Beiträge von fictionmaster

    • Originaltitel : If It Bleeds
    • Gebundene Ausgabe : 560 Seiten
    • ISBN-10 : 3453273079
    • ISBN-13 : 978-3453273078
    • Herausgeber : Heyne Verlag (10. August 2020)


    ASIN/ISBN: 3453273079


    Über den Autor:

    „Carrie“, „The Shining“, „Misery“ – es gibt wohl nur wenige Leser oder Kinogänger, die nicht zumindest eine dieser drei Horrorgeschichten von Stephen King kennen. Einen internationalen Bestseller nach dem anderen legt der 1947 in Maine geborene Autor vor. Und nicht wenige davon wurden auch erfolgreich verfilmt. So spektakulär die Geschichten sind, so bürgerlich klingt Kings Werdegang. Nach Schule, Universität und früher Heirat arbeitete er zunächst als Englischlehrer. Seiner Passion fürs Schreiben ging er abends und am Wochenende nach, bis ihm der Erfolg seiner ersten großen Geschichte, „Carrie“, erlaubte, ausschließlich als Schriftsteller zu leben. Der Rest ist Legende. King hat drei Kinder und bereits mehrere Enkelkinder und lebt mit seiner Frau Tabitha in Maine und Florida.



    Inhaltsangabe:

    In der Vorweihnachtszeit richtet eine Paketbombe an einer Schule nahe Pittsburgh ein Massaker an. Kinder sterben. Holly Gibney verfolgt die furchtbaren Nachrichten im Fernsehen. Der Reporter vor Ort erinnert sie an den gestaltwandlerischen Outsider, den sie glaubt vor nicht allzu langer Zeit zur Strecke gebracht zu haben. Ist jene monströse, sich von Furcht nährende Kreatur wiedererwacht?

    Die titelgebende Geschichte »Blutige Nachrichten« – eine Stand-alone-Fortsetzung des Bestsellers »Der Outsider« – ist nur einer von vier Kurzromanen in Stephen Kings neuer Kollektion, die uns an so fürchterliche wie faszinierende Orte entführt. Mit einem Nachwort des Autors zur Entstehung jeder einzelnen Geschichte.




    Meine Kritik:

    Stephen King ist ein literarisches Multitalent und in praktisch allen Geschichtengattungen ein Meister. Nicht nur bei Romanen und Kurzgeschichten glänzt er, auch bei dem literarischen Mittelstück, den Novellen, brilliert er mühelos. Mit „Blutige Nachrichten“ liegt nun schon sein vierter Band mit Geschichten vor, die zu kurz für einen Roman und zu lang für eine Kurzgeschichte sind. Und erneut bewegt sich der König dabei auf recht hohem Niveau. Die titelgebende Geschichte ist das Highlight der Geschichtensammlung. Wir treffen wieder auf Holly Gibney, die wir bereits aus der „Mr. Mercedes“-Trilogie und aus „Der Outsider“ kennen. Dies ist Hollys erstes Soloabenteuer, aber natürlich tauchen etliche andere bekannte Figuren auf und/oder werden erwähnt. Daher empfiehlt es sich, unbedingt vorher die vier anderen Romane gelesen zu haben, um wirklich alle Anspielungen und Querverweise zu verstehen. Nach dieser Horror-Story stellt die Mystery-Geschichte „Mr. Harrigans Telefon“ meiner Meinung nach weiteres Juwel des Buches dar. In der Geschichte geht es um die Freundschaft eines alten Mannes mit einem Teenager, die auch nach dem Tod des alten Mannes nicht endet. Ebenfalls recht interessant ist „Ratte“, in der sich ein erfolgloser Schriftsteller auf einen verhängnisvollen Pakt einlässt. Sie ist eine solider Kurzthriller mit leicht unheimlichen Einflüssen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist „Chucks Leben“. Diese leicht philosophisch angehauchte Geschichte ist auf drei höchst unterschiedliche Akte aufgeteilt, die nur rudimentär miteinander zu tun haben. Dennoch war selbst dieser Exkurs interessant. Für King-Fans ist „Blutige Nachrichten“ sowieso ein Muss, aber auch Neueinsteiger dürften mit der Novellensammlung ihren Spaß haben. Jede der vier Geschichten ist eigenständig und funktioniert auch genauso. Außerdem macht sie wie üblich Appetit auf mehr.

    • Broschiert: 672 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (27. Juli 2020)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3764507268
    • ISBN-13: 978-3764507268
    • Originaltitel: The Sixth Wicked Child


    ASIN/ISBN: 3764507268




    Über den Autor:

    J.D. Barker hat bereits einen preisgekrönten Roman veröffentlicht, für den er hochgelobt wurde. »The Fourth Monkey: Geboren, um zu töten« war sein erster Thriller und der Beginn einer Serie um Detective Sam Porter. Barker lebt in Englewood, Florida, und in Pittsburgh, Pennsylvania.



    Inhaltsangabe:

    Wer sich in die dunklen Tiefen der Seele eines Serienkillers begibt, findet nie mehr zurück...

    Auf dem Friedhof von Chicago wird eine Frauenleiche entdeckt. Augen, Zunge und Ohren wurden entfernt und in kleinen Schachteln verpackt daneben gelegt. Kurz darauf tauchen weitere, ähnlich zugerichtete Opfer auf. Für die Polizei und das FBI ist klar, dass die Morde die Handschrift des immer noch flüchtigen Four Monkey Killers Anson Bishop tragen. Doch Detective Sam Porter glaubt nicht daran. Als Bishop sich stellt und betäuert unschuldig zu sein, fällt der Verdacht auf Sam Porter selbst - denn er hat kein Alibi, dafür aber ein verheerendes Geheimnis...



    Meine Kritik:

    Nach den dramatischen Ereignissen des zweiten Bandes steht Detective Sam Porter selbst unter Verdacht, der Fourth Monkey Killer zu sein. Um seine Unschuld zu beweisen, muss er weitere Gesetze übertreten und noch tiefer in die Welt des Wahnsinns abtauchen. Die Zeit arbeitet gegen ihn, denn mehrere Menschen werden im Osten der USA ermordet und entführt. Die Toten werden verstümmelt und Teile ihrer Organe in Pappschachteln daneben drapiert.

    Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt und hangelt sich von Cliffhanger zu Cliffhanger - praktisch an jedem Kapitelende gibt es einen. Diese Effekthascherei in bester Fitzek-Manier wirkt stellenweise etwas anstrengend. Dazu gibt es jede Menge Verwicklungen und man muss schon genau aufpassen, um da nicht den Überblick zu verlieren. Allerdings wird die Geschichte dabei auch immer abwegiger und verrückter/hanebüchener. Es geht um tückische Computerviren, eine mögliche Ebola-Epidemie, mordende Kinder und eine perfide Serienmörder-Jagd im besten Saw-Stil. Offenbar jede Figur spielt wissentlich oder unwissentlich ein falsches Spiel. Als wäre es dadurch nicht bereits verwirrend genug, gibt es genau wie im Vorgängerband zahlreiche Tagebucheinträge, die einen zusätzlichen Handlungsstrang in der Vergangenheit enthalten. Ob ich die Buchtrilogie weiterempfehlen würde, weiß ich nicht. Die Fourth-Monkey-Reihe war auf jeden Fall ein Rundumschlag auf den gesamten Bereich der Serienkiller-Thriller. Fans dieser Genres könnten mit der Geschichte durchaus ihren Spaß haben.

    • Taschenbuch: 520 Seiten
    • Verlag: Hannibal; Auflage: 2. Auflage (27. März 2017)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3854456301
    • ISBN-13: 978-3854456308
    • Originaltitel: Paul McCartney


    ASIN/ISBN: 3854456301



    Über den Autor:

    Peter Ames Carlin arbeitete viele Jahre als Chefreporter für das People Magazin und verfasste u.a. wichtige Bücher über Bruce Springsteen und die Beach Boys. Heute lebt er mit seiner Frau und drei Kindern in Portland, Oregon, wo er für den Kulturteil der Tageszeitung The Oregonian verantwortlich ist.



    Inhaltsangabe:

    Was für ein Leben! Mit den Beatles schrieb er Musikgeschichte und begeistert bis heute Millionen Fans. Paul McCartneys Leben ist geprägt von unzähligen Erfolgen, aber auch von Tragödien und Niederlagen. Der englische Musiker, Singer/Songwriter, Maler und Komponist wurde weltweit bekannt als Sänger und Bassist der Beatles, für die er neben John Lennon die meisten Stücke schrieb. Lennon/McCartney gelten als das erfolgreichste Komponistenduo in der Geschichte der Popmusik. Doch die Beatles waren nur ein Teil seiner musikalischen Karriere. Ob mit dem Projekt Wings in den Siebzigern, mit Duettpartnern wie Michael Jackson oder solo: McCartney etablierte sich im Laufe der Jahrzehnte als der erfolgreichste lebende Komponist des Pop. Sein legendäres Yesterday ist der meistgespielte Popsong aller Zeiten. Peter Ames Carlin macht sich in seiner McCartney-Biografie vor allem auf die Suche nach dem ehrgeizigen Musiker, der sich ab Mitte der Sechziger zunehmend für die Ideen der modernen Avantgarde begeisterte, mit modernen Aufnahmetechniken experimentierte und der eigentliche Motor hinter der innovativen Kraft der Beatles war. Darüber hinaus thematisiert er aber auch den politisch interessierten, sozial engagierten Weltbürger und vermittelt so ein vielschichtiges Bild, das sich von der sonst so präsenten Karikatur des süßen Beatle mit dem Schlafzimmerblick wohltuend abhebt. Dieses Jahr wird Paul McCartney 75, und er ist immer noch aktiv wie eh und je ob live auf den Bühnen der Welt, in Aufnahmestudios oder bei seinem sozialen Engagement. All das berücksichtig die aktualisierte und erweiterte Neuauflage von Carlins facettenreichem Porträt.



    Meine Kritik:

    Nachdem ich bereits mehrere Biographien über die Beatles und auch über John Lennon gesehen und gelesen hatte, war ich der Meinung, mindestens über die Zeit der Fab Four ganz gut Bescheid zu wissen. Dadurch, dass der Autor allerdings viele kleine Anekdoten in seine Bio mit einfließen ließ, enthält das Buch auch für mich als Beatles-Fan einiges Neues. Vor allem auch einiges, das bei reinen Musik-Bios gerne mal unter den Tisch fallengelassen wird. Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich allerdings, dass John Lennon in dem Buch nicht besonders gut wegkam und öfters als aggressiver Psycho dargestellt wurde. Das kannte ich so aus anderen Biografien bisher nicht. Nicht in dieser extremen Form.

    Aber in Peter Ames Carlins Bio über Macca ist eh ziemlich subjektiv. An mehreren Stellen hatte ich das Gefühl, dass der Autor sich sehr auf die Seite seines Helden stellt und dessen unschöneren Taten und Züge verteidigt und relativiert. Das Buch ist auch nicht für Anfänger auf dem Beatles-Sektor geeignet, da es etliches an Grundwissen voraussetzt und auf bestimmte Ereignisse lediglich am Rande eingeht. Warum und von wem John Lennon ermordet wurde, wird zum Beispiel mit keiner einzigen Silbe erwähnt. Auch andere wichtige Details fehlen oder sind lediglich eine kurze Notiz wert.

    Als Pflichtlektüre und ein Muss für alle Beatles-Fans, wie es die New York Post es beschreibt, würde ich diese Biographie daher nicht bezeichnen. Nichtsdestotrotz liefert sie einen interessanten Einblick über das Leben McCartneys – vor allem über die Zeit nach den Fab Four. Ich war erstaunt und beeindruckt davon, wieviel Macca über all die Jahrzehnte gemacht und erschaffen hat.

    Nachdem am Ende vom Vorgängerband „Ehrenschuld“ ein japanischer Pilot sein Flugzeug direkt ins Kapitol steuerte und damit einen Großteil der amerikanischen Regierung auslöscht, wird der Vize Jack Ryan zum Präsident der Vereinigten Staaten erklärt. Nach diesen dramatischen Ereignissen fällt der Anfang des unmittelbar danach spielenden „Befehls von Oben“ erheblich packender als der vorherige Roman aus. Eigentlich sogar packender als alle anderen bisherigen Ryan-Romane. Wir begleiten Jack dabei, wie er sich in seinem neuen Amt vortastet und zurechtfindet. Das ist interessant und spannend. Ebenso wie er mit ersten innen- und außenpolitischen Problemen umgeht. Ein schöner Gedanke ist, dass Ryan die Chance seiner Präsidentschaft nutzt, um sämtliche Ministerien und Gesetze zu optimieren, damit endlich viele fehlerhaften Sachen rund laufen. Zweifellos in dem Maße, wie Tom Clancy es gerne gehabt hätte. Allerdings bleibt Ryans Motivation für dieses hartnäckige Unterfangen fast komplett im Dunkeln. Mehrmals wirkt es so, als hätte er diesen Optimierungskampf mal eben so aus dem Hut gezaubert. Dass er damit nicht nur auf Gegenliebe stößt, liegt auf der Hand.

    Natürlich hat Jack Ryan auch mit „richtigen“ Krisen zu kämpfen. Eine iranische Terrororganisation schmuggelt Ebola-Bakterien in die USA und verbreitet sie über mehrere Großstädte. Die daraus resultierenden Maßnahmen erinnern stellenweise frappierend jenen, die wir 2020 im Zuge der Corona-Epidemie erlebt haben. Nur, dass der „Befehl von oben“ bereits 24 Jahre davor erschien. Ein weiterer Krisenherd für den Oberbefehlshaber ist, dass China und Taiwan gewaltig mit den Säbeln rasseln. Der Präsident und sein Team haben daher haufenweise Arbeit zu bewältigen und kämpfen an mehreren Fronten gleichzeitig.

    Schön fand ich, dass im Roman kurz auf Clarks Solo-Einsatz in „Gnadenlos“ eingegangen wird und auch die Ereignisse der „Jagd auf Roter Oktober“ eine Rolle spielen. Ganz nebenbei erfahren wir, dass Marko Ramius mittlerweile unter dem Namen Mark Ramsey in Jacksonville arbeitet.

    Der achte Ryan-Roman ist der bislang beste. Diesmal gab es nicht so viel theoretisches Blabla, sondern haufenweise Aktives. Es passiert viel, es wird viel getan. Genauso, wie es in einem guten Roman sein soll. Ich bin gespannt, ob Clancy dieses hohe Level in den nächsten Bänden „Operation Rainbow“ und „Im Zeichen des Drachen“ halten kann.

    • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
    • Verlag: Piper; Auflage: 1. (6. April 2020)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3492070310
    • ISBN-13: 978-3492070317


    ASIN/ISBN: 3492070310


    Biografie:

    Alexander von Schönburg, Jahrgang 1969, war u. a. Redakteur der «FAZ» und Chefredakteur von «Park Avenue», seit 2009 ist er Mitglied der «Bild»-Chefredaktion. Seine Bücher «Die Kunst des stilvollen Verarmens» (2005), «Das Lexikon der überflüssigen Dinge» (2006), «Alles, was Sie schon immer über Könige wissen wollten, aber nie zu fragen wagten» (2008) und «Smalltalk» (2015) waren Bestseller. Alexander von Schönburg lebt mit seiner Familie in Berlin.



    Inhaltsangabe:

    Bedeutet ein umweltfreundlicher Lebensstil wirklich vor allem Verzicht und freudlose Anstrengung? Alexander von Schönburg ist überzeugt: Es muss möglich sein, angenehm und doch halbwegs klimaneutral und ressourcenschonend zu leben – wenn wir den inneren Öko-Schweinehund besiegen und uns beim Reisen, Essen und Shoppen auf das Wesentliche beschränken. Wie wir stillosem Konsum bewusstes Genießen entgegensetzen können, zeigt er unterhaltsam und selbstironisch in diesem Buch.



    Meine Kritik:

    In dem Sachbuch geht der Autor der durchaus vielversprechenden Frage nach, ob ein umweltfreundlicher Lebensstil wirklich vor allem Verzicht und freudlose Anstrengung bedeutet. In zehn Kapiteln durchleuchtet er dann Kategorien wie "Essen", "Reisen", "Klamotten" und "Sport". Zugegeben, manche geschichtliche Zusammenfassung und Infos grüne skandinavische Stadtplanungen waren recht interessant. Dennoch barg das gut zweihundert Seiten starke Werk nicht wirklich viel Neues. Dass wir weniger Fleisch essen und Plastikmüll so weit wie möglich vermeiden sollen, wusste ich auch schon vorher. Manche Kapitel wie "Wohnen", wo er Einrichtungstipps (!) gibt, oder das über Haustiere (Hunde sind schlecht, Katzen sind besser, aber am besten sind Pferde) haben mich nur zum Stirnrunzeln gebracht. So war es letzten Endes leider kein Ratgeber, wie man stilvoll den Planeten rettet, sondern bloß eine subjektive Abhandlung bereits bekannter Sachen. Schade, da hatte ich mir irgendwie mehr erhofft.

    • Gebundene Ausgabe: 928 Seiten
    • Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf (1. November 2016)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3862655857
    • ISBN-13: 978-3862655854


    ASIN/ISBN: 3862655857



    Über den Autor (von FluxFM) :

    1982 – im selben Jahr, als Die Ärzte beschließen, Musik zu machen – entscheidet sich Stefan Üblacker, auf die Welt zu kommen. Sein Leben verläuft ruhig bis zu dem Tag, an dem er auf VIVA das Video zu Ein Song namens Schunder sieht und Stefan Üblacker dadurch eine Lebensaufgabe findet. 1998 startet er seine Fanpage über Die Ärzte aus Berlin (aus Berlin!) und dokumentiert alles über das Bandleben.



    Inhaltsangabe:

    die ärzte aus Berlin (aus Berlin!) sind ein Phänomen. Seit über 34 Jahren kümmern sie sich um den Rock und haben sich dabei von einer kleinen Berliner Szene-Band zu einer gesamtdeutschen Institution hochgearbeitet. Es gibt wohl kaum einen, der nicht schon mal etwas von BelaFarinRod gehört hat und nicht mindestens einen ihrer Songs kennt.
    DAS BUCH Ä widmet sich der besten Band der Welt in aller Ausführlichkeit. Von den frühen Anfängen bis heute wird darin nicht nur die Karriere der die ärzte, sondern zugleich auch der Zeitgeist und historische Kontext ihres Schaffens beleuchtet. Verfasst wurde es von Stefan Üblacker, der die Band schon seit mehr als 15 Jahren begleitet und Zugang zu ihren Archiven bekam.
    Auf über 800 Seiten wird nun die ganze Geschichte erzählt. Zahlreiche Abbildungen ergänzen den Text.



    Meine Kritik:

    Seit meiner Kindheit war die Musik der Die Ärzte ein treuer Begleiter. Im Ferienlager hatten mich „Radio Brennt“ und „Zu spät“ tief beeindruckt. In meiner Jugend dann besaßen die drei Jungs immer das gewisse Händchen für die Gratwanderung zwischen Ernst und Unsinn. Mit vielen Liedern drückten sie das aus, was mir ebenfalls auf der Seele brannte. Bis zum Album „Jazz ist anders“ habe ich den Werdegang „der besten Band der Welt“ begleitet, danach schien irgendwie auf beiden Seiten die Luft raus zu sein. Auch die späteren Solo-Arbeiten hatten mich nicht mehr so überzeugt wie die Solo-Debüts von Farin und Bela. Dennoch habe ich die Arbeit der Jungs nie völlig aus den Augen (und Ohren) verloren und mich sehr gefreut, dass es 2020 wieder neue und sehr gut klingende Lebenszeichen gab.

    Vielleicht ist auch das ein Grund dafür, weshalb ich neugierig auf das „Buch Ä“ war. Ich wollte noch einmal in den DÄ-Kosmos abtauchen und mehr über den Werdegang der Band erfahren. Dafür taugt die offizielle Bandbiographie von Stefan Üblacker definitiv. Die ersten Treffen zwischen Dirk und Jan werden geschildert, wie es zu den ersten gemeinsamen Aufnahmen und wie sich die beeindruckende Karriere der Die Ärzte entwickelt. Dazwischen gibt es immer wieder kleine Anekdoten von Konzerten und zwischendurch, zu denen neben der Band auch zahlreiche Wegbegleiter zu Wort kommen. Gut die Hälfte der Infos im „Buch Ä“ kannte ich als langjähriger DÄ-Hörer bereits, dennoch wurden manche Sachen durch die hier dazugekommenen Fakten in ein ganz anderes Licht getaucht. Neben all den Erfolgsgeschichten dürften die weniger schöne Dinge ebenso nicht fehlen: Streits hinter den Kulissen werden genauso thematisiert wie der lang angehaltene Zwist mit den Toten Hosen. Das Einzige, was in der über siebenhundert Seiten starken Bandbiografie fast komplett fehlt, sind private Details. An einer Stelle wird kurz darauf eingegangen, dass Bela auf einem Soloalbum ein Schlaflied für seinen damals ein Jahr alten Sohn gesungen hat, weitere Details dazu gibt es nicht. Über etwaige Ehefrauen wird gar nichts erwähnt, selbst die vereinzelt am Rand erwähnten Freundinnen bleiben namenlos. Zumindest ein paar grobe Randinformationen wären nett gewesen.

    Stefan Üblackers Schreibstil ist solide, aber nicht herausragend. An manchen Stellen wiederholt er sich, aber das sei ihm bei diesem Mammutwerk gerne verziehen. Man spürt deutlich, dass er viel recherchiert hat und mit Herzblut bei der Sache war. Für jeden, der sich für „die beste Band der Welt“ interessiert oder an der Musik der 1980er bis 2010er Jahre interessiert ist, ist das „Buch Ä“ ein höchst informatives Nachschlagewerk, ein Quell zahlloser Infos, bei dem der Humor ebenfalls nicht zu kurz kommt.

    Nach seinem Ausstieg bei der CIA ist Jack Ryan Privatmann und möchte eigentlich nur das Golfspiel mit einem Freund genießen. Doch ein dringender Anruf beordert ihn ins Weiße Haus. Der Präsident persönlich bittet Jack, als Nationaler Sicherheitsberater zurückzukehren. Jack sagt zu und tut das keine Sekunde zu früh. Japan unternimmt zuerst einen Angriff auf die amerikanische Börse und besetzt anschließend die Marianeninseln im Westpazifik. Die Lage spitzt sich merklich zu. Weder die Geheimmission von Clark und Chavez in Asien noch Jacks Intervenierungsversuche bewirken etwas. Schon bald befinden sich beide Nationen im Krieg und drohen mit dem Einsatz von Atombomben.

    Der siebente Clancy-Roman ist sehr gut recherchiert, was die historischen und geopolitischen Zusammenhänge betrifft. Er liefert ein durchaus glaubhaftes Szenario, das sich so tatsächlich abspielen könnte. Aber wie schon bei früheren Büchern des Autors, ist die Geschichte dermaßen weitläufig erzählt, dass die Spannung die meiste Zeit auf der Strecke bleibt. Vor allem im ersten Drittel, in dem selbst unser Held Jack Ryan nur eine Figur unter vielen ist. Das dramatische Zuspitzen der Ereignisse zum Ende hin sorgt zwar für etwas Nervenkitzel, verhindern jedoch nicht, dass große Teile der Geschichte eine recht zähle Angelegenheit sind.

    Eigentlich möchte Philipp gerne als Komiker durchstarten. Doch bei drei Kindern und einer karriereverliebten Ehefrau ist das ziemlich unmöglich. Vor allem wenn man selbst sein Leben ständig zurückstellt, um für die andere da zu sein. Nachdem er aber mitten in seinem eigenen Bühnenauftritt flüchtet, weil ihn sein Sohn gerne bei sich zuhause hätte, kommt Philipp ins Grübeln. Für ihn steht fest, dass er etwas ändern muss. Nur was? Die Paartherapie bringt nicht den gewünschten Erfolg und seine Agentin steht kurz davor, ihn zu feuern. Und dann erhält er auf einmal eine große Chance, mit seiner Karriere voranzukommen.

    Der „Superdaddy“ von Sören Sieg entpuppte sich als überraschend gute Gesellschaftssatire. Es war nicht nur ein weiteres Lustigbuch, sondern schilderte die Bredouille des heutigen Mannes an mehreren Beispielen. Natürlich kommt der Humor trotzdem nicht zu kurz. So ist es eine kurzweilige Dramedy, mit der man nicht viel falsch machen kann.

    Nachdem das zehnjährige afroamerikanische Mädchen Tonya brutal vergewaltigt wurde, deren dreht Vater Vater Carl Lee durch und knallt die beiden weißen Täter vor dem Gerichtssaal ab. Es klingt nach einer Affekthandlung, aber Carl Lee hatte die Tat Tage vorher seinem Anwalt Jake Brigance gestanden. Dieser muss nun versuchen, vor Gericht für dessen Freiheit zu kämpfen. Was gar nicht so einfach ist: Der Ku-Klux-Klan warnt ihn zuerst und versucht anschließend mehrmals, Jake und seine Familie zu ermorden. Schließlich muss sogar die Nationalgarde anrücken, um in der Kleinstadt Clanton in Mississippi für Ordnung zu sorgen. Auch vor Gericht wird Jake mit unzähligen Problemen konfrontiert.

    Die ersten Kapitel, in denen das Verbrechen an Tonya geschildert wurde, waren nur schwer zu ertragen. Als Vater kann ich Carl Lee durchaus verstehen und habe umso mehr auf einen Freispruch für ihn gehofft. Den Anwalt Jake Brigance vor Gericht zu begleiten, war sehr interessant und zu keiner Zeit langweilig. John Grisham ist mit seinem Debütroman ein sehr bemerkenswertes Werk gelungen, das auch nach über dreißig Jahren nichts von seiner Brisanz eingebüßt hat.

    Die 1980er Jahre waren ein legendäres Jahrzehnt. Heute im Rückblick sogar noch mehr als früher. Was also liegt näher, ein wenig in Nostalgie und Erinnerungen zu schwelgen, dürften sich die die Autoren Stefan Bonner und Anne Weiss überlegt und alles zusammengekramt haben, was sie aus den Achtzigern noch wussten. Mehr allerdings nicht. Das Buch enthält keine Handlung, sondern lediglich Aufzählungen all der Sachen, die "wir tollen Kassettenkinder" in den Achtzigern taten und besaßen. Ständig hofft man auf witzige Anekdoten, aber selbst die sucht man vergebens. Stattdessen folgt eine Erklärung über die damalige Zeit nach der nächsten. Wir erfahren von LiveAid, was Mixtapes und der C64 sind und wie man früher jeden Samstagabend als Familie gemeinsam vor dem Fernseher saß, um Unterhaltungsshows zu schauen.

    Das ringt einen das eine oder andere verzückte Schmunzeln ab, ist ansonsten aber lediglich nett. Und nett allein reicht nicht.

    Neal Carey verspürt wenig Lust, die drogensüchtige Tochter eines Senators zu suchen, reist aber trotzdem dafür nach London. Nach ersten Rückschlägen findet er eine Spur und freundet sich mit Punkern und Drogendealern an, in deren Kreisen das Mädchen verkehrt. Um sie aus dem Teufelskreis herauszuholen, überlegt er sich einen riskanten Coup. Der natürlich nicht ganz so reibungslos wie erhofft abläuft. Obwohl die Handlung nicht ganz 400 Seiten umfasst und etliche beeindruckend kurze Kapitel und Dialoge besitzt, lief die Geschichte an mehreren Stellen etwas im Leerlauf. Man findet bereits die Ansätze der Höchstleistungen, zu denen Don Winslow später auflaufen wird, aber bei diesem Anfang der Neunziger verfassten Krimi spürt man deutlich, dass es sich um ein Frühwerk des Autors handelt. Die Geschichte ist nett und ausbaufähig. Mit den Charakteren wurde ich nicht wirklich warm. Dennoch werde ich bei Gelegenheit auch in Neal Careys zweitem von insgesamt fünf Fällen „China Girl“ reinlesen.

    Boone Daniels ist so was wie der Dude unter den kalifornischen Detektiven. Nachdem er seine Arbeit bei der Polizei hingeschmissen hat, verbringt er ein Großteil seiner Zeit am Strand. Surfen scheint für ihn das Maß der Dinge zu sein. Da man vom Wellenreiten allerdings keine Miete bezahlen kann, nimmt er dann und wann Aufträge als Privatdetektiv an. Er wird gebeten, eine Frau ausfindig zu machen, die in Kürze vor Gericht gegen einen potentiellen Brandstifter aussagen soll und seit einigen Tagen wie vom Erdboden verschluckt erscheint. Zunächst verspürt Boone dazu wenig Lust, ein Blick in seine leere Brieftasche bringt aber schnell auf andere Gedanken. Das Problem an dem relativ simpel aussehenden Fall ist jedoch, dass er bei näherer Betrachtung gar nicht mehr so simpel ist. Es dauert nicht lang und Boones Leben schwebt in Gefahr.

    Der erste Krimi um den Surfer Boone Daniels steckt voller ebenso skurriler wie interessanter Charaktere. Der Fall, in den Boone verwickelt wird, ist kompliziert und hält jede Menge Wendungen parat. Hinzu kommt Don Winslows geschliffen scharfe, coole Erzählweise. Da ist kein Wort zu viel. Gute Unterhaltung für Zwischendurch.

    Unterwegs zu seinem Segelboot nimmt der ehemalige US-Marine John Kelly die Anhalterin Pamela mit und verliebt sich in sie. Als sie ihm ihre Vergangenheit als drogensüchtige Prostituierte offenbart, möchte er ihr helfen, den Drogenring zu sprengen. Leider geht dabei etwas schief und Pam stirbt. Daraufhin sieht John Kelly rot und nimmt sich der Sache im Alleingang an. Parallel dazu erhält er den Geheimauftrag, einige amerikanische Geiseln aus einem nordvietnamesischen Gefangenenlager zu befreien. Über zu wenig Beschäftigung kann sich Kelly also nicht beklagen.

    Der sechste Jack-Ryan-Band ist eigentlich der erste der Reihe, weil die Handlung in 1973 spielt und es gar nicht um Jack Ryan, sondern dessen Vater Detective Emmet Ryan (in einer Nebenrolle) und (vorrangig) um John Clark geht, der vor seiner Zeit bei der CIA noch John Kelly hieß. Um ihn zu rekrutieren, dürfen auch Personen wie James Greer und Robert Ritter nicht fehlen. Beides Namen, die man bereits aus anderen Romanen aus dem Ryan-Universum kennt.

    Leider plagt „Gnadenlos“ dasselbe Leiden, unter dem auch viele andere Tom-Clancy-Romane leiden: Die Geschichte ist mal wieder viel zu weitläufig erzählt. Ein Großteil der Vietnam-Erinnerungen und – Aktivitäten tragen nicht wirklich zur Handlung bei (zum Beispiel die über Zacharias und Nikolay Grishanov). Selbst zum Ende hin zieht sich die Handlung und lässt auf jede actionreiche Handlung haufenweise ausbremsendes Blabla folgen. Daher würde ich diesen Band nicht unbedingt zu den Clancy-Highlights zählen.


    511CDQARXVL._SX327_BO1,204,203,200_.jpg

    • Taschenbuch: 250 Seiten
    • Verlag: Luzifer-Verlag (11. Dezember 2014)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3958350143
    • ISBN-13: 978-3958350144
    • Originaltitel: A Necessary End


    Über die Autoren:

    Sarah Pinborough ist eine preisgekrönte Autorin von Horror-, Krimi-, und Jugendliteratur. Sie hat für die BBC-Serie New Tricks geschrieben und entwickelt zur Zeit Stoffe für einen Horrorfilm und eine neue Fernsehserie. Sie lebt und arbeitet in London. F. Paul Wilson ist Autor von über 50 Romanen verschiedener Genres, die in 24 Sprachen übersetzt wurden und unter anderem in den Bestsellerlisten der New York Times platziert waren.



    Inhaltsangabe:

    Das Leben kam einst aus Afrika ... doch jetzt ist es der Tod.
    Es verbreitet sich wie eine Seuche, doch es ist keine Krankheit. Medizin und Forschung sind hilflos gegen die tödliche Reaktion unseres Immunsystems auf den Biss einer afrikanischen Fliegenart. Milliarden Menschen sind bereits tot, und noch viele mehr werden sterben. Weltweit stürzen Regierungen, die Zivilisation bröckelt, und die Überlebenden haben panische Angst vor dem Tod aus der Luft.
    Manche halten die neue Insektenart für eine zufällige Mutation, andere sagen, sie sei von Menschenhand erschaffen worden. Doch als die Hoffnung schwindet, rechtzeitig ein Gegenmittel zu finden, glauben die Meisten nur noch an Gottes Rache. Einst sandte er die Sintflut als Strafe für die Menschheit, nun verdunkelt er den Himmel mit tödlichen Fliegen. Und vielleicht ist an dieser Theorie sogar etwas dran, denn viele der Opfer berichten in ihren letzten Atemzügen von einer Vision Gottes.
    Aber nicht jeder muss sterben. Einige Menschen scheinen immun zu sein. Sie nennen sich selbst die Mungus und predigen, die Plage als gottgegeben hinzunehmen. Sie ermutigen die Menschen, sich von den "Fliegen des Herrn" beißen zu lassen, um mit IHM im Jenseits vereint zu sein.
    Nigel, ein Enthüllungsjournalist, sucht derweil im apokalyptischen Chaos des seuchenzerfressenen England nach Bandora, einem entführten afrikanischen Jungen. Die Suche nach der Wahrheit und seiner eigenen Erlösung treibt ihn fort von den unerträglichen Zuständen seines Privatlebens, direkt in die Arme des Hohepriesters der Mungu, eines Mannes, der seine Prophezeiungen in Rätsel verpackt und keinerlei Angst vor den tödlichen Fliegen hat.



    Meine Kritik:

    Das Ende der Welt steht kurz bevor. Eine gewaltige Fliegenplage hat nahezu sämtliche Menschen mit einer tödlichen Seuche infiziert. Die wenigen noch nicht Vergifteten versuchen auf verschiedene Weisen mit der Plage umzugehen. Journalist Nigel recherchiert nach den Ursache, um so möglicherweise an ein Heilmittel zu gelangen. Seine Frau Abby hingegen sieht im Ende der Welt eine Strafe Gottes und freut sich auf das Wiedersehen mit ihrem Schöpfer. Und dann ist da noch Familienvater Henry, der nach dem Tod seiner Tochter und seiner Frau schier wahnsinnig vor Schmerz ist und nichts mehr mit seinem Leben anzufangen weiß. Sein Part nimmt den kleinsten Teil der Handlung ein. Und ist prinzipiell auch der unwichtigste. Hauptsächlich dreht sich die Geschichte um Nigel und Abby, ihre Eheprobleme und wie sie aus der Entfernung besser miteinander zurechtkommen. Sie als Leser dabei zu begleiten, ist interessant und abwechslungsreich. Der Roman ist sehr leicht geschrieben, weshalb man sehr schnell in die Handlung reinkommt. Dennoch berührt die Story nicht sonderlich und kratzt bis zu seinem etwas philosophisch angehauchten Ende lediglich an der Oberfläche. Daher ist es alles in allem eine nette, nicht belastende Unterhaltung für Zwischendurch.

    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: Festa Verlag; Auflage: 1 (1. Mai 2013)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3865522300
    • ISBN-13: 978-3865522306
    • Originaltitel: Hard as Nails


    ASIN/ISBN: 3865522300


    Über den Autor:

    Dan Simmons wurde 1948 in Illinois geboren. Nach dem Studium arbeitete er einige Jahre als Englischlehrer, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Simmons ist heute einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. Seine Romane »Terror«, »Die Hyperion-Gesänge« und »Endymion« wurden zu internationalen Bestsellern, die Verfilmung von »Terror« ist eine der erfolgreichsten TV-Serien unserer Zeit. Der Autor lebt mit seiner Familie in Colorado.



    Inhaltsangabe:

    Privatschnüffler Joe Kurtz gerät immer tiefer zwischen die Fronten der verfeindeten Mafia-Clans in Buffalo. Als ein Unbekannter auf ihn und seine Bewährungshelferin schießt, wird die Sache persönlich.

    Ironischerweise schwören sowohl Toma Gonzaga als auch die schlüpfrige Angelina Farino, nichts mit dem Attentat zu tun zu haben. Joe kommt der Wahrheit bei einer waghalsigen Klettertour in den Ruinen eines alten Vergnügungsparks auf die Spur. Und auf wen hat es eigentlich der Däne, ein gefährlicher Kopfgeldjäger aus Kurtz’ Vergangenheit, abgesehen?

    Der rasante Abschluss der Joe-Kurtz-Trilogie. Ein Hardboiled-Thriller vom Feinsten.



    Meine Kritik:

    Im dritten Band überlebt Privatdetektiv Joe Kurtz nur knapp einen Anschlag auf sein Leben. Mit einer Kopfverletzung erwacht er im Krankenhaus und erfährt, dass neben ihm auch seine Bewährungshelferin niedergeschossen wurde. Die Frau liegt im Koma und Kurtz wird verdächtigt, sie im Streit zu ermorden versucht zu haben. Logisch, dass er sich da recht bald aus dem Krankenhaus verkrümelt und eigene Ermittlungen anstellt. Dabei bekommt er es mit alten Bekannten wie Angelina Farina, Toma Gonzaga und dem Dänen zu tun. Jeder von ihnen könnte hinter dem Mordanschlag stecken. Vielleicht aber auch jemand ganz anderes.

    Lange Zeit hat Joe keine Ahnung, was wie zusammenhängt und auch als Leser kann man nur Mutmaßungen anstellen.

    Wirklich spannend oder bedrohlich mutete der Text allerdings zu keiner Zeit an. Es war einfach ein „Joe Kurtz on tour“ wie schon in den vorherigen Bänden. Dass man auch diesmal kaum was über Joes Innenleben erfährt, verwundert da wenig. Überrascht war ich allerdings über das etwas offene Ende am Abschluss dieser Trilogie. Hier hätte Autor Dan Simmons problemlos noch weitere Bände hinterherschießen können. Eventuell passiert das ja sogar irgendwann noch …

    • Taschenbuch: 368 Seiten
    • Verlag: Ullstein Taschenbuch; Auflage: 2. (15. Mai 2020)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3548064140
    • ISBN-13: 978-3548064147
    • Originaltitel: The Eyes of Darkness


    ASIN/ISBN: 3548064140



    Über den Autor:

    Dean Koontz glaubte an sich, auch als er noch kein erfolgreicher Schriftsteller war. Aber nicht nur er, auch seine Frau Gerda war von seinem Können überzeugt. Daher bot sie ihm an, für fünf Jahre allein den Unterhalt zu verdienen. Binnen dieser Zeit sollte er mit dem Schreiben ausreichende Einnahmen erzielen können – oder aber seinen Kindheitstraum an den Nagel hängen, so die Vereinbarung. Koontz musste diese Frist aber gar nicht ausschöpfen, der Erfolg kam schneller, und bis heute hat er insgesamt sagenhafte 400 Millionen Exemplare seiner Romane verkauft. Geboren wurde Koontz 1945 in Pennsylvania. Er arbeitete zunächst als Englischlehrer und schrieb nur am Wochenende und in den Abendstunden – bis das Angebot seiner Frau kam. Heute leben die beiden in Kalifornien.



    Inhaltsangabe:

    Die Augen der Finsternis von Bestsellerautor Dean Koontz ist ein packender Thriller um die Suche einer Mutter nach ihrem Sohn – eine Reise, die eine tödliche Bedrohung für die ganze Welt offenbart.
    Ein Jahr ist vergangen, seit Tina Evans ihren Sohn Danny bei einem tragischen Unfall verloren hat. Als sie eines Morgens sein altes Kinderzimmer betritt, wartet an Dannys Kreidetafel eine Nachricht auf sie: NICHT TOT. Hat sich jemand einen makaberen Scherz erlaubt? Oder steckt ein anderer, ein unheimlicherer Grund dahinter? Die Suche nach der Antwort führt Tina von Las Vegas' hell erleuchteten Straßen durch staubige Wüsten bis zu den schneebedeckten Bergen der Sierra Nevada. Dabei stößt sie auf eine schreckliche Wahrheit, die das Leben aller bedroht – das Leben jedes Mannes, jeder Frau und jedes Kindes.


    Meine Kritik:

    Innerhalb eines Jahres hat das ehemalige Showgirl Tina Evans ihren Mann durch eine Scheidung und ihren Sohn Danny durch einen tödlichen Autounfall verloren. Oder zumindest glaubt sie, dass dem Jungen das passiert ist. Deshalb kann sie anfangs auch gar nicht glauben, dass ihr jemand die mysteriöse Botschaft "Nicht tot" hinterlässt. Schließlich fragt sie sich aber doch, ob nicht mehr dahintersteckt. Ist es Danny, der sie irgendwie zu kontaktieren versucht? Zusammen mit ihrem neuen Freund Elliot Stryker beginnt Tina nachzuforschen und gerät in ein Abenteuer, das einerseits einfältig, andererseits klischeehaft ist. Der Besuch der zwei Anzugträger bei Elliot ist ein gutes Beispiel dafür. Natürlich stammen die Typen von einer geheimen Regierungsorganisation und natürlich sind sie gekommen, um ihn zu töten. Und natürlich schaffen sie es nicht, weil Elliot dank seiner früheren Spezialausbildung beim Militär den Braten schon zehn Meilen gegen den Wind riecht. Dass die erwachsene Tina regelrecht Angst vor den Horror-Comics ihres zehnjährigen Sohns hat, wirkt ebenso unfreiwillig komisch wie Trash-Grusel-Umschreibungen á là „Die wurmstichigen roten Augen des Todes“. Hinzukommen zahlreiche hanebüchene Wendungen, wie das Einschalten eines Hypnotiseurs, um sich so auf übernatürlichem Wege die dringend benötige Reiseroute erklären zu lassen.

    Einen Großteil der Kritikpunkte verzeiht man aber leicht, wenn man weiß, dass Dean Koontz die Geschichte bereits 1981 unter dem Pseudonym Leigh Nichols veröffentlicht hat. Damals las und schrieb man einfach für einen anderen Markt. In Deutschland erschien der Roman zuerst 1988 mit dem Titel „Die Augen der Dunkelheit“. Dieses Jahr erhielt das Buch noch einmal neue Aufmerksamkeit, weil darin am Ende ein zu 100% tödliches Virus namens Wuhan400 erwähnt wird, das sämtliche autonomen Körperfunktionen zerstört. Zu einem Must-Read macht diese Referenz die recht dröge Geschichte allerdings nicht.

    Anfang der Neunziger Jahre gehört der Kalte Krieg der Vergangenheit an und die ehemaligen Kontrahenten Russland und USA versuchen, sich in einer neuen Weltordnung zurechtzufinden. Doch als im israelischen Grenzgebiet ein atomarer Blindgänger gefunden wird, beginnt unbemerkt von den Weltmächten ein perfider Countdown zu ticken, der buchstäblich das Ende der Welt bedeuten könnte. Zunächst jedoch plagt sich der stellvertretende CIA-Direktor Jack Ryan mit einer Reihe interner Machtkämpfe. Mehrere Leute wollen ihn aus seinem Job entfernen und schrecken dabei nicht mal vor Schmutzkampagnen zurück. Was zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt kommt, da Jack derzeit jede Menge private Probleme plagen. Bei diesem Hintergrund werden der parallel dazu stattfindende Umbau der israelischen Atombombe und die daraus resultierenden Anschlagspläne in den USA beinahe zur Nebensache. Kaum, dass die privaten Probleme ausgestanden sind, spitzt es sich auf einmal militärisch und politisch mächtig zu. Interessant dabei fand ich, dass die Informationen zu den dramatischen Ereignissen nur spärlich offenbart wurden und ich - genau wie die Protagonisten – dadurch lange Zeit nicht genau wusste, was überhaupt gespielt wurde. Das machte die nun schon beinahe dreißig Jahre alte Geschichte gleich noch interessanter.

    Die Hörbuchfassung wird - wie auch alle vorherigen Bände der Reihe - sehr stimmig von Frank Arnold gelesen.

    Anfang der Neunziger Jahre gehört der Kalte Krieg der Vergangenheit an und die ehemaligen Kontrahenten Russland und USA versuchen, sich in einer neuen Weltordnung zurechtzufinden. Doch als im israelischen Grenzgebiet ein atomarer Blindgänger gefunden wird, beginnt unbemerkt von den Weltmächten ein perfider Countdown zu ticken, der buchstäblich das Ende der Welt bedeuten könnte. Zunächst jedoch plagt sich der stellvertretende CIA-Direktor Jack Ryan mit einer Reihe interner Machtkämpfe. Mehrere Leute wollen ihn aus seinem Job entfernen und schrecken dabei nicht mal vor Schmutzkampagnen zurück. Was zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt kommt, da Jack derzeit jede Menge private Probleme plagen. Bei diesem Hintergrund werden der parallel dazu stattfindende Umbau der israelischen Atombombe und die daraus resultierenden Anschlagspläne in den USA beinahe zur Nebensache. Kaum, dass die privaten Probleme ausgestanden sind, spitzt es sich auf einmal militärisch und politisch mächtig zu. Interessant dabei fand ich, dass die Informationen zu den dramatischen Ereignissen nur spärlich offenbart wurden und ich - genau wie die Protagonisten – dadurch lange Zeit nicht genau wusste, was überhaupt gespielt wurde. Das machte die nun schon beinahe dreißig Jahre alte Geschichte gleich noch interessanter.

    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: Festa; Auflage: 1 (15. März 2013)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3865522262
    • ISBN-13: 978-3865522269
    • Originaltitel: Hardfreeze


    ASIN/ISBN: 3865522262


    Über den Autor:

    Dan Simmons wurde 1948 in Illinois geboren. Nach dem Studium arbeitete er einige Jahre als Englischlehrer, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Simmons ist heute einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. Seine Romane »Terror«, »Die Hyperion-Gesänge« und »Endymion« wurden zu internationalen Bestsellern, die Verfilmung von »Terror« ist eine der erfolgreichsten TV-Serien unserer Zeit. Der Autor lebt mit seiner Familie in Colorado.



    Inhaltsangabe:

    Privatdetektiv Joe Kurtz bläst ein eisiger Wind entgegen. Und das liegt nicht nur am bitterkalten Winter in Buffalo. Little Skag Farino, der Juniorboss eines örtlichen Mafia-Clans, will Joe aus dem Verkehr ziehen und setzt eine Horde von mehr oder minder begabten Killern auf ihn an. Farinos attraktive Schwester Angelina verfolgt unterdessen ganz eigene Pläne mit dem Schnüffler nicht alle sind so romantisch wie die gemeinsame Liebesnacht ... Dan Simmons schickt Privatdetektiv Joe Kurtz in sein zweites Abenteuer. Noch spannender, noch erotischer, noch explosiver ...

    Joe R. Lansdale: »In Bitterkalt stellt Simmons die Regeln des traditionellen Krimis auf den Kopf. Verpassen sie das auf keinen Fall.«

    Publishers Weekly: »Hannibal Lecter trifft auf den Paten. Brutal, rasant und reich an Leichen, Blut und Explosionen. Dieser Vollgasthriller wird sowohl Fans harter Kost als auch Simmons-Fans begeistern.«


    Meine Kritik:

    Auch im zweiten Band erwischt es Privatdetektiv Joe Kurtz eiskalt. Nicht nur, dass korrupte Bullen und die Mafia hinter ihm her sind, er legt sich auch mit einem fiesen Serienmörder an, der die Polizei infiltriert hat und für sich arbeiten lässt. Joe hat also viel zu tun und kann sich deshalb nicht mal um ein neues Büro kümmern. Nach den Ereignissen in Band Eins soll der alte Pornoladen, unter dem er mit seiner Sekretärin Arlene sein Quartier bezogen hat, nämlich abgerissen werden.

    Im zweiten Abenteuer lässt Dan Simmons seinen Helden von einem Problem zum nächsten hetzen. Joe hat deutlich mehr zu tun als im Vorgängerband. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, weil es in „Eiskalt erwischt“ eben noch ganz anders zuging. Die Sprache ist auch in „Bitterkalt“ ziemlich schnörkellos und reduziert. Über Joes Innenleben erfahren wir erneut nicht viel. Dennoch ist eine gewisse Steigerung festzustellen, weshalb ich gespannt bin, wie die Trilogie im letzten Teil „Kalt wie Stahl“ zu Ende gebracht wird.