Ein Wintermahl - Hubert Mingarelli

  • arsvvendi, 2020

    142 Seiten

    Aus dem Französischen von Elmar Tannert


    Kurzbeschreibung:

    Noch vor der Tagwache begeben sich drei Wehrmachtssoldaten auf den Weg, um in der verschneiten Umgebung versteckte Juden zu finden. Für sie eine Möglichkeit, den täglichen Erschießungen im Lager zu entgehen. Nachdem sie einen jungen Mann gefangen genommen haben, suchen sie auf dem Rückweg in einem verlassenen Haus Schutz vor dem Hunger und der quälenden Kälte, die all ihr Denken überlagern. Während sie darauf warten, dass das Feuer im Ofen brennt und die Suppe kocht, treten ihre persönlichen Bedürfnisse und Sorgen allmählich in den Hintergrund; und das unfassbare Grauen, in dem sie stecken, bekommt ein neues Gewicht. Auf kleinem Raum erzählt Hubert Mingarelli von zweifelhaften Gnadenakten, undenkbarer Schuld und der Banalität des Bösen, schlicht und eindringlich.


    Über den Autor:

    Hubert Mingarelli (1956 2020) umfangreiches Werk wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Prix Médicis, und war für den Prix Goncourt und den International Booker Prize nominiert. Ein Wintermahl ist sein erster Roman, der auf Deutsch erscheint.


    Mein Eindruck:

    Drei deutsche Soldaten der Wehrmacht in Polen auf der Suche nach entflohenden Juden.

    Der namenlose Icherzähler, Emmerich und Bauer leiden Kälte, Hunger, Angst und sind dennoch die Täter hier.


    Tatsächlich treffen sie auf einen Juden und nehmen ihn mit. Gemeinsam werden sie in einer Hütte eine Suppe kochen und es kommt zu einem Gewissenskonflikt. Sollen sie den juden ausliefern oder laufen lassen?


    Dem französischen Autor gelingt es, das Grauen und das Unmentschliche des Kriegs deutlich zu machen. Er nutzt dazu eine karge Sprache, die besonders wirkunsgvoll ist und erzeugt dadurch eine große Dichte.


    Fazit: Ein packendes, kammerspielartiges Drama in einer verschneiten Kulisse!


    ASIN/ISBN: 3747201784