Beiträge von Eskalina

    Bis jetzt habe ich nur das eine Buch genommen. Die anderen waren zum Glück nicht so mein Ding.

    Ich habe es mir erst einen Tag nachdem es angeboten wurde geladen und es ging noch.

    Vicious erinnert mich bis jetzt sehr an die Marvel-Produktionen, die ich alle sehr mag.

    Ein Leben auf der Flucht – wovor, das wissen Cayenne und ihr Bruder Joshua gar nicht so genau, doch sie vertrauen Stephan, ihrem Ersatzvater, dass sie in Gefahr sind. Und so machen sie den strengen Drill des ehemaligen Fremdenlegionärs mit. Sie leben in alten Wohnwagen oder im Wald und haben mehr Kenntnisse als jeder Teilnehmer der Survival-Kurse, die Stephan betreut, um Geld zu verdienen. Sie sind jederzeit wachsam und haben Vorbereitungen für einen plötzlichen Angriff getroffen, doch langsam baut sich in Cayenne Widerstand gegen das entbehrungsreiche Leben auf; gerade als sie beginnt, Stephans Motive zu hinterfragen, tauchen ihre Feinde auf…


    Die beiden Väter von Kommissar Kluftinger haben mit diesem Thriller einen ganz anderen Weg beschritten. Abseits vom beschaulichen Allgäuer Leben und dem stets humorvollem Blick auf ihren Protagonisten, geht es jetzt um einen knallharten, stellenweise auch brutalen Stoff, der rasant und hochspannend präsentiert wird.


    Die Spannung ist seit Beginn der Handlung auf einem hohen Niveau, denn über allem steht die Frage nach Stephans Motiv – warum isoliert er die beiden Kinder über Jahre, was ist der Grund für das harte Training, das sie täglich absolvieren müssen? Lange Zeit bleibt das im Dunkeln und weder der Leser noch Cayenne oder Joshua erfahren etwas. Stephan, pardon, die Autoren, ziehen das große Geheimnis fast bis zum Ende durch. Ich wollte unbedingt erfahren, worauf das Ganze hinausläuft und habe das Buch deshalb in einem Rutsch durchgelesen, da ich absolut keine Ahnung hatte, wie die Lösung aussehen würde.


    Das Buch hat mir gut gefallen, an einigen Stellen fand ich die Handlung allerdings nicht sehr glaubwürdig. Da das aber der Spannung und dem Lesefluss keinen Abbruch getan hat, vergebe ich zufriedene 8 Eulenpünktchen für einen soliden Thriller, der alles hat, was ein Thriller eben haben muss.

    Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein

    Torsten Sträter

    ISBN: 978-3864931093

    Ullstein Paperback

    288 Seiten, 16 Euro


    Amazon über den Autor: Torsten Sträter wurde 1966 geboren und wuchs mit den üblichen Parametern auf: gestrickte Pullis, samstags Daktari, danach Badewanne. Mit 41 Jahren betrat er erstmals eine Poetry-Slam-Bühne. Seitdem geht es stetig aufwärts, und er tritt mittlerweile in großen Hallen sowie regelmäßig im TV auf. Torsten Sträter hat 1 Sohn und viele Strickmützen. Wenn er nicht auf Tour ist, lebt er, wie alle Feingeister seines Schlages, im Ruhrgebiet. Seine eigene TV-Show «Sträters Männerhaushalt» läuft im WDR, er gehört zum extra 3-Team und zum festen Team der ARD-Show NUHR IM ERSTEN.


    Amazon-Kurzbeschreibung: Endlich - das neue Buch von Torsten Sträter! Sie wissen schon: der Mann aus dem Ruhrgebiet. Mit der Mütze. Diesmal geht’s echt um alles: die Macht der Entspannung, Urlaub in Namibia und Botswana, Erziehung, Sex, Bratwurst, wegfliegende Flummis, die heilende Kraft der Musik und den Vater des Gedankens. Er heißt Günter. Ach ja, und es geht um die Zeit! Was sie macht, wie sie funktioniert, wonach sie riecht und ob man sie umtauschen kann.



    Meine Meinung: Ich bin ein bisschen hin- und hergerissen – einerseits bietet das Buch ein Feuerwerk an witzigen Beiträgen von Torsten Sträter, die man geschrieben natürlich immer mal wieder nachlesen kann, andrerseits funktioniert dieser Humor bei mir besser, wenn ich Torsten Sträter sprechen höre.


    Wenn man ihn häufiger im TV gesehen hat, hilft es, da man beim Lesen seine Stimme im Ohr hat, doch für mich funktioniert in diesem Fall das Format TV besser. Er bringt seine Sachen eben so gut rüber, dass ich bei seinen Texten immer versuche, seine Betonungen zu finden und das hindert meinen Lesefluss etwas.


    Im Buch finden sich jede Menge mehr oder weniger witzige Ideen, Geschichten und Glossen zu allen möglichen Themen des Alltags. Gesammelte Werke aus seinen Show-Beiträgen, die man deshalb teilweise eben auch schon kennt, nun kann man also seine Texte immer mal wieder nachlesen. So konzentriert war es mir schon fast zu viel. Ich habe deshalb immer nur mal ein oder zwei Kapitel gelesen.


    Torsten Sträter hat einen tollen Humor, der bei mir, wie schon gesagt, als Lesestoff etwas weniger funktioniert. Vielleicht wäre das Hörbuch in diesem Fall eher mein Ding.

    Doktor Schiwago - der Kampf hinter den Kulissen


    Eigentlich geht es in diesem Buch um den russischen Schriftsteller Boris Pasternak und seinen weltberühmten Roman „Doktor Schiwago“. Doch Pasternak spielt keine Hauptrolle, denn es sind die Frauen, denen hier die größte Aufmerksamkeit gilt – da ist zum einen die Geliebte des Autors, Olga Iwinskaja und zum anderen sind da die Stenotypistinnen der CIA.


    Anfangs wird nicht sofort klar, welche Verbindung zwischen diesen so ungleichen Frauen besteht, doch mit der Zeit wird deutlich, dass die gemeinsame Schnittstelle der Roman ist, dessen Veröffentlichung in Russland abgelehnt wurde.

    Der italienische Verleger Feltrinelli holte das Werk außer Landes und veröffentlichte es in Italien. Es wurde fast sofort ein Bestseller, der in vielen Ländern gelesen wurde. Der CIA ging es darum, das Buch wieder in die russische Sprache zu übersetzen und nach Russland zu schmuggeln. Die Bevölkerung sollte erkennen, dass etwas falsch lief, wenn das Buch eines so berühmten russischen Schriftstellers nicht in seinem Heimatland veröffentlicht werden durfte. Es wurden noch weitere berühmte Titel übersetzt und ins Land geschmuggelt, die aber in diesem Buch keine große Rolle spielen.


    Die Erzählperspektive wechselt immer wieder und gewährt mal einen Blick auf das Leben von Olga Iwinskaja und dann wieder auf die CIA-Mitarbeiterin Irina, die in Washington offiziell als Stenotypistin arbeitet und die dazu ausgebildet wird, das Buch über russische Reisende wieder zurück in sein Entstehungsland zu schmuggeln. Unterschiedlicher können die Lebensumstände nicht sein. Während Olga zum ersten Mal wegen ihrer Liebe zu Pasternak ins Lager muss, geht es in Washington um Mode, Partys und Liebschaften des Schreibpools der CIA. Nur ganz nebenbei erfährt man, was Irina und ihre Ausbilderin Sally trainieren und mit welchem Ziel.


    Die Geschichte um Olga ist intensiv und man kann sich sehr gut in ihre Ängste um ihre Familie und ihren Geliebten hineinversetzen. Ihre Zeit im Lager wird erschreckend realistisch beschrieben und insgesamt hat mich die Handlung in Russland mehr fasziniert, als die Schilderung des oberflächlichen Lebens der CIA-Frauen in den USA. Das Leben in Russland, der willkürliche Umgang des Staates selbst mit berühmten Persönlichkeiten, die Lebensumstände, die ständige Angst vor Repressalien zeigen ein düsteres Kapitel der Vergangenheit auf.


    Lara Prescott hat sehr gut recherchiert und mischt gekonnt Fakten und Fiktion. So ist ein Roman entstanden, der einen interessanten Blick in ein eher unbekanntes Kapitel der Geschichte um das berühmte Werk Pasternaks gewährt. Sehr lesenswert.

    Danke für die tolle Rezension. :wave

    Schön, dass du bei uns Eulen gelandet bist.


    Ich denke, bevor ich dieses Buch lese, werde auch ich das erste Buch nochmal durcharbeiten. Ich hatte es damals gleich nach dem Erscheinen gelesen und fand es großartig. Inzwischen haben sich so viele politische Veränderungen ergeben, dass ich das Thema unter ganz anderen Aspekten betrachten werde.

    Ich denke, ich werde auch Band vier lesen, aber es ist schade, wenn das Gasthaus in dem Band keine Rolle spielt. Der vierte Band hat ja schon etwas auf sich warten lassen und ich fürchte, bis Band 5 kommt, habe ich die ganzen Zusammenhänge wieder vergessen.

    Naja, dann muss ich eben wieder mit Band 1 anfangen. ;)

    ASIN/ISBN: 3608504214

    Ein Maskenball, ein abgelegenes Anwesen und ein mysteriöser Todesfall- Diese Zutaten klingen schon sehr klassisch und tatsächlich ist auch dieses Buch wie ein Klassiker geschrieben. Vor Jahren wurde der Sohn der Familie Hardcastle ermordet und Evelyn, die Tochter des Hauses gibt sich eine Mitschuld an seinem Tod. Jahrelang wurde das Haus nicht bewohnt, doch zum Todestag des Sohnes soll nun ein Maskenball stattfinden. Familie Hardcastle lädt alle damals Anwesenden erneut in das Haus ein. Am Abend des Balls verlieren sie nun auch noch Evelyn unter ungeklärten Umständen…


    „Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ ist auf den ersten Blick ein typischer Whodunit – ein Verbrechen wird nach und nach aufgeklärt. Dieses Konzept wird sehr oft in Krimis verwendet und ist nicht neu. Neu in diesem Buch ist die Sicht auf den Fall, denn die findet zwar immer von einer Person (Aiden Bishop) statt, doch erwacht sie jeden Tag in einem anderen Körper. Mehrere Gäste des Maskenballs aber auch der Butler dienen ihm als Wirt und er muss in ihren Körpern und mit ihren Gegebenheiten ein und denselben Tag immer und immer wieder erleben, bis er den Fall gelöst hat – oder bis es einer seiner Konkurrenten getan hat, denn auch anderen Gästen ergeht es so. Nur derjenige, der den Mörder entlarvt, kann aus dieser Endlosschleife entkommen und so setzt Aiden alles daran, diese furchtbare Zeit endlich hinter sich zu lassen und vor allem, herauszufinden, welche Person hinter dem Ganzen steckt.


    Die Grundidee zu diesem Krimi ist genial. Auch die Umsetzung ist gelungen. Die Sprache ist sehr klassisch und ich war erstaunt, dass das Buch 2018 mit einem Preis ausgezeichnet wurde und dass der Autor noch lebt, denn dieses Buch könnte, was Sprache und Stand der geschilderten Technik betrifft, auch bereits 1920 erschienen sein. Trotz der guten Idee bin ich nicht so ganz warm damit geworden, doch das ergeht mir bei vielen Whodunits so. Die Ermittlungen ziehen sich einfach zu lang hin, und ein und denselben Tag immer wieder, wenn auch aus anderen Blickwinkeln zu betrachten, war ein wenig mühsam, zumal man immer auch die Sicht der Dinge vom Tag davor und dem Tag davor usw. in Erinnerung behalten musste. Das machte auch den Wiedereinstieg sehr schwer, wenn man das Buch ein oder zwei Tage aus der Hand legen musste.


    Insgesamt bietet das Buch aber eine gute solide Krimikost für Fans des klassischen Krimis. Schreibstil, Figuren und Idee sind sehr gut gemacht, es fehlt ein wenig an Spannung und die Länge sowie die Fülle an Informationen waren mir persönlich zu viel.