Beiträge von Eskalina

    Zwölf Jahre, nachdem ein verheerender Sturm in dem kleinen australischen Küstenort gewütet hat, kehrt Kiernan zusammen mit seinem Baby und seiner Freundin Mia zurück. Der Sturm hat nicht nur Häuser zerstört; zwei Männer ließen ihr Leben und ein Mädchen verschwand spurlos. Einer der beiden getöteten Männer war Kiernans Bruder, der ihm mit dem Schiff zur Hilfe eilen wollte. Diese alte Schuld trägt Kiernan mit sich herum und auch im Ort scheint man ihm immer noch Vorwürfe zu machen. Als kurz darauf die Leiche einer Frau am Strand gefunden wird, muss sich Kiernan erneut seiner Vergangenheit stellen…


    Das Buch ist ein typischer „Whodunit“. Nach und nach werden die Geschehnisse von damals durch Kiernan rekonstruiert. Er erinnert sich an den furchtbaren Tag, an dem er seinen Bruder verlor und an dem die Schwester seiner damaligen Freundin Olivia verschwand. Immer noch versucht er, das Unglück zu begreifen und sich damit auseinanderzusetzen, was damals passiert ist. Auch seine Eltern scheinen ihm die Schuld an dem Geschehen zu geben und so ist die Rückkehr in sein Elternhaus eine besonders belastende Situation für ihn, zumal sein inzwischen dementer Vater ihn mit dem Namen seines verstorbenen Bruders anspricht. Einige Bewohner des Ortes werden nach dem erneuten Todesfall ganz anders betrachtet und langsam finden sich Zusammenhänge, an die niemand gedacht hat.


    Das Buch ist ein internationaler Bestseller geworden, seine große Stärke sind die gut gezeichneten Figuren und die Beschreibung der Landschaft. Mir persönlich fehlte ein wenig die Spannung. Die Handlung zieht sich eine lange Zeit und die Ermittlungen zu dem aktuellen Mordfall laufen auch eher gesittet ab.

    Insgesamt also ein eher ruhiger Roman, als „Thriller“ mag ich ihn nicht bezeichnen. Wer starke Figuren und gute Landschaftsbeschreibungen liebt, der wird hier voll auf seine Kosten kommen.

    Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit

    »Komm nach Hause, wenn du dich erinnerst.«

    1898 erwacht Joe Tournier ohne jegliche Erinnerungen am Bahnhof Gare du Roi in Londres. Die Welt steht Kopf: England ist französisch, und Joe wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Nur wenig später, als er wieder in Freiheit ist, trifft eine rätselhafte Postkarte bei ihm ein, die 90 Jahre zu ihm unterwegs war.

    Auf der Postkarte ist ein Leuchtturm auf einer Insel in den Äußeren Hebriden mit dem Namen Eilean Mor abgebildet, auf der Rückseite steht ein kurzer Text: "Liebster Joe, komm nach Hause, wenn du dich erinnerst. M." Was hat es mit dem Leuchtturm auf sich und wie kann ein Mann mittleren Alters aus einer 90jährigen Vergangenheit heraus vermisst werden?


    Hach, das ist genau mein Ding, besonders, da ich vor zwei Wochen in der Gegend war! Ich freue mich immer wenn ich weiterlesen kann...Ich bin ca. in der Mitte und es gibt immer noch soooo viele Geheimnisse und Fragen.


    ASIN/ISBN: 3608986367

    „Matrix“ von Lauren Groff wird als „Times Bestseller“ und „Lieblingsbuch von Obama“ beworben. Die Autorin erzählt eine Geschichte aus dem Mittelalter mit einer ungewöhnlichen Protagonistin und einer ungewöhnlichen Handlung.


    Die siebzehnjährige Marie verehrt Eleonore von Aquitanien und ist enttäuscht, als diese sie vom Hofe in ein Kloster verbannt. Marie ist ein „Mannweib“ groß, ungelenk und so gar nicht heiratsfähig. Aus diesem Grund soll sie Priorin in einem herunter gewirtschafteten Kloster werden. Marie muss sich fügen und macht sich auf in das Kloster. Noch lange wird sie sich nach Eleonore sehnen, doch erst, als sie die Hoffnung aufgibt, das Kloster jemals wieder verlassen zu können, beginnt sie, aktiv zu werden. Sie ist eine gute Priorin und verhilft dem Kloster nach und nach zu immer mehr Wohlstand. Die Nonnen sind ihre Schwestern geworden, um deren Leben sie sich aktiv kümmert. Sie wird Äbtissin und gelang zu noch mehr Einfluss und Macht, die sie gegen die Männer in ihrem Umfeld einsetzt. Doch kann sie tatsächlich ihr Kloster gegen Männer und gegen deren Anfeindungen verteidigen?


    Es fällt nicht einfach, mit Marie Freundschaft zu schließen. Das liegt anfangs an dem etwas distanzierten Blick, den die Autorin auf sie wirft und daran, dass sie konsequent auf den Einsatz wörtlicher Rede verzichtet. Beim Lesen hatte ich deshalb oft das Gefühl, dass mir die Handlung aus zweiter Hand erzählt wird. Trotzdem ist die Lebensgeschichte von Marie faszinierend, denn man erlebt mit, wie sie sich weiter entwickelt, wie sie die Nonnen nach heutigen Managementaspekten bewertet und deren Arbeitskraft effizient einsetzt. Sie ist einfach eine Heldin, der alles gelingt und die sich in dieser von Männern dominierten Kirche eine Macht anmaßt, die eigentlich unvorstellbar ist. Genau das ist aber dann auch der kleine Kritikpunkt an diesem Roman. Er ist eine Art feministischer Wunschtraum, denn solch ein Aufbegehren, solch eine Macht in einer Männerdomäne sind ja selbst in der heutigen Zeit in der katholischen Kirche noch undenkbar.

    Ich verstehe das Buch als einen Roman, als eine erdachte retrospektive Utopie, die mich gut unterhalten hat, trotz des Schreibstils, mit dem ich bis zum Schluss nicht warm geworden bin.

    Ich habe innerhalb kürzester Zeit "Virgin River" durchgesuchtet. Eigentlich nicht mein Beuteschema, aber mir war so nach heiler Welt. Es hat mir gut gefallen und ich frage mich nun, wann denn die nächste Staffel erscheinen wird.

    Tom Danke für den Tipp mit "Ozark". Das klingt sehr gut und ich habe es für die Zeit nach meinem Urlaub auf die Watchlist gesetzt. :wave

    Der schwarzzüngige Dieb

    Christopher Buehlmann

    Klett-Cotta

    ISBN: 3608986413

    528 Seiten, 26 Euro



    Kinsch Na Shannack ist ein ausgebildeter Dieb und hat für seine Ausbildung hohe Schulden bei der Diebesgilde angehäuft. Dafür hat er aber neben ganz normalen handwerklichen Fähigkeiten auch etwas Magie lernen dürfen. Eigentlich lebt er ganz locker mit den Schulden, allerdings wurde er aus diesem Grund tätowiert und jeder, der dieses Tattoo in einem Wirtshaus sieht, darf ihn Ohrfeigen und bekommt danach ein Bier. So wirklich Spaß macht das nicht und als Kinsch den Auftrag bekommt, zusammen mit Galva, einer Ritterin und Überlebenden der Koboldkriege in eine weit entfernte und von Riesen eroberte Stadt zu ziehen, um seine Schulden loszuwerden, macht er sich auf den Weg.


    Zusammen mit ihm gabeln wir eine blinde Katze als Weggefährten auf, begegnen unendlich hässlichen Kobolden, die Menschen als Festmahl sehen, rachsüchtigen Kraken, die ganze Schiffe zum Kentern bringen, zickigen Hexen, merkwürdigen Gottheiten und vielen anderen interessanten Gestalten. Kinsch als Erzähler ist humorvoll und oftmals ziemlich flapsig. Jeder Tag in seinem Leben ist ein Abenteuer und fast immer, wenn er denkt, es könne nicht schlimmer kommen, kommt es schlimmer…


    Es hat riesigen Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Die lockere Art mit der Christopher Buehlmann seinen Protagonisten erzählen lässt, die vielen spannenden Abenteuer, die er durchstehen muss und die toll erdachte Fantasywelt, machen dieses Buch zu einem Pageturner bei dem man Angst hat, die letzten Seiten zu lesen, weil man das Gefühl hat, man würde seinen guten alten Freund Kinsch verlassen.


    „Der schwarzzüngige Dieb“ wird als „der geheimnisvollste Fantasyheld seit Patrick Rothfuss´Kvothe“ beworben. Ich finde, er ist der humorvollste und liebenswürdigste, charmanteste und schwatzhafteste Held der gesamten Fantasywelt. Und ich hoffe, sein Erschaffer lässt sich nicht wie Patrick Rothfuss ewig Zeit, uns mit Neuigkeiten aus dem Universum von Kinsch zu versorgen.


    ASIN/ISBN: 3608986413

    Hensslers schnelle Nummer 2:

    Das geilste Kochbuch der Welt

    Steffen Henssler

    Gräfe und Unzer Autorenverlag

    ISBN: 3833888512

    240 Seiten, 26,90 Euro



    Dass dies das geilste Kochbuch der Welt sein soll, weckt natürlich hohe Erwartungen und klingt, ehrlich gesagt, ein winziges bisschen übertrieben. Man könnte sogar sagen „selbstverliebt“, wenn man sich anschaut, wie viele Bilder es von Steffen Henssler gibt. Immer zu Beginn eines Kapitels, in dem angekündigt wird, was einen erwartet, erblickt man erst einmal ein doppelseitiges Fotos des Kochs, auf dem er sehr präsent abgelichtet ist. Bevor man das erste Rezept zu sehen bekommt, hat man bereits genau sieben Abbildungen von ihm gesehen.


    Es geht in diesem Buch darum, mit maximal fünf Zutaten, Zitat „der Rest kommt aus der Vorratskammer“, (also doch nicht nur fünf Zutaten), in 15 Minuten ein fertiges Gericht zu zaubern. Zu jedem Rezept gibt es einen QR-Code, der aber leider meist rechts unten, fast zur Bindung hin, auf der Seite steht und sich deshalb so wölbt, dass man mehrere Scan-Versuche braucht, um zum Video zu gelangen.


    Die Videos sind in Ordnung, allerdings braucht man natürlich für das Ansehen zusätzlich Zeit. Die Rezepte befinden sich auf der linken, das Rezeptbild auf der rechten Seite. Die Fotos sind professionell gemacht und machen Lust auf das Gericht. Die Haupt-Zutaten werden in großer Schrift genannt, daneben befindet sich die Mengenangabe (klein) und ebenfalls etwas kleiner sind die Zutaten aus dem Vorrat gesetzt. Es soll bewusst ein wenig unstrukturiert wirken. Die Rezepte sind keine Überraschungen und nicht wirklich neu.


    Zum Beispiel: Toast Hawaii 2.0 (mit Erdbeeren zusätzlich zu den klassischen Zutaten), Flammkuchenteig (Fertigpackung) mit crème fraîche, Lachsfilet, Dill und Zitrone, Schweinerückensteaks mit Champignons, Lauchzwiebeln, Sahne und Käse, TK Erbsen mit Nudeln, Bacon, Parmesan und Sahne…


    Bei einigen Rezepten, die ich inzwischen nachgekocht habe, musste ich ordentlich nachwürzen, weil es sonst einfach zu fade geschmeckt hätte. Andere Rezepte sind gut angekommen, z.B. das Avocado-Bauernbrot mit Serrano-Schinken, Ziegenweichkäse und Blaubeeren. Überhaupt, die Avocado kommt sehr häufig in den Rezepten vor.

    Etwas veralbert habe ich mich bei dem Rezept für den veganen Burger gefühlt. Hier werden als Zutat zwei vegane Burgerbrötchen genannt. Liest man die drei Zeilen dazu weiter wird klar, dass es sich um irgendwelche Aufbackbrötchen handelt. Scannt man dann den QR-Code, sieht man im Video, wie Steffen Henssler mit zwei Brötchenhälften herumspielt – Hey, gerade dieses Rezept wäre mal spannend gewesen, aber da es wahrscheinlich zu lange dauert, bekommen wir es nicht. Auf der nächsten Seite wird dann ein veganer Burger mit Kartoffeln, Himbeeren, Babyspinat und den Burgerbrötchen präsentiert. Also die Seite mit den Brötchen hätte er sich sparen können…


    Mein Fazit: Leider nicht das geilste Kochbuch der Welt und auch nicht das zweitgeilste. Es handelt sich um bekannte oder teilweise angepasste Rezepte, die Fotos (vom Essen) sind ansprechend, die vielen Fotos vom Koch hätte ich nicht gebraucht; nachgekocht gibt es einige gut schmeckende Gerichte, andere muss man dann doch etwas verfeinern, um Geschmack zu bekommen. Insgesamt ein ganz normales „nettes“ Kochbuch, das die hohen Erwartungen seines Titels nicht erfüllen kann.


    ASIN/ISBN: 3833888512

    Hm, Piper scheint immer noch so streng zu sein - ich weiß gar nicht warum? Sie sind doch bei NetGalley um Rezensionen zu bekommen? :gruebel


    Ich habe eigentlich nur zwei Rezis abgeben wollen und danach wollte ich endlich mal wieder ein paar Bücher lesen, die schon lange auf mich warten, aber ich schaffe es nicht, dort reinzuschauen, ohne etwas zu entdecken und so habe ich jetzt bekommen:


    Der schwarzzüngige Dieb - Christopher Buehlmann (ET 20.08., Archiviert N/A)

    ASIN/ISBN: 3608986413


    Simón - Miqui Otero (ET 20.08., Archiviert N/A)

    ASIN/ISBN: 3608980741

    Diese ganzen belanglosen Wunder

    Leona Stahlmann

    Dtv Verlagsgesellschaft

    ISBN: 3423290323

    400 Seiten, 22 Euro


    Amazon-Kurzbeschreibung: Auf einer stillgelegten alten Saline lebt Zeno mit seiner Mutter Leda. Hier in den Salzmarschen gelten eigene Gesetze, ab und an steigt der Fluss ins Haus, die Vögel werden immer weniger. Als Leda dem Jungen nicht länger beim Verlieren seiner Welt zusehen kann, verschwindet sie. Doch Zeno hält sich noch an die kleinsten Wunder. Über die verschlungenen Wege einer App lernt er Katt kennen, die auf der Flucht vor dem Ende einer Liebe ist – und das Zusehen aushält. Und bald zieht es auch andere, dem Großstadtleben am Rande der Apokalypse müde Menschen in die karge, schöne Marschlandschaft. Ein schillernder Roman über die Sehnsucht nach Natur, lebensrettende Wahlverwandtschaften und die Hoffnung, die in den Gezeiten liegt.


    Ich wusste nicht, was in diesem Roman auf mich warten würde und ich bin unsicher, ob ich ihn sonst gelesen hätte, denn teilweise ist er so intensiv, so schmerzlich zu lesen, dass man ihn beiseitelegen möchte. Genau das aber geht nicht, da er einen einfängt und nicht mehr loslässt, bis man weiß, was mit Leda und Zeno geschehen wird.


    Die karge Landschaft der alten Saline passt zu dem ärmlichen Leben, das Leda ihrem Sohn bieten kann. Sie lässt ihn hungern und ist anfangs völlig unfähig, eine Bindung zu ihm aufzubauen. Immer wieder lässt sie ihn ohne Nahrungsmittel allein und er muss schnell lernen, in der lebensfeindlichen Umgebung zu überleben.


    Sprachlich ist das Ganze außergewöhnlich. Die Autorin hat Wörterwelten geschaffen, die teilweise künstlich und etwas überfrachtet wirken, doch bevor man erschlagen wird von diesen Konstruktionen, führt sie einen dann wieder in einen ganz normalen aber wunderbar erzählten Plot, der einen beim Lesen wieder etwas versöhnlicher stimmt.


    Ich habe ein beeindruckendes Buch gelesen, das es mir nicht immer leicht gemacht hat mit seinen etwas sperrigen Figuren und der überwältigenden Sprache, doch es hat sich gelohnt, denn ein Buch, dessen Welt einen einzufangen vermag, das Emotionen beim Lesen hervorruft, ist niemals ein überflüssiges Buch.


    ASIN/ISBN: 3423290323

    Mädchen auf den Felsen

    Autorin: Jane Gardam

    Sprecherin: Leslie Malton

    Hörbuch Hamburg

    ASIN: B09X1NP8YY

    6 Sunden, 25 Minuten – 9,95 Euro


    Über die Autorin: Jane Gardam wurde 1928 in North Yorkshire geboren. Als einzige Schriftstellerin erhielt sie gleich zwei Mal den Whitbread/Costa Award und wurde für ihr schriftstellerisches Werk mehrfach ausgezeichnet. Mit ihrer Bestseller-Trilogie um Old Filth erobert sie auch das deutschsprachige Lesepublikum. Sie ist Fellow der Royal Society of Literature und lebt in East Kent.

    Aus der Amazon-Kurzbeschreibung: „Meisterhaft erzählt die Bestseller-Autorin Jane Gardam von den Geheimnissen und Scheinheiligkeiten, ohne die wir im Leben nicht auskommen. Ein flirrender Sommerroman an der englischen Küste.“


    Ich mag die Art von Jane Gardam ruhige und eigentlich unspektakuläre Geschichten erzählen, in denen nur scheinbar Ruhe und Frieden herrschen. Auch hier ist jede Menge Sprengstoff enthalten. Da ist die strenggläubige Familie von Margret, die durch den Vater dominiert wird. Er predigt sonntags in der Kirche und versucht das gesamte Leben mit der Bibel zu erklären und sein Umfeld zu klösterlicher Enthaltsamkeit zu zwingen. Margrets Mutter scheint ihr eigenes Wesen ihm zuliebe zu unterdrücken und versucht die achtjährige Margret ebenso einzuschränken, die gerade ziemlich abgenervt ist, von dem neuen kleinen und, wie sie findet, überaus hässlichen Bruder, der alle Aufmerksamkeit der Mutter beansprucht.

    Margret ist ziemlich intelligent und kann fast jede Bibelstelle mit der der Vater argumentiert, durch eine andere, die ihr besser passt, widerlegen.

    Es ist Sommer und in diese „Familienidylle“ platzt Lydia, das neue Hausmädchen, das laut Vater, in der Familie geläutert werden soll, doch die denkt gar nicht dran. Sie bringt den Haushalt und ihre Bewohner mit ihrer etwas derben Art gehörig durcheinander und zum ersten Mal fühlt Margret sich wirklich wahrgenommen und erhält etwas Freiheit, denn jeden Mittwoch geht es mit der Eisenbahn zu einem Ausflug an die Küste.


    Man könnte jetzt noch sehr viel zu dem weiteren Verlauf der Handlung sagen, denn irgendwann bröckelt die bigotte Fassade gewaltig und die Ereignisse überschlagen sich. Ob es der Vater ist, der sich an Lydia heranmacht, oder die Mutter, die ihren alten Jugendfreund Charles wieder trifft; nichts ist so, wie es zuvor war. Und der Showdown, so viel sei verraten, ist einfach grandios gemacht.

    Leslie Malton ist die perfekte Wahl für dieses meisterhafte Sittengemälde. Sie schlüpft beim Sprechen so gut in die entsprechenden Personen, dass ich gestaunt habe, wie ein und dieselbe Stimme zwischen jung, alt, männlich und weiblich wechseln kann. Die Geschichte ist an sich schon wunderbar, doch durch die Sprecherin hat sie nochmal gewonnen.


    Mein Fazit: Ich habe dieses Hörbuch genossen. Hier stimmte für mich einfach alles. Die Handlung ist super erdacht, die Personen sehr authentisch und die Sprecherin Leslie Malton krönt das Ganze noch. Das ist für mich jetzt schon mein Hörbuch des Jahres. Daumen hoch und eine begeisterte Hörempfehlung.


    ASIN/ISBN: 3446272283

    Super, danke, interessiert mich in den Fall wirklich. Ich überlege, ob ich die Serie einigen Freunden empfehle, die Fantasy mögen, aber die Graphic Novels nicht kennen.

    Ellemir Ich lese Graphic Novels nur selten und den Sandman habe ich vorher auch nicht gelesen. Da ich aber Neil Gaiman sehr mag und weiß, dass fast alles von ihm super ist, habe ich mich auf die filmische Umsetzung des Stoffes gefreut und bin nicht enttäuscht worden. Ich denke, du kannst die Serie beruhigt allen Fans von Fantasy empfehlen. :wave


    Ich frage mich allerdings, wann die Serie weiter geht...

    Am Freitag ist endlich "The Sandman" von Neil Gaiman auf Netflix erschienen. Ich habe nun die ersten sechs Folgen gesehen und bin total begeistert. Der Stoff galt ja lange Zeit als nicht verfilmbar. Die Umsetzung und die Schauspieler gefallen mir sehr gut. Einzig die Sache mit den Raben ist nicht besonders gelungen...Gibt es hier noch Fans von Gaiman, die auch schon reingeschaut haben? :wave

    Als das Böse kam

    Ivar Leon Menger

    dtv Verlagsgesellschaft

    ISBN: 3423263393

    320 Seiten, 16,95 Paperback


    Über den Autor: Ivar Leon Menger, 1973 in Darmstadt geboren, studierte Grafikdesign an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim. Er ist u.a. Autor und Regisseur zahlreicher Hörspielserien. 'Monster 1983' und 'Ghostbox' zählen zu den erfolgreichsten Produktionen in Deutschland. Als Werbetexter und Grafikdesigner entdeckte Menger rasch seine Liebe zum Film, die auch seine Geschichten prägt. 'Als das Böse kam' (2022) ist sein erster Roman.


    Juno und ihr Bruder Boy leben zusammen mit ihren Eltern auf einer kleinen Insel mitten auf einem See. Die beiden haben die Insel noch nie verlassen, denn am anderen Ufer wartet der Tod auf sie. Ihre Familie wird bedroht und die Fremden von der anderen Seeseite könnten sie auslöschen. Unter dem Haus gibt es einen Schutzraum, in dem sie sich verstecken können, falls die Fremden auf die Insel kommen. Sie ernähren sich von dem, was sie anbauen, ab und zu nimmt der Vater das Boot und wagt den gefährlichen Weg ins Dorf, um unerkannt dort einzukaufen. Über lange Zeit ist dies das ganz normale Leben von Juno und Boy, doch die beiden werden älter und Juno gibt sich nicht mehr mit einfachen Antworten zufrieden. Warum darf sie das Arbeitszimmer des Vaters nicht betreten? Woran starb ihre ältere Schwester, deren Grab sie täglich sehen? Und warum müssen sie sich verstecken, wenn „Onkel Ole“, der Postmann herübergerudert kommt? Juno wird immer misstrauischer und beginnt zu ahnen, dass ihre Eltern etwas vor ihr und Boy verbergen…


    Dies ist mal wieder ein Thriller, bei dem ich das Buch nicht aus der Hand gelegt habe, bis die letzte Seite gelesen war. Anfangs habe ich mich an den Film „The Village“ erinnert gefühlt und war schon fast sicher, dass das Ganze so ähnlich verlaufen würde, doch da war ich auf der falschen Spur, zum Glück, denn zu viele Ähnlichkeiten hätten mir den Lese-Spaß verdorben. Also, so viel sei verraten; es kommt anders als man denkt und genau das macht ja einen guten Thriller aus.


    Super gefallen hat mir, dass die Spannung permanent steigt. Nachdem man die Situation von Juno und Boy erfasst hat, sieht man zusammen mit Juno die vielen kleinen Risse im Alltagsleben der Familie. Die Figuren sind gut entworfen und wirken lebensecht, so dass man die ganze Zeit das Gefühl hat, mit ihnen auf der Insel zu sein. Der Autor hat das Talent, auch kleine Szenen am Rande hochspannend zu schildern und als es Richtung Showdown ging, die Spannung immer noch weiter zu steigern. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt allerdings; vom Ende hätte ich mir gerne noch mehr Details gewünscht, besonders eine Frage blieb nicht ganz geklärt, doch das stört meinen Gesamteindruck nicht, einen hochspannenden Thriller gelesen zu haben, der mich bis zum Schluss nicht losgelassen hat. Daumen hoch für einen tollen Pageturner.


    ASIN/ISBN: 3423263393