Schreibwettbewerb 01.12.2025 - 31.01.2026 Kommentare

  • In diesem Thread könnt Ihr ab dem 01.02.2026 eure Kommentare und Meinungen zu den Beiträgen des Schreibwettbewerbs schreiben.

    Bitte erst die eigenen Punkte abgeben und erst dann Kommentare lesen und verfassen!


    Hier geht es noch einmal zu den Beiträgen des Schreibwettbewerbs: LINK


    Die Punkte und Autoren werden am 16.02.2026 bekannt gegeben!

  • Waldspaziergang


    Bei »Flüstern« denkt man schnell an räumliche Enge. Hier findet man es im Wald. Und es hat eine klare Stimme mit Haltung und Agenda. Das Gespräch zwischen Mike und der Stimme wirkt bewusst lückenhaft. Gerade diese Rätselhaftigkeit macht es reizvoll. Aber man muss diese Lücken beim Lesen selbst schließen. Für mich hat das funktioniert, weil ich mir eine eigene Hintergrundgeschichte gebaut habe. Und wenn man sich diese Arbeit antut, wirkt der Text noch nach.

  • Der schlechteste König von allen


    Der Text kommt ohne das Wort »Flüstern« aus und behandelt es trotzdem. Das leise Raunen der Menge und das unausgesprochene Wissen funktionieren hier sehr gut. Es ist schwer, nicht irgendwann an »Des Kaisers neue Kleider« zu denken, allerdings mit einer eigenen Wendung.

    Beim zweiten Lesen fällt auf, wie dicht Ursache und Problem nebeneinanderliegen: »…kaum vorstellbar, dass er bei Widerworten Gnade walten lassen würde. Was der König anfasste, ging schief.«

    Wer sich Zeit für den Text nimmt, entdeckt hinter dem scheinbaren Kindermärchen eine feinere Aussage. Macht, Angst, Zuhören.

  • Der Freispruch hilft nicht dem Gewissen


    Der Erzähler ist eigentlich Annika, auch wenn man das nicht sofort bemerkt. Rückblickend wirkt der Bericht zum Unfall wie eine bewusste Mischung aus juristischer Sachlichkeit, Polizeiprotokoll und sehr persönlichem Tagebuch. Das liest sich kontrolliert und durchdacht. Und wirkt nicht zufällig.

    Die Wendung am Ende mit dem Perspektivenwechsel hat mich überrascht und kurz aus dem Text geholt. Sie kommt sehr abrupt und bricht auch den Stil ohne Vorwarnung. Aber womöglich war das ebenfalls nicht zufällig.

  • Das Flüstern


    Der Ablauf der Szene wirkt sehr nachvollziehbar. Gerade die schrittweise Verunsicherung und die konkrete Umsetzung der KO-Tropfen-Situation geben dem Text Glaubwürdigkeit. Das rechne ich ihm hoch an.

    Auffällig ist auch, dass die Handlung nicht einfach in »einem Haus« spielt. Die Wohnung ist klar und detailliert beschrieben, man merkt, dass hier bewusst Atmosphäre und Raum aufgebaut wurden.

    Das Flüstern selbst funktioniert leider nur als kurzes Warnsignal, bleibt aber recht nahe an einer allgemeinen Vorahnung.