Ein Pakt aus Asche und Blut - Sabine Riedel

  • Grundsätzlich gefiel mir die Geschichte sehr gut, nur das Ende enttäuschte mich leicht

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    Als ich bei NetGalley dieses als historischen Mystery Thriller angekündigte Buch entdeckte, reizte mich einerseits der Klappentext, andererseits aber auch die dort erwähnten Örtlichkeiten, zu denen ich, obwohl ich selbst mehrere hundert Kilometer weit weg wohne, inzwischen einen sehr persönlichen Bezug habe. Außerdem bin ich sowohl Historischen Romanen, als auch Thrillern und Mysteriösem oder Fantastischem sehr zugeneigt und war sehr gespannt auf diese Genre Mischung.


    Erzählt wird die Geschichte in der dritten Person aus den Perspektiven verschiedener Protagonisten und zu verschiedenen Zeiten. In der Gegenwart agieren hauptsächlich 3 Personen, deren Verbindung zueinander erst nach und nach aufgedeckt wird:


    Der Feuerwehrmann Mark kämpft zusammen mit seinen Kollegen einen Waldbrand in Ratingen, als er plötzlich eine Frau in den Flammen erblickt. Um sie zu retten, stürzt er sich in die Flammen. Allerdings ist er der Einzige, der diese Frau sah. Auch als er von seinen Kollegen gerettet wird und der Brand gelöscht ist, gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass sie überhaupt dort war.


    Die Fotografin Cat hat auf der Arbeit permanenten Stress mit einem Kollegen. Zuhause kümmert sie sich um ihren Nachbarn Robert, der wegen eine Sozialphobie nie das Haus verlässt, aber unermüdlich am Schreiben von Büchern ist und Cat immer wieder mit Fotoaufträgen für diese versorgt. Momentan arbeitet er an einem Buch über alte Rituale und ist davon überzeugt, dass in allen Überlieferung ein Körnchen Wahrheit steckt. Als er Cat zum ersten Mal bittet, einen Zauber auszuführen, ist sie fast noch belustigt. Doch schon bald wird dadurch ihr gesamtes Leben auf den Kopf gestellt.


    Melanie will nach dem Tod ihrer Mutter das Häuschen in der Lübecker Bucht beräumen, in dem sie aufgewachsen ist. Ihre Großmutter, die ebenfalls nicht mehr lebt und der das Haus eigentlich gehörte, liebte sie abgöttisch. Zu ihrer Mutter hatte sie, wegen deren esoterisch angehauchten Ansichten, schon immer ein eher gespaltenes Verhältnis. Melanie ist schon seit geraumer Zeit wegen früheren eigenartigen Visionen in psychiatrischer Behandlung und hat eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Da sie glaubt schwanger zu sein, nimmt sie ihre Medikamente nicht mehr und sieht inzwischen wieder Dinge, die nicht realistisch sein können.


    In der Vergangenheit in Ratingen um 1460 wird hauptsächlich die Geschichte von zwei Schwestern erzählt, die in dunkle Machenschaften verwickelt werden:


    Im mittelalterlichen Ratingen wird die jung Anna der Hexerei verdächtigt. Die Heilerin Helene, Annas Schwester, ist deswegen total verzweifelt. Als ihr das Stadtoberhaupt, der mächtige Marschall Johann, einen dunklen Pakt anbietet, der Anna retten soll, nimmt sie an und tut fortan Dinge, von denen sie weiß, dass sie dafür in der Hölle schmoren wird.


    Leicht und flüssig konnte ich diesen Mystery-Thriller lesen. Der Schreibstil der Autorin gefiel mir sehr gut. Die Geschichte packte mich ziemlich schnell und ich verfolgte das Geschehen auf beiden Zeitebenen mit stetig wachsendem Interesse. Eine permanent düstere Grundspannung stellte sich schnell ein, die Wechsel zwischen den Zeitebenen oder den Perspektiven der Hauptfiguren empfand ich jeweils als gut gesetzt. Die Figuren entwickelten sich und es gab etliche brutale Morde und unheimliche Todesfälle.


    Von den Charakteren in der Gegenwart war mir Cat bei weitem die Sympathischste. Melanie ging mir manchmal ein bisschen auf die Nerven. Ich verstand zwar durchaus, dass es für sie nicht einfach war, aber irgendwie war mir da meistens ein bisschen zu viel Selbstmitleid im Spiel. In der Vergangenheit mochte ich Helene am liebsten. Gegen Ende hin waren für mich einige Entwicklungen in der Geschichte ziemlich vorhersehbar, während mich andere durchaus noch überraschten. Allerdings war ich am Ende des Buches trotzdem leicht enttäuscht, denn ich hätte mir eine glaubhaftere Erklärung zu Mark gewünscht. Klar war das alles fantastisch, aber trotzdem war ich leicht enttäuscht. Ich habe auch aus dem Fantasy-Genre schon viel gelesen, wo mir, trotz des Bewusstseins, dass es das Meiste in der Realität gar nicht gibt, die aufgelösten Zusammenhänge logischer erschienen. Insgesamt hat mich dieses Buch jedoch trotzdem sehr gut unterhalten und kann es Lesern, bei denen Geschichten nicht immer nur gänzlich realitätsnah glaubhaft sein müssen, durchaus weiterempfehlen.


    ASIN/ISBN: B0FZC59FP3