Beiträge von fictionmaster

    Ich habe viel Gutes über Neal Stephensons Buch „Cryptonomicon“ gehört. Viele verehren den Roman als das Kultbuch. Die Inhaltsangabe über den versunkene Goldschatz und mysteriöse Codes, die kein Kryptograph knacken kann, klingt auch wirklich interessant. Als ich sah, dass es von dem über 900-Seiten-Wälzer eine von Detlev Bierstedt gelesene Hörbuchfassung gibt, beschloss ich, dass knapp 48 Stunden lange Mammutwerk in Angriff zu nehmen. Bis zum Ende von Track 7 und einen Ausflug zu Track 23 (in der Hoffnung, dass es irgendwann besser werden würde) habe ich durchgehalten. Das waren immerhin gut drei Stunden Hörbuch. Aber da ich danach noch immer nicht mit der Geschichte und den Charakteren warm wurde und ehrlich gesagt nicht mal einen Plan hatte, wer da was warum überhaupt tat, habe ich das ausufernde Epos abgebrochen. Ich mag komplexe Geschichten, die sich erst nach und nach entfalten. Doch wenn das Einsetzen der Handlung nach 3 Stunden immer noch auf sich warten lässt und es stattdessen bloß haufenweise technisches und/oder unharmonisches Blabla gibt, streiche ich einfach irgendwann die Segel. Selbst wenn Detlef Bierstedt hier liest! Schade um den vielleicht guten Plot. Ich habe es wirklich versucht, aber es ging einfach nicht ...

    Ich kann dieses Buch hier empfehlen:


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    Sommer, Sonne, Strandvergnügen – etwa so haben sich Schrödinger und sein treuer Boxer Horst den Urlaub am Bodensee vorgestellt. Doch kaum haben sich die beiden in ihrem Wohnwagen eingerichtet, wird der Campingplatz zum Schauplatz eines Mordes. Ein langjähriger Stammgast wird tot am Seeufer aufgefunden. Was steckt dahinter? War der Tote in dubiose Geschäfte mit Antiquitäten verwickelt? Nicht ohne Grund ist Horst nach dem legendären Tatort-Kommissar Horst Schimanski benannt. Herr und Hund setzen sich auf die Spur des Täters.


    Den Roman „Die Blutschule“ hat Sebastian Fitzek unter dem Namen seines Alter Egos Max Rhode (aus „Das Joshua-Profil“) verfasst. Man muss das eine Werk allerdings nicht zu kennen, um das andere zu verstehen.

    Es beginnt wie eine typische Coming-of-Age-Geschichte: Der 13-jährige Simon zieht mit seiner Familie in einen kleinen Ort am Storkower See. Er versucht sich einzuleben und stößt dabei auf einige Schwierigkeiten mit den Einheimischen. Natürlich gibt es auch ein etwa gleichaltriges Mädchen, an dem er interessiert ist. Soweit so gut.

    Als Simon und sein Bruder von Stotter-Peters vom mysteriösen „Storkower Seelenspiegel“ hören, der angeblich die Persönlichkeit der Menschen umdreht, halten sie es für Spinnerei. Dann gibt es einen Unfall, nachdem ihr Vater wie ausgewechselt erscheint. Ab da kippt die Geschichte etwas. Spätestens als der Vater seine Söhne in ein Schulhaus auf einer Insel sperrt, um ihnen dort das Jagen und Töten beizubringen, ist der Coming-of-Age-Charme dann komplett vorbei und es geht buchstäblich nur ums nackte Überleben. Da wird vorwiegend auf Grausamkeiten und Schockeffekte gesetzt, worunter die Geschichte leidet. Hier trumpft Fitzek dann mit seinen üblichen Spannungstricks auf und lässt einen nicht mehr los. Zum Schluss hin werden zwar nicht alle offenen Fragen geklärt, dafür gibt es aber ein genretypisches Ende.

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    • Gebundene Ausgabe: 234 Seiten
    • Verlag: Haufe; Auflage: 1. Auflage 2018 (19. Juni 2018)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 9783648109151
    • ISBN-13: 978-3648109151
    • ASIN: 3648109154




    Über die Autorin:

    Über ihre Online-/Social-/Media-Channels verfügt Martina Fuchs über 10.000 Kontakte und Follower. Sie ist seit über 25 Jahren in der Welt der Medien und des Marketing zu Hause. Zum Start ihrer Selbständigkeit lag ihr Schwerpunkt auf Jugend- und Eventmarketing + Sponsoring. Insbesondere auf den Themen Positionierung & Marketing-Konzeption sowie Etablierung als Trendmarke in der Zielgruppe 14-25 sowie bei führenden Influencern in dieser ZG. Seit 2005 liegt ihr Fokus auf dem Digitalen Marketing und seit 2010 die Entwicklung der digitalen Expert-Branding-Marketing-Strategie für mittelständische Unternehmen sowie Dienstleister und Einzelunternehmer.



    Inhaltsangabe:

    Die Autorin Martina Fuchs beschäftigt sich in ihrem Buch mit dem Gebiet der Personenmarken - wobei sie hier eine wichtige Unterscheidung vornimmt: Sobald die Marke nicht auf Lifestyle, sondern vielmehr auf Wissen und Fachkompetenz basiert, spricht sie von einer Expertenmarke. Grundvoraussetzungen für starke Expertenmarken sind unter anderem eine saubere Positionierung, ein Signature-Angebot, das einen vom Wettbewerb unterscheidet, klar definierte Buyer Personas - und natürlich der Mut, als Persönlichkeit selbst sichtbar zu werden.

    Hier erhalten Sie echtes Hands-on-Wissen und eine Roadmap, um all diese Kriterien zu definieren. Und weil die eigene Expertenmarke natürlich nur dann zu mehr Sichtbarkeit, Erfolgund Kunden führt, wenn andere auch von ihr erfahren, bietet „Digital Expert Branding" einen Leitfaden und das Handwerkszeug, um sich in den digitalen und sozialen Kanälen entsprechend aufzustellen und den eigenen Expertenstatus erfolgreich zu kommunizieren.

    Außergewöhnlich machen das Buch übrigens nicht nur der reiche Erfahrungsschatz der Autorin und sein hoher Praxisbezug, sondern auch die digitalen Zusatzfeatures: Augmented-Reality-Elemente, die über die zugehörige Haufe „SmARt App" abgerufen werden können, machen den Weg zur Expertenmarke hautnah erlebbar. Podcasts, Checklisten und Mindmaps zählen genauso dazu wie zahlreiche Videos.


    Inklusive Augmented-Reality-App:

    • App „smARt Haufe" kostenlos downloaden
    • Zusatzfunktionen für Smartphone und Tablet nutzen (iOS und Android)



    Meine Kritik:

    Als Autor von Krimis und Phantastik-Romanen bin ich für Martina Fuchs und ihr "Digital Expert Branding" nicht unbedingt die direkte Zielgruppe. Die besteht eher aus (mittelständischen) Unternehmen, die nicht mehr länger ein "hidden Champion" sein wollen. Nahezu sämtliche beschriebenen Werbemittel und Analysen sind vorwiegend an Chefs mit mehrköpfigen Mitarbeiterteams gerichtet. Dennoch konnte das Buch auch mir weiterhelfen, weil es meine Sicht erweiterte und mich auf einige generelle Probleme und Handhabungen in Sachen Marketing hingewiesen. Sehr hilfreich fand ich auch die Erklärung der einzelnen sozialen Medien und wo deren Vor- und Nachteile liegen. Hier die Meinung einer Marketingspezialistin zu erfahren, ist schon mal viel wert.

    Weniger gut fand ich die vielen Verweise auf Videos, die man sich über die Haufe-App zu den jeweiligen Themen anschauen kann. Anfangs empfand ich das noch als nette Ergänzung, irgendwann nahmen das Ganze aber überhand und ich hatte das Gefühl, dass ich nur relevantes Wissen nur erhalte, wenn ich mir alle Zusatzvideos anschaue.

    Ebenfalls unschön, aber dafür kann Martina Fuchs nur bedingt etwas, ist der mehrmals platzierte Rat der Autorin, auf der Firmen-Webseite unbedingt Freebies (kostenlose eBooks) anzubieten, um so an die E-Mail-Adressen der Interessen zu kommen. Das "Digital Expert Branding"-Buch ist im März 2018 erschienen, seit Mai ist genau diese Freebie-Vorgehensweise durch die neue EU-Datenschutzverordnung verboten. Zwar gibt es an einer Stelle des Sachbuchs den Hinweis, das sich demnächst was ändern KÖNNTE, eine Verschiebung der Veröffentlichung und dadurch mögliche Anpassung wären aber eindeutig besser gewesen, als in der Hinsicht jetzt schon veraltetes Werk herauszubringen.

    Letzter Kritikpunkt: Die vielen Anglizismen im Buch. Mag sein, dass dies in der Werbesprache Gang und Gebe ist, mich nervte es etwas.

    Als Fan von Zeitreisegeschichten sprach mich die Inhaltsangabe von „Die Landkarte der Zeit“ sofort an. Immerhin will hier der junge Mann Andrew in die Vergangenheit reisen, um seine Liebste vor Jack the Ripper zu retten. Und eine gewisse Claire unternimmt eine Reise in die Zukunft. Überwacht wird angeblich alles vom kritischen Blick eines geheimnisvollen Bibliothekars.

    Dachte ich zumindest. Nach der Hälfte der Geschichte stellte sich allerdings heraus, dass sämtliche bisher erlebten phantastischen Elemente ein gewaltiger Schwindel waren. Und als wäre das nicht übel genug, folgte im letzten Drittels eine weiteren Betrugsmasche dieser Art, die dann allerdings nicht mehr nur enttäuscht, sondern ermüdend wirkte, weil einem spätestens dann klar war, dass man in dieser Geschichte niemandem glauben konnte. Deshalb traute ich auch den „Überraschungen“ am Schluss nicht so ganz und bin nach wie vor unschlüssig, was ich von alledem halten soll.

    Vielleicht liegt es auch daran, dass der Roman keine lineare Handlung hat, sondern am Anfang mit Figuren Andrew und Claire eingeführt werden, die ab der Hälfte überhaupt keine Rolle mehr spielen. Sie erschienen mir lediglich als ellenlange Vorgeschichte, damit der Schriftsteller H. G. Wells eingeführt werden kann, um den sich der Roman letztendlich dreht. Im besten Fall kann man „Die Landkarte der Zeit“ als eine Hommage an ihn und seine Bücher ansehen.

    Dieser Bestseller war mein erster Palma und ich weiß nicht, ob ich mehr brauche. Stellenweise behinderte nicht nur die enttäuschende Handlung, sondern auch die gestelzte und auf vornehm gemünzte Ausdrucksweise (z. B. „Als sie sich der Übertriebenheit ihrer Reaktion bewusst wurden, beruhigten sie sich wieder.“ Oder: „Er starrte ihn offenen Mundes an.“). Hier wäre in jeder Hinsicht mehr drin gewesen.

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    Biografie:

    Jonas Jonasson, geboren 1961 im schwedischen Växjö, arbeitete nach seinem Studium in Göteborg als Journalist unter anderem für die Zeitungen „Smålandsposten“ und „Expressen“. Später gründete er eine eigene Medien-Consulting-Firma. Doch nach 20 Jahren in der Medienwelt verkaufte er seine Firma und schrieb den Roman, über den er schon jahrelang nachgedacht hatte: "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand". Das Buch wurde zunächst in Schweden und später weltweit zu einem Bestseller. Auch die Verfilmung war international höchst erfolgreich. Jonassons weitere Romane "Die Analphabetin", die rechnen konnte sowie "Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind" wurden ebenfalls sofort Nr.-1-Bestseller.



    Inhaltsangabe:

    Der „Hundertjährige" ist zurück - jetzt endlich die Fortsetzung des Weltbestsellers!

    Allan Karlsson ist wieder da! Der Hundertjährige hat genug vom Dauerurlaub auf Bali und ist begeistert, als sich ein neues Abenteuer ankündigt: Bei einer Ballonfahrt geht der Treibstoff aus und Allan und sein Gefährte Julius müssen im Meer notlanden. Zum Glück werden sie gerettet. Pech ist jedoch, dass sich das Rettungsboot als nordkoreanisches Kriegsschiff entpuppt und Pjöngjang ansteuert, wo Kim Jong-un im Atomkonflikt gerade seine Muskeln spielen lässt. Und schon steckt Allan, der sich mit Atomwaffen schließlich bestens auskennt, mitten in einer heiklen politischen Mission, die ihn von Nordkorea über New York bis in den Kongo führen wird. Dabei trifft er auch auf Donald Trump und Angela Merkel …



    Meine Kritik:

    Nachdem der erste Roman über den hundertjährigen Allan Karlsson, der von einem haarsträubenden Abenteuer ins nächste stolpert und unterwegs in bester „Forrest Gump“-Manier jede Menge berühmte Persönlichkeiten trifft, ein internationaler und inzwischen verfilmter Bestseller wurde, war es nahe liegend, dass Autor Jonas Jonasson den rüstigen Schweden auf eine neue Reise schickt.

    Die Geschichte beginnt in Indonesien, wo es sich Allan und sein Freund Julius gut gehen lassen. Bis sie ein Heißluftballon in nordkoreanische Gewässer verschlägt, wo sie in den Schmuggel von angereichertem Uran verwickelt werden. Damit fliehen sie von Pjöngjang aus nach Washington und treffen auf Donald Trump. Über New York geht es weiter nach Schweden, wo die beiden zusammen mit einer Frau ein Bestattungsunternehmen eröffnen, bis sie ein rachsüchtiger Nazi zu einer Flucht nach Afrika zwingt. Dazwischen gibt es Korrespondenzen mit Angela Merkel und zahlreichen anderen hochrangigen Politikern.

    Der Anfang kommt noch etwas schleppend daher, aber ab der Ballonbruchlandung im Meer wird es immer interessanter (und kurioser). Es folgen viele schöne vereinfachte Erklärungen von Politik, Geschichte und Technik - immer mit einem angenehm leichten-ironischen Unterton. Bemerkenswert dabei fand ich auch, wie politisch aktuell die ganze Geschichte ist und dass der schwedische Autor offenbar auch bestens über die innenpolitischen Probleme in zum Beispiel Deutschland Bescheid weiß. Alles in allem ist eine gelungene Satire auf die aktuelle Weltpolitik, gewürzt mit etlichen haarsträubenden Charakteren und Zufällen.

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    • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
    • Verlag: Eichborn; Auflage: 1. Aufl. 2017 (24. April 2017)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 9783847906322
    • ISBN-13: 978-3847906322
    • ASIN: 384790632


    Über den Autor:

    Brian Wilson, geboren 1942 in Kalifornien, ist Mitbegründer der Beach Boys und hat die meisten ihrer großen Hits, darunter Klassiker wie "Surfin' USA", "Good Vibrations" oder "Surfer Girl", geschrieben. Nach längerer Krankheit ist der in zweiter Ehe verheiratete Wilson seit Ende der 90er Jahre wieder verstärkt musikalisch aktiv und gilt heute als einer der großen Legenden der Popmusik - in Würde gealtert, ohne seine musikalischen Ideale zu verraten.



    Inhaltsangabe:

    "Eines der großen Genies der klassischen Pop-Periode." (Dirk von Lowtzow über Brian Wilson)

    Brian Wilson ist genialer Musiker, der uns unzählige Welthits wie "Surfin USA" oder "Good Vibrations" und das Jahrhundertalbum "Pet Sounds" geschenkt hat. Der amerikanische Rolling Stone hat ihn unter die 20 wichtigsten Künstler aller Zeiten gewählt. Brian Wilson ist auch ein labiler Mensch, der sich mit Tabletten, Drogen und Alkohol immer wieder in Zonen bewegt hat, aus der man ohne fremde Hilfe nicht heil herauskommt. Viele Jahre verschwand Brian Wilson entmündigt in Kliniken, bis seine zweite Frau ihn sprichwörtlich rettete: Für die Bühne, für neue Musik, für das Vermächtnis des einzigen Überlebenden der Beach Boys.



    Meine Kritik:

    Brian Wilson ist eine Legende. Mit den Beach Boys schrieb er Musikgeschichte, aber auch Solo hat er beachtliche Erfolge vorzuweisen. In seiner Autobiographie erzählt er von den Höhen und Tiefen seines Lebens. Besonderes in Bezug auf Letzteres hat er einiges erlebt. Von den Problemen mit seinem herrschsüchtigen Vater, der Alkohol- und Drogensucht, seiner psychischen Erkrankung und der daraus resultierenden Abhängigkeit vom Arzt Dr. Landy. Brian Wilson nimmt hier kein Blatt vor den Mund und scheut sich nicht, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Vor allem dadurch gehen seine Schilderungen unter die Haut und man folgt dem guten Brian bereitwillig durch seine Lebensgeschichte. Zu bemängeln habe ich lediglich, dass er beim Erzählen aus seinem Leben nicht chronologisch vorgeht, sondern bei den Erlebnissen und Anekdoten wild hin und her springt. Das macht es stellenweise schwierig, hinterherzukommen, denn nicht immer nennt Brian Wilson Jahreszahlen. Manchmal heißt es bloß „nach dem Flugzeugvorfall“ oder dergleichen. Nichtsdestotrotz bietet die Autobiographie interessante Einblicke in das Leben des großen Künstlers.

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    • Gebundene Ausgabe: 239 Seiten
    • Verlag: Tropen; Auflage: 1. (10. März 2018)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 9783608503548
    • ISBN-13: 978-3608503548
    • ASIN: 3608503544



    Biografie:

    Stefan Lehnberg ist ein wahres Multitalent: Schauspiel, Regie, Schriftstellerei - in all diesen (und zahllosen weiteren) Bereichen ist der Wahlberliner unglaublich erfolgreich. So war er unter anderem als Autor für Harald Schmidt und Anke Engelke tätig und seine tägliche Radiocomedy „Küss mich, Kanzler“, bei der er als alleiniger Autor, Regisseur und männlicher Hauptdarsteller fungiert, hat es auf über 2500 Folgen gebracht. Außerdem sieht er gut aus, ist hochintelligent und verfügt über einen edlen Charakter. Doch ist ihm nichts davon zu Kopfe gestiegen. Im Gegenteil: Er ist immer der sympathische Kumpel von Nebenan geblieben, der sich auch keineswegs zu schade ist, mal ein paar biographische Zeilen über sich selbst zu schreiben. http://www.Lehnberg.com


    Inhaltsangabe:

    Gerade saßen Goethe und Schiller noch bei der Frau Mama zum Tee, schon sind sie wieder in einen criminalistischen Fall verwickelt! Mysteriöse Mehllieferungen lassen vermuten, dass sich in Franckfurth eine Verschwörung anbahnt. Ein Glück, dass die scharfsinnigen Detective zur Stelle sind, um die Stadt vor einer Katastrophe zu bewahren.


    In Franckfurth am Main geht es nicht mit rechten Dingen zu. Im Geheimen werden Boten in die Regimentsstädte entsandt und gleichzeitig riesige Mengen Mehl in die Stadt geliefert. Der Stadtrat ist verzweifelt, denn für den französischen Consul Napoleon Bonaparte muss es ganz so aussehen, als würde die Stadt einen Aufstand planen. Da bereits zwei Stadträte unter ungeklärten Umständen zu Tode gekommen sind und niemand weiß, wem noch zu trauen ist, werden die bewährten Ermittler Goethe und Schiller zu Rate gezogen. Doch die Nachforschungen gestalten sich schwieriger als gedacht. Vor allem, als eine gewisse brünette Baronin Goethe den Kopf verdreht und er darüber völlig vergisst, die Verbrecher aufzuspüren …



    Meine Kritik:

    Die Idee von Autor Stefan Lehnberg, Goethe und Schiller zusammen in einem Mordfall ermitteln zu lassen, finde ich recht originell. Die Umsetzung fiel allerdings nicht ganz so grandios aus. Das fing schon damit an, dass es über viele Seiten hinweg nur Schilderungen anstelle von aktiver Handlung gab. Selbst manche Unterhaltungen zwischen Figuren wurden nicht als Dialog gezeigt, sondern zusammengefasst darüber berichtet. Das kann ein Stilmittel sein, fand ich in dem Fall jedoch etwas anstrengend. Gravierender fand ich allerdings, dass ich während des Lesens die ganze Zeit über das Gefühl hatte, es hier mit einer blassen Kopie von Sherlock Holmes und Dr. Watson zu tun zu haben, ohne dass Lehnbergs Duo jemals deren Charme und Pfiffigkeit erreichen konnte. Da fehlten der Witz und die Leichtigkeit zwischen den beiden Protagonisten. Eine originelle Idee war allerdings, in den knapp 240 Seiten langen Romantext immer wieder mal altdeutsche Schreibweisen wie „herbey“ oder „Franckfurt“ einzubauen. Zum Glück aber nur wohl dosiert (ca. einmal pro Buchseite), sodass es erfrischend blieb und nicht anstrengend wirkte. Dennoch genügen diese guten Ansätze hier leider nicht auch für einen guten Roman.

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    • Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
    • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (21. September 2018)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3423289910
    • ISBN-13: 978-3423289917


    Über die Autorin:

    Rita Falk, Jahrgang 1964, hat sich mit ihrer Provinzkrimiserie um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer (Winterkartoffelknödel, Dampfnudelblues und Schweinskopf al dente) in die Herzen ihrer Leser geschrieben. Von sich selber sagt die Autorin, dass sie die schönste Zeit ihres Lebens in Oberbayern verbracht hat. Dort hat sie ihre Kindheit verbracht, wuchs bei der Oma auf. Dem ihr so vertrauten Landstrich ist Rita Falk auch als Erwachsene treu geblieben. Sie lebt heute in München. Rita Falk ist mit einem Polizisten verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.



    Inhaltsangabe:

    Niederkaltenkirchen ist überall!

    Schräge, urkomische und herzerweichende Geschichten vom Franzl: Stunk mit der Susi, ein dämlicher Mordfall im Ruhrpott, ein Wochenende in Österreich mit dem Simmerl, dem Flötzinger und mindestens 17 Stamperln Himbeergeist. Außerdem: Wie der Franz einmal sein Herz an ein vierbeiniges Wesen verlor ... Und obendrauf gibt's ein bayrisch-hochdeutsches Glossar, hilfreich kommentiert vom Eberhofer persönlich. Damit »Mia san hia« auch in den letzten Winkeln der Republik verstanden wird. Gell.



    Meine Kritik:

    Neues vom Franz Eberhofer zu lesen, ist immer schön, allerdings bin ich etwas unschlüssig, was ich von diesem Kurzgeschichtenband halten soll. Es ist logisch, dass nicht jede Idee zu den lieb gewonnenen Figuren aus Kaltenkirchen Stoff für einen ganzen Roman liefert. In der Hinsicht machen Kurzgeschichten durchaus Sinn. Allerdings enthält der aktuelle Band gerademal drei Stück: „Ein Bayer in Gelsenkirchen“, „Franz‘ 30. Geburtstag“ und „Urlaub mit Dick und Doof“ Noch dazu haben einige Storys ein recht abrupte Enden. Bevor man sich versieht oder richtig darin abtauchen kann, ist man mit „Eberhofer, Zefix!“ fertig. Mehr wäre hier eindeutig besser gewesen. So erscheint es nur wie eine sparsame Outtakes-Sammlung, um noch ein paar Euros mehr zu machen.

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    • Taschenbuch: 232 Seiten
    • Verlag: Hannibal Verlag; Auflage: 1 (4. September 2018)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 9783854456537
    • ISBN-13: 978-3854456537
    • ASIN: 3854456530
    • Originaltitel: 007 Diaries


    Über den Autor:

    Sir Roger Moore (14. Oktober 1927 - 23. Mai 2017) war einer der erfolgreichsten britischen Schauspieler. Neben den besonders in Deutschland beliebten Serien Simon Templar und Die 2 brillierte er in Sprengkommando Atlantik und in James-Bond-Filmen. Moore engagierte sich als UNICEF-Botschafter und für die Tierrechtsorganisation PETA. Neben seiner Autobiografie hat er einige Bücher über den Meisterspion verfasst.



    Inhaltsangabe:

    James Bond, der 007-Agent mit der Lizenz zum Töten, zieht seit über 50 Jahren die Zuschauer in seinen Bann. Exotische Schauplätze, wunderschöne Frauen, eine actiongeladene Handlung und der typisch britische Humor haben aus Ian Flemings Kunstfigur ein Pop-Phänomen gemacht. Für die ungebrochene Begeisterung sind vor allem zwei Darsteller aus der Frühphase verantwortlich - Sean Connery und Roger Moore. Moore musste sich 1972 der schwierigen Aufgabe stellen, die Rolle des Elite-Geheimagenten von seinem Vorgänger Connery zu übernehmen. Von nun an sprach er die Worte: Mein Name ist Bond - James Bond. Live And Let Die (dt. Titel: Leben und sterben lassen) wurde sein erster Film und ist weltweit der dritterfolgreichste Bond aller Zeiten. Um den neuen Darsteller dem Publikum schon vor der Premiere vorzustellen, verpflichtete man den sprachgewandten Roger Moore zum Führen eines Tagebuchs. Hier berichtet er von den 84 Drehtagen - humorvoll, intelligent und politisch nicht immer korrekt. Es waren die Zeiten, in denen ungehemmt geraucht, getrunken und den Frauen hinterhergepfiffen wurde. Moore nimmt den Leser mit in die gefährlichen Sümpfe Louisianas, an wunderschöne Drehorte auf Jamaika, nach New York und in die Londoner Pinewood-Studios. Er dokumentiert nicht nur die Filmaufnahmen, sondern erzählt auch von seinen Kollegen, dem Filmteam und natürlich dem attraktiven Bond-Girl Jane Seymour in der Rolle der Wahrsagerin Solitaire. Doch das Leben als 007 verlief nicht immer reibungslos. Pleiten, Pech & Pannen bestimmten den Dreh, und Knochenbrüche, Verstauchungen oder ein abgebrochener Zahn gehörten zum Alltag des angehenden Superstars. 007 - Live And Let Die - Die Filmtagebücher ist ein faszinierendes Zeitdokument aus einer Ära, in der ein Kinobesuch noch ein spannendes Ereignis war. Lebendig erzählt, voller Anekdoten und mit einer Prise britischen Humors präsentiert Roger Moore Schnappschüsse, Momentaufnahmen und selbstironische Betrachtungen.



    Meine Kritik:

    Neben Sean Connery war und ist Roger Moore für viele DER James Bond. In sage und schrieben sieben Filmen spielte er die Doppel-Null und hinterließ mehr als nur einen bleibenden Eindruck. So sprachgewandt, wie der britischer Gentleman Moore war, wundert es nicht, dass jemand auf die grandiose Idee kam, ihn über die ganzen Dreharbeiten seines ersten Bond-Streifens „Live and let die“ Tagebuch führen zu lassen. Herausgekommen sind dabei 230 Seiten an Memoiren, in denen es nach New York, in die Sümpfe Louisianas, die Londoner Pinewood-Studios und sogar bis nach Jamaika geht. Moore berichtet von der Arbeit mit Krokodilen, Einladungen zu einer Hochzeit, kuriosen Restaurant-Besuchen und was sich sonst noch alles rund um die Dreharbeiten ereignete. Das eine oder andere sind tatsächlich lustige Anekdoten, wie zum Beispiel wenn Moore stolz erzählt, wie er einen langen Dialogtext auswendig gelernt hat und dann erfährt, dass ihm die falsche Fassung vom Drehbuch vorlag und ein Großteil des gelernten Textes zwischenzeitlich gestrichen wurde. Die meiste Zeit geht es jedoch um Leute hinter der Kamera, die man heutzutage wenig bis gar nicht mehr kennt, wodurch sich beim Lesen durchaus eine gewisse Eintönigkeit einschleicht. Daher ist das Tagebuch eher den beinharten James-Bond-Fans zu empfehlen, die wirklich alles über ihren Lieblingsagenten wissen möchten.


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    • Taschenbuch: 428 Seiten
    • Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (Oktober 2018)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3958693733
    • ISBN-13: 978-3958693739



    Über die Autorin:

    Sarah Stoffers, geboren 1982, war bereits mit elf Jahren klar, dass sie um jeden Preis schreiben wollte. Am liebsten Geschichten voller Geheimnisse, Magie und Abenteuer.
    Erst Veröffentlichungen gab es ab 2004 in Zeitungen und Anthologien. Ihr Debütroman „Wainwood House - Rachels Geheimnis” erschien Ende 2013 beim cbj Verlag. „Das zweite Zeitalter“ ist ihr erster phantastischer Roman für Erwachsene.
    Sarah Stoffers lebt in Hamburg. Sie liebt Karamell, 20er Jahre Partys, Modern Swing, Dungeons & Dragons, falsche Elbenohren und frisch gemahlenen Kaffee.



    Inhaltsangabe:

    Sie war das eine Mädchen, das ich nicht haben konnte, und das seit vielen Jahren schon.“
    Berlin, die rastlose Stadt am Meer. Hier ragen die Türme der Zauberer bis in den Himmel. Im Schein der Glühlichter werden rauschende Partys gefeiert. Zucker wird in Gold aufgewogen und die Geheimpolizei wacht über den zerbrechlichen Frieden zwischen Zauberern und Erfindern.
    Die Erfinderin Mathilda liebt ausgerechnet Rosa, die Tochter des magischen Großmeisters von Berlin. Genau wie der Zauberlehrling Fidelio. Beide wollen Rosa auf deren Geburtstagsparty ihre Gefühle gestehen, doch sie sind nicht die einzigen mit Plänen für den Abend. Ein Mörder hat sich unter die Gäste gemischt. Die Erfinder planen eine Rebellion gegen die Zauberer. Und tief unter der Stadt liegt ein uraltes Geheimnis verborgen.



    Meine Kritik:

    Sarah Stoffers „Berlin - Rostiges Herz“ bietet ein ziemlich interessantes Szenario: Die Geschichte enthält zwar einige Steampunk-Elemente, spielt aber nicht in der (alternativen) Vergangenheit, sondern in der Zukunft. Die Gesellschaft, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Nach Krieg und Katastrophen war die Erde am Ende, bis die Gilde der Zauberer zurückkehrte und die Menschheit rettete. Der Roman spielt gut 700 Jahre nach dem Neustart. Inzwischen hat sich die Welt in Erfinder und Fingerschnipser (Zauberer) aufgeteilt. Die einen müssen kräftig rackern, um über die Runden zu kommen, während sich die anderen dank ihrer Gabe ziemlich überlegen fühlen und das auch gerne heraushängen lassen. Was, wenn man Erfinder ist, keine wirklich rosige Zukunftsprognose darstellt. In genau diesem Szenario findet sich die Erfinderin Mathilda wieder. Sie will ihrer Magie-Freundin Rosa endlich gestehen, dass sie seit Jahren in sie verliebt ist. Dann stirbt Rosa jedoch bei einem Giftanschlag und Mathilda wird der Mord in die Schuhe geschoben. Ihr bleibt nichts anderes als die Flucht und zu versuchen, den wahren Schuldigen zu finden. Allerdings ist ihr Fidelio, der ebenfalls in Rosa verliebt war und ihren Tod rächen will, dicht auf den Fersen. Einige Male, wie zum Beispiel in der magischen Bibliothek, kann Mathilda ihm nur um Haaresbreite entwischen.

    Trotz des dramatischen Settings beginnt der Roman ruhig und lässt sich Zeit beim Einführen seiner Figuren und der neuen Welt. Das schafft Atmosphäre und Vertrauen, allerdings etwas auf Kosten der Spannung. Erst während Rosas Flucht und während sie langsam dahinterkommt, was alles hinter dem Mordanschlag steckt, zieht die Geschwindigkeit an, bis alles in einem dramatischen Finale mündet.

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    • Taschenbuch: 351 Seiten
    • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (20. Januar 2014)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 9783518464885
    • ISBN-13: 978-3518464885
    • ASIN: 3518464884
    • Originaltitel: The Kings of Cool: A Prequel to Savages


    Über den Autor:

    Don Winslow wurde 1953 in der Nacht zu Halloween in New York geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in der Kleinstadt Perryville auf Rhode Island. Seine Mutter, eine Bibliothekarin, und sein Vater, ehemaliger Offizier bei der Navy, bestärkten ihn schon früh in dem Wunsch, eines Tages Schriftsteller zu werden, vor allem die Geschichten, die sein Vater von der Marine zu erzählen hatte, beflügelten die Fantasie des Autors.

    Das Sujet des Drogenhandels und der Mafia, das in vielen von Don Winslows Romanen eine Rolle spielt, lässt sich ebenso mit seinen Kindheitserfahrungen erklären: Seine Großmutter arbeitete Ende der 60er für den berüchtigten Mafiaboss Carlos Marcello, der den späteren Autor mehrere Male in sein Haus in Algiers (New Orleans) einlud.

    Nach seinem Schulabschluss kehrte Don Winslow in seine Geburtsstadt New York zurück. Bevor er mit dem Schreiben begann, verdiente er sein Geld unter anderem als Kinobetreiber, als Fremdenführer auf afrikanischen Safaris und chinesischen Teerouten, als Unternehmensberater und immer wieder als Privatdetektiv.



    Inhaltsangabe:

    Am Strand ist das Paradies. Am Strand verlor Kalifornien seine Unschuld. Aussteiger, die in Versuchung gerieten. Lokalhelden und Träumer, die nicht genug bekommen konnten. Drogen, Gier, der Sündenfall. Es ist eine Geschichte, die weit zurückreicht – bis in die Sechziger, als in Laguna Beach Surfer und Hippies zusammentrafen und einen Pakt mit dem Teufel schlossen. Eine brutale, majestätische, atemberaubende Geschichte.

    Laguna Beach heute: Ben, Chon und O sind jung und sehen unverschämt gut aus, sie leben gefährlich und sind erfolgreich damit. Ihr Geschäft: erstklassiges Marihuana. Als korrupte Cops und rivalisierende Dealer mitverdienen wollen, wehren sie sich, planen ihren nächsten Zug. Sie sind klug, sie halten zusammen, doch ihr Spiel ist riskant, ihr Gegner übermächtig. Und noch ahnen sie nicht, dass ihr Schicksal unauflösbar mit der Vergangenheit ihrer eigenen Familien verknüpft ist. Dass sie die Sünden ihrer Eltern geerbt haben. Was folgt, ist ein blutiger Kampf der Generationen.



    Meine Kritik:

    Nachdem „Zeit des Zorns“ ein so bahnbrechender Erfolg hat, ließ sich Don Winslow nicht lang bitten, ein weiteres Buch über Ben, Cho und O zu schreiben. Da ein Sequel aus verschiedensten Gründen ausschied, blieb nur ein Prequel. Deshalb spielt die neue Geschichte auch einige Jahre vor der ursprünglichen und erzählt, wie Ben und Chon im Rauschgiftgeschäft Fuß fassen und sich schon da mit korrupten Gesetzeshütern und der Mafia anlegen. Dazu werden einige Hintergründe geklärt. Schön fand ich den Gastauftritt von Frank Macchiano aus Winslows Roman „Frankie Machine“. Das passte hier wie die Faust aufs Auge.

    Die Geschichte selbst ist zwar nicht ganz so cool wie der Vorgänger erzählt, aber immer noch cool genug und rasant geschrieben – und dadurch vielleicht sogar eine Spur besser als „Zeit des Zorns“. Zu bemängeln habe ich lediglich, dass es ziemlich viele Figuren und ebenso viele Zeitsprünge gibt. Da muss man schon gehörig aufpassen, um nicht durcheinander zu kommen. Auf jeden Fall ist es nicht nur für die Fans des Originals ein empfehlenswerter Drogenthriller.


    Die Mittzwanziger Chon und Ben haben sich mit ihrer Freundin Ophelia einen lukrativen Dope-Vertrieb in Kalifornien aufgebaut und verdienen mit ihrer „erlesenen Hydro-Gras-Mischung“ richtig gut. So gut, dass das größte mexikanische Drogenkartell mitmischen möchte. Als Chon und Ben die Zusammenarbeit ablehnen, wird Ophelia entführt und die Jungs müssen nach Wegen suchen, wie sie aus der Misere entkommen. Dabei zieht sich die Schlinge um ihren Hals immer weiter zu.

    Der von Oliver Stone unter dem Titel „Savages“ verfilmte Thriller wurde von Don Winslow bewusst auf cool getrimmt und im rasanten Stil geschrieben. Manche Kapitel bestehen nur aus einer Zeile. Die Geschehnisse sind dreckig und brutal und zeigen deutlich, was eine falsche Entscheidung alles anrichten kann. Stellenweise ist die mit haufenweise Zitaten der Popkultur verzierte Geschichte allerdings etwas oberflächlich geraten. Aber langweilig ist sie an keiner Stelle. Stattdessen fiebert man atemlos mit und fragt sich, was man an der Stelle der zwei Jungs tun würde, und ahnt gleichzeitig, dass die ganze Misere gar nicht gut ausgehen kann. Eine Geschichte wie ein kurzer, wilder Drogenrausch. Mehr allerdings nicht.

    Inzwischen ist der 62-jährige Frank Machianno zwar der gesetzestreue Besitzer eines Angelladens, aber damals in den 70ern und 80ern war er besser bekannt als Mafiakiller Frankie Machine. Als plötzlich ein Mordanschlag auf ihn verübt wird, muss Frank einsehen, dass seine Vergangenheit doch nicht so tot ist, wie er angenommen hatte. Also beginnt er nachzuforschen, wer ihm jetzt ans Leder will. Wir begleiten ihn dabei und erfahren scheibchenweise, wie das damals in Franks Zeit bei der Mafia war. Die Erinnerungen sind ebenso blutig wie interessant, unterscheiden sich aber nicht sonderlich groß von anderen Mafia-Geschichten. Zu bemängeln habe ich zudem, dass der Anfang zwar gut geschrieben, aber ziemlich schleppend ist: Frankies Alltag wird ziemlich lang und ausführlich eingeführt. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis die Mafia-Typen in ihrem gelben Hummer vor seinem Haus stehen und damit die tatsächliche Handlung in Gang bringen.

    So ist es alles in allem eine typische Mafia-Geschichte in Winslows hardboiled Stil. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Es ist eine interessante Frage, die Andreas Eschbach da in seinem neuen Roman stellt: Was wäre, wenn es im Dritten Reich schon die heute bekannte totale Überwachung durch Computer gegeben hätte? Natürlich wären dafür einige geschichtliche Korrekturen nötig, aber die arbeitet Eschbach geschickt ein und verwebt real existierende Personen wie Sir Charles Babbage (der hier im 19. Jahrhundert den ersten (dampfbetriebene) mechanischen Lochkarten-Computer erfand) so perfekt mit dem Erdachten, dass trotz eines gewissen phantastischen Steampunk-Gefühl alles glaubhaft erscheint.

    Mindestens genauso interessant wie das Szenario sind die Charaktere. Man fiebert mit der Programmiererin Helene und hegt stellenweise sogar Sympathien für ihren rachsüchtigen Vorgesetzten Eugen Lettke. Ihr Werdegang wird parallel zum Aufstieg der Nationalsozialisten geschildert und verknüpft ebenfalls Fakten und Fiktion. Bitter und heftig wird es durch die Erwähnung bzw. den Einbau von tragischen Zeitzeugen wie Anne Frank oder den Geschwistern Scholl, die in dieser Welt durch die Analysen der NSA gefasst werden. Aber „NSA“ ist kein Wohlfühlroman und muss weh tun. Mir persönlich fiel das Ende etwas zu düster und deprimierend aus, aber auch das muss vermutlich bei einem Thema wie diesem so sein.


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    • Broschiert: 432 Seiten
    • Verlag: Knaur TB (3. September 2018)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3426522101
    • ISBN-13: 978-3426522103
    • Originaltitel: Sirens


    Über den Autor:

    Joseph Knox ist Buchhändler, spezialisiert auf Spannung, wuchs in der Gegend von Stoke und Manchester in England auf und lebt gegenwärtig in London. Er ist passionierter Leser, Autor und Jogger. Sirens ist sein aufsehenerregendes Debüt, mit dem er auf Anhieb die englischen Bestsellerlisten stürmte.


    Inhaltsangabe:

    Drogen-Sumpf, Bandenkrieg und Polizei-Korruption in Manchester. Das spannende Thriller-Debüt von Joseph Knox – »Ein Kraftpaket von einem Thriller.« (Val McDermid)


    Der erste Fall für Detective Aidan Waits in Manchester.

    Isabelle Rossiter, die Tochter eines einflussreichen Politikers, ist von zu Hause ausgerissen. Detective Aidan Waits, bei seinen Vorgesetzten in Ungnade gefallen, soll sie wiederfinden. Seine Suche auf den nächtlichen Straßen Manchesters führt ihn in einen Sumpf von Drogen und Gewalt: Offenbar setzt ein mächtiger Dealer minderjährige Mädchen, sogenannte »Sirenen«, als Drogen-Kuriere ein, und nicht nur eine von ihnen ist verschwunden. Aidan Waits dämmert, dass Isabelle mit voller Absicht untergetaucht ist, um ihr Leben zu retten. Und auch sein eigenes hängt am seidenen Faden.
    Ein zwielichtiges Spiel in den Grauzonen des Gesetzes beginnt. Aidan Waits muss aufs Ganze gehen, um die Wahrheit herauszufinden, und stößt dabei auf ein Geflecht dunkler Machenschaften …

    »Knox zeichnet Manchester so ausdrucksstark und kompromisslos wie Ian Rankin sein Edinburgh.« Guardian



    Meine Kritik:

    Detective Aidan Waits aus Manchester hat mehrere Probleme: Er ist drogenabhängig und wird (aufgrund dessen) beim Stehlen aus der Asservatenkammer ertappt. Sein Vorgesetzter schlägt ihm einen Deal vor: Er soll undercover in den Bars ermitteln, in denen er sich ohnehin herumtreibt. Noch dazu bittet ihn ein hochrangiger Politiker, im Drogenmilieu nach seiner Tochter zu suchen. Aidan sagt allem zu und begibt sich auf die Suche. Nun ja, mehr oder minder jedenfalls. Zum Beginn sind ihm seine Uppers und Downers wichtiger als alles andere. Das macht die Handlung ein wenig träge, vor allem wenn sich der Undercover-Cop mit seinen Gesprächspartnern dann auch noch in seinem Milieusprache unterhalten. Beim Lesen wusste ich nicht immer, was genau gemeint war. Zum Ende hin legt die Handlung etwas zu und auch der Junkie wird etwas mehr zum Ermittler. Dennoch wurde ich bis zum Ende hin nicht wirklich mit Aidan und seiner Welt warm. Humor suchte man in der Geschichte vergebens, stattdessen gab es nur die eine oder andere Drogengroteske. Die kennen wir aber von Irving Welsh schon besser.

    Sheriff Hackberry Holland erhält den Hinweis, dass hinter einer alten Kirche ein Massaker stattgefunden haben soll. Und wirklich: in der Erde findet er die Leichen von neun asiatischen Frauen. Parallel zum FBI erstellt der betagte Gesetzeshüter seine eigenen Ermittlungen und bringt sich dadurch selbst in die Schusslinie.

    Nach drei Dave-Robicheaux-Romane überlegte ich, mich mal einen anderen von Burkes düsteren Helden zu widmen. Rein charakterlich unterscheidet sich Sheriff Hackberry Holland auch gar nicht so sehr von Dave Robicheaux, die Grundhandlung der Geschichte hätte ebenfalls genauso gut in New Iberia spielen können. Die Umsetzung der Handlung jedoch ist grundverschieden. Neben Hollands Ermittlungen gibt es zig weitere Handlungsstränge über haufenweise Charaktere, die irgendwie in den Fall involviert sind. Stellenweise hatte ich echt Schwierigkeiten, nicht den Überblick zu verlieren, wer wohin gehört. Der Fall selbst ist auch gar nicht so komplex, er wird es bloß durch die vielen agierenden und betroffenen Figuren. Hätte Burke es auf Sheriff Hackberry und den Psychopathen Jack „Preacher“ Collins beschränkt, wäre das vollkommen ausreichend gewesen. Daher waren die „Regengötter“ (der zweiter Band der Hackberry-Holland-Reihe) ein nicht ganz so starkes Vergnügen, wie die anderen Burke-Geschichten.

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    • Gebundene Ausgabe: 456 Seiten
    • Verlag: Pendragon (20. Mai 2017)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3865325742
    • ISBN-13: 978-386532574



    Über den Autor:

    James Lee Burke, 1936 in Louisiana geboren, wurde bereits Ende der Sechzigerjahre von der Literaturkritik als neue Stimme aus dem Süden gefeiert. Nach drei erfolgreichen Romanen wandte er sich Mitte der Achtzigerjahre dem Kriminalroman zu, in dem er die unvergleichliche Atmosphäre von New Orleans mit packenden Storys verband. Burke wurde als einer von wenigen Autoren zweimal mit dem Edgar-Allan-Poe-Preis für den besten Kriminalroman des Jahres ausgezeichnet. 2015 erhielt er für Regengötter den Deutschen Krimi Preis. Er lebt in Missoula, Montana.



    Inhaltsangabe:

    Alte Freunde bringen manchmal Unglück. Diese Erkenntnis macht Dave Robicheaux, als er unverhofft dem abgehalfterten Rock ´n´ Roller Dixie Lee Pugh wiederbegegnet. Pugh arbeitet inzwischen für eine Ölfirma und berichtet ihm von zwei finsteren Kollegen und ihren dreckigen Machenschaften in den Bergen Montanas.
    Wenig später wird Pugh Opfer eines Brandanschlags und Dave Robicheaux flattert ein Drohbrief ins Haus. Als er sich die Absender schnappen will, steht er plötzlich selbst unter Mordverdacht. Robicheaux hat nur eine Chance: Er muss nach Montana und herausfinden, in welche Geschäfte Dixie Pughs Kollegen verwickelt sind. Es geht um eine Menge Geld, um mächtige Ölgesellschaften und um junge Indianer, die gegen altes Unrecht kämpfen.



    Meine Kritik:

    Auch der dritte Band spielt zirka ein Jahr nach den Ereignissen der vorherigen Geschichte. Inzwischen ist wieder etwas Ruhe in Dave Robicheauxs Leben eingekehrt, doch an der früheren Tragödie knabbert er noch immer. In einem Diner trifft er eines Nachts seinen früheren College-Mitbewohner und jetzt abgehalfterten Rock'n'Roller Dixie Lee Pugh. Dieser bittet seinen alten Kumpel um Hilfe. Zunächst lehnt Dave ab, aber natürlich dauert es nicht lange, bis ihn der Ärger trotzdem heimsucht. Diesmal landet der Ex-Cop während seiner Ermittlungen sogar für etliche Tage hinter Gittern und ist gezwungen, danach in die Berge Montanas zu reisen, um Beweise für seine Unschuld zu suchen. Selbstredend, dass ihn dabei jede Menge zwielichtige Typen und noch mehr Schwierigkeiten erwarten.

    Obwohl die dritte Geschichte nicht ganz an die beiden vorherigen Bände heranreicht, ist es dennoch eine düstere, schmutzige Hard-Boiled-Geschichte mit flotten Sprüchen und Ganoven, die allesamt nicht lange fackeln.