Poppy Alexander - Das Winterweihnachtswunder

  • Herausgeber ‏ : ‎ Ullstein Taschenbuch

    Erscheinungstermin ‏ : ‎ 27. September 2019

    Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 464 Seiten

    ISBN-10 ‏ : ‎ 3548060803

    ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3548060804

    Originaltitel ‏ : ‎ 25 Days 'til Christmas



    Kurzbeschreibung:

    Seit dem Tod ihres Mannes ist Weihnachten für Kate und ihren Sohn Jack kein schönes Fest mehr. Der traurige Jack braucht dringend ein Winterweihnachtswunder, und Kate überrascht ihn mit einem Adventskalender, der ihm jeden Tag einen kleinen Wunsch erfüllt. Um sich das leisten zu können, verkauft sie als Weihnachtselfe verkleidet Weihnachtsbäume. Vor lauter Kälte bemerkt sie Daniel nicht, der täglich an ihr vorbeiläuft und sich hoffnungslos in sie verliebt hat. Er schafft es einfach nicht, sie anzusprechen. Doch als der erste Schnee fällt, hat Daniel eine Idee...


    Über die Autorin:

    Im Alter von fünf Jahren schrieb Poppy Alexander ihr erstes Buch. Während ihrer Schulzeit ruhte ihre Karriere als Autorin. Nach ihrem Studium von klassischer Musik hatte sie die Erkenntnis, dass es der Musik ohne sie besser ginge. Stattdessen stürzte sie sich in verschiedene PR-Jobs, entwickelte Marketingkampagnen, machte Lobbyarbeit und ein bisschen Journalismus. Sie lebt mit ihrem Ehemann, ihren Kindern und anderen Haustieren in West Sussex im Süden Englands.


    Meine Meinung:


    Dieses Buch ist beim Frühjahrseulentreffen auf den Tisch gelegt worden und auch wenn die Weihnachtszeit noch lange hin war, haben mich das Cover und der Klappentext angesprochen. "Brauchen wir nicht alle ein kleines Wunder?"


    Im winterlichen Bristol arbeitet Kate für einen Hungerlohn und als Weihnachtselfe verkleidet als Weihnachtsbaumverkäuferin. Ihr Chef beutet sie aus, doch sie ist dringend auf diesen Job angewiesen, denn seit sie alleinerziehend für ihren Sohn Jack sorgen muss, fehlt es an allen Ecken und Enden. Gute Freunde helfen ihr immer wieder aus, gerade wenn es darum geht, ihren Sohn zu betreuen, doch eigentlich hatte Kate sich ein anderes Leben gewünscht. Als sie dann auch noch ihren Arbeitsplatz zu verlieren droht, bricht eine Welt zusammen,dabei wollte sie Jack doch ein schönes Weihnachtsfest bieten.


    Auch Daniel geht es nicht gut, denn seine Schwester ist nach längerer Krankheit gestorben. Als er beim Weihnachtsbaumverkauf Kate trifft, die er schon im Vorjahr mit seiner Schwester zum Baumkauf aufgesucht hat, fällt sie ihm erneut auf und schließlich spricht er sie an. Die beiden sind sich schnell sympathisch und verabreden sich für ein Date. Doch Daniel ist mehr, als er erzählt. Er arbeitet als Immobilienmakler, zusätzlich aber auch noch am Sorgentelefon, um nur nicht zur Ruhe und zum Nachdenken zu kommen.


    Mir hat die Geschichte gut gefallen.Beide Protagonisten sind mir sympathisch und haben ihre Päckchen zu tragen, haben aber nicht den Mut und die Hoffnung verloren, dass alles irgendwann besser werden muss. Das weihnachtliche Bristol konnte ich mir gut vorstellen und die Athmosphäre hat mich in Weihnachtsstimmung versetzt. Die Liebesgeschichte war schön zu lesen, ohne kitschig zu sein. Auch die Schwierigkeiten, die Kate bewältigen muss, sind so geschrieben, dass ich mit ihr mitgefühlt habe. Gerade die Hilfe durch ihre Freunde, aber auch die Solidaität der Geschäftsleute, mit denen Daniel zu tun hat, in dem kleinen Viertel in Bristol, die um ihre Existenz bangen, war für mich realistisch beschrieben.


    Natürlich gibt es ein Happy End, sonst wäre der Titel unpassend.


    Ein Buch wie eine warme Wolldecke, das war "Das Winterweihnachtswunder" für mich, ich habe es gerne gelesen.


    8 Punkte


    ASIN/ISBN: 3548060803

  • Meine Rezension

    Kate und ihr kleiner Sohn Jack leben in bescheidensten Verhältnissen. Seit Kates Mann, der Soldat Tom, vor 4 Jahren in Afghanistan gestorben ist, hat sich ihr Leben sehr verändert. Leider zum Schlechten. Finanzielle Not ist ihr ständiger Begleiter, ihr Chef ist ein widerlicher Ausbeuter und ihr Job ein Alptraum. Doch das sind nicht die einzigen Sorgen, die sie plagen...


    Auch Daniel hat Kummer, er hat innerhalb von zwei Jahren erst seine Eltern und dann kurz nach dem letzten Weihnachtsfest auch noch seine Schwester verloren. Zoe, die liebenswerte junge Frau mit dem Downsyndrom und dem Herzfehler.


    Und nun naht wieder Weihnachten – Kate hat mehr offene Baustellen als Haare auf dem Kopf und möchte ihrem Sohn Jack dennoch ein schönes Weihnachtsfest bescheren und für Daniel wird es das erste Weihnachten ganz alleine.


    Die beiden sind sich schon öfter zufällig begegnet, da Kate in der Vorweihnachtszeit für ihren Chef Christbäume verkaufen muss und so bleibt es nicht aus, dass sie eines Tages miteinander ins Gespräch kommen. Doch bis daraus auch nur ein bißchen „mehr“ wird, ist es noch ein weiter Weg.


    Ich bin ein wenig hin- und hergerissen, was diesen Weihnachtsroman angeht. Die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Protagonisten erschienen mir teils ein wenig arg konstruiert.


    Zuerst war ich auch ein wenig genervt, weil Kate so unendlich arm ist, auf der anderen Seite aber auch nichts unternimmt, ihre Lage auch nur ein bißchen zu ändern. Dabei gibt es da so einige Probleme, für die sie eigentlich dringend eine Lösung bräuchte. Sie ist so passiv und permanent überfordert und setzt sich auch nicht gegen Schikanen aller Art zur Wehr. Das fand ich sehr anstrengend, doch ich kam damit besser klar, als ich für mich befand, dass Kate wohl nicht einfach „nur“ viele Probleme, sondern wohl eine echte Depression hat. Das erklärt auch, warum sie nicht die Kraft hat, sich Beistand zu suchen.


    Was mich dann allerdings wirklich genervt hat ist der klassische Move in Liebesromanen aller Art: sie sieht ihren Schwarm – mit dem sie zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht mal was am Laufen hat – aus der Ferne in einer Umarmung mit einer anderen Frau und ohne überhaupt mal zu hinterfragen, wer es ist und warum es diese Umarmung gab, zieht sie sich schmollend zurück. Dieser Zug wird leider immer wieder in Büchern gemacht und ich finde ihn in jedem einzelnen davon blöd und billig: Meine Güte, es ist nur eine verdammte Umarmung! Menschen umarmen einander auch ohne Beziehung oder Hintergedanken! Es kann eine Begrüßung sein, ein Glückwunsch, eine tröstende Umarmung... nicht immer steht eine Affäre dahinter! Erst fragen, dann schmollen! Jedes andere Verhalten finde ich leider ziemlich kindisch und unwürdig für erwachsene Protagonisten.


    Davon abgesehen fand ich dieses Buch ernster als andere Weihnachtsromane... dennoch aber mit einem zu schnellen Friede-Freude-Eierkuchen-Ende. Das fand ich schade, dass sich gegen Ende hin quasi alle Schwierigkeiten in Nichts auflösen. Natürlich „erwartet“ man gerade bei einem Weihnachtsroman ein Happy End, aber hier ging es mir zu schnell und banal vonstatten.


    Ich habe das Buch zwar gerne gelesen, es war auch unterhaltsam geschrieben – dennoch wäre ich bei einem zweiten Roman der Autorin eher vorsichtig. Ich glaube, mir sagt ihre Schreibe nicht so richtig zu.


    Wenn ich alles, was mir an diesem Buch gefallen hat und das, was ich nicht so dolle fand, gegeneinander aufrechne, würde ich dem Buch aber immerhin noch eine 7 (von 10) geben.

    Lieben Gruß,


    Batcat batsmile.gif


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)