Beiträge von Klusi

    Das mit der automatischen Bestätigung ist schon eine feine Sache. Ich wurde vor einiger Zeit bei GU bestätigt, ist schon toll, wenn man nicht ewig auf Genehmigung warten muss. :):thumbup:

    Booklooker schöne Idee, danke für die Umsetzung. :thumbup:Wenn es gerade vom Buch her passt, bin ich gerne dabei. Momentan lese ich jedoch keines der oben angegebenen Bücher. Ich lese gerade "Die Zeit der Glühwürmchen" (angefixt von streifi und dem Blog "Bücher in meiner Hand") und "Wer, wenn nicht wir".

    Das sind halt einfach Standardfloskeln. Ich hab auch schon Absagen bekommen, da steht was drin, dass man doch seine Angaben im Profil erweitern soll, oder eben einen eigenen Blog braucht. Da hab ich mir auch gedacht, dass ich schon einen habe, wenn sie mal genauer kucken würden....

    Mir ging das auch schon mal so, war ein Wunschbuch, und als ich die Nachricht bekam, dass ich es jetzt anfordern könnte, habe ich das gemacht. Einige Tage darauf kam dann eine Ablehnung vom Verlag mit dem Hinweis, mein Profil würde nicht hundertprozentig ihren Anforderungen entsprechen. Ich habe mein Profil vollständig ausgefüllt und führe meinen Blog seit 12 Jahren. Auch stand in der Mail, ich solle mein Profil überarbeiten und es später nochmal versuchen. Das geht ja aber nicht, denn wenn das Buch mal abgelehnt ist, bleibt es ja in diesem Status. Ich habe dann sogar mal bei Netgalley direkt angefragt, ob sie mir sagen können, wie ich denn mein Profil noch überarbeiten soll, und die Mitarbeiterin dort meinte, mein Profil wäre vorbildlich, und sie kann sich auch nicht vorstellen, wieso das Buch vom Verlag abgelehnt wurde. Naja, man muss ja nicht alles verstehen... :rolleyes:

    In seinem neuen Roman entführt uns Ulf Schiewe in die Welt vor viertausend Jahren. Die Protagonistin Rana ist eine eigenwillige junge Frau, die mit ihrer Familie in einem kleinen Ort nahe der Gera-Mündung ein zufriedenes Leben führt. Ist sie anfangs noch unschlüssig, wie ihr weiteres Leben aussehen soll, so bestärkt eine unschöne Begegnung mit Arrak, dem Sohn des Fürsten Orkon, die junge Frau, dem Wunsch ihrer Mutter nachzukommen und ihr als Priesterin der Göttin Destarte nachzufolgen.

    Fürst Orkon und seine Anhänger huldigen Hador, dem Gott der Unterwelt und des Totenreichs. Orkon nutzt seine Macht brutal aus, um das Volk zu knechten und auszubeuten.

    Eines Nachts erscheint Rana die Göttin des Lichts im Traum. Destarte fordert sie auf, sich gegen Orkons dunkle Herrschaft zu stellen. Währenddessen schmiedet Ranas Vater eine Bronzescheibe, die ein geheimes Wissen birgt. Zusammen mit wenigen Verbündeten macht sich Rana auf, den Menschen das Licht ihrer Göttin nahe zu bringen. Die mystische Bronzescheibe ihres Vaters soll ihr dabei he.fen. Kann sie wirklich etwas gegen die finstere Übermacht Orkons und seiner Krieger ausrichten?


    Bei der Bronzescheibe, die Ranas Vater Utrik gefertigt hat, handelt es sich um die geheimnisvolle, real existierende Himmelsscheibe von Nebra. Sie ist das Herzstück des Romans, um das sich die Handlung dreht. Wie der Autor im Nachwort verrät, war es eine Herausforderung für ihn, als er gebeten wurde, einen Roman über die Himmelsscheibe und ihre Entstehung zu schreiben. Das kann ich gut nachvollziehen, denn die Geschichte spielt in einer Zeit, über die nicht allzu viel bekannt ist. Wer Ulf Schiewe kennt, weiß, dass der Autor sehr authentische Romane schreibt, immer in dem Bemühen, möglichst viele bekannte Fakten zu verarbeiten und sich mit der Handlung nahe an der Realität zu bewegen. Gerade hier, bei einem Roman über die Bronzezeit, setzte das eine extrem intensive Recherchearbeit voraus.

    Man merkt es dem Roman an, dass sich der Autor bis ins Detail mit dieser damaligen Welt, ihren Sitten und Gebräuchen, ihren Herrschern und Göttern, beschäftigt hat. Hinter vielen Schauplätzen und Höhepunkten in der Handlung stecken tatsächliche Erkenntnisse und Entdeckungen, über die man nichts Näheres weiß, die ihr Geheimnis nicht preisgeben, aber trotzdem unsere Phantasie anregen. So ist dieser Roman entstanden, indem der Autor um diese Tatsachen herum seine Handlung aufgebaut hat. Seine Protagonisten sind allesamt glaubwürdig. Sprachlich ist das Buch eher neutral gehalten, denn eine Anpassung an die damalige Sprache ist sowieso unmöglich, und jeder Versuch, dies zu erreichen, würde unweigerlich unbefriedigend ausfallen.

    Die Handlung baut einen sehr hohen Spannungsbogen auf, so dass dieses Buch für mich ein wahrer Pageturner war, den ich am liebsten in einem Rutsch gelesen hätte. Andererseits habe ich es genossen, in diese fremde, geheimnisvolle Welt mit ihrer Mythologie und ihren Sitten und Gebräuchen einzutauchen und möglichst lange dort zu verweilen. Mich hat dieser Roman ungemein gefesselt und mit seinen farbigen, lebendigen Bildern begeistert. Ein Buch von Ulf Schiewe lesen bedeutet für mich auch immer, viel Neues zu erfahren und dazu zu lernen. So birgt jedes Kapitel nicht nur mitreißende Ereignisse, sondern zugleich eine Geschichtsstunde vom Allerfeinsten.

    Auch die äußere Aufmachung des Buches möchte ich nicht unerwähnt lassen. Die Gestaltung ist sehr hochwertig und schön. Auf dem Cover sieht man die Himmelsscheibe in voller Pracht, und auf den inneren Buchdeckeln findet man eine Karte mit den Handlungsorten.

    Personenverzeichnis, Glossar, das informative und sehr interessante Nachwort des Autors sowie Übersichten zu den Göttern und den beteiligten Klans runden dieses großartige Buch ab.


    10 von 10 Eulenpunkten und mein Monats-Highlight im April:thumbup:

    Letzte Nacht habe ich den Roman beendet und heute Morgen das Nachwort gelesen. Dann habe ich das Buch mit einem lachenden und einem weinenden Auge zugeklappt.

    Das lachende Auge ist für das wunderbare Ende des Romans. Ich bin froh, dass die Geschichte für (fast) alle Charaktere das gebracht hat, was sie verdient haben bzw. was ich mir für sie gewünscht habe.

    Das weinende Auge, weil diese tolle Geschichte nun schon zu Ende gelesen ist. Wie schon gesagt, ich hätte ewig so weiterlesen können.

    Nun habe ich mich doch überwunden und bin überrascht, dass doch alles ein gutes Ende gefunden hat, außer Arrak natürlich :lache Aber dem gönne ich das. Rana und ihre Mitstreiter haben doch gute Vorarbeit geleistet und mehr Anhänger gesammelt, als sie selber gedacht haben. Sonst wäre das Fest wohl nicht so angenehm verlaufen.

    Ich bin versöhnt mit dem Ende, die Spannung war ja zeitweilig unerträglich. Fast ging es mir ja zu glatt, aber man kann ja nicht über alles meckern.

    Die Ausführungen zur Zeitgeschichte fand ich sehr spannend und informativ auch die Angaben zur weiterführenden Literatur halte ich für eine gute Idee. Ich lerne gerne dazu. Außerdem finde ich Geschichte in ihren Ursprüngen sowieso spannend.

    Danke für das unterhaltsame und inspirierende Buch und die Lesebegleitung.

    Findus nun verstehe ich auch, was du bei deiner Antwort im vorherigen Abschnitt gemeint hast. Ja, auch ich habe erst einmal gezögert, und zwischendurch sah es ja wirklich nicht gut aus für unsere Helden.


    Rana und Hakun haben im Vorfeld ganze Arbeit geleistet, und ich denke, das geplante Menschenopfer, vor allem weil es sich um Kinder und noch dazu um die Geiseln der Nebroni handelte, brachte das Fass dann endgültig zum Überlaufen, so dass viele Helminger, die Arrak vermutlich aufs Ende zu nur noch halbherzig folgten, dann eine Kehrtwendung machten und sich dem Aufstand anschlossen bzw. keine große Gegenwehr brachten.

    Ich fand es äußerst interessant, im Nachwort dann die Zusammenhänge mit realen Fakten zu finden. Die dort genannten Schauplätze bzw. Fundorte wären mal einen Ausflug wert, das behalte ich auf jeden Fall im Hinterkopf.

    Lieber Ulf, ich danke dir an dieser Stelle schon mal für die Begleitung der Leserunde, wo du uns ja immer noch zusätzlich interessante Informationen lieferst und natürlich für diesen fesselnden Roman, der mich wieder einmal in eine völlig andere, unbekannte Welt mitgenommen hat.

    Und dann kommt es also zum Ausbruch des Krieges und so viele Menschen müssen sterben oder werden verwundet. Solche Kampfszenen lese ich in Bücher allgemein gar nicht gerne und auch hier habe ich sie ehrlich gesagt ein wenig überflogen, weil das alles so traurig ist mit den vielen unschuldigen Menschen, die durch einen Krieg sterben müssen.


    Die Abschnitte mit den Alben dagegen haben mir hier wieder richtig gut gefallen. Es ist so interessant zu lesen, wie diese Waldmenschen leben und was sie für Gebräuche und Gewohnheiten haben. Und vor allem schön zu lesen, wie die Frauen bei ihnen geehrt und geachtet werden. Und Rana scheint sich in ihrer Mitte auch richtig wohl zu fühlen.

    Ja, die Kämpfe waren grausam, aber so geschildert, dass ich sie "ausgehalten" habe. Besonders schlimm fand ich aber dann die Szenen in Ranas Dorf, da sind so viele schlimme Sachen passiert. Nun sind sogar die zurückhaltenden Alben soweit, sich dem Widerstand anzuschließen. Es muss etwas geschehen, denn Arrak als Fürst, das kann nicht lange gut gehen, denn wie sich aufs Ende des Abschnitts zeigt, wird er es nicht oft hinnehmen, dass ihm jemand widerspricht und seine Entscheidungen (mit vernünftigen Argumenten) in Frage stellt. Ich habe den Eindruck, die Macht ist wie ein Rausch für ihn, obwohl klar denken ja sowieso nie seine Stärke war. :bonk Er kennt nur die Sprache der Gewalt. :schlaegerZum aktuellen Punkt im Buch kann ich nur hoffen, dass er sich sein eigenes Grab schaufelt.

    Auch Odda hat mich überrascht; ich bin gespannt, ob er noch im Verlauf des Buches sagt, wodurch er an Orkon gebunden war, oder erst später (und ich als Leser das dann nicht erfahre.)


    Immerhin klappt die Flucht aus der Kuffaburg und mit mehr oder weniger Problemen erreichen sie Drengis Hof. Nach dessen Niederlage in der Schlacht. Als Morgana vor Drengis steht, habe ich mich gefragt, ob da mehr ist (vgl. S. 453).


    Zurück im Dorf, findet sie es überfallen und niedergebrannt vor. Utrik tot, die Mutter vergewaltigt, ihr Bruder entführt. Ob Arrak hier den Bogen nicht überspannt hat? Wenn sogar eine Herdis zur „Rachegöttin“ wird? Das könnte der Wendepunkt sein.

    Ob sich Oddas Verhalten noch erklärt, darauf bin ich auch gespannt. Einerseits ist er ja ein richtig "harter Brocken", aber er hat auch eine andere Seite, die er Morgana, Tura und Gisla zeigt. Ich vermute, es gibt in seiner Vergangenheit irgend ein Schlüsselerlebnis, das der Grund für seine Handlungen ist.


    Morgana und Drengi, da scheint es meines Erachtens eine tiefer gehende Zuneigung zu geben. Schon bei Drengis erstem Besuch, als er um Tura freien wollte, ist mir das aufgefallen. Ich denke, für Morgana war es die richtige Entscheidung, an seinem Hof Zuflucht zu suchen.


    Herdis, die bisher Vernünftige und Zurückhaltende, die immer versucht hat, ihre Tochter zu besänftigen und sie um Zurückhaltung gebeten hat, sinnt jetzt auf Rache. Kein Wunder nach allem, was sie erlebt und was sie verloren hat. Momentan sieht alles so aussichtslos aus, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, ob und wie die Geschichte noch ein gutes Ende nehmen könnte. Aber ich hoffe natürlich, dass es letztendlich gut ausgeht. Ich denke mal, es wird im kommenden (leider schon letzten) Abschnitt einige Überraschungen geben, aber es wird sich auch alles klären, da bin ich mir sicher.


    Noch meine Gedanken zu Ranas Aufenthalt bei den Alben. Ich denke, die Zeit bei diesem Volk hat ihr gut getan. Sie hat nachgedacht und Vergleiche zwischen den Lebensweisen gezogen. Letztendlich hat sie sicher einiges gelernt, und die inzwischen gewonnene Lebenserfahrung, sowohl im Positiven bei den Alben als auch im Negativen durch die Kämpfe und durch Arrak, wird ihr sicher künftig als Priesterin sehr hilfreich sein, wenn die Menschen ihren Rat suchen.


    Schweren Herzens widme ich mich jetzt dem letzten Abschnitt. Das ist mal wieder ein Buch, das ich am liebsten in einem Rutsch durchackern würde, weil er so spannend ist. Aber ich bremse mein Lesetempo bewusst, um das Ende noch ein wenig hinauszuzögern, denn das ist definitiv ein Roman, bei dem ich am liebsten noch ganz lange weiterlesen würde.

    Das war ein extrem ereignisreicher Abschnitt. Vieles, was wir uns vorab schon gefragt hatten, hat sich geklärt, beispielsweise was aus Gisla geworden ist.

    Rana ist nun Priesterin und hält zwei flammende Reden. Sie weiß was sie will und was ihr die Göttin aufgetragen hat, aber manchmal schießt sie nun doch übers Ziel hinaus. Ich denke mal, bei ihr ist das der Überschwang der Jugend. In jungen Jahren ist man meist extremer und weniger kompromissbereit, zumindest ist das meine Erfahrung, und ich denke, das war schon zu allen Zeiten so.

    Zwischendurch hatte ich ja die Befürchtung, sie könnte das Geheimnis ihres Vaters womöglich ausplaudern, aber glücklicherweise hat sie es doch erst einmal für sich behalten. Wie sie ihm gegenüber reagiert hat, war schon ganz schön trotzig, denn eigentlich hält Utrik ja große Stücke auf seine Tochter, aber die Himmelsscheibe ist sein Ding, und da finde ich, er hat auch das Recht, zu entscheiden, wer davon erfährt und wer nicht. Ob die Idee so gut war, das Geheimnis zumindest teilweise vor dem Gesinde zu besprechen, bezweifle ich mittlerweile, nachdem Aiko ja anscheinend bei dem Wagenrennen zugegen war.

    Tja, das Wagenrennen endete tragisch, und Arrak hat sein wahres Gesicht gezeigt (naja, das tut er ja eigentlich meistens:/)

    Sein Vater spielt den Mord an Gejlir herunter, was m. E. zu erwarten war, denn wie heißt es so schön, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Das trifft hier auf Vater und Sohn total zu.

    Hakun und Rana kommen sich näher, was ich gut finde, denn ihre Abfuhr hatte er nicht verdient, obwohl ich ihre Reaktion schon verstehen konnte, da die erste Begegnung ja unter etwas unglücklichen Bedingungen stattgefunden hat und Rana der Meinung war, Hakun sei ein Freund von Arrak.


    Was mir neben der Handlung sehr gefällt, sind die intensiven Einblicke in die damaligen Sitten und Rituale. Ulf, du bringst uns diese alte Kultur wieder sehr lebendig nahe.

    Ich weiß jetzt nicht, ob ich den Namen im Register gelesen habe oder in der Geschichte. Aber es ist irgendwie doch offensichtlich, denke ich. :)

    In der Handlung wurde der Name noch nicht erwähnt, und ich habe mich noch gewundert, ob die Sklavin wohl gar keinen Namen hat. Deshalb habe ich im Namensverzeichnis nachgesehen, und siehe da, sie heißt Gisla.:) Ich bin auch sehr gespannt, wie es dazu kam, dass Gisla (ich gehe doch davon aus, dass es Ranas Schwester ist) als Sklavin in Orkons Haushalt gekommen ist.

    Drengis Verärgerung kann ich absolut verstehen. Ihm geht es vermutlich gar nicht so um Tura selbst, denn sie ist eigentlich viel zu jung für ihn, aber hier geht es ums Prinzip, denn sie wurde ihm von ihrem Vater versprochen. Nun, nachdem die Gefahr gebannt ist, hat Orkon leicht reden und kann die Angelegenheit, in der ihm Drengi zur Hilfe kam, herunterspielen.

    Arrak ist noch schlimmer als befürchtet. Nicht einmal das Heiligtum ist sicher vor ihm, und wie es aussieht, ist das letzte Wort in der Angelegenheit noch nicht gesprochen, denn er ist ja schon wieder unterwegs, weil ihm Rana nicht aus dem Kopf geht, und unterwegs ist ihm nicht entgangen, dass auch Morgana, in Begleitung von Odda, auf dem Weg zum Frühlingsfest ist. Nachdem Rana zu diesem Fest erst zur Priesterin geweiht wird, sehe ich Ärger heraufziehen, da ihre Mutter ja geschwindelt hat, als Arrak Rana zu sich holen wollte.

    Die ganze Geschichte ist so packend, dass ich die Finger nicht von dem Buch lassen kann. Obwohl ich (leider) häufig unterbrechen muss, weil andere Aufgaben anstehen, lese ich so oft wie möglich weiter.

    Besonders gefällt mir in diesem Abschnitt, dass man sehr viel über die damaligen Götter und die Lebensweise der Menschen erfährt. Auch die Methode, wie die Himmelsscheibe blau geworden ist, fand ich faszinierend, aber auch ein wenig gruselig. <X Da kann ich Rana voll verstehen. Nun kann ich es gar nicht erwarten, mir heute Abend wieder ein Lesestündchen zu gönnen und zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht. Bis dann...:wave

    Was für ein rasanter und spannender Einstieg in den Roman! Rana, die junge Frau war mir sofort sympathisch, begegnet diesem Ekelpaket Arrak und seinen Kumpanen und das ausgerechnet an ihrem Lieblingsplatz im Wald. Ich kann mir vorstellen, welche Ängste sie ausgestanden hat, aber schon da zeigt sich, was für eine mutige Frau sie ist. Ihr Wagemut zeigt sich auch Tage später, als Arrak in ihrem Dorf auftaucht. Ihre Reaktion war gewagt, denn die Sache hätte auch dumm für sie ausgehen können. Auch Ranas Familie habe ich sofort ins Herz geschlossen. Jede(r) von ihnen ist etwas Besonderes: Utrik durch seine Lebensweisheit, die er während seiner langen und sicher auch gefährlichen Reisen gewonnen hat, seine Frau Herdis, die bekannte Priesterin, eine starke Persönlichkeit, die große Beherrschung an den Tag legt, als sie ihre Tochter so akut in Gefahr sieht. Auch Arni, Ranas Bruder wirkt sehr liebenswert, und er unterstützt seinen Vater mit Umsicht und Klugheit. Trotz diverser Meinungsverschiedenheiten strahlt diese Familie eine starke Harmonie aus. Ob wir noch erfahren, was aus Gisla, der verschwundenen Tochter, geworden ist?

    Arrak, dieser Unsympath, scheint sich mit seinem Vater nicht wirklich zu verstehen, vielleicht sind sie sich zu ähnlich? Wenn ich seinen Namen lese, muss ich immer an den Zuckerrohrschnaps denken.:lache

    Morgana ist auch eine interessante Frau. Ihr Verhältnis mit dem Priester ist sehr gewagt, und ich könnte mir denken, dass es nicht ohne Folgen bleibt, wie immer diese auch aussehen mögen. Ihre Tochter tut mir leid. Tura scheint sich ja glatt in Hakun verliebt zu haben, nur hat der so gar kein Interesse an dem Mädchen. Wie er mir ansonsten bisher im Roman begegnet ist, ordne ich ihn der sympathischen Seite zu.

    Ulf, was mir bisher sehr gut gefällt, ist die Fülle an Informationen, die du in die Geschichte gepackt hast. Ich wusste bisher überhaupt nichts über diese Epoche und das damalige Leben. Daher finde ich es sehr interessant, hier nähere Einblicke zu bekommen.

    Ich habe Next-Level-Hack noch nie irgendwo gesehen, allerdings habe ich jetzt Sonnennblumenhack im Bioladen gefunden. Das teste ich demnächst mal.

    Das gibt es glücklicherweise in unserem Lidl. Im Januar war bei Lidl vegane Woche, und da hätte ich gerne einiges davon probiert, einfach mal, um vergleichen zu können. Aber anscheinend war die vegane Woche nicht deutschlandweit, denn bei uns war die entsprechende Prospekt-Seite nicht vorhanden, und auch in den Lidl-Filialen war nichts von den veganen Angeboten zu sehen. Netto hatte kürzlich auch mal ein veganes Hack im Angebot, aber das fanden wir geschmacklich nicht ganz so gut.

    Es gibt eine Hafermilch, die sich sehr gut als Milchersatz im Kaffee eignet. Da steht dann noch als Zusatz "Barista" drauf. Sie ist etwas cremiger als die normale Hafermilch, auch von verschiedenen Marken. Aktuell gibt es die aber nur in ausgewählten Läden, z. B. bei Denn´s.


    Ich finde es auch nicht logisch allzu viele chemische Ersatzerzeugnisse zu nutzen. Es gibt so viele tolle Rezepte ohne sowas. Allerdings werden wir heute auch mal veganes Hack probieren, einfach weil ich es mal testen möchte. Das soll allerdings nicht zur Regel werden, denn sonst habe ich ja auch fast nie Hack gegessen. Ich denke, wer ernsthaft vegan leben möchte und nicht nur eine Show abzieht, der wird so gut wie gar keine Ersatzprodukte kaufen. Man kann mit Aufstrichen fürs Brot und mit Gemüse, Getreiden, Hülsenfrüchten etc. ausreichend tolle Rezepte kochen.


    Der vegane Streichkäse besteht beispielsweise aus Mandeln. Wie die Herstellung erfolgt, weiss ich aber nicht. Allzu oft nutze ich den nicht. Ich habe ja vorher auch kaum Streichkäse gegessen, da fange ich dann jetzt nicht damit an :D

    Ich habe mich in den letzten Jahren schon durch alle möglichen Milchersatz-Sorten probiert und mache auch öfter meine Hafermilch selbst. Nur für den Kaffee schmeckt mir nur die Barista von Oatly, denn die gibt einen richtig tollen Milchschaum.

    Veganes Hack verwende ich ab und zu, wenn mein Mann sich mal wieder ein Fleischgericht wünscht. Bei einigen Sachen kann ich dann quasi mitessen, ohne dass wir groß doppelt kochen müssen, beispielsweise bei gefüllten Paprikaschoten. Da unterscheiden sich die mit veganem Hack gefüllten weder optisch noch geschmacklich von denen mit echtem Hackfleisch. Auch eine Bolognese habe ich kürzlich mit dem Next-Level-Hack gemacht, hat allen super geschmeckt. Das dritte Gericht, das ich demnächst mit veganem Hack machen werde, sind Königsberger Klopse, denn das ist nicht nur ein Lieblingsgericht meines Mannes, sondern auch meine Tochter (seit 14 Jahren Vegetarierin) hat sie in ihrer Kindheit gerne gegessen, und ich mag sie auch. Die wenigsten Veganer oder Vegetarier verzichten ja auf Tierisches, weil es ihnen nicht schmeckt, sondern meist sind andere Gründe ausschlaggebend. Darum sehe ich Ersatzprodukte schon als willkommene Ergänzung, wenn sie nicht zu oft auf den Tisch kommen.

    Es ist zwar schon lange her, aber ich weiß noch sehr genau, wie froh ich war, mich vor der Geburt meiner Tochter ausführlich informiert zu haben, besonders über das Stillen. Die Organisation "La Leche Liga" gab es glücklicherweise damals schon, und ich habe darüber und aus einigen Büchern viel Wissenswertes erfahren, das mir wirklich weitergeholfen hat, denn zur damaligen Zeit hat es den Ärzten und Schwestern in der Klinik anscheinend nicht gepasst, wenn eine Mutter ihr Kind stillen wollte. Das sah dann so aus, dass das Kind klammheimlich zur Untersuchung beim Kinderarzt geholt wurde, während man selbst bei der Rückbildungsgymnastik war. Glücklicherweise war mir bewusst, dass Babys beim Stillen in den ersten Tagen nicht zu- sondern etwas abnehmen, und so konnte ich richtig reagieren, als ich von der Gymnastik zurück kam und mir der Arzt eine Lernschwester mit einem Milchfläschchen vorbei geschickt hat, mit dem Hinweis, ich wolle doch mein Kind wohl nicht verhungern lassen. Hätte ich mich nicht vorher umfassend beraten lassen, wäre ich durch diese Ansage vermutlich verunsichert gewesen und hätte das Stillen aufgegeben, ohne es überhaupt versucht zu haben.

    Ich mache aktuell beim Veganuary mit und bin erstaunt wie gut es mir damit geht. Ich erwäge tatsächlich damit weiter zu machen. Viel Tierprodukte habe ich eh nicht gegessen.
    Allerdings möchte ich es nicht hardcore durchziehen :S

    Das habe ich, bevor ich von der Veganuary-Challenge wusste, für mich beschlossen, den Januar vegan anzugehen. Ich mache es in Kombination mit Intervallfasten (18/6), und ich fühle mich wohl dabei. Aber ich mache das alles auch nicht hardcore, sondern gehe es gelassen an.

    Es gibt eine Tatsache, die diesen Roman schon außergewöhnlich macht: Das Ende ist bereits von der ersten Seite an bekannt, denn es geht um die sieben letzten Tage vor dem Attentat in Sarajevo, wo der österreich-ungarische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau Sophie auf tragische Weise ums Leben kamen.

    Vermutlich war dieses Ereignis der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und quasi den ersten Weltkrieg einläutete. So weit haben wir vermutlich alle bereits im Geschichtsunterricht in der Schule vom Attentat und seinen weitreichenden Folgen gehört. Ich muss gestehen, dass bei mir damals, bis auf die Eckdaten, nicht allzu viel davon hängen geblieben ist, bestand doch der Geschichtsunterricht nur aus sachlich abgespulten Fakten und auswendig gelernten Jahreszahlen. Was der Autor in seinem Nachwort schreibt, kann ich nur bestätigen. Erst ein guter Roman kann einem die Ereignisse so nahe bringen, dass man sie wirklich versteht und auch die Beweggründe und Gefühle der beteiligten Menschen nachvollziehen kann, und genau das ist Ulf Schiewe in seinem Roman hervorragend gelungen!

    Die sieben Kapitel zwischen Prolog und Epilog entsprechen den sieben Tagen bis zum Attentat, beginnend mit Montag, dem 22. Juni 1914 und endend mit dem Tag, an dem das Attentat stattfand. Einführend gibt es bei jedem Kapitel diverse Zeitungsabschnitte zum Zeitgeschehen, die den Roman so besonders authentisch wirken lassen und dem Leser dabei helfen, die politische Lage zu erkennen und einzuordnen. In kurzen Unter-Abschnitten, die jeweils mit Ortsangabe und Uhrzeit versehen sind, erfährt man die fortlaufenden Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln.

    Da sind zum einen die Attentäter, junge Männer, die sich aus falsch verstandenem Patriotismus, Freiheitsliebe und einer gewissen Hoffnungslosigkeit, was ihre Zukunft angeht, zu einer Wahnsinnstat hinreißen lassen, gesteuert durch den serbischen Geheimbund „Schwarze Hand“. Besonders Gavrilo Princip, den Todesschützen, lernen wir intensiv kennen. Der Autor hat ihn sehr lebendig dargestellt und lässt uns in seine Gefühle und Gedanken blicken. Diese sind zwar fiktiv, kommen aber vermutlich der Wahrheit sehr nahe, denn Ulf Schiewe hat außerordentlich gründlich recherchiert und bewegt sich mit der gesamten Handlung sehr nahe an den historischen Fakten. Auch wenn ich letztendlich nicht wirklich verstehen kann, wieso ein Mensch sich und anderen so etwas antut, so habe ich hier wenigstens eine Ahnung zum Hergang und zu den Hintergründen erhalten.

    Ein anderer Blickwinkel der Geschichte ist der von Franz Ferdinand, dem ungarisch-österreichischen Thronfolger und seiner Frau Sophie. Franz Ferdinand war anscheinend nicht sonderlich beliebt, hatte er doch ein aufbrausendes Wesen und eine sehr schroffe Art seinen Mitmenschen gegenüber. Mit Sophie jedoch verband ihn ein inniges Verhältnis, denn die beiden hatten aus Liebe geheiratet, allen Anfeindungen und Demütigungen zum Trotz, denn für die Habsburger Monarchie war diese Ehe nicht standesgemäß. Diese andere Seite des Thronfolgers kommt im Buch gut zum Ausdruck, und Sophie fand ich anhand der Beschreibung sehr liebenswert.

    Ein weiterer Erzählstrang zeigt die Geschichte aus der Sicht des Majors Rudolf A. Markovic, der dem österreichisch-ungarischen Geheimdienst in Sarajevo angehört. Markovic und sein Stellvertreter, Hauptmann Heribert Simon, haben von einer Verschwörung der Schwarzen Hand erfahren und versuchen alles in ihrer Macht stehende, das Attentat zu verhindern. Diese Seite des Romans ist rein fiktiv, erhöht aber die Spannung und macht die Handlung erst so richtig lebendig. Die unrühmliche Rolle des Feldzeugmeisters und Landeschefs von Bosnien-Herzegowina, Oskar Potiorek, wiederum ist historisch belegt, und ich war entsetzt über die lasche Art der damaligen Sicherheitsvorkehrungen.

    Eine ebenfalls fiktive aber sehr sympathische Protagonistin im Roman ist die Bordellbesitzerin Svetlana Maric, die vor allem für Markovic eine wichtige Rolle spielt.

    Im chronologisch korrekten Zeitablauf erlebt man hautnah mit, wie sich die Dinge immer weiter zuspitzen, und obwohl man weiß, dass es unausweichlich ist, beginnt man zwischendurch zu hoffen, der Thronfolger und seine Frau könnten dem Attentat entgehen.

    Für mich ist dies ein vielschichtiger, brillant geschriebener, herausragender Roman, der mir wieder ein wichtiges Ereignis europäischer Geschichte unvergesslich nahe gebracht hat.


    Die schöne Ausstattung des Buches möchte ich nicht unerwähnt lassen. Auf den inneren Buchklappen ist ein Stadtplan von Sarajevo zu finden, auf dem die wichtigsten Stationen des Romans eingezeichnet sind. Das Glossar und vor allem ein übersichtliches Personenverzeichnis am Ende des Buches waren sehr hilfreich, denn mit den vor allem bei den serbischen Namen, die häufig auf „ović„ enden, kam ich anfangs etwas ins Schleudern und war dankbar für diese Gedächtnisstütze.


    Von mir bekommt dieser Roman 10 v. 10 Punkten.

    Auf Amazon poste ich regelmäßig; das macht also keine Probleme. Es dauert nur meist 48 Stunden von der Eingabe der Rezension bis zur Freigabe durch Amazon, aber diesmal hatte ich Glück, denn die Rezension ist sogar mal sofort durchgegangen.:)

    Nun bin ich auch durch, hat sich bei mir durch diverse private Umstände etwas verzögert, so dass ich hier als Schlusslicht in der Zielgeraden einlaufe ;)

    Wenn ich bedenke, dass der Ausgang (zumindest was die historischen Tatsachen betrifft) schon vorab bekannt war, muss ich sagen, das mir die Geschichte dann doch emotional ganz schön nahe gegangen ist. Gerade weil man Sophie und ihren Franz hier intensiver kennengelernt hat. Da schreiben sie noch ein Telegramm nach Hause und freuen sich auf ihre Kinder, und kurz vor Schluss lassen sie dann doch noch ihr Leben in Sarajevo, das war schon tragisch. Wenn man dann so hautnah mitbekommt, was da alles schief gelaufen ist und wie lasch der Sicherheitsaspekt von manchen behandelt wurde, kann man sich nur wundern. Potiorek scheint sein Gewissen ja nicht gedrückt zu haben, denn der war ja anschließend noch obenauf und hat alle Verantwortung und Schuld von sich abgewälzt. Im Buch will er dem fiktiven Marcovic die Schuld in die Schuhe schieben, aber er scheint das ja auch damals im wahren Leben gut hingekriegt zu haben, sich aus der Affäre zu ziehen.

    Schön, dass es wenigstens im fiktiven Teil ein Happy End gibt. Markovic und Svjetlana haben wirklich ein wenig Glück verdient.

    Danke lieber Ulf für deine geduldige Begleitung der Leserunde. Meine Rezension folgt in Kürze, ich kann aber jetzt schon sagen, dass mir dieses Buch sehr gefallen hat!

    Den Jungs wird jetzt quasi auf der Zielgeraden doch noch ganz schön mulmig, ist ja auch nur zu verständlich und ohne die tödliche Krankheit würde keiner von ihnen so weit gehen.


    Ob Markovich wirklich mit Svetlana auswanderte, wohin auch immer? Gönnen würde ich es den Beiden.

    Es geht den Jungs so einiges durch den Kopf. Es ist ja wirklich so, dass sie noch so jung sind, dass sie eigentlich noch gar nicht richtig gelebt haben und nun schon dem Tod ins Auge sehen. In ihrer Situation haben sie ja quasi nur die Wahl zwischen einem schnellen Tod (nach dem Attentat) oder einem langsamen Dahinsiechen (durch ihre Krankheit).


    Danilo wollte einen Rückzieher machen und das ganze abblasen, weil er die Stimmungsschwankungen seiner drei Verbündeten miterlebt. Gerade hat sich Nedekjko wieder in der Gewalt, rastet Trifko aus. Das ist aber auch eine angespannte Situation. Nun wurde Danilo die ganze Verantwortung aufgebürdet, und er kommt anscheinend nicht mehr aus dieser Nummer heraus.


    Franz Ferdinands Gespräch mit Conrad zeigt, dass er eigentlich sehr besonnen ist, was das Thema Krieg angeht, so wie er sich hier gegen die Kriegstreiber äußert.


    Svjetlana und auch Markovic sind zwei sehr sympathische Charaktere, und auch ich würde ihnen ein gemeinsames Glück wünschen. Ich bin gespannt, wie sich ihre Geschichte im letzten Abschnitt noch entwickelt.

    So geht es mir auch mit den eBook-Kochbüchern, überhaupt mit Nachschlagewerken. Für einen ersten Eindruck ist das eBook gut, aber gerade Kochbücher, die ich für gut befinde, müssen dann doch irgendwann noch als gedrucktes Exemplar bei mir einziehen.

    Umgekehrt ist es aber auch erschreckend, wie wenig Professionalität so ein Attentat aber auch nur braucht. Allerdings haben wir die Vorbereitungen in Belgrad nur im Prolog mitbekommen.

    Das ist wirklich erschreckend. Es gibt in dem ganzen Unternehmen so viele vage Punkte, so viel was schief gehen kann. Die Jungs kommen mir wie Marionetten in dem ganzen Plan vor, denn ich denke, sie wurden schon sehr manipuliert und rennen nun quasi blind und ferngesteuert in ihr Unglück. Dass Nedeljko sich, trotz seiner Panikattacke, die er auf dem Schiff hatte, nun doch der Gruppe wieder anschließt - einerseits war es klar, da er ja real dabei war, aber es wundert mich doch ein wenig. :/ Ulf, gehört die Szene auf dem Schiff zum fiktiven Teil oder ist so etwas in der Art wirklich passiert, dass die Jungs unterwegs entdeckt und verfolgt wurden?


    Schmunzeln musste ich, wie Sophie ihren Franz Ferdinand doch um den Finger wickeln kann. Im einen Moment blafft er noch die dienstbaren Menschen im Hotel an, weil er müde ist und ihn alles nervt, aber Sophie gegenüber benimmt er sich lammfromm. :grin