Beiträge von fictionmaster

    Als Dr. Chris Shepard Besuch von der FBI-Agentin Alex Morse bekommt, traut er seinen Ohren nicht. Die Agentin behauptet, auf der Suche nach einem Serienmörder zu sein, dessen nächstes Opfer Chris sein soll. Schlimmer noch: Angeblich hat Chris‘ Frau den Killer engagiert, um ihn auf diese Weise loszuwerden. Zunächst glaubt Chris Alex kein Wort. Doch die Saat des Zweifels ist gesät und je intensiver er sich damit beschäftigt, desto mehr Unregelmäßigkeiten fallen ihm auf. Dann auf einmal wird er krank und ist sich auf einmal gar nicht mehr so sicher, dass es sich lediglich um Grippe-Symptome handelt.

    „Leises Gift“ ist ein Thriller, so wie wir ihn von Greg Iles gewohnt sind. Spannend, verzwickt und trotzdem bodenständig. Zudem spielt die Geschichte in Natchez. Tom Cage hat einen kurzen Gastauftritt, während der Iles-Lesern bekannte FBI-Special Agent John Kaiser im späteren Verlauf der Handlung eine größere Rolle spielt. Interessante Story, von denen gern weitere folgen dürfen.

    Wissenschaftler David Tennant erhält eine kryptische Botschaft seines Freundes Andrew. Kurz darauf ist der Freund tot und auch auf David gerät in die Schusslinie. Zusammen mit der Psychologin Rachel Weiss versucht er, die Hintergründe aufzudecken, und merkt schnell, dass alles mit dem geheimes „Trinity"-Projekt zur Erschaffung eines Supercomputers zu tun hat. Schon bald werden sie von NSA und Polizei gesucht. Um sein Dilemma noch zu vergrößern, leidet David an Narkolepsie und hat in seinen unwillkürlichen Schlafphasen Träume von den letzten Tagen Jesus. Um letzteres zu klären, flüchtet David bis nach Israel.

    „Geraubte Erinnerungen“ ist kein typischer Iles-Krimi. Neben den handelsüblichen Motiven aus dem Thriller-Genre gibt es Anleihen bei Technothrillern und sogar Historien- und Mystery-Thrillern. Die Summe all dessen ist zwar nicht zu viel, wirkt aber dennoch etwas unausgegoren. Den Jesus-Part zum Beispiel hätte man sich sparen können. Dazu hätte Iles bei den vielen Verfolgungs- und Nachforschungselementen in der ersten Hälfte der Geschichte besser die ausgetretenen Pfade verlassen sollen. Dann hätte das Ganze auch keine krude Mischung aus „Staatsfeind Nummer Eins“ und „Das Jesus-Video“ ergeben. Ich weiß, dass Greg Iles es SEHR viel besser kann.



    • Herausgeber ‏ : ‎ Bastei Lübbe (14. Juli 2011)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Taschenbuch ‏ : ‎ 448 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3404151607
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3404151608


    ASIN/ISBN: 3404151607



    Über den Autor:

    Greg Iles wurde in Deutschland geboren, da sein Vater damals die medizinische Abteilung der Amerikanischen Botschaft leitete. Er verbrachte seine Jugend in Natchez, Mississippi. 1983 beendete er sein Studium an der University of Mississippi. Danach trat Greg Iles zunächst als Profi-Musiker auf, bevor er sich der Schriftstellerei widmete. Seine Bücher erscheinen inzwischen in 25 Ländern. Der überaus produktive Autor pflegt außerdem eine Leidenschaft für Filme. Zu seinem Roman "24 Stunden" schrieb er selbst das Drehbuch.Der Autor lebt mit Frau und zwei Kindern in Natchez, Mississippi.



    Inhaltsangabe:

    Der Geologe John Waters führt ein glückliches Leben mit Frau und Kind in Natchez, Mississippi. Das war nicht immer so, denn Jahre zuvor drohte ihn die obsessive Liebesbeziehung zu einer anderen Frau zu vernichten. Doch die Frau verschwand und fand einen schrecklichen Tod in New Orleans.

    Nun, zehn Jahre später, macht John die Bekanntschaft der attraktiven Immobilienmaklerin Eve Sumner, einer Frau, die offenbar jedes Detail aus seiner bewegten Vergangenheit zu kennen scheint. Als auch Eve ums Leben kommt, wird der Geologe in einen Strudel aus Hass und Gewalt verwickelt, der ihn an den Rand des Wahnsinns bringt.



    Meine Kritik:

    Von Greg Iles bin ich knifflige Krimis und Thriller gewohnt. Im vierten Band der Mississippi-Reihe allerdings gesellen sich sogar übernatürliche Elemente dazu. Die Hauptperson im Roman „Ewiger Schlaf“ ist der Geologe John Waters, der sich, obwohl er verheiratet ist und eine Tochter hat, auf eine Affäre mit einer anderen Frau einlässt. Das Besondere an seiner neuen Flamme Eve ist, dass diese nicht nur erstaunlich viel über Waters Vergangenheit weiß, sondern sogar behauptet, die Reinkarnation einer von Waters Ex-Freundinnen in der Jugend zu sein. Als Erklärung gibt sie an, dass durch Sex eine Seelenwanderung von einem Körper zum anderen möglich ist. Verständlicherweise ist der Mann zunächst skeptisch, aber nachdem Eve geheime Dinge kennt, die niemand anderes wissen kann, beginnt er ihr zu glauben. Dann wird Eve auf einmal ermordet und Waters avanciert zum Hauptverdächtigen.

    Trotz des recht schleppenden Einstiegs besaß der Roman „Ewiger Schlaf“ ein unschlagbares Argument für jeden Greg-Iles-Fan: Die Geschichte spielt nämlich im Städtchen Natchez, Mississippi in dem auch die grandiose Penn-Cage-Reihe spielt. Und nicht nur das: Penn Cage spielt im Verlauf des Handlung sogar eine wichtige Rolle. Seine Verlobte Caitlin Masters wird an mehreren Stellen erwähnt. Und auch Penns Vater Tom Cage hat einen Gastauftritt. Diese Highlights werten die ansonsten recht gewöhnungsbedürftige Story erheblich auf. Verbindungen zu den drei vorherigen Mississippi-Büchern konnte ich allerdings keine feststellen.

    Vor Jahrzehnten entdeckte Dave Robicheaux beim Tauchen vor der Küste Louisianas das Wrack eines alten Nazi-U-Boots. Als er jetzt für einen Auftragsgeber versucht, das versenkte Schiff wiederzufinden, wird auf einmal seine Familie bedroht. Als wäre das nicht bereits schlimm genug, legt sich Daves ehemaliger Partner Clete Purcel mit der Unterwelt in New Orleans an und Dave muss eingreifen, bevor die Lage eskaliert. Obwohl es im siebenten Band der Krimi-Reihe einiges zu tun gibt, bleibt die Spannung stellenweise auf der Strecke. Zumindest im Vergleich mit den sechs Vorgängerbänden. Dave tanzt einfach auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig, sodass nicht nur er irgendwann nicht mehr richtig weiß, wo ihm der Kopf steht. Interessanter als die Krimi-Handlung fand ich diesmal ohnehin, wie es in Daves Privatleben weitergeht. Sowohl seine Frau Bootsie als auch sein Freund Batist haben einige Probleme. Ich bin gespannt, wie es (insbesondere mit ihnen) im nächsten Band „Im Dunkel des Deltas“ weitergeht.

    Kriegsfotografin Jordan Glass traut ihren Augen kaum, als sie in einem Hongkonger Kunstmuseums das Bild einer nackten Frau bemerkt, die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht. Aber es ist nicht Jordan, sondern ihre Zwillingsschwester Jane, die darauf zu sehen ist. Diese verschwand vor mehr als einem Jahr spurlos und gilt als Opfer eines Serienmörders im Südosten der USA. Jordan begreift sofort: Ihre Schwester könnte noch am Leben und das Gemälde eine Spur zu ihrem Aufenthaltsort sein. Die Suche nach ihr führt Jordan nach New York, nach Orleans und in die Karibik. Doch auch Janes Entführer ist nicht untätig in der Zeit.

    Der dritte Band von Greg Iles Mississippi-Reihe ist nicht nur deutlich spannender als die zwei Romane davor, diesmal gibt es auch Zusammenhänge mit dem ersten Band „@E.R.O.S.“. Der Psychiater Arthur Lenz ist an den Ermittlungen beteiligt und erwähnt an zwei Stellen auch den schwierigen Fall (aus Band Eins) vor ein paar Jahren. Als wäre dies nicht genug treffen wir zudem auf FBI Special Agent John Kaiser, der später in Iles grandioser Natchez-Romanreihe eine wichtige Rolle spielen wird. Obwohl es im letzten Drittel ein paar kurze Längen gibt, ist „Infernal“ doch ein großartiger Thriller, der Appetit auf mehr macht. Ich bin schon auf den letzten Band der Mississippi-Reihe mit dem Titel „Ewiger Schlaf“ gespannt.

    Als Dr. Will Jennings für einen medizinischen Vortrag nach Florida fliegt, glaubt er an einen ruhigen Kurztrip ohne seine Familie. Doch im Hotel wird er bereits erwartet: Eine unbekannte Frau erzählt ihm, dass Wills kleine Tochter Abby und seine Frau Karen entführt wurden und er für sie Lösegeld bezahlen soll. Zuerst hält er es für einen Scherz, aber dann meldet sich der Kidnapper Joe Hickey, der sich in Wills Haus aufhält und Töchterchen Abby bereits an einen unbekannten Ort bringen lassen hat. Was folgt, sind „24 Stunden Angst“ (so auch der Titel der Verfilmung), die abwechselnd aus der Perspektive der drei Mitglieder der Jennings-Familie erzählt werden. Der Roman ist eine typische Entführungsgeschichte. Es gibt zwar ein, zwei überraschende Wendungen, dennoch ist es die meiste Zeit ein leidlich spannendes Psychospiel zwischen den Entführern und den Familienmitgliedern. Auch das Ende verhält sich genauso, wie man es von einer solcher Story erwartet. Abgesehen von einer leicht erotischen Note und einigen technischen Spielereien zum Ende hin gibt es übrigens keinerlei Ähnlichkeiten oder Verbindung zum vorherigen Mississippi-Band "@ E.R.O.S.".


    • Herausgeber ‏ : ‎ Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); 13. Aufl. 1999 Edition (28. September 1999)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Taschenbuch ‏ : ‎ 688 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3404142357
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3404142354


    ASIN/ISBN: 3404142357


    Über den Autor:

    Greg Iles wurde in Deutschland geboren, da sein Vater damals die medizinische Abteilung der Amerikanischen Botschaft leitete. Er verbrachte seine Jugend in Natchez, Mississippi. 1983 beendete er sein Studium an der University of Mississippi. Danach trat Greg Iles zunächst als Profi-Musiker auf, bevor er sich der Schriftstellerei widmete. Seine Bücher erscheinen inzwischen in 25 Ländern. Der überaus produktive Autor pflegt außerdem eine Leidenschaft für Filme. Zu seinem Roman "24 Stunden" schrieb er selbst das Drehbuch.Der Autor lebt mit Frau und zwei Kindern in Natchez, Mississippi.



    Inhaltsangabe:

    Tagsüber verkauft Harper Cole von seiner abgelegenen Farm aus Waren via Internet. Nachts hingegen arbeitet er als System-Operator für den exklusiven E.R.O.S.-Online-Dienst, zu dessen Kunden sowohl Hollywood-Stars als auch New Yorker Intellektuelle zählen. Unter der Zusicherung absoluter Anonymität plaudern diese Online-Benutzer im Internet ihre geheimen Wünsche und Obsessionen aus.
    Als plötzlich sechs weibliche E.R.O.S.-Kunden jeden Kontakt abbrechen, ahnt Cole, daß irgend etwas nicht in Ordnung sein kann. Und als die sechs Frauen schließlich ermordet aufgefunden werden, steht Cole plötzlich ganz oben auf der Liste der Hauptverdächtigen ...



    Meine Kritik:

    Harper Cole arbeitet als System-Operator für den exklusiven Online-Dienst E.R.O.S. Als sechs der E.R.O.S-Kundinnen verschwinden, hegt er einen schlimmen Verdacht und verständigt die Behörden. Mit seiner Befürchtung behält Harper leider recht: Alle sechs Frauen wurden ermordet. Offenbar die Tat eines Serienmörders, der sich seine Opfer über das digitale Erotik-Portal aussucht. As FBI und Polizei seiner Meinung nach die falschen Methoden anwenden, um den Killer aufzuspüren, kreiert Harper zusammen mit dem E.R.O.S.-Administrator Miles ein eigenes fiktives Frauenprofil, das sich am Leben von Harpers Schwägerin Erin orientiert. Der Mörder geht zwar darauf ein, doch damit wird die Lage nicht besser, sondern alles nur sehr viel gefährlicher.

    Ein Großteil der Handlung spielt in Harpers Haus und näherer Umgebung, während er versucht, den Killer aufzuspüren. Das ist interessant, erinnert aber trotzdem fast an ein Kammerspiel. Die Computer- und Software-Techniken aus Greg Iles‘ 1997 erschienenen Thriller sind mittlerweile zwar veraltet, aber die Handlung bleibt trotzdem spannend. Bei Begriffen wie Compuserve und AOL musste ich allerdings unfreiwillig schmunzeln.



    • Herausgeber : Random House Audio; Ungekürzte Lesung, Inszenierte Lesung Edition (25. Februar 2019)
    • Sprache : Deutsch
    • ISBN-10 : 3837146243
    • ISBN-13 : 978-3837146240
    • Abmessungen : 13.9 x 1.1 x 14.6 cm


    ASIN/ISBN: 3837146243



    Über den Autor:

    Bela B Felsenheimer, geboren 1962 in West-Berlin, ist Schlagzeuger, Gitarrist, Komponist, Sänger, Schauspieler, Synchron- und Hörbuchsprecher, war Comicbuch-Verleger und hat eine eigene Radiosendung. Bekannt ist er vor allem als Mitglied der Punkrock-Band die Ärzte. Als Autor hat er bisher einige Kurzgeschichten veröffentlicht und ein Filmdrehbuch verfasst. „Scharnow” ist sein erster Roman.



    Inhaltsangabe:

    In Scharnow, einem Dorf nördlich von Berlin, liegt der Hund begraben. Scheinbar. Tatsächlich wird hier aber gerade die Welt gewendet: Schützen liegen auf der Lauer, um die Agenten einer Universalmacht zu vernichten, mordlustige Bücher richten blutige Verheerung an und mittendrin hat ein Pakt der Glücklichen plötzlich kein Bier mehr. Wenn sich dann ein syrischer Praktikant für ein Mangamädchen starkmacht, kann auch die Liebe nicht weit sein.
    Sein erster Roman, aber nicht sein erstes Hörbuch: Bela B ist als Sprecher genauso begabt wie als Schlagzeuger.


    Meine Kritik:

    Bela B. war schon immer ein Freund von Horror-, Trash und wohl auch der Porno-Kultur der 1980er und 1990er Jahre. In „Scharnow“ hat er all diesen Dingen eine denkwürdige Zusammenfassung erstellt. Da gibt es nackte Terroristen im Supermarkt, ein Horror-Buch, das Leute umbringt, einen Mann mit Superkräften, eine Pornofilmdarstellerin mit anstrengender Teenager-Tochter, syrischer Praktikant, der sich in ein Mädchen aus dem Dorf verliebt und einen „Gülliardär“, der sich nach Kanada absetzt, weil seine Frau nichts von ihm riechen kann. Die Handlung verteilt sich auf etliche Leute in dem kleinen brandenburgischen Ort und wird etwas sprunghaft erzählt. Bei einer Trash-B-Movie-Hommage ist das aber okay, muss wahrscheinlich sogar so sein.

    Interessanter als die verrückt bis absurden Ereignisse sind die vielen verschiedenen Personenzeichnungen, die Bela B. wunderbar gelungen sind. Man fiebert mit Aussteiger Jan-Uwe genauso mit wie mit Susanne, Silvia und dem syrischen Immigranten, der sich über die vielen deutschen Eigenheiten wundert.

    Beim Lesen des Buches hätte ich wahrscheinlich irgendwann den Faden verloren, aber als vom Autor vorgelesene ungekürzte Hörbuch-Ausgabe (auf 2 Mp3-CDs / 10h33min) funktioniert die Geschichte perfekt. Hier merkt man Belas Hörbucherfahrung. Ein weiteres Schmankerl sind die gelegentlichen Soundeffekten wie Funktöne, Kotzgeräusche oder Telefonklingeln.

    Physiker Sebastian steckt in der Klemme: Sein Sohn Liam wurde entführt und er bekommt ihn nur unversehrt zurück, wenn er dafür einen Arzt ermordet. In seiner Verzweiflung lässt sich der Wissenschaftler darauf ein, doch dadurch wird alles nur viel komplizierter. Und das buchstäblich in mehreren Dimensionen. "Schilf" ist kein Krimi, obwohl der Roman in dieser Kategorie eingeordnet ist, sondern ein langsam erzähltes Drama mit Science-Fiction-Elementen, voller theoretischer und philosophischer Gedankengänge. Aus dem Grund taucht der ermittelnde und titelgebende Kommissar Schilf erst nach dem ersten Romandrittel auf und spielt auch sonst meist eine eher untergeordnete Rolle. Stattdessen gibt es neben intensiven Charakterstudien haufenweise bedeutungsschwangere Dialoge und Gedankenspiele über Physik, Zeit und Viele-Welten-Interpretationen (Multiversen). Sätze wie „Materie ist nicht mehr als die Idee des Beobachters“ erinnern stark an die TV-Serie "Dark". Dazu gibt es viele Beschreibungen von Gebäuden und Umgebung sowie etliche schöne Umschreibungen wie „Es ist das Wartenden eines Fallenden auf einen Aufschlag, der nicht kommt“ oder „Die Kette der Sekunden zerfällt zu winzigen Teilchen.“ Das alles wertet die eher zähe und unspektakuläre Geschichte etwas auf, kann meiner Meinung nach aber nicht alles herausreißen.

    Nora Seed hat nicht nur ihren Job verloren, sondern ist generell unglücklich mit ihrem Leben. Nach einem Selbstmordversuch erwacht sie plötzlich in der mysteriösen Mitternachtsbibliothek, wo in jedem einzelnen Buch ein alternatives Leben von ihr aufgezeichnet ist. So besucht Nora all die anderen Leben, die sie nie geführt hat: Sie hält Vorträge als erfolgreiche Sportlerin, jagt Eisbären in der Arktis und befindet sich als erfolgreiche Musikerin auf Südamerika-Tournee. Das alles ist anfangs faszinierend, aber da man das mit den alternativen Leben auf ewig fortsetzen könnte und es sich lediglich um das Leben einer Romanfigur handelt, wirken Noras Sprünge irgendwann ermüdend. Im letzten Drittel fragte ich mich mehrmals, was jetzt noch kommen soll.

    Auf weiter Strecke war die Geschichte im Grunde genommen bloß eine weitere Version von Dickens "Weihnachtsgeschichte". Daran ändern auch philosophische Exkurse über den „Baum des Lebens“, über Vereinsamung durch soziale Medien und das Multiversum nicht viel. Die Quintessenz, dass es kein ideales Leben gibt und überall nicht alles nach Plan läuft, ist ebenfalls nicht sooo überraschend.


    • Herausgeber : cbj audio; Gekürzte Lesung Edition (1. März 2021)
    • Sprache : Deutsch
    • ISBN-10 : 3837152545
    • ISBN-13 : 978-3837152548
    • Lesealter : 12 Jahre und älter
    • Originaltitel : Theo Boone 7: The Accomplice (Dutton Books)

      ASIN/ISBN: 3837152545

    Über den Autor:

    John Grisham hat 32 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sieben Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.




    Inhaltsangabe:

    Woody, ein guter Freund von Theo, steckt in ernsthaften Schwierigkeiten: Gemeinsam mit seinem älteren Bruder und einem dritten Jungen wird er verhaftet. Die Anklage lautet: bewaffneter Raubüberfall! Dass es nur eine Wasserpistole war und Woody die ganze Zeit im Auto saß, interessiert niemanden. Woody und sein Bruder werden eingesperrt und bekommen es im Gefängnis plötzlich mit echten Verbrechern zu tun. Jetzt sind Theos ganzer Mut und Kampfgeist gefragt …



    Meine Kritik:

    Im siebenten Fall der Jugendbuchreihe stecken Theos Freund Woody und sein Bruder mächtig in Schwierigkeiten. Die zwei waren mit ihrem Kumpel Garth unterwegs, der im angetrunkenen Zustand mit einer Wasserpistole einen Tankstellensupermarkt überfallen hat. Nun werden alle drei wegen bewaffneten Raubüberfalls angeklagt. Im gleichen Boot sitzen sie trotzdem nicht. Garths Familie ist reich, weshalb er innerhalb weniger Stunden wieder auf Kaution frei ist. Woody und sein Bruder hingegen sind bettelarm und selbst die Kaution von zweimal tausend Dollar können sie nicht so einfach aufbringen. Zum Glück versucht Theo alles in seiner Macht stehende, um den beiden zu helfen.

    Diese Hilfsversuche nehmen einen Großteil der Geschichte in Anspruch. Woody und sein Bruder geraten von einem Schlamassel ins nächste. Alles was, schiefgehen kann, geht schief. Dadurch zeigt dieser Band eine Menge Mängel im (amerikanischen) Rechtssystem auf. Für ein Jugendbuch könnte es dennoch ein bisschen zu viel Juristerei sein. Theos zusätzlicher Mini-Fall am Tiergericht (diesmal geht es um ein herumstreunendes Kaninchen) und der Ausflug der Pfadfinder sorgen da zwar für kurze Ablenkung, sind im Grunde genommen aber (fast) unnötig.

    Die gekürzte Lesung ist auf 4 CDs (4h30min) verteilt und wird wie üblich bei den Theo-Boone-Büchern von Oliver Rohrbeck vorgelesen.

    • Herausgeber : Droemer HC; 2. Edition (28. April 2021)
    • Sprache : Deutsch
    • Taschenbuch : 272 Seiten
    • ISBN-10 : 3426283867
    • ISBN-13 : 978-3426283868


    ASIN/ISBN: 3426283867



    Über den Autor:

    Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem Debüt "Die Therapie" (2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Seine Bücher wurden bereits 13 Millionen Mal verkauft, in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen.
    Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.



    Inhaltsangabe:

    Ein ungleiches Paar.
    Eine schicksalhafte Mitfahrgelegenheit.
    Ein Selbstversuch der besonderen Art.
    WAS GESCHIEHT, WENN ZWEI MENSCHEN EINEN TAG VERBRINGEN, ALS WÄRE ES IHR LETZTER?
    Ein Roadtrip voller Komik, Dramatik und unvorhersehbarer Abzweigungen von Deutschlands Bestsellerautor Nr. 1 Sebastian Fitzek - mit zwei skurrilen, ans Herz gehenden Hauptfiguren, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
    Livius Reimer macht sich auf den Weg von München nach Berlin, um seine Ehe zu retten. Als sein Flug gestrichen wird, muss er sich den einzig noch verfügbaren Mietwagen mit einer jungen Frau teilen, um die er sonst einen großen Bogen gemacht hätte. Zu schräg, zu laut, zu ungewöhnlich - mit ihrer unkonventionellen Sicht auf die Welt überfordert Lea von Armin Livius von der ersten Sekunde an. Bereits kurz nach der Abfahrt lässt Livius sich auf ein ungewöhnliches Gedankenexperiment von Lea ein – und weiß nicht, dass damit nicht nur ihr Roadtrip einen völlig neuen Verlauf nimmt, sondern sein ganzes Leben!


    Meine Kritik:

    Lehrer Livius Reimer muss unbedingt von München nach Berlin kommen, weil er bei einem Verlag sein Sachbuch vorstellen und noch dazu seine bröckelnde Ehe retten möchte. Weil aufgrund schlechten Wetters sämtliche Flüge gestrichen ist, muss er sich zwangsweise den einzigen verfügbaren Mietwagen mit der flippigen Lea von Armin teilen. Schon vom ersten Moment an lockt sie ihn mit frechen Sprüchen und Aktionen aus der Reserve. Während der mehrstündigen Fahrt überredet sie ihn noch dazu, sich der Frage zu stellen, was Livius tun würde, wenn dies der letzte Tag seines Lebens wäre. Eine Menge verrückter Aktionen sind die Folge.

    Trotz einiger absurd bis hanebüchenen Erlebnisse birgt die Handlung selbst keine so großen Überraschungen. Praktisch alles entpuppt sich genauso, wie man es von einer solchen Geschichte erwartet. Dennoch war es eine angenehme Dramedy, bei der einen höchstens die stellenweise recht umständliche Ausdrucksweise des Ich-Erzählers irritiert. Davon abgesehen ist dieser Nicht-Thriller Sebastian Fitzek durchaus gelungen.

    Heute frisch erschienen: "Mord mit Alpenblick - Der vierte Fall für Herrchen Schrödinger und Boxer Horst“ von Silke Porath und Sören Prescher.


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    Worum es im Buch geht:
    Tuttlingen steht unter Wasser. Ganz Tuttlingen? Nein – aber immerhin die Wohnung von Schrödinger und seiner Liebsten Marion. Solange die Handwerker damit beschäftigt sind, die morschen Rohre in Ordnung zu bringen, wird Urlaub gemacht. Ferien auf dem Biobauernhof im Allgäu, mit Kindern, Hund, Kaninchen und Schwiegermutter! Doch der Urlaubstraum wird jäh zerstört, als eines Morgens der Biobauer Gerwin tot im Stall liegt. So beginnt wieder einmal ein Fall für Hobbyermittler Schrödinger und seinen klugen Boxer Horst. Und bald zeigt sich, dass das ländliche Idyll auch seine düsteren Seiten hat …


    Autoren: Silke Porath , Sören Prescher
    416 Seiten, Maße: 12,5 x 18,7 cm, Flex. Einband
    Verlag: Weltbild Deutschland
    ISBN-10: 3963776927
    ISBN-13: 9783963776922
    Erscheinungsdatum: 02.06.2021


    Hier geht's zum Buch:
    https://www.weltbild.de/artike…=U3VjaGV8U3VjaGVyZ2Vibmlz

    • Herausgeber : Heyne Verlag (15. März 2021)
    • Sprache : Deutsch
    • Gebundene Ausgabe : 304 Seiten
    • ISBN-10 : 3453273354
    • ISBN-13 : 978-3453273351
    • Originaltitel : Later


    ASIN/ISBN: 3453273354


    Über den Autor:

    „Carrie“, „The Shining“, „Misery“ – es gibt wohl nur wenige Leser oder Kinogänger, die nicht zumindest eine dieser drei Horrorgeschichten von Stephen King kennen. Einen internationalen Bestseller nach dem anderen legt der 1947 in Maine geborene Autor vor. Und nicht wenige davon wurden auch erfolgreich verfilmt. So spektakulär die Geschichten sind, so bürgerlich klingt Kings Werdegang. Nach Schule, Universität und früher Heirat arbeitete er zunächst als Englischlehrer. Seiner Passion fürs Schreiben ging er abends und am Wochenende nach, bis ihm der Erfolg seiner ersten großen Geschichte, „Carrie“, erlaubte, ausschließlich als Schriftsteller zu leben. Der Rest ist Legende. King hat drei Kinder und bereits mehrere Enkelkinder und lebt mit seiner Frau Tabitha in Maine und Florida.


    Inhaltsangabe:

    Jamie Conklin wächst in Manhattan auf und wirkt wie ein normaler neunjähriger Junge. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, aber er steht seiner Mutter Tia, einer Literaturagentin, sehr nahe. Die beiden haben ein Geheimnis: Jamie kann von klein auf die Geister kürzlich Verstorbener sehen und sogar mit ihnen reden. Und sie müssen alle seine Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Tia hat sich gerade aus großer finanzieller Not gekämpft, da stirbt ihr lukrativster Autor. Der langersehnte Abschlussband seiner großen Bestsellersaga bleibt leider unvollendet – wäre da nicht Jamies Gabe … Die beiden treten eine Reihe von unabsehbaren Ereignissen los, und schließlich geht es um, nun ja, Leben und Tod.



    Meine Kritik:

    Als der sechsjährige Jamie Conklin erfährt, dass die Gattin seines Nachbarn gestorben ist, ist er irritiert, denn die Frau steht nicht nur direkt neben ihm, sondern spricht sogar mit ihm. Jamie hat die Gabe, mit Toten zu reden und erzählt in der Ich-Perspektive, dass sich dies nicht nur als Segen, sondern im Laufe der Jahre manchmal auch Fluch erweist. Insbesondere nachdem er einer befreundeten Polizistin beim Verhör eines toten Bombenlegers hilft und damit sehr viel mehr erweckt, als ihm lieb ist. Spätestens ab der Hälfte steigt daher der Horror-Grad der Geschichte auch deutlich an. Richtig gruselig empfand ich den Roman zwar nicht, dafür aber spannend und höchst interessant. Dass das Ritual von Chüd und die Todeslichter erwähnt werden, die jeder King-Fan aus „Es“ kennt, waren ein zusätzliches Highlight. Das einzig Negative war das etwas unrunde Ende. Zum Schluss bleiben einige Fragen offen. Das hätte so in der Form nicht sein müssen. Nichtsdestotrotz hat mir die Geschichte großen Spaß bereitet.

    • Herausgeber : Heyne Verlag (10. Mai 2021)
    • Sprache : Deutsch
    • Gebundene Ausgabe : 672 Seiten
    • ISBN-10 : 345327315X
    • ISBN-13 : 978-3453273153
    • Originaltitel : A Time For Mercy (novel 27)


    ASIN/ISBN: 345327315X



    Über den Autor:

    John Grisham hat 32 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sieben Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.



    Inhaltsangabe:

    Jake Brigance, Held der Bestseller »Die Jury« und »Die Erbin«, ist zurück. Diesmal steht er als Pflichtverteidiger im Zentrum eines aufsehenerregenden Mordprozesses in Clanton, Mississippi. Sein Mandant Drew Gamble hat einen örtlichen Deputy umgebracht – doch war es Notwehr oder Mord? Die Mehrheit von Clanton fordert lautstark einen kurzen Prozess und die Todesstrafe. Dabei ist Drew Gamble gerade einmal 16 Jahre alt. Jake Brigance arbeitet sich in den Fall ein und versteht schnell, dass er alles tun muss, um den Jungen zu retten. Auch wenn er in seinem Kampf für die Wahrheit nicht nur seine Karriere, sondern auch das Leben seiner Familie riskiert.



    Meine Kritik:

    Anwalt Jake Brigance, den wir bereits aus den Romanen „Die Jury“ und „Die Erbin“ kennen, ist alles andere als glücklich, als er einen Mordfall aufs Auge gedrückt bekommt: Der 16-Jährige Drew Gamble hat einen Polizisten erschossen und die Tat sogar gestanden. Weil ihm der Richter keine Wahl lässt, übernimmt Jake die Verteidigung und wird dadurch zum unbeliebtesten Mann der ganzen Kleinstadt Clanton. Nicht nur, dass es zu offenen Anfeindungen kommt, bei der Polizei steht er nun ebenfalls auf der schwarzen Liste. Dazu kommen keine neuen Aufträge mehr rein, sodass die Kanzlei kurz vor der Pleite steht. Parallel zu dem schwierigen Fall gibt es noch einen zweiten über einen Unfall bei einem Bahnübergang, an dem Jake gerade arbeitet. Doch auch der verzögert sich immer weiter. Jake ist der Verzweiflung nahe.

    Die Geschichte spielt 1990 und damit fünf Jahre nach "Die Jury". Es gibt mehrere Anspielungen auf den früheren Fall (inklusive dreier kurzer Treffen zwischen Carl Lee und Jake), außerdem sind Harry Rex Vonner und Lucien Wilbanks wieder mit von der Partie. Der Roman ist ziemlich weitläufig erzählt und verfolgt jede Menge Details nebenher. Erst im letzten Drittel geht es tatsächlich um den Mordprozess. Aber die Geschichte ist gut erzählt und man folgt Grisham auch bereitwillig durch das ganze Drumherum. Negativ empfand ich lediglich, dass der Fall am Ende etwas offen bleibt.

    • Herausgeber : Heyne Verlag; Originalausgabe Edition (26. April 2021)
    • Sprache : Deutsch
    • Gebundene Ausgabe : 384 Seiten
    • ISBN-10 : 3453273567
    • ISBN-13 : 978-3453273566


    ASIN/ISBN: 3453273567


    Über den Autor:

    Karsten Dusse ist Rechtsanwalt und seit Jahren als Autor für Fernsehformate tätig. Seine Arbeit wurde mit dem Deutschen Fernsehpreis und mehrfach mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet sowie für den Grimme-Preis nominiert. Sein Debütroman »Achtsam morden« und die Fortsetzung »Das Kind in mir will achtsam morden« schafften es an die Spitze der Bestsellerlisten.



    Inhaltsangabe:

    Um der Midlifecrisis zu entgehen, begibt sich Björn Diemel auf Anraten seines Therapeuten auf Pilgerreise. Schnell stellt sich als Erkenntnis auf dem Jakobsweg heraus, dass Björns Leben die Mitte bereits längst überschritten haben könnte: Ein unbekannter Mitpilger versucht, ihn zu töten. Während bei den scheiternden Anschlägen auf ihn ein Pilger nach dem anderen seinen Lebensweg verlässt, versucht Björn ganz achtsam, sich seiner Haut zu wehren. Seine Pilger-Fragen nach Leben, Tod und Erfüllung bekommen plötzlich eine sehr praxisnahe Relevanz.



    Meine Kritik:

    Nach den zwei chaotischen Abenteuern daheim begibt sich Anwalt und Gangchef Björn Diemel auf Anraten seines Psychiaters auf eine einmonatige Pilgerreise. Aus dem Grund gibt es diesmal keine so verzwickt-verrückte Krimihandlung wie in den beiden Vorgängerbänden, sondern es geht hauptsächlich um Björns Wanderung entlang des Jakobwegs und was er unterwegs erlebt. Zwar gibt es auch da einige kriminelle Aktivitäten, aber die finden vorwiegend nebenbei statt. Viel interessanter ist da, was Björn aus der Erinnerung heraus über sein berufliches Problem mit zwei „Bauschaumchinesen“ und über den neuen Lover seiner Ex-Frau erzählt. Diese zwei unterschiedlichen Zeitebenen bekommen der Spannung allerdings nicht sonderlich gut. Hinzu kommt, dass im Laufe der Geschichte Zufall und Glück relativ oft bemüht werden. Vor allem zum Ende hin auf der Gegenwarts-Ebene. Richtig absurd wird es dann beim überraschenden Kniff im Showdown. Den hatte ich so nicht erwartet, weil es mir einfach viel zu abwegig erschien. Alles in allem fällt der dritte Band „Am Rande der Welt“ leider nicht ganz so gut wie die zwei vorherigen Teile aus. Eine angenehm leichte Unterhaltung für Zwischendurch bleibt der Roman aber trotzdem.


    • Herausgeber : Blanvalet Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (14. Dezember 2020)
    • Sprache : Deutsch
    • Gebundene Ausgabe : 1200 Seiten
    • ISBN-10 : 3764507683
    • ISBN-13 : 978-3764507688
    • Originaltitel : Troubled Blood (Cormoran Strike 5)


    ASIN/ISBN: 3764507683



    Über den Autor:

    Robert Galbraith ist das Pseudonym von J.K. Rowling, Autorin der Harry-Potter-Reihe und des Romans Ein plötzlicher Todesfall.



    Inhaltsangabe:

    Cormoran Strike ist gerade zu Besuch bei seiner Familie in Cornwall, als er von einer Frau angesprochen wird, die ihn bittet, ihre Mutter, Margot Bamborough, ausfindig zu machen, die 1974 unter mysteriösen Umständen verschwand.

    Strike hatte es noch nie mit einem Cold Case zu tun, geschweige denn mit einem, der bereits vierzig Jahre zurückliegt. Doch trotz der geringen Erfolgsaussichten ist seine Neugier geweckt, und so fügt er der langen Liste an Fällen, die er und seine Arbeitspartnerin Robin Ellacott gerade in der Agentur bearbeiten, noch einen hinzu. Robin selbst hat mit einer hässlichen Scheidung und unerwünschter männlicher Aufmerksamkeit zu kämpfen – und dann natürlich mit ihren Gefühlen für Strike …

    Strikes und Robins Nachforschungen zu Margots Verschwinden führen sie auf die Fährte eines vertrackten Falls mit Hinweisen auf Tarotkarten, einen psychopathischen Serienkiller und Zeugen, die nicht alle vertrauenswürdig sind. Und sie merken, dass sich selbst Fälle, die schon Jahrzehnte alt sind, als tödlich herausstellen können ...



    Meine Kritik:

    In ihrem fünften gemeinsamen Fall werden Cormoran Strike und seine Partnerin Robin Ellacott damit beauftragt, einen vierzig Jahre alten Vermisstenfall zu untersuchen. Sie sollen herausfinden, ob die damals verschwundene Ärztin Margot Bamborough ebenfalls Opfer des zu der Zeit agierenden Serienmörders Dennis Creed wurde. Die meiste Zeit beschäftigen sich die zwei daher nicht mit aktiven Ermittlungen in der Gegenwart, sondern rollen den uralten Fall weitläufig auf, überprüfen alte Aufzeichnungen und unterhalten sich mit jeder Menge damaliger Zeitzeugen. Es gibt dermaßen viele Fakten und Randnotizen dazu, dass man lange Zeit nicht weiß, worauf der Fall letzten Endes hinausläuft und nur Galbraiths schriftstellerischem Talent ist es zu verdanken, dass sich die Geschichte hier nicht komplett verzettelt.

    Parallel zu dem Vergangenheits-Fall gibt es auch noch das normale Tagesgeschäft, das die zwei immer wieder in aktuelle Ermittlungen verstrickt, sowie kompliziertes Privatleben der beiden Hauptpersonen. Während Cormoran sich um die schlechte Gesundheit seiner krebskranken Tante sorgt und ihretwegen mehrmals Cornwall reist, hat Robin mit ihrer Scheidung von Matthew zu kämpfen. Und auch in der Detektei läuft nicht alles rund.

    „Böses Blut“ ist ein ruhig erzählter Krimi, der sich erst allmählich aufbaut. Die Kapitel werden abwechselnd aus Strikes und Robins Sicht erzählt. Diesmal gibt es nicht so viele Soap-Elemente wie im vorherigen Band. Das tut der Handlung gut, ebenso, dass eigentlich immer etwas los ist und die Geschichte dadurch nie langweilig wird. Dennoch hätte es an mancher Stelle nicht ganz so tief und detailliert in die Vergangenheit gehen müssen.

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    • ASIN : 3955750728
    • Herausgeber : Ventil Verlag; 1. Aufl. Edition (1. März 2017)
    • Sprache : Deutsch
    • Taschenbuch : 368 Seiten
    • ISBN-10 : 9783955750725
    • ISBN-13 : 978-3955750725




    Über den Autor:

    Frank Turner ist ein englischer Folk/Punk-Sänger aus Winchester. Er war der Leadsinger der Post-Hardcore-Band Million Dead, bevor er mit seiner Band The Sleeping Soul eine Solokarriere startete.

    Turner hat sechs Soloalben sowie mehrere EPs veröffentlicht. Bisher ist er in 38 Ländern aufgetreten. Er wohnt manchmal in London, ist die meiste Zeit aber mit seiner Band unterwegs.



    Inhaltsangabe:

    Frank Turner ist ein Künstler mit dem Herz auf der Zunge. Da machte es nur Sinn, dass der britische Musiker sich nach dem Ende seiner Hardcore-Band Million Dead im September 2005 dem Folk zuwandte. 1254 Shows später wird er von Trainspotting-Regisseur Danny Boyle gefragt, ob er bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele 2012 auftreten möchte. »The Road Beneath My Feet« erzählt die Geschichte zwischen diesen Daten. Von Orientierungslosigkeit und der Suche nach einem neuen Weg, von durchzechten Nächten und Momenten der Klarheit. Statt einer gewöhnlichen Autobiografie hat Turner für dieses Buch sein erstes eine Form gewählt, die einem ständig tourenden Musiker am besten liegt: »The Road Beneath My Feet« ist im Stil eines Tagebuchs gehalten, jedes Kapitel überschrieben mit einer bestimmten Show. So gewährt Turner einen Einblick in seine Alltagsrealität auf Tour und hinter die Kulissen des Popbiz. Doch selbst wenn er von Exzessen und Konfrontationen schreibt, behält er die Füße auf dem Boden. Frank Turner ist nicht nur als Songwriter ein sehr genauer Beobachter, unnötige Floskeln sind ihm fremd. »The Road Beneath My Feet« ist ein persönliches Buch, aus dem seine Fans genauso viel Mehrwert ziehen können wie alle anderen Musikbegeisterten auch.



    Meine Kritik:

    Frank Turner als einen der „hardest working men on showbiz“ zu bezeichnen, wäre keine Untertreibung. Nach der Auflösung seiner vorherigen Band Million Dead im September 2005 hat er bis April 2012 mehr als 1.200 Liveauftritte absolviert. Die ersten davon solo und nur mit seiner Akustikgitarre, später viele davon mit seiner Band, den Sleeping Souls. Bei so viel Zeit auf Achse hat der Campfire-Punkrocker natürlich einiges erlebt und genau davon erzählt er in seinem Tourtagebuch. Es geht um die zögerlichen Solo-Anfänge, für die mit dem Zug alleine quer durchs Land reiste und nach dem Konzert meist nicht einmal wusste, wo er die Nacht verbringen würde. Schnörkellos und äußerst sympathisch führt er auf, wie mühsam es war, manchmal bloß vor einer Handvoll Zuhörer zu spielen und wie er sich nach und nach ein größeres Publikum erarbeitet hat. Dazwischen gibt es immer wieder mal verrückte Anekdoten, die auch dann nicht abebbten, als der Erfolg zunahm. Frank erwähnt chaotische Verspätungen durch ein Schneechaos in Paris, den Marathon von 24 Konzerten in 24 Stunden, wie er andere Bands wie Social Distortion, Green Day oder Flogging Molly traf und mit manchem von ihnen die Nacht zum Tag machte. Das Buch endet mit Frank bis dahin größten Auftritts während der Olympia Eröffnungszeremonie in London, die live in die ganze Welt übertragen wurde. Obwohl es die meiste Zeit bloß um Musik geht, hat das Lesen seines Tourtagebuchs viel Spaß gemacht. Und nachdem er mittlerweile weit über 2.000 Konzerte gespielt hat, darf er diesem Buch gerne eine Fortsetzung folgen lassen.

    Als Fan vom Repairman Jack und von Fantasy-Serien wie „Supernatural“, „Angel“ und „True Blood“ dachte ich, Richard Kadreys „Höllendämmerung“ wäre genau das Richtige für mich. Es geht um den Magier Stark, der nach elf Jahren in der Hölle wieder zurück auf die Erde kommt. Nach Los Angeles, um genau zu sein. Hier versucht der Sandman Slim herauszufinden, wer ihn früher verraten und für seine Höllenfahrt gesorgt hat. Zuerst nimmt er sich seinen alten Magier-Kumpel Kasabian vor, der eine DVD-Verleih betreibt. Schnell rollen buchstäblich Köpfe, aber auch danach wird es nicht einfacher, sondern komplizierter, als plötzlich der DVD-Laden von Unbekannten überfallen wird …

    Das ist in etwa die Handlung bis Seite 140 (von 429). Weiter bin ich mit dem Lesen nicht gekommen, weil ich auch nach über einem Viertel des Buchtextes mit der Geschichte einfach nicht warm wurde. Dabei kann ich nicht einmal genau sagen, woran es liegt. Obwohl einiges passiert, empfand ich Geschichte nicht besonders spannend. Auch die zahlreichen Anspielungen auf die Popkultur, auf Engel und Dämonen änderten nichts daran. Vielleicht funktioniert die „Höllendämmerung“ als Hörbuch oder in einem anderen Medium besser. In Buchform ist sie bei mir jedenfalls gescheitert.