    Frank Goosen ist nicht nur ein erfolgreicher Kabarettist, sondern ebenso ein Kind der Achtziger. Was liegt da nahe, als ein Buch über die damalige Glanzzeit zu verfassen? Herausgekommen ist dabei eine Sammlung amüsanter aber meist zusammenhangsloser Anekdoten über die Achtziger mit viel Namedropping und praktisch all den typischen Elementen, die man in 80er-Erzählungen erwartet: Erste Liebe, Mixtapes, "Wetten, dass?" und natürlich den Mauerfall. Kurz geht es um "Zurück in die Zukunft" (inklusive eines massiven Kardinalsfehlers!), ein Konzert von Trio und immer wieder mal ein bisschen um Bruce Springsteen.

    Laut Beschreibung des Verlags handelt es sich um „eine so persönliche wie vergnügliche Zeitreise - für die, die dabei waren und für alle anderen“. Das kann man genauso stehen lassen.

    Die gekürzte Autorenlesung geht 246 Minuten und wird recht stimmig von Frank Goosen persönlich vorgetragen.


    • Herausgeber ‏ : ‎ Insel Verlag; Originalausgabe Edition (12. September 2021)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Taschenbuch ‏ : ‎ 345 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3458681566
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3458681564


    ASIN/ISBN: 3458681566



    Über die Autorin:

    Tatjana Kruse ist leidenschaftliche Krimödien-Autorin. Sie lebt und arbeitet in Schwäbisch Hall, der Stadt zur Bausparkasse, und wurde für ihre Krimis bereits mit dem Marlowe der Raymond-Chandler-Gesellschaft, dem Fancy Media- und mit dem Nordfälle-Preis ausgezeichnet.


    Inhaltsangabe:

    Überall in Deutschland tauchen Leichen auf, die nicht einfach nur tot sind, sondern in Plastik eingeschweißt, nach dem Tod neu frisiert oder in Einzelteilen als Pakete verschickt wurden. Das alles erinnert an die perfiden Morde berüchtigter Serienkiller, die nie gefasst wurden, inzwischen allerdings Greise sind und wohl kaum noch mal zugeschlagen haben. Als dann zusätzlich Drogen ins Spiel kommen und ein Bandenkrieg droht, verlangt die Staatsanwaltschaft von der SoKo Resultate. Die Leiter der SoKo, drei Männer und eine Frau, nicht gerade die hellsten, folgen der Spur der Morde von Berlin bis in die Alpen. Wohin auch immer das Team kommt, gibt es »Schwund«, sowohl an Zeugen als auch an Verdächtigen. Und an Leuten, die mit allem gar nichts zu tun haben. In einer abgelegenen Berghütte kommt es zum filmreifen Showdown. Bei dem sich herausstellt: Es war alles ganz, ganz anders!

    Hart, fesselnd, schnörkellos, rasant, mit rabenschwarzem Humor – die neue Thrillerkomödie von Tatjana Kruse


    Meine Kritik:

    In einem verlassenen Fabrikgebäude in Berlin wird eine verstümmelte tätowierte Leiche gefunden. Noch während die Mordkommission ermittelt, gibt es weitere Todesfälle nach ähnlichem Muster. In Halle an der Saale, in Moritzburg und mehreren anderen Orten über ganz Deutschland verteilt. Die rasch dafür eingerichtete SoKo hetzt von einem Leichenfundort zum nächsten und kommt kaum mit dem Ermitteln hinterher. Zwischendurch werden sie unter anderem noch in einen Brandanschlag und eine Geiselnahme verwickelt. Es passiert viel in Tatjana Kruses „Schwund“ – der Bodycount, den die Autorin am Anfang jedes neuen Kapitels mitteilt, steigt rasant an – und wenn es doch mal unblutig bleibt, wird auch das entsprechend kommentiert. Überhaupt sollte man den „Schwund“ nicht allzu ernst nehmen. Schon auf dem Buchdeckel steht, dass es sich um einen „Thriller, aber in heiter“ handelt. Da wundert es nicht, dass sich die Ermittler flapsige Antworten zuwerfen und sich einen Spaß daraus machen, über ihren Vorgesetzten herzuziehen. Wie in einem B-Movie gibt es viele witzige Dialoge und skurrile Szenen. Für meinen Geschmack war die Geschichte allerdings etwas zu rasant erzählt. Stellenweise war es lediglich eine kleine Randbemerkung, die zur nächsten Spur an einem ganz anderen Ort führte. Hier hätte ich ein paar mehr tieferschürfende Ermittlungen toll gefunden. Gut fand ich, dass Tatjana Kruse in zahlreichen Passagen mit unerwarteten Wendungen überraschen konnte. Als amüsanter Spaß zwischendurch ist der „Schwund“ daher sehr gut geeignet.

    Als im März 2021 ein französisches Passagierflugzeug über den Wolken in ein Unwetter gerät, denkt sich zunächst niemand etwas dabei, weil alles gut ausgeht. Drei Monate später allerdings taucht plötzlich haargenau dasselbe Flugzeug mit genau denselben Passagieren noch einmal auf. Die Behörden sind ratlos und auch die Wissenschaftler sind sich uneinig, was passiert ist. Derweil müssen die 243 Passagiere damit klarkommen, dass es sie von nun an doppelt gibt.

    Das klingt nicht nur nach einem interessanten Szenario, sondern ist auch eines. Die Geschichte wirft mehrere interessante Fragen über das Bewusstsein und das Leben auf. Damit war es das meiner Meinung nach mit dem Lob und sehr viel mehr Tadel folgt. Die Geschichte dreht sich um zig unterschiedliche Charaktere und ihre Schicksale, die alle nichts miteinander verbindet, außer einer gemeinsamen Reise in einem Flugzeug, der keiner von ihnen eine größere Bedeutung zumisst. Im Roman wird eine Person nach der nächsten separat vorgestellt (ohne dass es wirklich einen Hauptprotagonisten gibt) und erst nach fast der Hälfte der Geschichte geschieht endlich das tatsächliche verbindende Ereignis. Wer denkt, dass es danach spannender und interessanter wird, irrt. Die meiste Zeit tritt die Handlung auf der Stelle, dreht sich immer um dieselben Sachen, springt hin und her, vor und zu. Es ist zwar amüsant, einen Besuch in Stephen Colberts Late Show mitzuerleben, oder wie ein Berufskiller mit der Doppelgänger-Situation umgeht, davon abgesehen, passiert jedoch wenig Überraschendes. Selbst die religiösen Ausschreitungen hatte ich genauso erwartet. Ebenso unbefriedigend ist das Ende. Aber das passt ja zu den wissenschaftlichen Erklärungsversuchen in der Romanmitte, die ebenfalls nicht mehr als Andeutungen und Überlegungsansätze sind (und vom US-Präsidenten nicht mal ganz begriffen werden). Bis zum Schluss weiß niemand genau, was das Ereignis ausgelöst hat oder welcher tieferer Sinn dahintersteckt.

    Daher kann ich den ganzen Trubel um das Buch nicht wirklich verstehen. Meines Erachtens nach wäre hier deutlich mehr drin gewesen.

    Sehr positiv aufgefallen ist mir allerdings Camill Jammal, die der gut 10 Stunden lange ungekürzte Hörbuchfassung sehr gekonnt vorträgt.

    Als im März 2021 ein französisches Passagierflugzeug über den Wolken in ein Unwetter gerät, denkt sich zunächst niemand etwas dabei, weil alles gut ausgeht. Drei Monate später allerdings taucht plötzlich haargenau dasselbe Flugzeug mit genau denselben Passagieren noch einmal auf. Die Behörden sind ratlos und auch die Wissenschaftler sind sich uneinig, was passiert ist. Derweil müssen die 243 Passagiere damit klarkommen, dass es sie von nun an doppelt gibt.

    Das klingt nicht nur nach einem interessanten Szenario, sondern ist auch eines. Die Geschichte wirft mehrere interessante Fragen über das Bewusstsein und das Leben auf. Damit war es das meiner Meinung nach mit dem Lob und sehr viel mehr Tadel folgt. Die Geschichte dreht sich um zig unterschiedliche Charaktere und ihre Schicksale, die alle nichts miteinander verbindet, außer einer gemeinsamen Reise in einem Flugzeug, der keiner von ihnen eine größere Bedeutung zumisst. Im Roman wird eine Person nach der nächsten separat vorgestellt (ohne dass es wirklich einen Hauptprotagonisten gibt) und erst nach fast der Hälfte der Geschichte geschieht endlich das tatsächliche verbindende Ereignis. Wer denkt, dass es danach spannender und interessanter wird, irrt. Die meiste Zeit tritt die Handlung auf der Stelle, dreht sich immer um dieselben Sachen, springt hin und her, vor und zu. Es ist zwar amüsant, einen Besuch in Stephen Colberts Late Show mitzuerleben, oder wie ein Berufskiller mit der Doppelgänger-Situation umgeht, davon abgesehen, passiert jedoch wenig Überraschendes. Selbst die religiösen Ausschreitungen hatte ich genauso erwartet. Ebenso unbefriedigend ist das Ende. Aber das passt ja zu den wissenschaftlichen Erklärungsversuchen in der Romanmitte, die ebenfalls nicht mehr als Andeutungen und Überlegungsansätze sind (und vom US-Präsidenten nicht mal ganz begriffen werden). Bis zum Schluss weiß niemand genau, was das Ereignis ausgelöst hat oder welcher tieferer Sinn dahintersteckt.

    Daher kann ich den ganzen Trubel um das Buch nicht wirklich verstehen. Meines Erachtens nach wäre hier deutlich mehr drin gewesen.

    Tom Hazard leidet an einer seltenen Zellkrankheit, die ihn nur äußerst langsam altern lässt. Inzwischen ist er 439 Jahre hat und die meiste Zeit des Lebens überdrüssig. Er hat einfach zu viel erlebt und gesehen und glaubt nicht wirklich mehr daran, etwas Neues kennenzulernen. Verfolgt von seinen Erinnerungen und noch immer seiner ersten Liebe nachtrauernd, nimmt er in London den Posten als Geschichtslehrer an. Dort trifft er auf Camille und zum ersten Mal seit vierhundert Jahren scheint er sich tatsächlich wieder zu verlieben. Doch darf er das überhaupt zulassen? Normalerweise lebt er nach einem strengen Kodex, der Liebe nicht vorsieht und ihm alle acht Jahre eine neue Identität verschafft. Und so ist Tom vollkommen hin und her gerissen zwischen Vergangenheit und Zukunft und muss sich der Frage stellen, was im Leben das Leben ausmacht.
    Nachdem ich Matt Haigs „Die Mitternachtsbibliothek“ nur durchschnittlich fand, hatte ich keine großen Erwartungen an den Roman. Doch schon bald dämmerte mir, es hier mit einem unerwarteten Juwel von einer Geschichte, einer mitreißender Story voller Tragik, Mitgefühl und interessanter Anekdoten zu tun zu haben. Tom erzählt von William Shakespeare, Josephine Baker und allerlei anderen Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Und das ist längst nicht alles. Es ist ein Weilchen her, dass mich eine Geschichte dermaßen mitgerissen und mitfiebern lassen hat. Von mir aus hätte „Wie man die Zeit anhält“ gerne noch sehr viel länger sein können.