'Wiedersehen in Rajasthan' - Seiten 159 - 265

  • So weit ich das weiß, war eine Heirat außerhalb der eigenen Kaste ein absolutes Tabu, auf dem Land ist das wohl bis heute so und die Heirat mit Ausländerinnen fällt da bestimmt auch rein, deswegen kommt Ravi wahrscheinlich auch beruflich nicht von der Stelle.

    Ja, ich glaube, hier in Indien kommt er auf dem harten Boden der Tatsachen an und muss erkennen, dass das doch keine so gute Idee war, eine Deutsche zu heiraten. Und dann ist die nicht so willfährig, wie die meisten Inderinnen. Der Kulturen-Clash ist ja noch relativ harmlos, weil Gesa so jung ist am Anfang. Und sehr viel zulässt und durch die Kinder gebunden. Heutzutage ist das noch um einiges schwieriger. Denn den Kultur-Clash gibt es immer noch, nur dass die europäischen Frauen meist emanzipierter sind.

    Hollundergrüße :wave



    :lesend


    Wiedersehen in Rajasthan - Ute Krause

    Knochenkälte - Simon Beckett



    (Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin,

    daß er tun kann, was er will,

    sondern daß er nicht tun muß,

    was er nicht will - Jean Rousseau)

  • DasSchlimmste von allem ist aber, wie er Madhavi „weggesperrt“ hat,damit sie aus dem Weg ist. Hier finde ich sehr schön, dass Gesa imRahmen ihrer Möglichkeiten alles tut, um für Madhavi zu sorgen.Wieder einmal mehr dachte ich daran, wie schwer es Frauen in Indiendoch haben. Ihre Sorge um Madhavi findet auch Mrs KhandalsZustimmung, die nicht mit allen Entscheidungen ihres Sohneseinverstanden ist, aber leider auch nichts zu sagen hat.

    Gibt einige Stellen, wo man merkt, was für ein großes Herz Gesa hat und wie großartig sie ist. Wie Ravi mit Madhavi umgeht, das erkläre ich mir so, dass er das einfach verdrängt. Was ich nicht mehr sehe, ist nicht mehr mein Problem. Können wir nicht verstehen, aber bei manchen funktioniert das Gehirn zu. (Extremes Beispiel: Ich war diese Woche in einer Lesung zu einem True-Crime-Buch. In dem bringt ein Mann einen anderen um und da er ihn nicht "entsorgen" kann, legt er ihn in sein Besucherzimmer, schüttet einen Sack Erde drauf, klebt die Türe zu und lebt vier Monate als wäre nix mit einem Leichnam im Zimmer. Obwohl irgendwann alle Nachbarn und Besucher sagen, dass es fürchterlich stinkt. Er verdrängt das alles, weil ihm keine andere Lösung einfällt. An den erinnert mich Ravi.)

    Hollundergrüße :wave



    :lesend


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    Knochenkälte - Simon Beckett



    (Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin,

    daß er tun kann, was er will,

    sondern daß er nicht tun muß,

    was er nicht will - Jean Rousseau)