Beiträge von maikaefer

    das ging mir ähnlich.
    manchmal fand ich dalila rührend ob ihrer naivität, dann bewundernswert wegen ihrer treue, dann wieder bis zum lächeln tunnelblickig.
    leonor konnte ich lange zeit ebenfalls schwer einordnen.
    mein bild von ihr festigte sich aber im laufe der ereignisse.

    "kein Buch, das man in einem Rutsch lesen sollte"


    hab ich aber gestern bis in die tiefe nacht hinein getan.



    "Von dem Beruf der Totenwäscherin hatte ich vorher noch nie etwas gehört, bzw. darüber gelesen und fand die Beschreibungen darüber sehr interessant."


    ich wusste, dass es ihn gibt, habe mich aber auch kaum damit befasst, außer vielleicht mal bei einem marianne sägebrecht-film. die hier in diesem buch geschilderten dinge, auch, wenn sie sich bis heute etwas geändert haben dürften, fand ich auch sehr interessant.



    "Wer eine Geschichte einer Frau vor zweihundert Jahren erwartet, die Totenwäscherin war und deshalb gemieden wird, wird enttäuscht sein."


    war ich. aber angenehm!



    wie oben schon richtig erwähnt, wird die geschichte der frauen einer familie berichtet und zwar in mecklenburg von der napoleonischen zeit bis nach dem mauerfall. jede frau hat ihr eigenes schicksal(späckchen zu tragen), fast alle üben den beruf der totenwäscherin aus: mit verschiedenen "tricks" erreichen sie es, dass der im todeskampf vielleicht verzerrte gesichtausdruck einem ruhigen, friedlichen und manchmal sogar leicht lächelnden antlitz weicht, welches die hinterbliebenen nicht erschreckt, sondern ihnen eine tröstende erinnerung ermöglicht.
    wir erfahren viel von der damals jeweiligen wirtschaftlichen situation, von den weberaufständen, den problemen der industrialisierung, vor allem in den letzten 50 jahren stehen die geschichtlichen ereignisse im mittelpunkt, denn ein familienzweig ist jüdisch, ein sproß zudem noch homosexuell, und die daraus resultierenden gefahren werden eindringlich geschildert. am schluss reist eine nachfahrin nach mecklenburg und will die orte sehen, von denen in den nach dem tode der mutter gefundenen aufzeichnungen die rede ist. sie trägt keinen der damals bekannten familiennamen, trotzdem wird ihr mit misstrauen begegnet, man unterstellt, dass sie ansprüche auf grundbesitz geltend machen will. sie hat eine schicksalhafte begenung.
    die geschichte wird nach dem schachtelsystem erzählt: gegenwart - vergangenheit - gegenwart.
    zu beginn der vergangenheitsphase hatte ich mit den vielen vornamen leichte probleme, zumal der adel auch noch doppelte vornamen führte, aber das gab sich im laufe der lektüre.
    fazit: nichts grandioses, aber ein deutliches hervorheben aus der masse der "-in"-romane (die ich im übrigen auch gelegentlich recht gern lese).

    Welchen Stellenwert nimmt Kinder- und Jugendliteratur für Euch ein??


    antwort: ich habe noch einige "schätzchen" und die werde ich wohl eines fernen tages auch mit ins altersheim nehmen.


    Findet Ihr es gut oder schlecht, wenn die Eltern, Lehrer oder Erzieher den Kindern die Bücher aussuchen, die sie lesen sollen?


    antwort: gut. die eltern müssen nur rechtzeitig erkennen, wenn der nachwuchs einen eigenen geschmack entwickelt und ihm dann nichts aufzuzwingen versuchen. oder, wenn die leseleidenschaft des sprößlings die eltern überfordert, müssen sie sich durch einen buchhändler ihres vertrauens beraten lassen. haben meine eltern beides getan und das ist eines der dinge, die ich ihnen heute danke.


    Sollte es eine Liste mit Büchern geben, die Kinder nach Ansicht von Fachleuten gelesen haben müssen, genauso wie es ja auch schon für Erwachsenenliteratur solch einen Kanon gibt??


    antwort: vielleicht als empfehlung, keinesfalls als "muss".

    danke für die antwort, titus!


    dass sich niemand mehr an die brillenmacherin erinnert, glaube ich nicht.
    zur not könnte man ja auch eine broschierte doppelausgabe machen.
    merkwürdig, wegen der ruhigen erzählart und den liebenswerten details ist mir eher der kalligraph in erinnerung als die brillenmacherin. es ist eine weile her mit dem lesen, aber ich meine mich an quietschende wagenräder und wassertropfen und eine spinne (?) zu erinnern. ich müsste die früheren bücher wirklich noch einmal lesen, nur gibt es auch soviele noch nicht gelesene bücher, die ich lesen möchte.

    hast du unter deinen selbstgeschriebenen büchern eigentlich ein "lieblingskind"? (welches, warum?)


    hast du je erwogen, einen mehrteiler zu schreiben oder eine fortsetzung anzuhängen? (wenn nein, warum nicht?)


    mir gefällt, obwohl ich in deinen büchern eine steigerung erkennen kann, der erstling, der kalligraph des bischofs, am besten, arg bedrängt von "der todgeweihten". (klingt widersprüchlich, ist aber nicht so. im kalligraphen faszinierten mich die einzelheiten, in der todgeweihten nahm mich die geschichte am meisten mit)


    obwohl ich es aus autorensicht verstehen kann, dass man ein gut laufendes pferd gern so lang wie möglich ins rennen schickt, und obwohl ich mir gelegentlich gedanken über das "schicksal" der hauptpersonen nach ende des buches gedanken mache, bevorzuge ich es, von autoren auf immer neue geschichten aufmerksam gemacht zu werden.
    so, wie eben auf die des erdbebens von lissabon.


    danke, dass du dir trotz der anstehenden lesungen zeit für die begleitung dieser leserunde genommen hast/nimmst.

    das klingt sehr interessant, danke.
    "deutschstunde" gefiel mir nicht besonders, auch "so zärtlich war suleyken" konnte mich nicht so recht überzeugen, aber vielleicht gebe ich mit diesem bändchen herrn lenz und mir noch einmal eine chance
    (obwohl - ich sehe gerade den preis - fast 13 euro für so weinige seiten ganz schön happig ist)