Beiträge von Julia Freidank

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    Original von Paradise Lost
    Eine Sache ist mir noch eingefallen die ich vergessen hatte. Nachdem die Geschichte um Friedrich und Ludwig ja den historischen Hintergrund des Romans gebildet hat, fand ich es etwas schade, dass man als Leser nicht den Ausgang dieses Konflikts erfährt, entweder in Form des Epilogs oder im Nachwort. Kann man sicherlich nachschlagen / recherchieren, hätte den Roman aber besser abgerundet finde ich.


    ... soweit sind wir in der Historie noch nicht, der zog sich ziemlich lange hin. War zwar kein Dreißigjähriger Krieg, aber immer kann man eben nicht mit dem Kriegsende abschließen :-) Aber abwarten :wave ...

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    Original von Paradise Lost
    Was ich schon die ganze Zeit fragen wollte, "Raoul" klingt ja eher irgendwie französisch oder spanisch als nach Heiligem Land. War der Name dort üblich (vielleicht durch die Kreuzfahrer) oder auch eher außergewöhnlich?


    Das war im Heiligen Land tatsächlich ein relativ verbreiteter Name, durch die starke Präsenz französischer Kreuzfahrer.


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    Also da hatte ich dann schon kurzfristig das Bedürfnis ihr mit einer Bratpfanne Vernunft einzuhämmern. :hau das ist wohl der letzte Rest Naivität des kleinen Bauernmädchens, der sich in der Gauklerin aufrecht erhalten hat.


    Naja, sie hat eben die ganze Zeit gehofft, doch noch in ihr altes Leben zurück zu können. Wie gesagt, im Ordo zu leben war für mittelalterliche Menschen extrem wichtig - nur dort hatten sie so etwas wie rechtlichen Schutz. Und natürlich hofft sie, dass Ulrich ihr hilft, selbst wenn er inzwischen eine andere hätte, wäre es seine Aufgabe. Normalerweise würde so ein Anliegen einer Gauklerin wirklich ungehört bleiben. Aber der König ist für diesen Fall nicht zuständig, genausowenig wie die Kirche. Ulrichs Vater ist ihr Herr, ihn muss sie überzeugen, wenn sie das schafft, ist die Sache aus der Welt.


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    Breit gegrinst hab ich über eines der schönsten Wörter unserer Sprache, die alte Zwiderwurzen. Ich hör das einfach zu gern. Und zu Gertraut hat es auch gepasst wie die Faust aufs Auge. :lache


    ich auch :lache


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    Gab es solche Szenen schon bei den Ritterfestspielen (Pferde auf der Tribüne, Kampf mit Fackeln)?


    naja, Tribüne .. ich glaube, das hätte das Publikum dann doch ungewollt dezimieren können :-) Mit Fackeln kann ich mich auch nicht erinnern, aber es ist eine gute Idee :-) Reiten auf die (leere) Königsloge und durchs Feuer :-) ja, das gibt es schon mal beim Turnier!


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    Ich dachte ja erst "Morbus sacer" wäre ein Schlaganfall, weil ich den Eindruck hatte, Hermann wäre irgendwie halbseitig gelähmt, habe dann aber im Internet nachgelesen, dass es sich dabei wohl um Epilepsie gehandelt hat.


    Naja, so genau konnte man das damals nicht differenzieren. Morbus sacer taucht auch im Zusammenfall mit Symptomen des Schlaganfalls auf. Hier habe ich tatsächlich einen Schlaganfall gemeint.


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    Eine Freundin, die das Buch einige Zeit vor mir gelesen hat, hat mich gestern darauf hingewiesen, dass das Cover ja scheinbar genau die Szene von S. 389, letzter Absatz, wiedergibt, als Anna sich in Benediktbeuern befindet (wegen dem Tuch über den Haaren) und im Sonnenuntergang auf die Türme schaut. Ist das wirklich absichtlich so gewählt und extra für das Buch gemacht worden? In Zeiten von doch häufig recht einfallslosen (und oft auch noch mehrfach verwendeten) Motiven fände ich das sehr begrüßenswert.


    Oh, das habt ihr gemerkt? Chapeau! Ich wollte ohnehin eine Szene dieser Art haben, schon um an das Lied "Stetit puella" aus den Carmina anzuspielen ("Stand ein Mädchen im roten Kleid, wenn jemand sie berührte, raschelte das Kleid.") Dann kam der Coverentwurf (soweit ich weiß, wurde er direkt und ausschließlich für dieses Buch gemacht), und ich fand, dass er gut zu dem Lied passte. Und habe die Szene in Benediktbeuern entsprechend umgearbeitet ... :-)


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    Die Jagd nach der Carmina (bzw. der Vagantenbeichte, aus Annas Sicht) zieht sich wie ein dünner roter Faden durch die Geschichte und bestimmt zum Teil das Schicksal der Figuren, allerdings hätte für meinen Geschmack gerne noch etwas mehr Hintergrund zur Entstehung und vielleicht einige der anderen Lieder mit dabei sein dürfen, da hatte ich mir einfach einen etwas größeren Anteil an der Gesamthandlung erhofft.


    Zur Entstehung gibt es nur wenig verlässliche Info, vieles ist Spekulation. Ich habe versucht, die drei Theorien über den Herkunftsort (Neustift, Maria Saal und Seckau) miteinander in Einklang zu bringen (übrigens eigenständig, diese Version ist nirgendwo sonst nachzulesen) und im Kontext der politischen Umstände in Brixen und Umgebung zu lösen. Vor allem war mir wichtig, die Lebenswelt der Carmina darzustellen, in diesem Zusammenhang erscheinen ja auch die Lieder. Ich habe jetzt gar nicht nachgezählt, aber ich meine, es sind 12, die im Roman erwähnt werden.


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    Alles in allem auf jeden Fall ein unterhaltsamer Mittelalterroman, der durch die Zusatzinfos hier in der Leserunde noch mehr an Tiefe für mich gewonnen hat. Vielen Dank an Julia für die freundliche Begleitung, die wirklich schnelle Beantwortung der Fragen und die interessanten Anmerkungen! :anbet


    Danke!! Mir macht es auch viel Spaß, und ihr stellt wirklich interessante Fragen!

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    Original von Paradise Lost
    Werd ich mir mal ansehen. Auf mich wirkt es einfach wie ein trotziges Plädoyer für die Lebensfreude inmitten einer von Kirche und Ständen reglementierten Welt.


    Finde ich auch - am Schluss beteuert der Archipoeta zwar Reue, aber ich habe nicht das Gefühl, dass es ihm damit allzu ernst ist. Peter Godman hat noch eine andere Idee...


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    Ich musste ja auch lachen als irgendwo tatsächlich "Tristan und Isolde" erwähnt wurden (also, im nächsten Abschnitt mit dem ich im Übrigen auch schon fertig bin, muss nur noch was passendes zusammenfabulieren :grin )


    Ja, die Bilder zitieren tatsächlich die Tagelieder, auch in denen geht es ja um Liebe :-) man kommt ihr einfach nicht aus :knuddel
    "Tristan" - gut beobachtet! :grin Man kann solche Anspielungen natürlich nicht zu deutlich machen, sonst wirkt es aufgesetzt. Aber es hat Spaß gemacht, damit zu spielen, und es trifft einfach die Lebenswelt.

    Hallo, Paradise Lost, wow, da hast Du ja wirklich ganz schön Mühe aufgewendet (auch vom Sofa aus :-))! Also, die Vagantenbeichte beginnt in manchen Ausgaben mit estuans interius ira vehementi ... und in manchen mit estuans intrinsecus ... beides heißt dasselbe: Im Innern von heftigem Zorn erfüllt ... (intrinsecus/interius: innerlich) Ich habe mich nach langem Ringen intrinsecus und interius mit Zähneknirschen für die Version entschieden, die Carl Orff nach der Schmeller'schen Ausgabe verwendet hat - einfach, damit man das Stück wieder erkennen kann. Es gibt übrigens in derselben Strophe eine weitere Abweichung: factus de materia levis elementi (gemacht aus dem leichten Element) bzw. factus de materia cinis elementi (gemacht aus dem Asche-Element): Da hat der Herausgeber die Anspielung auf die Elemente-Lehre nicht verstanden :-)
    Wenn Du Dich für die Vagantenbeichte interessierst, es gibt eine neuere, pfiffige Interpretation dazu von einem alten Freund von mir: Prof. Peter Godman (Paradoxes of the consciences) Ich fand es anregend, gerade weil es mal etwas anderes ist.
    Das Latein im Mittelalter ist tatsächlich anders als das klassische "römische" Latein. Es war nicht mehr die Muttersprache, und das fällt hin und wieder schon deutlich ins Auge. Besonders bei Caesarius von Heisterbach, den ich schon wegen seiner Schmähreden gegen uns Mädels nicht leiden kann. Und dann sind sie auch noch in so schlechtem Latein!!! :schlaeger
    Kaltenberg war gestern nachmittag wirklich ganz schön heiß! Die Ritter in ihren 30 Kilo-Rüstungen wurden schier zu Katzenfutter verkocht. So schnell habe ich die noch nie freiwillig aus der Dose kriechen sehen ...
    ... Und die Liebesgeschichte ... Die Szene auf S. 451 spielt zumindest ziemlich frech auf die mittelalterlichen Tagelieger (also Poeme über den Morgen nach einer heißen Liebesnacht) und deren Rezeption in Wagners "Tristan und Isolde" an :-) Wenn Du so willst, dies extra für Dich: nicht Love-Story, sondern Literaturrezeption :wave

    So, ich habe gerade noch ein bisschen Zeit und es gibt viele Fragen :-) Dann mach ich mich doch gleich mal dran!


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    Original von Paradise Lost
    Es gibt einen Zeitsprung von 3 1/2 Jahren. Gab es dafür einen bestimmten Grund? Ist es wegen der historischen Vorgabe mit dem Krieg zwischen Ludwig und Friedrich oder eher wegen Anna und Raoul, sie ist jetzt etwas älter, hatte Zeit, die Massenschändung zumindest ein Stück weit zu verschmerzen? Würde mich einfach mal interessieren. ^^


    Beides ... Einerseits passiert in dieser Zeit politisch nicht soviel Neues. Der Bürgerkrieg zieht sich hin bis zu dem Treffen nahe Mühldorf, Schlachten werden (wohl aus aus finanziellen Gründen, beide waren fast pleite) gemieden. Andererseits muss man so etwas wie Annas Vergewaltigung erst mal wegstecken, und das braucht Zeit. Anna war im ersten Moment nach ihrer Vergewaltigung wild entschlossen, stark zu sein. Aber wie so oft bei Traumaopfern: das PTS (posttraumatische Stress-Syndrom) bricht erst einige Zeit nach dem auslösenden Ereignis so richtig hervor. Sicherheit wird enorm wichtig, und obwohl der Hofnarr sie aus Neid in Misskredit bringt, weiß sie doch, dass der Bischofssitz die einzige Zuflucht ist, die sie hat. Es wäre einfach unglaubwürdig gewesen, wenn sie danach zur Tagesordnung übergegangen wäre.


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    Was genau ist eigentlich ein "Doctor in utroque"? Ich hab da so halbwegs zusammengeradebrecht, ein Doktor des kirchlichen Rechts oder der Kirche, aber stimmt das auch? Allgemein wäre für manche Begriffe vielleicht ein kleiner Glossar nicht verkehrt gewesen.


    Das Glossar .. so etwas entscheidet der Verlag, ich gebe es gern weiter :-)
    Doctor in utroque: wörtlich: Doktor in beiden (Rechten, also dem weltlichen und dem kirchlichen).


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    Bei der Reise ziehen sie am Brennerhof vorbei. Heißt der Hof so wie der Pass oder ist der Pass vielleicht nach dem Hof benannt? (kann ja vorkommen bei reichen Bauersfamilien).


    In der Tat. Der Brennerpass und der zugehörige Ort soll nach dem Hof eines gewissen Herrn Brenner benannt sein.


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    Das Verhältnis zwischen Ludwig und seiner Frau scheint mir für die damalige Zeit und ihre arrangierten Pflichtehen ein außergewöhnlich inniges zu sein. Ob man es jetzt direkt "Liebe" nennen kann weiß ich zwar nicht, aber es ist auf jeden Fall Vertrauen da, Zuneigung, verbunden mit der Sorge um das Wohl des anderen. Gibt es dafür Hinweise in der Geschichte oder ist das freie Auslegung der Autorin? :-)


    Ja, dafür gibt es Hinweise. In den Berichten über Ludwig wird es immer wieder angedeutet. Den Chronisten schien bemerkenswert, dass er sich während dieser Ehe keine Mätressen hielt (zumindest keine, von denen man wusste :-) und das gute Verhältnis zu Beatrix wird immer wieder hervorgehoben. Ich habe dieses Vertrauen sich allmählich entwickeln lassen, auch im Zusammenhang mit dem Krieg, der die beiden zusammenschweißt. Und wenn man nie mit etwas anderem als einer arrangierten Ehe gerechnet hat, gibt es durchaus auch Leute, die damit zufrieden sind. Ich kenne so ein Paar :-)



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    Anna rettet einer reichen Frau das Leben und die macht dem guten Freudenreich (was für ein Name für einen Spielmann :lach) etwas Dampf und so findet er für Anna heraus, wer der vermutliche Schreiber des Liedes war für das sie angeklagt wurde, und dass es wohl im Auftrag des Erzbischofs von Köln geschah.


    ... nicht ganz. Der Archipoeta stand im Dienst des Erzbischofs, ein Auftragswerk war das allerdings nicht. Anna stellt nur fest, dass der Bischof das Lied geduldet und nicht als Ketzerei betrachtet hat (auctoritas-Beweis :-) : Aber der Bischof hat gesagt ...). Freudenreich ist eine historische Figur, das Kompliment für den Namen geht an ihn :-)


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    Ich gestehe, ich bin kein sooo großer Fan von Liebesgeschichten, und die ganze Sache zwischen Raoul und Anna gehört nicht zu der Art, die einen groß überrascht, da sie ja doch über weite Strecken des Buches vorhersehbar ist.
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    ... naja, das ist eben Geschmackssache :-) im historischen Roman gehört es zu den genretypischen Merkmalen. Ohne Liebesgeschichte, das wäre wie ein Krimi ohne Leiche :-) Und wenn es zu überraschend gekommen wäre, wärt Ihr dann vielleicht entsetzt gewesen, dass sie DEN Kerl nimmt :-)

    Also, zuerst einmal danke an Euch - für Eure anregenden Kommentare und natürlich für das Lob am Schluss, das ist toll!! :-) Die Runde mit Euch hat mir wirklich großen Spaß gemacht, ein schönes Gefühl, wenn man für seine Arbeit so belohnt wird!
    Eliza08, bibliocat, ein neues Buch ist in Arbeit - und mit dem Feedback im Rücken wird es sich fast von selbst schreiben!


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    Original von Bouquineur
    Annas Gedanken über das Sühnekreuz, und die Beschreibung, wie es die Jahrhunderte überdauert, bringen mich zu der Frage, ob es in Kaltenburg ein solches Sühnekreuz auch heute noch gibt.


    Ja, gibt es! Steht an der Straße zwischen Geltendorf und Hausen unweit Kaltenberg, mit Blick auf die Burg.


    Raoul kommt aus dem heiligen Land, wie mehrmals gesagt wird. Dort war der Tee zu diesem Zeitpunkt schon bekannt. Übrigens sollte man genau unterscheiden zwischen dem europäischen und dem "arabischen" Europa - die letzte arabische Kolonie in Italien, Lucera, wurde erst 1300 aufgelöst, das Königreich Granada besteht um 1320 noch etc.. Das "arabische" Europa hat einen arabischen Lebensstil gepflegt und war meist Teil des arabisch-islamischen Wirtschaftsraums. Der florierende Handel über die Seidenstraße funktionierte umso leichter, da der Islam eine, wenn auch oberflächliche kulturelle Einheit brachte. (Bis heute leben in den westlichen Provinzen Chinas Muslime) Die Christen im Vorderen Orient waren in unterschiedlichem Maße akkulturiert. Da Raouls Mutter allerdings eine gebürtige orientalische Christin ist (das Christentum war im Orient lange vor den Kreuzzügen verbreitet, selbst die arabische Halbinsel war im 4./5. Jahrhundert von Äthiopien aus teilchristianisiert worden) ist davon auszugehen, dass er wie ein Araber aufgewachsen ist. Arabisch ist ja auch seine Muttersprache. Von den Arabern hat er auch die Gewohnheit, Opium in den Wein zu geben (fragt euren Arzt oder Apotheker ob man das nachmachen sollte :-)). Die Handelswege (von Zentralasien nach Bagdad rechnete man ca. 3-4 Monate Reise) verbreiteten natürlich auch Güter: Bereits im 9. Jahrhundert gab es in Bagdad u.a. eine Sternwarte und eine Papiermühle. Insofern, nicht überrascht sein über den Tee in Raouls Gepäck. Überrascht wäre ich nur gewesen, wenn jemand eine Wasserpfeife geraucht hätte - die kam nämlich erst viel später auf, und die Glaskörper dazu kamen aus Böhmen :-) ... und schon sprudelt es wieder ... :-)

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    Original von Zen-71
    Ich habe das ganze Buch nicht verstanden, was Anna an Ullrich findet und warum sie an ihm festhält. Aber bin irgendwann zu dem Ergebniss gekommen, dass sie jung ist und die erste Liebe da wirklich nachhallt. Zweitens, dass sie sonst niemanden mehr hat, entweder sind sie tot, oder sie wurde verstossen von ihrer Familie. Drittens kann man glaube ich, nicht die damalige Zeit mit der heutigen vergleichen und Liebesheiraten, Standesdünkel und Rollenbilder sind gänzlich andere.


    ... genau. Die Idee der romantischen Liebe in dem Sinne wie wir das heute kennen, war nichts, womit die Menschen damals selbstverständlich aufgewachsen sind. Was natürlich nicht bedeutet, dass es Liebe nicht gegeben hätte.
    Anna ist damit groß geworden, dass der Burgherr ihr Beschützer ist. Das ist Ulrich. Als Liebhaber - sie sagt auf S. 310, was sie an ihm gefunden hat: Er war der erste Mann, der keine Machtansprüche geltend gemacht hat. Sie ist ja sehr konservativ erzogen worden, die Ehe als Pflicht etc., immer unmündig und dem Vater etc. unterworfen. Bei Ulrich hat sie zum ersten Mal Gefühle um ihrer selbst willen leben dürfen. Gerade weil er sie nie hätte heiraten können, hat sie es also so genossen: endlich eine Liebe ohne vernünftigen Zweck!
    Anna ist noch ziemlich jung, und die erste Liebe ist eben immer etwas Besonderes. Da kann man mit dem Kopf wissen, dass man dem Falschen nachtrauert, man tut es trotzdem. Und wie gesagt, sie weiß nicht alles über Ulrich, was wir wissen. Sie hat sich ja selbst gefragt, warum er nie gekommen ist, aber sie hat ihm eben nur das Beste unterstellt: könnte ja sein, dass er krank ist, der Ärmste? Selbst dass er sie verheiraten wollte, kann sie ihm eigentlich nicht vorwerfen. In ihrer Zeit war das eher die Regel als die Ausnahme, wenn ein Mann eine unstandesgemäße Geliebte hatte. Schon um nach außen den Schein zu wahren. Ulrich wird übrigens das ganze Buch hindurch nicht gegen den Ehrenkodex des Rittertums verstoßen. Raoul tut das ständig. Auch das fand ich wichtig: Wir glauben heute gern, die Ritterlichen sind die Guten. Aber das Ritterideal hatte eben auch seine Schattenseiten.
    Schließlich hat Anna zuviel aufs Spiel gesetzt für diese Liebe. Sie hat deswegen alles verloren - da kann sie sich nicht vorstellen, dass es jetzt umsonst gewesen sein soll (S. 360). Deshalb wehrt sie sich auch so wütend gegen ihre Gefühle für Raoul: Weil sie im Grunde ganz genau weiß, dass sie ihn will, aber er ist ihr Feind. Ein dramatischer Konflikt, der schon von Shakespeare und Schiller angewendet wird :-)

    So, wieder ein Motiv aus der Lebenswelt der Carmina Burana: ein bischöflicher Hof!


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    Original von Paradise Lost
    Jo, wirklich ein kurzer Abschnitt. Ich hatte also mit meiner einen Vermutung recht, dem Bischof gefiel Annas Lied und er hat sie sich als seine persönliche Gauklerin geholt. Entgegen meinen Erwartungen hat er jedoch allerdings nicht versucht sich ihr körperlich zu nähern. Potzblitz, ein ehrenwerter Mann? :gruebel


    ...Sowas solls ja selbst im Mittelalter gegeben haben :-) Wobei die Tatsache, dass er Anna nicht unter den Rock will keineswegs heißt, dass er nicht woanders eine kleine Freundin haben kann :-) Der Sendlinger stammte aus einer Patrizierfamilie. Meistens hat es nicht viel geändert, wenn so jemand das geistliche Amt wählte. Ich habe mich also vorerst damit begnügt, dass er ein Faible für die Freuden seines Stands hat, wie Gaukler und Hofnarren ....


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    Ich mochte den Gaukler mit dem Fuchsgesicht, auch wenn ich nicht begreife, warum er Anna den Hinweis mit dem Kloster nicht schon viel früher gegeben hat. Dann wäre seine Gruppe ganz elegant ein hungriges Maul losgeworden.


    ... Wird bisher in der Tat nur angedeutet, mehr dazu im nächsten Teil :-). Wir wissen schon, dass er das Blatt geklaut hat, aus einem Kloster. Kirchendiebstahl war ein schweres Verbrechen, er müsste um sein Leben fürchten - und es könnte ja sein, dass ihn der Hunger mal an den Ort des Delikts zurücktreibt. Da will er nichts riskieren. Und: er weiß etwas, das wir noch nicht wissen :-)


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    Was ich mich zu den letzten Sätzen des Abschnittes auch noch frage... wieso ist Raoul schuld, dass Anna auf der Straße lebt? Nimmt sie ihm am Ende übel, dass er sie nicht einfach hat ersaufen lassen? :gruebel


    ... naja, wenn man am Boden ist sucht man erstmal Schuldige :-) Und Raoul hat ihr Dorf geplündert und sie auf die Burg getrieben. Sie hat ihn ja auch verdächtigt, selbst hinter der Anklage zu stecken, auch wenn er das leugnet. Raoul wird das sicher auch nicht so einfach schlucken. Ich denke, die beiden geraten noch aneinander.


    Jetzt fehlt aber noch etwas ganz wichtiges aus der Welt der Carmina Burana: die Tavernen!! Zumindest Steffen wird sich da sicher wohlfühlen ...

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    Original von Zen-71
    Gerade bei diesen Truppen hatte ich an einen stärkeren Zusammenhalt gedacht. Aber wahrscheinlich war es eine Zeit, in der jeder zuerst an sich denken musste, um überleben zu können


    :wave


    Ja, stimmt. Die Hungersnot dieser Jahre hat enorm viele Todesopfer gefordert, 1315 war ja nicht das erste harte Jahr. Und die Truppe ist ja noch nicht so lange zusammen, die regeln noch das eine oder andere - zum Beispiel, ob Steffen einen Anspruch auf Anna hat, da sie ja solo ist :-) Ich fand es spannend, weil sich in so einer Krise zeigt, wie jemand wirklich ist: die ganze Bandbreite zwischen menschlich und grausam. Lotterpfaffen waren als asozial verschrien: es hieß, sie würden noch einem bettelnden Kind das Brot aus dem Mund pulen. Mal sehen, ob Steffen die Kurve kratzt ... :-)


    ... die Erklärungen sprudeln nur so raus! Offenbar stellt Ihr die richtigen Fragen, sonst wäre das nicht so :-) Danke auch an Euch!

    Ja, die Schlacht am Morgarten war ganz schön heftig - das fanden die Österreicher auch :-) Ihr habt ja schon gemerkt, warum sie hier beschrieben ist: weil ich es langweilig gefunden hätte, den Lotterpfaffen einfach nur verlottert sein zu lassen, ohne zu erklären, warum er so ist.


    Aber es geht in dem Buch auch um das Rittertum und das Ritterideal, und da ist diese Schlacht (die übrigens von den Chronisten ausführlich und ziemlich brutal beschrieben wird) ein echter Wendepunkt: Ein schwer gepanzertes Ritterheer wird von einer Gruppe von mehr oder weniger Bauern überwältigt. Die sich natürlich nicht im Geringsten um den ritterlichen Ehrenkodex scheren. Normalerweise lief eine Schlacht so ab: Man machte (oft) einen Treffpunkt aus, dann ritt man - wie beim Turnier - aufeinander los und versuchte, den Gegner aus dem Sattel zu stoßen und gefangenzunehmen. Natürlich gab es immer Tote (vor allem wenn es gegen Ungläubige ging wie in den Kreuzzügen). Aber letztlich hatte man mehr davon, wenn man den Gegner für gutes Geld auslösen lassen und sein Pferd und seine Rüstung einstreichen konnte. Zum Vergleich: Eine maßgeschneiderte Rüstung kostet heute in etwa soviel wie ein guter Mittelklassewagen, ein gut ausgebildetes Pferd (wie ein Schlachtross) dasselbe, nach oben hin offen. Die Vollblüter, die z.B. in Kaltenberg eingesetzt werden, haben sogar - jedes einzelne - den Wert eines Hauses. Das galt in etwa auch fürs Mittelalter. Ganz zu schweigen vom Lösegeld für einen adligen Gefangenen. Leidtragende des Kriegs waren meistens die Bauern - siehe die erste Szene des Romans :-) Die Schweizer waren nun "Spielverderber": sie pfiffen aufs Rittertum und lockten das hochgerüstete Heer in einen Hinterhalt, wo es seine Stärke nicht ausspielen konnte. Und sie machten keine Gefangenen. Letzteres haben die Chronisten besonders zur Kenntnis genommen, für die Zeitgenossen war es ein Schock (was? Es werden nicht nur Bauern gemetzelt, sondern Adlige? Unerhört!) Die Hellebarde ist nur eine der Waffen, die letztlich zum Ende der klassischen Ritterschlacht führten. Kurz: Die Taktik punktete vor dem Ritterideal.


    Ja, ich glaube auch, zwischen Anna und Raoul knistert es :-) aber Anna kann natürlich nicht vergessen, dass er bei der Plünderung ihres Dorfs dabei war. Außerdem glaubt sie, dass Ulrich sie verzweifelt sucht und will einfach nur zurück. Für einen mittelalterlichen Menschen war der Ordo - die Gesellschaftsordnung - extrem wichtig, oft weit mehr als persönliche Gefühle. Kein Wunder: Nur im Ordo war man sicher und von Gesetzen und persönlichen Bindungen geschützt.
    Dass es nun zwischen ihr und ausgerechnet Raoul prickelt, das macht Anna natürlich fuchsteufelswild! Und der Fluch steht zwischen ihnen ... mit dem Zurücknehmen ist es nicht getan, fürchte ich, weil man an die Macht des einmal gesprochenen Wortes glaubte. Und wie gesagt: es ist Rufmord, für einen Ritter eine sehr ernste Sache.
    Anna ahnt nicht, dass wir Ulrich inzwischen von einer anderen Seite kennengelernt haben. Wobei - er hat eigentlich nichts getan, was dem Ritterideal widerspricht ... :-)


    Hm, kann schon sein, dass Anna jetzt den Carmina Burana auf die Schliche kommt. Jetzt haben wir einen kleinen fahrenden Spielmann (Falconet) und einen Lotterpfaffen (Steffen), da sind wir schon ganz nah an der Lebenswelt der Carmina Burana ... Hoffen wir mal, dass die Gaukler jetzt nicht erst einmal im Kerker landen, weil Anna ihre Beine gezeigt hat :-)

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    Original von bibliocat


    Kaum zu glauben, daß dieser Satz aus unserer Zeit stammt :yikes!!! Neandertaler ist da wirklich noch zu nett! :schlaeger
    .


    ... selbst schuld, der Gute, vielleicht erkennt ihn ja jemand und schenkt ihm das Buch :chen Normalerweise verwurste ich ja nicht die Gegenwart im Roman, aber da konnte ich nicht widerstehen :schlaeger es passte so gut zur frauenfeindlichen Literatur von Augustinus, Johannes Goldmund und der großen Scholastiker :lache


    Tuberkelhokko ... ein Jammer um den schönen Vogel, aber als Schimpfwort ist er einfach klasse!

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    Original von Maharet


    irgendwie fühle ich mich in dem Buch sofort heimisch, ich bin in Augsburg geboren, mein Dad kommt aus der Nähe von Landsberg, und Wörter wie "gschert" und "Kuahsoach" - da kommt mir doch gleich der Bauernhof meiner Oma in Penzing in den Sinn :grin
    ...


    Da kommst Du ja fast aus Kaltenberg! :wave


    Der Satz vom Tuberkelhokko (was für ein toller Ausdruck!) Kilian ist übrigens ein O-Ton, kaum zu glauben ... :schlaeger (allerdings war nicht ich die Adressatin :lache) Ich habe nur 25 statt 35 Jahre geschrieben, um es an die Lebenserwartung im Mittelalter anzupassen.

    Guten Morgen zusammen! Das geht ja wirklich schnell und macht richtig Spaß mit Euch!


    Zu Deiner Frage, Zen-71: Ja, leider war das normal, dass eine Frau, die auf der Straße lebte, mehr oder weniger Freiwild war. Gaukler hatten in den meisten Gegenden so gut wie keine Rechte, und selbst wenn - die einzuklagen war schwer. Generell hat man gesagt, wenn eine Frau auf Reisen geht, wird sie kaum unberührt zurückkommen. Und nicht nur, weil die Sitten auf Reisen lockerer waren (keine Mama oder Schwiegermama dabei, die auf einen aufpasst :-) In den Carmina Burana gibt es viele Schilderungen körperlicher Liebe, und oft wird die Frau nicht gefragt, ob sie es überhaupt will. Im Gegenteil: "Für sie war es hart, für mich war es gut", sagt ein (männlicher) Dichter über einen Quickie. Insgesamt wird in der mittelalterlichen Literatur beim Sex oft Gewalt angewendet, nicht nur bei Gauklerinnen. Deshalb kam ich um diese Szene leider nicht herum. Es wäre unrealistisch gewesen, wenn Anna das nie passiert wäre. Ehrlich gesagt war es auch hart, das zu schreiben. Aber die Frauen, die auf der Straße lebten, mussten lernen, mit sexueller Gewalt klarzukommen. Deshalb glaube ich, dass diejenigen, die es geschafft haben, sehr stark gewesen sein müssen.
    Anna und Raoul sind jetzt beide an einem absoluten Tiefpunkt. Beide haben um etwas gekämpft und scheinbar verloren. Dennoch .. Krisen, auch wirklich schreckliche, sind oft das einzige, was uns weiterbringt ... mal sehen, wie Anna damit fertig wird.
    Raoul wird uns sicher noch einmal begegnen, Mädels :wave Ich glaube, er sortiert sich gerade backstage wieder zusammen ...

    Guten Morgen! Und danke Euch für Eure Anmerkungen, das geht ja wirklich rasant!
    Tanzmaus bin ich noch eine Antwort schuldig: Schweizer und Schwyzer. Schwyz ist ein Ort in der Schweiz :-) Gebe zu, das ist ein wenig verwirrend, aber da kann man nichts machen.
    Steffen traue ich auch nicht :-) Am Anfang hatte ich eine Heidenangst um Anna, als ich sie mit dem Kerl auf die Reise schickte! Aber dann ... :-) Er ist übrigens das nächste Motiv aus der Lebenswelt der Carmina Burana: Der verfressene, lüsterne Lotterpfaffe. Diese Burschen waren berüchtigt! Was es umso lustiger machte, mit ihnen zu arbeiten!
    Raouls Motiv - steht auf S. 167, Zen-71: Er hofft, der König würde ihn als anerkennen und er könnte Anspruch auf Kaltenberg haben. Die Anerkennung von Bastarden war zunächst wirklich nicht üblich, das stimmt. Aber das Mittelalter ist eben kein starrer, monolithischer Block, insofern: zur Zeit Raouls und in Bayern liegen die Dinge anders. Ludwig der Bayer hat im Lauf seiner Regierungszeit zahlreiche Bastarde, insbesondere aus dem niederen Adel anerkannt. Die wissenschaftliche Literatur nennt diverse Beispiele. Es war natürlich die einfachste Möglichkeit, an qualifizierte Kämpfer und Verbündete zu kommen, und beides hatte Ludwig bitter nötig. Auch das macht ihn so interessant, dass er in vieler Hinsicht enorm unkonventionell war. Mal sehen, ob Raoul damit durchkommt, Anna hat ja ihre Zweifel ...
    Bis nachher!

    ... sorry, jetzt kommt gerade noch die Tanzmaus rein ... da beantworte ich Deine Frage auch noch gleich: Das mit dem Gottesurteil geht fix, weil Hexerei damals kein Fall für die Inquisition war - schon gar nicht in Bayern. Es gibt einen sehr prominenten Präzedenzfall für so eine fixe Verurteilung: Agnes Bernauer :-)

    Hallo zusammen!
    Ich freue mich, dass Ihr dabei seid! Bis zu den Proben in Kaltenberg, wo ich als böses Weib gegen König Artus' Mannen kämpfe, habe ich noch ein paar Stunden, deshalb melde ich mich schon einmal!
    Schön, dass wir gleich auf eine meiner Lieblingsfiguren zu sprechen kommen: Raoul. Der schwarze Ritter ist ja schon fast ein literarischer Topos. Es gibt Abbildungen von ihm schon aus dem Mittelalter. In der deutschen Klassik taucht er in Schillers "Jungfrau von Orleans" auf. Bekannt wurde er natürlich durch Sir Walter Scott, und auch Michael Crichton hat einen. Was mich reizte, war einerseits die Frage: Warum ist er schwarz? Bei Schiller: weil er ein Geist ist, bei Scott: einer, der nicht sagen will, wer er ist, bei Crichton: einfach der Schurke. Im Mittelalter taucht er als Allegorie auf: Als widersprüchliche Kraft im eigenen Herzen. Zugegeben, ich glaube kaum, dass sich bisher schon jemand auf eine derartige Spurensuche nach ihm begeben hat. Es hat Spaß gemacht!
    Der schwarze Ritter wird gewöhnlich mit geschlossenem Visier dargestellt. Das hat mich gereizt, gerade im Kontext des Kriegs um die Krone. Es ist leicht, gerade in Kriegszeiten, sich den Feind gesichtslos zu denken - es ist viel einfacher, jemanden umzubringen, dessen Gesicht man nicht kennt. Aber was, wenn der Feind das Visier öffnet, und man den Menschen dahinter sieht? Ich habe Raoul zuerst bewusst nur durch die Augen der anderen gezeigt, um den Kontrast zwischen deren Aberglauben und der Realität klarer zu machen. Die Zeit Annas ist von Xenophobie und dem Glauben an Magie geprägt. Ein Fremder wie Raoul hatte es im Mittelalter meist schwer, weil die Gesellschaft stark von Verwandtschaftsbeziehungen und einem Ordo (Gesellschaftsordnung), in dem man lebte, geprägt war - obwohl es jede Menge fahrendes Volk gab. In einem kleinen bayerischen Dorf wäre ein Mann wie Raoul ganz sicher mit derartigem Misstrauen beäugt worden. In dem Zusammenhang steht auch die Sache mit dem Fluch. Anna ist zuerst selbst gar nicht klar, was sie da tut. Aber was Gertraut sagt, stimmt: Friedrich von Österreich war für seinen Aberglauben bekannt. Ein Fluch war auch immer so etwas wie Rufmord. Deshalb die starke Reaktion.


    Ja, den Krieg um die Krone fand ich auch faszinierend!! Vor allem, weil es mehr als das ist. Es ist ein Krieg zwischen zwei völlig verschiedenen Auffassungen von Herrschaft, zwischen zwei Menschenbildern. Anhand dieses Krieges konnte ich die Umbruchphase des späten Mittelalters wunderbar deutlich machen - und auch in diesem Zusammenhang Raoul dem vom Ritterideal geprägten Ulrich gegenüberstellen. Denn das Ritterideal wird in dieser Zeit auf einmal hinterfragt ... na, Ihr werdet ja sehen ...


    Zur Frage, ob man weiß, wie die Lieder damals geklungen haben: In der Handschrift der Carmina Burana, deren Faksimile mir die Kuratorin in der Staatsbibliothek gezeigt hat, findet man zwar Neumen (mittelalterliche Notenzeichen), allerdings nicht allzu viele. Ich habe versucht, mir das klanglich vorzustellen, indem ich die wenigen musikalischen Zeugnisse, die man aus der Zeit kennt, betrachtet habe. Etwa das Palästinalied von Walther von der Vogelweide, dessen Notation überliefert ist - übrigens vom Anfang des 14. Jahrhunderts (also nach Walthers Tod, aber genau in Annas Zeit). Ich wollte darüber hinaus aber auch die Lebenswelt der Carmina Burana darstellen. Sie wird Euch im Lauf des Romans immer wieder begegnen. Den Anfang macht das mittelalterliche Pastorellen-Motiv, das sich in Annas und Ulrichs Liebesgeschichte spiegelt: Junger Ritter verführt einfaches Mädchen - das gibt in tausend Versionen ein Dutzend Mal in den Carmina ... :-) Mal sehen, wie es hier im Roman damit weitergeht ...